Haushaltssperre

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01 Entscheidungsvorlage

Anlage · 23.11.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Energie & Versorgung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Erhöhung des Zuschusses zur Jahresarbeit für das Jahr 2023 für die Nürnberger

Symphoniker sowie der Gesellschaft für kulturelle Freiräume (GkF)

Die Nürnberger Symphoniker haben in Gesprächen und Schreiben eine Liquiditätslücke von rund 800.000 Euro prognostiziert und beantragen daher eine einmalige zusätzliche Erhöhung des bereits für das Jahr 2023 bewilligten Zuschusses der Stadt Nürnberg in Höhe von rund 275.000 Euro. Die Liquiditätslücke begründet sich insbesondere mit deutlich gestiegenen Personalkosten aufgrund von Tarifsteigerungen inklusive Einmalzahlungen analog TVÖD sowie „Post-Corona-Folgen“ in Bezug die Nachfrage, die noch in das Jahr 2023 durchschlagen. Ein Teil der geplanten Konzerte der Spielzeit 2022/2023 konnte nicht wie vorgesehen durchgeführt werden bzw. wurden kurzfristig von Gastveranstaltern abgesagt. Weiterhin war die Wiederaufnahme des regulären Spielbetriebs von einem zurückhaltenden Ticketverkauf geprägt.

Die Nürnberger Symphoniker setzen bereits vielfältige Maßnahmen um, um der Liquiditätslücke entgegenzuwirken. So gibt es dem Vernehmen nach eine Ausgabensperre für nicht unbedingt notwendige Anschaffungen sowie den maximalen Einsatz aller verfügbaren Orchestermitglieder, um auf krankheitsbedingte Ausfälle reagieren zu können. Ebenso wurden ab Sommer 2023 die Ticketpreise verträglich angehoben, um zusätzlich dämpfende Nachfrageeffekte zu vermeiden.

Der bisherige gewährte Zuschuss an die Nürnberger Symphoniker war seit 2021 mit rund 1.758.500 Euro konstant. Enthalten ist hier mit ca. 132.500 Euro die mietfreie Überlassung von Räumen der Kongresshalle sowie des Serenadenhofs.

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Stadt Nürnberg eine äußerst angespannte Haushaltslage zu bewältigen hat, schlagen Kultur- und Finanzverwaltung gemeinsam vor, für 2023 den Nürnberger Symphonikern weitere 230.000 Euro als Zuschuss außerplanmäßig zu bewilligen, um der außergewöhnlichen Notsituation Rechnung zu tragen und die negativen finanziellen Effekte – neben den bereits erbrachten Eigenleistungen der Symphoniker – gemeinsam mit dem Freistaat Bayern sowie dem Bezirk Mittelfranken weitgehend aufzufangen. Eine etwaige Restlücke ist durch weitere managementbedingte Eigenleistungen der Symphoniker zu schließen.

Die Gesellschaft für kulturelle Freiräume (GkF mbH) prognostiziert nachvollziehbar in Gesprächen und Schreiben eine Rentabilitätslücke in Höhe von rund 211.000 Euro für 2023 und beantragt daher eine zusätzliche Erhöhung des bereits für das Jahr 2023 bewilligten Zuschusses der Stadt Nürnberg in Höhe von 100.000 Euro.

Zwar wurden für 2023 schon einige Einsparungs- und Einnahmen steigernde Maßnahmen getroffen, wie z.B. die Reduktion von defizitären Konzerten unter 100 Gästen, Energieeinsparmaßnahmen, Akquise von Business-Veranstaltungen, Verzicht auf die Ausschüttung einer Inflationsausgleichsprämie, Überprüfung der Verträge und Wechsel zu günstigeren Fremdfirmen (vor allem Wartungsverträge), dennoch konnten die immensen Kostensteigerungen in nahezu allen Bereichen nicht aufgefangen werden. Im Finanzplan konnten schon viele Kosten mit einberechnet werden, auch konnten in einigen Bereichen höhere Einnahmen als geplant erzielt werden, dennoch übersteigen die Mehrkosten den Plan vor allem durch folgende Positionen und Faktoren, die sich größtenteils dem Einfluss der GkF mbH entziehen:

Sicherheitsunternehmen und postpandemischen Mehrbedarf)

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Verschleiß von Einbauten und Inventar nach achtjährigem Betrieb in Vollauslastung)

Hotels)

Personalkosten/Dienstleister*innen, Verbrauchsmaterial, usw.

Insbesondere die Anforderungen an den Veranstaltungsbetrieb und die damit verbundenen direkten Kosten für Securitypersonal oder Reisekosten stiegen enorm. Beim Securitypersonal liegt das auch am Mehrbedarf, der sich noch immer aus Nachwirkungen der Pandemie begründen lässt: Mehr Securitypersonal ist notwendig, um mit dem deutlich veränderten Publikumsverhalten umgehen zu können. Insbesondere ist ein erhöhter Aufwand bei Veranstaltungen mit jungen Erwachsenen festzustellen, die während der Coronapandemie volljährig wurden und dadurch wichtige Sozialisierungsprozesse in Bezug auf Veranstaltungen und Nachtleben verpasst haben. Gleichzeitig haben die Tarifverhandlungen in der Branche eine Erhöhung der Löhne um 23% im Vergleich zu April 2022 auf 2023 erwirkt.

Weiter wird durch die intensive Nutzung und den hohen Publikumsverkehr das Gebäude derart in Mitleidenschaft gezogen, dass viele Dinge öfter erneuert werden müssen. Auch die auf das Notwendigste beschränkte Sanierung macht sich mittlerweile an vielen Stellen bemerkbar, was diverse Nachfinanzierungen aus eigenen Mitteln verursacht. Zudem sind in den Bereichen Instandhaltung und -setzung auch die Preise stark durch Lohn- und Materialkosten gestiegen.

Aufgrund der fehlenden Wärmedämmung und der hohen Räume ist monatlich mittlerweile (und trotz Gaspreisbremse) eine Abschlagszahlung für Fernwärme von rund 5.000,- € fällig. Die enormen Kosten für das Gebäude, die ständig weiter ansteigen, kann der Z-Bau nicht länger aus eigener Kraft stemmen.

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