Lagebericht 2019.pdf
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Noris Inklusion gemeinnützige GmbH
Lagebericht zum 31.12.2019
Wirtschaftsbericht
Seit Abschluss neuer Verträge im Bereich des stationären Wohnens und auch im ambulanten
Woh-nen, die erstmals im Jahr 2015 voll ertragswirksam geworden sind, ist eine konstante
Refinanzierung in diesen Bereichen auf fast 100% eingetreten.
Die Umsätze im Arbeitsbereich erhöhten sich im Jahr 2019 um T€ 61 auf T€ 2.718 (Vorjahr
T€ 2.657). Folgende Gründe waren die Ursache für die Verbesserung der Arbeitserlöse:
Im Werk Süd kam es im Jahr 2019 zu einem Umsatzrückgang von rund 67.000 €, der v.a. im
Bereich des A-Kunden Sontheimer und des geringeren Absatzes bei diesen Produkten liegt.
Eine Ursache für die geringere Absatzmenge ist der Rückgang an Beschäftigten im Werk Süd
(25 Beschäftigte weniger als in 2018), sowie der Wegfall zweier Produktionskräfte (Rente),
wodurch Produktionska-pazitäten nicht gehalten werden konnten. Da die Arbeiten für
Sontheimer sehr viele Beschäftigte benötigen, ist eine Rückkehr zur vorherigen
Produktionskapazität kaum umsetzbar – nur eine im-mense Fokussierung auf den Einzelkunden
Sontheimer würde dies gewährleisten, was jedoch ent-gegen des Vielfaltsanspruchs an
Tätigkeiten steht.
Im Vergleich zu den Vorjahren macht sich im Werk Nord neben dem deutlichen Rückgang bei
A-Kunden Conti auch ein Umsatzrückgang bei der Firma Heuschkel bemerkbar. Als Resultat steht
ein Umsatzrückgang im Werk von 44.000 € zu Buche. Deshalb liegt der Fokus bei
Kompensationsmaß-nahmen v.a. in der Neukundengewinnung bzw. in der Ausweitung von
Aufträgen mit bestehenden Partnern, um die Ertragsseite wieder zu erhöhen. Diese
Maßnahmen laufen nun seit Mitte 2019 operativ an.
Im Werk West ist der Rückgang von 67.000 € insbesondere auf ein geringeres
Druckaufkommen durch städtische Dienststellen zurückzuführen. Der Anteil der städtischen
Aufträge am Gesamtauf-kommen ging von 65% im Jahr 2018 auf 52% im Jahr 2019 zurück. Der
Anlauf an Scanningaufträ-gen, der zur Kompensation betragen soll, ist noch nicht im geplanten
Maße erfolgt. Zur Überbrü-ckung konnte der Bestandteil an Umsätzen von externen Kunden
erhöht werden, doch diese Aus-weitung behebt nur teilweise den Umsatzrückgang bei
städtischen Umsätzen von rund 100.000 €, welcher der Umstellung der Stadtratsunterlagen auf
digitale Medien geschuldet ist.
Positive Entwicklungen verzeichnen hingegen die Umsätze in der Natur-Erlebnis-Gärtnerei. Sowohl
der Gartenbau (inkl. Dienstleistungen wie Parkanlagenreinigung), als auch die Töpferei konnten Zuwächse um 130.000 € bzw. 12.000 € verzeichnen. Das vollständige Geschäftsjahr ohne bauliche
Maßnahmen im produktiven Bereich, trägt Früchte. Diese werden auch durch den sich immer stärker
etablierenden Marktplatz Marienberg gefördert. Im Vergleich zum Startjahr 2018 zeigt sich hier bereits eine Umsatzsteigerung um 94.000 €.
Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich lag mit einem Rohertrag von T€ 828 (nach der aktualisierten Berechnungsmethode – inkl. des Beschäftigtenlohns – des Rohertrages) um T€ 14 über dem
des Vorjahres (T€ 814).
