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20130925 Haushaltsrede 2014 Layout Musterx
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
Rede zur Einbringung
des Nürnberger
Stadthaushalts 201
Hinweis: Die Haushaltsrede ist nur in Kombination
mit dem zugehörigen Foliensatz verständ
Es gilt das gesprochene Wort.
Die Folien finden sich in einem kleinen Format an
den entsprechenden Stellen im Text und nochmals
im Großformat für das Detailstudium nach dem Text
der Haushaltrede.
Nürnbergs erster Produkt
haushalt 2014:
• Positives Planergebnis:
• Keine Neuverschuldung, sondern
Nettotilgung: 6,7 Mio. €
• Investitionen 2014-2017: 727,3 Mio.
Nürnbergs erster Produkthaushalt 2014
mit positivem Planergebnis und weiterem Schuldenabbau!
Stadtrat
25. September 2013
Finanzreferat
Stadtkämmerer Harald Riedel
Rede zur Einbringung
2014
Hinweis: Die Haushaltsrede ist nur in Kombination
mit dem zugehörigen Foliensatz verständlich.
Die Folien finden sich in einem kleinen Format an
den entsprechenden Stellen im Text und nochmals
im Großformat für das Detailstudium nach dem Text
Nürnbergs erster ProduktPositives Planergebnis: 22,8 Mio. €
Keine Neuverschuldung, sondern
2017: 727,3 Mio.€
mit positivem Planergebnis und weiterem Schuldenabbau!
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen auf der
Referentenbank, im ehrenamtlichen Stad
von der Nürnberger Presse,
meine sehr geehrten Damen und Herren auf der
Zuschauertribüne,
vielleicht erinnern Sie sich noch an den Werbesl
gan vor vielen Jahren „Raider heißt jetzt Twix, sonst
ändert sich nix“. Angewandt auf den nunmehr vo
gelegten ersten Produkt-Haushaltsplanentwurf 2014
stimmt dieser Satz zum einen und zum anderen gar
nicht.
Unsere Zahlen haben sich in den letzten Jahren
kontinuierlich verbessert
Stabile Ergebnisse - Einstieg in den Schuldenabbau
Die Haushaltszahlen der letzten Stadtratsperiode
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014
- 17,6
66,1
13,3 15,6
Jahresergebnis
Nettoneuverschuldung
2009 2010 2011
65,1 48,5
in Mio. Euro
3,4
31,2
2008
Was stimmt ist, dass wir trotz des neuen Nam
und der neuen Form auch für 2014 die Aufwärtslinie
beim Ergebnis und beim Thema „Einstieg in den
Schuldenabbau“ halten können. Und die Zahlen
sind ja bekanntlich das Wichtigste im Haushalt.
Damit deutlich wird, was ich mit Aufwärtslinie meine
und was wir erreicht haben seit 2010, habe ich
Ihnen auf Folie 2 mal die beiden wesentlichen Za
len seit 2008, also für die gesamte Stadtratsperiode,
die wir gemeinsam zu verantworten haben, mitg
bracht. Und da sehen Sie beim Jahresergebnis,
dass wir mit Ausnahme d
2009 immer positive Haushaltsergebnisse erzielen
konnten. Und dies mit aufsteigender Tendenz. War
es 2008 nur ein knapper Überschuss von 3,4 Mio.
€, haben wir seit 2010 konstant zweistellige Erge
nisse, die von Jahr zu Jahr ein Stück
den sind. Beim 2013-Ergebnis wird die Frage, ob
wir die 15,3 Mio. € erreichen oder übertreffen, w
sentlich von der Gewerbesteuer abhängen, aber
davon später mehr. Aber jetzt kennen Sie auch
schon das Zielergebnis für 2014 mit 22,8 Mio.
dem wir erstmals die 20-Mio.
ten können. Insgesamt haben wir, wenn 2013 und
2014 kommt wie geplant, in der Stadtratsperiode ein
Plus von 72 Mio.€ erwirtschaftet und das ist schon
sehr positiv.
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen auf der
Referentenbank, im ehrenamtlichen Stadtrat und
meine sehr geehrten Damen und Herren auf der
vielleicht erinnern Sie sich noch an den Werbeslogan vor vielen Jahren „Raider heißt jetzt Twix, sonst
ändert sich nix“. Angewandt auf den nunmehr vorHaushaltsplanentwurf 2014
stimmt dieser Satz zum einen und zum anderen gar
Unsere Zahlen haben sich in den letzten Jahren
Einstieg in den Schuldenabbau
Die Haushaltszahlen der letzten Stadtratsperiode
2
15,6 19,2 15,3 22,8
2011 2012 2013 2014
48,5 2,7 12,3 - 6,7
Planjahre
- 12,1 mit
steuerfinanzierten
Eigenbetrieben
- 1,9 mit
steuerfinanzierten
Eigenbetrieben
Was stimmt ist, dass wir trotz des neuen Namens
und der neuen Form auch für 2014 die Aufwärtslinie
beim Ergebnis und beim Thema „Einstieg in den
Schuldenabbau“ halten können. Und die Zahlen
sind ja bekanntlich das Wichtigste im Haushalt.
Damit deutlich wird, was ich mit Aufwärtslinie meine
ir erreicht haben seit 2010, habe ich
Ihnen auf Folie 2 mal die beiden wesentlichen Zahlen seit 2008, also für die gesamte Stadtratsperiode,
die wir gemeinsam zu verantworten haben, mitgebracht. Und da sehen Sie beim Jahresergebnis,
dass wir mit Ausnahme des Finanzkrisenjahres
2009 immer positive Haushaltsergebnisse erzielen
konnten. Und dies mit aufsteigender Tendenz. War
es 2008 nur ein knapper Überschuss von 3,4 Mio.
€, haben wir seit 2010 konstant zweistellige Ergebnisse, die von Jahr zu Jahr ein Stück besser geworErgebnis wird die Frage, ob
€ erreichen oder übertreffen, wesentlich von der Gewerbesteuer abhängen, aber
davon später mehr. Aber jetzt kennen Sie auch
schon das Zielergebnis für 2014 mit 22,8 Mio. €, mit
Mio. €-Grenze überschreiten können. Insgesamt haben wir, wenn 2013 und
2014 kommt wie geplant, in der Stadtratsperiode ein
€ erwirtschaftet und das ist schon
1
Und die untere Zeile zeigt, dass sich diese Entwicklung tatsächlich auch auf die Zahlen der Neuverschuldung bzw. jetzt endlich Nettotilgung ausgewirkt
hat. Mussten wir uns in den Jahren 2008 bis 2011
noch jeweils deutlich zweistellig neuverschulden,
haben wir uns im Jahr 2012 im Kernhaushalt noch
leicht um 2,7 Mio. € verschuldet, aber inklusive der
steuerfinanzierten Eigenbetriebe bereits um 12,1
Mio. € entschuldet. Man soll ja den Tag nicht vor
dem Abend loben, aber wenn es gut läuft, dann
haben wir eine Chance, etwas ähnliches auch in
2013 zu schaffen. Das wissen wir am Jahresende.
Wichtig heute ist, dass ich Ihnen einen Haushalt
vorlegen kann, der im Kernhaushalt eine Nettotilgung von 6,7 Mio. € möglich macht, einschließlich
der steuerfinanzierten Eigenbetriebe immer noch
von 1,9 Mio. €! Warum dadurch weniger: weil wir bei
NüBad den Bau des Langwasserbads maßgeblich
in 2014 kreditfinanzieren müssen.
Damit erstes Fazit: Unser Haushalt hat sich in den
letzten Jahren strukturell deutlich verbessert! Aber,
und das sage ich bereits jetzt, diese Linie fortzusetzen in der nächsten Periode ist wie in der Vergangenheit ein Ziel, das uns alle sehr herausfordern
wird.
Nürnberg legt den ersten Produkthaushalt vor
Input Leistungserstellung Output Outcome
Womit?
►Personal
►Sachmittel
►Geld
Wie?
► Prozesse
► Strukturen
Was?
► Leistung
► Produkt
Wozu?
► Wirkung
► Ergebnis
Messung mit Hilfe von Zielen und Kennzahlen
bis zum Haushalt 2013 ab dem Haushalt 2014
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 3
Haushalt im Wandel
Wir haben uns auf den Weg gemacht zu einer neuen Steuerung
Jetzt zur Form und die hat sich wiederum deutlich
verändert! Wir haben ja immer wieder berichtet in
den letzten Jahren über unser Projekt Produkthaushalt, jetzt haben wir die erste Fassung, die liegt
heute auf Ihrem Tisch und ich versichere Ihnen, es
war wie bei allen großen Projekten knapp am
Schluss, deswegen bitte ich Sie um Verständnis. Es
ist wie häufig, Sie denken sich, „hätten die das nicht
schneller schaffen können“, unsere Verwaltung ist
aber heilfroh, dass wir die Punktlandung überhaupt
hinbekommen haben. Ich denke, wir haben ab heute Zeit, uns gemeinsam einzuarbeiten, die Termine
stehen für die vertiefende Information der Fraktionen, Gruppen und Einzelstadträte. Ich schicke voraus, dieser Produkt-Haushaltsplanentwurf ist noch
nicht perfekt, viele Formatierungen schaffen wir erst
für die endgültige Version des dann von Ihnen beschlossenen Haushalts im Dezember, da wird aktuell noch intensiv gearbeitet und viele inhaltliche
Punkte können wir erst Schritt für Schritt in den
nächsten Jahren realisieren. Dazu gehören die
vollständige Darstellung aller Kennzahlen, das sind
rund 10.000 und das macht die Herausforderung
deutlich. Es ist also noch Stückwerk, aber wir haben
uns auf den Weg gemacht. Herzlichen Dank an alle,
die mitgeholfen haben, zwar hatten wir in der Querschnittsverwaltung die Federführung, aber alle Geschäftsbereiche haben intensiv mitgearbeitet.
Worum geht es bei diesem neuen Produkthaushalt,
das nochmal in aller Kürze: Er soll uns helfen, ganz
konkret in den Zahlen mehr zu erfahren über das,
was wir mit dem uns anvertrauten Steuergeld leisten und bewirken. Bisher hatten wir alleine die Abbildung der Inputs, also, das was wir an Geld und
Personal einsetzen, künftig wird auch dargestellt,
welche Produkte und Leistungen wir erbringen. Das
Ganze dann im Endausbau versehen mit meß- und
vergleichbaren Zielen und Kennzahlen, die dem
Stadtrat zeigen, wo es vorangeht und wo es schwieriger ist.
