NürnbergBad – Wirtschaftsplan 2024
Anlage 1: Erläuterungsbericht
1. Einführung
Mit Beschluss des Stadtrats vom 02. Juli 2003 wurde der Eigenbetrieb NürnbergBad gegründet und hat zum 01. Januar 2004 seine Tätigkeit aufgenommen. Die Betriebssatzung für den Eigenbetrieb NürnbergBad vom 08. Juli 2003 wurde am 16. Juli 2003 im Amtsblatt der Stadt Nürnberg veröffentlicht. Die letzte Änderung der Betriebssatzung erfolgte durch Satzung vom 07. April 2020.
Der Eigenbetrieb NürnbergBad bewirtschaftet alle städtischen Hallenbäder: Südstadtbad, Nordostbad, Katzwangbad, Langwasserbad;
und alle städtischen Freibäder: Stadionbad, Westbad, Naturgartenbad.
NürnbergBad ist für die Planung und Durchführung der Maßnahmen zur Sanierung und Attraktivitätssteigerung verantwortlich.
Die wesentlichen Maßnahmen bisher waren:
2008 / 2009 – Südstadtbad; Sanierung, Erweiterung um Außenbereich und Saunalandschaft
Dezember 2009 – Nordostbad; Erweiterung Außenbereich
September 2010 bis Juli 2011 – Westbad; vollständige Erneuerung
Mai 2013 bis Juli 2015 – Langwasserbad; Neubau
Februar 2017 bis Mai 2017 – Nordostbad; Neubau einer Röhrenrutsche
Juli 2017 bis Oktober 2017 – Nordostbad; Neugestaltung des Vorplatzes
2018 – Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit im Stadionbad; Umbau und Neugestaltung des Eingangsbereichs im Katzwangbad
Im Oktober 2020 beauftragte der Nürnberger Stadtrat den Eigenbetrieb NürnbergBad mit der Generalsanierung und Wiedereröffnung des Volksbades. Die Umsetzung erfolgt durch eine Projektorganisation. Projektleiter ist der Zweite Werkleiter des Eigenbetriebs. Die Wiedereröffnung des Volksbades ist bis Mitte des Jahres 2025 geplant.
In den vorliegenden Unterlagen ist die Planung für das Wirtschaftsjahr 2024 des Eigenbetriebs NürnbergBad dargestellt.
2. Erfolgsplan
Die Ermittlung der Planansätze im Erfolgsplan (Anlage 2) erfolgt auf Basis der Zahlen des vorläufigen Jahresabschlusses 2022 und der Ist-Situation des fortgeschrittenen Wirtschaftsjahres 2023.
2.1 Umsatzerlöse
Zur Ermittlung der Umsatzerlöse wird vorausgesetzt, dass ein Normalbetrieb für das Jahr 2024 möglich ist. Es wird mit 1.000.000 Besucher für das Gesamtjahr 2024 geplant (2023: 900.000 Besucher / 2022: 747.814 Besucher / 2021: 420.901 Besucher / 2020: 445.720 Besucher / 2019: 1.182.000 Besucher)
2.2 Material und Instandhaltung
Der Aufwand für Gas, Strom, Wasser und Heizung (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) wurde aus den Verbrauchsdaten der Vergangenheit und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen ermittelt. Gegenüber den 2022 Zahlen im Bereich der Aufwendungen für Brennstoffe, Strom und Wasser, wurde mit einem deutlichen Anstieg für das Jahr 2024, auf 2.800 TEUR € geplant. Dabei wird bereits erwartet, dass die bisherigen Energieeinsparmaßnahmen, wie etwa auf eine fossile Beheizung der Schwimmbecken in den Freibädern zu verzichten, fortgesetzt wird. Allerdings kann die Kostensteigerung in diesem Bereich dadurch voraussichtlich nur zu 25 Prozent aufgefangen werden. Eine Entspannung der Kostensituation im Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird derzeit nicht erwartet.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten Aufwendungen für den Bauunterhalt (Anlage 3) mit 1.280 TEUR sowie für die Fremdreinigung mit 600 TEUR.
2.3 Personalaufwand
Die Tarifeinigung 2023 sieht folgende Erhöhung der Tabellenentgelte vor:
Sockelbetrag ab 01.03.2024: 200 EUR zzgl. 5,5 % (mindestens 340 EUR)
Außerdem erhalten die Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichszahlung in Höhe von 3.000 Euro. Die Auszahlung beginnt mit einem Betrag von 1.240 Euro netto im Juni 2023. In den Monaten Juli 2023 bis einschließlich Februar 2024 gibt es monatliche Zahlungen in Höhe von je 220 Euro netto.
Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit bis 31.12.2024.
Der vorläufige Jahresabschluss 2022 weist Gesamtpersonalkosten von 4.930 TEUR (2021: 4.367 TEUR) aus.
Es wird, aufgrund der Tariferhöhung von Gesamtpersonalkosten i.H.v. 5.650 TEUR in 2024 ausgegangen. Die Neuschaffung von Stellen für das Volksbad (siehe Stellenplan Anlage 10) wird die Personalkosten erst im Jahr 2025 belasten.
2.4 Abschreibungen
Es wurden lineare Abschreibungszeiten auf Grundlage der AfA-Tabelle für den Wirtschaftszweig „Heil-, Kur-, Sport- und Freizeitbäder“ des Bundesministeriums der Finanzen vom 09. Mai 1995 angewandt.
