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D Rückblick

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D. Rückblick auf das Jahr 2019 und aktueller Stand 2020 Rückblick auf das Jahr 2019 Hinweis: Der SAP-Logik folgend, haben Erträge ein negatives, Aufwendungen ein positives Vorzeichen. Daher sind auch Defizite mit Pluszeichen und Überschüsse mit einem Minuszeichen versehen. Der Jahresabschluss der Stadt Nürnberg für das Haus￾haltsjahr 2019 wurde gemäß Art. 102 GO im Anschluss an die Aufstellung dem Stadtrat in der Sitzung am 22.07.2020 zur Kenntnis vorgelegt. Zusammengefasst lässt sich das Jahresergebnis 2019 wie folgt beschreiben: Im Jahresabschluss 2019 wurde, wie bereits 2018, wie￾der ein Überschuss erzielt. Dieser Jahresüberschuss be￾läuft sich auf 61,8 Mio. € (Vorjahr 31,3 Mio. €). Geplant war für das Jahr 2019 ein Überschuss in Höhe von 362 T€. Ergebnisrechnung im Rückblick Ist Plan Ist Δ Ist (in T€) 2019 2019 2018 2019 zu 2018 1 Steuern und ähnliche Abgaben -1.010.789 -1.021.630 -978.348 -32.442 2 + Zuwendungen und allgemeine Umlagen -524.234 -497.811 -501.567 -22.667 3 + Sonstige Transfererträge -6.163 -6.192 -5.333 -829 4 + Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -86.726 -78.159 -77.938 -8.788 5 + Auflösung von Sonderposten -47.208 -52.785 -48.788 1.580 6 + Privatrechtliche Leistungsentgelte -44.731 -43.045 -44.381 -350 7 + Kostenerstattungen und Kostenumlagen -305.436 -311.374 -335.596 30.160 8 + Sonstige ordentliche Erträge -104.147 -47.199 -80.132 -24.016 9 + Aktivierte Eigenleistungen -5.002 -3.990 -4.935 -67 10 +/- Bestandsveränderungen -4.712 0 -96 -4.615 S1 = Ordentliche Erträge (= Zeilen 1 bis 10) -2.139.148 -2.062.185 -2.077.113 -62.035 11 - Personalaufwendungen 583.979 570.617 518.451 65.528 12 - Versorgungsaufwendungen 115.617 99.492 110.079 5.537 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 279.574 276.233 263.191 16.383 14 - Planmäßige Abschreibungen 104.289 110.884 107.418 -3.129 15 - Transferaufwendungen 831.834 866.467 837.454 -5.620 16 - Sonstige ordentliche Aufwendungen 156.348 119.259 196.934 -40.586 S2 = Ordentliche Aufwendungen (= Zeilen 11 bis 16) 2.071.641 2.042.952 2.033.527 38.113 S3 = Ergebnis der laufenden Verwaltungstätigkeit (=Saldo S1 und S2) -67.507 -19.234 -43.586 -23.921 17 + Finanzerträge -26.702 -16.208 -20.769 -5.933 18 - Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen 34.754 35.295 34.887 -134 S4 = Finanzergebnis (= Saldo Zeilen 17 und 18) 8.051 19.087 14.118 -6.067 S5 = Ordentliches Ergebnis (= S3 und S4) -59.456 -147 -29.467 -29.989 19 + Außerordentliche Erträge -4.101 -246 -3.060 -1.041 20 - Außerordentliche Aufwendungen 1.731 31 1.275 456 S6 = Außerordentliches Ergebnis (=Saldo Zeilen 19 und 20) -2.370 -215 -1.785 -585 S7 = Jahresergebnis (= S5 und S6) -61.826 -362 -31.252 -30.574 7 Die ordentlichen Erträge betragen im Ist 2019 2.139 Mio. €, die ordentlichen Aufwendungen 2.072 Mio. €. Der Anstieg der ordentlichen Erträge be￾trägt damit gegenüber dem Vorjahr 3,0 %, bei den or￾dentlichen Aufwendungen 1,9 %. Der Aufwandde￾ckungsgrad beträgt 103,3 % (Vorjahr: 102,1 %) und liegt wieder über 100 %. Daraus ist ersichtlich, dass die or￾dentlichen Aufwendungen vollständig durch ordentliche Erträge gedeckt werden konnten. Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu den wesentlichen Einflussfaktoren auf das Jahresergebnis 2019: Die Mehrerträge sind wesentlich durch die Gewerbe￾steuer als wichtigste Ertragsquelle der Stadt Nürnberg begründet: Dem Planwert von 484,0 Mio. € stehen tat￾sächliche Erträge in Höhe von 476,6 Mio. € gegenüber, das bedeutet ein Minus von 7,4 Mio. €. Im Vergleich zu 2018 haben sich die Gewerbesteuererträge jedoch um 6,8 Mio. € erhöht. Der seit 2009 anhaltende positive Trend bei der Gewerbesteuer wurde nur durch eine Kon￾junkturdelle im Jahr 2014 unterbrochen. Auch der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer hat sich erneut, sowohl gegenüber dem Vorjahr (+ 15,8 Mio. €, respektive + 5,1 %), als auch gegenüber der Planung (+ 1,1 Mio. €), deutlich verbessert und über￾schreitet den im letzten Jahr erzielten Wert von 307,8 Mio. € mit einem neuen Höchstwert von 323,6 Mio. €. Die Schlüsselzuweisungen fielen um fast 8,2 Mio. € höher aus als geplant, im Vergleich zum Vorjahr war so￾gar ein Anstieg um 8,8 Mio. € zu verzeichnen. Ursäch￾lich hierfür war insbesondere die erneute Steigerung der zu verteilenden Schlüsselmasse: Lag diese bayernweit für 2018 noch bei 3,7 Milliarden €, betrug sie für 2019 3,9 Milliarden €, was einem Anstieg von 6,57 % ent￾spricht. Enthalten ist hierin seit 2018 auch die sog. „Län￾dermilliarde“ aus dem 5 Mrd. € Entlastungspaket für die Kommunen: Der Anteil des Freistaates Bayern von rund 155 Mio. € wurde ab 2018 komplett der Schlüsselmasse für die Schlüsselzuweisungen zugeführt. Die Leistungsentgelte fielen um 10,3 Mio. € höher aus als geplant, das Rechnungsergebnis 2018 überstiegen sie um 9,1 Mio. €. (in Mio. €) Ist Plan Ist Δ Ist 2019 2019 2018 2019 zu 2018 Gewerbesteuer -477 -484 -470 -7 Einkommensteueranteil -324 -325 -308 -16 Schlüsselzuweisungen -229 -221 -220 -9 Zuweisungen Land Grunderwerbssteuer -41 -32 -28 Zuweisungen vom Land (Lehr-/Kinderbetreuungspersonal.) -88 -84 -85 -3 Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -87 -76 -78 -9 Erstattungen vom Land (Transferleistungen) -90 -77 -79 -11 Erträge aus Auflösung/Neutralisation Rückstellungen -50 -1 -27 -23 Bezüge und Vergütungen 422 433 403 19 Pensionsrückstellungen (Saldo Zuführung/Auflösung) 164 130 120 44 Zuschuss an soziale/ähnliche Einrichtungen - Art 1 138 131 123 15 Laufende Leistungen für Unterkunft/Heizung (KdU, § 22 I SGB II) 102 133 123 -21 Verlustausgleiche an städtische Töchter (inklusive Zuführung zu Rückstellungen, abzüglich Neutralisationen) 7 10 7 0 Miet- und Pachtaufwand Immobilien 25 40 37 -12 Aufwendungen für Gebäudeunterhalt, -technik 40 47 37 3 Bezirksumlage 197 199 184 13 Gewerbesteuerumlage 65 66 69 -4 Zuführung zu Sonstigen Rückstellungen 48 0 88 -40 Verzinsung Gewerbesteuer nach § 233 a AO -19 -10 -9 -10 8 Die Kostenerstattungen und Kostenumlagen sanken 2019 gegenüber 2018 um 30,2 Mio. € (- 9,0 %). Der Planwert wurde hingegen um 5,9 Mio. € unterschritten. Die Erträge aus Erstattungen vom Bund lagen um 18,9 Mio. € unter dem Plan, gegenüber dem Vorjahr wur￾den Minderträge in Höhe von 16,3 Mio. € erzielt. Der Grund hierfür liegt in den niedrigeren Aufwendungen für Kosten der Unterkunft im SGB II. Diese werden anteilig vom Bund erstattet. Auch bei den Erstattungen für Grundsicherung (4. Kap. SGB XII) wurde der Vorjahres￾wert um 2,9 Mio. € unterschritten, da aufgrund des Bay￾erischen Teilhabegesetzes die Zuständigkeit für Leis￾tungsbeziehende in der Eingliederungshilfe an den Be￾zirk abgegeben wurde. Bei den Erstattungen vom Land findet sich die