Digitale Dachstrategie /
Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK)
Digitales Nürnberg
TEIL 2: ROADMAP – PERSPEKTIVEN FÜR
DIE WEITERENTWICKLUNG
Digitale Dachstrategie /
Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK)
Digitales Nürnberg
TEIL 2: ROADMAP – PERSPEKTIVEN FÜR
DIE WEITERENTWICKLUNG
Impressum
Herausgeber
Stadt Nürnberg Rathausplatz 2, 90403 Nürnberg
Koordination
Wirtschaftsreferat, Wirtschaftsförderung Nürnberg Daniela Förtsch
Konzept, Bearbeitung und Layout
Ramboll Management Consulting GmbH Saarbrücker Str. 20/21, 10405 Berlin Dr. Astrid Könönen Dr. Anja Durdel / Claudia Krahe Yolanda Arias Jiménez Anna Bilger Lisa Lobeck (Gestaltung und Design)
INSEK-Team Digitales Nürnberg
Stadtverwaltung
Wirtschaftsförderung Nürnberg Daniela Förtsch (Leitung des INSEK-Teams) Dr. Silvia Kuttruff Rahel Baier Wirtschaftsreferat Florian Gräf Ingmar Schellhas Bürgermeisteramt Dr. Stefan Bege Presseamt Robert Hackner / Berlind Bernemann Referat für Finanzen, Personal, IT und Organisation Dr. Matthias Latus Amt für Digitalisierung, IT und Prozessorganisation André Knabel Uwe Schmalfeld Klaus Eisele Geschäftsbereich des 2. Bürgermeisters Uwe-André Bauer / Dr. Christian Pröbiuß Geschäftsbereich des 3. Bürgermeisters Dr. Christian Büttner Umweltamt Harald Kretz KunstKulturQuartier Michael Bader Referat für Jugend, Familie und Soziales Sabrina Havlitschek / Elisabeth Fuchsloch Planungs- und Baureferat Andrew Schneider Stadtplanungsamt Frank Weyherter Verkehrsplanungsamt Andrea Meier Hochbauamt Frank Belzer Amt für Geoinformation und Bodenordnung Frank Seidler
Städtische Tochtergesellschaften
VAG Frederik Nöth N-ERGIE Bernhardt Baum
Nürnberg, Dezember 2019
Grußwort
Die digitale Transformation ist ein umfassender Prozess, der uns alle betrifft – nicht nur die Stadtverwaltung, Wirtschaft oder Wissenschaft, sondern die gesamte Stadtgesellschaft und alle Lebensbereiche. Aufgrund des Umfangs des Themas und der weitreichenden Folgen für die Stadtgesellschaft wird die Digitale Dachstrategie, aufgesetzt in Form eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK), unter Federführung des Wirtschaftsreferats / der Wirtschaftsförderung Nürnberg entwickelt. Die Strategie »digital.stadt.nürnberg – Konzept für eine digitale Stadtverwaltung« des Referats für Finanzen, Personal, IT und Organisation ist dabei integraler Bestandteil der Dachstrategie.
Die »Strategischen Leitlinien« als erster Teil der Digitalen Dachstrategie / INSEK »Digitales Nürnberg« wurden im Oktober 2019 bereits vom Stadtrat beschlossen. Dort stehen die strategischen Aspekte im Vordergrund: gemeinsame Ziele, Handlungsfelder und Prinzipien, die gewährleisten sollen, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern dem Wohl der Menschen dient.
Die Stadt Nürnberg will den Prozess auch in der Umsetzung aktiv gestalten und dabei vor allem die beteiligten Akteurinnen und Akteure zusammenführen. Der vorliegende Teil 2 der Digitalen Dachstrategie / INSEK »Digitales Nürnberg« trägt den Untertitel Roadmap. Aufbauend auf den »Strategischen Leitlinien« und vielen Anregungen sowohl von Fachleuten als auch aus der Stadtgesellschaft, werden hier Themenfelder benannt, die schrittweise umgesetzt werden sollen. Dies insbesondere mit der Unterstützung der städtischen Beteiligungsunternehmen. Die Roadmap gibt daneben einen Ausblick auf bereits umgesetzte, geplante und mögliche Maßnahmen. Es wird dabei deutlich, wo wir in Nürnberg stehen, welchen Herausforderungen wir uns gegenübersehen und wie die weiteren Schritte aussehen könnten.
Unser Dank gilt all jenen, die dazu beigetragen haben, dass die Roadmap Perspektiven auf die Weiterentwicklung von »Digitales Nürnberg« eröffnet und damit einen wichtigen Baustein für die gemeinsame Arbeit an der digitalen Zukunft Nürnbergs darstellt.
Dr. Michael Fraas Harald Riedel Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg Referent für Finanzen, Personal, IT und Organisation der Stadt Nürnberg
Inhaltsverzeichnis
ZUSAMMENFASSUNG 6
0 UNSER LEBEN WIRD DIGITALER UND SMARTER 9
1 KONZEPTIONELLE AUSRICHTUNG DER ROADMAP: INTERDISZIPLINÄR, WEGWEISEND, PARTIZIPATIV 10
2 UNSER »DIGITALES NÜRNBERG«
DIGITALE PERSPEKTIVEN IN FÜNF THEMENKOMPLEXEN 15
2.1 MOBILITÄT, ENERGIE UND UMWELT 16
Nachhaltig mobil 17 Energie, Klima- und Umweltschutz 21
2.2 QUARTIER, FAMILIE, PFLEGE UND GESUNDHEIT 25
Zusammenleben in den Quartieren 26 Familien stärken 29 Gesund und lange leben 32
2.3 BILDUNG, INNOVATION UND FORSCHUNG 35
Zukunftsorientierte Bildung 36 Innovationsökosysteme als Entwicklungs- und Wachstumsmotoren 39 Wissenschaft und Forschung 42
2.4 KULTUR UND FREIZEIT 45
Digitale Kultur- und Freizeitkommunikation 46 Kultur und Freizeit digital erleben 49
2.5 DATEN, INFRASTRUKTUREN, PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE 52 Daten und »Digitales Nürnberg« 53 Leistungsfähige digitale Infrastrukturen 56 Prozessautomatisierung und kommunale Online-Dienste 59
3 DIE DIGITALE ZUKUNFT WEITER GEMEINSAM GESTALTEN
AUSBLICK 62
ANHANG
PROJEKT-KURZBESCHREIBUNGEN AUS KAPITEL 2.1. BIS 2.5 68
ENDNOTEN 73
Zusammenfassung
Die Roadmap – Perspektiven für die Weiterentwicklung von »Digitales Nürnberg« ist der zweite Teil der Digitalen Dachstrategie / INSEK »Digitales Nürnberg«. Mit der Digitalen Dachstrategie ergreift die Stadt Nürnberg die Chancen der digitalen Transformation, um die Lebensqualität für alle Bewohnerinnen und Bewohner mithilfe neuer Technologien zu heben und die Position Nürnbergs als Wirtschafts- und Innovationsstandort mit überregionaler Strahlkraft zu stärken. Während die »Strategischen Leitlinien« als erster Teil der Digitalen Dachstrategie vier strategische Dimensionen als Basis für die systematische Zielentwicklung und die daraus abgeleiteten übergeordneten Handlungsfelder und Handlungsfeldziele definieren, zeigt die Roadmap als zweiter Teil übergreifende Innovationspotenziale und konkrete Umsetzungsoptionen in fünf Themenkomplexen. Dabei greift die Roadmap in Beteiligungsprozessen entstandene Impulse der Stadtgesellschaft auf und lenkt den Blick auf die bestehende gute Praxis in der Stadt Nürnberg. Diese ist so reich und vielfältig, dass sie sowohl im zweiten Kapitel als auch im Anhang der vorliegenden Roadmap entsprechend gewürdigt wird. Zudem werden im Kontext von Impulsen aus der Stadtgesellschaft, von gesellschaftlichen Trends sowie von guten Smart-City-Praxisbeispielen aus anderen (inter-)nationalen Städten mögliche Entwicklungskorridore aufgezeigt (Kapitel 2).
Die Roadmap macht somit Innovationspotenziale der digitalen Transformation für die Stadt, für ihre Beteiligungsunternehmen sowie für Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar und dient als Kompass für alle Gestalterinnen und Gestalter von »Digitales Nürnberg«. Sie ist das Ergebnis eines zwölfmonatigen Prozesses, den die Stadtverwaltung mit Unterstützung von Ramboll Management Consulting gestaltet hat. In einer öffentlichen Veranstaltung, in vier Fokusgruppenworkshops mit Expertinnen und Experten sowie durch Online-Befragungen, E-Partizipation und Experteninterviews entstand im Wechselspiel zwischen Diskurs und fachlicher Expertise ein Produkt, das die vorhandenen Ressourcen in der Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft als Kapital der Zukunft erkennt und einen Rahmen für zukünftige Entscheidungen im Rahmen von »Digitales Nürnberg« liefert. Die zentralen Erträge der Roadmap sind 13 Handlungsempfehlungen (Kapitel 2) und fünf strategische Eckpfeiler (Kapitel 3), die in einem partizipativen und iterativen Prozess entstanden sind und in dieser Kultur zukünftig genutzt und auch weiterentwickelt werden sollen.
Die verschiedenen Handlungsempfehlungen sind von der Grunderkenntnis getragen, dass gerade digitale Innovationen nicht auf einzelne Akteursgruppen, Disziplinen oder Geschäftsbereiche beschränkt sind, sondern komplexe Kompetenzfelder betreffen und vernetztes Handeln unterschiedlicher Beteiligter erfordern. Insbesondere vor dem Hintergrund des Wettbewerbs um innovative Unternehmen und Fachkräfte ist es notwendig, die Standort- und Rahmenbedingungen kontinuierlich zu verbessern. Das Spektrum der aufgreifbaren Themen ist vielfältig und reicht vom Aufbau eines Reallabors zur Erprobung innovativer Technologien im Rahmen von sektorenübergreifenden Ansätzen bis hin zum Ausbau von Pflegeinnovationen in der Modellstadt Nürnberg. Durch die enge Verzahnung von Handlungsempfehlungen, die Benennung von Projekten, Themen und Ideen sowie durch das Aufzeigen übergeordneter, zu berücksichtigender Eckpfeiler sind gute Voraussetzungen für die Konkretisierung der nächsten Umsetzungsschritte geschaffen.
Im Folgenden werden die 13 Handlungsempfehlungen zusammengefasst dargestellt:
Mobilität, Energie und Umwelt
#1: Aufbau einer digitalen Mobilitätsplattform Entwicklung und Etablierung einer digitalen Mobilitätsplattform zur anbieterunabhängigen Vernetzung von Informationen und Buchungsmöglichkeiten bestehender Mobilitätsangebote in Nürnberg. Eine Weiterentwicklung zur verbundweiten Mobilitätsplattform ist anzustreben.
#2: Nürnberg als Vorzeigestadt für einen sektorenübergreifenden Klimaschutz etablieren Bildung von Fokusgruppen mit städtischen und externen Akteuren, um einen von digitalen Innovationen getragenen »Sektorenü berg reif end en Maßnahmenplan für effektiven Klimaschutz Nürnberg« zu erarbeiten. Etablierung eines geeigneten Umsetzungsgremiums für den Maßnahmenplan.
Quartier, Familie, Pflege und Gesundheit
#3: Smarte, koordinierte Vernetzung für den sozialen Zusammenhalt Initiierung eines runden Tisches, an dem die Stadt Nürnberg, Plattform-Anbieter sowie Interessierte gemeinsam erarbeiten, wie ein vernetzter digitaler barrierefreier Service entsteht, der Angebote optimal bündelt und stadtbekannt macht.
#4: Familien als Experten in eigener Sache – Digitalforum Jährliche Ausrichtung von »Digitalforen Familien« durch die Stadt Nürnberg nach dem Vorbild von »FamilienL aboren«, bei denen Familien als Experten in eigener Sache im Dialog mit Digitalisierungsexperten und Stadtverwaltung Wünsche zur digitalen Alltagsunterstützung mit existierenden und entwickelbaren Lösungen abgleichen.
#5: Nürnberg als Modellregion für Pflegeinnovation ausbauen Sicherung der strukturellen Weiterentwicklung und Verstetigung der bisher mit Bundesmitteln projektfinanzierten Kooperationsund Innovationsstruktur in engem Schulterschluss mit den am Pflegepraxiszentrum Nürnberg beteiligten Organisationen.
Bildung, Innovation und Forschung
#6: Digitale Bildungsleuchttürme als vernetzte Lern- und Begegnungsstätten stärken Ausbau einzelner Schulen und Bildungseinrichtungen zu »Digitalen Bildungsleuchttürmen Nürnberg«, damit Kollegien anderer Schulen, Eltern und Bildungspartner den Mehrwert für die Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung von digitaler Bildung erleben können.
#7: Branchenübergreifende Innovationslabore durch Anlaufstelle zwischen Stadt und Unternehmen fördern Bearbeitung relevanter Aktionsfelder in Innovationslaboren und Schaffung einer zentralen Anlaufstelle zwischen Stadtverwaltung und Unternehmen, um zwischen Herausforderungen und Bedarfen der Stadtgesellschaft und möglichen Problemlösenden zu vermitteln.
#8: Reallabore verbinden Nürnberger Forschungslandschaft mit nachhaltiger kommunaler Entwicklung Erforschung und wissenschaftliche Begleitung in Reallaboren innerhalb des Nürnberger Stadtgebiets mit transdisziplinärer Forschung zu nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsformen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen unterstützt durch die Stadtverwaltung.
Kultur und Freizeit
#9: Kuratierte Informationsangebote zu Kultur und Freizeit kooperativ entwickeln Einbindung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe mit externen Partnern zur strategischen Entwicklung kuratierter Informationsangebote im Kultur- und Freizeitbereich.
#10: »Fahrplan Kultur und Freizeit digital in Nürnberg« Priorisierung notwendiger digitaler Projekte und Veränderungen sowie Festlegung von Zielen in einem ressortübergreifenden »Fahrplan Kultur und Freizeit digital in Nürnberg«.
Daten, Infrastrukturen, Prozessautomatisierung und kommunale Online-Dienste
#11: Aufbau und Etablierung eines fachübergreifenden Datenmanagements Aufbau eines Datenmanagements innerhalb der Stadtverwaltung, das unter Beachtung der Vorgaben von Datenschutz und IT-Sicherheit Mehrwerte aus der fachübergreifenden Nutzung von Daten schafft. Einbeziehung städtischer Unternehmen und weiterer Partner zur Entwicklung »kommunaler Datenräume«.
#12: Ausbau der Netzinfrastruktur weiter vorantreiben und durch Kooperationen fördern Weiterführung des Ausbaus der Netzinfrastruktur in Form freier WLAN-Zugänge in öffentlichen Gebäuden und Anbindung von Schulen an das Glasfasernetz. Flächendeckender Zugang zu WLAN im öffentlichen Raum durch Kooperationen mit städtischen Tochterunternehmen und weiteren Partnern.
#13: Digitalisierte Verwaltungsprozesse als Grundlage für Online-Dienste und neue Kommunikationswege Einbezug der »Kundenperspektive« in die Gestaltung digitalisierter Verwaltungsprozesse, um den veränderten Ansprüchen an die Leistungserbringung gerecht zu werden. Ausbau der darauf basierenden Online-Dienste und digitalen Kommunikation in bereits definierten Projekten.
Die strategischen Eckpfeiler beschreiben strukturelle und prozessuale Rahmungen, die die Umsetz ung der Handlungsempfehlungen für ein »Digitales Nürnberg« flankieren sollten. Sie sind in fünf Dimens ionen gefasst:
Strukturelle Rahmungen Prozessuale Rahmungen
1 + 2 + 3 + 4 + 5
Passgenaue Crossinnovative Digitalisierung als Teil Crossmediale Digitale Organisations strukturen Ansätze in Koope- der integrierten Stadt- Beteiligung Leuchtturm projekte etablieren rationen fördern entwicklung gestalten ausbauen umsetzen
Strategische Eckpfeiler »Digitales Nürnberg«
Abb. 1: Strategische Eckpfeiler der Roadmap
UNSER LEBEN
WIRD DIGITALER
UND SMARTER
Nachdem der Stadtrat die »Strategischen Leitlinien« als ersten Teil der Digitalen Dachstrategie / INSEK »Digitales Nürnberg« am 23.10.2019 beschlossen hat, folgt mit der Roadmap – Perspektiven für die Weiterentwicklung von »Digitales Nürnberg« nun eine Handreichung, die den Fokus auf die Potenziale und Herausforderungen in den verschiedenen Lebensbereichen legt. Die Stadt ergreift damit frühzeitig die Chance, die digitale Transformation von den Bürgerinnen und Bürgern her zu denken und die Attraktivität und Lebensqualität Nürnbergs für alle weiter zu steigern.
Die Digitale Dachstrategie / INSEK »Digitales Nürnberg« besteht damit aus zwei Teilen:
TEIL 1 TEIL 2 STRATEGISCHE LEITLINIEN ROADMAP
Mit den »Strategischen Leitlinien« Im Jahr 2020 wird die Digitale Dachstrawerden Ziele und Handlungsfelder für tegie um eine Roadmap ergänzt, die auf Nürnberg und die Leitplanken für eine den »Strategischen Leitlinien« aufbaut. digitale Stadt definiert. Die Roadmap zeigt die Themen und Maßnahmen auf, die Nürnberg als digitale Stadt voranbringen – die Marschroute für eine digitale Stadt.
Abb. 2: Die zwei Teile der Dachstrategie »Digitales Nürnberg«
Wie kann ein »Digitales Nürnberg« im Alltag aussehen? Welche Wünsche und Bedarfe gibt es aus der Sicht der Stadtgesellschaft? Wo werden bereits gute Praxisbeispiele zu ähnlichen Fragestellungen umgesetzt? Und welche Partner aus dem Umfeld von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung braucht es für die erforderliche branchen- und ressortübergreifende Zukunftsgestaltung in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung?
Auf vielfältige Fragen gute Antworten zu finden und den digitalen Transformationsprozess anzugehen, stellt eine gesamtstädtische Herausforderung dar. Die Roadmap der Digitalen Dachstrategie widmet sich dieser Aufgabe. Ihre Entstehung wurde vom Wirtschaftsreferat unter Einbindung aller Geschäftsbereiche sowie der Stadtgesellschaft koordiniert. Die Roadmap gibt Orientierung für das zukünftige Vorgehen für eine positive digitale Transformation in Nürnberg. Sie zeigt vorhandene Ansätze, Projekte und Maßnahmen in verschiedenen Themenkomplexen auf, benennt Potenziale und gibt konkrete Handlungsempfehlungen, wie das »Digitale Nürnberg« weiterentwickelt werden kann.
KONZEPTIONELLE
AUSRICHTUNG
DER ROADMAP
INTERDISZIPLINÄR, WEGWEISEND,
PARTIZIPATIV
In Kapitel 1 wird die konzeptionelle Ausrichtung der Die parallele Strategieentwicklung »digital.stadt.nürnberg – Roadmap dargestellt. Es gibt eine kurze Einführung zum Konzept für eine digitale Stadtverwaltung« des Referats für Charakter der Roadmap und eine Erläuterung, wie sie für Finanzen, Personal, IT und Organisation ist dabei integraler weitere Umsetzungsschritte als Grundlage dienen kann. Bestandteil der Dachstrategie »Digitales Nürnberg«. Bereits Im Anschluss wird das methodische Vorgehen in den existierende Fach- und Digitalstrategien von Nürnberger crossmedialen Beteiligungsformaten erläutert, deren Ziel Fachreferaten werden in den »Strategischen Leitlinien« und es war, vielfältige Impulse aus der Stadtgesellschaft für das in den Themenkomplexen der Roadmap berücksichtigt. »Digitale Nürnberg« und diese Roadmap zu erhalten.
Wegweisend: Eine
Interdisziplinär: Eine
Orientierung für alle Akteure
integrierte Dachstrategie
des digitalen Wandels
In den »Strategischen Leitlinien« ist die Mission beschrieben, mit der die Vision von einer hohen Lebensqualität für die Die Roadmap hat einen konkreten und damit wegweisen- Menschen, von Wohlstand und Zukunftsfähigkeit umgesetzt den Anspruch: Sie benennt in fünf Themenkomplexen werden soll: Gemeinsam mit Gesellschaft, Wirtschaft und bereits Geleistetes und empfiehlt, welche Vorhaben Wissenschaft sollen konkrete Ideen diskutiert werden, um schrittweise umgesetzt werden sollten. handhabbare digitale Lösungen zu finden: »Verwaltung und Unternehmen sollen sich dabei gegenseitig inspirieren.«1 Um dabei sicher und in die richtige Richtung zu navigie- Die Roadmap zeigt dafür nun die Marschroute auf, und ren, werden ergänzend Zukunftstrends mit Digitalisiediese ist interdisziplinär und integrierend. Denn die Stadt rungsbezug und hoher Relevanz für die Entwicklung einer Nürnberg muss sich im Kontext treibender Innovationen digitalen Stadt beschrieben. Außerdem illustrieren gute in branchenübergreifenden Kompetenzfeldern weiter Praxisbeispiele aus anderen Städten, die sich mit ähnlichen profilieren, um als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig Fragestellungen beschäftigten, welche Lösungen dort zu bleiben und Lebensqualität und Wohlstand für alle zu gewählt wurden. Daneben bilden die Ergebnisse aus den sichern. Und Politik und Stadtverwaltung müssen in enger crossmedialen Beteiligungsformaten eine weitere solide Zusammenarbeit mit Start-ups und anderen Wirtschafts- Grundlage für die Ableitung von Handlungsempfehlunakteuren, der Wissenschaft und der Stadtgesellschaft zur gen in jedem Themenkomplex. Die Roadmap wird mit raschen Realisierung von Digitalisierungsprojekten mit dieser Datengrundlage und ihren Inhalten somit zu einer Leuchtturmcharakter kommen, um ein sichtbares und Handreichung für alle Gestalterinnen und Gestalter von aktivierendes Signal in die Öffentlichkeit zu senden. »Digitales Nürnberg«.
