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2024_09_18_Rede zur Einbringung des Haushalts 2025 inkl. Folien
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
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Rede zur Einbringung
des Nürnberger
Stadthaushalts 2025
Referent für Finanzen, Personal und IT,
Stadtkämmerer Thorsten Brehm
Foto: Ludwig Olah
Hinweis: Die Haushaltsrede ist ausschließlich in
Kombination mit dem zugehörigen Foliensatz zu verwenden. Es gilt das gesprochene Wort.
Die Folien finden sich in einem kleinen Format an
den entsprechenden Stellen im Text und nochmals
im Großformat für das Detailstudium am Ende des
Texts der Haushaltrede.
Haushaltsplanentwurf 2025:
Verlässlichkeit und Stabilität in
unruhigen Zeiten
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
ich gestehe, dass ich mich in diesem Jahr ungewohnt
schwer tue, einen passenden Einstieg in meine Rede
zur Haushaltsplaneinbringung zu finden. Es ist in diesen Tagen en vogue, sich Reden ganz oder zumindest Bausteine davon von der künstlichen Intelligenz
schreiben zu lassen. Ich habe es versucht, aber die
Ergebnisse waren nicht besonders geistreich. Deswegen bleibt heute nur der Rückgriff auf die natürliche Intelligenz und der Versuch zu beschreiben, was
mich derzeit umtreibt.
Damit meine ich noch gar nicht die Haushaltseckwerte, auf die ich später zu sprechen komme und die
unsere Stadtpolitik in Zahlen gießen soll. Es ist vielmehr diese gesamtgesellschaftliche Unruhe und Unzufriedenheit, die es gibt, obwohl die Mehrheit in unserem Land bezogen auf die eigene Person durchaus positiv in die Zukunft schaut. Ich kann die Ursache für diese Entwicklungen nur bedingt erahnen und
greifen, deren politische Folgen kann man dafür sehr
konkret sehen.
• Die jüngsten Wahlergebnisse in Ostdeutschland
haben bedenkliche Ergebnisse produziert. Parteien,
die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, haben stark zugelegt. Stabile Koalitionsbildungen gestalten sich aufgrund der Mehrheitsverhältnisse
schwierig. Dort muss nun zusammenwachsen, was
politisch eigentlich nicht zusammengehört.
• Beim Blick in die Hauptstadt verzweifelt man in Teilen ebenfalls. Gerade als Kämmerer fällt mir viel ein,
zu den befremdlichen Debatten um den Bundeshaushalt, nachdem das Bundesverfassungsgericht
eingeschritten ist. Der Zank will seitdem kein so richtiges Ende finden.
• Nachdem ich viel mit der Bahn unterwegs bin,
könnte ich ihnen auch viel von meinen abenteuerlichen Erfahrungen mit der deutschen Schieneninfrastruktur erzählen, aber auch von meiner politischen
Verzweiflung darüber, warum ein dogmatisches
Festhalten an einer starren Schuldenbremse wichtiger ist als die Sanierung der eigenen Infrastruktur.
Wir leben seit vielen Jahren von der Substanz. Das
tut auch dem Wirtschaftsstandort nicht gut. Viele regen sich darüber auf, aber zum politischen Befreiungsschlag kann man sich nicht durchringen.
• Nun stürzte letzte Woche in Dresden auch noch
eine wichtige Brücke ein. Dort bröckelt die Substanz
buchstäblich unter den Füßen weg. Mich stimmt das
nachdenklich.
Das alles wären für heute passende Aufhänger. Ich
will in Anbetracht der Zeit aber vielleicht auf das
Kernproblem kommen, das diese Punkte aus meiner
Sicht verbindet.
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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich glaube, die meisten Menschen wollen einfach,
dass Selbstverständlichkeiten wieder selbstverständlich sind und vor allem die Dinge des Alltags
funktionieren. Der Haushalt soll nicht durch Gerichte
(oder Aufsichtsbehörden) einkassiert werden und die
Bahn soll pünktlich kommen. Sie wollen, dass Polizei
und öffentliche Verwaltungen so aufgestellt sind,
dass sie geltendes Recht umsetzen können und zum
Beispiel Straffällige, die ihr Aufenthaltsrecht und
Schutzrecht verspielt haben, auch wirklich abgeschoben werden. Das wäre wichtig, um glaubwürdig
für eine offene Gesellschaft werben zu können, die
ohne Zuwanderung in den nächsten Jahren wirtschaftlich nicht überleben kann.
Ich glaube, wir machen hier in Nürnberg vieles anders und besser und gestalten Politik weitsichtig. Wir
investieren in ökologische Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Innovation. Gerade
im letzten Jahr habe ich bei meiner Haushaltsrede
diese großen Nachhaltigkeitsthemen herausgehoben. Aber auch für uns wird die Bewältigung unserer
Kernaufgaben der Daseinsvorsorge immer herausfordernder, weil wir wie fast alle Kommunen unter der
strukturellen Unterfinanzierung leiden. Uns fehlen die
finanziellen und personellen Ressourcen, alles
gleichzeitig bewältigen zu können. Und sie kennen
die Erwartungshaltungen, mit denen wir konfrontiert
sind: Man will seinen Pass in einer überschaubaren
Zeit erneuert bekommen, sicher einen Kita-Platz für
seine Kinder finden, seine Baugenehmigung möglichst schnell erhalten. Alles soll blitzeblank sein, die
öffentlichen Räume und die Schulklos sowieso. Und
Straßen sollen keine Buckelpisten sein, um nur einige Beispiele zu nennen. Es geht um die Säulen eines funktionierenden öffentlichen Diensts und nicht
um die Girlanden. Es geht um Verlässlichkeit und
Stabilität.