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 4
Der bisherige Haushalt
Viele Einzelzahlen, eindimensional in der Betrachtung
Und ein zweiter Effekt, den wir erzielen wollen, ist
die bessere Transparenz, die uns auch der Stadtrat
als Ziel aufgegeben hat. Die bisherige Abbildung
des Haushalts hatte den Nachteil der vielen Zahlen,
die sehr verstreut und häufig ohne direkten Bezug
zu den Leistungen vorlagen. Das war etwas für die
wenigen Haushaltsspezialisten in den Fraktionen,
die sich da über Jahre reingewühlt hatten. Folie 5
zeigt das neue Produktdatenblatt, das es in dieser
Perfektion in diesem Haushalt 2014 leider noch
nicht gibt, das aber in den nächsten Jahren sicher
Schritt für Schritt Realität wird. Alle wichtigen Infos
zu Dienststelle, Produkten, Leistungen, Zielen,
Kennzahlen und Haushaltsbudgets auf zwei Seiten.
2
Der neue Produkthaushalt
als Versuch einer klareren und übersichtlicheren Darstellung
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 5
Ziele und
Kennzahlen!
Die wichtigsten
Produktinfos
kompakt auf
zwei Seiten!
Also so richtig profitieren wird erst der nächste
Stadtrat der Periode 2014 – 2020. Aber es ist gut,
dass wir mit Ihnen ab heute die ersten Erfahrungen
sammeln und diese dann wiederum Stück für Stück
zur Optimierung einsetzen. Sie alle leisten damit ein
Stück Pionierarbeit für die Zeit nach 2014. Ich sehe
diesen Produkthaushalt quasi in der direkten Linie
der Einführung der dezentralen Budgetverantwortung in den Neunzigern und der Doppik im Jahr
2005, also ein weiterer Schritt in der Tradition innovativer Nürnberger Haushaltspolitik!
Jetzt aber zu den Zahlen, die Sie sicher mit Spannung erwarten!
Rückblick: Jahresergebnis 2012 besser als erwartet mit Schuldenabbau bei Kernhaushalt und
steuerfinanzierten Eigenbetrieben
Jahresergebnis 2012
Deutlich positives Jahresergebnis – inkl. steuerfinanzierte
Eigenbetriebe Einstieg in den Schuldenabbau
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 6
Erzielter Überschuss von 19,2 Mio. Euro nach geplanten 12,3 Mio. Euro
Ergebnisrücklage nach Ergebnisverwendung über der Schwelle von 100 Mio. Euro:
101,7 Mio. Euro nach 81,5 Mio. Euro im Jahr 2011
Inklusive der überwiegend steuerfinanzierten Eigenbetriebe ist ein Abbau der Verschuldung
um 12,1 Mio. Euro gelungen
Wie immer erst nochmal der Blick zurück, auch
beim Haushalt gilt „Zukunft braucht Herkunft“! Wir
haben 2012 einen Überschuss von 19,2 Mio. €
erzielt, also unseren Plan von 12,3 Mio. € deutlich
übertroffen. Damit übersteigt unsere Ergebnisrücklage erstmals seit Einführung der Doppik die 100
Mio. €-Schwelle, nämlich genau 101,7 Mio. €. Das
heißt, unser Eigenkapital verbessert sich und damit
unsere Reserven für kommende, schlechtere Zeiten. Das ist gut, aber auch notwendig und richtig fett
ist es nicht: wir hatten in der Vergangenheit auch
schon mal Jahresverluste im oberen zweistelligen
Millionenbereich. Das kommt hoffentlich nie mehr
wieder, aber sicher kann man nicht sein. Demnach
ist dieses Polster kein Grund zum Zurücklehnen!
Gewerbesteuereinnahmen 2013 laufen gut
200.000 €
220.000 €
240.000 €
260.000 €
280.000 €
300.000 €
320.000 €
340.000 €
360.000 €
380.000 €
400.000 €
420.000 €
440.000 €
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Aktueller Gewerbesteuerverlauf
Der Planansatz scheint erreichbar
2012
Verlauf 2013
2010
Planansatz 2014
Planansatz 2013
2011
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 7
Das aktuelle Jahr 2013 läuft bisher plangemäß bei
den Einnahmen. Am wichtigsten wie immer die
Gewerbesteuer. Sie sehen auf Folie 7, dass wir
Anfang September mit einem Soll von 407 Mio. €
fast schon den Planansatz von 414 Mio. € erreicht
haben. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Sie
sehen an dem Knick der 2012-Kurve von September auf Oktober, dass da immer noch was passieren
kann und dass das noch nicht in trockenen Tüchern
ist. Aber es gibt Anlass zur Annahme, dass es dieses Jahr gelingt.
Wir haben Ihnen dann auch noch den Planansatz
für 2014 eingetragen, nämlich 427,6 Mio. €. Das
entspricht der Steuerschätzungsprognose vom Mai
2013. Dieser Ansatz ist hoch, wir haben lange diskutiert, ob der realistisch ist, halten ihn aber für
erreichbar, wenn man das Gros der Wirtschaftsprognosen als Basis anerkennt, auch wenn ein
Restrisiko wie immer bleibt.
Im laufenden Jahr konnten wir bereits viel zusätzlich finanzieren
Was ist schon drin?
In 2013 haben wir bereits schon eine Menge zusätzlich finanziert
Schule (1,749 Mio. Euro)
Lehr- und Unterrichtsmittel im Rahmen der Auslagerung "Mittelschule
Herrschelplatz“ 233.00 €
• Restaurierungsarbeiten von Kunstwerken für die Eröffnung der Kunstvilla
155.000 €
• Volksschule Zugspitzstr. 100.000 €
• Martin-Behaim -Gymnasium Wasserschaden 200.000 €
• Städtebaulicher Wettbewerb Züricher Str. 100.000 €
• Neubau einer Dreifachturnhalle an der VS Uhlandstr. 495.000 €
• Neubau Mittagsbetreuung Fischbacher Hauptstr. 118 61.000 €
• Flachdach Melanchthon -Gymnasium 405.000 €
Kinderbetreuung (367 TEuro)
• Vorziehen von Mitteln für den Bau einer Kinderkrippe in der Neunhofer Hauptstr.
26 200.000 €
• Umbau Kinderhort Leerstetter Str. 61.000 €
• Erweiterung und Sanierung des Kinderhorts in der Grundschule Hermann-KolbStr. 53 106.000 €
Stadtentwicklung/Sonstiges (900 TEuro)
• Mehrkosten Umbau Stadtbibliothek z.B. Sicherung des Eröffnungstermins
200.000 €
• Finanzierung Gewerbeflächengutachten von WiF 100.000 €
• Vorziehung von Sanierungsmaßnahmen diverser Regenwassereinleitungen
gem. BayWG (Bescheid UwA) 600.000 € 8
Verkehr (2,409 Mio. Euro)
Zusätzliche Mittel zur Finanzierung Äußere Bayreuther Straße
zwischen Kilianstraße und Ziegelstein: Radweg 349.000 €
Erstellung einer 3-D Animation und Öffentlichkeitsarbeit im
Zusammenhang mit der Altstadtquerung (Straßenbahn) 60.000 €
SÖR Winterdienstmehrkosten 2.000.000 €
Brücken (1,112 Mio. Euro)
• Vorziehung von Mitteln zur Sanierung der Maxbrücke gem.
Sanierungsprogramm 130.000 €
• Vorziehung von Mitteln zur Sanierung der Brücke Götzenweg gem.
Sanierungsprogramm 129.000 €
• Vorziehung von zusätzlichen Mitteln zur Sanierung des Heisterstegs
gem. Sanierungsprogramm 583.000 €
• Vorziehung von Mitteln zur Sanierung der Ludwig-Erhard-Brücke
gem. Sanierungsprogramm 200.000 €
• Vorziehung von Mitteln zur Sanierung der Brücke Friedrich Löffler Str.
gem. Sanierungsprogramm 70.000 €
Verwaltung (687 TEuro)
Vorziehung von Mitteln zur Einführung einer GPS-gestützten
Vermessungstechnik 327.000 €
• Rechenzentrums Stöpselgasse 360.000 €
An dieser Stelle zeige ich Ihnen, was wir dieses
Jahr bereits alles zusätzlich finanzieren konnten,
weil die Einnahmesituation gut ist und wir insgesamt
vernünftig wirtschaften.
3
Wir haben für Schulmaßnahmen insgesamt 1,7 Mio.
€ zusätzlich geleistet, für Kinderbetreuung 367 T€,
für Stadtentwicklung und Verkehr 1,3 Mio. €, für
Brücken 1,1 Mio. € und für Verwaltungsthemen 687
T€. Und ich habe letzte Woche 2 Mio. € Nachfinanzierung für die Winterdienstmehrkosten 2012/2013
genehmigt. Warum: wir haben jedes Jahr eine Vereinbarung, dass SöR versucht, solche Mehrkosten
soweit möglich bis Jahresende aus dem Budget zu
erwirtschaften. Wenn sie es nicht schaffen, kommen
sie nochmal zur Kämmerei. Dieses Jahr haben wir
uns so geeinigt, dass SöR 900.000 € selbst erwirtschaftet, den Rest übernimmt der Stadthaushalt.
Würden wir das nicht tun, müßte SöR massive
Abstriche beim Straßenunterhalts- und -
sanierungsprogramm machen. Das ist weder im
Sinne des Stadtrats noch der Bürgerinnen und
Bürger.
Es war in 2013 finanzpolitisch eine Situation, die für
uns alle leichter ist, für die Fachreferate, die ein
akutes Problem auch mal schnell gelöst kriegen, für
mich als Stadtkämmerer, weil ich nicht immer „nein“
sagen muss, und für den Oberbürgermeister und
Sie als Stadträtinnen und Stadträte, weil nicht jede
Ausgabe als Konfliktfrage bei Ihnen landet. Wichtig
ist: wir bewegen uns bei diesen zusätzlichen Aufgaben immer im Rahmen der Ziele, die der Stadtrat
uns vorgegeben hat und im Rahmen der Grenzen
der Haushaltsgenehmigung. Dazu gehört, wenn
immer möglich, keine Neuverschuldung auch in
2013. Das ist trotz dieser Mehrausgaben zu schaffen. Gleichzeitig bitte ich Sie schon jetzt darum, den
Umstand, dass wir viele Themen quasi schon vorneweg erledigen, dann nicht zum Anlass nehmen,
hinten ab 2014 übermäßig draufzusatteln. Diese
gemeinsame Disziplin muss sein!
Bei den Töchtern überwiegen die positiven Ausblicke
• Sparkasse: stabile Entwicklung, Gewinnausschüttung wie erwartet.
• Klinikum weiterhin mit Ergebnisrisiken aufgrund der Rahmenbedingungen der
Krankenhausfinanzierung.
• StWN: N-ERGIE stabil mit hohen Investitionen durch die Energiewende.
