11352020 F.4.2 Verbindlichkeiten und Schulden
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
I. Verbindlichkeiten und Schulden
Die Schulden der Stadt Nürnberg im Kernhaushalt sind
zum Jahresende 2013 auf den Stand von 1.256,2 Mio.
€ gesunken. Darin enthalten sind die Verbindlichkeiten
aus Krediten, also die klassischen Darlehen von Sparkassen und Banken, die Anleihe, Schuldscheindarlehen
sowie die Verbindlichkeiten aus ÖPP/ÖÖP-Verträgen
(sogenannte kreditähnliche Rechtsgeschäfte). Die Stadt
Nürnberg trägt hiermit explizit der wachsenden Bedeutung dieser Verträge Rechnung, in dem diese - im
Gegensatz zu anderen Kommunen - in die Verschuldenszahlen mit einbezogen werden.
Zum Jahresende 2014 werden die Verbindlichkeiten
der Stadt voraussichtlich im Ist auf einen Planwert von
1.300,3 Mio. € steigen. Hierin enthalten ist mit 19,8 Mio.
€ erstmals der ÖPP-Vertrag des fertiggestellten Förderzentrums Paul-Moor. Die insgesamt höhere Verschuldung gegenüber dem Planwert ist den rückläufigen
Steuererträgen bei der Gewerbesteuer geschuldet.
Entsprechend der Haushaltsplanung wird sich dann die
Verschuldung im Jahr 2015 um 9,9 Mio. € auf 1.310,2
Mio. € erhöhen.
Die Schulden der städtischen Eigenbetriebe sind in
zwei grundlegende Kategorien zu unterteilen:
Bei den Eigenbetrieben Service Öffentlicher Raum
(SÖR), NürnbergBad (NüBad) und Frankenstadion
(FSN) müssen die Verlustausgleiche und somit auch
Teile des Schuldendienstes aus dem Kernhaushalt
bedient werden. NürnbergStift (NüSt) wird aufgrund
möglicher Kreditaufnahmen für Investitionen in den
nächsten Jahren jetzt ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet. Aus diesen Gründen sind diese Schulden in der
Bewertung gedanklich dem Kernhaushalt zuzuordnen.
Anders gestaltet es sich bei der Stadtentwässerung und
Umweltanalytik (SUN) und bei der Abfallwirtschaft
(ASN): Diese Eigenbetriebe sind externe Kostendecker,
die ihre Aufwendungen und ihren Kapitaldienst aus
ihren Einnahmen und Gebühren komplett selbst refinanzieren müssen.
Bei der Schuldenentwicklung insgesamt ist eine ähnliche Entwicklung wie beim Kernhaushalt festzustellen.
Während bei den gebührenfinanzierten Eigenbetrieben
ASN und SUN leicht rückläufige Tendenzen verzeichnet werden können (- 2,8 Mio. €), erhöhen sich bei den
steuerfinanzierten Eigenbetrieben NüBad, NüSt und
FSN und SÖR die Verschuldungszahlen um 8,8 Mio. €.
Bei NüBad schlagen die Investitionen in Langwasser
mit einer Nettokreditaufnahme von 5,3 Mio. € zu Buche.
SÖR hat bislang keine Verschuldung am Kapitalmarkt,
für 2015 sind zum Jahresende 2,0 Mio. € vorgesehen.
Als Fazit für den Haushalt 2015 lässt sich somit ein
Anstieg der Planverschuldung im Kernhaushalt und bei
den steuerfinanzierten Eigenbetrieben feststellen. Anhand der Zahlen wird deutlich, dass trotz insgesamt
guter Konjunkturerwartungen die umfangreiche Investitionstätigkeit ihren Niederschlag in einer Neuverschuldung findet. Vor dem Hintergrund eines Anstiegs der
städtischen Mittel der Investitionen von 32,9 Mio. € oder
40,8 % gegenüber 2014 erscheint dies jedoch nachvollziehbar.
37
38