Ich habe versucht, in den zurückliegenden Monaten
mit der Belastungsprognose 2032 einen Ausblick zu
geben, wie sich der Stadthaushalt in den nächsten
Jahren perspektivisch entwickeln wird, wenn wir alles
umsetzen, was wir uns wünschen würden. Trotz der
unterstellten Rekordeinnahmen war dies kein positives Bild, das ich Ihnen zeichnen konnte. Sie werden
heute sehen, dass sich diese Perspektive nicht verbessert und wir in den nächsten Jahren immer wieder aufs Neue miteinander für einen genehmigungsfähigen Haushalt werden arbeiten müssen.
Wir haben an dieser Stelle gleich zwei Herausforderungen:
1. Die laufenden Ausgaben sind im Verhältnis zu den
Einnahmen zu hoch. Wir haben also schon im konsumtiven Bereich ein Problem, weil unsere dauerhafte Leistungsfähigkeit nicht mehr gesichert ist. Das
gilt leider nicht nur für das nächste Jahr, sondern vor
allem auch für die folgenden. Sie sehen in der Grafik,
dass wir mit den jetzigen Planansätzen aus dem
Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit nicht
mehr in der Lage sein werden, unsere Tilgungen zu
leisten.
2. Der Investitionshaushalt ist zudem viel zu groß.
Sie sehen in der Grafik, wie dieser in den letzten Jahren anwuchs. Ich zweifle überhaupt nicht an der inhaltlichen Berechtigung unserer Projekte. Ich habe
eben ja auf den Substanzverlust hingewiesen. Aber
uns droht als Stadt eine Überforderung. Wenn im
konsumtiven Bereich zu wenig Mittel für Investitionen
übrigbleiben, führt das perspektivisch zu einer Nettoneuverschuldung auf Rekordhöhe. In den nächsten
vier Jahren wären das nach aktueller Hochrechnung
zusammen über 662 Millionen Euro. Wir müssen
mittlerweile rund 100 Mio. Euro pro Jahr zum Tilgen
der früheren Schulden aufbringen.
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Fast 40 Mio. Euro an Zinsen fallen insgesamt an. Der
Betrag würde dann noch einmal deutlich steigen.
Aber schauen wir uns die Werte und Eckdaten Schritt
für Schritt an. Beginnen wir mit der Ertragsseite: Wir
rechnen mit Gesamterträgen von 2,5 Milliarden Euro,
das sind 115,8 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.
• Die Gewerbesteuer bleibt hierbei die wichtigste Position. Sehr wichtig ist auch noch der Gemeindeanteil
an der Einkommensteuer mit rund 372 Mio. Euro.
Nachdem die Bundesregierung hier eine Steuerentlastung auf den Weg gebracht hat, gehen wir hier mit
leichten Mindereinnahmen ins Rennen. Wir werden
uns das aber bei der Oktober-Steuerschätzung im
Bund noch einmal sehr genau ansehen.
• Die Grundsteuer veranschlagen wir wieder mit
knapp 125 Mio. Euro. Auch wenn diese aufgrund einer Reform ab dem nächsten Jahr neu berechnet
wird, werden wir das für den Stadthaushalt insgesamt aufkommensneutral ausgestalten.
• Zudem bekommen wir wie immer auch nennenswerte Zuwendungen und Kostenerstattungen.
Werfen wir einen vertiefenden Blick auf die Gewerbesteuer.
Wir sind derzeit auf dem sehr erfreulichen Niveau
des Vorjahres unterwegs, weshalb ich den Planansatz für nächstes Jahr auf 695 Mio. Euro angehoben
habe. Das wäre noch einmal ein leichter Anstieg und
ein erneuter Rekordwert. Von einem erneuten ganz
großen Sprung nach oben können wir aber nicht ausgehen. Dafür gibt es keine Anzeichen, eher im Gegenteil:
• Die Wachstumsinitiative der Bundesregierung wird
auch hier durch Steuervorteile für Unternehmen
kleine Spuren hinterlassen.
• Außerdem habe ich Ihnen eine Grafik mitgebracht,
die das laufende Soll der Gewerbesteuer in diesem
Jahr zeigt. Sie sehen, dass die blaue Kurve mit den
Gesamterträgen ordentlich ansteigt, die rote mit den
Werten für das Steuerjahr 2024 aber eher eine Seitwärtsbewegung macht. Die Lücke zwischen beiden
Kurven kommt durch Nachzahlungen auf zurückliegende Steuerjahre. Die Zahlungen für das Steuerjahr
2024 sind auf hohem Niveau, aber sie steigen nicht
signifikant. Die rote Kurve stieg im letzten Jahr deutlich schneller an. Und daraus schließe ich, dass die
Gewerbesteuer in den nächsten Jahren eher eine
Seitwärtsbewegung macht.