Daten, Infrastrukturen, Mobilität, Energie Prozessautomatisierung und und Umwelt kommunale Online-Dienste
ROADMAP
Quartier, Familie, Pflege und Gesundheit Kultur und Freizeit
Bildung, Innovation und Forschung Abb. 3: Die fünf Themenkomplexe der Roadmap
Partizipativ: Gemeinsam
Themenfelder sind für Ihren Alltag relevant? Wo sehen Sie Bedarfe und Entwicklungen im digitalen Bereich? Was be-
das »Digitale Nürnberg«
deuten diese Themen ganz konkret für Ihre Lebenswelt?
gestalten
Crossmediale
Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist eine we-
Partizipation als
sent liche Voraussetzung für das Gelingen der digit alen Transformation. Digitale Technologien schaffen neue
Grundprinzip
Möglichkeiten für die Stadt, das Wissen und die Wünsche der Stadtgesellschaft in Planungen einzubeziehen. Soziale Netzwerke, Webplattformen oder Kurznachrichtendienste Im Rahmen der Erarbeitung der Roadmap wurden zwei haben das Potenzial, die Kommunikation über die Stadt Online- sowie drei analoge Formate durchgeführt. Dabei und ihre Entwicklung auf neue Füße zu stellen. Mit dem bauten die Formate aufeinander auf, indem die jeweitechnisch Machbaren stellt sich immer auch die Frage nach ligen Erkenntnisse aus einem Beteiligungsformat in das dem Mehrwert technischer Lösungen für den Lebens- darauffolgende als Ausgangslage und Basis für die Weiteralltag – und damit verbunden auch die Frage, welche arbeit überführt wurden. Themenkomplexe im »Digitalen Nürnberg« aus der Sicht der Stadtgesellschaft besonders wichtig sind. Vor diesem Die Ergebnisse der Blitzumfrage wurden genutzt, um Hintergrund waren die Nürnbergerinnen und Nürnberger die Auftaktveranstaltung inhaltlich vorzubereiten. Die eingeladen, sich über digitale Chancen und Herausforde- E-Partizipation diente dazu, der breiten Bevölkerung über rungen für Nürnberg zu äußern. Leitfragen der crossme- die Ergebnisse der bisherigen Beteiligung zu berichten dialen Beteiligung waren dabei unter anderem: Welche und nochmals die Chance zu bieten, die eigenen Ideen,
Blitzumfrage im Vorfeld der Auftaktveranstaltung E-Partizipation
Online
Auftaktveranstaltung Fokusgruppen - Experte n- »Mein digitales Nürnberg« workshops interviews
Offline
Abb. 4: Crossmedialer Partizipationsprozess
Abb. 5: Impressionen von der Auftaktveranstaltung am 11.04.2019 in Nürnberg © Stadt Nürnberg
Meinungen und Vorschläge einzubringen. In vier thema-
Wie wurde beteiligt?
tischen Fokusgruppenworkshops kamen Expertinnen und Experten aus der Stadtverwaltung sowie den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Beteiligungsunternehmen In der »Blitzumfrage« hatten die Teilnehmenden die zusammen, um eine fachliche Einschätzung zu den gesam- Möglichkeit, anzugeben, welche Themen eine wichtige melten Impulsen und Bedarfen der Stadtgesellschaft zu Rolle für die zukünftige digitale Entwicklung der Stadt geben und weitere Themen und Ideen für die Roadmap Nürnberg spielen sollten. Die Teilnehmenden durften bis einzubringen. In insgesamt sieben Experteninterviews zu drei Themen auswählen, um sicherzustellen, dass auch wurden erste Handlungsansätze der Roadmap validiert. wirklich die wichtigsten gewählt wurden. Anschließend wurden die Teilnehmenden offen gefragt, was ihnen in Die Durchführungszeiträume waren: den ausgewählten Themenfeldern am wichtigsten ist.
-
Online-Blitzumfrage: 20.02. bis 10.04.2019 Dabei wurde nicht vorgegeben, ob Ideen und Vorschläge,
-
Analoge Auftaktveranstaltung: 11.04.2019 Kritik, Lob oder Wünsche anzubringen sind. Entsprechend
-
E-Partizipation: 17.04. bis 17.05.2019 breit war das Spektrum an Antworten. Insgesamt wurden
-
Analoge Fokusgruppenworkshops: 16.09. bis 19.09.2019 401 Antworten berücksichtigt.
-
Analoge Experteninterviews: 23.09. bis 02.10.2019
Zur Auswahl standen folgende Themenkomplexe:
Wer wurde beteiligt?
- Mobilität, Energie und Umwelt 2. Zusammenleben im Quartier, Familie, Leben im Alter, Die digitale Beteiligung über die »Blitzumfrage« und die Pflege und Gesundheit E-Partizipation stand grundsätzlich allen Personen offen. 3. Daten, Infrastrukturen und kommunale Dienste Für die Teilnahme an der analogen Auftaktveranstaltung 4. Bildung, Innovation und Forschung »Mein digitales Nürnberg« konnte man über eine Online- 5. Kultur und Freizeit Anmeldemaske sein Interesse bekunden und teilnehmen. Zu den thematischen Fokusgruppenworkshops lud die Für die Auftaktveranstaltung wurden die Ergebnisse aus Wirtschaftsförderung Nürnberg verschiedene Vertreterin- der Blitzumfrage aufbereitet und an fünf dazu vorbereinen und Vertreter aus der Stadtverwaltung und der Stadt- teten thematischen Dialoginseln zur Verfügung gestellt, gesellschaft sowie aus den Beteiligungsunternehmen ein. um weiterführende und konkrete I deen für ein »Digitales Die interviewten Expertinnen und Experten kamen aus den Nürnberg« zu entwickeln. Insgesamt nahmen 104 Perso- Bereichen Verwaltung (Gesundheit, Verkehrsplanung und nen an der Auftaktveranstaltung teil. Neben inspirieren- Stadtarchiv), aus dem Beteiligungsunternehmen Airport den Impulsbeiträgen kam es zu einem intensiven Aus- Nürnberg, einem Kulturbetrieb (Haus des Spiel(en)s) sowie tausch an den fünf Dialoginseln. Zum A bschluss erfolgte aus der Metropolregion Nürnberg (Medical Valley e. V.). eine Fish-Bowl-Diskussion zu den gewonnenen Erkenntnissen aus der Veranstaltung.
66 25
BEITRÄGE KOMMENTARE TEILNEHMENDE BEI DER BEI DER E-PARTIZIPATION*
ONLINE-BLITZUMFRAGE * + 388
BEWERTUNGEN
EXPERTENINTERVIEWS 48 TEILNEHMENDE BEI DER TEILNEHMENDE
ANALOGEN VERANSTALTUNG IN 4 FOKUSGRUPPENWORKSHOPS
Abb. 6: Teilnahme am crossmedialen Partizipationsprozess
Im Rahmen der vierwöchigen E-Partizipation hatten die Im Nachgang zu den Fokusgruppenworkshops erfolgten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, analog zur sieben gezielte Experteninterviews, um weitere fachliche »Blitzumfrage« einen Beitrag einzureichen. Dafür erfolgte Perspektiven einzuholen, die auf dem Weg zur Roadmap eine Aufbereitung der Ergebnisse aus der Blitzumfrage und unerlässlich waren. Als Grundlage für die Interviews diender Auftaktveranstaltung auf der Beteiligungs-W ebsite der te ein Gesprächsleitfaden. Stadt Nürnberg. Insgesamt wurden 66 Beiträge gepostet und 25 Kommentare abgegeben. 388-mal wurde ein »Daumen hoch« für die Beiträge gegeben. Die zusammenfassende Beschreibung der Beiträge und Kommentare (nicht wertend) erfolgte ebenfalls auf der städtischen Website.
Im Zuge der weiteren Bearbeitung der Roadmap erfolgte die Durchführung von thematischen Fokusgruppenwork-
shops mit dem Ziel, erste Schlussfolgerungen über die
dringlichsten nächsten Schritte für das »Digitale Nürnberg« zu ziehen. Im Mittelpunkt der Workshops standen der interdisziplinäre Austausch und die branchenübergreifende Vertiefung von Aspekten, die in den verschiedenen Themenkomplexen für ein »Digitales Nürnberg« aus der Sicht der Teilnehmenden zu berücksichtigen sind.
Abb. 7: Auftaktveranstaltung am 11.04.2019 in Nürnberg © Stadt Nürnberg
Aussagekraft der einge- Methodisches Vorgehen
brachten Impulse aus der für die Auswertung der Bei-
Stadtgesellschaft träge in den Online-Formaten
Die Beiträge aus den Online- und Offline-Beteiligungsfor- Um einen Überblick über die Ergebnisse der Onlinematen gaben einen Einblick in die Ideen, Wünsche und Beteiligungsformate zu erhalten, wurde folgendes Sorgen derjenigen, die an den Beteiligungsformaten teil- methodisches Vorgehen gewählt: genommen haben. Die eingereichten Meinungen in der Kurzbefragung und im Rahmen der E-Partizipation sind Für die Auswertung wurden zunächst alle Beiträge dabei kein Abbild der Meinung aller Nürnbergerinnen von der Online-Plattform exportiert und in eine und Nürnberger, sondern ein Ausschnitt. Nichtsdestotrotz Inhaltsanalyse-S oftware eingefügt. Im nächsten Schritt liefern die eingereichten Meinungen einen wichtigen wurde pro Themenk omplex ein Zuordnungsschema ent- Beitrag, um die Wünsche, Ideen und Verbesserungspoten- lang der drei Kategorien »Lob«, »Kritik« und »konkrete ziale für die Stadt Nürnberg zu verstehen. Denn es ist da- Vorschläge« erarbeitet. Dabei fungierten die drei Katevon auszugehen, dass vor allem jene mitgemacht haben, gorien als Oberkategorien, zu denen für jeden Themendenen konkret »etwas unter den Nägeln« brennt, wenn komplex thematisch passende Unterkategorien aus den es um ein »Digitales Nürnberg« geht. Bürgerbeiträgen abgeleitet wurden. Beispiele für Unterkategorien sind »nachhaltige und umweltfreundliche Ge- Bei allen Beteiligungsformaten wurde von Beginn an staltung des Verkehrs« sowie »Kultur durch digitale Tools keine Repräsentativität angestrebt. Bei der Beteiligung greifbarer machen«. Falls ein Thema vermehrt vorkam, für die Dachstrategie »Digitales Nürnberg« ging es vor das nicht mit den vorhandenen Kategorien erfasst werde allem darum zu erfahren, welche Themen den Menschen konnte, wurde eine neue Kategorie erstellt (deduktivbesonders wichtig sind. Es ging explizit nicht um eine Kon- induktives Vorgehen). Im nächsten Schritt wurden die sensbildung oder Entscheidungsfindung. Entsprechend Kategorien exportiert und nochmals auf Schnittstellen zu stand es allen, die Interesse hatten, teilzunehmen, frei, anderen Themenkomplexen überprüft. Pro Unterkategorie ihre Meinung einzureichen. Es ist davon auszugehen, dass wurden die Beiträge inhaltlich zusammengefasst, um von diesen Möglichkeiten einige Bevölkerungsgruppen eine gebündelte Auswertung zu ermöglichen. eher Gebrauch gemacht haben als andere (Effekte der Selbstselektion). Allein durch das Online-Format waren z. B. sogenannte Offliner ausgeschlossen.
Eine Anmeldung war weder bei der Blitzumfrage noch bei der E-Partizipation nötig. Dementsprechend konnte nicht garantiert werden, dass einzelne Personen nicht mehrfach ihre Meinung abgegeben haben. Durch die inhaltliche Analyse der Beiträge spielte jedoch die Menge an Nennungen eine weniger starke Rolle – alle Beiträge wurden betrachtet und in der zusammenfassenden Auswertung berücksichtigt. Für die Roadmap wurden illustrierend Beispielbeiträge in das Kapitel 2 aufgenommen, die zu Themen abgegeben wurden, die mehreren Personen wichtig waren.
UNSER
»DIGITALES
NÜRNBERG«
DIGITALE PERSPEKTIVEN IN
FÜNF THEMENKOMPLEXEN
Nürnberg ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität. Bei Um- Mobilität, Energie und Umwelt fragen wie etwa der Unternehmensberatung Mercer liegt Nürnberg im nationalen und internationalen Vergleich regelmäßig vorn.2 Das ist ein wesentlicher Standortfaktor. Quartier, Familie, Pflege und Gesundheit Allein zwischen 2010 und 2018 wuchs die Stadtbevölkerung um 6,4 Prozent auf 535.746 Einwohnerinnen und Bildung, Innovation und Forschung Einwohner.3 Auch hinsichtlich der geschaffenen Wirtschaftsleistung ist Nürnberg auf einem stetigen Wachstumskurs. Mit einem BIP von 28 Mrd. Euro (Stand 2016) Kultur und Freizeit rangiert die Stadt unter den ersten zehn der zwanzig größten deutschen Städte und weist mit 4,4 Prozent ein Daten, Infrastrukturen, Prozessautomatisierung und kommunale Online-Dienste stärkeres BIP-Wachstum als der deutsche Durchschnitt (3,2 Prozent) auf.4 Die positive Entwicklung der letzten Jahre fußt auf mehreren starken Säulen: Angefangen bei Jeder Themenkomplex setzt sich aus mehreren Themen Nürnberg als starker Hightech-, Industrie- und Dienstleis- zusammen, die in ihrer Bedeutung und Ausprägung für das tungsstandort über die Positionierung als eine der führen- »Digitale Nürnberg« einzeln betrachtet werden. Zunächst den Innovationsregionen nach Patentanmeldungen je Ein- werden für jedes Thema die derzeit maßgeblichen Trends wohner (europaweitweit auf Rang 3) bis hin zu Nürnberg und Einflussfaktoren mit Bezug zur Digitalisierung herausals eine der sichersten deutschen Großstädte.5 gearbeitet. Im Kontext dieser Trendanalyse werden die im Rahmen des bisherigen Beteiligungsprozesses eingebrach- Das alles gilt es im Rahmen von »Digitales Nürnberg« ten I mpulse der Stadtgesellschaft für die Weiterentwicklung weiterzuentwickeln und durch intelligente Technologien von »Digitales Nürnberg« in verschiedenen Themenbereizukunftsgerichtete, integrierte Lösungsansätze für die chen aufgeführt und so ein aktuelles Stimmungsbild gez eiökologischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen chnet. Anschließend erfolgt im Hinblick auf das jeweilige Herausforderungen Nürnbergs zu finden. Vor diesem Thema eine Darstellung des Status quo in der Stadt Nürn- Hintergrund zeigt das vorliegende Kapitel 2 d ie wichtig- berg. Hierfür wird die bestehende gute Praxis vor Ort sten Themen, Potenziale und Herausforderungen für anhand ausgewählter Initiativen, Projekte und Ideen mit Nürnberg im Hinblick auf die digitale Transformation Digitalisierungsbezug veranschaulicht und eine Einordnung entlang der nachfolgenden fünf Themenkomplexe auf: der Ergebnisse in die derzeitigen Smart-City-Diskussionen vorgenommen. Der nachfolgende Blick auf erfolgreiche Praxisbeispiele aus anderen (inter-)n ationalen Städten soll Orientierung für denkbare Umsetzungswege sein und die Möglichkeit bieten, von den Erfahrungen anderer Städte zu profitieren. Für jedes Thema wird abschließend eine konkrete Handlungsempfehlung benannt, die besondere Entwicklungspotenziale für das »Digitale Nürnberg« auf deckt und mögliche Wege zur Entfaltung aufzeigt.
Digitales Nürnberg STRATEGISCHE LEITLINIEN KAPITELBEZEICHNUNG
2.1
MOBILITÄT, ENERGIE
UND UMWELT
NACHHALTIG MOBIL
ENERGIE, KLIMA- UND
UMWELTSCHUTZ
In Nürnberg lässt es sich gut arbeiten: 25.000 Unternehmen bieten
rund 400.000 Arbeitsplätze in verschiedenen Branchen – nie zuvor
waren so viele Menschen im Stadtgebiet Nürnbergs sozialversicherungs-
pflichtig beschäftigt.6 Damit und mit der anhaltend wachsenden Bevöl-
kerungszahl sowie steigenden Besucherzahlen gehen aber auch Klima-
und Umweltbelastungen einher. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, ein
zunehmender Energieverbrauch und ein steigendes Müllaufkommen
sind nur einige der enormen Herausforderungen, denen Nürnberg wie
alle Städte weltweit derzeit gegenübersteht. Allein der Verkehr ist in
der Europäischen Metropolregion Nürnberg für rund 30 Prozent des
Endenergieverbrauchs verantwortlich.7 Die fortschreitende Digitalisie-
rung eröffnet ein großes Potenzial, diese Herausforderungen zu adres-
sieren und die Sektoren Mobilität und Energie durch eine intelligente
Vernetzung noch stärker zu verzahnen. Damit leistet die Stadt einen we-
sentlichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und ergreift mit dem
digitalen Wandel somit auch die Chancen eines ökologischen Wandels.
MOBILITÄT, ENERGIE UND UMWELT IN NÜRNBERG – NACHHALTIG MOBIL IN DEN STADTGEBIETEN NÜRNBERGS
»Ich wünsche mir eine intelligente App, die alle Angebote des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt Nürnberg und Region miteinander verbindet und mit der ich auch direkt buchen und bezahlen kann. Gibt man die gewünschte Strecke ein, bekommt man ein optimiertes Ergebnis über alle verfügbaren Verkehrsmittel inklusive Echtzeitinformationen z. B. zu der aktuellen Auslastung und dem Standort des jeweiligen Verkehrsmittels.«16
Abb. 8: Nürnberger Mobilpunkt an der U-Bahn-Station Wöhrder Wiese © Uwe Niklas
NACHHALTIG MOBIL
Als zweitgrößte Stadt Bayerns und zukunftsweisendes Nachfrage nach digital vernetzten, inter- und multimoda- Zentrum der gleichnamigen Europäischen Metropolregion len Mobilitätslösungen steigen.13 Insbesondere i m urbakommt Nürnberg im Bereich Mobilität eine besondere nen Raum wird das Auto seine dominierende Stellung zu- Bedeutung zu. Mit U-Bahn, S- und R-Bahnen sowie mit gunsten von integrierten Mobilitätskonzepten verlieren. Bussen pendeln an Werktagen ca. 149.000 Menschen in das Eine zentrale Rolle spielt dabei der Aufschwung digitaler städtische Kerngebiet.8 Per Rad kommen täglich weitere Mobilitätsdienstleistungen nach der Devise »nutzen statt rund 10.000 Pendler hinzu.9 Der Verkehrsverbund Großraum besitzen«, die aktuell von Car- und Bikesharing bis hin zu Nürnberg (VGN) ist mit über 14.000 km² flächenm äßig der Ridepooling reichen.14 Bequemlichkeit und Zeitautonodrittgrößte Verkehrsverbund Deutschlands und befördert mie werden als Entscheidungsfaktoren für die Wahl des jährlich über 200 Million en Fahrgäste.10 Ein ebenfalls hohes Verkehrsmittels immer bedeutender. Der Wunsch nach Aufkommen zeigt sich beim motorisierten Individual-, persönlicher, flexibler Mobilität aus einer Hand wird sich Liefer- u nd Wirtschaftsverkehr: Werktäglich passieren in Zukunft festigen. Der Trend geht in Richtung eines rund 600.000 Kraftfahrzeuge die Stadtgrenze in beiden »One-Stop-Shop«, der ortsunabhängig auf dem mobilen Richtungen.11 Gleichzeitig steigen durch diese Entwicklun- Endgerät anbieterneutrale, transparente Vergleiche vergen die Umwelt- und Gesundheitsbelastungen wie Lärm, schiedener Routen, Verkehrsmittel und Preise bietet. Die Luftschadstoff- und Klimagasemissionen weiter an. Auch intensiven Bemühungen um Klimaschutz, Inklusion und Verkehrsunfälle und der Flächenverbrauch nehm en zu. Um Verkehrssicherheit lassen gleichzeitig gewollte Entschleudie Mobilität in Nürnberg bedarfsgerecht, effizient und nigung mit dem Wunsch nach Erfahrung von Sinnhafumweltfreundlich zu gestalten, nutzt die Stadt vorhan- tigkeit und Nutzen von Mobilität in den Vordergrund dene Potenziale sowie digitale Lösungen, um intelligente rücken. Vor allem die Attraktivität des Fahrrads als Fort- Mobilitätskonzepte als eine zentrale Voraussetzung für die bewegungsmittel steigt. Laut dem Meinungsforschungsingesellschaftliche Teilhabe von morgen voranzutreiben. stitut Infas sind die bundesweit per Fahrrad zurückgelegten Kilometer gegenüber 2002 um ein Viertel gestiegen.15
Zukunftstrends Daneben gewinnen umweltfreundliche Alternativen zu
Die Zukunft der Mobilität wird nicht nur durch konventionellen Antrieben an Bedeutung, allen voran die einen wachsenden Bedarf, sondern vor allem durch eine gerade beginnende Elektrifizierung des Straßenverkehrs. zunehmende Vielfalt neuer Fortbewegungsformen ge- Elektromobilität allein wird jedoch die zentralen Herausprägt.12 Die Grenzen zwischen individuellem und öffentli- forderungen, wie etwa immer mehr Menschen in kurzer chem Verkehr verschwimmen zunehmend und lassen die Zeit verlässlich zu transportieren, nicht lösen können.
Was wünscht sich die
In 43 Beiträgen wünschen sich Bürgerinnen und Bürger eine stärkere Vernetzung von bestehenden
Stadt gesell schaft?
Beförderungsangeboten und den entsprechenden Informationsmöglichkeiten:
Eingefangene Stimmen
Stimme 1: Eine übergreifende Plattform bzw. App schaffen, die ver-
schiedene öffentliche und private Mobilitätsanbieter/-dienste in und um Nürnberg für eine multimodale Wegeplanung intelligent miteinan- In 90 Beiträgen sprechen sich die Bürgerinnen und der verknüpft. Zusätzliche Funktionen wie Echtzeitinformationen zu Bürger für die Reduzierung des Individualverkehrs den Verkehrsmitteln sowie Online-Buchungs- und Bezahlmöglichk eiten integrieren und dabei stets Barrierefreiheit und Inklusion mitdenken. aus und damit einhergehend für den Ausbau und
Stimme 2: Intelligente Ticketing-Konzepte nutzen, z. B. Seamless-pay-
die Schaffung von Alternativen zum (eigenen) Auto. as-you-go-Lösungen, Check-in- / Be-out-Verfahren. Dahinter verbirgt sich zum überwiegenden Teil der Wunsch nach einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Mobilität in Nürnberg: In zehn Beiträgen schlagen Bürgerinnen und Bürger vor, das Thema autonomes Fahren gezielt
Stimme 1: Den Pkw-Verkehr und dessen Verbrauch von Parkfläche ins-
voranzutreiben: besondere in der Innenstadt reduzieren (z. B. durch autofreie Zonen).
Stimme 2: Die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs durch Digitali-
Stimme 1: Frühzeitig die notwendigen Rahmenbedingungen und
sierung erhöhen (z. B. durch Echtzeitinformationen, WLAN-Ausbau) und Infrastrukturen in der Stadt schaffen, die sicherstellen, dass automatineue Mobilitätsangebote (z. B. Sharing-Konzepte) fördern. Stimme 3: siertes und autonomes Fahren in Nürnberg umgesetzt werden kann. Den Ausbau von Fahrradwegen gezielt vorantreiben und Konzepte wie
Stimme 2: Autonomes Fahren entsprechend dem Ziel fördern, den
Protected Bike Lanes einbeziehen. Stimme 4: Umweltfreundliche Formen Verkehr zu reduzieren und einem Anstieg des Verkehrsaufkommens der Mobilität erproben und fördern, z. B. Elektromobilität für verschiedegezielt entgegenzuwirken. ne Verkehrsmittel inklusive der notwendigen Ladeinfrastruktur.
Was gibt es schon in Nürnberg?
