A Vorwort
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
A. Vorwort
Nürnbergs Stadthaushalt 2020:
Gute Zahlen, aber schwieriger werdende
Rahmenbedingungen
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Mitglieder des ehrenamtlichen Stadtrates,
liebe Leserinnen und Leser,
der Haushalt für das Jahr 2020 ist das letzte Zahlenwerk
der Stadtratsperiode. Zeit, um an dieser Stelle neben den
Haushaltszahlen für das kommende Jahr auch kurz Bilanz
zu ziehen und zurück zu blicken.
Konjunkturell gesehen haben wir uns in diesen sechs Jahren kontinuierlich in einem wirtschaftlichen Aufschwung befunden. Unsere Steuererträge sind von rund 788 Mio. € im
Jahr 2014 auf über eine Milliarde € angewachsen. Aktuell
merken wir jedoch, wie sich die allgemeine wirtschaftliche
Situation und vor allem die Stimmung eintrübt und die Rahmenbedingungen wieder schwieriger werden. Die Debatten
um die weltweite Handelspolitik, der bevorstehende Brexit
und die schwierige Situation der Automobilindustrie hinterlassen überall in der Republik ihre Spuren. Die letzten Steuerschätzungen waren Signale in diese Richtung. So müssen wir beispielsweise den Ansatz für die Gewerbesteuer,
auch aufgrund unserer aktuellen Erfahrung in Nürnberg,
gegenüber dem Vorjahr reduzieren, konkret von 484 Mio. €
in 2019 auf 467 Mio. € für 2020.
Ein durchaus erwähnenswerter Aspekt im diesjährigen
Haushaltsplan sind die rückläufigen Gesamtzahlen. Die ordentlichen Erträge und Aufwendungen sinken bezogen auf
die Planzahlen des Vorjahres jeweils leicht um 0,8% bzw.
0,7%. Das Volumen ist damit jedoch immer noch jenseits
der 2 Mrd.€-Grenze. Schaut man zurück auf 2014, so sind
die Gesamtzahlen um rund ein Viertel oder ca. 450 Mio. €
bei den Erträgen gewachsen. Für die Planung für das Jahr
2020 ist neben den schon angesprochenen niedrigeren Erwartungen an die Steuererträge vor allem auch ein Sondereffekt bei den Aufwendungen für die rückläufige Entwicklung gegenüber dem Vorjahr verantwortlich:
Die Abschaffung der erhöhten Gewerbesteuerumlage ab
2020 für die westdeutschen Kommunen, die im Wesentlichen aus der Solidarpaktumlage und dem Fonds Deutsche
Einheit besteht, sorgt im Nürnberger Haushalt für eine Entlastung von rund 30 Mio. €.
Diese dauerhafte Erleichterung ermöglicht es uns auch einen Haushaltsplan mit einem Jahresüberschuss von
0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €), also einer schwarzen Null,
vorzulegen. Als Vergleich wiederum das Jahr 2014, dass
wir mit einem Verlust von 27,0 Mio. €, übrigens dem bislang
einzigen in der Stadtratsperiode, abgeschlossen haben.
Das Investitionsniveau in Nürnberg ist und bleibt mit dem
Haushalt 2020 auf einem hohen Niveau. Rund 366 Mio. €
an Bruttoinvestitionen zeigen eindrucksvoll das ambitionierte Investitionsprogramm der Stadt. Die städtischen Mittel summieren sich dabei auf fast eine Viertel Milliarde €.
Die Gesamtinvestitionen im ersten Jahr des Mittelfristigen
Investitionsplanes haben sich damit gegenüber 2014 mehr
als verdoppelt.
Die Neuverschuldung mit 39,8 Mio. € zur Finanzierung dieser Investitionen bleibt wie in den Vorjahren in ähnlicher
Größenordnung (2019: 39,5 Mio. € im Plan, 2014:
44,1 Mio. € als Rechnungsergebnis).
Insgesamt stellt der Haushaltsplan 2020 eine ordentliche
Ausgangsbasis für die neue Stadtratsperiode dar.
Nürnberg, im Dezember 2019
Dr. Ulrich Maly Harry Riedel
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Dr. Ulrich Maly Harry Riedel
3