VAG: Stadttarif zeigt positive Ergebniswirkung, aber ebenfalls hoher Investitionsdruck
durch rollendes Material.
• Messe: Rekordgeschäftsjahr (2012) hinsichtlich Umsatz und Jahresergebnis aufgrund
positiver Entwicklung des operativen Geschäftes.
• Flughafen: Kapitalzuführung und Restrukturierung laufen. Geschäftsführerwechsel im
November 2013.
• wbg: Ergebnisseitig stabile Mittelfristplanung; steigende Kapitalbindung aufgrund
Herausforderungen am Wohnungsmarkt.
• NOA-Leitlinien NOA 2015 beschlossen. JobPlan Stadt ist erfolgreich angelaufen.
Restrukturierungsmaßnahmen zeigen im laufenden Geschäftsjahr ergebnisseitig Wirkung.
• Noris inklusion: Verlustverringerung aufgrund erfolgreicher Entgeltverhandlungen.
Investitionsbedarf im Bereich eigener Immobilien.
• NüBad: Schwimmzentrum Langwasser als vorerst letzte Großinvestition.
• NüSt: Vorbereitungen für die Umsetzung des Investitions- und Zukunftskonzepts laufen.
Beteiligungen und Eigenbetriebe
Die Entwicklungen unserer Töchter
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 9
Zur Darstellung der Frage, wo stehen wir finanziell
jetzt in 2013 gehört unter dem Konzerngedanken
auch die Zusammenschau der Entwicklung in unseren Töchtern und Eigenbetrieben. Auch hier überwiegt der positive Ausblick. Die Sparkasse zeigt
eine stabile Ergebnisentwicklung und trägt mit ihrer
Ausschüttung auch zu den Haushalten 2013 und
2014 bei. Das Klinikum rutschte ja 2012 wieder in
die Verlustzone, der Ausblick ist so, dass dies 2013
mit großen Anstrengungen vermieden werden kann.
Bei der StWN liefert die N-Ergie stabile Ergebnisse,
verbunden mit der Herausforderung wachsenden
Liquiditätsbedarfs aufgrund der Investitionen in
Netze und Energiewende. Das VAG-Ergebnis stabilisiert sich, auch hier ist hoher Investitionsdruck in
den nächsten Jahren da, Sie haben dies über die
Presse mitverfolgt. Die Messe ist aktuell sicher
unsere Vorzeigetochter hinsichtlich Umsatz und
Jahresergebnis, gleichwohl stehen auch hier Herausforderungen durch Wettbewerb und Sanierungsdruck an. Beim Flughafen laufen Kapitalzuführung und Restrukturierung, wir bekommen einen
neuen Geschäftsführer im November. Auch von
meiner Seite als Beteiligungsreferent nochmal herzlichen Dank an die beiden scheidenden Geschäftsführer, H. Krüger und H. Marx, die in den letzten
beiden Jahren wichtige Weichen gestellt haben für
eine Gesundung. Wir sehen in den aktuell laufenden Untersuchungen mit Unterstützung Externer,
dass wir es mit solch wuchtigen, externen Entwicklungen am Markt zu tun haben, die von einem Flughafen mittlerer Größe wie unserem nicht komplett
kompensiert werden können. Die wbg liefert ebenfalls stabile Gewinne und hat den Auftrag, diese in
den nächsten Jahren verstärkt zur Bewältigung der
Probleme auf dem Wohnungsmarkt einzusetzen.
Die NoA-Sanierung ist unter dem neuen Geschäftsführer im letzten Jahr deutlich vorangekommen.
Nach der Planung ist 2014 kein zusätzlicher Verlustausgleich mehr notwendig. Auch die noris inklusion (früher wfb) konnte zuletzt einen geringeren
Verlust erreichen. Und unser NürnbergBadEigenbetrieb organisiert aktuell seine letzte Großinvestition, dann haben wir innerhalb von 10 Jahren
das komplette Bädersanierungsprogramm erfolgreich abgeschlossen. Ich denke, es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, dass wir in Zeiten, in
denen andere Bäder schließen, eine Bäderlandschaft für unsere Bürger, für die Vereine, für die
Schulen geschaffen haben, die sich sehen lassen
kann. Dies alles mit Augenmaß, es gibt ja viele
Väter, den damaligen Kämmerer Maly, der die ersten Untersuchungen in Gang gebracht hat, der
Kollege Brehm und ich haben auch ein wenig geschoben im damals neuen Bäder-Werkausschuss,
fortgesetzt von den Kolleginnen Heinrich und Böhm
und dann die Umsetzung unter Bürgermeister Förther mit seinen Werkleitern Friedmann und jetzt
Lächele. Ein solches Programm hat unser NüSt
noch vor sich, die neue Werkleitung versucht aktu4
ell, die notwendigen Planungen zu konkretisieren
und auch finanziell beherrschbar zu machen.
Konjunkturelle Erholung in Deutschland
Die aktuelle Wirtschaftslage
Konjunkturelle Erholung in Deutschland!
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 10
ifo-Geschäftsklimaindex seit Mai gestiegen
Stütze für die Konjunkturerwartung ist die robuste deutsche Binnenkonjunktur sowie ein
Abzeichnen des Endes der Rezession in den wichtigen Eurostaaten
Anstieg des BIP im 2. Quartal 2013 um 0,7 %, für 2014 wird aktuell mit 1,8% Wachstum
gerechnet
Aber wohin steuert die Weltwirtschaft? Schwaches Wachstum in den wichtigen
Schwellenländern (u.a. Brasilien, China, Indien) verdunkelt die Aussichten.
Quellen: ifo Institut, München; Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim
Und damit zum Haushalt 2014, dessen Zahlen wie
in der Vergangenheit natürlich auf vielen Annahmen
über die künftige Entwicklung basieren, u.a. die
konjunkturellen Perspektiven, weil letztendlich fast
alle Einnahmepositionen unseres Haushalts an der
wirtschaftlichen Entwicklung hängen. Das sind eben
nicht nur die Gewerbesteuer oder die Einkommensteuer, sondern auch unsere Einnahmen in den
Bädern und Museen. Die Perspektive ist gebremst
positiv, Basis ist die robuste deutsche Binnenkonjunktur. Sie sehen, die Kurven der beiden Indizes
gehen wieder nach oben, auch der ZEWKonjunkturindex bewegt sich auf hohem Niveau
ebenfalls nochmal leicht nach oben seit August.
Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal
wieder um 0,7 v.H. gestiegen und auch für den
Arbeitsmarkt sind die Prognosen durchaus stabil.
Aber natürlich gibt es Risiken für unsere exportorientierte Unternehmen in der Region: was macht die
europäische Staatsschuldenkrise, ist sie überwunden oder schläft sie nur? Und die Schwellenländer,
in den vergangenen Jahren Wachstumslokomotiven, schwächeln. Aktuell rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2014 dennoch mit
einem Wachstum von 1,8 % in Deutschland!
Was bedeutet das für den Haushalt 2014? Zunächst
die vier großen Zahlen, die ich Ihnen wie jedes Jahr
vorneweg präsentiere, um eine erste Einschätzung
zu geben, wohin die Reise geht.
Der Haushalt in Zahlen
Die wichtigsten vier Schlüsselkennzahlen
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 11
Jahresüberschuss/
-defizit
Cashflow
aus
Verwaltungs
-tätigkeit
Städtische
Mittel
Investitionen
Nettokreditaufnahme
bzw. Tilgung
Geplantes Jahresergebnis 2014 deutlich verbessert
Der Haushalt in Zahlen
Jahresergebnis
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 12
+22,8 Mio. €
Jahresergebnis nach Konsolidierung
+13,0 Mio. Euro
Planwert 2013
Das geplante Jahresergebnis kennen Sie bereits:
22,8 Mio. €, damit positiv und noch einmal deutlich
verbessert gegenüber dem Plan 2013!
-80.000.000 €
-60.000.000 €
-40.000.000 €
-20.000.000 €
0 €
20.000.000 €
40.000.000 €
60.000.000 €
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Planwerte der
Jahresergebnisse
Jahresergebnisse im Ist
Unsere Jahresergebnisse seit 2005
Die Jahresergebnis Plan und Ist im Vergleich
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 13
Folie 13 zeigt die Entwicklung seit 2005. Da sehen
Sie nochmal, dass wir bis auf 2007 und 2009 fast
immer positive Ergebnisse im Ist hatten, aber erst
seit 2012 dies auch im Plan darstellen können.
Interessant auch, dass wir quasi im Zweijahresrhythmus im Ist sehr nah am Plan sind und dann
wieder auseinandergeklafft sind. Für 2013 ist unser
Ehrgeiz, dass wir es jetzt zweimal hintereinander
schaffen, mit dem Ist sehr nahe dran zu sein, Ausreißer nach oben nehmen wir immer gerne hin.
5
Cashflow relativ konstant
Der Haushalt in Zahlen
Cashflow aus Verwaltungstätigkeit
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 14
+ 56,7 Mio. €
Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit nach
Konsolidierung
+61,4 Mio. Euro
Planwert 2013
Damit zum Cashflow aus der Verwaltungstätigkeit,
Sie kennen das inzwischen, das ist das Geld, das
wirklich auf dem Konto übrigbleibt, um unsere Investitionen zu bezahlen. Dieser Cashflow ist leicht
geringer als im Plan 2013, weil in 2014 Rückstellungen ergebniswirksam aufgelöst werden. Sie verbessern zwar unser Ergebnis, bedeuten aber keinen
wirklichen Geldfluss. Auf der anderen Seite verschlechtern gestiegene Versorgungszahlungen
unsere Liquidität, aber nicht unser Ergebnis. Der
Cashflow bewegt sich aber zum zweiten Mal in
einer Größenordnung von 60 Mio. € und damit in
einer vertretbaren Höhe, auch wenn es dauerhaft
das Ziel sein müßte, mindestens 100 Mio. € zu
haben, um unseren immer weiter ansteigenden
Investitionsberg zu schultern, aber dazu später
mehr.
Investitionsniveau weiter hoch
Der Haushalt in Zahlen
Der Mittelfristige Investitionsplan
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 15
429,2 Mio. €
Städtische Mittel investiv im Mittelfristigen Investitionsplan für
2014-2017
420,3 Mio. €
Planwert 2013-2016
Denn die Zahl von 429 Mio. € an städtischen Mitteln
für die nächsten vier Jahre im MIP zeigt, dass dieser Druck nicht nachlässt, aber das wissen Sie
genau wie ich, da sie all diese Projekte ja in Ihren
Ausschüssen und im Stadtrat auf den Weg bringen.
Auch da ein leichter Anstieg gegenüber dem letzten
MIP, gleichzeitig dürften wir hier tatsächlich unsere
Grenzen erreichen. Und zwar die finanziellen, aber
auch unsere kapazitativen. Nicht nur das Hochbauamt ächzt, auch insgesamt fahren wir in den wesentlich betroffenen Referaten wie Schule und Jugend am Limit dessen, was noch steuerbar ist.