Ausgewählte Beispiele
In der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist das Thema Seit 2008 wird die fahrerlose U -Bahn auf der Linie U3 und Mobilität durch die Innovations- und Wachstumsbranchen seit 2010 auch auf der Linie U2 eingesetzt. Erfolgreich ist »Automotive, Verkehr und Logistik« traditionell stark ver- ebenfalls das seit 2006 bestehende Verkehrsleitsystem für wurzelt. Mehrere Hochschulen mit verkehrs- und mobili- das Umfeld von Messe und Stadion, das künftig erweitert tätsb ezogenen Lehrstühlen und namhafte Forschungs- werden soll und die Anschlussstellen Nürnberg-Langwasser einrichtungen, wie das Fraunhofer-Institut für Integrierte und Nürnberg-Fischbach einbeziehen wird. Derzeit treibt Schaltungen IIS, bilden zusammen mit global aktiven die Stadt die Digitalisierung im Bereich Mobilität weiter Leitunternehmen sowie einer Vielzahl hoch innovativer voran, wie aktuelle Förderanträge im Rahmen des Prokleinerer und mittlerer Betriebe wichtige Treiber für die gramms »Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme« Entwicklung innovativer Verkehrstechnik und Mobilitäts- verdeutlichen.20 Dabei zielen die geplanten Maßnahmen systeme am Standort.17 Die technologischen Kompeten- unmittelbar auf die übergeordnete Zielsetzung der Verzen liegen in den Themenfeldern Antriebstechnik (u. a. kehrsplanung ab, den Anteil der Fahrten mit dem Auto Antriebe für Nutz- und Schienenfahrzeuge), Automotive so weit wie möglich zu reduzieren und auf umwelt- (u. a. Motorenbau, Fahrzeugelektronik), Bahntechnik, verträgl iche Verkehrsmittel zu verlagern. intelligente Verkehrssteuerung (u. a. Verkehrsleit-, Telematik- und Informationssysteme).18 Nicht nur die Metropol- Darüber hinaus sind weitere Projekte und M aßnahmen region, auch Nürnberg ist über die eigenen Stadtgrenzen hervorzuheben: hinaus für seine innovativen, zum Teil digitalen Ansätze im Nahverkehr bekannt. Neben zukunftsträchtigen Busantrieben hat sich die Stadt als Pionier bei dem Betrieb von voll automatisiert fahrenden U-Bahnen hervorgetan.19
Dynamische Fahrgastinformation in Echtzeit Digitalisierung und Elektrifizierung
Über dynamische Fahrgast-Informationsanzeiger (DFI) bietet von Parkräumen die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft bereits an vielen Halte- Mit dem Projekt verfolgt der Energieversorger N-ERGIE in stellen Echtzeitinformationen zu Abfahrtszeiten. Der Ausbau Kooperation mit den Fürther Stadtwerken infra fürth und wird bis Ende 2020 mit insgesamt 57 neuen DFI-Anzeigern dem Unternehmen für Solartechnologie solid das Ziel, durch für Straßenbahnhaltestellen fortgeführt. In Planung ist die dynamische Preisgestaltung in Parkräumen den Fahrer zu Versorgung der Fahrgäste auf der U-Bahnl inie 1. Auf den motivieren, sein Fahrzeug abzustellen und das bereitstehen- Bildschirmen in den meisten Bussen, Straßen- und U-Bahnen de emissionsarme Alternativangebot wie ÖPNV, Sharing etc. bekommen Fahrgäste ebenfalls alle Umsteigemöglichkeiten zu nutzen. Durch Kopplung mit den Daten über Immissionen in Echtzeit angezeigt. Darüber hinaus können Echtzeitinfor- in der Stadt Nürnberg kann bei Grenzwertüberschreitung mationen auch mobil über start.vag.de abgerufen werden. eine zielgerichtete Steuerung des Verkehrs über das Preisvag.de/fahrplan signal stattfinden. Hierzu werden verschiedene Parkräume in Nürnberg und Fürth mit Parkdetektoren und ein Teil der Parkplätze auch mit Ladestationen ausgestattet. n-ergie.de
Elektronisches Fahrgeldmanagement (EFM) mit
Einführung des VGN-eTickets im Verkehrsverbund
Großraum Nürnberg (VGN)
Flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur
Seit Juni 2018 hat die VAG den Verkauf von Abos auf ein
für Elektromobilität
neues E-Ticket umgestellt. Eine Chipkarte ersetzt den bisherigen Verbundpass mit Wertmarke. Die Umstellung wurde Zusammen mit der N-ERGIE hat die Stadt Nürnberg ein Kon- Anfang 2020 abgeschlossen, ein weiterer Ausbau hinsichtlich zept für den kontinuierlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur der Erweiterung des Sortiments und der Bezahlverfahren im Stadtgebiet entwickelt. An zentralen Stando rten sind dersowie eine automatische Fahrpreiserrechnung sind geplant. zeit insgesamt 25 Ladesäulen aufgebaut, die mit 100 Prozent Ökostrom versorgt werden. Diese sind in den Ladeverbund vag.de/tickets-abo Franken+ eingebunden, der ein für die Metropolregion Nürnberg einheitliches System gewährleistet. Auf der Website von Ladeverbund Franken+ ermöglicht der »Ladesäulenfinder« Aufbau einer Mobilitätsplattform eine schnelle und einfache Suche von Ladestationen, deren Bedienung über das Mobiltelefon erfolgt. Die VAG entwickelt eine Plattform zur Bündelung verschieden er Mobilitätsservices. Durch die Kombination von ver - ladeverbundplus.de kehrsmittelübergreifenden Auskünften werden mit einfachen und übersichtlichen Buchungsmodellen wesentliche Nutzungshürden und Zugangsbarrieren für die Kunden beseitigt. Bis
»Mobilpunkte Nürnberg«
Mitte 2020 sollen Fahrgastinformation in Echtzeit, Störungsinformationen, ein Aufzugservice, der Kauf von Einzeltickets Im Juni 2019 hat das Verkehrsplanungsamt mit der Umsetund multimodale Komponenten durch die Anbindung des zung der zweiten Ausbaustufe der Mobilitätsstationen nach VAG_Rads und eines integrierten Taxirufs umgesetzt werden. dem Vorbild der Bremer Mobilpunkte begonnen: Insgesamt gibt es aktuell 29 Mobilpunkte, an denen die Verknüpfung vag.de verschiedener Mobilitätsangebote und Verkehrsarten erfolgt. Die Stationen befinden sich an Straßenbahn- oder U-Bahn-Haltestellen und bestehen aus Stellplätzen für Blindeninformationssystem (BLIS) für Carsharing-Fahrzeuge und Radständern. Soweit möglich Fahrgastinformationen findet die Integration von Taxis statt. Die VAG plant, eine neue App für sehbehinderte und blinde nuernberg.de Menschen im Apple-Store bereitzustellen. Fahrgastinformationen stehen dann auch akustisch zur Verfügung. vag.de Parkhaus der Zukunft Der Energieversorger N-ERGIE baut auf seinem Betriebsgelände im Nürnberger Stadtteil Sandreuth ein innovatives VAG_Rad Parkhaus mit 340 Stellplätzen und 138 Elektro-Ladepunkten. Sensoren sollen den Nutzern mitteilen, wo freie Ladeplätze Seit Juni 2019 bietet die VAG in einer Flexzone in der Innenzu finden sind. Zudem sind ein digitales Parkmanagement stadt sowie an 20 festen Stationen im Stadtgebiet insgesamt mit Buchung und Abrechnung über eine App und ein Park- 500 Leihfahrräder an. Mittels Smartphone-App erfolgt die leitsystem mit Nummernschilderkennung vorgesehen. Buchung über den Scan eines QR-Codes am Fahrrad, durch das Auflegen des VGN-eTickets am hinteren Schutzblech oder per n-ergie.de Telefon. Das Fahrradleihsystem ist in das bestehende Tarifsystem der VAG integriert (monatlich 600 Freiminuten für Kunden mit einem VAG-Abo) und wird 2020 weiter ausgebaut. vagrad.de
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #1
Ob und wie der öffentliche Nahverkehr vom auto-
Aufbau einer digitalen
nomen Fahren profitieren kann, erproben derzeit verschiedene deutsche Städte. In Hamburg testet die Mobilitätsplattform Hamburger HOCHBAHN im Rahmen des Forschungsprojektes HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) elektrisch automatisiert fahrende Kleinbusse im neuen Stadtteil HafenCity. Bis zum Herbst 2021 sollen die Kleinbusse mit bis zu 16 Passa- Erkenntnis gieren komplett autonom mit bis zu 50 Kilometern Deutlich wird die hohe Bedeutung der städtischen Töchpro Stunde auf einer 3,6 Kilometer langen Strecke ter für eine erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung der verkehren.21 Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) tes- »Smart-City-Strategie«. Die entsprechende Beteiligung ten ebenfalls bis Ende 2019 im Ortsteil Tegel den Ein- liegt somit im städtischen Interesse. Die Stadt Nürnberg satz eines elektronischen Shuttle-B usses im normalen besitzt aufgrund ihrer gut ausgebauten Verkehrsinfra- Straßen verkehr.22 Der Probebetrieb soll zeigen, wie struktur sowie der vorhandenen regionalen Kompetenzen sich das Fahrzeug verhält und wie das autonome im Bereich Mobilität – von Forschung und Entwicklung Fahren bei den Fahrg ästen ankommt. Weitere Städte über Herstellung und Anwendung bis hin zu vielfältigen treiben derzeit ähnliche Projekte voran. Beispielswei- Mobilitätsanbietern – eine gute Basis für einen erfolgreise testet die Stadt Mainz den autonom fahrenden chen Transformationsprozess in eine stadtgerechte Mobi- Kleinbus »EMMA« (Elektro-Mobilität Mainz Auto- litätswelt. Vielfältige Maßnahmen und Initiat i ven sind auf nom) des französischen Herstellers Navya entlang den Weg gebracht oder befinden sich derzeit in Planung. des Rheinu fers, der 2020 in den Regelbetrieb gehen Bewährte Ansätze wie der Ausbau von »Mobil punkten« soll.23 Darüber hinaus finden sich Praxisbeispiele in oder der Ladeinfrastruktur werden gezielt vorangetrieben. den Städten Monheim oder Bad Birnbach.
Handlungsnotwendigkeit
Ein Beispiel zum Aufbau einer Mobilitätsplattform Um das digitale Potenzial auf dem Weg zu einer emissionszur Vernetzung der Beförderungs- und Informations- freien und stadtverträglichen Mobilität vollumfänglich zu angebote findet sich in der finnischen Hauptstadt heben, ist es notwendig, die bereits vorhandenen Mobili- Helsinki, die umfassende Services entlang der Mobili- tätsangebote deutlich sichtbar zu machen, zu vergleichen tätskette aus einer Hand anbietet. Hierfür greift die und zu bündeln. Stadt auf die von dem Unternehmen MaaS Global entwickelte App »Whim« zurück. Über die App kann Ansatz eine Strecke über einzelne Verkehrsmittel hinweg Es empfiehlt sich daher der Aufbau einer digitalen Mogeplant werden. Dabei berücksichtigt sie u. a. Busse, bilitätsplattform zur anbieterunabhängigen Vernetzung Straßenbahnen, Carsharing, Mietwagen, Leihräder von Informationen und Buchungsmöglichkeiten der und Taxis und zeigt nicht nur die schnellste, sondern in Nürnberg bestehenden und neu hinzukommenden auch die preisgünstigste Verbindung an. Nach der Mobilitätsangebote vom ÖPNV über Carsharing bis zum Wahl der gewünschten Route bucht und bezahlt die Radverleih. Ziel ist dabei die Förderung der multimodalen App automatisch das Ticket für den öffentlichen Nah- Verkehrsmittelnutzung, die davon ausgeht, dass nicht für verkehr oder bestellt das benötigte Taxi. Komb in iert jeden Weg automatisch das private Kfz genutzt wird. Mit wird das multimodale Angebot mit verschiedenen der Mobilitätsplattform soll deshalb schnell und bequem Flatrates. Beispielsweise kann man für rund 50 Euro das für den jeweiligen Weg und Fahrtzweck geeignete monatlich den öffentlichen Nahverkehr unbegrenzt Verkehrsmittel aufgezeigt werden und Buchung und nutzen und erhält pro Fahrt neben einer halben Bezahlung soll unabhängig vom gewählten Verkehrsmit- Stunde kostenloser Nutzung eines Leihfahrrads auch tel möglich sein. Eine Weiterentwicklung der Mobilitäts- Rabatte auf Taxis oder Mietautos. Für den knapp plattform für das gesamte Gebiet des Verkehrsverbundes zehnfachen Preis pro Monat kann man alle Angebote Großraum Nürnberg ist anzustreben. als Flatrate ohne weitere Extrakosten nutzen.24
»Smarte Laternen dimmen das Licht zu den verkehrsarmen Zeiten autom atisch und werden dann heller, wenn sich Fahrzeuge, Fahrräder oder Fußgänger nähern. Das spart Energie und damit Kosten, schont die Umwelt (z. B. Insekten, Lichtverschmutzung) und erhöht das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Raum.«33
Abb. 9: Öffentliche Ladestation für Elektrofahrzeuge am Kesslerplatz in Nürnberg © Uwe Niklas
ENERGIE, KLIMA- UND
UMWELTSCHUTZ
Mobilität zusammenzudenken und intelligent zu verzahnen, um sie im Gesamtsystem zu optimieren. Hinsichtlich der Sektorkopplung wird im Ausbau von Kooperationen Für ein gesundes Stadtleben und eine hohe Lebensqualität zwischen Städten und kommunalen Versorgern bzw. gestaltet Nürnberg den Umwelt- und Klimaschutz aktiv. Im Stadtwerken ein wichtiger Hebel gesehen. Kommunale »Klimafahrplan 2010 – 2050« hat sich die Stadt Nürnberg (Energieversorgungs-)Unternehmen gelten als zentrale das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 die CO-Emissionen Wegbereiter für eine Smart City.27 Hier spielen neben gegenüber dem Jahr 1990 um 80 Prozent zu reduzieren.25 klimafreundlichen Mobilitätslösungen künftig vor allem Um die dazu notwendige drastische Reduktion des Ener- verknüpfte Angebote bei Energie und Wohnen eine begie- und Ressourcenverbrauchs zu realisieren, müssen sondere Rolle. Auf der Gebäudeebene liegt das Potenzial der Ausb au erneuerbarer Energien, die Verbesserung der digitaler Technologien in der individuellen Steuerbarkeit Energiee ffizienz von Gebäuden sowie die klimafreundliche des Verbrauchs. Stromnetze wandeln sich zu intelligenten Gestaltung von industrieller und gewerblicher Produktion Energieinformationsnetzen, die in Zukunft nicht nur Enerund Mobilität weiter vorangetrieben werden. Bei der gie transportieren, sondern auch Daten über Verbrauch Umsetzung sollen digitale Anwendungen unterstützen, und Verfügbarkeit verarbeiten.28 Intelligente Stromzähler, die aktuell in verschiedenen Bereichen entwickelt werden; sogenannte Smart Meter, werden dem Verbraucher verwie etwa per App bedienbare Heizungen und Kühlschränke mehrt ermöglichen, in Echtzeit seinen Stromverbrauch je oder Smart Meter zur intelligenten Regelung von Energie- nach Tarifhöhe flexibel zu gestalten.29 Als Schlüssel auf und Wasserverbräuchen. Digitale Technologien bieten Quartiers- und gesamtstädtischer Ebene werden dezenvielfältige Chancen, die Energieversorgung in der Stadt trale Energielösungen gesehen, die es ermöglichen, Strom Nürnberg grundlegend zu optimieren und den privaten und Wärme da zu erzeugen und zu speichern, wo Bedarf und öffentlichen Verbrauch vom einzelnen Gebäude besteht. Digitale Technologien und Vernetzung sind dafür über das Quartier bis hin zur Gesamtstadt intelligent zu Grundvoraussetzung, wie sie z. B. durch Smart Grids im steuern sowie dezentral und erneuerbar erzeugte Energie Sinne einer kommunikativen Vernetzung und Steuerung zu vernetzen. Eine weitere Chance zum Schutz des städti- von Stromerzeugern, -speichern und elektrischen Verschen Lebensraums liegt in der Nutzung digitaler Umwelt- brauchern in Energieübertragungs- und -verteilungsnetdaten. So können beispielsweise Schadstoffe in Luft, zen der Energieversorgung ermöglicht werden.30 Nur Wasser und Boden sowie Belastungen durch Hitze und wenige mittelgroße Städte und Großstädte können ihren Lärm und der en Einfluss auf Gesundheit und biologische Energieb edarf zukünftig aus eigener Kraft vollständig mit Vielfalt überw acht und die Ergebnisse für Planungs- und erneuerbaren Energien decken.31 Daher rücken Stadt- Entscheidungsp rozesse genutzt werden. Land-Partnerschaften, in denen ländliche Regionen zu Energielieferanten für Ballungsräume werden, stärker in
Zukunftstrends den Fokus. Im Bereich Rohstoffverbrauch zeichnet sich ein
Städte sind für Energiewende und Klimaschutz klarer Trend weg vom linearen Modell der Ressourcenvon entscheidender Bedeutung, denn hier leben und ausbeutung hin zu einem regenerativen Modell der arbeiten die meisten Menschen und hier wird weltweit Ressourcennutzung ab: Stoffströme werden zu Kreisläuder Großteil an Energie und Ressourcen verbraucht.26 Die fen geschlossen und Abfall selbst wieder zur Ressource.32 Diskussion um den Trend der »Urbanen Energiewende« Die Digitalisierung unterstützt dabei, die erforderlichen wird häufig nur mit Blick auf das Thema Strom geführt. Daten für die Kreislaufwirtschaft, die Circular Economy, Stattdessen gilt es, die Sektoren Strom, Wärme und zu erfassen und nutzbar zu machen.
Was wünscht sich die
In zehn Beiträgen sprechen sich Bürgerinnen und Bürger für eine Förderung der Elektrifizie-
Stadt gesell schaft?
rung in der Mobilität und Teilen der Verkehrsinfrastruktur aus:
Eingefangene Stimmen
Stimme 1: Zur Erreichung der Klimaschutzziele die Elektromobilität
im Individualverkehr durch entsprechenden Infrastrukturausbau attraktiver gestalten und als Baustein für eine nachhaltige Mobilität im In 57 Beiträgen wünschen sich Bürgerinnen und öffentlichen Personennahverkehr vorantreiben. Stimme 2: Möglichkeiten zur Energieeinsparung durch moderne Technologien ergreifen, Bürger vor allem eine umweltfreundliche Energiez. B. durch intelligente Straßenbeleuchtung. erzeugung und eine höhere Energiee insparung durch ein digital gestütztes Energiem anagement: In 16 Beiträgen sprechen sich Bürgerinnen und
Stimme 1: Emissionen durch den Ausbau erneuerbarer Energien und
Bürger dafür aus, digitale Unterstützung für die den Rückzug aus fossilen Energieträgern vermeiden und reduzieren. Stimme 2: Den Einsatz von Smart Metern für Strom, Wasser und Pflege der Grünflächen in der Stadt zu fördern Wärme vorantreiben, um Bürgerinnen und Bürgern die Optimierung sowie innovative Ansätze zur Entsorgung, Wiedes Verbrauchs zu ermöglichen. Stimme 3: Vorhandene Möglichkeiten derverwertung und Vermeidung von Abfällen: der Digitalisierung zur Förderung einer dezentralen, effizienten und ressourcenschonenden Struktur von Energieerzeugung, -verbrauch und Stimme 1: Digitales Gießmanagement für Bäume in der Stadt etablie- -verteilung ausschöpfen. Stimme 4: Die Stadt soll mit gutem Beispiel ren. Als Beispiel kann die Landwirtschaft im Knoblauchsland34 dienen. vorangehen und alle städtischen und öffentlichen Gebäude so weit wie Dort wird die Bewässerung per Smartphone gesteuert. Stimme 2: Intelmöglich und sinnvoll mit Solar- und Photovoltaikanlagen ausstatten. ligentes Abfallmanagement (z. B. mit Sensoren ausgestattete Abfallbehälter, digital optimierte Tourenplanung der Entsorgungsfahrzeuge) einführen und innovative Recycling- und Upcycling-Ansätze aufgreifen.
Was gibt es schon in Nürnberg?
Ausgewählte Beispiele
Die Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) ist ein Nürnberg befasst sich seit Langem mit den Themen deutschlandweit anerkannter starker Standort für Energie- Energiee insparung, Klimaschutz, Klimaanpassung und wirtschaft und -technik. Mit dem ENERGIEregion Nürnberg initiiert entsprechende Strategien und Maßnahmen e. V. gibt es zudem einen zentralen Energietechnik-C luster sowohl überg eordnet als auch für einzelne Fachbereiche in der Metropolregion. Mehr als fünf Prozent der sozial- von der Bauleitplanung, Gesundheitsvorsorge, Grün- und versicherungspflichtigen Beschäftigten in der Region sind Freiraump lanung bis zum Katastrophenschutz. Zu nennen dem Energiesektor zuzuordnen.35 Die technologischen sind etwa die vom Referat für Umwelt und Gesundheit Kernkompetenzen liegen u. a. in Kraftwerks- und Netzleit- erarbeiteten Klimaschutzfahrpläne für die Zeiträume technik, Leistungselektronik, Mess-, Steuer- und Regeltech- »1990 – 2000« und »2000 – 2010« sowie der im Jahr 2012 nik sowie energieeffizienter Antriebstechnik. Im Bereich verfasste »Energienutzungsplan 2030« und die »Energie- Forschung und Entwicklung sind die Hochschulen in der effizienzstrategie Nürnberg 2050«.38 Letztere bildeten Region mit energiewirtschaftlichen und technologischen die Grundlage für den im Jahr 2014 verabschiedeten, Studiengängen hervorzuheben sowie ein dichtes Netz an langf ristig angelegten »Klimafahrplan 2010 – 2050«.39 Seit außeruniversitären Forschungseinrichtungen.36 Der Energie dem Jahr 2014 wird die Umsetzung der Klimaschutzmaß- Campus Nürnberg bündelt als etabliertes Zentrum für nahmen zudem durch eine neu geschaffene Stelle eines Energieforschung in Nordbayern die besten Forschenden Klimaschutzbeauftragten beim Referat für Umwelt und entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energie.37 Gesundheit der Stadt Nürnberg unterstützt.
Seit dem Klimabeschluss im Juli 2019 ist der Klimaschutz eine zentrale Aufgabe der Stadt Nürnberg. Mit der N-ERGIE hat Nürnberg außerdem ein großes Energiev ersorgungsunternehmen, das in den Bereichen Sektorenkopplung und Elektromobilität sehr aktiv ist. Beispielhaft werden darüber hinaus folgende Maßnahmen und Projekte aufgeführt:
Augmented Reality zur Darstellung v on
Energieflüssen
Gemeinsam mit Unternehmen arbeitet der Energie Campus Nürnberg (EnCN) in Forschungsprojekten, um Lösungen für Optimierung im Energieverbrauch der die Energie von morgen zu entwickeln. In dem Referenz-
Nürnberger U-Bahn
projekt zur Darstellung von Energieflüssen geht es um die Projektion von Wärmeemissionen auf die Oberfläche von Zur Senkung des Energieverbrauchs des Nürnberger U-Bahn- 3-D-Rekonstruktionen mittels Augmented Reality. Dies Verkehrs haben Experten des ADA-Centers in einer Studie erlaubt die Darstellung von Energieflüssen direkt in der ein Optimierungsverfahren entwickelt, das auf der Basis von Anwendungsumgebung und kann z. B. im Gebäudesanie- Big Data Analysen erstellt und den Energiebedarf optimiert, rungssektor helfen, Schwachstellen zu identifizieren und sodass die Bremsenergie der einen U-Bahn zum Anfahren effizientere Lösungen zu finden. der anderen U-Bahn genutzt werden kann. So wird die Last im Bahnstromnetz besser über die Zeit ausgeglichen. Darauf encn.de/referenzprojekte aufbauend konnte zudem die Optimierung des Fahrverhaltens der Züge miteinbezogen werden, um den Gesamtenergieverbrauch zu reduzieren. Im Jahr 2020 arbeiten VAG und
Virtuelles Kraftwerk ADA-Center an der Umsetzung zur Integration der energeti-
schen Optimierung in die tägliche Fahrplanerstellung.40 Das Projekt der N-ERGIE vernetzt digital Erzeugungsanlagen aller Größenordnungen und Formen (z. B. Kraftwerke, scs.fraunhofer.de/de/referenzen landwirtschaftliche Anlagen oder Industriebetriebe) mit den Verbrauchern. Der dezentral erzeugte Strom wird gebündelt und je nach Bedarf ins Stromnetz eingespeist. Das alles
Messung der Feinstaubbelastung an
geschieht voll automatisiert und digitalisiert. Dadurch schafft
viel befahrenen Straßen
das virtuelle Kraftwerk die Voraussetzungen für eine regionale Stromversorgung aus erneuerbaren Energien und leistet Im Rahmen der Umweltschutz-Aktionen von BLUEPINGU einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende. wird unter anderem bereits ein Citizen-Science-Projekt zur n-ergie.de/stadtwerke-kommunen Messung der Feinstaubbelastung in viel befahrenen Straßen umgesetzt. Bürgerinnen und Bürger messen mit selbst gebauten Messgeräten die Belastung und übertragen die Daten zur Veröffentlichung auf eine zentrale Website.
