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Felsenstraße 14 und 18, Ortsteil Gebersdorf - Nachtrag in die Denkmalliste

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Marcus König Gebersdorf Energie & Versorgung

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BAYERISCHES LANDESAMT FÜR DENKMALPFLEGE - Hofgraben 4 - 80539 München Stadt Nürnberg BEE Herrn Oberbürgermeister Marcus König BAU ine Rathausplatz 2 ine 90403 Nürnberg

Engels 23 NOV. 2093

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IHR ZEICHEN IHRE NACHRICHT VOM UNSERE ZEICHEN DATUM V-2Z-2023-483-1_S01 06.11.2023

Vollzug des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG) Denkmalliste - Teil A: Baudenkmäler - Kreisfreie Stadt Nürnberg, hier: Ortsteil Gebersdorf, Felsenstraße 14, Felsenstraße 18 (Inv.Nr.: D-5-64-000-4886) Nachtrag in die Denkmalliste

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister König,

bei dem o. g. Schalthaus handelt es sich um ein Baudenkmal nach Art. 1 BayDSchG; es ist daher in die Bayerische Denkmalliste, Teil A: Baudenkmäler nachzutragen:

D-5-64-000-4886 Schalthaus, dreigeschossiger, verputzter Massivbau, z. T. Sichtbeton, mit zurückgesetztem Dachgeschoss und Walmdach aus Eisen und Bimsbeton, Jakob Schmeißner, 1912/13, Erweiterung nach Westen 1919-22.

Die Lage und Ausdehnung des Baudenkmals entnehmen Sie bitte dem Bayerischen Denkmal-Atlas (http://www.denkmal.bayern.de).

  1. Anlass, Baugeschichte und Baubeschreibung

a. Anlass Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat auf Anregung der Stadt Nürnberg FON geprüft, ob das o.g. Schalthaus Denkmaleigenschaft aufweist. Der Ortstermin fand zusammen mit Herrn Bencker und Frau Markert von der Stadt Nürnberg, Frau Dr. ne Maue als Stadtheimatpflegerin, Herrn Ritter und Herrn Heinl als Vertreter des - Eigentümers sowie Herrn Dr. Gattinger vom BLfD am 20. Juni 2023 statt. Das ne Gebäude konnte vollständig begangen werden. 80539 München Postfach 10 02 03 80076 München

Tel.:089 2114-0 Fax: 089 2114-300

www.bifd.bayern.de

Dr. Karl Gattinger Tel.:089/2114-389 Bayerische Landesbank München Wiss. Angestellter Fax: 089/2114-300 IBAN DE75 7005 0000 0001 1903 15 Referat Z | - Bayerische Denkmalliste/Denkmaltopographie karl.gattinger@bifd.bayern.de BIC BYLADEMM

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b. Baugeschichte Die o.g. Gebäude wurde im Jahr 1912/13 als Schalthaus für die Großkraftwerk Franken AG errichtet. Die Eingabepläne unterzeichnete der Nürnberger Architekt Jakob Schmeißner. In den Jahren 1919-22 kam es, wiederum nach Plänen Schmeißners, zur Erweiterung des Gebäudes um 7 Achsen nach Südwesten. Die übrigen bauzeitlich zum Kraftwerk gehörenden Gebäude - ein Maschinenhaus und drei Kesselhäuser —- wurden in den Jahren 1973-76 abgebrochen und durch Neubauten ersetzt.

c. Baubeschreibung Das 0.8. Gebäude ist ein langgestreckter, verputzter Massivbau mit drei Vollgeschossen und einem leicht zurückspringenden Dachgeschoss mit Walmdach. Die südliche Längsseite zählt 16 Fensterachsen, an der nördlichen Seite sind zwei kräftige Treppenhaus-Risalite, ebenfalls jeweils mit Walmdach, ausgebildet. Der westlichen Schmalseite ist ein Dreiecksgiebel mit hochovaler Fensteröffnung aufgesetzt. Das Erdgeschoss als Sockelgeschoss ist ungegliedert, die beiden Obergeschosse werden durch geschossübergreifende, hochrechteckige Blendfelder rhythmisiert. Die Fenster mit je nach Stockwerk unterschiedlicher Größe sind hochrechteckig und sehr feinteilig sprossiert. Das bauzeitliche Dachtragwerk mit offenem Stuhl ist eine aufwendige Eisenfachwerkkonstruktion aus Polonceau-Trägern, die Dachflächen setzen sich aus kassettierten Bimsbeton-Platten zusammen.