Denn jedes einzelne Projekt muss ja ordentlich
vorgeplant und richtig dimensioniert sein, eine Herkulesaufgabe. Vielleicht zwei Zahlen: wir haben
aktuell 106 Projekte im BIC-Verfahren, darunter 18,
für die die wbg-k projektiert ist und über 70 Hochbauprojekte, die einzeln im MIP aufgelistet sind,
Pauschalen noch gar nicht mitgerechnet. Das bedeutet, dass auch die Entlastung durch die Aufteilung nach konventioneller Erstellung im Hochbauamt, die Unterstützung durch die wbg-kommunal
und durch PPP erstmal administriert werden muss.
Das ist und bleibt eine unsere wesentlichen Herausforderungen in den nächsten Jahren! Weil die Kurve
oben bleibt, Folie 16 zeigt, dass das Bruttoniveau
auch im neuen MIP über 700 Mio. € beträgt.
- €
100.000.000 €
200.000.000 €
300.000.000 €
400.000.000 €
500.000.000 €
600.000.000 €
700.000.000 €
800.000.000 €
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Unsere Investitionsplanungen seit 2005
Die Vierjahres-Zeiträume im Vergleich
Gesamtinvestitionen
Investitionen des Vierjahres-MIPZeitraumes
seit 2007 nur investiv
Städtische Mittel
Trennung investiv und
konsumtiv
Effekt:
Rückgang ca. 34 Mio. Euro
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 16
Verschuldung im Kernhaushalt und mit steuerfinanzierten Eigenbetrieben sinkt
Der Haushalt in Zahlen
Nettotilgung
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 17
6,7 Mio. €
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit = Nettotilgung (Kernstadt)
1,9 Mio. €
Nettotilgung mit steuerfinanzierten Eigenbetrieben
12,3 Mio. € Nettoneuverschuldung (Kernstadt)
oder 9,5 Mio. € Nettoneuverschuldung mit steuerfinanzierten Eigenbetrieben
Planwerte 2013
Und jetzt zu der Zahl, die unter den zehntausenden
von Zahlen zu Recht oder zu Unrecht am meisten
Beachtung findet: die wesentliche Änderung sehen
Sie links oben. Da steht dieses Jahr erstmals „Nettotilgung“ und nicht Nettoneuverschuldung. Darauf
haben wir in den letzten Jahren gemeinsam hingearbeitet, es ist eine wichtige Botschaft in die Bürgerschaft! Dass die Stadt nämlich tatsächlich im
Plan in der Lage ist, eine leichte Entschuldung darzustellen. Es ist nicht viel, diese 6,7 Mio. € im Kernhaushalt, aber auch da ist wohl die Richtungsänderung entscheidend. Allerdings wie oben schon ge6
sagt, inklusive NüBad und den anderen steuerfinanzierten Eigenbetrieben sind es nur noch 1,9 Mio.
€, insbesondere wegen der Kreditaufnahme für das
Langwasserbad.
Eckdaten 2014
Die wesentlichen Zahlen im Überblick
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 18
Ordentliche Erträge 1.574,8 Mio. Euro + 4,1% 1.512,7 Mio. Euro
Ordentliche Aufwendungen 1.535,0 Mio. Euro + 3,6% 1.482,0 Mio. Euro
Überschuss Jahresergebnis 22,8 Mio. Euro + 75,6% 13,0 Mio. Euro
Steuereinnahmen 824,1 Mio. Euro + 3,9% 793,2 Mio. Euro
Nettotilgung 6,7 Mio. Euro Nettoneuverschuldung: 12,3 Mio. Euro
Investitionen (städt. Mittel MIP inv.) 90,4 Mio. Euro - 18,3% 110,5 Mio. Euro
Bruttoinvestitionen (investiv) 149,4 Mio. Euro - 13,0% 172,0 Mio. Euro
Investitionen der jeweils nächsten 429,2 Mio. Euro + 2,1% 420,3 Mio. Euro
vier Jahre (städt. Mittel MIP inv.)
Investitionen der jeweils nächsten 727,3 Mio. Euro + 3,0% 705,8 Mio. Euro
vier Jahre (brutto investiv)
Veränderungen zu Plan 2013 - Planwerte 2013
Nun wie in den Vorjahren zu den wesentlichen
Zahlen im Überblick. Wir sind jetzt schon bei 1,57
Mrd. € und damit knapp 1,6 Mrd. € Erträgen und
das ist dann auch schon das Haushaltsvolumen
insgesamt. Die ordentlichen Aufwendungen liegen
mit 1,54 Mrd. € etwas darunter. Wichtig ist, dass die
Erträge mit 4,1 v.H. stärker wachsen als die Aufwendungen. Wesentlichen Anteil hat das Wachstum
der Steuererträge um 3,9 v.H. auf 824,1 Mio. €. Die
nächste Zahl ist erklärungsbedürftig. Die Investitionen in 2014 sinken auf knapp 90,4 Mio. € und damit
gegenüber dem ersten Jahr des Plans 2013 um
18,3 v.H.. Das ist aber keine Verlangsamung unseres Investitionsprogramms, das sieht man an der
Steigerung über den Vierjahreszeitraum von 3 v.H..
Es ist auch nicht das Ergebnis eines
Herunterrechnens, um den 2014-Haushalt vor der
Kommunalwahl aufzuhübschen. Nein, es ist schlicht
und einfach Ergebnis der MIP-Verhandlungen und
eines planungsbedingten Rückgangs. Mir hat es
nicht gefallen, aber wir haben es durchgeprüft, es
hat keinen Sinn, hier Projekte vorzuziehen, die noch
nicht umsetzungsreif sind. Deshalb die kleine Delle
und dann geht es wieder auf das hohe Niveau, das
wir seit 2008 halten.
Ergebnishaushalt 2014
Die Einnahmeseite
• Ausgewählte Erträge
• Steuereinnahmen: 824,1Mio. Euro (+3,9%)
• davon Gewerbesteuer: 427,6 Mio. Euro (+3,3%)
• Einkommensteuer: 234,3 Mio. Euro (+7,7%)
• Umsatzsteuer: 44,0 Mio. Euro (+1,2%)
• Schlüsselzuweisungen vom Land: 160,0 Mio. Euro (-1,8%) (Hinweis: Ist 2013 bei 180,6 Mio.
Euro)
• Leistungsentgelte: 97,4 Mio. Euro (+1,8%)
• davon Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte 58,7 Mio. Euro (-0,4%)
• Erstattungen vom Bund: 80,9 Mio. Euro (+11,4%)
• Zinserträge: 28,6 Mio. Euro (+21,7%)
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 19
Vergleiche Plan 2014
mit Plan 2013
Und nun zu den wichtigen Einzelpositionen im
Haushalt 2014. Die Steuereinnahmen insgesamt
und die Gewerbesteuer habe ich bereits angesprochen. Die Einkommensteuer steigt konjunktur- und
arbeitsmarktbedingt ebenfalls um 7,7 v.H. auf dann
234,3 Mio. € weiter an. Die Umsatzsteuer erhöht
sich nur leicht um 1,2 v.H.
Wichtige Schlüsselzuweisungen mit Unwägbarkeiten
Eine der schwierigsten Zahlen in diesem Jahr sind
die Schlüsselzuweisungen, weil wir das Thema
Zensus und seine Auswirkungen auf die Berechnung haben. Weder haben wir bisher die vom Finanzminister zugesagten, fiktiven Probeberechnungen möglicher Auswirkungen für 2013 gesehen,
noch wissen wir überhaupt, auf welcher Basis wir
uns 2014 bewegen werden. Sie wissen, dass die
Stadt Nürnberg die Zensusergebnisse aktuell mit
dem Statistischen Landesamt diskutiert und eventuell sogar ein Rechtsweg denkbar ist. Die von uns
angesetzten 160 Mio. € bewegen sich nahezu beim
Planansatz für 2013, aber deutlich unter dem tatsächlichen Ist von 180,6 Mio. €. Wir lagen in den
letzten Jahren immer auf der sicheren Seite mit
unserem Planansatz. Wie es sich dieses Jahr darstellt, ist mit großen Unwägbarkeiten verbunden. Es
wird sich im Viereck von Entwicklung der relativen
Finanzkraft, der Höhe und dem kommunalen Anteil
an der Verbundmasse, dem Einfluss des Zensusergebnisses (auch wenn dieser Einfluss durch den
10-Jahres-Übergangszeitraum gestreckt ist) und der
Frage, ob München endgültig rausfällt, entscheiden.
Eine Anmerkung noch, weil es mir in Anbetracht
mancher Darstellung des letzten Jahres doch nötig
erscheint: Die Schlüsselzuweisungen sind ein wichtiges Kernelement des kommunalen Finanzausgleichs, das den Zweck hat, auf Basis objektiver
Zahlen zu Finanzkraft und Höhe der Sozialausgaben, die sich wiederum aus der Sozial- und Wirtschaftsstruktur einer Stadt ergeben, den Kommunen finanzielle Unterstützung zu geben, die mehr
Aufgaben und Lasten zu tragen haben als andere.
Es ist kein persönliches Geschenk des jeweiligen
bayerischen Finanzministers aus seiner Privatschatulle, sondern ein im Rahmen der Verhandlungen
zwischen Staatsregierung und kommunalen Spitzenverbänden ausverhandeltes Paket, das in unterschiedlicher Höhe fast allen bayerischen Kommunen zusteht. Meine Bitte an Sie wäre in den nächsten Wochen, da, wo Sie Einfluss haben, nochmal
darauf hinzuweisen, dass die vom Städtetag seit
Jahren geforderte Anhebung des kommunalen
Anteils am bayerischen Steueraufkommen von
12,75 v.H. auf 15 v.H. für uns als Stadt Nürnberg
7
wesentlich und wichtig wäre, um unsere Aufgaben
in den nächsten Jahren erfüllen zu können.
Die Leistungsentgelte, d.h. insbesondere Gebühren
bleiben weitgehend stabil bei 97,4 Mio. €, während
die Erstattungen um 11,4 v.H. auf 80,9 Mio. € ansteigen. Wesentliche Ursache ist die Erhöhung der
Erstattung für die Grundsicherung im Alter auf nunmehr 100 v.H.. Auch hier gibt es ja immer wieder
unterschiedliche Interpretationen. Diese echte Entlastung durch den Bund ist ein wesentlicher Fortschritt der letzten Bundestagsperiode und ein Ergebnis der Verhandlungen zwischen Bund, Ländern
und Kommunen in der Gemeindefinanzkommission,
zum Bildungs- und Teilhabepaket und zuletzt zum
Fiskalpakt. Jetzt geht es darum, ob von der neuen
Bundesregierung das Versprechen eingelöst wird,
einen wesentlichen Anteil an der Eingliederungshilfe
für Behinderte zu übernehmen. Dieses wiederum
würde uns bei der Bezirksumlage entlasten.