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Übrigens: Diese blaue Kurve kann im Jahresverlauf
auch wieder nach unten gehen, wie das nun in Erlangen der Fall war.
• Sie wissen zudem, dass wir im Städtevergleich
überproportional zugelegt haben. Wir fallen hier positiv aus dem Rahmen. Die Schreckensnachrichten,
die die Nachbarn in Erlangen in den letzten Wochen
ereilt haben, sind in deren Balken natürlich noch
nicht eingepreist.
An dieser Stelle muss ich Ihnen noch von einem anderen Problem erzählen: Unsere überproportionalen
Zuwächse in der Gewerbesteuer haben die Folge,
dass unsere Wirtschafts- bzw. Umlagekraft relativ
gesehen zu den Nachbarstädten und Landkreisen
deutlich steigt. Das hat zur Folge, dass wir anteilig
wohl etwas weniger an Zuweisungen bekommen und
mehr an Umlagen zahlen werden müssen. Ich
komme gleich bei der Bezirksumlage noch einmal
darauf zurück. Das heißt vereinfacht gesagt, dass
uns ein Teil der zusätzlichen Gewerbesteuereuros
zeitversetzt auch wieder genommen wird.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Erkenntnis aus dem Vorjahr gilt auch dieses Jahr:
Unser Haushalt hängt vor allem an der Gewerbesteuer. Ich will an dieser Stelle deshalb allen Unternehmen und Arbeitnehmerinnen wie Arbeitnehmern
danken, die diese mit ihrer Arbeit, ihrem Unternehmertum und ihrer Risikobereitschaft jeden Tags aufs
Neue erwirtschaften.
Schauen wir uns deshalb gemeinsam die ordentlichen Aufwendungen an: 2,6 Milliarden und knapp
141 Mio. Euro mehr als im Vorjahr.
Den größten Posten machen wie immer die Transferaufwendungen aus. Hier stehen fast 1,1 Milliarden
Euro im Haushalt. Die drei größten Positionen sind
darin die Bezirksumlage, die gesetzlich und vertraglich festgelegten Art 1-Zuschüsse an soziale und
ähnliche Einrichtungen mit knapp 185 Millionen Euro
und 153 Millionen Euro für laufende Leistungen für
Unterkunft und Heizung nach dem SGB II.
Warum die von Nürnberg zu zahlende Bezirksumlage auf jeden Fall steigt, habe ich Ihnen gerade
schon erläutert. Uns hat der Bezirkskämmerer zudem darüber informiert, dass es Überlegungen gibt,
die Bezirksumlage von 23,55% um mindestens einen
Prozentpunkt auf 24,55% zur Deckung des Defizits
im Bezirkshaushalt anzuheben. Das ist ein offenes
Risiko, das ich in diesem Planentwurf nicht berücksichtigt habe. Noch sind wir in Gesprächen mit dem
Bezirkstag. Aber hier drohen für uns noch einmal zusätzliche Belastungen, die wir vielleicht im November
noch mit aufnehmen müssen. Dieses Jahr bezahlen
wir 233,6 Mio. Euro, nächstes Jahr mindestens 24
Mio. Euro mehr, wenn die Erhöhung der Umlage
käme, sogar 35 Mio. Euro mehr.
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In den letzten Jahren stiegen die Personalaufwendungen aufgrund der hohen Tarifabschlüsse deutlich. Auch nächstes Jahr werden sie noch einmal
spürbar steigen, weil die aktuelle Entgelttabelle Ende
des Jahres ausläuft. Wir werden sehen, welches Ergebnis die Verhandlungen bringen werden. Ich hoffe
auf eine Zurückhaltung der Gewerkschaften, damit
der Konsolidierungsdruck in den Kommunen nicht
weiter steigt. Aber auch die Stellenbedarfe, über die
wir verwaltungsintern diskutieren, sind wieder groß.
Das hat vor allem drei Gründe, die sich teilweise aber
bedingen:
1. Wir werden geflutet mit neuen Gesetzen und Gesetzesänderungen, die wir zu vollziehen haben. Letztes Jahr war es die Wohngeldstelle, die wuchtige Unterstützung bekam, jetzt ist es das Amt für Migration
und Integration, das dringend zusätzliche Planstellen
braucht.
2. Die Stadt ist gewachsen, was auch zu Fallzahlsteigerungen führt. So muss zum Beispiel auch die Feuerwehr personell deutlich aufstocken. Bei den Kitas
ist das ohnehin ein Dauerthema.
3. Die vielen Bauprojekte müssen geplant werden,
gerade im Mobilitätsbereich fordert uns das. Und
wenn neue Einrichtungen wie das Volksbad dann eröffnen, braucht es neue Bademeister.
Die steigenden Personalaufwendungen sind für uns
ein echtes Problem, eine eingeschränkte Handlungsfähigkeit der Kommune aber ebenso. Ich habe es
eingangs ja erwähnt. Das auszubalancieren, wird
uns in den nächsten Wochen noch zahlreiche Gespräche kosten.