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Lagebericht zum 31.12.2019
Im Arbeitsbereich sind die Entgelteinnahmen in 2019 verglichen mit 2018 um T€ 345 gestiegen. Der
Rückgang an Beschäftigten im Arbeitsbereich wurde durch den Zugang an Teilnehmern im Berufsbildungsbereich kompensiert. 12 Beschäftigte weniger im Arbeitsbereich, dafür 14 Teilnehmer mehr
im Berufsbildungsbereich wurden zum Stichtag 31.12.2019 bei der noris inklusion geführt.
Das Geschäftsfeld Wohnen ist mit drei Wohnheimen mit 100 Plätzen voll belegt, sowie mit 117 Plätzen im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) sehr gut ausgelastet.
Durch die Eröffnung der zweiten Tagesbetreuung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben (TENE)
in der Kilianstraße, konnte die Anzahl an Betreuten im Seniorenbereich von 14 auf 35 erhöht werden.
Zentrale wirtschaftliche Auswirkungen im Jahr 2019 hatte weiterhin die Gründung und der Aufbau
des Tochterunternehmens noris gastro gGmbH. Im ersten Jahr konnten die drei Gastronomie-Standorte wie erwartet noch keine schwarzen Zahlen schreiben – auch für die Folgejahre sind trotz einer
schrittweisen Verbesserung noch keine schwarzen Zahlen zu erwarten. Die Corona Pandemie mit
den angeordneten Schließungen wird sich deutlich negativ auf die Konsolidierung auswirken. Im
Jahr 2019 erfolgte eine Verlustübernahme für die noris gastro durch die noris inklusion über T€ 295.
Das Gesamtergebnis nach Steuern lag zum 31.12. bei T€ -713 (Vorjahr T€ -786), der Jahresfehlbetrag lag bei T€ 734 (Vorjahr T€ 805).
Das Gesamtunternehmen erwirtschaftet aktuell 79% der Gesamterlöse über die Entgelte der Sozialleistungsträger. Damit wird deutlich, dass wir für die angebotenen Leistungen auch kostendeckende Entgelte erlösen müssen. Die noris inklusion gGmbH erwirtschaftet im Werkstattbereich aktuell 71% der Gesamterlöse über Entgelte durch die Sozialleistungsträger.
Personal- und Sozialbereich
Auf Vollzeit umgerechnet waren zum Bilanzstichtag 247 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 242 MA).
Die Anzahl der Mitarbeiter mit Behinderung, die in einem arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis
beschäftigt sind bzw. sich in einer vorgeschalteten Bildungsmaßnahme befinden, betrug zum gleichen Zeitpunkt 514 Personen (Vorjahr 527 Personen). Zu beachten ist, dass die Reduzierung der
Beschäftigten im Arbeitsbereich auch dem Umstand geschuldet ist, dass im Herbst 2019 die zweite
Tageseinrichtung für Senioren geöffnet wurde und 15 Beschäftigte von der WfbM in die TENE wechselten.
Durch regelmäßige Fortbildungen und durch punktuelle Supervisionen werden die Qualifikationen
der Mitarbeiter gefördert und die Qualität der Arbeit gesichert.
Unabhängig vom Status als gemeinnützig anerkannter Träger der Behindertenhilfe muss die noris
inklusion auf Grundlage der Anzahl beschäftigter Mitarbeiter 5% Pflichtplätze mit schwer behinderten Mitarbeitern besetzen. Die noris inklusion erfüllt die Quote zu 100%.
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Lagebericht zum 31.12.2019
Die Entlohnung der Mitarbeiter mit Behinderung in den anerkannten Werkstätten erfolgt gemäß § 12
Abs. 4 und 5 WVO aus dem erwirtschafteten Arbeitsergebnis. Die Entlohnung betrug mehr als 70%
des Arbeitsergebnisses und erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen.
Vermögens- und Finanzlage
Um die Baumaßnahmen finanzieren zu können, wurde bereits im Jahr 2018 ein Darlehen bei der
GLS Bank in Anspruch genommen. Daraus resultierte die deutliche Steigerung bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Jahr 2018 im Vergleich zu 2017. Das Jahr 2019 weist hier keine
Veränderungen in diesem Ausmaß auf.