Ganz unten sehen Sie die Zinserträge, die nach der
Planung steigen, insbesondere aufgrund des zu
erwartenden Anstiegs bei den Erstattungszinsen.
Steuern sind unsere wichtigste Einnahmequelle
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 20
Ordentliche Erträge 2014
Die Steuererträge machen über 50% aus
Bestandsveränderung 0,04% Sonstige Transfererträge 0,35% Aktivierte Eigenleistungen 0,46%
Steuern 52,3%
Zuwendungen, allg. Umlagen 24,0%
Kostenerstattungen, -umlagen 10,6%
Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte 3,7%
sonst. ordentliche Erträge
3,2%
Auflösung Sonderposten
2,9%
Privatrechtliche
Leistungsentgelte 2,5%
Folie 20 verdeutlicht nochmal die Größenverhältnisse und die Bedeutung unserer Einnahmekategorien.
Mit 52,3 v.H. sind die Steuern unsere wichtigste
Einnahmequelle. Mit einem Drittel, nämlich insgesamt 34,6 v.H. kommen die Zuweisungen und Kostenerstattungen von Bund, Land und anderen Gebietskörperschaften, während die öffentlichrechtlichen und privatrechtlichen Leistungsentgelte
mit insgesamt 6,2 v.H. eine deutlich nachrangige
Rolle bei den Gesamteinnahmen spielen. Hier wird
auch deutlich, warum auch die härtesten Gebührenerhöhungen einen Haushalt niemals sanieren
können. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserer
Linie moderater, am Inflationsausgleich orientierten,
Erhöhungen bei den Eintrittspreisen und Gebühren
richtig handeln. Aber es wird eben auch deutlich,
warum unser Haushalt so sensibel auf Kürzungen
bei Zuweisungen und Zuschüssen reagiert, deswegen müssen wir als Kommunen genau die Auswirkungen von Fiskalpakt und Schuldenbremse auf die
Zuweisungen von Bund und Land beobachten.
Gewerbesteuer ist und bleibt unersetzlich für die
Kommunen
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 21
Gewerbesteuer 51,9%
Einkommensteuer 28,4%
Grundsteuer A + B 13,8% Umsatzsteuer 5,3%
Zweitwohungssteuer 0,1% Hundesteuer 0,2% Umsatzsteuerhärteausgleich 0,3%
Steueraufkommen 2014
Die Gewerbesteuer bleibt die tragende Säule
Dieselbe Darstellung für die anteilige Bedeutung der
Steuerarten zeigt eindrucksvoll, dass die Gewerbesteuer für uns unersetzlich ist. Weder der Anteil an
der Einkommensteuer, noch die Grundsteuer oder
der Anteil an der Umsatzsteuer können diese ersetzen. Und schon gar nicht kleinere Steuern wie die
Zweitwohnungs- und Hundesteuer. An dieser Stelle
kann ich Ihnen nicht ersparen noch ein paar Worte
zum Thema „Abschaffung der Gewerbesteuer“ zu
sagen. Ich dachte ja, wir haben das hinter uns, aber
natürlich hat unser Oberbürgermeister auch da
Recht behalten. Als ich damals nach der Gemeindefinanzkommission, in der der Städtetag den Erhalt
der Gewerbesteuer erkämpft hatte, gesagt habe, ich
denke, das Thema ist jetzt erstmal vom Tisch, hat er
gesagt, das wird Dich dein ganzes Kämmererleben
verfolgen. Und so ist es. Und da die Abschaffung
diesmal wieder vom alten und vielleicht auch künftigen Bundesfinanzminister auf die Tagesordnung
gesetzt wurde, müssen wir uns nochmal damit beschäftigen. Bitte unterstützen Sie uns auch diesmal
so wie damals, wir hatten im Stadtrat hierzu Konsens. Denn es hat sich nichts geändert. Nach den
damaligen Berechnungen hätten im gesamtstaatlichen Steuertopf um die 6 Mrd. € gefehlt, das wären
jetzt mehr, weil die Steuereinnahmen insgesamt
höher sind. Es würde das Band zwischen Kommune
und Wirtschaft zerschnitten werden mit negativen
Folgen für das Bemühen der Städte um die Unternehmen und auch das Interesse der Unternehmen
an der Entwicklung in den Kommunen. Die großen
Städte hätten die größten Verluste hinnehmen müssen und der Zuschlag auf die Einkommensteuer
hätte unsere Bürgerinnen und Bürger deutlich stärker getroffen als andere. Wir hatten mit den Fürthern mal errechnet, dass wir zwischen 1.500 und
2.000 € mehr auf die Einkommensteuerschuld hätten aufschlagen müssen. Jeder kann sich ausrechnen, dass das eine Abwanderungsflut ins Umland
8
ausgelöst hätte, die wir in den letzten 10 Jahren mit
viel Mühe endlich umgedreht haben. Das alles verbunden mit den entsprechenden Auswirkungen auf
Verkehr und Wirtschaftsentwicklung. Also, die Gewerbesteuer muss gestärkt, nicht abgeschafft werden, da sollten wir uns einig sein!
Personalaufwendungen steigen insbesondere
durch Ausbau der Kinderbetreuung
Ergebnishaushalt 2014
Die Aufwandsseite
• Ausgewählte Aufwendungen
• Personalaufwendungen: 510,1 Mio. Euro (+3,8%)
• Sach- und Dienstleistungen: 209,7 Mio. Euro (+0,4%)
• Abschreibungen 97,9 Mio. Euro (+5,8%)
• Transferaufwendungen insgesamt 652,3 Mio. Euro (+4,4%)
• Sozialtransferaufwendungen (mit Bezirksumlage): 526,4 Mio. Euro (+5,0%)
• Zuschüsse an soziale Einrichtungen (gesetzl./vertragl.): 94,1 Mio. Euro (+15,4%)
• Hilfe z. Lebensunterhalt/Grundsicherung: 52,6 Mio. Euro (+7,2%)
• Familien- und Jugendhilfe: 72,4 Mio. Euro (+3,5%)
• Kosten der Unterkunft u. weitere ALII-Leistungen: 109,8 Mio. Euro (-3,5%)
• Bezirksumlage: 148,3 Mio. Euro (+6,0%)
• Weitere Transferaufwendungen 125,9 Mio. Euro (+1,9%)
• Gewerbesteuerumlage (66,0 Mio. Euro) (+3,3%)
• Zinsen: 45,8 Mio. Euro (-12,7%)
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 22
Vergleiche Plan 2014
mit Plan 2013
Nun zu den Aufwendungen: die Personalaufwendungen steigen um 18,8 Mio. € oder 3,8 v.H. auf
nunmehr 510 Mio. € und machen damit ca. ein
Drittel unseres Haushalts aus. Damit kann auch im
nächsten Jahr das Ziel, diese Ausgabeposition
stabil zu halten, nicht ganz realisiert werden. Zum
einen mussten wir Besoldungs- und Tarifsteigerungen von 2,95 v.H. bzw. 2,5 v.H. einbeziehen, zum
anderen wächst unser Stellenbestand alleine für
2014 durch den Ausbau der Kinderbetreuung um
ca. 71 Stellen. Übrigens haben wir damit für das
Thema Kinderbetreuung seit 2008 immerhin über
300 Stellen geschaffen. Insgesamt enthält der Personalkostenansatz 2014 max. 8 Mio. € für zusätzliche Stellen. Mehr darf da nicht mehr drauf kommen.
Wir schaffen die Wiederbesetzungssperre zum
1.1.2014 ab, eine Maßnahme, die richtig ist, die
aber bei unserer Aufsicht schon dazu führen wird,
dass man uns beim Thema Personalmehrausgaben
noch intensiver auf die Finger schaut als sonst. Die
Diskussion über die Stellenschaffungen generell
wird damit auch dieses Jahr wieder ein schwieriger
Teil der Haushaltsberatungen sein.
Dafür, das ist die gute Botschaft, halten wir die
Sach- und Dienstleistungsausgaben mit knapp 210
Mio. € ziemlich stabil, ein Nachweis dafür, dass
unsere Verwaltung spart, wo es möglich ist.
Demgegenüber steigen die Abschreibungen um 5,8
v.H. auf 97,9 Mio. €. Dass diese Position demnächst die 100 Mio. €-Schranke knackt, ist unausweichlich, in dem Maß, in dem wir unser Investitionspaket umsetzen werden. Die Formel heißt
schlicht: mehr Bauten, mehr Anlagevermögen, mehr
Abschreibung, höhere Belastung der Ergebnisrechnung!
Ebenfalls weiter steigen die Transferaufwendungen
mit 4,4 v.H. auf insgesamt 652,3 Mio. €. Diese bestehen und das muss man zu Analysezwecken
immer differenzieren, aus den Sozialtransferaufwendungen und den „weiteren“ Transferaufwendungen wie der Gewerbesteuerumlage und den
Verlustausgleichen an städtische Töchter.
Sozialtransferaufwendungen machen ein Drittel
des Haushalts aus
Bleiben wir zunächst bei den Sozialtransferaufwendungen, die einschließlich der Bezirksumlage, die ja
wesentlich aus Sozialausgaben besteht, insgesamt
526,4 Mio. € ausmachen und damit nach den Personalausgaben sozusagen das zweite Drittel des
Nürnberger Stadthaushalts auch in 2014 darstellen.
Innerhalb der Sozialaufwendungen steigen die
Zuschüsse an soziale Einrichtungen um 15,4 v.H.
auf 94,1 Mio. €. Und da können Sie sicher sein,
auch diese Position wird demnächst die 100-Mio. €
Marke reißen. Das ist nämlich die natürliche Folge
des Ausbaus der Kinderbetreuung und damit quasi
gottgegeben und gewollt. Auch die Grundsicherung
im Alter steigt wiederum um 7,2 v.H. an, etwas das
uns aber nicht mehr so viele Sorgen machen muss,
weil der wesentliche Teil, nämlich 48,5 Mio. € uns
künftig vom Bund ersetzt wird. Die Familien- und
Jugendhilfen steigen auf 72,5 Mio. € oder 3,5 v.H.
