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Verbindlichkeiten und Schulden
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
F.4.2 Verbindlichkeiten und Schulden
Die vorstehende Grafik zeigt den Schuldenstand der
Stadt Nürnberg
ohne Eigenbetriebe (nur Kernhaushalt),
mit den steuerfinanzierten Eigenbetrieben und
mit allen Eigenbetrieben zusammen.
Innere Darlehen - hierbei handelt es sich um Darlehen,
die von der Stadt Nürnberg an den Eigenbetrieb SÖR
ausgereicht worden sind - wurden in der Grafik konsolidiert.
Die Schulden der städtischen Eigenbetriebe werden in
die zwei grundlegenden Kategorien steuerfinanzierten
und „Kostendecker“ unterteilt.
Zu den steuerfinanzierten Eigenbetrieben zählen die
Eigenbetriebe Service Öffentlicher Raum (SÖR), NürnbergBad (NüBad), Frankenstadion (FSN) und das
NürnbergStift (NüSt). Bei NüBad, SÖR und FSN müssen die Verlustausgleiche und somit auch Teile des
Schuldendienstes aus dem Kernhaushalt bedient werden. NüSt wird aufgrund möglicher Kreditaufnahmen für
Investitionen in den nächsten Jahren jetzt ebenfalls
dieser Kategorie zugeordnet. Aus diesen Gründen sind
diese Schulden in der Bewertung gedanklich dem
Kernhaushalt zuzuordnen.
Anders gestaltet es sich bei der Stadtentwässerung und
Umweltanalytik (SUN) und bei der Abfallwirtschaft
(ASN): Diese Eigenbetriebe sind externe Kostendecker,
die ihre Aufwendungen und ihren Kapitaldienst aus
ihren Einnahmen und Gebühren komplett selbst refinanzieren müssen.
Die Schulden der Stadt Nürnberg im Kernhaushalt sind
zum Jahresende 2014 insbesondere wegen des Einbruchs bei der Gewerbesteuer auf den Stand von 1.300
Mio. € angestiegen. Darin enthalten sind die Verbindlichkeiten aus Krediten, also die klassischen Darlehen
von Sparkassen und Banken, die Anleihe, Schuldscheindarlehen sowie die Verbindlichkeiten aus
ÖPP/ÖÖP-Verträgen (sogenannte kreditähnliche
Rechtsgeschäfte). Die Stadt Nürnberg trägt hiermit
explizit der wachsenden Bedeutung dieser Verträge
Rechnung, in dem diese - im Gegensatz zu anderen
Kommunen - in die Verschuldenszahlen mit einbezogen
werden.
Zum Jahresende 2015 werden die Verbindlichkeiten
der Stadt voraussichtlich im Ist leicht auf einen Planwert
von 1.304 Mio. € steigen.
Entsprechend der Haushaltsplanung und dem anstehenden Investitionsprogramm wird sich dann die Ver1,38 1,38 1,40 1,42
1,47
1,63 1,66 1,66 1,69
1,79
1,85
1,81 1,78 1,80 1,77
1,82
0,89 0,89
0,94 0,97
1,01 1,02 1,05
1,09
1,14
1,26
1,35 1,33 1,32
1,37 1,37
1,43
0,86 0,86 0,91 0,93 0,95 0,94 0,97
1,01
1,06
1,18
1,27 1,27 1,26
1,30 1,30
1,36
0,80
1,00
1,20
1,40
1,60
1,80
2,00
Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Plan Plan
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 n Mrd. €
Schuldenstand
Stadt mit allen Eigenbetrieben Stadt mit steuerfinanzierten Eigenbetrieben Kernstadt (ohne Eigenbetriebe mit ÖPP)
30
schuldung im Jahr 2016 um 52,4 Mio. € auf 1,36 Mrd. €
erhöhen.
Die äußere Verschuldung der Eigenbetriebe lag Ende
2014 bei 500,9 Mio. €, sinkt nach dem jetzigen Erkenntnisstand bis Ende 2015 auf 461,5 Mio. €. Ende
2016 werden 459,2 Mio. € erwartet. Während bei den
Eigenbetrieben ASN; FSN und NüBad die geplante
Verschuldung von 2015 auf 2016 insgesamt um rund
13,4 Mio. € zurückgehen wird, ist bei den Eigenbetrieben NüSt, SÖR und SUN ein Anstieg der Verschuldung
um 11,1 Mio. € geplant. Der größte Anteil davon entfällt
mit 10,3 Mio. € auf den Eigenbetrieb SUN.