DKL – Digitale Kundenlösungen
bluepingu.de Im Rahmen eines Smart-Meter-Gateway-Rollouts des regionalen Versorgungsunternehmens N-ERGIE wurden erste Haushalte mit Smart Metern ausgestattet. Auf Basis der erfassten Daten bietet N-ERGIE den Kundinnen und Kunden eine Visualisierung im unternehmenseigenen Internetportal an. n-ergie.de/n-ergie/unternehmen
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #2
Wie ein ganzer Stadtteil zum Leuchtturm der urba-
Nürnberg als Vorzeigestadt für
nen Energiewende werden kann, zeigt die Wiener
Seestadt Aspern. Der neue Stadtteil im Nordosten einen sektorenübergreifenden
der Stadt ist als Urban Lab eines der Vorzeigepro-
Klimaschutz etablieren
jekte der Smart City Wien. Die Seestadt entsteht etappenweise bis 2028 und soll zukünftig Wohnoder Arbeitsplatz für rund 20.000 Menschen sein. Verschiedene vorbildhafte Initiativen werden in Erkenntnis den Bereichen Mobilität, Stadtplanung, Innovation Ein zentraler Baustein für mehr Lebensqualität und und Energie – häufig miteinander vernetzt – nach wirts chaftliches Wachstum im Kontext von »Digitales neuesten Erkenntnissen in Energieeffizienz, Gebäu- Nürnberg« ist eine sektorenübergreifende Energiewende. des tandards und Mischnutzung umgesetzt. Ein Bei- Nur im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes, der digital spiel dafür ist die von der Stadt Wien gemeinsam verknüpfte Lösungen über die Sektoren Strom, Wärme mit ihren Versorgungsunternehmen Wien Energie und Mobilität hinweg forciert, können die gesetzten und Wiener Netze und der Siemens AG gegründete Klimaschutzziele erreicht werden. Als ausgewiesene Aspern Smart City Research GmbH & Co KG (ASCR), Energiereg ion und europaweit anerkannter Standort die das Thema Energieeffizienz anhand realer Ge- für Energietechnologie bietet die Europäische Metropolbäude im Stadtteil erforscht und umsetzt. Langfris- region Nürnberg ein enormes Potenzial zur erfolgreichen tig sollen außerdem 80 Prozent des Verkehrsauf- Umsetzung. kommens umweltfreundlich abgewickelt werden. Dafür wurde ein Mobilitätsfonds ins Leben gerufen. Handlungsnotwendigkeit Seit 2017 beschäftigt sich das Team des aspern.mobil Um für Nürnberg umfassende und ineinander übergreif ende LAB unter der Federführung der TU Wien mit der Lösungen zu entwickeln, müssen städtische Vertreter, Indus- Anwendbarkeit, Akzeptanz und Verbreitung von trie- und Mittelstandsvertreter sowie Stakeholder aus den Mobilitätsinnovationen im Alltag.41 Sektoren Strom, Wärme und Mobilität zusammenarbeiten. Neben einem weiteren Ausbau der Kooperationen zwischen Im Rahmen des interdisziplinären Projekts »ENaQ – der Stadt Nürnberg und den kommunalen Versorgungsun- Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst ternehmen gilt es auch, die vorhandene Expertise von Unter- Oldenburg« entsteht auf dem ehemaligen Milit är - nehmen und Forschungseinrichtungen sowie Kammern und gelände Fliegerhorst Oldenburg ein kliman eut ral es Verbänden in den regionalen Netzwerken einzubeziehen. Wohnquartier mit ca. 110 Wohne inh eiten. Im Mittel punkt steht die Entwicklung eines Infras trukt ur- Ansatz konz epts, das die Sektoren Strom, Wärme/Kälte Im Rahmen einer neu zu gründenden Fokusgruppe, besteund Elektromobilität zu einem sektorenüberg rei- hend aus den genannten städtischen und externen Akteufenden Versorgungsnetz koppelt. Die Anwohner ren, wird ein »sektorenübergreifender Maßnahmenplan werden über ein Community-Portal als Energie- für effektiven Klimaschutz Nürnbergs« entwickelt. Der produzenten und -verbraucher an der Ausgestal- Einsatz digitaler Innovationen sollte in der Ausarbeitung tung von Anreizmodellen für die Bildung lokaler einen wesentlichen Schwerpunkt bilden und mit Entwick- Energieg enossenschaften beteiligt. Zudem werden lungsanreizen hinterlegt werden. Eine solche Maßnahme sie in die sich daraus abgeleiteten Geschäftsmodel- kann z. B. die Bestimmung eines geeigneten Modellquarle für Dienstleister zum Aufbau und Betrieb von tiers sein, um im Rahmen eines Reallabors neue Technoweiteren energetischen Nachbarschaftsquartieren logien für eine sektorenübergreifende Energiewende einbezogen. Das vom Bundesministerium für Wirt- zu erproben. Für die Koordinierung der Umsetzung und schaft und Energie (BMWi) und Bundesm inisterium strategische Weiterentwicklung der erarbeiteten Maßfür Bildung und Forschung (BMBF) geförderte nahmen empfiehlt es sich, ein eigenes Umsetzungsgre- ENaQ-Projekt soll nach erfolgreichem Abschluss als mium zu etablieren. Die Stadt Nürnberg sollte dabei eine Konzept für die Entwicklung weiterer Smart-City- koordinierende und steuernde Funktion einnehmen. Mit Quartiere dienen.42 dem Maßnahmenplan schafft Nürnberg ein zielführendes Instrument für den Klimaschutz und ergreift damit die Chance, sich zur Vorzeigestadt zu entwickeln.
2.2
QUARTIER, FAMILIE,
PFLEGE UND GESUNDHEIT
ZUSAMMENLEBEN IN DEN QUARTIEREN
FAMILIEN STÄRKEN
GESUND UND LANGE LEBEN
Eine wachsende Stadt bedeutet auch eine wachsende urbane und so-
ziale Vielfalt. Wie in allen europäischen Großstädten gibt es in Nürn-
berg neben einer höheren Anzahl an Zuzügen auch einen steigenden
Anteil älterer Menschen. Kurze Wege zum Einkaufen, zu kulturellen
Einrichtungen oder die Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, sind gute
Argumente, im Alter im gewohnten Wohnumfeld zu bleiben oder zu-
zuziehen. Für die Jüngeren wachsen beispielsweise Leben und Arbeiten
stärker zusammen und es werden vielfältige Familienformen gelebt. Bei
der Gestaltung von »Digitales Nürnberg« ist es daher ein zentrales An-
liegen, alle Bevölkerungsgruppen mit ihren unterschiedlichen Bedürf-
nissen gleichermaßen zu berücksichtigen, um die Lebensqualität für
alle Menschen in Nürnberg noch weiter zu steigern.
ZUSAMMENLEBEN
IN DEN QUARTIEREN
Nürnberg ist eine verdichtete, kompakte Stadt, in der Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier noch besser vergleichsweise viele Menschen auf kleiner Fläche leben.43 zu vernetzen, die lokale Identität zu stärken und so auch Die Quartiere und Nachbarschaften sind Orte der Begeg- der Anonymität und Vereinsamung entgegenzuwirken. nung. Hier treffen sich Nürnbergerinnen und Nürnberger, Eine im Auftrag des Bundesverbandes für Stadtentwicktauschen sich aus und vernetzen sich miteinander. Der so- lung und Wohnen e. V. erstellte Studie spricht in diesem ziale Zusammenhalt zeigt sich auch im bürgerschaftlichen Zusammenhang von der »digitalen Renaissance der Engagement: Bereits jeder fünfte in Nürnberg lebende Nachbarschaft«. So stärken soziale Medien und digitale Mensch über 18 Jahren ist ehrenamtlich aktiv.44 Nachbarschaftsplattformen die nachbarschaftliche Selbstorganisation, das zivilgesellschaftliche Engagement und
Zukunftstrends die Teilhabe vor Ort.45 Dabei spielt der Trend der »Sharing
Digitale Technologien können die Vielfalt des Economy« eine wichtige Rolle. Laut der Studie nutzen 75 Engagements strukturieren helfen und für alle zugänglich Prozent der Befragten digitale Nachbarschaftsplattformen machen, die sich in die Stadtgesellschaft aktiv einbringen in diesem Sinne zum Tauschen und Teilen und für gegenwollen. Sie schaffen Möglichkeiten, die unterschiedlichen seitige Hilfeleistungen.46
»Ältere Menschen sollten über digitale Tools in das Quartiersleben eingebunden werden. Auf diese Weise könnten auch Angebote zur Freizeitgestaltung besser verbreitet und ein Beitrag gegen die Vereinsamung im Alter geleistet werden.«47
Abb. 10: Integreat-App © Uwe Niklas
Was wünscht sich die
In 22 Beiträgen schlagen Bürgerinnen und Bürger eine digitale Plattform zur nachbarschaftlichen
Stadt gesell schaft?
Vernetzung vor:
Eingefangene Stimmen
Stimme 1: Kontaktaufnahme und Vernetzung zur Freizeitgestaltung
erl eichtern sowie einfachen Zugang zu Informationen über quartiersbezogene Aktivitäten gewährleisten. Stimme 2: Digital unterstützte Tauschsysteme schaffen, bei denen jeder seine Fähigkeiten anbietet. Die digitale Vernetzung lokaler Nachbarschaften wurde auch von den befragten Personen als In 21 Beiträgen schlagen Bürgerinnen und Bürger wichtiger Faktor nachhaltiger Quartierse ntw icklung vor, durch digitale Lösungen den sozialen Zusamgesehen. Den Nürnbergerinnen und Nürnbergern menhalt im Quartier zu stärken: waren zwei Themen besonders wichtig:
Stimme 1: Einfache Organisation von Straßenfesten und Nachbarschafts-
austausch ermöglichen. Stimme 2: Persönlichen Austausch und sozialen Zusammenhalt fördern und dafür digitale Technologien nutzen, zum Beispiel für Sharing Economy.
Was gibt es schon in
Nürnberg? Ausgewählte
Beispiele
Verschiedene Projekte zeigen die gute Ausgangss ituation
»Nebenan.de«
Nürnbergs, durch neue Technologien die Stadtgesellschaft Die Internet-Plattform ist ein Nürnberger Produkt des noch stärker zu informieren und zu vernetzen und so die Müllerv erlags, das Dienstleistungen zum Aufbau und zur Lebensqualität in den Quartieren weiter zu steigern. Auch Förderung von Nachbarschaften anbietet. Das Amt für die Idee der Sharing Economy wird praktiziert: Nach dem Kultur und Freizeit nutzt die Plattform ebenso wie das Online-Büro des Presseamtes. Motto »nutzen statt besitzen« können bereits Hilfs- und nebenan.de Unterstützungsleistungen, Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände oder auch Räume mittels Plattform oder App online von der Quartiersbewohnerschaft angeboten und
Tauschring Nürnberg
geteilt werden.48 Zudem wird neuen digitalen Beteili- Seit 1995 werden Dienstleistungen, Erfahrungen, Wissen und gungsm öglichkeiten Rechnung getragen, indem sich Waren getauscht und geteilt. Neben der Bereitstellung einer Nürnbergerinnen und Nürnberger abseits der traditio- Homepage mit integrierter Tauschdatenbank organisiert der nellen Formate auch in direkte Dialogverfahren zu loka- Verein auch monatliche analoge Treffen. len Belangen einbringen können. tauschring-nuernberg.de
Die nachf olgende Projektauswahl zeigt die bestehende gute Praxis in Nürnberg: »Bürgernetz Nürnberg« Seit 2008 können sich Interessierte in der »Bürgernetz-Datenbank« des Zentrums Aktiver Bürger (ZAB) über Möglichkeiten des Engagements im Großraum Nürnberg informieren. Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer stieg kontinuierlich an:
»Meine wbg«-App Im Jahr 2009 wurden 13.000 Zugriffe registriert, im Jahr 2017
waren es bereits 171.000. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft wbg informiert und vernetzt mit ihrer App Mieterinnen und Mieter und ermög- iska-nuernberg.de/zab licht auf diese Weise die Koordination von nachbarschaftlichen Dienstleistungen. Die App fördert explizit die Teilhabe älterer Menschen sowie inklusive Angebote.
Partizipationsprojekt »laut!«
wbg.nuernberg.de Jugendliche und junge Erwachsene können sich über verschiedene Online- und Offline-Formate aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt mit einbringen. Das Projekt ist seit 2013 Spendenplattform »Gut für Nürnberg« fester Bestandteil der Nürnberger Jugendarbeit. Die Spendenplattform für soziale Projekte ist eine Initiative laut-nuernberg.de von betterplace.org und der Sparkasse Nürnberg. Als starker und verlässlicher Partner engagiert sich die Sparkasse bereits seit vielen Jahren für soziale und kulturelle Projekte im Raum Nürnberg und wird dabei von der kommunalen Stabs- »Integreat«-App stelle für bürgerschaftliches Engagement und Corporate Die kostenlose Integrationsplattform bietet in sieben ver- Citizenship unterstützt. schied enen Sprachen auf Nürnberg zugeschnittene Informagut-fuer-nuernberg.de tionen zum Alltag in Deutschland, u. a. zu Kinderbetreuung, lokalen Wohn- und Freizeitangeboten oder ausländerrechtlichen Fragen. integreat.app
27 27
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #3
Auch in anderen Städten wird der Trend der
Smarte, koordinierte
digitalen Nachbarschaftsvernetzung genutzt. Ein Beispiel ist die »Schwabinger-Tor-App« der Jost Vernetzung für den Hurler Gruppe, die in Kooperation mit einem
sozialen Zusammenhalt
Start-up-Unternehmen für das neue gleichnamige Münchner Stadtquartier entwickelt wurde. Die digitale Service-Plattform verbindet das Quartiersmanagement direkt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Im Mittelpunkt steht der Leitgedanke Erkenntnis der Sharing Economy: Die Bewohnerinnen und Im dicht besiedelten Stadtgebiet Nürnbergs mit dem brei- Bewohner haben die Möglichkeit, Autos, Büro- ten bürgerschaftlichen Engagement der Bewohnerinnen arbeitsplätze, Gegenstände, Mahlzeiten oder und Bewohner können digitale Lösungen einen entschei- Hilfsdienste miteinander zu teilen. Gleichzeitig denden Beitrag dazu leisten, dass Kontakt und Unterstütinformiert die App laufend über Quartiersnews zung gesucht und gefunden werden. Die Vernetzung von und lokale Gewerbeangebote.49 Bürgerinnen und Bürgern im Quartier findet zunehmend und bereits jetzt digital statt. Ein großes Potenzial haben Wie Bürgerinnen und Bürger aktiv und digital soziale Medien und Nachbarschaftsplattformen mit ihren gestützt in die Quartiersentwicklung einbezogen vielfältigen Angeboten. werden können, zeigt das Projekt »Digital Neigh-
bourhood« der dänischen Stadt Aarhus. In ihrer Handlungsnotwendigkeit
Smart-City-Strategie setzt die Stadt vor allem auf Um sicheres Suchen und Finden zu gewährleisten, sind Kooperationen und hat das Projekt gemeinsam mit möglichst wenige virtuelle Anlaufstellen hilfreich. Diese dem Alexandra Institut für IT-Forschung und Inno- sollten den Bürgerinnen und Bürgern bekannt sein und vation entwickelt. Durch kreative digitale Installa- die wichtigsten Informationen und Funktionen gut auftionen (Kombination aus Telefonzelle und digitaler bereitet bündeln. Dabei ist zu prüfen, inwiefern die Stadt Ideentafel) im Quartier können die Bürgerinnen Nürnberg ihre eigenen Informationen und Dienstleistunund Bürger Kontakt mit der Stadtverwaltung auf- gen mit einer solchen Nachbarschaftsplattform verbindet, nehm en und durch ihren Meinungsbeitrag die Ent- beispielsweise an thematischen Schnittstellen. scheidungsfindung bei Stadtentwicklungs t he men beeinflussen.50 Ansatz An einem runden Tisch sollten die Stadt Nürnberg, Plattform-Anbieter sowie Interessierte gemeinsam erarbeiten, wie ein vernetzter digitaler Service entsteht, der Angebote optimal bündelt und stadtbekannt macht. In allen Überlegungen ist stets die Barrierefreiheit zu berücksichtigen.
»Das Kita-Portal ist ein wichtiger erster Schritt! Wie wäre es zum Beispiel, wenn weitere Module wie Terminverwaltung o. Ä. eingebaut werden? So würde sich für Eltern der Kommunikations- und Organisationsaufwand deutlich verringern.«53
Abb. 11: Zwei spielende Kinder © pixabay
Zukunftstrends
FAMILIEN STÄRKEN An den verschiedenen Lebenslagen orientierte, digitale Dienstleistungen helfen, Alltagssituationen bestmöglich zu bewältigen und individuelle Lebensentwürfe zu verwirklichen. Insbesondere für Familien steigen die Nürnberg ist eine familienfreundliche Stadt. Mit 5.553 Ge- Anforderungen, eine Vielzahl von beruflichen und priburten verzeichnete Nürnberg im Jahr 2018 den höchsten vaten Aufgaben zu koordinieren. Die Forschung sieht in Wert seit den frühen 1970ern.51 Gleichzeitig wird durch diesem Zusammenhang einen Trend hin zum Outsourcing die zunehmende Individualisierung und Pluralisierung von von Alltagsaufgaben52, wie Einkaufen, Kochen oder Put- Lebensformen Familie heute vielfält iger gelebt. Die un- zen. Eine schnelle Orientierung und digitale Verfügbarkeit terschiedlichen Bedürfnisse von etwa Alleinerziehenden, von benötigten Informationen gewinnt dabei an Bedeu- Mehrgenerationenfamilien oder Familien mit Migrations- tung. Transparenz über bestehende öffentliche und privahintergrund stellen neue Herausforderungen an die Aus- te Angebote, z. B. im Schul- und Kinderbetreuungsbereich, gestaltung der städtischen und sozialen Infrastruktur. wird zu einem wichtigen Standortfaktor.
QUARTIER, FAMILIE, PFLEGE UND GESUNDHEIT – FAMILIEN STÄRKEN
Was wünscht sich die
In elf Beiträgen schlagen Bürgerinnen und Bürger vor, Familien durch digitale Lösungen
Stadt gesell schaft?
und entsprechende familienfreundliche Rahmenbedingungen zu stärken:
Eingefangene Stimmen
Stimme 1: Digitale Anmeldemöglichkeiten (Kindergarten, Kita, Hort)
und die Kooperationen und Zusammenarbeit mit anderen Trägern weiter ausbauen. Stimme 2: Erweiterung des Kita-Portals um zusätzli- Für die befragten Personen stand die Entlastung von che Module, z. B. Terminverwaltungsfunktionen (Feste, Elternabende Familien durch digitale Lösungen im Mittelpunkt. etc.) oder Erinnerungsfunktionen (Impf- und Arzttermine etc.). Gewürdigt wurde die bereits hohe Qualität des bes teh enden Kita-Portals des Jugendamtes. Den In drei Beiträgen wünschen sich die Bürge- Nürnb erg erinnen und Nürnbergern waren zwei rinnen und Bürger Unterstützung bei der Themen besonders wichtig: digitalen Vermittlung von Werten:
Stimme 1: Informationen zum »Medienkonsum von Kindern« online
bereitstellen. Stimme 2: Informationen zum »Umgang mit Daten im Internet« online bereitstellen.
Was gibt es schon in Nürnberg?
Ausgewählte Beispiele
Nürnberg hat eine vielfältige soziale Trägerl andschaft,
Familienblog Nürnberg
die eine stabile Basis für die Weiterentwicklung digi- Neben vielfältigen Anregungen für das Familienleben auf taler Unterstützung für Familien bildet. Mit dem im der Homepage des Netzwerks »Bündnis für Familie« gibt Jahr 2001 gestarteten »Bündnis für Familie«54 wurden es ergänzend einen Familienblog, der zusätzliche Informadie Lebensbedingungen von Familien stärker in den tionen rund um den familiären Alltag vom Ausflug bis zum Zeitmanagement bereitstellt. Eltern berichten über ihre Mittelpunkt kommunalpolitischen Handelns gerückt. Erfahrungen und geben Tipps weiter. Betreut wird der Blog Es existieren bereits einige digitale Angebote, die an von der Geschäftsstelle des »Bündnisses für Familie«, die die unters chiedlichen Lebenslagen und Lebensf ormen bei der Stadt Nürnberg im Referat für Jugend, Familie und der Nürnbergerinnen und Nürnberger angepasst sind. Soziales angesiedelt ist. Die nachf olgende Projektauswahl zeigt die bestehende bff-nbg.de gute Praxis in Nürnberg:
Baby-App des Klinikums Nürnberg
Mütter und Väter erhalten auf einer App des Klinikums Kita-Portal Nürnberg Nürnberg jeweils auf sie zugeschnittene Informationen, z. B. welche Vorsorge zu welchem Zeitpunkt angebracht ist. Das Jugendamt hat ein trägerübergreifendes Online-Portal Darüber hinaus werden Hinweise und Links zu Nürnberger zur Anmeldung von Kindern in Nürnberger Kindertages- Angeboten für die Schwangerschaftsphase und nach der einrichtungen initiiert. Das webgestützte System bietet Geburt bereitgestellt, wie z. B. Adressen von Beratungs- Eltern den Service, die Suche einer Kita und die Anmeldung stellen und Wickelplätzen in und um Nürnberg. ihrer Kinder zu optimieren. Den beteiligten Nürnberger Kitas bietet das Portal über eine Planungs- und Verwaltungs- klinikum-nuernberg.de software die Möglichkeit, die Vergabe und Verwaltung von Kinderbetreuungsplätzen zu erledigen. kita-portal.nuernberg.de
QUARTIER, FAMILIE, PFLEGE UND GESUNDHEIT – FAMILIEN STÄRKEN
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #4
Wie digitale Lösungen Familien dabei helfen kön-
Familien als Experten
nen, ihren Alltag zu organisieren und Familie und Beruf besser zu vereinbaren, erforscht das vom in eigener Sache – Bundesfamilienministerium initiierte Workshop-
Digitalforum
format »FamilienLabor«. Das Konzept wurde vom
Open Knowledge Foundation e. V. und dem Design Research Lab entwickelt. Es bringt Technologiefachleute mit Familien und weiteren Interessierten zusammen, die gemeinsam überlegen, wo Verbes- Erkenntnis serungsmöglichkeiten bestehen und wie digitale Leicht zugängliche Informationen zu städtischen Hilfs- Hilfsmittel zu einem gelingenden Familienl eben angeboten und Dienstleistungen auf der einen Seite beitragen können. Das erprobte Workshopkonzept sowie gebündelte kuratierte Informationen über Angeist frei verfügbar und so können z. B. lokale Bündnis- bote in der Stadt auf der anderen Seite unterstützen das se für Familie den Workshop selbst durchführen.55 Nürnberger Image als familienfreundliche Stadt. Sowohl die Informationsbasis für Familien in Nürnberg als auch Die Stadt Kiel hat gemeinsam mit der Fachhoch- konkrete digitale Tools werden von der Stadtgesellschaft schule Kiel die »Kieler Familien-App« entwickelt. positiv eingeschätzt. Zukunftsweisend ist es, diese gute Die Konzeption geht auf die 3. Kieler Bildungs- Basis auszubauen und weitere Tools für die Alltagsunterkonferenz und den anschließenden Bildungsdialog stützung zu erschließen.