Darin enthalten sind unter anderem die Heimunterbringungskosten und die Hilfen zur Erziehung in
verschiedenen Formen. Dazu ist zu sagen, dass der
Kollege Prölß sowie unsere Jugendamtsleiterin Frau
Dr. Schröder um diese Position auch in diesem Jahr
wieder sehr gerungen haben. Die Berechnungen
des Jugendamtes würden uns aufgrund der Kostenentwicklung in wesentlichen Teilen ein deutlicheres Wachstum des Ansatzes aufzwingen. Ich bin
dem Kollegen Prölß dankbar, dass wir hier einen
gemeinsamen Ansatz gefunden haben, der das Ziel
erfüllt, diese Position, die sich seit 2005 immerhin
verdoppelt hat, im weiteren Anstieg zu begrenzen.
Fairerweise müssen wir aber diese Position beim
Controlling dahingehend beurteilen, ob dieses Ziel
in der Realität erreichbar ist.
Ähnlich verhält es sich mit dem Ansatz für die Kosten der Unterkunft. Auch da haben wir gemeinsam
versucht, trotz Mietsteigerungen das 2012-Ergebnis
zu halten. Ob das möglich ist, wird das kommende
Jahr zeigen und es wird wesentlich von der Entwicklung des Arbeitsmarktes abhängen.
9
Nun komme ich noch zur Bezirksumlage, ein Ansatz, der für alle Kämmerer Mittelfrankens jedes
Jahr ein Quell der unermesslichen Freude ist. Diese
steigt nach unseren Annahmen um 6 v.H.
auf 148,3 Mio. €. Wir haben uns auch für 2014
wieder im Kreis der vier städtischen Hauptumlagezahler Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach
abgestimmt und meinen, dass der Bezirk in der
Lage sein müsste, seinen Umlagesatz auf 23,4 v.H.
zu senken, da er aufgrund der Steigerung der Umlagekraft der Städte und Landkreise und seiner
eigenen mittelfristigen Finanzplanung eigentlich
damit auskommen müßte. Wir haben das an den
Bezirk auch deutlich kommuniziert, hören aber aus
dem Umfeld des Bezirks, dass die Bereitschaft, hier
auf die Überlegungen und Notwendigkeiten der
Umlagezahler Rücksicht zu nehmen, überschaubar
ist. Daher meine Bitte an alle hier im Raum, die
Kontakt mit Bezirksrätinnen und Bezirksräten aller
politischen Farben haben: Versuchen Sie, Ihren
Einfluss im Sinne der Stadt auszuüben. Ansonsten
ist dieser Ansatz, obgleich wohlbegründet, eine
Risikoposition des Haushalts für 2014!
Bei der Betrachtung der weiteren Transferaufwendungen fällt die aufaddierte Gewerbesteuerumlage
in Höhe von 66 Mio. € doch sehr ins Gewicht. Man
stelle sich vor, der Bund würde den Kommunen
diese Belastung künftig erlassen. Aber das ist vielleicht ein Thema für die kommenden Verhandlungen zu Finanzausgleich und Solidarpakt Ost im
Hinblick auf das Jahr 2019. Der Haushalt 2014
enthält 4,1 Mio. € an geplanten Verlustausgleichen
für die StWN und Noris Inklusion. Daneben ist die
weitere Tranche von 3,75 Mio. € an Kapitalzuführung für den Flughafen eingestellt. Erfreulich ist,
dass die NoA aufgrund der Umstellung auf direkte
Verrechnung der Projekte, die im Auftrag der Stadt
erledigt werden, nach dem Wirtschaftsplan, der vom
Aufsichtsrat einstimmig gebilligt wurde, keinen zusätzlichen Verlustausgleich mehr benötigt.
Ebenfalls positiv ist der Rückgang des Zinsaufwandansatzes um 12,7 v.H. auf 45,8 Mio. €, ein
Ergebnis unseres guten Zinsmanagements und der
anhaltenden Niedrigzinsphase, die bei Umschuldungen deutliche Einsparungen ermöglicht.
Auch die Ausgaben haben wir versucht, Ihnen in
den Anteilen nochmal graphisch darzustellen. Das
Ranking ist klar: Sozialaufwendungen knapp vor
Personalaufwendungen, Sachausgaben, Abschreibungen und den sonst. Transferaufwendungen,
geprägt von der Gewerbesteuerumlage!
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 23
Ordentliche Aufwendungen 2014
Transferaufwendungen mit leicht steigendem Anteil
Sozialtransferaufwendungen mit Bezirksumlage 34,3%
Personalaufwendungen 29,1%
Aufwendungen für Sach- u. Dienstleistungen 13,7%
Planmäßige
Abschreibungen 6,4%
sonstige ord.
Aufwendungen
4,2%
Versorgungsaufwendungen
4,1%
sonstige
Transferaufwendungen
8,2%
Auch für 2014 haben wir schon viele Maßnahmen und Projekte finanziert
Was ist schon drin?
Diese Positionen und Projekte sind neben anderen für 2014 bereits
berücksichtigt
Stellen (+8,0 Mio. Euro)
• Schaffung von zusätzlichen Stellen insbesondere Kinderbetreuung und
Lehrerbereich (+8.000TEuro)
Schulen (1,472 Mio. Euro)
• Weitere Anmietungen für Aufbau Staatliche Realschule III (+126 TEuro)
• Containeranmietung für Scharrer Schule (108TEuro)
• Kosten für die Zusatzanmietung für die Herschelschule (+500 TEuro)
• Steigende Kosten der Schülerbeförderung (+363 TEuro)
• Mehrbedarf freie Lehrmittel wegen eines neuen Lehrplanes für die 1. und 2.
Klassen (+375 TEuro)
Kinderbetreuung (2,640 Mio. Euro)
• Zuschüsse an freie Träger der Kindertagesstätten (+2.640 TEuro)
Umwelt (50 TEuro)
• CO2-Bilanzierung (20T€)
• Öffentlichkeitsarbeit Klimaschutz (+10T€) + einmalig Medienkampagne
Klimaschutzfahrplan (20TEuro)
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 24
Kultur (493 TEuro)
• Sachmittel für das Eröffnungsjahr der Kunstvilla (+403 TEuro)
• Bewirtschaftung Z-Bau (+29T€), sowie Zuschusserhöhung an Z-Bau
Betreiber (+61TEuro)
Stadtentwicklung und Verkehr (530 TEuro)
• Ansätze für zwei städtebauliche Wettbewerbe (Wendeschleife Thon und
Tiefes Feld U-Bahn-Oberfläche) (+260 TEuro)
• Vermessung U-Bahn und Bauwerksprüfungen (+270 TEuro)
Sonstiges
• Verleihung interkultureller Jugendpreis (5T€)
• Projekt SMS-Warnsystem Katwarn (15TEuro)
• Mehrbedarfe und Kostenerhöhungen bei der Gebäudereinigung (+750
TEuro)
Die nächste Folie soll Ihnen zeigen, dass wir in
diesem Haushaltsplanentwurf 2014 wie in den letzten Jahren viele Dinge bereits verarbeitet haben,
die finanziert werden müssen. Diese Liste zeigt
exemplarisch einige Maßnahmen, wo wir Erhöhungen zustimmt haben. Darüber hinaus gibt es noch
zahlreiche weitere dauerhafte und einmalige Aufstockungen. Das sind 8 Mio. € für neue Stellen
insbesondere im Kindergarten und Lehrerbereich,
knapp 1,5 Mio. € für schulische Maßnahmen, 2,6
Mio. € für Kinderbetreuungsprojekte, 50 T€ für Umwelt, eine halbe Million € für die Kultur, darunter ZBau und Kunstvilla sowie ebenfalls eine gute halbe
Million € für Stadtentwicklung und Verkehr. Meine
Bitte an Sie, wir haben in dieser Periode ja gemeinsam eine Kultur weiterentwickelt, die versucht, ein
Stück Rationalität in die Haushaltsdiskussion zu
bringen. Ich sage als Kämmerer nicht überall und
immer nein und die Kolleginnen und Kollegen in der
Verwaltung sowie Sie als Stadtrat satteln dann
hinten nicht immer noch mehr drauf. Alle meine
Gespräche mit Kollegen beim Kämmerertag letzte
Woche zeigen mir immer wieder, da sind wir weiter
als viele andere. Lassen Sie uns das auch durch
diese wahlkampfberührten Haushaltsberatungen
aufrechterhalten. Alle diese Positionen auf der Folie
sind die Ihren, das sind keine Gnadengaben von
mir, sondern kleine, aber wichtige Schritte der Stadt
10
im Rahmen unserer Ziele. Die können Sie draußen
auch für sich reklamieren! Aber natürlich verbinde
ich das mit dem Appell und der Hoffnung, dass wir
es dann wie in den letzten Jahren schaffen, keine
übermäßigen profilierungsbedingten Mehrausgaben
mehr oben drauf satteln müssen.
SÖR (62,5 Mio. Euro +11,6%)
» Mehrbedarf durch SÖR nicht beeinflussbar,
z.B. aufgrund der Tarifanpassung ab 01.01.2014, höherer Abschreibungen und
Energiekosten (+4,9 Mio. Euro)
» Mehrbedarf aufgrund allgemeiner Kostensteigerungen
u.a. Treibstoffe (400TEuro)
Unterhaltskosten Lichtsignalanlagen und Straßenbegleitgrün (690TEuro)
» Mehrbedarf durch Beschlüsse
u.a. Umgestaltung Wöhrder See (65TEuro),
Unterhalt neuer Grünanlagen und Spielplätze ( 195TEuro),
Sanierung öffentlicher Toiletten (50TEuro)
NürnbergBad (6,0 Mio. Euro +11,1%)
» bedingt u.a. durch Neubau Schwimmzentrum Langwasser
Franken Stadion (1,1 Mio. Euro -13,4%)
» u.a. aufgrund rückläufiger Unterhaltsleistungen in 2014 gegenüber Sondereffekten 2013
Das kosten unsere steuerfinanzierten Eigenbetriebe
Geplante Verlustausgleiche und Erstattungen in 2014
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 25
Ähnliches gilt für unsere Eigenbetriebe, herausgehoben natürlich wie gewohnt unser SöR. Dessen
Zuschuss steigt um 11,6 v.H. auf 62,5 Mio. €. Die
Gründe sind, wie dargestellt, Tarifanpassungen,
höhere Abschreibungen und Energie- und Treibstoffkosten sowie steigende Unterhaltskosten von
Lichtsignalanlagen und Straßenbegleitgrün in Höhe
von insgesamt 5,9 Mio. €. Daneben Mehrbedarf
durch Beschlüsse des Stadtrats, darunter das neue
„Freizeitparadies“ Wöhrder See, der Unterhalt neuer
Grünanlagen und Spielplätze sowie die Sanierung
öffentlicher Toiletten.
Auch der Zuschuss bzw. Verlustausgleich für
Nürnbergbad steigt durch das bereits erwähnte
Schwimmbad Langwasser, das aktuell entsteht,
während der planmäßige Verlustausgleich für das
Frankenstadion aufgrund geringerer Investitionen in
2014 gegenüber 2013 sinkt.