Ich bin darüber hinaus froh, dass bei dem Programm
der „FlexiKonsolidierung“ alle mitgezogen haben und
wir dann zum Jahreswechsel 2025/26 die 300 Planstellen einziehen können. Das ist kein angenehmer
Schritt, aber einer der hilft, die Steigerung an Personalkosten etwas zu verlangsamen. Es bleibt aber
weiterhin ein schwieriger Prozess, auch die Aufgaben zu benennen, die dann eben dauerhaft wegfallen
sollen. Da bleibe ich bei meiner Aussage: Wir können
in den Bereichen mit weniger Personal nicht die gleiche Arbeitsbelastung tragen wie zuvor.
Ein wichtiger Ausgabenblock bleiben die Zuschüsse,
die wir an Träger, Vereine und Initiativen überweisen.
Deren Arbeit ist wichtig für unsere Stadtgesellschaft
und den Fortschritt auf vielen Handlungsfeldern. Wir
haben deshalb trotz der schwierigen Rahmenbedingungen die Zuschüsse um die Personalkostensteigerungen fortgeschrieben. Das Gesamtvolumen der
Zuschüsse beträgt nun 315,3 Mio. Euro, davon sind
31,1 Millionen Euro für Art 5 Zuschüsse, also freiwillige Leistungen. Das sind 2,5 Millionen Euro mehr als
im Vorjahr.
Ich war zu den freiwilligen Zuschüssen auch in einem
engen und guten Austausch mit den zuständigen
Fachreferentinnen und Fachreferenten. Und natürlich gibt es viele Wünsche von Organisationen, die
Zuschüsse noch höher ausfallen zu lassen. Hier werden wir an der einen oder anderen Stelle noch nachsteuern müssen. Aber mir war wichtig, dass wir einige Positionen im Stadtrat besprechen, dabei Prioritäten klären und ich das nicht einfach verwaltungsseitig in den Haushaltsplan aufnehme.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in der Juli-Stadtratssitzung habe ich Ihnen unseren
Jahresabschluss 2023 vorgestellt. Mit einem Ergebnis von 123,0 Mio. Euro schlossen wir besser ab als
erwartet, unter anderem, weil die Gewerbesteuer
sprunghaft angestiegen war. Der Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit stieg auf 210 Mio. Euro,
was richtig gut war. Diese Kenngröße ist unser Maßstab für die städtische Fähigkeit, selbst Investitionen
stemmen zu können.
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Die Netto-Neuverschuldung betrug „nur“ 103,7 Mio.
Euro. Leider haben diese Werte auch einige zu einer
Fehleinschätzung unserer strukturellen Lage eingeladen. Ich will Ihnen deshalb aufzeigen, welche großen Positionen in der Ergebnisrechnung die Planwerte für 2025 deutlich schlechter ausfallen lassen
als die Ist-Werte aus 2023.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe Ihnen eingangs schon gezeigt, welche Auswirkungen die Veränderungen auf unsere dauerhafte
Leistungsfähigkeit haben. 2025 ist der Wert ein negativer von knapp 31 Mio. Euro, die uns fehlen. 2026
sind es sogar knapp 62 Mio. Euro. Wir erwirtschaften
nach jetzigem Stand also nicht genug Geld für die
Schuldentilgungen und müssen an die Reserven ran.
Als wir das letzte Mal in dieser Situation waren, hat
Ihnen mein Vorgänger ein Konsolidierungspaket von
50 Millionen Euro vorgeschlagen, das vor allem
durch einen Stellenabbau geprägt war. Ich halte weitere allgemeine Einschnitte in den Personalkörper
nach dem „Rasenmäherprinzip“ derzeit für nicht vertretbar. Noch sind wir bei der Umsetzung des alten
Sparprogramms nicht am Ende.
Das heißt aber natürlich nicht, dass wir uns nicht in
einzelnen Bereichen noch einmal die Personalausstattung ansehen können. Das werden dann aber
sehr spezifische Betrachtungen. Wir werden überdies nicht darum herumkommen, mit dieser eher
düsteren mittelfristigen Perspektive anderweitige
Maßnahmen zu ergreifen, die dauerhafte Leistungsfähigkeit wieder zu verbessern.
Ich will und muss auch in diesem Jahr ein paar Sätze
zu den städtischen Töchtern sagen, die einen wesentlichen Beitrag für die Daseinsvorsorge in unserer
Stadt leisten. Gerade beim Klinikum und den Städtischen Werken stehen wir vor großen Herausforderungen, weil auch dort viele dringende Investitionen
anstehen.
Das Klinikum wird, obwohl es unter den gegebenen
Rahmenbedingungen gut wirtschaftet, in den nächsten Jahren Defizite einfahren. So geht es derzeit fast
allen Krankenhäusern. Den meisten geht es noch
deutlich schlechter als unserem. Derzeit habe ich
jährlich 10 Mio. Euro in den Haushalt zur Investitionsförderung eingestellt. Sofern die Krankenhausreformen auf Bundesebene nicht zu einer Trendumkehr
führen, wird dieser Betrag bald nicht mehr reichen.