Wie kann es weitergehen?
zurück. Das zentrale Ergebnis war, dass sich werdende Eltern sowie Familien mehr und gebündelt Handlungsnotwendigkeit
Empfehlungen für das »Digitale Nürnberg«
Informationen über alle Angebote in der Stadt Die Stadt Nürnberg, interessierte Familien, potenzielle Kiel wünschen. In den rund einjährigen Entwick- Plattform-Anbieter und Vertreterinnen und Vertreter aus lungsprozess der App waren Eltern und Fachkräfte Wissenschaft und Forschung sollten die vorhandenen Wünvon Beginn an eingebunden und konnten Impulse sche von Familien und mögliche digitale Unterstützungsgeben. Das Ergebnis ist eine App, die werdenden formate regelmäßig proaktiv abgleichen und überprüfen, Eltern und Eltern mit Kindern im Alter bis zu sechs ob es weiterführende digitale Lösungen der Alltagsunter- Jahren einen unkomplizierten Überblick über stützung für Familien gibt. Dabei werden die Familien als Freizeit-, Beratungs-, Betreuungs- und Bildungs- Experten in eigener Sache ins Gespräch mit Digitalisieangebote für Familien gibt.56 rungsexperten und der Stadtverwaltung gebracht.
Ansatz
Die Stadt Nürnberg sollte ein »Digitalforum Familien« ausrichten, welches ähnlich wie die FamilienLabore des Bundesfamilienministeriums mit breiter Familienbeteiligung arbeitet. In die Ausgestaltung der beispielsweise jährlich stattfindenden Digitalforen sollten bestehende städtische Institutionen, wie der Bildungscampus Nürnberg und das Bündnis für Familie, eingebunden werden.
GESUND UND
LANGE LEBEN Zukunftstrends
Tief greifende Fortschritte in der Informa tions-
und Kommunikationstechnologie, der künstlichen Intelli-
genz und der Robotik bieten zahlreiche Möglichk eiten für
Die Lebenserwartung der Menschen in Nürnberg ist wie die Weiterentwicklung von Angeboten im Gesundheitsim übrigen Bundesgebiet in den letzten Jahrzehnten und Pflegebereich. Telemedizin ermöglicht beispielsweise, gestiegen. Jeder Fünfte ist 65 Jahre und älter und circa Patientinnen und Patienten aus der Ferne zu betreuen und jeder Zwanzigste zählt zur Altersgruppe 80 plus.57 Diese Arztbesuche zu reduzieren. Technologien wie »Ambient positive Entwicklung bringt gleichzeitig eine steigende Assisted Living« (ALL) und »Smart Home« eröffnen älte- Zahl pflegebedürftiger Menschen mit sich. Im Jahr 2017 ren oder erkrankten Menschen neue Wege für ein selbstbezogen 14.814 Menschen in Nürnberg Leistungen aus bestimmtes Leben im gewohnten Umfeld. Darüber hinaus der Pflegeversicherung.58 Das sind 14 Prozent mehr als schaffen neue Technologien im Bereich E-Health Perspekzu Beginn der Datenerhebung im Jahr 1999. Damit steigt tiven für die aktive Gestaltung und das Management von in Nürnberg der Bedarf an altersgerechter medizinischer Digitalisierungsprozessen in Krankenhäusern und anderen und pflegerischer Versorgung. Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens.59
»Es sollte eine zentrale Online- Platt form zur Vermittlung von Seniorenheimplätzen geben. Dabei könnte die Stadt den nötigen Rahmen schaffen, der dann von den Dienstleistern ausgestaltet wird. Das Kita-Portal Nürnberg wäre hierfür ein gutes Vorbild.«60
Abb. 12: Seniorengerechte Nutzung digitaler Tools © pixabay
Was wünscht sich die
In 17 Beiträgen schlagen Bürgerinnen und Bürger digitale Informationsangebote und Tools
Stadt gesell schaft?
speziell für ältere Menschen vor:
Eingefangene Stimmen
Stimme 1: Leicht zu bedienende Apps im Bereich Pflege und
Gesundheit schaffen und entsprechende Beratung für ältere Menschen zum Umgang mit den digitalen Angeboten anbieten.
Stimme 2: Digitale Tools in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen
stärker in den Alltag älterer Menschen integrieren, z. B. Tablets zur Die Optimierung der Versorgungsprozesse durch digitale Unterhaltung und Aktiv ierung in Pflegeeinrichtungen, und ent- Lösungen wurde auch von den befragten Personen als sprechende Pilotprojekte fördern. zentraler Baustein eines zukunftsorientierten und menschenzentrierten Gesundheits- und Pflegewesens gesehen. In zehn Beiträgen schlagen Bürgerinnen und Den Nürnbergerinnen und Nürnbergern waren zwei Bürger vor, digitale Tools zur Vereinfachung von Themen besonders wichtig: Abläufen einzusetzen und hierdurch Personal und zu behandelnde Personen zu entlasten:
Stimme 1: Digitalisierung nutzen, um medizinisches und pflegerisches
Personal in Sachen Bürokratie zu entlasten. Stimme 2: Digitalisierung von Patientendaten, robotische Systeme und Vernetzung von Versorgungspfaden zum Wohle des Patienten vorantreiben.
Was gibt es schon in
Im Rahmen des Projekts werden neue Pflegetechnologien in unterschiedlichen Bereichen der beteiligten Einrich-
Nürnberg? Ausgewählte
tungen erprobt und ausgewertet. Die wissenschaftl iche und methodische Begleitung der Testungen erfolgt dabei
Beispiele
durch die Institute IDC und IREM. Dem Prinzip »Betroffene zu Beteiligten machen« folgend, wird besonderer Wert auf die frühzeitige, intensive Einbindung der zu Pflegenden Die Metropolregion Nürnberg verfügt mit dem Cluster und des Pflegepersonals gelegt. Ziel ist es, deren Situation »Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg durch die technischen Lösungen nachhaltig zu verbessern. e. V.« im Bereich Medizintechnik, Medizin und Gesund- Die im PPZ gewonnenen Erkenntnisse werden regelmäßig heit über eine international einzigartige Konz ent ration publiziert und in die pflegerische Aus-, Fort- und Weitervon Herstellern, Forschungs- und Bildungseinricht ungen, bildung integriert, um die getesteten Innovationen erleb- Kliniken und Dienstleistern. Beinahe jede vierte beschäf- und erlernbar zu machen sowie die zur Anwendung tigte Person arbeitet im Bereich Medizin und Gesundheit benötigten technischen Kompetenzen zu fördern. an Forschungseinrichtungen internationaler Unternehmen und bei Gesundheitsversorgern.61 Wie herausr agend die- Die nachfolgende Projektauswahl zeigt die besteh ende ser Cluster ist, wurde im Januar 2010 durch die Ernennung gute Praxis im Gesundheitswesen in Nürnberg: zum nationalen Spitzencluster durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) betont.62
Gesundheitsversorgung und Krankenhausm anagement Testprojekte des PPZ Nürnberg sind wichtige Schwerpunkte des Kompetenzfelds. Jährlich Derzeit befinden sich drei Projekte am PPZ Nürnberg in der werden rund eine halbe Million Patientinnen und Patien- Testung: Das NürnbergStift erprobt ein Virtual-Reality-Spiel ten nach neuesten Erkenntnissen und mit den moderns- als Unterhaltungsangebot für Menschen, die im Pflegeheim leben. Wie Sensorik dabei hilft, das Risiko der Dehydrierung ten medizinischen Geräten in über 40 Einrichtungen zu senken, untersucht die Diakonie Neuendettels au. Und behandelt.63 Auch durch die Entscheidung, das Staatsmidas Klinikum Nürnberg testet eine mehrs prachige App, die nisterium für Gesundheit und Pflege von München nach Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund oder Nürnberg zu verlagern, wird die Stadt als Gesundheits- anderen Sprachbarrieren die Kommunikation erleichtert. standort weiter gestärkt. ppz-nuernberg.de
2017 hat das Bundesministerium für Bild ung und Forschung (BMBF) das Cluster »Zukunft der Pflege« gestartet, wbg AAL-Musterwohnungen in dem vier Pflegepraxiszentren (PPZ) mit einem Pflege- Um das selbstbestimmte Leben im Alter in der eigenen Wohn ung zu fördern, befasst sich das städtische Wohinnovationszentrum (PIZ) zusam men wirken. nungsuntern ehmen wbg mit verschiedenen Smart-Home- Techn ol ogien und hat mehrere Musterwohnungen mit Für das PPZ Nürnberg hat sich ein Konsortium aus sechs altersg erechten Assistenzsystemen (Ambient Assisted Einrichtungen der Metropolregion Nürnberg gebildet: Living – AAL) ausgestattet.
-
Stadt Nürnberg – NürnbergStift (Verbundkoordinator), wbg.nuernberg.de
-
Diakonie,
-
Forum MedTechPharma e. V. Nürnberg,
-
IDC – Forschungsinstitut der Wilhelm Löhe Hochschule Digitaler Gesundheitswegweiser
(WLH) für angewandte Wissenschaften Fürth, In der Datenbank des kommunalen Gesundheitsw egweisers »Gesundheit aktuell« sind Arztpraxen und andere Einrich-
- IREM – Institut Rettungswesen, Notfall- und
tungen aufgelistet, in denen hilfesuchenden Migrantinnen Katastrophenmanagement der Hochschule für und Migranten in ihrer Muttersprache weitergeholfen a ngewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, werden kann.
- Klinikum Nürnberg. nuernberg.de/internet/gesundheitsamt
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #5
Wie beispielsweise ein digitales Überleitungsm anag e-
Nürnberg als Modellregion
ment von Kliniken in die Kurzzeitp flege funktionieren kann, erforscht das vom Bayerischen Wirtschaftsminis- für Pflegeinnovation terium geförderte Projekt »Digital Care«. Zu den
ausbauen
Proj ektpartnern gehören neben der Augsburger C&S Computer und Software GmbH als Projektleiter das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS Erlangen, das Forschungsinstitut IDC und die Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften in Erkenntnis Fürth. Entwickelt wurde eine skalierbare, cloudbasierte Das interdisziplinäre Netzwerk von Partnern aus der digitale Infrastruktur für Pflege, Betreuung und Ge- Wirtschaft, Forschung, Gesundheitsversorgung und Politik sundheit. Auf dieser Basis sollen Akteure in der Sozial- in der Metropolr egion Nürnberg schafft beste Voraussetund Gesundheitswirtschaft zukünftig digitale Infor- zungen, den Nürnbergerinnen und Nürnbergern schon mations- und Geschäftsprozesse abwickeln können. heute und in Zukunft innovative Lösungsansätze in der Der praktische Betrieb wurde in der Stadt Augsburg Gesundheitsversorgung zu bieten. Auf dieses starke Netz getestet und gleichzeitig die gesundheitsökonomi- sollte aufgebaut werden. Mit dem Pflegep raxiszentrum schen Auswirkungen erforscht. Seit Mai 2019 können Nürnberg existiert bereits ein innovativer Partnerv erbund weitere Einrichtungen am Probebetrieb der Plattform für die alltagsnahe Erprobung von digitalen Innovationen partizipieren.64 im Bereich Pflege und Gesundheit mit hohem Renommee. Er kann durch Innovationspraxis und Begleitforschung Wie Angehörige und Pflegebedürftige bei der oft weiter dazu beitragen, dass digitale Technolog ien im Realkurzfristigen Suche nach Pflegeplätzen gezielt durch betrieb erprobt, bekannt und akzeptiert werden, und so digitale Lösungen unterstützt werden können, zeigt nachhaltig zur Lösung der Gesundheits- und Pflegef ragen seit Oktober 2017 die »Pflegefinder-App« des Rhein- der Gegenwart und Zukunft beitragen. Kreises Neuss.65 Um sich in den kreisweit 46 verschiedenen Seniorenhäusern einen schnellen Überblick zu Handlungsnotwendigkeit verschaffen, können Funktionen wie Umkreiss uche, Nürnberg sollte seine hervorstechende Positionierung Übersichtskarte, Kontaktdaten und Internetadressen als Modellstadt für Pflegeinnovation stärken und ausder Heime sowie die Anzeige der freien Bettkapazi- bauen. Sie kann sich so zu einem überregionalen Forum täten unterteilt nach Kurzzeit- und Langzeitpflege- für den Theorie-Praxis-Transfer im Bereich digitaler plätzen genutzt werden. Die erfolgreiche App wurde Pflege weiterentwickeln. bereits vom Nachbarn Rhein-Erft-Kreis übernommen.66
Ansatz
Zukunftsaufgabe für die Stadt Nürnberg ist es, in engem Schulters chluss mit den am Pflegepraxiszentrum Nürnberg beteiligten Organisationen die strukturelle Weiterentwicklung und Verstet ig ung der bisher mit Bundesmitteln projektfinanzierten Kooper ations- und Innovationsstruktur zu sichern. Dabei geht es um die Unterstützung der weiteren Vernetzung mit Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen genauso wie um die langfristige finanzielle Absicherung des entwickelten Know-hows.
2.3
BILDUNG, INNOVATION
UND FORSCHUNG
ZUKUNFTSORIENTIERTE BILDUNG
INNOVATIONSÖKOSYSTEME ALS
ENTWICKLUNGS- UND WACHSTUMSMOTOREN
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Eine zukunftsweisende Bildungs-, Forschungs- und Innov at ions-
landschaft profitiert vom digitalen Wandel. Daten werden übergreifend
genutzt und ihre maschinelle Auswertung verändert die Entstehung
des Wissens und das Wissen selbst. Datenvisualisierungen unterstützen
die Menschen in Lern- und Kreationsprozessen. Simul at ionen gestatten
einen Blick in eine mögliche Zukunft. Die Vernetzung von Menschen,
Organisationen und Technologien lassen neue Lern- und Innovations-
gemeins chaften entstehen, bei denen regionale Kooperationen und
internationaler Austausch voneinander profitieren. Gute Bildung und
Wissenschaft tragen nicht zuletzt dazu bei, sich auch bei komplexen
Informationslagen ein fundiertes eigenes Urteil bilden zu können, und
stärken so das Zusammenleben in der Demokratie.
Zukunftstrends
ZUKUNFTSORIEN-
Der Umgang mit digitalen Medien und die Ausbil-
dung kritischer Urteilskompetenz werden schon vom frühen
TIERTE BILDUNG Kindesalter an zu einer Schlüsselkompetenz. Lehrkräfte und
sozialpädagogische Fachkräfte haben zunehmend die Aufgabe, Lernumgebungen zu designen, in denen analoge und
digitale Bildungsbausteine sinnvoll gekoppelt werden. Dabei
Der digitale Wandel stellt neue Anforderungen an den ermöglichen digitale Lernplatt formen eine Anpassung an Bildungsstandort Nürnberg. Herausf ord erungen, Rah- Lernherausforderungen, die auf den individuellen Leistungsmenbedingungen und Um set zungsschritte für die Wei- raum einer Person abgestimmt sind. Spielerische Lerns etterentwicklung einer digitalen Bildung in Schulen und tings68 arbeiten ergänzend ohne vorgegebene Lösungen beim leb ensl angen Lernen hat die Stadt in verschied ene und bieten die Möglichkeit, hohe Komplexitäten bewälti- Strategien und Konzepte gefasst. Auch Bildungsorte für gen zu lernen.69 Neben der sinkenden Halbwertszeit von alle, wie z. B. die Nürnb erger Stadtbibliothek, stellen Fachwissen und dem gleichzeitig wachsenden Fachkräftesich darauf ein, den weiteren Kompetenzerwerb für alle mangel gew innt die Frage nach der »richtigen« Gestaltung Altersg ruppen mit Blick auf die Digitalisierung zu beglei- eines zukunftsf ähigen Bildungs- und Kompetenzkanons eine ten. Gleichzeitig werden Schulgebäude für Bürgerinnen zunehmende Bed eut ung für die Gesellschaft. Private und und Bürger immer mehr als Anl aufpunkt und Veranstal- öffentliche Bildungsa kteure werden deshalb künftig noch tungsort im Quartier geöffnet. Dadurch steigt zusätzlich passgenauere und stärker individualisierte Lösungen zur der Ans pruch an eine moderne Infrastruktur zur Präsen- lebenslangen Kompetenzentwicklung anbieten. Hierdurch tation und Kommunikation.67 soll der digitale Kompetenzdruck abgemildert werden.70
»Bevor Schule immer nur irgendwie digita lisiert wird, sollten vorher ge nauer der tatsächliche Nutzen und die praktische Anwendung getestet und durchdacht werden.«71
Abb. 13: Digitale Bildung ermöglichen © gorodenkoff
Was wünscht sich die
In 38 Beiträgen fordern Bürgerinnen und Bürger, dass Angebote digitaler Bildung für
Stadt gesell schaft?
alle Alters- und B evölk er ungsgruppen zugänglich sein müssen:
Eingefangene Stimmen
Stimme 1: Ergänzend zu ortsgebundenen Angeboten verstärkt
E-Learning-Angebote ausbauen. Stimme 2: Informationsplattfor men zu Bildungsangeboten in mehreren Sprachen und in einfacher In sieben Beiträgen wird eine staatlich aner- Sprache anbieten. Stimme 3: Breitbandanbindung aller Nürnberkannte Weiterbildung gewünscht, um den sich ger Schulen vorantreiben und digitale Lernplattformen einführen.
Stimme 4: Digitalisierung nicht nur auf technische Ausstattung
ändernden Anforderungen der Arbeitswelt beschränken, sondern diese als wesentlichen Bestandteil der Lehrgerecht zu werden: pläne etablieren. Stimme 5: Digitalisierung der Schulen noch stärker vorantreiben, obwohl Nürnberg hier schon viel tut: großes Lob!
Stimme 1: Schaffung und kontinuierliche Weiterentwicklung bedarfs-
gerechter Bildungs- und Fortbildungsangebote für berufstätige Menschen. Stimme 2: Kurse anbieten, um digitale Kompetenzen zu fördern.
Was gibt es schon in
Nürnberg? Ausgewählte
Beispiele
Wichtige Umsetzungsschritte im Rahmen von Digitalisierungsstrategien in der formalen und non-formalen Bildung sind in Nürnberg bereits getan. Zusätzlich werden flankierende Maßnahmen im Bereich der Medienkompetenzentwicklung von Lehrkräften und des Ausbaus von digitalen Angeboten in den Stadtbibliotheken realisiert. Darüber hinaus steht die Etablierung von Netzwerken im Fokus, die digitale Bildung in und für Bildungseinrichtungen befördern:
Ausbildungskonzept
»Lehrer 2020 in der Lernwelt 2030«
Die Medienkompetenzentwicklung ist ein Schwerp unkt des Fortbildungsangebots des Instituts für Pädagogik und Schulpsychologie (IPSN). Allen Lehrkräften an Nürnberger Kommunale Bildungsstrategie »Lehren und Schulen wird die Möglichkeit geboten, sich mit digitalen Lernen an städtischen und staatl ichen Schulen Themen auseinanderzusetzen und so auf den pädag ogischen und didaktischen Wandel zu reagieren und sich
in Nürnberg im digitalen Zeitalter«
weiterzuentwickeln. Die Bildungsstrategie wird bis 2026 umgesetzt. Dazu werden nuernberg.de/internet/paedagogisches_institut pädagogische, bauliche und finanzielle Voraussetzungen für Bildung im Digitalisierungskontext geschaffen. nuernberg.de/internet/schulen_in_nuernberg/it_strategie.html
Digitale Angebote der Stadtbibliothek
Die Stadtbibliothek bietet Zugriff auf attraktive externe Medienportale und Wissensdatenbanken, die online und
Virtueller Bildungscampus Nürnberg
mobil von den Nutzenden mit Bibliotheksausweis jederzeit Dahinter verbirgt sich die Digitalisierungsstrategie des abrufbar sind. Auch der Zugriff auf 20.000 E-Medien, die Bildungscampus Nürnberg (BCN), die schrittweise umgesetzt direkt am PC, per E-Reader, auf dem Smartphone oder dem wird. Der BCN hat als Bildungseinrichtung den Auftrag, Tablet ausgeliehen werden können, ist möglich. Menschen Medienkompetenz als eine Grundkompetenz zu nuernberg.de/internet/stadtbibliothek vermitteln, um neue Formen von Ausgrenzungen (»digital divide«) zu verhindern und Teilhabe zu ermöglichen. bildungscampus.nuernberg.de
»Digital School Days«72
Mit dem »Digital School Day« ist 2019 im Rahmen des Digital Festivals Nürnberg ein offenes Netzwerk ins Leben gerufen worden, das zum Teilen von Wissen über digitale Bildung zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und freiwilligen Referentinnen und Referenten einlädt. nuernberg.digital/schulen
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #6
Smarte Bildungsräume der Zukunft vernetzen unter
Digitale Bildungsleuchttürme
Zuhilfenahme von Informations- und Kommunikationstechnologien systematisch physische Lernorte als vernetzte Lern- und formaler, informeller und non-formaler Bildung. Ein
Begegnungsstätten stärken
Beispiel hierfür ist die »Bildungslandschaft Altstadt
Nord« in der Stadt Köln. Es handelt sich um einen Bil-
dungsverbund von sieben Einrichtungen in städtischer und freier Trägerschaft. Sie besteht aus einer Kindertagesstätte, einer Grundschule, einer Realschule, zwei Erkenntnis Gymnasien und zwei Freizeiteinrichtungen. Anhand Der in der IT-Strategie »Lernen und Lehren an städtischen von zehn pädag ogischen Zielen entstehen gemeinsa- und staatlichen Schulen in Nürnberg im digitalen Zeitalter« me Räume – im baulichen und pädagogischen Sinn. vorgezeichnete Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur Die partizipierenden Schulen haben sich außerdem sowie eine in verschiedenen Bildungseinrichtungen bereits von den klassischen Klassenr aumstrukturen verabschie- gelebte digitale Praxis bilden eine gute Grundlage, um det. Das moderne Lernen findet in modular verän- das Voneinander-Lernen zwischen Bildungseinrichtungen derbaren Räumlichkeiten statt, die flexibel genutzt systematisch auszubauen. Dass Schulen von Schulen lernen, werden können. Tafeln werden abgelöst durch White- ist bundesweit ein zunehmend favorisierter Ansatz, um boards, die anhand von Führ ungssystemen flexibel an notwendige Entwicklungsprozesse praxisnah und anden Wänden positioniert werden können und damit schlussfähig zu gestalten.75 den Schülergruppen bei Partnerarbeiten genauso zur Verfügung stehen wie den Lehrkräften. Diese pädago- Handlungsnotwendigkeit gischen Überlegungen werden durch entsprechende Mit Vernetzungsansätzen wie den »Digital School Days« IT-Lösungen unterstützt.73 werden unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zu Fragen der Digitalisierung in Bildungseinrichtungen in Als ein »Experimentierfeld für die Welt von morgen« einen Austausch gebracht. Dieser Weg sollte fortgesetzt versteht sich das Verschwörhaus in Ulm. Es ist eines und forciert werden. Dabei wird aufgezeigt, wie Lernen der Leuchtturmprojekte im Rahmen des vom Bundes- im digitalen Zeitalter so gestaltet werden kann, dass mögministeriums für Bildung und Forschung geförderten lichst alle von den Chancen neuer Lernformate profit ieren. Prog ramms »Zukunftsstadt 2030«. Das Vers chwörhaus Davon sollten öffentlichkeitswirksame Signale in die Stadtwill bei Bürgerinnen und Bürgern digitale Münd igkeit gesellschaft ausgehen, aber auch in andere Regionen. fördern, ohne zu bel ehren. Comp uter, Smartphones und Tablets werden zu Gegenständen im freien und exp e- Ansatz ri men tellen Spiel, sodass ihre technischen Funkt ions - Schulen, die bereits über breite Erfahrungen im Eins atz weisen genauso erfahrbar werden wie ihre sozial en von digitalen Medien verfügen und sich durch Innov a und ethischen Dimensionen. Indem die Teilnehmen- tionsbereitschaft auszeichnen, sollten ihre Exz ellenz weiter den selbstbestimmt ihrem »Spieltrieb« nachgehen, ausbauen und sich schul- und schulformü berg reifend sowie entstehen neue Projekte, die mitunter in die Stadtge- mit weiteren Einrichtungen der Nürnberger Bildungslandsellschaft hineinwirken. Das offene Spiel- und Ges tal- schaft vernetzen. Dafür sollten sie auf zusätzl iche Untertungsa ngebot wird ergänzt durch Verans taltungen, stützung – etwa in Form von Fachb egleit ung sowie beispielsweise zu 3-D-Druck oder Code-Poetry-Work- Kommunikations- und Veranstaltungsmitteln – zugreifen shops (»Goethe meets Big Data«).74 können. Die Schulen können als »Digitale Bildungsleuchttürme Nürnberg« zu Bildungsorten ausgeb aut werden, an denen für Kollegien anderer Schulen sowie für Eltern und Bildungspartner der Mehrwert für die Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung von digitaler Bildung erlebbar wird.
