D Rückblick
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
D. Rückblick auf das Jahr 2018 und aktueller Stand 2019
Rückblick auf das Jahr 2018
Hinweis: Der SAP-Logik folgend, haben Erträge ein negatives, Aufwendungen ein positives Vorzeichen. Daher sind auch Defizite mit Pluszeichen und Überschüsse
mit einem Minuszeichen versehen.
Der Jahresabschluss der Stadt Nürnberg für das Haushaltsjahr 2018 wurde gemäß Art. 102 GO im Anschluss
an die Aufstellung dem Stadtrat in der Sitzung am
24.07.2019 zur Kenntnis vorgelegt.
Zusammengefasst lässt sich das Jahresergebnis 2018
wie folgt beschreiben:
Im Jahresabschluss 2018 wurde, wie bereits 2017,
wieder ein Überschuss erzielt. Dieser Jahresüberschuss beläuft sich auf 31,3 Mio. € (Vorjahr
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32,1 Mio. €). Geplant war für das Jahr 2018 ein Überschuss in Höhe von 28,5 Mio. €.
Die ordentlichen Erträge betragen im Ist 2018
2.077 Mio. €, die ordentlichen Aufwendungen
2.034 Mio. €. Der Anstieg der ordentlichen Erträge
beträgt damit gegenüber dem Vorjahr 3,5 %, bei den
ordentlichen Aufwendungen 4,4 %. Der Aufwanddeckungsgrad beträgt 102,1 % (Vorjahr: 102,9 %) und
liegt wieder über 100 %. Daraus ist ersichtlich, dass die
ordentlichen Aufwendungen vollständig durch ordentliche Erträge gedeckt werden konnten.
Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu
den wesentlichen Einflussfaktoren auf das Jahresergebnis 2018:
Die Erträge aus Gewerbesteuer lagen mit einem Ist
2018 von 469,9 Mio. € um 0,9 Mio. € über dem Planwert (Ist 2017: 446,8 Mio. €) und weisen damit das
bisher höchste Rechnungsergebnis aus.
Auch der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer
war ein erheblicher Einflussfaktor für den erwirtschafteten Jahresüberschuss. Er stieg sowohl gegenüber der
Planung (+ 6,8 Mio. €) als auch gegenüber dem Vorjahr
(+ 10,5 Mio. €) deutlich an und erreichte einen neuen
Höchstwert von 307,8 Mio. €.
Die Schlüsselzuweisungen fielen um 3,4 Mio. € höher
aus als geplant, im Vergleich zum Vorjahr war sogar ein
Anstieg um 20,1 Mio. € zu verzeichnen. Damit lagen die
Zuweisungen und Zuschüsse insgesamt 9,2 Mio. €
über dem Plan und 27,7 Mio. € über dem Wert von
2017.
Die Leistungsentgelte fielen um 7,3 Mio. € höher aus
als geplant, das Rechnungsergebnis 2017 überstiegen
sie um 9,3 Mio. €, insbesondere bei Beiträgen für Kindertagesbetreuung und Elternentgelten zur Verpflegung
konnten Mehrerträge verzeichnet werden.
Die Kostenerstattungen und Kostenumlagen sanken
in 2018 gegenüber 2017 um 11,6 Mio. €. Der Planwert
wurde hingegen um 0,9 Mio. € überschritten. Die Erträge aus Erstattungen vom Bund lagen um 18,2 Mio. €
unter dem Plan, gegenüber dem Vorjahr wurden aber
Mehrerträge in Höhe von 0,3 Mio. € erzielt. Grund für
die Abweichung zum Plan sind insbesondere Abweichungen bei den Erstattungen für die Kosten der Unterkunft zur Unterbringung von Flüchtlingen (- 13,8 Mio. €
gegenüber Plan) aufgrund gesunkener Fallzahlen. Der
Bund gewährt hier eine Zusatzerstattung zur 100%-igen
Refinanzierung der Unterkunftskosten von anerkannten
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Geflüchteten. Auch bei der Grundsicherung (4. Kap.
SGB XII) wurde der Planwert um 5,0 Mio. € unterschritten, da aufgrund des Bayerischen Teilhabegesetzes die
Zuständigkeit für 400 Personen in der Eingliederungshilfe an den Bezirk abgegeben wurde.
Bei den Erstattungen vom Land findet sich die gravierendste Abweichung bei der Position „Erstattungen für
Transferleistungen“: Von hier verbuchten 78,5 Mio. € im
Ist 2018 entfallen 74,5 Mio. € auf die Leistungen nach
dem Asylbewerberleistungsgesetz (Vorjahr:
86,7 Mio. €). Dies bedeutetet eine Planüberschreitung
von 6,2 Mio. € und einen Rückgang gegenüber dem
Vorjahr von 12,2 Mio. €. Diese Zahlen spiegeln wider,
dass nun die Anzahl der Leistungsbeziehenden nach
dem Asylbewerberleistungsgesetz mit der Bearbeitung
der Asylanträge weiter sinkt, wenn auch nicht so
schnell wie geplant. Die Erträge aus Kostenerstattungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz korrespondieren mit entsprechenden Aufwendungen für Asylbewerber im Transferleistungsbereich. Die Erstattungsquote für diese Aufwendungen beträgt nahezu 100 %.