Die Binnengliederung des Schalthauses ist bauzeitlich erhalten. Die einzelnen Geschosse werden über die Treppenhäuser (jeweils mit zweiläufiger Betontreppe mit Wendepodest) in den beiden Risaliten an der Nordseite erreicht. Die Geschosse selber sind dreischiffig, das mittlere Schiff dient jeweils als großzügiger durchgehender Flur. Die Flurwände im ersten Obergeschoss sind aus freisichtigem Ziegelsteinmauerwerk, dahinter verbergen sich die einzelnen Kammern zur Aufnahme der Technik. Die Decken tragen Unterzüge aus Beton. Das zweite Obergeschoss ist eine dreischiffige offene Halle mit schlanken, an den Kanten fein scharrierten Stützpfeilern aus Beton; diese tragen die ebenfalls betonierten Unterzüge. In der flachen Decke befinden sich große Lichtdurchlässe in Form von quadratischen Platten aus Glasbausteinen, hergestellt von der Deutsche Luxfer Prismen Syndicat GmbH in Berlin Weißensee (bez.). Das Dachgeschoss ist ein offener, wohl vor allem der Lagerung dienender Dachraum mit ungewöhnlich heller Belichtung. Die bauzeitliche Ausstattung ist - mit Ausnahme der technischen Ausstattung — dicht überliefert. Hierzu gehören neben den bereits erwähnten Glasbaustein-Lichtdurchlässen sämtliche Fenster - große, feinteilig sprossierte Holzfenster —, mehrere zweiflügelige Eisentüren der Feuerschutz-Türen- Fabrik Gustav Seifferlein Nürnberg (bez.), die schlichten Metallgeländer in den Treppenhäusern sowie der Terrazzoboden im Dachgeschoss.

  1. Begründung der Denkmaleigenschaft

Baudenkmäler sind nach Vorgabe des Art. 1 BayDSchG Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhalt wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.

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a. Denkmalfähigkeit Sämtliche im Denkmallistentext genannten baulichen Anlagen und Anlageteile stammen aus vergangener Zeit.

b. Denkmalbedeutung Folgende Bedeutungen gem. Art. 1 Abs. 1 BayDSchG wurden erkannt:

Geschichtliche Bedeutung Das Großkraftwerk Franken wurde im Jahr 1911 als Aktengesellschaft mit der Stadt Nürnberg als Hauptaktionärin gegründet und sollte die Energieversorgung von ganz Mittelfranken sicherstellen (das bisherige Elektrizitätswerk Tullnau war an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen); im Jahr 1913 konnte es, unter dem Beisein zahlreicher Honoratioren, als Großdampfkraftwerk feierlich in Betrieb genommen werden. Zur Verteilung des Stroms gründete man 1913 die Fränkische Überlandwerk AG (Hahn, Manfred, 100 Jahre Strom in Franken. Von der Kaiserzeit bis zur Energiewende. Geschichte, Geschichten und Strom, Treuchtlingen-Berlin 2014, $. 80-83).

Das im Jahr 1913 fertiggestellte und in seinem historischen Erscheinungsbild nahezu unverändert erhaltene Schalthaus vermittelt - nicht zuletzt auch in seiner Dimension - höchst anschaulich zum einen die Rolle Nürnbergs als wichtiger Industriestandort und zum anderen die in jenen Jahren enorm gewachsene Bedeutung der Elektrizität in Bayern allgemein. Das Schalthaus hat deshalb für Nürnberg eine hohe stadtgeschichtliche und bayernweit eine wirtschafts- und technikgeschichtliche Bedeutung.