ÖPNV, Verkehrsinfrastruktur und Schulen als
Investitionsschwerpunkte
1.130
117.709
56.050
50.221
8.348
57.932
174.440
187.888
22.232
30.863
87.858
Aufteilung auf Investitionsbereiche
Schulen, ÖPNV und Verkehrsinfrastruktur weiter im Fokus
Gesamtsummen investiv
und konsumtiv 2014-2017
in Tausend Euro
Städtische Mittel (495,6 Mio. Euro) Bruttoinvestitionen (794,7 Mio. Euro)
Sonstiges: u.a.
• Dokumentenmanagementsystem
• SAP-Weiterentwicklung
• Grundstückskäufe
• diverse Pauschalen
• Kapitalerhöhung Messe
• ...
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 26
1.130
89.648
46.682
44.461
8.088 34.753
55.412
80.819
19.960
30.800
83.864
Verwaltungsgebäude
Schulen
Feuerwehr
Sport, Freizeit
und Kultur
Grün und
Spielplätze
Kinderbetreuung
Straßenbau,
Radwege,
Plätze
ÖPNV
Brücken
Allgemeiner
Hochbau
Sonstiges
Verwaltungsgebäude
Schulen
Feuerwehr
Sport,
Freizeit und
Kultur
Grün und
Spielplätze
Kinderbetreuung
Straßenbau, Radwege,
Plätze
ÖPNV
Brücken
Allgemeiner Hochbau
Sonstiges
Damit zu den Investitionen und zu den mittlerweile
bekannten Kuchendiagrammen, links unsere städtischen Investitionsmittel in Höhe von 495,6 Mio. €,
rechts die Bruttoinvestitionen in Höhe von 794,7
Mio. €, bei Zahlen inklusive der konsumtiven Teile
der Investition! In der Zusammensetzung setzt sich
auch im neuen MIP die bisherige Linie fort: Brutto
am stärksten der ÖPNV mit 187,9 Mio. € knapp vor
der Kategorie Straßenbau, Radwege, Plätze mit
174,4 Mio. €, nunmehr stark geprägt vom Frankenschnellweg, dann die Schulen mit 117,7 Mio. € und
der Kinderbetreuung, die ihren Vorsprung hauchdünn vor der Feuerwehr hält, hier dominiert der
Neubau der Feuerwache 1. Dazu ein Wort: wir
haben die Feuerwache mit den vor der Sommerpause intensiv diskutierten Mehrkosten im MIPEntwurf eingeplant und finanziert, auch wenn der
Stadtrat erst im Oktober eine endgültige Entscheidung auf Basis der laufenden Überprüfungen fällen
wird. Es war aus meiner Sicht eine Frage der Vorsicht, weil man einen 46 Mio. €-Block leicht wieder
rausnehmen kann, aber schwer zusätzlich noch
reinbringt, wenn der MIP mal weitgehend steht. Eine
Vorwegnahme Ihrer Entscheidung ist das in keiner
Weise, auch wenn sich im Rahmen unserer Untersuchungen zunehmend abzeichnet, dass die Alternativen schwierig sind. Wir haben den ganzen
Sommer gemeinsam mit Feuerwehr, Hochbauamt
und Externen fieberhaft an dem Thema gearbeitet,
wir sind noch nicht komplett durch, werden aber in
der Lage sein, Ihnen eine begründete, nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage zu liefern.
Neue Projekte im Mittelfristigen Investitionsplan
Die nächsten Projekte werden in Angriff genommen
Für den Neubau der Bertolt-Brecht-Schule sowie der Karl-Schönleben-Schule werden ab 2014 Mittel für die
Vorbereitung der Baumaßnahmen vorgesehen.
Das Familienzentrum in der Rothenburger Straße 45 wird nun generalsaniert. Der Ansatz hierfür wurde auf
insgesamt 10,8 Mio. Euro erhöht.
Die Beschleunigung der Straßenbahnlinie 4 (Bauabschnitte 1 und 2) wurde mit 5,5 Mio. Euro neu aufgenommen.
Die Maßnahme "Hochwasserschutz Gründlachtal" wurde mit 450.000 Euro aufgenommen.
Zur Vorbereitung der Generalinstandsetzung für die Zeppelintribüne werden 3 Mio. Euro bereitgestellt.
Für die Errichtung einer Zentralküche für NürnbergStift wird ein Zuschuss von 1 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.
Die Sanierung des Parkdecks im Bauhof wurde mit 561.000 Euro neu aufgenommen.
Für den Erwerb von Ersatz- und Ausgleichsflächen wird jährlich 1 Mio. Euro neu vorgesehen.
Die Baupauschale wird wegen Änderung der Wertgrenzen aufgestockt (Effekt: 1,4 Mio. Euro).
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 27
Bruttoinvestitionen laut MIP im
Zeitraum von 2014 bis 2017
Bei den reinen Stadtmitteln links ist die Reihenfolge
etwas anders, weil die Anteile der Zuschüsse in den
einzelnen Bereichen doch unterschiedlich sind. Da
dominieren die Schulen mit 89,7 Mio. € vor dem
ÖPNV mit 80,8 Mio. €, dem Straßenbau und der
Feuerwehr. Folie 27 zeigt Ihnen, was alles zusätzlich reingekommen ist in den neuen MIP bis 2017:
der Neubau der BBS in Langwasser, einschließlich
der Karl-Schönleben-Schule, eines unserer wirklichen Megaprojekte für die nächsten Jahre, wir diskutieren ja später dazu noch in einem gesonderten
Tagesordnungspunkt. Daneben nur kurz genannt:
Generalsanierung Rothenburger Straße mit 10,8
Mio. €, Beschleunigung Straßenbahnlinie 4 mit 5,5
Mio. €, Pilotprojekt Sanierung Zeppelintribüne mit 3
11
Mio. €, Zuschuss Zentralküche NürnbergStift und
der Erwerb von Ersatz- und Ausgleichsflächen mit
jeweils 1 Mio. €.
Übrigens auch die MIP-Darstellung im Haushaltsplan hat sich geändert. Da haben wir lange überlegt, wie wir das machen. Schauen Sie sich mal an,
ob das für Sie so transparent ist und geben Sie uns
eine Rückmeldung.
Die wichtigste Botschaft: Die Schuldenkurven
sinken
864 € 864 €
910 € 925 € 947 € 939 €
965 €
1.006 €
1.057 €
1.183 €
1.272 € 1.269 €
1.264 €
1.258 €
1.196 €
1.267 €
1.394 €
1.430 €
1.473 €
1.609 €
1.661 € 1.659 €
1.691 €
1.789 €
1.847 €
1.809 €
1.803 €
1.794 €
893 € 894 €
944 € 969 €
1.008 €
1.024 €
1.051 €
1.089 €1.139 €
1.258 €
1.347 € 1.331 € 1.334 €
1.332 €
800 €
1.000 €
1.200 €
1.400 €
1.600 €
1.800 €
2.000 €
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Stand: Entwurf 2014
Stadt
mit Eigenbetrieben
Stadt
Kernhaushalt
Stadt
mit Eigenbetrieben
NüBad, FSN und
SÖR, NüSt sowie
vormals STEM
> Planwerte
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 Schuldenstand in Mio. Euro
Schuldenentwicklung
Eine Analyse unserer langfristigen Verbindlichkeiten
28
Jetzt zur bekannten Schuldenkurve, die, das war ja
unser Ziel, seit 2012 nicht mehr nur den Weg nach
oben kennt. Sie sehen die inzwischen bekannten
drei Kurven, unten die des Kernhaushalts, die nach
Plan Ende 2014 1,26 Mrd. € betragen würde, darüber die Kurve einschließlich der steuerfinanzierten
Eigenbetriebe in Höhe von dann 1,33 Mrd. € und
dann ganz oben einschließlich auch der beiden
gebührenfinanzierten Eigenbetriebe SUN und ASN
mit insgesamt 1,79 Mrd. €. Die aussagekräftigste
Kurve, dabei bleibe ich, ist die mittlere und auf die
sollten wir uns auch künftig konzentrieren, ohne die
anderen beiden aus den Augen zu verlieren.
Mittelfristige Finanzplanung
Der aktuelle Stand unserer Planungen für die nächsten Jahre
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 29
Entwicklung der Schulden
(Investitionskredite, Anleihe und PPP) –
mit und ohne steuerfinanzierte
Eigenbetriebe –
(absolute Werte in Mio. Euro)
(Stand jeweils zum 01.01. des jeweiligen
Jahres)
Nettoschuldentilgung
864 €
864 €
910 €
925 €
947 €
939 €
965 €
1.006 €
1.057 €
1.183 €
1.272 €
1.269 €
1.264 €
1.258 €
1.256 €
1.249 €
1.228 €
894 €
894 €
944 €
969 €
1.008 €
1.023 €
1.051 €
1.089 €
1.139 €
1.257 €
1.347 € 1.331 € 1.334 €
1.332 €1.345 € 1.357 €
1.349 €
800 €
900 €
1.000 €
1.100 €
1.200 €
1.300 €
1.400 €
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Betrachtet man die weitere Entwicklung der Verschuldung im Kernhaushalt auf Basis des aktuellen,
noch nicht abschließenden Standes der mittelfristigen Finanzplanung, dann würden wir bis 2017 einen kleinen, aber doch kontinuierlichen Schuldenabbau auf dann 1,23 Mrd. € hinbekommen. Aber,
das muss schon herausgehoben werden, diese
Entwicklung ist mit großen Risiken verbunden,
hängt wesentlich davon ab, dass die Einnahmen,
wie in der Steuerprognose vom Mai vorausgesagt,
stabil mit leichten Zuwächsen kommen und wir auf
der Ausgabenseite keine überraschenden Mehrbedarfe hinzufügen.
Simulationsrechnung bis 2026: Ein Investitionsberg steht uns in den nächsten Jahren bevor
Folgende Projekten wurden eingerechnet
Eine Auswahl der Maßnahmen:
Maßnahmen/Projekte
Frankenschnellweg Bertolt-Brecht-Schule, ÖÖP Kinderbetreuungsausbau bis 2020 Ämtergebäude Dietzstraße
Brückennotprogramm von SöR GS Karl-Schönleben-Straße,
Neubau
Opernhaus (Brandschutz und
Technik)
Tiefgaragensanierung
Stöpselgasse
Brücke FSW/SWT GS Viatisstraße, Dep.
