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Rückblick auf das Jahr 2024 Hinweis: Der SAP-Logik folgend, haben Erträge ein negatives, Aufwendungen ein positives Vorzeichen. Daher sind auch Defizite mit Pluszeichen und Überschüsse mit einem Minuszeichen versehen. Der Jahresabschluss der Stadt Nürnberg für das Haus￾haltsjahr 2024 wurde gemäß Art. 102 GO im Anschluss an die Aufstellung dem Stadtrat in der Sitzung am 24.09.2025 zur Kenntnis vorgelegt. Zusammengefasst lässt sich das Jahresergebnis 2024 wie folgt beschreiben: Das Jahr 2024 hat wie erwartet mit einem Fehlbetrag in Höhe von 22,4 Mio. € abgeschlossen, jedoch 27,2 Mio. € weniger als geplant. Im Vergleich zum Vor￾jahrjahresergebnis ist dies eine Verschlechterung um 145,4 Mio. €. Ergebnisrechnung im Rückblick Ist Plan Ist Δ Ist (in T€) 2024 2024 2023 2024 zu 2023 1 Steuern und ähnliche Abgaben -1.265.591 -1.262.298 -1.232.160 -33.431 2 + Zuwendungen und allgemeine Umlagen -625.070 -596.571 -566.050 -59.020 3 + Sonstige Transfererträge -7.567 -6.678 -6.659 -908 4 + Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -104.745 -94.692 -95.657 -9.088 5 + Auflösung von Sonderposten -56.504 -55.285 -54.146 -2.358 6 + Privatrechtliche Leistungsentgelte -47.912 -45.269 -48.199 288 7 + Kostenerstattungen und Kostenumlagen -417.493 -354.654 -362.456 -55.037 8 + Sonstige ordentliche Erträge -71.081 -53.539 -119.407 48.327 9 + Aktivierte Eigenleistungen -7.828 -6.643 -5.081 -2.747 10 +/- Bestandsveränderungen -181 0 -99 -82 S1 = Ordentliche Erträge (= Zeilen 1 bis 10) -2.603.971 -2.475.627 -2.489.914 -114.057 11 - Personalaufwendungen 718.447 701.141 644.560 73.886 12 - Versorgungsaufwendungen 107.451 139.297 123.112 -15.661 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 409.923 319.156 335.656 74.267 14 - Planmäßige Abschreibungen 126.118 113.854 148.206 -22.088 15 - Transferaufwendungen 1.067.703 1.071.012 979.187 88.516 16 - Sonstige ordentliche Aufwendungen 158.027 142.880 143.169 14.858 S2 = Ordentliche Aufwendungen (= Zeilen 11 bis 16) 2.587.668 2.487.339 2.373.890 213.778 S3 = Ergebnis der laufenden Verwaltungstätigkeit (=Saldo S1 und S2) -16.303 11.712 -116.024 99.722 17 + Finanzerträge -15.079 -12.926 -10.349 -4.730 18 - Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen 49.562 50.877 41.169 8.393 S4 = Finanzergebnis (= Saldo Zeilen 17 und 18) 34.483 37.951 30.819 3.664 S5 = Ordentliches Ergebnis (= S3 und S4) 18.180 49.663 -85.205 103.385 19 + Außerordentliche Erträge -3.387 -305 -47.915 44.528 20 - Außerordentliche Aufwendungen 7.579 254 10.088 -2.508 S6 = Außerordentliches Ergebnis (=Saldo Zeilen 19 und 20) 4.192 -51 -37.828 42.020 S7 = Jahresergebnis (= S5 und S6) 22.372 49.612 -123.033 145.405 D. Rückblick auf das Jahr 2024 und aktueller Stand 2025 7 In 2024 sind die ordentlichen Erträge gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % oder 114,1 Mio. € gestiegen. Die or￾dentlichen Aufwendungen nahmen um 213,8 Mio. € (entsprechend 9,0 %) zu. Es ergibt sich dadurch ein rechnerischer Aufwandsdeckungsgrad (ordentliche Er￾träge/ordentliche Aufwendungen) in Höhe von 100,6 %. Da diese Kennzahl über 100 % liegt, konnten die or￾dentlichen Aufwendungen vollständig durch ordentliche Erträge gedeckt werden. Allerdings ist der gesamte De￾ckungsgrad inklusive Finanz- und außerordentlichem Er￾gebnis entsprechend des Fehlbetrags mit 99,2 % unter 100 %. Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu den wesentlichen Einflussfaktoren auf das Jahresergebnis 2024: Die sehr deutliche Abweichung zum Jahresüberschuss 2023 (123,0 Mio. €) kam zustande einerseits durch den Wegfall von Einmaleffekten (Nachzahlungen für Vor￾jahre z.B. für Impf- und Testzentren, unter anderem 45,0 Mio. € periodenfremder Ertrag in 2023, Auflösung sonstiger Rückstellungen 42 Mio. €). Andererseits sind insbesondere die Transferaufwendun￾gen stark gestiegen (+100 Mio. €) – zum einen aufgrund von Kostensteigerungen bei Sozialtransferaufwendun￾gen, insbesondere der Familien- und Jugendhilfe (24 Mio. €), zum anderen aufgrund der Verlustausgleich￾leistungen für die StWN (25 Mio. €) und Rückstellungen für Verluste des Klinikums (18 Mio. €). Auch die Perso￾nal-/Versorgungsaufwendungen haben sich massiv er￾höht (58 Mio. €). Die Mehrerträge sind wesentlich durch die Gewerbe￾steuer als wichtigste Ertragsquelle der Stadt Nürnberg begründet: Dem Planwert von 672,0 Mio. € stehen tat￾sächliche Erträge in Höhe von 676,5 Mio. € in 2024 ge- (in Mio. €) Ist Plan Ist Δ Ist 2024 2024 2023 2024 zu 2023 Gewerbesteuer -677 -672 -670 -6 Gewerbesteuerumlage 49 50 50 -1 Einkommensteueranteil -373 -374 -350 -23 Zuweisungen gesamt -625 -597 -566 -59 davon: Schlüsselzuweisungen -271 -255 -230 -41 Zuweisungen Grunderwerbsteuer -31 -38 -26 -6 Familienleistungsausgleich -29 -29 -26 -2 Kostenerstattungen -418 -355 -363 -55 davon: Erstattung vom Land -77 -11 -40 -37 Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -105 -95 -96 -9 Bezüge und Vergütungen 525 518 499 26 Pensions-/Beihilferückstellungen (Saldo Zuführung/Auflösung) 197 228 172 25 Transferaufwendungen 1.080 1.071 979 101 davon: Lfd. Leistungen für Unterkunft/Heizung (KdU) (§ 22 I SGB II) 140 149 127 13 Jugend- und Familienhilfe 123 106 100 24 Verlustausgleiche, Rückstellungen 67 81 22 46 Auflösung zu Sonstigen Rückstellungen -1 0 -42 42 Zuführung zu Sonstigen Rückstellungen 9 0 10 -2 Abschreibungen 126 114 148 -22 Erstattungsinsen Gewerbesteuer 9 11 4 4 Kreditzinsen 41 40 37 4 Außerordentliche (periodenfremde) Erträge : -3 0 -48 44 8 genüber. Das bedeutet ein Plus von 4,5 Mio. €. Im Ver￾gleich zu 2023 haben sich die Gewerbesteuererträge um 6,0 Mio. € erhöht. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert und über￾schreitet mit 372,6 Mio. € den im letzten Jahr erzielten Wert von 349,8 Mio. € um 22,8 Mio. €, respektive 6,5 %. Beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer wurden 2,8 Mio. € mehr als im Vorjahr eingenommen, dies ent￾spricht der bayernweiten Entwicklung. Die Erträge aus der Grundsteuer B fielen um 1,8 Mio. € höher aus als im Vorjahr. Grundsteuer A, Hunde- und Zweitwohnungssteuer weichen nur geringfügig von den Plan- und Vorjahreswerten ab. Die Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen haben sich sowohl gegenüber dem Vorjahr, als auch gegen￾über dem Plan erhöht. Sie legen um 59,0 Mio. € (10,4 %) gegenüber dem Rechnungsergebnis des Jahres 2023 zu und 28,5 Mio. € gegenüber dem Planwert. Die Schlüsselzuweisungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 41,4 Mio. €. Der Grundbetrag stieg um 4,2 %. Zu￾sätzlich erhöhte sich der Anteil Nürnbergs an der Ge￾samtmasse. Dieser resultiert aus Nürnbergs unterdurch￾schnittlicher Steuerentwicklung des Vorvorjahres (2022) verglichen mit den restlichen Zuweisungsempfängern. Die Leistungsentgelte waren um 8,8 Mio. € höher als 2023, die Planung überschritten sie um 12,7 Mio. €. Die Kostenerstattungen und Kostenumlagen stiegen im Berichtsjahr um 55,0 Mio. € (15,2 %) gegenüber dem Vorjahr an. Der Planwert wurde um 62,8 Mio. € über￾schritten. Die Personal- und Versorgungsaufwendungen sind ins￾gesamt um 58,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr gestie￾gen, gegenüber der Planung 2024 wurden hingegen 14,5 Mio. € weniger aufgewendet. Bei den Personalauf￾wendungen für aktive Mitarbeitende liegt der Wert um 73,9 Mio. € über dem Vorjahreswert und um 17,3 Mio. € über dem Planwert 2024. Bei den Versorgungsaufwen￾dungen fielen gegenüber dem Plan 2024 31,8 Mio. € we￾niger, gegenüber dem Vorjahr 15,7 Mio. € weniger an. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen stie￾gen insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 74,3 Mio. €. Der Planwert wurde sogar um 90,8 Mio. € überschritten. Die Transferaufwendungen liegen 3,3 Mio. € unter dem Planansatz, jedoch um 88,5 Mio. € über dem Vorjahres￾wert. Die sonstigen ordentlichen Aufwendungen stiegen ge￾genüber dem Vorjahr um 14,9 Mio. € an, dies entspricht einer Zunahme von 10,4 %. Aufgrund der mangelnden Planbarkeit bestimmter Sachverhalte, insbesondere beim Abgang von Anlagevermögen und der Bildung von Rückstellungen, ergaben sich hohe Ist-Planabweichun￾gen bei den sonstigen ordentlichen Erträgen und Auf￾wendungen. Aktueller Stand 2025 Über den aktuellen Stand des Haushaltsjahres wurde im Jahr 2025 im Ältestenrat und Finanzausschuss in der Sitzung am 23.07.2025 berichtet. Dabei wurde folgen￾des Fazit gezogen: Nach dem jetzigen Kenntnisstand können zur Vermö￾gens-, Finanz- und Ertragslage die folgenden Aussagen getroffen werden: Die Vermögens- und Finanzlage kann derzeit nach den vorliegenden Zahlen als geordnet bezeichnet werden. Die Finanzsituation kann aktuell als gesichert angese￾hen werden. Die Stadt Nürnberg verfügt über eine hin￾reichend hohe Ergebnisrücklage sowie Liquiditätsbe￾stände und unausgeschöpfte Kreditermächtigungen. Zur Entwicklung der Ertragslage lassen sich zum jetzi￾gen Zeitpunkt für das gesamte Jahr 2025 noch keine aussagefähigen und belastungsfähigen Prognosen tref￾fen. Aufgrund wesentlicher noch ausstehender Verände￾rungen bis zum Jahresende kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine seriöse Abschätzung abgegeben werden, wie das Jahresergebnis letztendlich ausfallen wird. Für den Berichtszeitraum kann jedoch festgestellt wer￾den, dass: sich die Gewerbesteuer wie im Vorjahr unerwartet auf einem sehr hohen Niveau bewegt und aktuell weiterhin für eine stabile, positive Ertragslage sorgt und wichtige zentrale Ansätze planmäßig verlaufen. Trotz dieser positiven Entwicklungen muss ins Bewusst￾sein gerufen werden, dass das ordentliche Ergebnis in der Planung 2025 einen Fehlbetrag in Höhe von 9 72,8 Mio. € ausweist. Es gelten deshalb weiterhin die bereits im letzten Jahr in der Finanzberichterstattung ge￾troffenen Aussagen: Die Haushaltslage der Stadt wird auf mittelfristige Sicht hin angespannt bleiben. Die Fortschreibung des städti￾schen Haushalts ist weiterhin mit Risiken behaftet, die wie folgt umschrieben werden können: Das hohe und steigende Investitionsvolumen würde nur mit einer deutlichen Erhöhung der Verschuldung reali￾sierbar sein. Deren Eingrenzung wird aber nur möglich sein, wenn aus dem Ergebnis der laufenden Verwal￾tungstätigkeit ein möglichster hoher Überschuss erwirt￾schaftet und andererseits das Investitionsvolumen zu￾rückgefahren wird. Inwieweit die Gewerbesteuer auf dem hohen Niveau bleiben wird, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab, die größtenteils nicht von der Stadt beeinflusst werden können. Weil sich die Gewerbesteuerträge in Nürnberg im Ver￾gleich zur Region überproportional stark entwickelt ha￾ben, erhöhen sich unsere Umlagebeiträge und reduzie￾ren sich unsere Zuweisungen relativ gesehen. In Kombination mit der vom Bezirk Mittelfranken beab￾sichtigten Steigerung des Umlagesatzes würde dies für die Stadt Nürnberg zu einer deutlich höheren Bezirksum￾lage führen. Der Kapitalbedarf einiger städtische Töcher (unter ande￾rem Städtische Werke Nürnberg (StWN) und Klinikum Nürnberg) wird weiter zunehmen. Diese Risiken vor Augen ist es deshalb unerlässlich, dass die Stadt Nürnberg sowohl bei den Investitionen als auch im konsumtiven Bereich Zurückhaltung üben muss. Damit die Stadt Nürnberg weiterhin handlungsfähig bleibt, hat das Erreichen eines genehmigungsfähigen Haushalts weiterhin oberste Priorität. Ergänzend zu den im Juli 2025 getroffenen Aussagen zeichnet sich aktuell folgende negative Entwicklung ab: Im Jugendamtsbereich (J) werden nach einer aktuali￾sierten Hochrechnung die Planwerte bei den Transfer￾leistungen, insbesondere im Bereich der Hilfen zur Er￾ziehung (HzE) aufgrund von Fallzahlsteigerungen und deutlich gestiegenen Tages- und Stundensätzen, um ca. 30 Mio. € überschritten werden. 10

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