Die Erstattungen vom Bezirk liegen um 0,2 Mio. €
unter dem Planansatz und 4,9 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Die Abweichungen zum Vorjahr sind insbesondere auf Erstattungen für Hilfen zur Erziehung und
die Inobhutnahme nach § 42 SGB VIII zurückzuführen
(- 4,4 Mio. € bzw. - 5,9 Mio. €). Im Vorjahr waren hier
zeitverzögerte Erstattungen für die Jahre 2015 und
2016 enthalten.
Die Personal- und Versorgungsaufwendungen sind
insgesamt um 21,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr
gestiegen, gegenüber der Planung beträgt der Anstieg
9,1 Mio. €. Bei den Personalaufwendungen für aktive
Mitarbeiter liegt der Wert 4,4 Mio. € über dem Vorjahr,
aber 10,2 Mio. € unter dem Planwert, da etliche neu
geschaffenen Stellen nicht planmäßig besetzt werden
konnten. Bei den Versorgungsaufwendungen entstanden hingegen überplanmäßige Aufwendungen in
Höhe von 19,3 Mio. € (Veränderung gegenüber dem
Vorjahr: + 16,7 Mio. €).
Die Transferaufwendungen bewegen sich insgesamt
9,1 Mio. € unter Vorjahresniveau und damit 40,2 Mio. €
unter dem Planwert, in vielen Bereichen mussten die
Planwerte nicht ausgeschöpft werden, so zum Beispiel
bei den Familien- und Jugendhilfen und sonstigen Hilfen. Die Zuschüsse an soziale Einrichtungen aus gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtung stiegen gegenüber dem Vorjahreswert um 3,2 Mio. €, diese Position steigt seit Jahren aufgrund des anhaltenden Platzausbaus bei Kindertageseinrichtungen freier Träger
nachhaltig an, hier überschritt der Anstieg auch die
Planung um 0,6 Mio. €.
Die Kosten der Unterkunft und Heizung beim Arbeitslosengeld II gingen gegenüber dem Vorjahr um
12,8 Mio. € zurück (- 9,5 %) und lagen mit 20,1 Mio. €
(14,1 %) unter Planungsniveau. Der Grund liegt darin,
dass sowohl Anzahl als auch Höhe der Leistungsbezüge aufgrund der guten Situation am Arbeitsmarkt gesunken sind - Nürnberg weist hier eine der bundesweit
höchsten Rückgangsraten beim Leistungsbezug auf.
Die Bezirksumlage stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr
spürbar an auf 183,5 Mio. € (+ 16,7 Mio. €, das heißt
+ 11,1 %).
Die Position „Verlustausgleiche Eigenbetriebe und
verbundene Unternehmen“ ist um 2,6 Mio. € niedriger
als im Vorjahr und 18,5 Mio. € unter Plan ausgefallen,
unter anderem musste ein für die StWN eingeplanter
Ausgleich von 10 Mio. € nicht verwendet werden.
Unter den sonstigen ordentlichen Aufwendungen
wurden 2018 mit 87,7 Mio. € (Vorjahr 29,4 Mio. €) relativ hohe Rückstellungen für Risiken aus strittigen Bilanzierungsfragen bei Finanzanlagen (63,3 Mio. €) und
eine Risikovorsorge für drohende Aufwendungen aus
Tarifabschlüssen (24,3 Mio. €) berücksichtigt.
Die Zinsaufwendungen gingen gegenüber 2017 um
16,3 Mio. €, gegenüber der Planung um 0,8 Mio. €
zurück - insbesondere geringere Erstattungszinsen
aus der Gewerbesteuer fielen hier mit Minderaufwendungen von 14,0 Mio. € (entsprechend - 63 %) gegenüber dem Vorjahr ins Gewicht.
Aktueller Stand 2019
Über den aktuellen Stand des Haushaltsjahres wurde
im Ältestenrat und Finanzausschuss in zwei unterjährigen Finanzberichterstattungen (am 24.07.2019 und
23.10.2019) berichtet. In der Berichterstattung am
23.10.2019 wurden zur Ertragslage die folgenden Aussagen getroffen:
Die wichtigsten Ertrags- und Aufwandsposten haben
sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
Im Berichtszeitraum liegen die Steuererträge mit
793,12 Mio. € um 4,62 Mio. € über dem Vorjahreswert.
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Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Steuerertragsquelle für die Stadt. Ein wichtiger Vergleich ist der mit
dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt
das aktuelle Anordnungssoll zum 31.08.2019 um
8,82 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Im Berichtszeitraum 2019 liegen die Gewerbesteuereinnahmen mit
464 Mio. € um 20 Mio. € unterhalb des Jahresplanwertes (484 Mio. €). Nach aktuell (Anfang Oktober) vorliegenden Zahlen hat sich die Gewerbesteuer wieder
etwas erholt und liegt mittlerweile bei rund 473 Mio. €.