gravie￾rendste Abweichung bei den „Erstattungen für Transfer￾leistungen“: Von hier verbuchten 90,1 Mio. € im Ist 2019 entfallen 78,7 Mio. € auf die Leistungen nach dem Asyl￾bewerberleistungsgesetz (Vorjahr: 74,5 Mio. €). Die Er￾träge aus Kostenerstattungen nach dem Asylbewerber￾leistungsgesetz korrespondieren mit entsprechenden Aufwendungen für Asylbewerber im Transferleistungs￾bereich. Die Erstattungsquote für diese Aufwendungen beträgt nahezu 100 %. Auf Kindertageseinrichtungen entfielen 11,3 Mio. € nach 4,0 Mio. € im Vorjahr. Dies ist auf den 100 € Kindergartenzuschuss für 3-jährige Kinder zurückzuführen. Entsprechend gehen allerdings die El￾ternbeiträge für die Kindergärten zurück. Die Erstattungen vom Bezirk liegen 3,4 Mio. € über dem Planansatz und 3,7 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Die Erstattungen für Hilfe zur Pflege lagen planmäßig 4,0 Mio. € unter dem Vorjahreswert, da die der Erstattung zugrundeliegenden Leistungen nicht mehr von der Stadt erbracht werden. Über Plan hingegen lagen die Erstat￾tungen für Hilfen zur Erziehung (+2,3 Mio. €) und für die Eingliederungshilfen nach § 25a SGB VIII. Die Personal- und Versorgungsaufwendungen sind insgesamt um 71,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr ge￾stiegen, gegenüber der Planung beträgt der Anstieg 29,5 Mio. €. Bei den Personalaufwendungen für ak￾tive Mitarbeitende liegt der Wert 65,5 Mio. € über dem Vorjahr sowie 13,4 Mio. € über dem Planwert. Bei den Versorgungsaufwendungen entstanden ebenfalls überplanmäßige Aufwendungen in Höhe von 16,1 Mio. € (Veränderung gegenüber dem Vorjahr: + 5,5 Mio. €). Die Transferaufwendungen bewegen sich insgesamt 5,6 Mio. € unter Vorjahresniveau und damit 34,6 Mio. € unter dem Planwert. Die Zuschüsse an soziale Ein￾richtungen aus gesetzlicher oder vertraglicher Ver￾pflichtung stiegen gegenüber dem Vorjahreswert um 15,2 Mio. €, diese Position steigt seit Jahren aufgrund des anhaltenden Platzausbaus bei Kindertageseinrich￾tungen freier Träger nachhaltig an. Der Anstieg über￾schritt die Planung um 7,3 Mio. €. Die Position Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsi￾cherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII) sank gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Mio. € oder 5,1 %. Gegenüber dem Plan blieb der Wert um 4,5 Mio. € unter den Erwartungen zurück, da aufgrund des Bayerischen Teilhabegesetzes alle Leistungsbezie￾her, welche auch ambulante Eingliederungshilfen erhal￾ten, nun die Leistungen vom Bezirk erhalten. Die Kosten der Grundsicherung werden seit 2014 zu 100% vom Bund erstattet (siehe dazu auch unter „Erträge aus Kos￾tenerstattungen und Umlagen“). Unter den sonstigen Hilfen außerhalb von Einrichtun￾gen wurden 3,0 Mio. € weniger als im Vorjahr ausgege￾ben, der Planwert um 0,9 Mio. € unterschritten. Dies ist insbesondere auf die Sozialberatung von Flüchtlingen in kommunalen Unterkünften zurückzuführen - hier wurden mit dem Zurückgehen der Belegung von Gemeinschafts￾unterkünften 0,7 Mio. € weniger als 2018, 2,0 Mio. € we￾niger als geplant aufgewendet. Bei Asylbewerberleistungen sind gegenüber dem Vor￾jahr 1,3 Mio. € bzw. 1,8 % mehr aufgewendet worden. Dies ist darin begründet, dass nicht über Asylunter￾künfte-Benutzungssatzung refinanzierte Unterbrin￾gungskosten hierüber abgewickelt werden. Die Kosten der Unterkunft und Heizung beim Ar￾beitslosengeld II (enthalten in der Position „AL II v.a. Kosten der Unterkunft (SGB II)“) gingen gegenüber dem Vorjahr um 21,0 Mio. € zurück (- 17,1 %) und lagen mit 31,4 Mio. € unter Planungsniveau. Der Grund liegt darin, dass sowohl Anzahl als auch Höhe der Leistungsbezüge aufgrund der guten Situation am Arbeitsmarktes gesun￾ken ist - Nürnberg weist hier eine der bundesweit höchs￾ten Rückgangsraten beim Leistungsbezug auf. Die Bezirksumlage stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr spürbar an (+13,4 Mio. €, d. h. + 7,3 %). Im Vergleich zur Planung ergibt sich ein Delta von 2,1 Mio. €. Die Position „Verlustausgleiche Eigenbetriebe und verbundene Unternehmen“ ist um 1,0 Mio. € niedriger als im Vorjahr und 2,8 Mio. € unter Plan ausgefallen. Hierin sind die für das Jahr 2019 gezahlten Verlustaus￾gleiche an die Eigenbetriebe NüBad und FSN sowie die Zuführungen zu Verlustausgleichsrückstellungen der städtischen Töchter, z. B. für die noris inklusion gGmbH (1 Mio. € in 2019) enthalten. 9 Die sonstigen ordentlichen Aufwendungen fielen ge￾genüber dem Vorjahr um 40,6 Mio. €, entsprechend 20,6 % niedriger aus. Unter die sonstigen ordentlichen Aufwendungen fallen z.B. die Verluste aus dem Abgang von Vermögensgegenständen, die nicht geplant werden können. Das Ist 2019 betrug hierfür 2,4 Mio. €. Im Vor￾jahr fielen hier 6,0 Mio. € an. Auch die Einstellung in die Einzelwertberichtigung von Forderungen ist schlecht planbar, der Aufwand betrug 2019 0,7 Mio. €, im Vorjahr war die Auflösung höher als die Neueinstellung (- 4,3 Mio. €). Enthalten sind außerdem Zuführungen zu Steuerrückstellungen aus der Betriebsprüfung 2008 bis 2011 i. H. v. 1,5 Mio. € für die Betriebe gewerblicher Art Telekommunikationsnetz, Krematorium und Bestat￾tungswesen (Vorjahr 3,7 Mio. €). Den größten Umfang nehmen in diesem Jahr nochmals die Zuführungen zu den sonstigen Rückstellungen mit 47,5 Mio. € ein (Vorjahr 87,7 Mio. €). Hierin wurden, wie bereits im Vor￾jahr insbesondere Risiken aus strittigen Bilanzierungs￾fragen bei der Finanzanlage Klinikum Nürnberg (46,2 Mio. €, Vorjahr: 63,25 Mio. €) berücksichtigt. 2018 war zusätzlich eine Risikovorsorge für drohende Auf￾wendungen aus Tarifabschlüssen (24,3 Mio. €) enthal￾ten, die 2019 aufgelöst werden konnte (siehe unter “or￾dentliche Erträge“). Das Finanzergebnis fällt um 6,1 Mio. €, entsprechend 43,0 %, besser aus als im Vorjahr und um 11,0 Mio. € besser als im Plan 2019. Der wesentliche Grund für das bessere Ergebnis gegenüber dem Vorjahr sind die hö￾heren Erträge aus der Verzinsung der Gewerbe-/ und Umsatzsteuer 10,3 Mio. € (+ 107 %). Aktueller Stand 2020 Über den aktuellen Stand des Haushaltsjahres wird im Ältestenrat und Finanzausschuss in zwei unterjährigen Finanzberichterstattungen (am 22.07.2020 und 21.10.2020) berichtet. In der Berichterstattung am 21.10.2020 wurden zur Ertragslage die folgenden Aus￾sagen getroffen: Die wichtigsten Ertrags- und Aufwandsposten haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt: Im Berichtszeitraum liegen die Steuererträge mit 746,97 Mio. € um 46,15 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Steuerertrags￾quelle für die Stadt. Ein wichtiger Vergleich ist der mit dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt das aktuelle Anordnungssoll zum 31.08.2020 um 39,09 Mio. € niedriger. Aufgrund der Corona-Pandemie kam es im März zu einem Stillstand bei den Gewerbesteuerein￾nahmen, die seit April wie erwartet einen starken Ab￾wärtstrend aufweisen. Der Gewerbesteuereinbruch ist nicht so stark ausgefallen, wie ursprünglich angenom￾men. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen je￾doch, dass sich bei der Stadt Nürnberg Krisen zeitver￾setzt erst ein bis zwei Jahre später auswirken. Im Be￾richtszeitraum 2020 liegen die Gewerbesteuereinnah￾men mit 426 Mio. € um 41 Mio. € unterhalb des Jahres￾planwertes (467 Mio. €). Im Dezember werden die Ge￾werbesteuerausfälle über Bund und Land pauschaliert ausgeglichen. Aufgrund der aktuellsten Steuerschät￾zung, die coronabedingt außerplanmäßig im September 2020 stattfand, wird erwartet, dass der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer bedingt durch die Auswirkun￾gen der Corona-Pandemie gegenüber dem Planansatz 2020 um rund 32 Mio. € einbrechen wird. Bei den Schlüsselzuweisungen vom Land kommt es für 2020 gegenüber dem Planwert zu Mehrerträgen von rund 19,46 Mio. €. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die öffentlich-recht￾lichen und privatrechtlichen Erträge im Berichtszeitraum verglichen mit dem anteiligen Planwert um 17,90 Mio. € beziehungsweise 21,1 % und dem Vorjahreswert um 38,5 Mio. € beziehungsweise 36,4 % deutlich eingebro￾chen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Personal￾und Versorgungsaufwendungen im Berichtszeitraum Ja￾nuar bis August um 9,84 Mio. € (+ 3,1 %) gestiegen. Der Saldo setzt sich zusammen aus einer Steigerung der Personalaufwendungen für noch aktiv tätiges Personal um 10,01 Mio. € (+ 3,2 %) und einem Rückgang bei den Versorgungsaufwendungen für Versorgungsempfänger um 0,18 Mio. €. Unter anderem im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Kindertagesstätten, der Zu￾nahme der Ausbildungs- und Praktikumsplätze beim Ju￾gendamt (z.B. Optiprax) und Stellenschaffungen im Schulbereich wurde verstärkt Personal eingestellt, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu einer entspre￾chenden Steigerung der Personalaufwendungen geführt hat. Neben der mengenmäßigen Veränderung der An￾zahl der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken sich die in 2018 und 2019 beschlossenen Tarif￾und Besoldungserhöhungen auf die Höhe der Personal￾und Versorgungsaufwendungen aus. 10 Die Transferaufwendungen liegen im Berichtszeitraum mit 579,15 Mio. € um 13,18 Mio. € über dem Vorjahres￾vergleichswert. Ursächlich hierfür sind unter anderem der Ausbau der Kindertagesstättenplätze freier Träger und ein Anstieg der Leistungsberechtigten in der Grund￾sicherung. Insbesondere aufgrund der außerplanmäßigen coronabedingten Beschaffung für Schutzkleidung und Hygienemateralien sind die sonstigen ordentlichen Auf￾wendungen im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vor￾jahreszeitraum um 10,56 Mio. € bzw. 16,7 % gestiegen. Als Fazit kann für den Berichtszeitraum somit festgestellt werden: Die Vermögens- und Finanzlage steht ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Die Finanzsituation und Schuldentragfähigkeit kann trotz der erheblichen Einbrüche in 2020 weiter als uneinge￾schränkt gesichert angesehen werden. Die Stadt Nürn￾berg verfügt über eine hinreichend hohe Ergebnisrück￾lage sowie Liquiditätsbestände und unausgeschöpfte Kreditermächtigungen. Zur Entwicklung der Ertragslage lassen sich zum jetzi￾gen Zeitpunkt für das gesamte Jahr 2020 die folgenden Aussagen treffen: • Der aufgrund der Corona-Pandemie eingetretene