INNOVATIONSÖKOSYSTEME
ALS ENTWICKLUNGS- UND
WACHSTUMSMOTOREN
Nürnberg ist Hightech-, Industrie- und moderner Dienstleis- Raum unter Einbindung von Expertinnen und Experten tungsstandort und hat sich bei der Entwicklung von Infor- aus anderen Systemen neue Ideen und neue Wege für mations- und Kommunikationstechnik einen Namen erar- den eigenen Innovationsprozess ausprobieren. Der beitet. Industrielle Stärken liegen in der Entwicklung von Open-I nnovation-Ansatz verbreitet sich in allen Branchen. Lösungen für technische und gesellschaftliche Fragestel- Damit einhergehend verändern sich nicht nur einzelne lungen in den Bereichen intelligente Mobilität, digitale Ge- Prozesse, sondern die ganze Produktionslogik: Entscheisundheitswirtschaft, vernetzte Produktion und nachhaltige dend für die Wettbewerbsfähigkeit sind nicht mehr die Energiesysteme. In diesen Branchen ist ein aktives Ökosys- Neuerungen bei der arbeitsteiligen Produktion und ihren tem für neue Innovationsimpulse entstanden. Im produzie- Produkten innerhalb einer festen Unternehmensorgarenden Gewerbe gehört Nürnberg im Großstadtvergleich nisation – sondern offene und kollaborative Problemlözu den wichtigsten Industriestandorten in Deutschland. sungen mit tatsächlichen oder potenziellen Kunden und Die Stärke Nürnbergs liegt im IT-Standort mit Kernk ompe- anderen Akteuren.77 Vor allem die digitale Transformatenzen in Steuerung, Software-Entwicklung und Systemin- tion erfordert neue Denkansätze in der auf Innovation tegration. Damit ist Nürnberg Wegbereiter hin zur ver- zielenden Forschungs- und Unternehmenswelt. Gleichzeinetzten Produktion. Die digitale Transformation erfordert tig eröffnet sie Chancen, intensive internationale Koopedabei ein zunehmend offenes Innovationsökosystem, das rationen mit lokalen und regionalen Konzentrationen gleichermaßen Hochschulen, Fors chungseinrichtungen, zu verbinden. Die Trendforschung sieht in urbanen und Unternehmen und kreative Persönlichkeiten einbezieht.76 stadtnahen Regionen demzufolge die »Innovationslabore
für die Weltwirtschaft«78. Die räumliche Konzentration
Zukunftstrends von Humankapital, Informationen und Finanzflüssen
Ob Innovation Labs, Forschungscampusse oder macht Innovation erst möglich und stärkt das Wirtschafts- Makerspaces: Sie alle verfolgen das Ziel, dass Unterneh- wachstum.79 In Netzwerken werden »Vergleichs-, Lern-, men in einem vom operativen Geschäft abgetrennten Kopier- und Querdenkeffekte« beschleunigt.80
»Der ZOLLHOF ist bereits ein guter Ansatz, um jungen Unternehmen mit neuen, krea ti ven Ideen eine Plattform zu geben. Von derartigen Ansätzen dürfte es gerne mehr in Nürnberg geben. Dafür muss aber auch eine entsprechend attraktive Infrastruktur mit schneller Internetanbindung geschaffen werden.«81
Abb. 14: ZOLLHOF-Veranstaltung für junge Unternehmerinnen und Unternehmer © ZOLLHOF
Was wünscht sich die Stadtg esells chaft?
Eingefangene Stimmen
In 38 Beiträgen sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger dafür aus, Nürnberg als attraktiven Standort für Unternehmen und Wissenschaft und damit für Innovationen und digitale Forschung zu stärken:
Stimme 1: Kooperationen und regionalen Wissensaustausch zwischen Firmen, Universitäten und Start-ups fördern. Stimme 2: Innovations- und Forschungsökosysteme für Themen mit Bezug zur Digitalisierung aufbauen, z. B. Mobilität und Internet of Things. Stimme 3: Nürnberg soll sein Profil als Spitzenstandort für die Digitalwirtschaft weiter schärfen.
Was gibt es schon
in Nürnberg? JOSEPHS®
In dem offenen Innovationslabor können Besucherinnen Ausgewählte Beispiele und Besucher auf 400 m² Fläche Innovationsansätze von Unternehmen mit- und weiterentwickeln. Ziel ist es, Ideen in Prototypen zu übersetzen, Feedback von Kunden zu erh alten und hierdurch Fehlerkosten schon in frühen Innovationsphasen zu vermeiden. Die JOSEPHS GmbH ist eine Die Stadt Nürnberg fördert den Technologietransfer Tochter der Leistungszentrum Elektroniksysteme GmbH (LZE) zwis chen Wirtschaft und Einrichtungen für Forschung mit ihren Gesellschaftern, der Friedrich-Alexander-Universität und Entwicklung bereits auf vielfältige Weise. Sie fungiert Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS). dabei als Netzwerkknoten, der neue Kooperationen unter josephs-innovation.de den Akteurinnen und Akteuren ermöglicht und Innovationen unterstützt.
ZOLLHOF Tech Incubator
Erfolgreiche Leuchttürme sind z. B. das Innovations- Das Gründerzentrum wurde mit der Uni Erlangen-Nürnberg projekt »Road to Digital Production« des Nürnberger und Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft erarbeitet. Es Siemens-Werks. Ferner ist das Test- und Anwendungs- fördert digitale Start-ups aus den Bereichen Urban Mobility, zentrum L.I.N.K. des Fraunhofer IIS zu benennen, das den E-Mobility, Internet of Things, Artificial Intelligence (AI), Big Untern ehmen am Standort Nürnberg ein einzigartiges Data, Digital Health, Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Diese werden mittels eines Coaching- und »Innov ationslabor I ndustrial IoT« zur Verfügung stellt. Es Mentor enprogramms unterstützt. Zudem werden die Starthandelt sich dabei um ein Testumfeld für Industrie-4 .0- ups mit innovativen Methoden, Arbeitsweisen und Technolo- Anwendungen und deren Implementierung. gien mit Akteuren der Wissenschaft und Wirtschaft vernetzt. 2017 wurde das Gründerzentrum vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als eines von zwölf »Digital Hubs« Zur Vernetzung von Forschung und Wissenschaft hat das in Deutschland ausgezeichnet. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit zollhof.de seiner Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Ludwig-Maximilians-Universität
Digital Festival Nürnberg
München und der Fraunhofer-Institute für Eingebettete Die seit 2012 jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe ist Systeme und Kommunikationstechnik ESK und für Inte- eines der größten gesamtgesellschaftlichen Digital-Festivals grierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB das Deutschlands und verbindet die digitale Community aus ADA-Center for Analytics, Data and Application geschaf- Wirtschaft, Technologie, Bildung und Kultur. Mehr als 1.000 Akteurinnen und Akteure aus allen Bereichen der Metropolfen. Dieses stellt eine besondere Forschungsinfrastruktur region Nürnberg, wie z. B. Unternehmen, Start-ups oder dar: Unternehmen mit führenden nationalen und inter- Bildungs- und Kultureinrichtungen, tragen das Festival als nationalen Forschenden aus dem Bereich künstliche offenes Netzwerk und bringen sich in Veranstaltungen ein. Alle teilen die Vision von Nürnberg als einer wirtschaftlich, Intell igenz kommen auf Zeit zusammen, um gemeinkreativ und kulturell lebendigen, sozialen Stadt, welche sam an konkreten Projekten zu arbeiten. So entstehen die digitale Transformation als umfassenden gesellschaftliinnerhalb kürzester Zeit in konkreten Anwendungen chen Wandel für sich nutzt. 2019 wurden den rund 16.000 neue Data-Analytics-Verfahren und Algorithmen – mit Teilnehmenden im Zeitraum von zehn Tagen insgesamt 330 Events rund um das Thema digitale Transformation geboten. entsprechendem Mehrwert für Industrie, Dienstleistung Die Formate reichten dabei von Workshops und Vorträgen und Forschung. Derzeit wird eine Erlebniswelt der Daten bis hin zu Hackathons. konzipiert, in der Partner und Interessierte künstliche nuernberg.digital Intelligenz hautnah erleben können – somit entsteht ein idealer Showroom für Brainstorming und Projektentwicklung.82 Diese systematische Verzahnung von Wissenschaft
Agenda Digitalisierung Nürnberg
und Wirtschaft wird flankiert durch strategische Rahmen- Das Wirtschaftsreferat setzt mit der Agenda Maßnahmen zur setzungen und weitere konkrete Projekte, darunter z. B.: Förderung eines positiven digitalen Strukturwandels in der Nürnberger Wirtschaft um. Dabei werden Untern ehmen im Zuge des digitalen Wandels gezielt unterstützt. wirtschaft.nuernberg.de
NürnbergMesse
Der Standort fungiert mit Fachmessen wie der Embedded World (eingebettete Systeme), der it-sa (IT-Sicherheit), der developer week (Softwareentwicklung), der SPS (industriellen Automation) oder der MedTech Life (Medizint echnik) als nationaler und internationaler Branchentreffpunkt. nuernbergmesse.de Informationen zu weiteren
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #7
Im Rahmen der sogenannten »Wissensworkshops«
Branchenüber greifende
in Aarhus begeben sich zweimal in der Woche Studierende, Forschende und Vertretungen der Indus- Inno vationslabore durch trie auf einen gemeinsamen »Tieftauchgang« zu
Anlaufstelle zwischen Stadt
einem technischen Thema. Der Themenwahl wird dabei keine Grenze gesetzt: Von IoT, künstlicher
und Unternehmen fördern
Intelligenz, Unternehmertum bis hin zum Cloud Computing kann alles diskutiert und erforscht werden. Organisiert werden die Workshops von teilnehmenden Wissensinstituten und kommer- Erkenntnis ziellen Akteuren.83 Es ist erforderlich, sich mit Unternehmen aus anderen Branchen, mit Dienstleistern sowie der Wissenschaft zu Die Deutsche Bahn ist im Rahmen der »DB Inno va- verbinden, um komplexe Herausf ord erungen mit den tions LABs« im Jahr 2014 mit sechs 4.0-Initiativen notwendigen Technologien und Geschäftsmodellen analog den Geschäftsbereichen (Logistik, Mobi- bearbeiten zu können. In Nürnberg gibt es bereits viele lität und Infrastruktur) auf Digitalisierungsreise Ansätze, um Innovation in den unterschiedlichen Thegegangen und hat zudem die wichtigsten Quer- menkomplexen zu fördern. schnittsfunktionen aufgenommen (Produktion, IT und Arbeitswelten). Daraus sind beispielsweise Handlungsnotwendigkeit Labs wie das d.lab und das Skydeck sowie der Um die Vorteile von Open Innovation und somit die Start-up-Hub DB mindbox mit DB Accelerator verschiedenen Perspektiven und Expertisen für »Digitales sowie weitere neue Projekte und konkrete Nürnberg« zu nutzen, muss die Stadt gezielt Innovations- Produkte hervorgegangen.84 räume und -prozesse in sozialen, virtuellen und physischen Räumen fördern und unterstützen. Open Innovation bietet darüber hinaus ein hohes Potenzial für öffentliche Förderungen durch die Zusammenarbeit in F&E-Konsortien.
Ansatz
Um Kreativität, Geschwindigkeit und Spezialwissen für den Innovationserfolg zu generieren, sollte die Stadt Nürnberg Themen mit gesamtstädtischer Relevanz identifizieren und diese zu Aktionsfeldern verdichten. Eine zentrale Anlaufstelle zwischen Stadtverwaltung und Unternehmen könnte dabei helfen, im Kontext dieser Aktionsfelder und den Bedarfen der Stadtgesellschaft an mögliche Problemlösende heranzutreten, und dafür einen entsprechenden Rahmen und die erforderliche Bühne entwickeln.
»In Nürnberg sollten an hochschulähnlichen Bildungs einrichtungen mehr Studiengänge zum Thema Digi talisierung angeboten und die Forschung in den Themenfeldern E-Mobilität, Energie und Umwelt sowie Engineering gefördert werden.«90
Abb. 15: Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen ILS in Nürnberg © Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen ILS
WISSENSCHAFT
Zukunftstrends
Der Wissensaustausch zwischen Hochschulen
UND FORSCHUNG und Forschungseinrichtungen mit Wirtschaft und Ge-
sellschaft ist ein wesentlicher Baustein, um innovative Forschung in die Praxis zu überführen. Anwendungsorientierte Forschung zielt auf die Generierung neuen Nürnberg ist ein Wissenschaftsstandort mit einem breit Wissens, neuer Technologien und Verfahren mit direkter gefächerten Forschungs- und Studienangebot, das neben Ausrichtung auf die Anwendung.88 Dabei hat sich die Naturwissenschaft und Technik auch Wirtschaft, Medien, Idee des Open Access – des unentgeltlichen, digitalen Soziales und die freien Künste abdeckt. Dabei sind die Zugangs zu wissenschaftl ichen Publikationen – in der anwendungsnahe Forschung und die intensive Vernet- Wissenschaft entwickelt. Open Access ist Teil des umzung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein fassenderen Wandels zu einer digitalen Wissenschaft. Markenzeichen Nürnbergs. In einem Umkreis von 100 km Aufseiten der Wirtschaft profitieren insbesondere kleine von Nürnberg entfernt befinden sich 30 Universitäten und mittlere Unternehmen von der Zusammenarbeit und Hochschulen mit einer weiten Palette an Studienfä- mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Nicht chern und mit über 180.000 Studierenden.85 Die Zahl der zuletzt werden zunehmend Bürgerinnen und Bürger in Beschäftigten in den wissensintensiven Branchen wächst Forschungs vorhaben eingebunden, weil sie selbst Forkontinuierlich. Aktuell werden wissenschaftliche Schwer- schung betreiben wollen (Citizen Science).89 punkte in den Forschungsfeldern Digitalisierung, Industrie 4.0, Energietechnik und zukunftsfähige städtische Infrastrukturen ausgebaut.86
Die Hochschullandschaft Nürnbergs stößt in Zeiten großer Studierneigung mittlerweile an Kapazitätsgrenzen. Die geplante Neugründung der eigenständigen Technischen Universität Nürnberg mit interdisziplinären Forschungsdepartments soll den Wissenschafts- und Hochschulstandort Nürnberg weiter stärken.87
BILDUNG, INNOVATION UND FORSCHUNG – WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Was wünscht sich die Stadtg esells chaft?
Eingefangene Stimmen
In weiteren neun Beiträgen stellen Bürgerinnen und Bürger die Frage, inwiefern Digitalisierung In elf Beiträgen befürworten Bürgerinnen und konkret den Alltag verbessert. Damit verb und en Bürger die Stärkung des Hochschulstandortes ist u. a. auch der Wunsch nach einer anw endungs- Nürnberg insbesondere im Hinblick auf einen orientierten Forschung, deren Nutzen in der digitalen und nachhaltigen Schwerpunkt: Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird:
Stimme 1: Nürnberg zu einem attraktiven Forschungsstandort im Stimme 1: Anwendungsorientierte Wissenschaft: Digitale Lösungen für Bereich Digitalisierung ausbauen. Stimme 2: Digitalisierung als das städtische Leben entwickeln. Stimme 2: Ergebnisse schnell nutzbar (Querschnitts-)Thema für alle Studienfächer an den Nürnberger machen und nicht in der Schublade verschwinden lassen. Stimme 3: Hochschulen fördern und den Schwerpunkt an der neuen Nürnber- Daten erheben, mit denen Verhalten erforscht und digitale Dienste ger Universität gezielt auf IT legen. Stimme 3: Den freien Zugang zu geschaffen werden können. Voraussetzungen für eine (echte) Smart wissenschaftlichen Informationen für alle Nürnbergerinnen und City schaffen. Nürnberger durch Open-Access-Initiativen fördern.
Was gibt es schon in
Nürnberg? Ausgewählte
Beispiele »Smarte Dienstleistungsfabrik (SmartDiF)« Die Fraunhofer Arbeitsgruppe SCS entwickelt neue Lösungen für datengetriebene Geschäftsmodelle und Organisationen, indem sie das Zusammenspiel von technischen Trends, IoT-Innovationen und dem Faktor Mensch gleichermaßen Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen Nürnberücksichtigt und in Unternehmen einbringt. Das Projekt bergs befassen sich in vielfältigen Projekten mit neuen bietet damit kleinen und mittelständischen Unternehmen digitalen Lösungen und Fragen zu Wechselwirkungen die Möglichkeit, die Digitalisierung für die eigene Innovazwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und neuen tionskraft zu nutzen. Technologien sowie digitaler Lehre und Forschung. scs.fraunhofer.de Neben der vielfältigen Praxis an Hochschulen und Instituten werden Kooperationsprojekte zwischen
Diversitätsfreundliche digital gestützte Lehre
Forschungseinrichtungen sowie nicht universitäre Forschungsprojekte umgesetzt, z. B.: An der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm werden im Rahmen der Zielvereinbarung Diversity-Kompetenzen für eine diversitätsfreundliche digital gestützte Lehre ausgebaut – und zwar bei Studierenden wie Lehrenden glei-
»IIP-Ecosphere« chermaßen. Denn »new literacies« werden benötigt, wenn
Ein leichterer Zugang zu KI-basierten Prozessen und via Social-Software Menschen und Netzwerke neu interagie- Geschäftsm odellen für Industrieunternehmen – das ist das ren, um aktiv an Lehre und Forschung teilzunehmen. Ziel des Verbundvorhabens »IIP-Ecosphere«. Im Rahmen th-nuernberg.de der KI-Initiative des Bundes wird es in den kommenden drei Jahren gefördert. Insgesamt besteht das Konsortium aus 17 Partnern. Aus der Industrie sind Anwenderunternehmen
LEONARDO Connect
ebenso beteiligt wie Software-Anbieter und Hersteller von Elektroniksystemen, aus der Wissenschaft der Lehrstuhl für Bei diesem Vorhaben befassen sich die Hochschule für Musik Wirtschaftsinformatik der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg, die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Erlangen-Nürnberg (FAU). »Predictive Maintenance«, also Ohm sowie die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg gedie vorausschauende Wartung von Maschinen in Unterneh- meinsam mit musikalischer Mensch-Maschine-Interaktion. In men, ist das Ziel. multifunktionalen Labors werden Ideen prototypisch getestet. iip-ecosphere.eu Die Hochschule für Musik Nürnberg richtete dazu das Music Interaction Research and Audio Creation Lab (MIRACL) ein. leonardo-zentrum.de
BILDUNG, INNOVATION UND FORSCHUNG – WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #8
Das CityScienceLab der HafenCity Universität Ham-
Reallabore verbinden Nürnberger
burg erforscht mit Partnerinnen und Partnern aus der Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissen- Forschungslandschaft mit schaft die Veränderung von Städten im Kontext der
nach haltiger kommunaler
Digitalisierung. Es verfolgt eine dezidiert inter- und transdisziplinäre Perspektive durch die Verbindung
Entwicklung
technischer Fragestellungen mit gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen.91
Das Projekt »Sharing Cities« zielt darauf ab, die Erkenntnis Rolle der digitalen Technologie in Städten zu hin- Ein breit gefächertes Studienangebot, innovative und terfragen und zu klären, wie alle Stadtbewohner vernetzte Hochschul- und Forschungseinrichtungen und von diesem Transformationsprozess profitieren die hohe Lebensqualität in Nürnberg bilden ein ideales und gleichzeitig dazu beitragen können. In den Umfeld zum Studieren, Forschen und Leben. Das Thema drei Städten London, Lissabon und Mailand wird Nachhaltigkeit bzw. ökologisch bewusstes Leben hat für die Effektivität neuer Technologien anhand von die Stadtgesellschaft im Kontext von Digitalisierung eine verbesserten urbanen Mobilitätsstrukturen, gestei- hohe Relevanz und kann für den Wissenschaftsstandort gerter Energieeffizienz von Gebäuden sowie einer profilbildend und für Nürnberg zukunftsweisend werden. Verringerung des gesamten Schadstoffausstoßes demonstriert. Das Projekt zielt darauf ab, die Stadt- Handlungsnotwendigkeit gesellschaft zu verpflichten, sich als aktiver Akteur Im Rahmen der weiteren Profilierung Nürnbergs gilt es, bei der Transformation der Städte und Kommunen die Kräfte für die wissenschaftliche Begleitung eines einzubringen. Gemeinsam soll eine dynamischere, nachhaltigen Wachstums und guter Lebensbedingungen lebenswürdigere, ökonomisch aktivere sowie res- in »Digitales Nürnberg« zu bündeln. In Abgrenzung zu sourceneffizientere Stadt geformt werden.92 »Innovationslaboren«, wo Ideation-Prozesse und Customer- Feedback erfolgen, werden in »Reallaboren« Anwendungen unter Realbedingungen getestet werden können, die auf eine Umsetzung im Stadtraum abzielen.
Ansatz
Exzellente anwendungsorientierte Forschung könnte sich über die Themenfelder Digitalisierung und Nachhaltigkeit profilieren und dabei regionale und internationale Perspektiven verknüpfen. In Reallaboren innerhalb des Nürnberger Stadtgebiets kann mit transdisziplinärer Forschung die Erprobung nachhaltiger Lebens- und Wirtschaftsformen durch Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen wissenschaftlich begleitet werden, unterstützt durch die Stadtverwaltung.
2.4
KULTUR UND FREIZEIT
DIGITALE KULTUR- UND
FREIZEITKOMMUNIKATION
KULTUR UND FREIZEIT DIGITAL ERLEBEN
Nürnberg ist eine lebendige Großstadt mit mittelalterlichem Flair, histo-
risch relevanten Stätten und einer aktiven Kunst- und Kulturszene. Ob
ausgedehnte Parks, ruhige Gärten, Seen oder Flussauen – quer durch die
Stadt bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zu entspannen. Rund 500
Sportvereine im Ballungsraum ermöglichen ein attraktives Freizeitpro-
gramm.93 Nicht nur Bürgerinnen und Bürger schätzen dieses vielfältige
Angebot, auch die 3,6 Mio. Übernachtungen im Jahr 2018 verdeutlichen,
wie attraktiv Nürnberg für Menschen aus dem In- und Ausland ist.94
»Digitales Nürnberg« vernetzt diese einzigartige Kultur- und Freizeit-
landschaft und ihre Akteurinnen und Akteure durch digitale Angebote
noch stärker und verbindet die Förderung des Tourismusstandorts mit
der S teigerung der Lebensqualität für die Menschen vor Ort.