Künstlerische Bedeutung Das im Jahr 1912-13 im Stil eines reduzierten Historismus ausgeführte Schalthaus zeigt in seiner ausgewogenen Kubatur, mit seinem zurückgesetzten Dachgeschoss samt elegantem Walmdach und in der rhythmischen Gliederung durch die zahlreichen, von feinen Blendfeldern eingefassten Sprossenfenster anschaulich die Architekturauffassung der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Das Innere überzeugt durch einen hohen ästhetischen Anspruch, der sich unter anderem in der dreischiffigen, offenen Gestaltung der Raumfolgen niederschlägt, aber auch durch die Verwendung zeitgemäßer Materialien wie Sichtbeton, Glasbaustein und Terrazzoboden; hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die Dachstuhlkonstruktion aus Eisenfachwerk und Bimsbetonkassetten. Das in seinem Erscheinungsbild nahezu unverändert erhaltene Schalthaus ist damit, nicht zuletzt auch dank der erfreulich dicht erhaltenen Ausstattung, ein selten gewordenes Beispiel für einen gehobenen Industriebau jener Zeit in Bayern.

Die Pläne für das Schalthaus zeichnete der Nürnberger Architekt Jakob Schmeißner, der zu diesem Zeitpunkt bereits durch mehrere Großbauten wie die Infanteriekaserne in Fürth (1902-03), einer Pfarrkirche in Feucht bei Nürnberg (19003/04), einem hochherrschaftlichen Wohnhaus in Nürnberg (1904) oder einem Industriekomplex in Erlangen (1912/13) zu hohem Ansehen gekommen war; zu seinen späteren Werken gehören, beide in Nürnberg, die Heimstättensiedlung Loher Moos (1919 ff.) sowie der expressionistische Industriebau der Triumphwerke (1923- 24). Das 1912-13 errichtete Schalthaus gehört also zur Hauptschaffensperiode eines renommierten und viel beschäftigten Nürnberger Architekten, dessen Sohn Heinz später zu einem der wichtigsten Akteure des Nürnberger Wiederaufbaus werden

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sollte. Das Schalthaus ist von hoher architekturhistorischer bzw. baukünstlerische Bedeutung.

c. Denkmalwürdigkeit Aufgrund seiner besonderen geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung liegt die Erhaltung des Schalthauses im Interesse der Allgemeinheit.

  1. Verfahrenserläuterung

Dieses Schreiben dient der nach Art. 2 Abs. 1 BayDSchG vorgesehenen Herstellung des Benehmens mit der Gemeinde. Sie bekommt so Gelegenheit, sachliche Ergänzungen oder Korrekturen dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, das für die Führung der Denkmalliste zuständig ist, mitzuteilen.

Dabei können nur fachlich begründete Hinweise berücksichtigt werden, die sich auf die Denkmaleigenschaft i. S. d. Art. 1 BayDSchG beziehen (z. B. Datierung, inhaltliche Ergänzungen oder Korrekturen). Diese werden durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege darauf hin geprüft, ob und inwieweit hierdurch die vorliegende Denkmaleigenschaft berührt wird.

Einwendungen, die sich gegen die Folgen der erkannten Denkmaleigenschaft richten, sind hingegen erst in einem Genehmigungs- bzw. denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren zu würdigen; erst hier sind das Erhaltungsinteresse der Allgemeinheit und andere öffentliche oder private Belange gegeneinander abzuwägen. Bei der Eintragung in die Denkmalliste können solche Einwendungen nicht berücksichtigt werden.

  1. Frist zur Herstellung des Benehmens nach Art. 2 BayDSchG

Wir bitten Sie, uns ihre Äußerungen bis zum

  1. Februar 2024

mitzuteilen. Sofern uns mit Ablauf der Frist keine Rückmeldungen vorliegen, gehen wir davon aus, dass aus Sicht der Gemeinde keine fachlichen Korrekturen oder Ergänzungen erforderlich sind.

Einen Abdruck dieses Schreibens erhalten die Eigentümerin und die Stadtheimatpflegerin.

Mit freundlichen Grüßen

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Dr. Karl Gattind Wiss. Angestellter

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