Als Fazit für den Haushalt 2016 lässt sich somit ein
Anstieg der Planverschuldung insbesondere im Kernhaushalt der Stadt Nürnberg feststellen. Anhand der
Zahlen wird deutlich, dass trotz insgesamt guter Konjunkturerwartungen die umfangreiche Investitionstätigkeit ihren Niederschlag in einer Neuverschuldung findet. Vor dem Hintergrund eines Anstiegs der städtischen Mittel der Investitionen (MIP-Ansatz für Einzelmaßnahmen und Pauschalen) um 28,8 Mio. € oder
25,4 % gegenüber 2015 erscheint dies jedoch nachvollziehbar.
In den folgenden Übersichten werden der voraussichtliche Stand der Verbindlichkeiten aus Krediten und kreditähnlichen Rechtsgeschäften sowie Verpflichtungen
nach Art. 72 Abs. 2 GO entsprechend dem vom Bayerischen Staatsministerium des Innern veröffentlichten
Haushaltsmuster zu § 1 Abs. 3 Nr. 4 KommHV-Doppik
dargestellt.
31
Übersicht über den
voraussichtlichen Stand der Verbindlichkeiten aus Krediten und kreditähnlichen
Rechtsgeschäften1) sowie Verpflichtungen nach Art. 72 Abs. 2 GO
Arten der Verbindlichkeiten aus
Krediten und
kreditähnlichen
Rechtsgeschäften
Stand zu
Beginn des
Vorjahres
2015
Stand zu Beginn
des Haushaltsjahres
201615)
mit einer Restlaufzeit der
Verbindlichkeiten von
Veränderung
im Haushaltsjahr
+/-
Stand am
Ende des
Haushaltsjahres
2016
bis zu
1 Jahr
1 bis 5
Jahren
mehr als
5 Jahren
T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
1 2 3 4 5 6 7
1. Anleihen2) 80.000 80.000 - - 80.000 0 80.000
2. Verbindlichkeiten aus
Investitionskrediten3)
1.156.118 1.166.065 - - - 56.810 1.222.875
2.1 vom Bund - - - - - - -
2.2 vom Land 5 4 0,5 2 1,6 -0,6 4
2.3 von Gemeinden und
Gemeindeverbänden
- - - - - - -
2.4 von Zweckverbänden
u. dgl.
- - - - - - -
2.5 vom sonstigen
öffentlichen Bereich
50.000 97.445 3.331 13.326 80.788 -3.331 94.114
2.6 von Sondervermögen - - - - - - -
2.7 von verbundenen
Unternehmen
- - - - - - -
2.8 von Beteiligungen - - - - - - -
2.9 von sonstigen öffentlichen Sonderrechnungen
- - - - - - -
2.10 vom Kreditmarkt4) 1.106.113 1.068.616 50.614 204.592 813.410 60.142 1.128.758
Summe Verbindlichkeiten aus
Anleihen und Investitionskrediten
(1. + 2.)
1.236.118 1.246.065 - - - 56.810 1.302.875
3.1 Kreditähnliche Rechtsgeschäfte aus PPP-Projekten
64.173 57.859 -4.395 53.464
Summe Verbindlichkeiten aus
Anleihen und Investitionskrediten
sowie PPP-Projekten
1.300.291 1.303.924 - - - 52.415 1.356.339
32
Arten der Verbindlichkeiten
aus Krediten und
kreditähnlichen
Rechtsgeschäften
Stand zu
Beginn des
Vorjahres
2015
Stand zu
Beginn des
Haushaltsjahres15)
2016
mit einer Restlaufzeit der
Verbindlichkeiten von
Veränderung
im Haushaltsjahr
+/-
Stand am Ende
des Haushaltsjahres
2016
bis zu
1 Jahr
1 bis 5 Jahren mehr als
5 Jahren
T€ T€ T€ T€ T€ T€ T€
1 2 3 4 5 6 7
3.2 Weitere kreditähnliche
Rechtsgeschäfte5),6)
4.606 3.946 -626 3.320
3.21 Hypotheken-, Grund- und
Rentenschulden
3.675 3.121 -521 2.600
3.22 Restkaufgelder im
Zusammenhang mit
Grundstücksgeschäften
- - - -
3.23 Leasinggeschäfte - - - -
3.24 Leibrentenverträge 767 682 -85 597
3.25 Schuldübernahmen - - - -
3.26 Verträge über die Durchführung städtebaulicher
Maßnahmen
- - - -