Wir sind derzeit in sehr intensiven Gesprächen mit
dem Klinikum und werden auch sie in einem geeigneten Format noch einmal ausführlicher über die
Problemlage informieren. Es kann sein, dass wir hier
noch bis zum November nachsteuern müssen.
Bei den Städtischen Werken stehen in den nächsten
Jahren viele und große Investitionen für die Mobilitäts-, Energie- und Wärmewende an. Die Gewinne
im Energiesektor reichen schon lange nicht mehr
aus, um die Verluste im Verkehrssektor vollständig
auszugleichen. Wir haben dafür in der Mittelfristigen
Planung 2026 bis 2028 jeweils 30 Mio. Euro als Verlustausgleich eingestellt, die aber nicht ausreichen
werden, um das Defizit gänzlich ausgleichen zu können. Auch hier müssen wir miteinander ins Gespräch
kommen.
Ich glaube, dass die Städtischen Werke den größten
Hebel für erfolgreichen Klimaschutz und CO2-Einsparung haben. Einen größeren als wir in der Stadtverwaltung mit einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen.
Ich halte es deshalb für viel zielführender, den Ausbau der Fernwärme zügig voranzutreiben als jedes
städtische Gebäude auf den besten Energiestandard
zu sanieren. Wenn wir diesen Weg miteinander gehen, dann funktioniert das nur mit Mittelumschichtungen. Für noch weitergehende Verschuldungen haben wir keine Spielräume. Ich komme später noch
einmal darauf zurück.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wenden wir uns nun den Investitionen zu. Ohne
Zweifel: Wir müssen mehr für den Klimaschutz tun,
unsere Infrastruktur weiter sanieren und ertüchtigen
und in die Zukunft investieren. Gerade die Bauwerke
aus den 70er Jahren bereiten uns jetzt Sorge und
auch das Stadtwachstum erfordert ein Mitwachsen
der Infrastruktur. Aber das Investitionsvolumen überfordert uns eben zunehmend, es steigt auf 2,3 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren.
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Hier sehen Sie den Vorschlag für den Mittelfristigen
Investitionsplan bzw. die Übersicht, auf welche Bereiche sich dieser verteilt. Grundlage sind die Beschlüsse, die Sie unterjährig in den Fachausschüssen und im Rat getroffen haben. Der größte Bereich
ist und bleibt der Schulbereich mit 576,4 Mio. Euro
brutto, es folgt der Bereich Kultur und Freizeit mit
407,8 Mio. Euro. Die anderen Punkte sehen Sie auf
der Folie hier.
Ich hatte in der Juli-Sitzung des Ältestenrats schon
eine Modellrechnung mitgebracht, was wir rechnerisch an Eigenmitteln für Investitionen aufbringen und
verkraften könnten.
Wir sehen, was im Cashflow übrigbleibt, und wir können uns in meinen Augen auch in einem vertretbaren
Rahmen verschulden, nämlich auf der Höhe der Inflationsrate. Ich habe Ihnen diese Zahlen für 2025
nebeneinandergestellt. Die Werte klaffen leider meilenweit auseinander.
Die Netto-Neuverschuldung wird deshalb 2025 hoch
ausfallen, ab 2026 dann ohne ein Gegensteuern ungeahnte Höhen von über 220 Millionen Euro erreichen.
Das bestätigt das Szenario, was ich Ihnen in der Belastungsprognose schon aufgezeigt habe. In den
nächsten Jahren werden dann logischerweise nicht
nur die Zinsaufwendungen steigen, sondern auch die
zu erbringenden Tilgungsleistungen. Das heißt, dass
sich mit jedem neuen Euro an Schulden auch die
dauerhafte Leistungsfähigkeit verschlechtert.
Ich muss Sie allerdings darauf hinweisen, dass in
dieser MIP-Fortschreibung und den genannten Werten noch keine neuen Bauprojekte enthalten sind.
Der MIP-Entwurf beinhaltet jetzt lediglich die alten
Projekte mit aktualisierten Werten und Preisen. Hier
machen sich in den Jahren 2026ff vor allem die aktualisierten Ausbaukosten des Frankenschnellwegs
bemerkbar sowie die Kostensteigerungen bei der
Opern-Ausweichspielstätte und die Ermöglichungsräume in der Kongresshalle. Sollte bei einem dieser
Projekte die in Aussicht gestellte Förderquote nicht
erfüllt werden, haben wir ein massives Problem. Zudem haben wir wie angekündigt erste Mittel für die
Stadionplanung in den Haushalt aufgenommen. Weil
wir diese später auf unser Eigenkapital anrechnen
wollen, haben wir diese im MIP hinterlegt.