Wirtschaftseinbruch führt bei der Stadt Nürnberg im Jahr 2020 im Vergleich zur Planung zu rund 45 Mio € geringeren Gewerbesteuereinnahmen und zu circa 32 Mio. € niedrigeren Anteilen aus der Ein￾kommensteuer. • Die Stadt Nürnberg hat hohe Ertragsausfälle unte￾rem anderem bei den Teilnehmerentgelten (zum Beispiel beim Bildungscampus Nürnberg (BCN)) und den öffentlich rechtlichen Eintrittsgelder (insbe￾sondere beim Tiergarten (Tg) und den Museen (KuM)) zu verzeichnen. Städtische Dienstleistungen wurden durch den temporären Lockdown und die folgenden Hygienevorgaben in deutlich geringerem Volumen nachgefragt und erbracht. Aktuell wird bis zum Jahresende mit Mindererträgen in Höhe von 16 Mio. € gerechnet. • Es entstehen coronabedingte Mehraufwendungen vor allem für Material und höhere Sozialtransferleis￾tungen: 7 Mio. € für persönliche Schutzausrüstung (Masken, Desinfektion, etc.) sowie weitere 11 Mio. € Mehraufwendungen zum Beispiel für Corona-Testcenter, Corona-Management im Ge￾sundheitsamt, Notschlafstellen für Obdachlose und Porto für Wahlentscheide und Distanzkommunika￾tion. • Nur ein Teil der ausgefallenen Erträge kann durch Kosteneinsparung kompensiert werden. So können für ausgefallene Veranstaltungen die variablen Kos￾ten eingespart werden, Fixkosten (z.B. Bestands￾räume, Eigenpersonal mit Festanstellung) bleiben jedoch bestehen. Durchgeführte Veranstaltungen mit geringerer Teilnehmeranzahl führen einseitig zu Einnahmeausfällen. Es wird davon ausgegangen, dass von den vorher genannten 34 Mio. € Belastun￾gen (16 Mio. € Mindererträge und 18 Mio. € Mehr￾aufwendungen) rund 12 Mio. € durch Minderauf￾wendungen kompensiert werden können. • Durch die Finanzhilfen von Bund und Land (insbe￾sondere eine Erstattung des Gewerbesteuerausfalls im Jahr 2020 - die genaue Höhe wird erst im De￾zember diesen Jahres bekannt sein - und eine dau￾erhafte Erhöhung der Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft (Mieten und Heizungskosten) um 25 Prozentpunkte - dies macht bei der Stadt Nürnberg rund 25 bis 30 Mio. € pro Jahr aus -) wer￾den die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pan￾demie teilweise ausglichen werden können. Insgesamt gesehen lässt sich feststellen, dass ein Groß￾teil der Steuerausfälle durch die staatlichen Rettungs￾programme in 2020 kompensiert werden kann. Die coronabedingten Ertragsausfälle und Mehraufwendun￾gen dürften die Stadt jedoch erheblich belasten, weshalb ein ausgeglichener Jahresabschluss im aktuellen Jahr mehr denn je von etwaigen nicht planbaren Sondereffek￾ten bis zum Jahresabschluss abhängt. Nach dem vorliegenden Haushaltentwurf 2021 (inklusive der mittelfristigen Planung bis 2024) werden jedoch die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie ge￾rade die kommenden Jahre stark belasten und den fi￾nanziellen Handlungsspielraum der Stadt Nürnberg stark einschränken. Inwieweit es in den Folgejahren wei￾tere Finanzhilfen von Bund und Land geben wird, bleibt abzuwarten. Aufgrund der massiven Veränderungen wurde am 21.10.2020 vom Stadtrat eine Nachtragshaushaltssat￾zung für das Haushaltsjahr 2020 erlassen. Diese enthält eine Verschlechterung im Jahresergebnis mit einem ge￾planten Jahresverlust von 5,66 Mio. € und eine deutliche 11 Erhöhung der Schuldenaufnahme auf 188,0 Mio. € be￾ziehungsweise Nettoneuverschuldung von 109,8 Mio. € im Jahr 2020. 12

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