Insgesamt betrugen die Zugänge im Anlagevermögen T€ 2.412. Der Großteil entfällt hiervon – wie
auch bereits in den Vorjahren – auf Baumaßnahmen T€ 1.864 im Sachanlagenbereich Anlagen im
Bau, T€ 313 Betriebs- und Geschäftsausstattung, T€ 166 Grundstücke und Bauten, sowie T€ 67 an
technischen Anlagen und Maschinen ergeben die Summe an Zugängen im Anlagevermögen 2019.
Unter Anlagen im Bau sind im Jahr 2019 die Großpositionen in den Bereichen TENE Kilianstraße
(1.200.000 €), Erschließungsmaßnahmen in der N-E-G (170.000 €) sowie von neu anlaufenden
Baumaßnahmen wie Wohnheim Braillestraße (102.000 €), Erweiterung Werk Nord (84.000 €) und
dem Verwaltungsbau (94.000 €).
Im Anlagenbereich Betriebs- und Geschäftsausstattung finden sich im Jahr 2019 neben diversen
Positionen im drei bzw. vierstelligen Bereich größere Anlagen-Bestandteile wie ein Self Cooking
Center für die Küche im Werk Süd (16.000 €), oder die ergänzende Schattierung im Marktplatz Marienberg über 10.000 €, welche als Schutzmaßnahme zur Temperaturreduzierung für Mitarbeiter
und Kunden realisiert wurde.
2019 2018
Umsatzerlöse T€ 20.193 18.931
Materialaufwandsquote % 11,0 10,7
Personalaufwandsquote % 74,1 76,3
Vollkräfte Anzahl 247 242
Umsatz je Vollkraft T€ 82 78
Personalaufwand je Vollkraft T€ 61 60
Betriebsergebnis T€ -330 -649
Finanzergebnis T€ -496 -203
Neutrales Ergebnis T€ 92 47
Jahresergebnis T€ -734 -805
Vereinfachter Cashflow T€ -305 -110
Bilanzsumme laut Vermögenslage T€ 22.723 21.186
Anlagendeckung % 106,3 103,9
Investitionsfinanzierungsquote % 17,6 15,6
Eigenkapitalquote I % 9,9 10,3
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2019 2018
Eigenkapitalquote II % 24,4 22,9
Fremdkapitalquote (kurzfristig) % 11,7 15,2
Liquiditätsgrad I % 18,5 48,2
Liquiditätsgrad II % 129,7 110,2
Liquiditätsgrad III % 140,6 118,5
Im vergangenen Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit gegeben. Die Finanzlage ist
stabil; der laufende Geschäftsbetrieb kann ohne Liquiditätsengpässe abgewickelt werden und für
das weitere Geschäftsjahr 2020 wird die Zahlungsfähigkeit, auch unter Berücksichtigung von Investitionsmaßnahmen, gegeben sein. Die konkrete Auswirkung des Coronavirus, der als Vorgang von
besonderer Bedeutung nach dem Stichtag bezeichnet werden muss, auf die Vermögens-, Finanzund Ertragslage 2020 ist zurzeit noch nicht hinreichend verlässlich prognostizierbar. Es werden jedoch deutliche Umsatzeinbußen in den Werkstätten erwartet. Sollte der Rückgang der Corona-bedingten Produktions- und Dienstleistungseinschränkungen auf dem aktuellen Niveau fortlaufen, ist
mit einem monatlichen Umsatzrückgang von mindestens 100.000 € zu rechnen. Es ist somit von
einem Gesamtrückgang zwischen 300.000 € und 900.000 € zu rechnen. In dieser Prognose sind
bereits ergriffene Maßnahmen wie z.B. kurzfristiger Aufbau eines Online-Shops und unternehmensweite Personaleinsatzplanung zur Produktionsstützung bzw. Vermeidung von Kurzarbeit schon enthalten.
Die Geschäftsführung geht davon aus, dass der Fehlbetrag 2019, wie in allen vorangegangenen
Geschäftsjahren, von der Gesellschafterin Stadt Nürnberg in voller Höhe ausgeglichen wird. Somit
kann die Vermögens- und Finanzlage stets als ausreichend gesichert bewertet werden.