Bis zu den Etatberatungen im November drängen
also noch weitere Projekte in den Haushalt, sofern
für das jeweilige Projekt der project freeze wie geplant in der Oktober-Sitzung des Ältestenrats und Finanzausschusses erfolgen kann. Ich habe Ihnen
eine kleine Auswahl bisher bekannter Projekte mitgebracht, die auf der sogenannten gelbgrünen Liste
stehen. Alleine der notwendige Bau der Integrierten
Leitstelle (ILS) in der Bamberger Straße wird mit über
134 Millionen Euro zu Buche schlagen. Eine Förderung gibt es dafür keine.
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Auf der Liste steht auch die Umgestaltung der Breiten Gasse, die ich gerne zum Anlass nehme, ein paar
Worte zur Innenstadt zu verlieren: Es war der
Wunsch des Stadtrats, dass wir den Kaufhof erwerben und damit eine aktive Rolle in der Entwicklung
dieser zentralen Immobilie übernehmen. Dessen
Leerstand tut weh und die Verwahrlosung des Umfelds auch. Deshalb habe ich den Zwischenerwerb
unterstützt, auch wenn diese ungeplante Ausgabe
natürlich Spielräume an anderer Stelle reduziert. Ein
zeitnaher Weiterverkauf muss uns deshalb ein Anliegen sein, um diese Erlöse für andere wichtige Investitionsvorhaben einsetzen zu können.
Aus Ihrer Mitte gibt es zudem viele weitere Vorschläge zur Belebung, Aufwertung und Verschönerung der Innenstadt, die diese in Anbetracht der Entwicklung auch bitter nötig hat. Das beginnt mit dem
Wunsch nach einer regelmäßigen Nassreinigung,
geht weiter mit der Verschönerung der Breiten Gasse
und Gelder für zusätzliche Aktivitäten zur Stärkung
des Einzelhandels und zur Belebung insgesamt.
In Anbetracht der wirklich großen Herausforderung
ist dieser politische Ideenwettbewerb richtig und
wichtig. Wir werden bis zum November noch einen
zentralen Topf zur Bespielung des Kaufhofs schaffen, aber auch einen Überblick über die Einnahmepotentiale schaffen müssen, die die Immobilie inklusive Parkhaus mit sich bringt. Wenn Sie für die Innenstadtentwicklung aber einen wirklich großen Wurf
machen wollen und Ihre ganzen Ideen finanziert werden sollen, brauchen wir eine zusätzliche Einnahmequelle, die wir dann auch über die Städtebauförderung hebeln können. Jeder von uns eingebrachte
Euro bringt ja mehrere Euro an Fördergeldern. Aber
die Eigenmittel muss man eben erst einmal haben.
Ich halte es deshalb für zielführend, dass wir miteinander die Einführung einer Übernachtungssteuer
prüfen und dazu mit der Staatsregierung ins Gespräch gehen. Diese Steuer gibt es bereits in vielen
deutschen Städten, in Bayern wurde das den Kommunen leider per Gesetz untersagt, jetzt liegt das
Thema vor dem Verfassungsgerichtshof. Wir könnten damit zusätzliche Einnahmen durch unsere Übernachtungsgäste erzielen und geschätzt rund 17,5
Mio. Euro generieren. Ein fairer Deal wird das für alle
Beteiligten natürlich nur, wenn wir dann zusätzliches
Geld für Maßnahmen in der Innenstadt platzieren.
Wir könnten die Tourismusförderung auf ein neues
Level hieven und Maßnahmen zur Verschönerung
und Attraktivitätssteigerung der Innenstadt finanzieren. Hier denke ich ausdrücklich nicht nur an kleine
und große Investitionen, sondern auch an Kultur- und
Freizeitangebote. Ich fände diese Debatte lohnenswert und glaube, dass es gute Argumente für dieses
Instrument gibt, mit denen man auch die Verantwortungsträger*innen in München überzeugen könnte.
Bei Interesse können wir das gerne vertiefen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
insgesamt spitzt sich die städtische Haushaltslage
deutlich zu. Wir sind damit in der Republik nicht alleine, man muss auch gar nicht in die Ferne schauen.
Dass beim diesjährigen Haushalt sowohl in Fürth, Erlangen und Ansbach die Regierung von Mittelfranken
interveniert und nicht sofort genehmigt hat, unterstreicht die Not in der kommunalen Familie.
Ich komme deshalb noch einmal auf das eingangs
erwähnte Problem: Eigentlich ist unser MIP für die
nächsten vier Jahre schon heute voll – ganz ohne
neue Projekte. Das Grundinvestitionsbedürfnis in der
Stadt ist groß. Aber neben all den Schulen, Kitas und
dem Infrastrukturerhalt belasten die zahlreichen
Großprojekte den Haushalt deutlich. Ich muss die
vielen Projekte nicht noch einmal aufzählen.
Ohne ein Einnahmenwunder gibt es spätestens ab
2026 überhaupt keinen finanziellen Spielraum mehr.
Wenn noch etwas in den MIP soll, dann muss zwingend etwas anderes raus, zurückgestellt werden oder eine Kompensation zur Finanzierung gefunden
werden. Und selbst dann wird es schwer. Ich rate
deshalb dringend dazu, sich von ausgewählten Projekten bis auf weiteres zu verabschieden. Dort wo
weitere Kostensteigerungen auf uns zukommen,
müssen die betroffenen Projekte verkleinert werden.