Siedlerstraße, Abriss und Neubau
Konzertsaal Brandschutzmaßnahmen
Rathäuser
Weiterbau U-Bahn: U3-SW und –
NW
VS Scharrerstraße, Erweiterung,
Ganztagesbetrieb, Hort
Z-Bau, 2. BA Sanierung Rathaus Hauptmarkt 18
Weststadt -Umsetzung Grün- und
Freiraumkonzept
Martin-Behaim-Gymnasium,
Erweiterung
Künstlerhaus, 3. BA,
Generalsanierung
Neue Kfz-Zulassung
ehem. Quelle-Areal Schulzentrum Südwest, Neubau Meistersingerhalle, Brandschutz -
Generalsanierung
Sanierung Freiwillige Feuerwehr
Gerätehäuser
Maßnahmen aus dem NVEP Schule Fürreuthweg Reichsparteitagsgelände
Lärmminderungsplanung Fortschreibung ÖPP Neue
Realschule
Gaststätte Tucherbräu,
Generalsanierung
Fortschreibung ÖÖP St. Leonhard Zuschuss Convention Center
Airport
Forchheimer Str. Neubau Schule
plus KiTa
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 30
Und damit bin ich bei einem Punkt, der uns in der
Referentenrunde mit dem Oberbürgermeister zunehmend beschäftigt: Dass in Anbetracht der Fülle
an Großprojekten, die auf der Agenda stehen für die
kommenden Jahre, schon die Frage steht, wie groß
ist dieser Investitionsberg? Was kann man wirklich
bewältigen? Kapazitativ und finanziell? Was kann
man schieben und wie lange? Denn eines nehme
ich schon wahr in der öffentlichen Diskussion von
der einen oder anderen Seite: der Erwartungsdruck
steigt, was die Stadt alles anpacken soll in den
nächsten Jahren. Und alles keine kleinen Projekte,
sie kennen sie alle selbst: Opernhaussanierung –
da werden immer wieder 50 Mio. € genannt,
Reichsparteitagsgelände – 70 Mio. €, Konzertsaal
zwischen 30 und 100 Mio. €, Schulzentrum Südwest 70-90 Mio. €, Bertolt-Brecht-Schule 80-100
Mio. € usw. usw.. Das sind alles grobe Kostenschätzungen und natürlich muss man die Zuschüsse abziehen, aber die Dimension ist schon gewaltig!
Wir sind da insgesamt bei einem NettoInvestitionspaket von rund 1,5 Mrd. € bis 2026, das
wären im Schnitt 150 Mio. € pro Jahr an städtischen
Mitteln.
12
Wenn wir noch etwas weiter in die Zukunft blicken...
Eine Simulationsrechnung bis 2026, dem Ende der übernächsten
Stadtratsperiode
Was wir für die Simulation angenommen haben:
» Mittelfristige Finanzplanung als Basis bis 2017 wie vorgestellt.
» Danach bei den Erträgen und Aufwendungen lineare Steigerungsraten ohne
Konjunkturschwankungen mit Erfahrungswerten (z.B. Steuern steigen p.a.
um 2,5%, Aufwendungen um 2% und Transferaufwendungen um 4%).
» Sondereffekte wie ein Bundesleistungsgesetz oder geänderte
Ausgleichszahlungen für Töchter sind bereits eingerechnet.
» Investitionsmaßnahmen wurden neben einem jährlich wiederkehrenden
Sockelbetrag (70-80 Mio. Euro) gesondert betrachtet und betragsmäßig mit
den in den Diskussionen genannten Größenordnungen aufgenommen,
zukünftige zusätzliche Betriebskosten mit Abschreibungen sind pauschal
angesetzt.
» Die momentan diskutierten Projekte wurden weitestgehend komplett
aufgenommen, unabhängig vom Stand der politischen Diskussion, um ein
Gesamtbild vermitteln zu können!
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 31
Und deswegen haben wir mal in einer Simulationsrechnung bis zum Jahr 2026 (das ist das Ende der
übernächsten Stadtratsperiode) versucht, unsere
mittelfristige Finanzplanung, die aktuell bis 2017
vorliegt, fortzuschreiben. Folie 31 zeigt Ihnen unsere Annahmen. Wir haben die Erträge und Aufwendungen mit linearen Veränderungsraten, basierend
auf Erfahrungswerten der Vergangenheit fortgeschrieben. Wir haben Sondereffekte eingerechnet,
wie etwa die zugesagte Bundesbeteiligung an der
Eingliederungshilfe für Behinderte. Und wir haben
wie geschildert, alle diese Investitionsmaßnahmen
versucht mit mittleren Schätzwerten einschließlich
Zuschüssen und späteren Betriebskosten anzusetzen. Nur als Beispiel: die Ausweichspielstätte/ Konzertsaal steht in dieser Rechnung mit 20 Mio. € an
städtischen Mitteln drin, das ist also keineswegs ein
finanzielles „worst case-Szenario“, um dem Stadtrat
Angst einzujagen! Weiterhin sind diese einzelnen
Projekte auf der Zeitschiene entsprechend ihres
aktuellen Planungsstandes, des vorhandenen Problemdrucks, der öffentlichen Erwartungshaltung und
der Baukapazitäten eingetaktet worden. Wichtig: wir
haben alle aktuell diskutierten und wahrscheinlichen
oder potentiell möglichen Projekte einbezogen um
ein umfassendes – je nach Betrachtungswinkel –
„worst case“- oder „best case“-Szenario zu bekommen.
Was käme dabei raus?
Und welche Fragen stellen sich dabei?
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 32
0
25.000.000
50.000.000
75.000.000
100.000.000
125.000.000
150.000.000
175.000.000
200.000.000
225.000.000
250.000.000
275.000.000
2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Nettoinvestitionssumme
Sie sehen auf Folie 32 die Entwicklung der Nettoinvestitionssumme, wenn wir all das in den nächsten
beiden Stadtratsperioden realisieren wollen, was wir
augenblicklich diskutieren und was viele für die
weitere Entwicklung der Stadt als unabdingbar
ansehen. Wesentlicher Punkt ist, wir müßten für die
MIP-Periode 2018 bis 2021 unsere städtischen
Investitionsmittel verdoppeln, d.h. von durchschnittlich 115 bis 125 Mio. € auf dann rund 240-250 Mio.
€, um dann wieder auf etwa 125-130 Mio. € runtergehen zu können, was aber immer noch über dem
jetzt sehr hohen Investitionsausgabenniveau wäre.
Wir haben natürlich verschiedene Glättungsszenarien versucht, die jedoch ihre Grenzen darin haben,
dass Projekte wie die BBS oder das Schulzentrum
Südwest nicht ewig gestreckt und geschoben werden können.
Unsere Hochrechnungen zu der sich daraus ergebenden Finanzplanung bis 2026 sagen uns, dass
durch diesen Kraftakt selbst bei optimistischer Einnahmeprognose eine Finanzierungslücke in Höhe
eines hohen dreistelligen Millionenbetrags entstehen würde. Um keinen falschen Eindruck entstehen
zu lassen, es besteht kein Grund zur Panik. Vieles
werden wir abmildern durch Verschiebung der Realisierung und Streckung der Finanzierung u.a. durch
ppp und unsere wbg-kommunal, aber dann bleibt
immer noch ein signifikanter Anstieg der zu beschaffenden Finanzierung. Es wird nach meiner
Auffassung eine der großen zu bewältigenden Herausforderungen der kommenden Periode sein,
dieses Thema zu diskutieren und zu entscheiden.
Für uns heute ist die Botschaft klar und damit bin
auch schon beim Fazit:
Fazit: Ein weiterer wesentlicher Schritt auf dem
Weg zu einer guten Haushaltsstruktur
Fazit
Produkthaushaltsplanentwurf für 2014 ist ein wesentlicher Schritt
zu einer guten Haushaltsstruktur, weil
er mit 22,8 Mio. Euro ein deutlich positives Ergebnis erzielt,
die Aufrechterhaltung der Leistungen der Stadt sichert,
weil er die notwendigen Investitionen für die nächsten vier Jahre
finanziert
und gleichzeitig einen moderaten Schuldenabbau weiterführt.
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014 33
Der erste Produkt-Haushaltsplanentwurf für 2014 ist
ein weiterer wesentlicher Schritt auf dem Weg zu
einer guten Haushaltsstruktur, weil mit 22,8 Mio. €
ein zweistellig positives Ergebnis erzielt wird. Weil
er trotz des Aufrechterhaltens aller Leistungen der
Stadt für ihre Bürgerinnen und Bürger in der Lage
13
ist, über die nächsten vier Jahre die notwendigen
Investitionen zu finanzieren und gleichzeitig einen
moderaten Schuldenabbau einzuleiten.
Aufgrund der vor uns stehenden Herausforderu
gen im Investitionsbereich für das nächste Jah
zehnt ist es gleichwohl nötig, bei den konsumtiven
Ausgaben Maß zu halten, diese relativ guten Zeiten
zu nutzen, um etwas Reserven zu bilden, um den
Stadtrat ab 2014 in die Lage zu versetzen, den
begonnenen Weg auch haushaltspolitisch fortse
zen zu können.
Für Rückfragen zum neuen Produkthaushalt stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
stk@stadt.nuernberg.de
matthias.lang@stk.nuernberg.de
Finanzreferat | Haushaltseinbringung 2014
Damit ist der Haushalt 2014 eingebracht. Ich danke
unserem Oberbürgermeister und den Referenten
kollegen für die Unterstützung bei der Erstellung wie
in den Jahren zuvor! Wie immer steht mei
und das meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Ihnen bei allen Fragen in den kommenden zwei
Monaten zur Verfügung zu stehen. Ich danke Ihnen
fürs Zuhören, es war eine konzentrierte Stunde für
die Finanzen der Stadt.
Nürnberg, 25. September 2013
Harald Riedel, Stadtkämmerer der Stadt Nürnberg
ist, über die nächsten vier Jahre die notwendigen
Investitionen zu finanzieren und gleichzeitig einen
moderaten Schuldenabbau einzuleiten.
Aufgrund der vor uns stehenden Herausforderunionsbereich für das nächste Jahrzehnt ist es gleichwohl nötig, bei den konsumtiven
Ausgaben Maß zu halten, diese relativ guten Zeiten
zu nutzen, um etwas Reserven zu bilden, um den
Stadtrat ab 2014 in die Lage zu versetzen, den
spolitisch fortset-
-
halt stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
stk@stadt.nuernberg.de
matthias.lang@stk.nuernberg.de
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Damit ist der Haushalt 2014 eingebracht. Ich danke
unserem Oberbürgermeister und den Referentenkollegen für die Unterstützung bei der Erstellung wie
in den Jahren zuvor! Wie immer steht mein Angebot
und das meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Ihnen bei allen Fragen in den kommenden zwei
Monaten zur Verfügung zu stehen. Ich danke Ihnen
fürs Zuhören, es war eine konzentrierte Stunde für
Harald Riedel, Stadtkämmerer der Stadt Nürnberg
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