3.27 Verpflichtung zur Gewährung von Schuldendiensthilfen an Dritte
- - - -
3.28 Sonstige einer Kreditaufnahme gleichkommende Vorgänge
164 143 -20 123
4. Summe Verbindlichkeiten
aus Anleihen und Investitionskrediten, PPP-Projekten
und weiterer kreditähnlicher
Rechtsgeschäfte
1.304.897 1.307.870 - - - 51.789 1.359.659
Nachrichtlich:
1. Innere Darlehen von
rechtlich unselbstständigen Einrichtungen
25.200 24.300 -900 23.400
2. Schulden der
Sondervermögen mit
Sonderrechnung7)
500.377 461.536 - - - -2.594 458.942
2.1 aus Krediten14) 488.861 450.599 - - - -2.015 448.584
2.2 aus kreditähnlichen
Rechtsgeschäften
11.516 10.937 -579 10.358
33
Übersicht über Verpflichtungen nach Art. 72 Abs. 2 GO,
Art. 66 Abs. 2 LKrO, Art. 64 Abs. 2 BezO –
voraussichtlicher Stand der eventuellen Zahlungsverpflichtungen und Vorbelastungen ohne Bilanzierung (Eventualverbindlichkeiten)
Arten der Eventualverbindlichkeiten8)
Stand zu Beginn des
Vorjahres
2015
Stand zu Beginn des
Haushaltsjahres
2016
Veränderung im Haushaltsjahr
+/-
Stand am Ende des
Haushaltsjahres
2016
T€ T€ T€ T€
1 2 3 4
1. Bürgschaften9),10) 102.751 92.486 -10.300 82.186
1.1 an Sondervermögen
1.2 an verbundenen Unternehmen 26.530 25.598 -1.000 24.598
1.3 an Beteiligungen 60.311 51.972 -8.300 43.672
1.4 an sonstigen öffentlichen Bereich 1.295 1.115 -200 915
1.5 an sonstigen privaten Bereich 14.615 13.801 -800 13.001
2. Sonstige kreditähnliche Rechtsgeschäfte ohne Bilanzierung11)
2.1 – 2.5 ... wie 1.1 – 1.5 - - - -
3. Weitere Haftungsverhältnisse
nach § 75 KommHV-Doppik12),13)
3.1 – 3.5 ... wie 1.1 – 1.5 - - - -
1) In der Verbindlichkeitenübersicht der Haushaltplanung nach § 1 Abs. 3 Nr. 4 KommHV-Doppik sind auszuweisen:
- in Spalte 1 der Stand der Verbindlichkeiten zum 1. Januar des dem Haushaltsjahr vorhergehenden Jahres (= laufendes Haushaltsjahr);
- in Spalte 2 – nach dem zeitlichem Fortschritt der Haushaltsplanung - der voraussichtliche oder tatsächliche Stand der Verbindlichkeiten zum 1. Januar des Haushaltsjahres; dieser sollte mit dem Stand der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember des dem Haushaltsjahr vorhergehenden Jahres grundsätzlich übereinstimmen;
- in den Spalten 3 bis 5 der Stand der Verbindlichkeiten zum 1. Januar des Haushaltsjahres, gegliedert nach Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr, von einem bis fünf
Jahren und von mehr als fünf Jahren;
- in Spalte 6 der Saldo aus den voraussichtlichen Zu- und Abgängen an Verbindlichkeiten während des Haushaltsjahres (z. B. durch Kreditaufnahme und Kredittilgung);
- in Spalte 7 der voraussichtliche Stand der Verbindlichkeiten zum 31. Dezember des Haushaltsjahres (Stand zum 1. Januar zuzüglich der Zugänge und abzüglich der
Abgänge während des Haushaltsjahres).
2) Soweit sonstige Verbindlichkeiten aus Wertpapierverschuldung bestehen (z. B. durch die Umwandlung von Krediten entstandene Wertpapiere), sind diese bei Nr. 1
auszuweisen.
3) Endfällige Darlehen sind gesondert zu vermerken.
4) KfW-Kredite sowie Kredite von Landesbanken und Sparkassen sind unter Nr. 2.10 auszuweisen diese Einrichtungen als Kreditinstitute und nicht als sonstige öffentliche
Sonderrechnungen.