Für das Jahr 2024 wird mit Abschreibungen in Höhe von 1.950 TEUR geplant.
Die Entwicklung der Abschreibungen ist im Finanzplan 2023 – 2027 dargestellt. Den Abschreibungen steht kein unmittelbarer Liquiditätsabfluss gegenüber, allerdings wird das Jahresergebnis (Erfolgsplan) dadurch belastet.
2.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für z.B. Verwaltungskostenerstattungen, Miete, Öffentlichkeitsarbeit, Bürobedarf, Beratungsgebühren, Gutachten, Honorare Hochbauamt, Gärtnereileistungen, Winterdienst, Instandhaltung und Wartung der Gebäude, Betriebsvorrichtungen und technischen Anlagen veranschlagt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden 2024 mit 2.150 TEUR eingeplant
2.6 Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Für das Jahr 2024 ist eine Kreditaufnahme für Investitionen i.H.v. 20.209 TEUR vorgesehen. (siehe Vermögensplan). Die sich aus den Krediten ergebenden Zinsaufwendungen i.H.v. 1.349 TEUR sind im Erfolgsplan berücksichtigt.
Zur Deckung der laufenden Ausgaben ist die Inanspruchnahme eines Kassenkredites nötig. Für den Kassenkredit wird für das Planungsjahr mit einem Zinsaufwand i.H.v. 150 TEUR gerechnet.
2.7 Kassenkredit
Als Kassenkreditmittel reichen die in Art. 73 Abs. 2 GO veranschlagten 1/6 der im Erfolgsplan vorgesehenen Erträge nicht aus. Um den reibungslosen Betriebsablauf und eine fristgerechte Bezahlung der Kreditorenrechnungen zu gewährleisten ist eine Summe von 9.900 TEUR als Kassenkredit eingeplant.
3. Vermögensplan
Im Vermögensplan werden 250 TEUR als Investitionspauschale für Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen ausgewiesen.
Weiterhin sind 1.924 TEUR für sonstige Investitionen geplant. Insbesondere die nötige Instandsetzung der Badewassertechnik für das Katzwangbad und das Nordostbad i.H.v. insgesamt 1.375 TEUR und die Verbesserung der Wegesituation vor verschiedenen Bädern, inkl. Verkehrssicherung und die Aufstockung der Fahrradstellplätze i.H.v. 300 TEUR stehen für den überwiegenden Teil der sonstigen Investitionen. Die Werkleitung ist bemüht, auch bei allen Infrastrukturmaßnahmen in den bestehenden Bädern Fördermittel zu akquirieren. Da
hierfür aber zum Zeitpunkt der Erstellung des Wirtschaftsplans noch keine Bescheide vorliegen, sind im Wirtschaftsplan noch keine möglichen Erträge eingeplant.
Für das Projekt Volksbad sind in 2024 Baukosten i.H.v. brutto 25 Mio EUR (netto 21 Mio. EUR) eingeplant.
Zusätzlich zum Projekt Volksbad erfolgt zum einen ein Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Wasserturms. Für die Finanzierung des Turms wurde eine Spendenaktion gestartet und eine Förderung beantragt, welche die Baukosten zusammen mit der erwarteten Vorsteuer-Rückzahlung abdecken sollen.
Zum anderen wird die, vor dem Volksbad verlaufende, Rothenburger Straße neugestaltet. Hierfür wird ein Finanzierungsanteil i.H.v. 700 TEUR im Vermögensplan mit aufgenommen, um eine saldoneutrale Darstellung des Projektes im MIP zu ermöglichen und somit eine rechtzeitige Fertigstellung des Straßenbaus bis zur Eröffnung des Volksbades nicht durch eine Finanzierungslücke zu gefährden.
Bis 2025 wird von Gesamtbaukosten für das Projekt i.H.v. brutto 67,6 Mio EUR (netto 56,8 Mio. EUR) ausgegangen. Die für das Volksbad anfallende Vorsteuer auf die Kosten kann zu ca. 90 % geltend gemacht werden und wird auf der Mittelherkunftsseite unter dem Punkt „4. Rückzahlung Vorsteuerüberhang durch Finanzamt“ berücksichtigt.
4. Stellenplan
Anlage 10 zeigt in der Übersicht den Stellenplan für 2024. Für die geplante Eröffnung des Volksbades in 2025 wurden noch keine Stellenschaffungsanträge gestellt.
5. Finanzplan
Der Finanzplan für die Zeit von 2023 bis 2027 weist einen Finanzbedarf von 122,6 Mio. EUR aus. Diese Summe beinhaltet für den genannten Zeitraum 2023 – 2027 angenommene Investitionen für das Projekt Volksbad in Höhe von brutto 60,5 Mio. EUR (netto 50,8 Mio. EUR).
Auf der Mittelherkunftsseite sind neben den erwarteten Verlustausgleichszahlungen durch die Stadt und der Rückzahlung aus dem Vorsteuerüberhang durch das Finanzamt, die Kreditaufnahme, als auch die Förderungen für das Projekt Volksbad berücksichtigt.
Behandlung Verlustausgleich
Der Verlustausgleich der Stadt Nürnberg beläuft sich lt. Erfolgsplan im Jahr 2024 auf 9.233.455 EUR.
In Anlage 9 ist die Entwicklung des Verlustausgleiches gemäß § 8 EBV dargestellt.
Der vorliegende Wirtschaftsplan ist mit dem Finanzreferat abgestimmt.