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Wir werden also auf diese Weise selbst einen
schmerzhaften Beitrag leisten müssen, können darüber hinaus dieses strukturelle Problem aber auch
nicht alleine in den Griff bekommen. Wir brauchen
eine auskömmliche Finanzierung durch Bund und
Land und ich habe Ihnen meine Kernforderungen zusammengetragen. Was bräuchte es jetzt?
1. Höhere Grundfinanzierung: Es braucht eine grundsätzliche und systematische Verbesserung der Kommunalfinanzen jenseits von Förderprogrammen. Wir
brauchen eine Erhöhung der Gewerbesteuerumlage
und/oder der Umsatzsteueranteile zugunsten der
Städte.
2. Einmalige Schuldenhilfe: Bund und Land müssen
hier an einem Strang ziehen und dabei auch den
Kommunen helfen, die sich über Investitionskredite
verschuldet haben.
3. Konsolidierung von Förderprogrammen: Die derzeitigen Förderprogramme gehen vor Ort mit einem
hohen bürokratischen Aufwand einher und zwingen
uns häufig zu einer Veränderung der ursprünglichen
Priorisierung. Es werden manchmal nicht die wichtigsten Projekte realisiert, sondern die mit der besten
Förderkulisse. Zielführender wären offenere statt
spezifische Förderprogramme und eine maximale
Entbürokratisierung der Verfahren.
4. Kapital für Transformationsfinanzierung: In den
nächsten Jahren müssen Milliarden in die Energieund Wärmewende sowie den Ausbau des ÖPNV investiert werden. Schon heute reichen in vielen Städten die Gewinne der Energiesparte nicht mehr, um
die Defizite der Verkehrsbetriebe auszugleichen.
Das ist auch bei uns so. Ich sagte es bereits. Stadtwerke benötigen vor allem Eigenkapital, um auch
Fremdkapital und Fördermittel aufnehmen zu können. Eine zusätzliche Versorgung mit
Eigenkapital kann bisher wirtschaftlich nur
durch die kommunalen Gesellschafter erfolgen.
Dies wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Deshalb
wird es erforderlich sein, einen staatlich unterstützten „Energiewendefonds“ aufzubauen.
5. Reform der Schuldenbremse: Wenn nicht jetzt
massiv mehr in die Infrastruktur des Landes investiert wird, hinterlassen wir den nachfolgenden Generationen ein kaputtgespartes Land, das dadurch jedes Jahr weiter an Wirtschaftskraft einbüßen wird.
Deshalb ist hierfür eine Reform der Schuldenbremse
auf Bundesebene unbedingt notwendig.
6. Erstattung der Lehrerpersonalkosten: Bei den
Etatberatungen 2023 war das im Rahmen der durch
den Stadtrat beschlossenen „Einsparliste“ ein großes
Thema: Es geht um die Übernahme der nicht gedeckten Lehrerpersonalkosten durch den Freistaat.
Das würde uns massiv helfen. Damals wurde in der
städtischen Hochrechnung eine Übernahme von 50
Prozent unterstellt, die damals mit jährlichen Minderbelastungen von 30 Mio. Euro für die Stadt geschätzt
wurden. Heute wäre dieser Betrag sicherlich noch
höher.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in Anbetracht der kritischen Situation habe ich aber
natürlich neben großer Zurückhaltung bei den Budgetverhandlungen auch einige strukturelle Maßnahmen ergriffen, um Ihnen ein paar zusätzliche Spielräume zu schaffen:
1. In den zurückliegenden Jahren haben wir im Jahresabschluss häufig besser abgeschnitten als gedacht, auch weil zu viele Mittel für Baumaßnahmen
nicht abgeflossen sind. Ich habe mich deshalb bei
diesem Haushaltsplan erstmals dazu entschlossen,
diesem Umstand und Erfahrungswert Rechnung zu
tragen und für das Jahr 2025 pauschal 90 Millionen
Euro an Investitionsvolumen abzuziehen und auf die
Folgejahre zu verteilen. Ich halte das für einen vertretbaren Schritt, weil er die Lebenswirklichkeit des
Haushalts auch besser abbildet. Würde ich das nicht
tun, wäre im nächsten Jahr die rechnerische Nettoneuverschuldung noch einmal höher ausgefallen.
2. Wir haben bei der Überarbeitung der Baurichtlinien
dafür gesorgt, dass zukünftig weniger neue Projekte
aufgenommen werden und Personal- und Finanzressourcen gemeinsam und miteinander betrachtet werden. Wir brauchen keine Planungen beginnen, wenn
absehbar die Mittel fehlen, das Projekt zu realisieren.
Wir werden außerdem zukünftig viel früher auch
erste Eckdaten zu den Folgekosten bei Betrieb und
Personal abverlangen, um diese bei den politischen
Entscheidungsfindungen berücksichtigen zu können.
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3. Wir können aufgrund einer Gesetzesänderung alte
Kreditermächtigungen noch länger nutzen. Ich habe
das in der Juli-Sitzung des Ältestenrats und Finanzausschusses erläutert und verweise heute für Detailinteressierte gerne auf den Mitschnitt der Sitzung. Ich
kann – vereinfacht gesagt – die Aufnahme neuer
Kredite nun auch deutlich später machen. Das führt
dazu, dass in diesem Haushaltsjahr 2024 die NettoNeuverschuldung „nur“ um rund 25 Mio. Euro wegen
dem ÖPP-Schulprojekt Maiacher Straße steigt.