5) Unter Nr. 3 sind alle gewissen Verbindlichkeiten aus kreditähnlichen Rechtsgeschäften auszuweisen (vgl. Art 72 Abs. 1 GO); hierzu zählen z.B. Leasing- und Leibrentenverträge, Verlustübernahmen sowie Bürgschaftsverpflichtungen, soweit die Kommune tatsächlich in Anspruch genommen wird. Davon unbeschadet bleibt deren Ausweis
als ungewisse Verbindlichkeiten unter den Rückstellungen bzw. – als nur mögliche Zahlungsverpflichtung ohne Bilanzansatz – unter den Haftungsverhältnissen (vgl. § 75
KommHV-Doppik). Die Verbindlichkeiten aus kreditähnlichen Rechtsgeschäften sind in Anlehnung an den Kontenrahmen nach Arten zu untergliedern. Im Übrigen gelten
die Grundsätze der IMBek vom 5. Mai 1983 (AllMBl S. 408).
6) Unter Nr. 3 sind jeweils die sich aus dem Wirtschaftlichkeitsvergleich (§ 12 KommHV-Doppik) ergebenden Projektkosten anzugeben (vgl. dazu auch IMBek vom
6. Februar 2007 Nr. 6 (AllMBl S. 187); dabei sind der Gesamtbetrag und der investive Anteil gesondert darzustellen. Dies gilt auch, wenn im Vorjahr bzw. im Haushaltsjahr keine Zahlungen angefallen sind bzw. anfallen. Soweit die Kommune voraussichtlich nicht oder nicht in voller Höhe in Anspruch genommen wird (z. B. aus Ge34
schäftsbesorgungsverträgen), gelten die Grundsätze zur Darstellung von Haftungsverhältnissen (vgl. § 75 KommHV-Doppik). Ergänzend wird auf die im Rahmen des
Wirtschaftlichkeitsvergleichs erforderliche Risikoabschätzung verwiesen. Zur Risikoabschätzung vgl. Nr. 6 der IMBek vom 6. Februar 2007 (AllMBl S. 187); bei ÖPPModellen vgl. PPP-Leitfaden Teil 2 S. 9 im Internet unter:
http://www.innenministerium.bayern.de/imperia/md/content/stmi/bauen/themen/ppp/leitfaden_teil2.pdf
7) Schulden der Eigenbetriebe, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser mit kaufmännischem Rechnungswesen.
8) Haftungsverhältnisse sind dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Eventualverbindlichkeit begründen. Eventualverbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten, aus der die
Kommune nur unter bestimmten Umständen, mit deren Eintritt sie nicht ernsthaft rechnet, in Anspruch genommen werden kann. Die Vermerkpflicht setzt voraus, dass die
Eventualverbindlichkeiten betragsmäßig angegeben werden können. Sind diese quantifizierbar, so sind sie in Höhe der maximalen Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen zu vermerken. Die Risikoeinschätzung einer Zahlungsverpflichtung ist gesondert zu erläutern. Die Haftungsverhältnisse sind grundsätzlich nach Empfängerbereichen und Arten zu untergliedern. Weitergehende Erläuterungen können nach den örtlichen Verhältnissen geboten sein. Insbesondere empfiehlt es sich, bestellte
Sicherheiten zugunsten der Kommune darzustellen. Im Übrigen gelten die Grundsätze der IMBek vom 5. Mai 1983 (AllMBl S. 408).
9) Bürgschaften für Förderungen können zusammengefasst dargestellt werden, die Risikoeinschätzung ist zu erläutern.
10) Haftungsverhältnisse gegenüber Sondervermögen und verbundenen Unternehmen gesondert auszuweisen. Haftungsverhältnisse gegenüber Kommunalunternehmen
sind gesondert anzugeben („Davon-Vermerk“ bei verbundenen Unternehmen). Bürgschaften für den sonstigen privaten Bereich werden insbesondere für Vereine, aber
auch für Privatpersonen vergeben (z.B. Alternative zu Mietkautionen).
11) Unter Nr. 2 sind insbesondere Gewährverträge und Sicherheiten zugunsten Dritter darzustellen.
12) Unter Nr. 3 sind insbesondere mögliche Verpflichtungen aus der Verlustabdeckung von Sondervermögen, verbundenen Unternehmen (hier Spezialfall Kommunalunternehmen als „Davon-Vermerk“) und Beteiligungen zu dokumentieren, soweit diese nicht in der Bilanz bereits als Rückstellung bzw. Verbindlichkeit auszuweisen sind.
13) Verpflichtungsermächtigungen sind gesondert im Muster zu § 1 Abs. 3 Nr. 3 KommHV-Doppik (Anlage 8) darzustellen.
14) Anmerkung Stadt Nürnberg: Inklusive eines an SÖR gewährten Trägerdarlehens.
15) Anmerkung Stadt Nürnberg: voraussichtlicher prognostizierter Stand zum 01.01.2016
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