»Auf einen Blick digital sämtliche Restaurants, Hotels, Bars, Freizeitaktivitäten und Eventmöglichkeiten in Nürnberg sehen zu können wäre großartig! Am besten noch unterteilt nach Themen und Zielgruppen.«98
Abb. 16: TOPORAZ-Projekt © Matthias Razum
DIGITALE KULTUR- UND
FREIZEITKOMMUNIKATION
Nürnberg bietet eine über die Stadtgrenzen hinaus be- kann diese digitale Verzahnung auch zu einer besseren deutsame, sehr gut aufgestellte Kultur- und Freizeitinfra- Nutzung von Synergieeffekten zwischen den Einrichstruktur. Charakteristisch sind die hohe Dichte an Museen tungen der Nürnberger Kultur- und Freizeitlandschaft und das lebendige Angebot von Theatern, insbesondere beitragen. von Kindertheatern. Mit 14 Theater- und Opernsitzplätzen pro 1.000 Einwohner liegt Nürnberg bundesweit auf Zukunftstrends dem dritten Platz.95 Auf dieses vielfältige Kultur- und Ein aktueller Trend in der Kommunikation von Freizeitangebot macht eine Vielzahl von Akteurinnen Kultur- und Freizeitangeboten ist die individualisierte und Akteuren auf ganz unterschiedlichen analogen und Kundenorientierung. Waren bislang standardisierte Angedigitalen Wegen aufmerksam. Für Nürnberg ergeben sich bote das Maß der Dinge, kann mit der Digitalisierung der durch den digitalen Wandel neue Gestaltungsmöglich- Kundenwunsch nach Individualität auf effiziente Weise keiten, diese komplexe Informationsfülle zu reduzieren. erfüllt werden.96 Mit optimierten Customer-Relationship- Übersichtliche, individualisierbare digitale Informations- Managementsystemen (CRM) werden künftig noch angebote können sowohl für Bürgerinnen und Bürger als stärker die Voraussetzungen für eine datenbasierte und auch für Touristen neue Mehrwerte schaffen. Nicht zuletzt personalisierte Medienausspielung geschaffen.97
KULTUR UND FREIZEIT – DIGITALE KULTUR- UND FREIZEITKOMMUNIKATION
Was wünscht sich die Stadtg esells chaft?
Eingefangene Stimmen
In 23 Beiträgen wünschen sich Bürgerinnen In elf Beiträgen wünschen sich Bürgerinnen und Bürger eine zentrale und kompakte Infor- und Bürger die Einführung von zentralen mationsübersicht über tagesaktuelle Kultur- Online-Buchungs- und Bezahlmöglichkeiten: und Freizeitmöglichkeiten inklusive verschie-
Stimme 1: Einfache und intuitive Buchung auf allen digitalen
dener ergänzender Funktionen: Geräten über ein zentrales Portal aller städtischen (und regionalen) Kultur- und Freizeitangebote ermöglichen. Stimme 2: Ein stadtweit
Stimme 1: Zentrale Online-Plattform, die umfassend und gebün-
einheitliches Buchungssystem nach neuesten digitalen Standards delt Informationen zu aktuellen Kultur- und Freizeitangeboten einführen. bereitstellt, inklusive einer Verknüpfung mit weiteren Themen, wie insbesondere An- und Abreisemöglichkeiten mit dem öffentlichen Nahverkehr. Stimme 2: Eine Online-Plattform sollte individualisierbare Funktionen bieten, z. B. das Filtern nach Genre oder Zielgruppen.
Was gibt es schon in
Nürnberg? Ausgewählte
Stadtportal Nürnberg
Auf der Website der Stadt gibt es neben einem gesamt-
Beispiele
städtischen Veranstaltungskalender ebenso thematische Rubriken und Hilfen für die Planung von Kultur- und Freizeitaktivitäten. nuernberg.de/internet/stadtportal/kultur_freizeit.html Nürnberg bietet eine Vielzahl an Websites, die über das Kultur- und Freizeitangebot in der Stadt informieren. Die meisten kulturellen und freizeitorientierten Einrichtungen
Der Online-Dienst www.nordbayern.de
haben einen eigenen Internetauftritt mit einrichtungsbe- Der Online-Dienst der Nürnberger Nachrichten (NN) und der zogenen Informationen, größtenteils ist auch die direkte Nürnberger Zeitung (NZ) bietet i n seiner Rubrik Kultur und Ticketbuchung möglich. Einen kooperativen Ansatz ver- Freizeit Veranstaltungstipps für die Region. folgen bereits die Museen der Stadt. Ihre Kommunikat ion nordbayern.de/kultur erfolgt gebündelt, z. B. über die Website www.museen. nuernberg.de oder über gemeinsame Printmedien- Veröffentlichungen.99 Der Kulturkalender des Kulturreferats Der Kalender bietet eine Übersicht über die rein städtischen Angebote hinaus und ermöglicht zudem das Einpflegen Darüber hinaus bieten folgende Websites einen von Veranstaltungen durch externe Anbieter. Der Erfolg des breiteren Überblick: Veranstaltungskalenders bestätigt die Stadt Nürnberg in ihrer Rolle als vertrauenswürdiger Vermittler bei Kunstund Kulturangeboten. nuernbergkultur.de
Website der Congress- und
Tourismus-Zentrale Nürnberg
Die Congress- und Tourismuszentrale ist mit der Vermarktung der Destination beauftragt. Auf ihren Internetseiten bringt sie verschiedene Informationen für Besucherinnen und Besucher der Stadt zusammen. Dabei werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt genauso inszeniert wie die regionalen Spezialitäten, Restaurants oder Veranstaltungen. tourismus.nuernberg.de
KULTUR UND FREIZEIT – DIGITALE KULTUR- UND FREIZEITKOMMUNIKATION
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #9
In der deutsch-dänischen Kulturregion Sønderjylland-
Kuratierte Informationsangebote
Schleswig wurde die grenzü bers chreitende elektronische Plattform »Kulturfokus« eingerichtet. Ziel zu Kultur und Freizeit kooperativ der gemeinsamen Plattform ist es, den Kulturak-
entwickeln
teuren aus der gesamten Region die Möglichkeit zu geben, ihre Veranstaltung zu platzieren und Kulturkonsumenten einen Überblick über Angebote zu bieten. Zudem gibt es für Veranstalter und Kulturakteure spezielle Fachseiten, die u. a. Tipps Erkenntnis zur Vermarktung von Veranstaltungen bereithal- Durch den digitalen Wandel verändern sich die Informaten. Über eine Online-Redaktion können diese tions- und Kommunikationswege auch im Bereich der auch Artikel mit relevanten Informationen und Kultur- und Freizeitangebote. Immer mehr Informationen Fotos einstellen lassen.100 werden von immer mehr Institutionen und Personen gestreut, wobei analoge und digitale Formate miteinander Die App »Kulturpunkte« ist das erste mobile konkurrieren. Bislang fehlt in Nürnberg eine serviceorien- Kulturportal Hamburgs. Sie liegt auch in engli- tierte, übergreifende Informationsaufbereitung zu aktuscher Sprache vor. Die Sprache richtet sich nach der ellen Kultur- und Freizeitangeboten. Diese Fests tellung jeweiligen Systemeinstellung des Mobilgerätes. Die wird von den Aussagen der befragten Stadtgesellschaft App ist zur Vorbereitung eines Besuchs der Stadt, bekräftigt. Gewünscht wird eine zentrale digitale Plattals Begleiter auf einer kulturellen Entdeckungs- form, die übersichtlich Angebote bündelt und darüber tour und zur bequemen Recherche von zu Haus hinaus weitere nützliche Funktionen bietet. oder unterwegs geeignet. Neben den Theatern und Museen stellen sich auch Bibliotheken, Kino, Handlungsnotwendigkeit Kunst-, Musik- und weitere Orte wie Stadtteilkul- In »Digitales Nürnberg« von morgen werden Informatioturzentren und Erlebnisorte vor. Die Texte stammen nen sowohl zu den städtischen als auch nicht städtischen in der Regel von den Einrichtungen selbst. Jeder Angeboten in den Bereichen Kultur, Kunst und Freizeit Kulturpunkt ist mit einer Detailansicht verknüpft. digital zusammengeführt und gleichzeitig durch spezifisch Ebenso ist das schnelle Aufrufen des Routenplaners zugeschnittene Inhalte individuell erfahrbar gemacht. Spezu einzelnen Institutionen möglich. Ausgewählte zielle Angebote für Museen oder Kulturveranstaltungen Tourenvorschläge, inklusive zwei Audioguides zur gehen service- und nutzerorientiert Hand in Hand mit an- Kunst in Hamburg, ergänzen das Angebot. Links deren Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger, wie etwa zu allen Kultureinrichtungen ermöglichen tagesak- Informationen zu Mobilitäts- oder Gastronomieangeboten. tuelle Informationen und Zugang zum Ticketing. Aus der App ist der Veranstaltungskalender von Ansatz hamburg.de aufrufbar.101 Aufbauend auf dem Erfolg des Kulturkalenders des Kulturr eferats sollten städtische und nicht städtische Institut ionen aus dem Kultur- und Freizeitbereich in einem kooperativen Ansatz die bereits bestehenden digitalen Informationsmöglichkeiten in der Stadt Nürnberg bündeln, Synergieeffekte identifizieren und das Angebot systematisch weiterentwickeln. Ziel ist es, der Stadtgesellschaft ein kuratiertes, digitales Informationsangebot aus einer Hand zugänglich zu machen.
»Digitalisierung sollte für den Kulturb ereich nutzbar gemacht werden (z. B. Museen). Freizeitange bote sollten auch einbezogen werden. Nürnberg könnte hier nationale Vorreiterin und internation ale Partnerin werden, wenn früh das Potenzial von z. B. E-Sport erkannt und gefördert wird«109
Abb. 17: Digitale Freizeit im Haus des Spiel(en)s © Haus des Spiel(en)s
KULTUR UND Zukunftstrends
Es gibt eine Reihe von Ansätzen, mit denen das Kultur- und Freizeiterleben durch digitale Technik wei-
FREIZEIT DIGITAL
terentwickelt wird. Einer davon ist Augmented Reality, die sogenannte »erweiterte Realität«: z. B. Kunstwerke
ERLEBEN können mittels der Nutzung von Apps über das Smartpho-
ne oder Tablet umgedeutet und um digitale Elemente erweitert werden.105 Mit dieser Technik werden die Grenzen zwischen real und virtuell stets neu ausgelotet. Im Gegen- Mit neuen technologischen Anwendungen erweitert sich satz dazu wird bei der Virtuellen Realität (VR) eine ganz die Erlebbarkeit von Kunst und Kultur. Auch Nürnbergs neue, künstliche Wirklichkeit mittels Hard- und Software Geschichte wird hierdurch auf einer neuen Ebene erfahr- erschaffen, die z. B. über VR-Brillen erlebt werden kann. bar: Ein interdisziplinäres Wissenschaftsnetzwerk hat So wird etwa der Eindruck erzeugt, sich selbst in dieser dreidimensionale, digitale Modelle geschaffen, die den künstlichen Realität – z. B. in der Rekonstruktion zerstörter Nürnberger Stadtraum von der Barockzeit bis zur Gegen- Gebäude – zu bewegen.106 wart erlebbar machen. Die Modelle werden mit historischen Karten, Forschungsliteratur und ganz unterschied- In der Kulturstrategie für die Stadt Nürnberg107 werden lichen Quellen vernetzt. Ergänzt wird das Angebot durch unter der Überschrift »Digitalisierung und Medialisierung« Suchfunktionen, die Antworten auf unterschiedliche Fra- als Techniken, die den Kunst- und Kulturbetrieb veränd ern gen ermöglichen: Wie hat sich der Stadtraum über die Zeit werden, außerdem der 3-D-Druck sowie neue Visualisieverändert? Wer lebte in den Häusern, und was wissen wir rungsmöglichkeiten wie digitale Bühnenbilder genannt. über ihre Bewohner? Antworten, die nicht nur Forschen- Außerdem wird darauf verwiesen, dass Digi talisierung als de, sondern auch die Öffentlichkeit interessieren.102 Themenfeld künstlerischer Auseinan der setzung relevant sei und dass es gelte, einen Beitrag zur Schaffung eines Auch die Digitalisierung im Freizeitbereich schreitet rasant kritischen Bewusstseins im Umgang mit digitalen Medien voran, wie etwa das Beispiel E-Sport – das turnierbasier- zu schaffen. Außerdem müssten neue Genres gefördert te Computerspielen – zeigt. E-Sport ist imstande, ganze werden, wie Videokunst oder Games.108 Arenen zu füllen, während an den Bildschirmen teilweise Millionen Zuschauer mitfiebern. Auch der 1. FC Nürnberg »Gamification« ist ein weiterer Trend, der den Kultur- und bietet seit dem Jahr 2017 E-Sport innerhalb seiner Vereins- Freizeitbereich erobert. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass strukturen an, um das Kerngeschäft im Stadion mit der Spaß am Spiel motiviert und Motivation wiederum die virtuellen Welt zu verbinden.103 Das digitalisierte Freizeit- Konzentration fördert. In Kulturinstitutionen beispielsweiangebot schafft zudem neue Betätigungsfelder, wie z. B. se werden diese Ansätze des spielerischen Lernens in ganz das Streaming und Kommentieren von Turnieren.104 unterschiedlicher Form analog und digital implementiert. Sie reichen von Suchspielen, Bilderrätseln bis hin zu multimedialen Angeboten.
KULTUR UND FREIZEIT – KULTUR UND FREIZEIT DIGITAL ERLEBEN
Was wünscht sich die Stadtg esells chaft?
Eingefangene Stimmen
In elf Beiträgen regen Bürgerinnen und Bürger In sieben Beiträgen weisen Bürgerinnen und an, vielfältige Möglichkeiten der Digitalisierung Bürger auf die Notwendigkeit hin, trotz aller in die Kultur- und Freizeitangebote der Stadt zu digitalen Möglichkeiten die traditionellen integrieren: Angebote im Blick zu behalten:
Stimme 1: Digitale Partizipationsräume im Bereich des selbstentde- Stimme 1: Mit Blick auf die Bewerbung als »Kulturhauptstadt Europas ckenden Lernens und der Kulturaneignung in Bezug auf den Stadt- 2025« sollte ein wegweisender Beitrag geleistet werden, dass Kulturraum schaffen. Stimme 2: Kulturangebote sollten digitale Angebote institutionen auch in Zeiten der Digitalisierung ihre Relevanz behalten integrieren. Als erfolgreiches Beispiel kann das Angebot der Stadt- und die digitale Transformation aktiv mitgestalten können. Stimme 2: bibliothek genannt werden. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung dürfen Traditionen und Stadtkultur nicht vergessen werden und müssen auch weiterhin durch analoge Angebote bewahrt werden.
EMPAMOS
Was gibt es schon in
Das Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Nürnberg entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Nürnberg? Ausgewählte
Spielearchiv. Ziel ist es, herauszufinden, welche motivierenden Elemente gute Spiele enthalten und diese dann zu Beispiele kombinieren. Parallel dazu werden Spielanleitungen digital so aufbereitet, dass Machine-Learning-Algorithmen diese Elemente identifizieren und in den über 30.000 Spielen des Archivs auch nach neuen Mustern und Zusammenhängen suchen können. Mit der partizipativ erarbeiteten Kulturstrategie110 haben empamos.in.th-nuernberg.de sich die Aktiven und Verantwortlichen der Stadt Nürnberg unter anderem auch mit den Chancen und Gestaltungsaufgaben der Digitalisierung im Kulturber eich be-
Haus des Spiel(en)s
fasst. Auch die Kultur- und Freizeiteinrichtungen selbst Bis 2025 soll das historische Pellerhaus zu einem überregiosetzen sich zum Teil sehr offensiv mit Digitalisierung nal wahrgenommenen, zukunftsorientierten Leuchtturm der auseinander und realisieren entsprechende Angebote: Spiel- und Stadtkultur entwickelt werden, zu einem aktiven, Beispielsweise veranstaltete das Staatstheater Nürnberg ganz-heitlichen Impuls-, Innovations- und Ermöglichungsraum rund um die vielfältigen Facetten und Formen des im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals im Juli 2019 Themas »Spiel« – analog und digital. ein Barcamp mit dem Titel »Kunst & Kultur in der Digitalgesellschaft«111. Bei der »Blauen Nacht Nürnberg« im Mai 2019 fand die Gaming-Szene im Künstlerhaus im Kunst-
TOPORAZ
KulturQuartier unter dem Titel »Let's play S howmasters! Ein interdisziplinäres Wissenschaftlernetzwerks hat den Videospiele mit Livemusik« ein entsprechendes Angebot. Nürnberger Stadtraum von der Barockzeit bis zur Gegen- Beispielhaft sollen darüber hinaus folgende Initiativen wart als dreidimensionales digitales Modell rekonstruiert. genannt werden: Das Modell wurde mit zahlreichen historischen Quellen und Bildern vernetzt. Mit diesem Projekt ist eine virtuelle Forschungsumgebung entstanden, die nicht nur neue Einblicke für die interessierte Öffentlichkeit ermöglicht, sondern
Stadtarchiv Nürnberg
auch innovatives Arbeiten und Publizieren in den digitalen Das »Haus der Nürnberger Geschichte« gehört mit seinen um- Geistes wissenschaften erlaubt. fangreichen Beständen, vor allem aus dem 19. Jahrhundert b-u-b.de/toporaz und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zu den größten Kommunalarchiven Deutschlands und hat eine umfangreiche Datenbank. Ein Teil davon ist für eine Online-Recherche freigeschaltet, unterteilt nach Archivalien, Archivbibliothek sowie Stadtlexikon. Informationen zu weiteren nuernberg.de/internet/stadtarchiv Projekten, Themen und
KULTUR UND FREIZEIT – KULTUR UND FREIZEIT DIGITAL ERLEBEN
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #10
Bereits seit einigen Jahren bietet »Google Arts &
Fahrplan Kultur
Culture« in Kooperation mit Kultureinrichtungen
die Möglichkeit, Kulturorte oder Museen virtuell zu und Freizeit d igital erkunden. Es gibt 360-Grad-Videos, etwa aus dem
in Nürnberg
Royal Museums of Fine Arts in Brüssel, in dem Nutzerinnen und Nutzer virtuell in das Bild »The Fall of the Rebel Angels« von Bruegel (1562) eintauchen können. Auch Street-View-Touren durch das British Museum in London oder durch das MoMa in New Erkenntnis York sind hierüber möglich, bei denen sich der Wenige andere Städte in Deutschland haben ein so reivirtuelle Gast durch die digital abgebildeten Räume ches und vielfältiges kulturelles Erbe und eine so aktive bewegen kann. artsandculture.google.com Stadtgesellschaft wie Nürnberg. Digitale Technologien bergen Chancen, breite Zugänge zu diesem Reichtum zu In der niederländischen Kremer Collection wurde ebenen. In der Kulturstrategie der Stadt Nürnberg wurden statt eines physischen Museumsneubaus gleich ein als Maßnahmenvorschläge unter anderem festgehalten, digitales Museumsgebäude geschaffen, durch das dass ein Diskurs über Digitalisierung und entsprechende sich die Besucherin oder der Besucher dank Virtual Veränderungen zu führen sei und dass die Digitalisierung Reality bewegen kann. Neben den Gemälden er- des Kulturerbes vorangetrieben werden solle.112 scheint darüber hinaus der Sammlungsgründer George Kremer zusammen mit seiner Frau Ilone Handlungsnotwendigkeit als Hologramm und erzählt (als Audioguide ein- Die Digitalisierung des kulturellen Erbes und die Nutzbargesprochen) Hintergründe zur Sammlung. machung digitaler Technologien für Kultur und Freizeit thekremercollection.com/the-kremer-museum in Nürnberg sind ein großes sowie kosten- und zeitaufwendiges Aufgabenfeld, das von einigen Spannungen In Wien fand das zweite Electronic Sports Festival geprägt ist. So ist etwa die Balance zwischen Innovation in einer 3.000 m² großen Diskothek statt: Nach und Tradition zu wahren, sind die Bedürfnisse der Genera- Aussagen des Veranstalters machten die 25.000 tionen abzuwägen und sind im Kontext der Positionierung Besucherinnen und Besucher und die 400 Turnier- Nürnbergs möglichst vollständige versus ausgewählte teilnehmenden Wien ein Wochenende lang zur digitale Archivierungsansätze zu entscheiden. Außerdem europäischen Hauptstadt des E-Sports. ist die Qualität digitaler Angebote zu gewährleisten, beiesports-festival.com spielsweise bei digitalen Guides.
Ansatz
Der in der Kulturstrategie benannte notwendige Diskurs zur Digitalisierung sollte mit den für Kultur, Freizeit sowie für Marketing zuständigen städtischen Verantwortungsträgerinnen und -trägern sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Kultureinrichtungen geführt werden, um notwendige Veränderungen und Investitionen zu bestimmen. Ziel kann ein »Fahrplan Kultur und Freizeit digital in Nürnberg« sein, der dazu beiträgt, Spannungsfelder zu bearbeiten, bereits verabredete Digitalisierungsprojekte zeitlich zu staffeln und digitale Leuchtturmprojekte zu identifizieren. Der Fahrplan kann so die Grundlage für ressortübergreifendes Handeln bilden.
2.5
DATEN, INFRASTRUK-
TUREN, PROZESS AUTO-
MATISIERUNG UND KOM-
MUNALE ONLINE-DIENSTE
DATEN UND »DIGITALES NÜRNBERG«
LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE
INFRASTRUKTUREN
PROZESSAUTOMATISIERUNG UND
KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE
Das Fundament von »Digitales Nürnberg« bildet eine digitale Stadt-
verwaltung. Mit diesem Wissen hat Nürnberg einen Handlungsrahmen
für die digitale Transformation der Stadtverwaltung geschaffen. Mit
dem Ziel, die Lebensqualität weiter zu verbessern, werden Dienstleis-
tungen an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet und als »Service
aus einer Hand« entwickelt. Entsprechende Prozesse sollen einfach, kun-
denzentriert und digital gestaltet werden. Gleichzeitig soll der Kultur-
wandel innerhalb der Stadtverwaltung aktiv gestaltet werden. Vertrauen
in Angebote und Dienstleistungen ist in der digitalen Welt essenziell:
Daten- und Informationssicherheit haben daher auf allen Ebenen und
in allen Anwendungsfeldern der Stadt Nürnberg höchste Priorität.
»Durch Aggregierung und Auswertung der kommunal anfallenden Daten lassen sich mit Sicherheit unzählige Effizienzgewinne heben.«116
Abb. 18: Daten im »Digitalen Nürnberg« © Nicolas Herrbach
DATEN UND »DIGITALES NÜRNBERG«
Nürnberg verfügt bereits heute über eine große und Neben mehr Transparenz werden auch neue Möglichkeiten schnell wachsende Menge an Daten. Neben personenbezo- der Teilhabe an Planungs- und Entscheidungsprozessen genen Informationen gehören dazu Daten aus den Berei- geschaffen. Der Schutz der Menschen vor Missbrauch ihrer chen Energie, Verkehr, Verwaltung, Gesundheit, Wirtschaft personenbezogenen Daten und die Informationssicherheit und Bildung. Um alle Potenziale von »Digitales Nürnberg« stehen dabei immer mit an erster Stelle. auszuschöpfen, steht die Stadtverwaltung vor der Herausforderung, digitale Datenbestände sowohl für die Nürnber- Zukunftstrends gerinnen und Nürnberger als auch für die Wissenschaft und Angesichts von Big Data113 gewinnt das Prinzip Wirtschaft zugänglich zu machen. Die bisherigen Ansätze, »Open Data« bei der Verwaltung, Organisation und Daten in Open-Data-Plattformen öffentlich zugänglich zu Durchführung kommunaler Aufgaben eine immer größemachen, haben allerdings bislang noch nicht zur erhofften re Bedeutung: Frei verfügbare und unbearbeitete Daten Entwicklung von Mehrwertdiensten geführt, wohingegen lassen sich über ihren ursprünglichen Erhebungszweck der bislang oft manuell zu unterstützende Pflegeaufwand hinaus verwenden und können zur Entwicklung neuer erheblich ist. Was die interne Verschränkung der unter- Dienstleistungen (z. B. Apps) und Schonung der natürlischiedlichen, fachspezifischen Datenbestände sowie die chen Ressourcen genutzt werden. Neben mehr Transpa- Zurverfügungstellung von Daten in maschinenlesbarer renz nach außen kann Open Data nach innen dazu beitra- Form für die Öffentlichkeit anbelangt, steht die Stadt Nürn- gen, interne Datensilos der Verwaltung aufzubrechen und berg daher noch am Anfang. Hier wird der Ansatz weiter- den Austausch über Fachbereiche hinweg zu fördern.114 verfolgt, die Daten über Open-Data-Portale und Schnitt- Städte wie auch Bund und Länder sind angehalten, ihr stellen öffentlich bereitzustellen, wenn die rechtlichen Regierungs- und Verwaltungshandeln sowie Entscheiund organisatorischen Voraussetzungen dafür gegeben dungsprozesse durch Kooperation und Partizipation zu sind und die Daten auf technischem Weg aus den Bearbei- öffnen.115 Offene Daten sind hierbei ein wesentlicher tungsprozessen automatisiert übertragen werden können. Bestandteil für eine moderne und offene Form des Regierungshandelns im Sinne des »Open Government« und Grundvoraussetzung für eine digitale, smarte Stadt.