Da in den letzten Monaten des Jahres erfahrungsgemäß nur noch geringe Veränderungen bei den
Gewerbesteuereinnahmen zu verzeichnen sind, werden
mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit die Gewerbesteuereinnahmen hinter dem Planwert zurückbleiben.
Nach der vorliegenden Hochrechnung würde der
Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer gegenüber
dem Planansatz 2019 um rund 2,6 Mio. € niedriger
ausfallen und der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer
rund 2,5 Mio. € unter dem Planwert liegen.
Bei den Schlüsselzuweisungen vom Land kommt es für
2019 gegenüber dem Planwert zu Mehrerträgen von
rund 8,20 Mio. €.
Insgesamt gesehen entwickeln sich die öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Erträge im Berichtszeitraum
verglichen mit dem anteiligen Planwert (+ 22,99 Mio. €)
und dem Vorjahreswert (+ 7,90 Mio. €) positiv.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Personalund Versorgungsaufwendungen im Berichtszeitraum
Januar bis August um 12,87 Mio. € (+ 4,2 %) gestiegen.
Der Saldo setzt sich zusammen aus einer Steigerung
der Personalaufwendungen für noch aktiv tätiges
Personal um 14,63 Mio. € (+ 4,9 %) und einem Rückgang bei den Versorgungsaufwendungen für Versorgungsempfänger um 1,76 Mio. € (- 42,4 %). Unter
anderem im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau
der Kindertagesstätten, der Zunahme der Ausbildungsund Praktikumsplätze beim Jugendamt (z.B. Optiprax)
und Stellenschaffungen im IT-Bereich im Rahmen der
Digitaliserungsstrategie wurde verstärkt Personal eingestellt, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu
einer entsprechende Steigerung der Personalaufwendungen geführt hat. Neben der mengenmäßigen
Veränderung der Anzahl der städtischen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken sich die in 2018
und 2019 beschlossenen Tarif- und Besoldungserhöhungen auf die Höhe der Personal- und Versorgungsaufwendungen aus.
Die Sachaufwendungen liegen 7,51 Mio. € (+ 4,9 %)
über dem Vorjahreswert. Unter anderem ist dies auf
Neuregelungen zum Ausweis von geringwertigen
Wirtschaftsgütern zurückzuführen, bei dem ein Großteil
der bis 2018 im investiven Bereich nachgewiesenen
Kosten nunmehr unter den Gebrauchsgegenständen
gezeigt wird.
Die Transferaufwendungen liegen im Berichtszeitraum
mit 565,98 Mio. € um 25,39 Mio. € unter dem Vorjahresvergleichswert. Der Anteil am Gesamjahresplanwert liegt bei 65,3 %, 5,3 Prozentpunkte unter dem
Vorjahreswert. Mit dem Übergang der „Hilfe zur Pflege“
in die Verantwortung des Bezirks sind die Aufwendungen hierfür planmäßig zurückgegangen. Im
SGB II liegen die Aufwendungen mit 78,23 Mio. € um
16,1 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Dies ist auf einen
deutlichen Rückgang der Leistungsberechtigten zu den
Vorjahresmonaten sowie der niedrigeren ausgewiesenen Unterkunftskosten für Fehlbeleger in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften zurückzuführen.
Als Fazit kann für den Berichtszeitraum somit festgestellt werden: Die Ertragslage hat sich im
Berichtszeitraum verhalten entwickelt. Die Gewerbesteuer als Haupteinnahmequelle lag im Berichtszeitraum 2019 mit 464 Mio. € um 20 Mio. € unterhalb
des Jahresplanwertes (484 Mio. €). Nach aktuell (Anfang Oktober) vorliegenden Zahlen hat sich die
Gewerbesteuer wieder etwas erholt und liegt mittlerweile bei rund 473 Mio. €. Da in den letzten Monaten
des Jahres erfahrungsgemäß nur noch geringe
Veränderungen bei den Gewerbesteuereinnahmen zu
verzeichnen sind, werden mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit die Gewerbesteuereinnahmen hinter dem
Planwert zurückbleiben.
Unter Berücksichtigung der Detailanalyse der einzelnen
Ertrags- und Aufwendungsblöcke, und der aktuellen
Entwicklungen im Bereich der Gewerbesteuer lässt der
für den Berichtszeitraum errechnete positive Saldo des
ordentlichen Ergebnisses in Höhe von 280,98 Mio. €
darauf schließen, dass das Jahr 2019 mit einem
ausgeglichenen Jahresergebnis abgeschlossen werden
kann. Wie letztendlich das Jahresergebnis ausfallen
wird, hängt von dem restlichen Verlauf im letzten
Quartal des Jahres 2019 und der Höhe der noch im
Rahmen der Jahresabschlussarbeiten zu bildenden
Rückstellungen ab.
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