Stattdessen habe ich unseren Finanzmittelbestand
auf dem Konto massiv abgebaut. Das habe ich übrigens so weit getan, dass wir bis zum letzten größeren Steuertermin kurzzeitig sogar Kassenkredite zur
Überbrückung aufnehmen mussten. Der bildliche
Geldspeicher ist also mittlerweile ziemlich leer. Wir
gingen heute allerdings zur Umschuldung alter Kredite noch einmal an den Markt. Bei weiter ordentlich
sprudelnden Steuererträgen könnte dieser einmalige
Schachzug aber wie beschrieben klappen. Warum
der ganze Umstand? Wir sparen damit für ein Jahr
Zinsen auf rund 75 Mio. Euro. Bei 3,5 Prozent kommt
da ein bisschen was zusammen.
Ich bin sehr dankbar, dass der Oberbürgermeister
und die ganze Referentenrunde diesen Ansatz unterstützen. Und ich will das heute auch zum Anlass nehmen, mich ganz grundsätzlich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu bedanken.
Herzlich bedanken möchte ich mich auch wieder bei
meinem Team im Referat und der Kämmerei, das
einfach grandios eingespielt ist und dem fachlich niemand etwas vormacht.
Auf dieser Folie habe ich Ihnen die aktuelle Hochrechnung für die wichtigen Haushaltskennzahlen zusammengetragen.
Sie sehen hier die eingangs erläuterten zwei Kernprobleme noch einmal sehr deutlich:
1. Das Verhältnis von laufenden Einnahmen zu laufenden Ausgaben ist zu schlecht.
2. Auch deswegen fehlen uns die Eigenmittel für die
Investitionen. Die Netto-Neuverschuldung stiege
dementsprechend deutlich an.
Die Folgen sieht man dann auch in der Ergebnisrechnung: Das prognostizierte Jahresergebnis beläuft
sich auf einen Fehlbetrag von 78,9 Mio. Euro. Glücklicherweise haben wir noch eine ordentliche Ergebnisrücklage. Als Fazit bleibt mir:
• Ich werde noch einmal alle Steine umdrehen und
schauen, ob wir verwaltungsseitig noch Dinge schieben können. Auch will ich versuchen, die noch offenen Risiken beherrschbarer zu machen.
• Sie müssen aber auch mithelfen, damit wir gemeinsam die Genehmigungsfähigkeit herstellen und auch
eine entsprechende Perspektive über das Haushaltsjahr 2025 hinaus schaffen. Wir brauchen klare Prioritäten und Eingriffe in den MIP.
• Und wir müssen miteinander insgesamt die Erwartungshaltungen bei den freiwilligen Aufgaben senken.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zum Abschluss aber noch etwas Positives für Ihre Argumentation draußen: Ich hatte eingangs schon erwähnt, dass dieser Haushalt voll von Projekten ist für
ökologische Nachhaltigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Innovation.
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Und ich will Ihnen für das Jahr 2025 auch gerne noch
einmal zeigen, dass wir viele Bereiche weiter stärken. Diese Zahlen unterstreichen noch einmal, dass
wir klare Schwerpunkte auf wichtige Zukunftsthemen
und die Bereiche setzen, die den Menschen in unserer Stadt wichtig sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir werden Ihnen in den nächsten Tagen den detaillierten Haushaltsplanentwurf übermitteln und dann
liegt es an Ihnen, diesen zu diskutieren. Es gibt wie
gesagt eine Warteliste an MIP-Projekten, von denen
die meisten noch in den formalen „project freeze“
müssen. Über diese wird der nächste Ältestenrat und
Finanzausschuss befinden. Dann gilt es zu klären,
ob und wann diese Projekte in den MIP aufgenommen werden können.
Wir werden außerdem allen interessierten noch einmal eine kleine Informationsveranstaltung zum Aufbau des Haushalts anbieten, in der wir auch den
neuen Planentwurf tiefergehend erklären und besprechen können. Für Rückfragen und Diskussionen
stehe ich Ihnen wie immer gerne zur Verfügung. Aber
erfolgreiche Beratungen werden das im November
nur, wenn Sie sich wie im Vorjahr daran konstruktiv
beteiligen und wir miteinander um einen möglichst
großen Konsens ringen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
abschließend möchte ich heute den Gesamtpersonalrat zitieren, der auf der Personalversammlung in
Anlehnung an eine berühmte lokale Hymne anstimmte:
Die Legende lebt, wenn auch die Zeit vergeht,
Unsre Stadt, die bleibt besteh’n
Die Legende lebt, wenn auch das Geld uns fehlt,
wenn wir alle stets zustammensteh’n.
Mit diesem Appell bedanke ich mich für Ihr Aufmerksamkeit.
Nürnberg, 18. September 2024
gez. Thorsten Brehm
Referent für Finanzen, Personal und IT
Stadtkämmerer der Stadt Nürnberg