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04 Antrag politbande vom 08.07.2023

Anlage · 19.07.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

politbande Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

OBER BÜRG ER ME! STER

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  1. Juli 2023

Antrag zur Genehmigung des Nachtragshaushalts der freien Theater in Nürnberg für das

Jahr 2023

Begründung:

seit mehr als 40 Jahren bereichern die Theater Mummpitz, Pfütze, Salz+Pfeffer und das Gostner Hoftheater die freie Szene Nürnbergs, setzen unterschiedliche Akzente und tragen zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei, auf die Nürnberg zurecht stolz ist. Doch die letzten Jahre waren nicht einfach, und nach Pandemie und Energiekrise sehen sich die freien Häuser nun schon wieder mit einer Entwicklung konfrontiert, auf die sie selbst keinen Einfluss haben, aber reagieren müssen: Im Juni 2022 und zuletzt zu Beginn dieses Monats haben sich der Deutsche Bühnenverein und die Gewerkschaften auf neue Gagenregelungen verständigt, die zunächst zum 01. Januar 2023 in Kraft traten. Eine weitere Einigung sieht eine zusätzliche Erhöhung zum März 2024 vor. Die Mindestgage für künstlerisches Personal wurde im ersten Schritt von ca. 2.100€ auf 2.715€ (für Berufseinsteiger*innen) resp. 2915€ (ab zwei Jahren Berufserfahrung) erhöht. Im März 2024 wurde die Mindestgage (ab 2 Jahren) nun schließlich auf 3.110€ gesetzt. Hierbei handelt es sich um absolute Untergrenzen, die mit wachsender Berufserfahrung und veränderten Lebenssituationen entsprechend steigt. An den freien Häusern wird dabei nur zum Teil mit Berufsanfänger*innen gearbeitet, wodurch sich die neuen Gagen natürlich entsprechend höher gestalten. Im Zuge der Anhebung der künstlerischen Gehälter müssen zudem auch die Gehälter der weiteren Mitarbeitenden entsprechend angepasst werden, um eine gerechte Lohnstruktur innerhalb der Betriebe gewährleisten zu können. Da bei der Menge an Arbeitsplätzen, die die freien Häuser in der Stadt Nürnberg für Kulturschaffende darstellen, die fixen Personalkosten einen großen Teil des Gesamtetats ausmachen, muss die öffentliche Finanzierung eine sprechende Erhöhung ausweisen, damit künstlerische Qualität, obligatorische Aufführungs- und Neuproduktionszahlen, Angebot und Arbeitsperspektiven für die Theater weiterhin in gleichem Maß gegeben sein können. Diese Notwendigkeit der Erhöhung schlägt sich in den Antragssummen für die Jahre 2023 und 2024 nieder. Aufgrund der Umstellung unterschiedlicher Gehaltsstrukturen der Vergangenheit auf die neuen Gagenregelungen ergeben sich unterschiedliche prozentuale Realerhöhungen. Die Leitungen und Mitarbeitenden der freien Häuser finden die Anhebung der Tarife, die die Rechtsträgerschaft mit den Gewerkschaften ausgehandelt hat, richtig und wichtig, aber können sie mit den aktuellen Budgets alleine in keinem Fall realisieren. Erstmalig stellen daher die Theater Mummpitz, Pfütze, Salz+Pfeffer und das Gostner Hoftheater für das Haushaltsjahr 2023 einen Antrag auf einen korrigierten Nachtragshaushalt.

politbande

Damit die gesetzlichen Tarifanpassungen umgesetzt werden können und der Pflicht, nicht untertariflich zu bezahlen, nachgekommen werden kann, wird die Unterstützung der Stadt Nürnberg benötigt. Nur mit einer entsprechenden Anpassung der Budgets können nachhaltige und faire Gehaltsstrukturen geschaffen, Nürnberg weiterhin mit relevanter Kunst versorgt und die Zugänglichkeit zur Kultur weiterhin für alle Alters- und Einkommensklassen gewährleistet werden.

Durch die Inkraftsetzung der Tariferhöhungen zum 01. Januar 2023 entstandene Kosten

THEATER SALZ+PFEFFER

GOSTNER HOFTHEATER

■

7 - : ; :7 : Y7: : Personalkosten

Nach alter Tarifordnung 523.618,30 €

Nach neuer Tarifordnung 706.884,71 €

DIFFERENZ 183.266,41 €

Anteil der Stadt Nürnberg 2023 laut Bilanz 90.000,00 €

THEATER PFÜTZE

Personalkosten

Nach alter Tarifordnung 757.045,00 €

Nach neuer Tarifordnung 865.754,00 €

DIFFERENZ 108.709,00 €

Anteil der Stadt Nürnberg 2023 laut Bilanz 46.500,00 €

politbande

THEATER MUMMPITZ

Kosten Theaterbetrieb

Nach alter Tarifordnung 922.250,00 €

Nach neuer Tarifordnung 1.051.250,00 €

DIFFERENZ 129.000,00 €

Anteil der Stadt Nürnberg 2023 laut Bilanz 64.500,00 €

Notwendige Gesamterhöhung für die Stadt Nürnberg in 2023: 226.274,00 €

Wir wollen, dass Nürnberg ein starker Kulturort bleibt, mit einer vielfältigen und lebendigen Kulturszene, gerade und besonders für ein junges Publikum. Vom Freistaat Bayern wurden den Theatern bereits positive Signale hinsichtlich einer Anhebung gegeben, die allerdings natürlich an die Bedingung der paritätischen Förderregelung geknüpft ist. Dies bedeutet, dass wir mithilfe des Nachtragshaushalts auch weitere bayerische Ressourcen für die Kultur nach Nürnberg holen können. Wir hoffen auf ein klares Bekenntnis für Kunst und Kultur in Nürnberg, für die Freie Kunst und für Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche dieser Stadt.

Die politbande stellt daher folgenden Antrag zur Behandlung im Stadtrat:

Übernahme von 100% der im Nachtragshaushalt für sie dargestellten Kosten bereit und stellt somit für das Jahr 2023 226.274,00€ zusätzlich zur Verfügung.

geben können die vier Beträge je Haus auch einzeln abgestimmt werden.

Mit freundlichen Grüßen

, /

Ernesto Buholzer Sepulveda Stadtrat der politbande

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