DATEN, INFRASTRUKTUREN, PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE – DATEN UND »DIGITALES NÜRNBERG«
Was wünscht sich die Stadtg esells chaft?
Eingefangene Stimmen
Für die befragten Personen standen die Nutzbarmachung In neun Beiträgen schlagen die Beteiligten vor, städtischer Daten im Sinne von Open Data und eine effizi- städtisch erhobene Daten frei zugänglich zu entere Nutzung von Bürgerdaten durch digitale Lösungen machen und für die Stadt und den Bürgerkomim Mittelpunkt. Unterschiedliche Meinungen gab es in fort einzusetzen: Bezug auf die Wahl der technischen Umsetzung. Hier wur-
Stimme 1: Nutzung der unendlichen Möglichkeiten von Daten zur
de der Wunsch nach Bürgerbefragungen geäußert, um Schaffung neuer Dienstleistungsangebote, Bildungsangebote usw. darauf aufbauend bedarfsgerechte Lösungen zu finden. Stimme 2: Der Bürgerkomfort sollte hier im Vordergrund stehen. Von zentraler Bedeutung war für alle befragten Personen »Bürgerstammdaten« können von der Stadt zentral verwaltet und für einzelne Dienste und Aufgaben zur Verfügung gestellt werden. der Schutz ihrer persönlichen Daten in allen Bereichen. Hier ist die Transparenz der Datennutzung besonders wichtig, um die notwendige Akzeptanz zu erreichen. Den Nürnbergerinnen und Nürnbergern war dabei besonders wichtig:
Was gibt es schon in
Dabei ist die Ausgangslage in Bezug auf eine zukunftsfähige, übergreifende Nutzung des Rohstoffs »Daten« von
Nürnberg? Ausgewählte
punktuell sehr fortgeschrittenen Beispielen geprägt. So ist ein Thema von besonderer Relevanz bereits in einem kon-
Beispiele
kreten Service etabliert: Mit der Bereitstellung einer fachübergreifenden konsolidierten Geodaten-Infrastruktur wird der herausragenden Bedeutung georeferenzierter Das Konzept zur digitalen Stadtverwaltung »digital. Daten Rechnung getragen. Darüber hinaus sind weitere stadt.nürnberg« des Referats für Finanzen, Personal, Projekte und Maßnahmen hervorzuheben: IT und Organisation, das integraler Bestandteil der Dachstrategie »Digitales Nürnberg« ist, sieht vor, ein integriertes Datenmanagement aufzubauen. Dieses beinhaltet eine verbindliche Datenrichtlinie, das Digitale Gremienarbeit Management von fachübergreifend verwertbaren Öffentliche Sitzungsunterlagen des Stadtrates und seiner Ausschüsse werden bereits seit 2006 über ein Ratsinformations- Daten unter Beachtung des Datenschutzes und der system digital bereitgestellt. Mittlerweile ist bereits die zweite Informat ionssicherheit sowie eine technische Integ- Generation der digitalen Gremienunterstützung im Einsatz, rationsschicht, die den Datenaustausch effizient und sodass auch die Stadträtinnen und Stadträte digital arbeiten. sicher gestaltet. Die Datenrichtlinie beschreibt die nuernberg.de/internet/stadtportal/stadtrat.html Rahmenbedingungen der Erzeugung, Speicherung und Verwendung von Daten durch Einrichtungen der Stadt Nürnberg oder Dritte. Hier ist Open Data nur ein Digitales Langzeitarchiv Aspekt, neben dem Nachweis der Echt- und Korrektheit Mit dem Anschluss an ein kommunenübergreifendes digitales der Daten, Nutzungsbeschränkungen sowie kommer- Langzeitarchiv besteht die Möglichkeit, sowohl digitale Datenbestände direkt aus der Aktenführung der Stadtverwaltung als ziellen Gesichtspunkten. Durch die technische Integraauch digitalisierte Dokumente und Materialien aus den Bestäntionsschicht wird die übergreifende Nutzung dezentral den des Stadtarchivs dauerhaft für die Nachwelt zu erhalten. gepflegter Daten ermöglicht.
DATEN, INFRASTRUKTUREN, PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE – DATEN UND »DIGITALES NÜRNBERG«
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #11
Aufbau und Etablierung
Ein Überblick, welche Daten derzeit von deutschen Städten als Open Data veröffentlicht werden, eines fachübergreifenden existiert derzeit noch nicht. Das KDZ-Zentrum für
Daten managements
Verwaltungsforschung in Wien hat deshalb im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und GovData, dem Datenportal für offene Daten in Deutschland, einen Musterdatenkatalog über offene Daten erarbeitet. In Kooperation mit den Städten Bonn, Düs- Erkenntnis seldorf, Köln und Moers sowie dem IT-Dienstleister Der Mehrwert von Daten als Rohstoff lässt sich nur kdvz Rhein-Erft-Ruhr wurde in einem ersten Schritt erschließen, indem bislang separat betrachtete Datenbeein Musterdatenkatalog für Nordrhein-Westfalen stände algorithmisch verknüpft werden. Das ist Grundlaerarbeitet. In einem folgenden Schritt helfen diese ge für viele Geschäftsmodelle der digitalen Gesellschaft. Erfahrungen dabei, den Musterdatenkatalog um Für kommunale Daten liegt der Fokus eindeutig auf dem Kommunen in ganz Deutschland zu erweitern. Nutzen für Bürgerinnen und Bürger und nicht auf einer Ge- Durch diese Expertise soll es deutschen Städten winnmaximierung für Großkonzerne. Wenn der Mehrwert zukünftig leichter fallen, Daten zu veröffentlichen. durch Verschränkung bislang separat gehaltener Datenbe- So gibt der Musterdatenkatalog Hinweise, welche stände gehoben werden soll, gilt es, erhebliche rechtliche, Daten wie als Open Data veröffentlicht werden organisatorische und technische Hürden zu überwinden. Die sollten. Der Musterdatenkatalog basiert auf Er- derzeitigen fachspezifischen und unvernetzten Datenbefahrungen mit der Erstellung des österreichischen stände lassen die Entwicklung von Mehrwertdiensten kaum Musterdatenkatalogs.117, 118 zu. Insbesondere die rechtliche Stellung einzelner Ämter der Stadt Nürnberg als eigenständige Behörden erlaubt eine Die Stadt Köln widmet sich seit 2012 dem Thema Verschränkung personenbezogener Daten nur dann, wenn Open Data und gehört zu den Vorreiterstädten in eine spezifische Einwilligung der Betroffenen vorliegt. Nordrhein-Westfalen. Sie ist sowohl Modellkommune des Bundes als auch Pilotkommune des Landes Handlungsnotwendigkeit Nordrhein- Westfalen für Open Government. Unter Das Potenzial, das sich insbesondere durch die automa- »Offene Daten Köln« stellt Köln Daten in insgesamt tisierte Entstehung großer Datenmengen etwa aus dem 13 verschiedenen Kategorien frei zur Verfügung. Bereich der Sensorik (»Internet of Things«) ergibt, lässt Dafür greift sie auf das Open- Source-Portal DKAN sich nur mittels eines fachbereichsübergreifenden Datenzurück, das sukzessive erweitert und den Bedürfn ise n managements erschließen. Ansätze zur Zentralisierung der Bürgerinnen und Bürger sowie der städt ischen können dies nicht leisten, es geht vielmehr um die orga- Verwaltung angepasst wurde. Die Stadt Köln stellt nisatorische, rechtliche und insbesondere auch technische dieses Portal mehreren Kommunen in Nordrhein- Vernetzung mittels offener und verbindlicher Standards. Westfalen zur Verfügung, darunter z. B. Essen und Münster. Die darin enthaltenen einheitl ichen Stan- Ansatz dards machen die Daten aus Köln, Münster, Essen Es gilt, ein fachübergreifendes Datenmanagement aufzuund weiteren Städten auch für die Open-Data- bauen und zu etablieren. Dabei liegt der Fokus zunächst Portale von Land, Bund und EU verfügbar.119, 120 auf der Stadtverwaltung. In einem zweiten Schritt sollen die städtischen Tochterunternehmen einbezogen werden mit der Perspektive, weitere privatwirtschaftliche oder öffentliche Partner aufzunehmen.
DATEN, INFRASTRUKTUREN UND KOMMUNALE DIENSTE – LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE INFRASTRUKTUREN FÜR NÜRNBERG
»Schön wäre es, wenn es auch in Nürnberg an öffentlichen Plätzen, z. B. in Parks oder der Innenstadt, frei zugängliches WLAN gäbe. Auch für Pendler wäre WLAN z. B. in der S-Bahn eine tolle Sache. So könnte man auch Arbeitswege sinnvoll nutzen.«123
Abb. 19: WLAN im öffentlichen Nahverkehr in Nürnberg © Uwe Niklas
LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE
INFRA STRUKTUREN
Leistungsfähige Informations- und Kommunikationsinfra- Maschinen zu vernetzen, die wiederum Daten direkt in die strukturen sowie qualitativ hochwertige Softwarearchitek- IT der Verwaltung einspeisen. Diese können z. B. zur Optituren und -systeme werden das Rückgrat von »Digitales mierung bestehender Dienstleistungen, der strategischen Nürnberg« bilden. Derzeit werden 96 Prozent des Nürn- Planung und vorausschauenden Datenanalyse im Sinne berger Stadtgebiets mit einer Internetgeschwindigk eit einer Frühwarnung (z. B. Wartungs- oder Reparaturbedarfe) von 50 Megabit pro Sekunde abgedeckt. Neue Heraus- genutzt werden.121 Aber auch der städtische Verkehr kann forderungen wie das »Internet of Things« (IoT) und durch die Nutzung der IoT-Technologie sicherer und um- Mobilfunknetze der nächsten Generation verlangen den weltfreundlicher werden. Zukünftig werden daher neben Ausbau entsprechend starker IT-Infrastrukturen. Bis 2022 der Internetversorgung über das Festnetz insbesondere sollen mindestens 50 Prozent der Schul- und Verwaltungs- neue Standards im Bereich der Mobilfunknetze eine zentragebäude über Glasfaseranschlüsse der neusten Generation le Rolle spielen. So ist eine gesteigerte Leistungsfähigkeit verfügen. Der Breitbandausbau für Haushalte und Unter- des Mobilfunks für den Trend der Massenkonnektivität im nehmen obliegt den Telekommunikationsunternehmen. IoT-Bereich oder die Realisierung von Echtzeit-Anwendun- Die Stadt Nürnberg unterstützt den Ausbau durch die gen unerlässlich.122 Zu nennen sind hier die 5G-Technologie Teilnahme an Förderprogrammen. Gleichzeitig wird der oder alternativ der Ausbau von LoRaWAN (Long Range Bereitstellung von kostenlosem, frei zugänglichem WLAN Wide Area Network). Bei Letzterem handelt es sich um loim öffentlichen Raum sowie in Schulen und Einrichtungen kale Funknetze auf der Basis von lizenzfreien Frequenzen, für Kinder und Jugendliche, Kultur und Verwaltung eine die zur Datenübertragung weniger Energie verbrauchen als besondere Bedeutung zukommen. beispielsweise Mobilfunknetze und dabei eine vergleichsweise hohe Reichweite aufweisen. Ein weiterer Trend ist
Zukunftstrends die Konnektivität der sogenannten Third Places, also alle
Die Voraussetzung für intelligente Anwendungen halb öffentlichen Orte außerhalb der eigenen vier Wände in allen Kernbereichen einer digitalen Stadt ist eine geeig- (erster Ort) und dem Arbeitsplatz (zweiter Ort). Dazu gehönete Kommunikationsinfrastruktur zur Vernetzung und ren z. B. Bahnhöfe, Flughäfen, Shoppingumgebungen, Ca- Datenübertragung. Eine wichtige Rolle spielt dies z. B. in fés. Die hoch mobile und vernetzte Gesellschaft stellt neue Bezug auf das »Internet of Things«. Vorwiegend wird es Anforderungen an diese Orte des Transits. Ausgestattet mit darum gehen, den öffentlichen Raum und Infrastrukturen den neusten digitalen Technologien sollen sie zu Orten der durch eingebettete Sensoren sowie Geräte, Anlagen oder Begegnung, des Erlebnisses und des Verweilens werden.
DATEN, INFRASTRUKTUREN, PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE – LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE INFRASTRUKTUREN
Was wünscht sich die
In 35 Beiträgen thematisieren Bürgerinnen
Stadt gesell schaft?
und Bürger das Erfordernis eines flächendeckenden Breitbandausbaus im Stadtgebiet
Eingefangene Stimmen
und den verstärkten Ausbau im angrenzenden ländlichen Raum:
Stimme 1: Der Glasfaserausbau für alle Haushalte in und um Nürn-
Neben einem raschen Glasfaserausbau war die Ausweiberg ist absolut essenziell und daher voranzutreiben. Stimme 2: Die tung des offenen und frei zugänglichen WLAN auf das Versorgung mit schnellem Internet auch flächendeckend in den ländgesamte Nürnberger Stadtgebiet ein zentraler Wunsch lichen Gebieten gewährleisten. Stimme 3: Den Ausbau des sicheren, der befragten Personen. Auch beim Thema Surfen im kostenlosen, frei zugänglichen WLAN im öffentlichen Raum vornehmen. Stimme 4: Die Schaffung einer modernen und sicheren digitalen öffentlichen WLAN hat der Schutz der persönlichen Daten Infras truktur ist für die Erhöhung der Standortattraktivität zwingend oberste Priorität. Den Nürnbergerinnen und Nürnbergern nötig und muss gefördert werden. war dabei Folgendes besonders wichtig:
Was gibt es schon in
WLAN 2020
Nürnberg? Ausgewählte Der WLAN-Ausbau in städtischen Gebäuden ist mittlerweile in der Initiative WLAN 2020 gebündelt, um die WLAN-Vernetzung mit zusätzlicher Dynamik voranzutreiben. Die WLAN-Projekte
Beispiele
aller Dienststellen werden im Rahmen der Initiative zentral geplant und finanziert.
Die Stadtverwaltung beschäftigt sich seit längerer
WLAN @mobiconnect
Zeit mit der Einführung von freiem WLAN sowohl in Ergänzend wird derzeit der öffentliche Nahverkehr über die Ämtern und Behörden als auch im öffentlichen Raum Init iative @mobiconnect mit WLAN versorgt. Neben Halte- (City-WLAN). Den Bürgerinnen und Bürgern sowie den stellen und U-Bahnhöfen werden auch Fahrzeuge (U-Bahn, Besucherinnen und Besuchern soll an möglichst vielen Straßenbahn und Bus) mit öffentlichem WLAN ausgestattet. Orten in Nürnberg die Gelegenheit gegeben wer- vag.de/ihre-vag/service/wlan den, sich über den in der ganzen Stadt einheitlichen WLAN-Netzwerknamen #nue_freewifi kostenlos und
Digitale Infrastruktur an Schulen
anonym mit dem Internet zu verbinden. Freies WLAN im öffentlichen Raum wird aktuell rund um den Haupt- Entsprechend der Strategie »Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter« markt angeboten. Zusätzlich steht Besucherinnen und erhalten alle Schulen bis 2026 die notwendige technische Besuchern sowie Mitarbeitenden freies WLAN mittler- Ausstattung und erforderliche Infrastruktur (z. B. Glasfaserweile in 86 städtischen Gebäuden zur Verfügung, zum netzanbindung, WLAN). Siehe hierzu Kapitel 2.3. Beispiel in der Kfz-Anmeldung am Rathenauplatz oder im Einwohneramt. Im Laufe des Jahres 2019 wurden unter anderem die Meistersingerhalle, das Bürgeramt LoRaWAN im Stadtgebiet Nürnberg Nord und der Eingangsbereich des Tiergartens angebun- Mit dem Projekt wurde das primäre Ziel verfolgt, bis Ende den. Die Nutzungszahlen von #nue_freewifi steigen mit 2018 ein funktionierendes IoT-Kommunikationsnetzwerk, dem Ausbau kontinuierlich an. So konnte im Oktober basierend auf LoRaWAN, im Stadtgebiet aufzubauen und erfolgreich selbstständig zu betreiben. Hintergrund war ein 2019 ein Tagesdurchschnittswert von 1.306 gleichzeitig Anliegen des Messstellenbetriebes der N-ERGIE Kundenservice eingeloggten Nutzerinnen und Nutzern festgestellt GmbH: Sie wollte Wasserzähler, die sich in Kundenschächten werden (vgl. März 2019: 964, April 2018: 323 gleichzeitig befinden, aus der Ferne ablesen, um Prozesskosten zu reduzieeingeloggte Nutzerinnen und Nutzer). Darüber hinaus ren. Bis August 2019 wurden im Stadtgebiet neun LoRaWAN- Empfangsstationen verbaut und in Betrieb genommen. sind weitere Maßnahmen hervorzuheben:
Weitere Informationen zu
DATEN, INFRASTRUKTUREN, PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE – LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE INFRASTRUKTUREN
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #12
Einen integrierten Ansatz der digitalen Infrastruk-
Ausbau der Netzinfrastruktur
tur verfolgt Darmstadt mit einer übergreifenden städtischen Datenplattform. In Kooperation mit dem weiter vorantreiben und durch Energieversorgungsunternehmen ENTEGA AG wurde
Kooperationen fördern
in weiten Teilen der Stadt ein LoRaWAN- Netzwerk aufgebaut. Gemeinsam mit der Softwareplattform LORIOT des gleichnamigen Schweizer Technologieunternehmens soll diese Netzwerkarchitektur die Voraussetzungen für innov ative Anwendungen im Erkenntnis Bereich des Internet of Things (IoT) schaffen. Die Hochleistungsfähige Internetanschlüsse sind sowohl Softwareplattform ist das Netzwerkbetriebssys- im privaten als auch im gewerblichen Bereich zu einer tem für die Verbindung zwischen IoT-Endgeräten zentralen Frage der Zukunftsfähigkeit einer jeden Stadt (beispielsweise Sensoren), Zentralrechnern und geworden. Sie sind eine Voraussetzung für die erfolgrei- Endanwendungen über LoRaWAN. Betrieben wird che Umsetzung der digitalen Transformation und damit die Cloud-Lösung von Count+Care, einer Tochter- ein entscheidender Faktor für den Wirtschaftsstandort gesellschaft der ENTEGA AG, in deren eigener Nürnberg. In Bezug auf den Ausbau der Netzinfrastruk- Datacenter-Infrastruktur. Durch die Verarbeitung tur mit WLAN und LoRaWAN entwickelt sich Nürnberg von Sensordaten entsteht ein für alle frei verfügba- kontinuierlich weiter. Einzelne Akteure (Stadtverwaltung, res Abbild der Stadt. In der Folge greifen Bürgerin- N-ERGIE, VAG) nutzen die in ihrem Verantwortungsbenen und Bürger, Untern ehmen und die Verwaltung reich bestehenden Entwicklungsmöglichkeiten schon auf den gleichen Informationsstand zurück, was heute gut aus. den Austausch untereinander intensivieren soll. Ein besonderer Fokus des Projektes liegt auf hohen Handlungsnotwendigkeit Standards bei Datensicherheit und Vertraulichkeit.124 Um zukünftige innovative Nutzungen der guten Infrastruktur zu ermöglichen, sollten übergreifende Koopera- Seit 2015 wurde in Wien der WLAN-Ausbau stark tionen (zum Beispiel mit der Bahn und anderen Mobilivorangetrieben. Mittlerweile gibt es mehr als 400 tätsträgern) forciert und strukturell unterstützt werden. Gratis-WLAN-Hotspots in der Stadt. Der Zugang zum freien WLAN kann im Netzwerk »wienat- Ansatz PublicWLAN« über die Startseite der Stadt oder Zunächst sollen die sich im Aufbau befindlichen Kooperaüber die »Wien.at-live-App« erfolgen. Bei beiden tionen der Stadt Nürnberg mit den Tochterunternehmen Zugangsmöglichkeiten werden den Nutzerinnen institutionalisiert und verfestigt werden. Auf dieser Basis und Nutzern alle WLAN-Standorte aufgelistet. Die sollten weitere kooperative Initiativen angegangen wer- Stadt Wien bietet dabei nicht nur eigene Access- den. Dadurch entsteht die Möglichkeit, sich gemeinsam an Points an, sondern listet auch die offenen WLAN- Förderprogrammen zu beteiligen und so die Entwicklung Netze von Hotels, Restaurants und sonstigen Ein- weiter zu beschleunigen. Durch die Kooperation mit den richtungen auf. Daneben können Nutzerinnen und Städten München und Augsburg ergeben sich weitere Nutzer auf weitere Funktionen wie Wetteru pdates Ansatzpunkte für Modellvorhaben. oder Meldungen zu Verkehrsstörungen zugreifen.125
PROZESSAUTOMATISIERUNG
UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE
Mit dem Serviceportal »Mein Nürnberg« stellt die Stadt den Jahren alle Verwaltungsdienstleistungen online bereits heute mehr als 600 Angebote für Bürgerinnen und zugänglich machen. Digitale Verwaltungsangebote wer- Bürger online zur Verfügung. Zukünftig wird es vor allem den damit zu einem wichtigen Standortfaktor.126 Durch darum gehen, durch eine noch stärkere Serviceorientie- private Gewohnheiten und Erfahrungen kommt es bei rung und Transparenz der Verwaltung sowie durch weitere Bürgerinnen und Bürgern auch zu einer erhöhten Erwardigitale Dienstleistungen lebenslagenorientiert »Services tungshaltung in Bezug auf Zugänglichkeit und Transpaaus einer Hand« anzubieten. Geplant ist, weitere Leistungs- renz der digitalen Interaktion mit der Stadt: Eine gute angebote zu entwickeln, die heute noch ausschließlich Servicekultur und hohe Kundenorientierung rücken in »klassisch« – also analog – zur Verfügung stehen. Hand- den Vordergrund. Bestehende E-Government-Angebote lungsleitend soll dabei das »Once-only-Prinzip« sein, das müssen daher kontinuierlich an den verschiedenen Leheißt, Daten werden nur einmal eingegeben und – das benslagen der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet und Einverständnis vorausgesetzt – bei weiteren Vorgängen ge- mit Blick auf die User Experience weiterentwickelt wernutzt. So könnten Online-Assistenten mit den dann bereits den. Hier gilt es, den Zugang zu digitalen Produkten und bekannten Daten vorausgefüllt werden. Ein weiterer Kom- Dienstleistungen so einfach wie möglich zu gestalten fortgewinn kann durch den Einsatz im Internet üblicher Be- und Barrieren abzubauen. Das Thema Sprachsteuerung zahlverfahren erreicht werden. Um neue Services gezielt an wird in diesem Zusammenhang an Bedeutung gewinnen. den Bedürfnissen der Menschen in Nürnberg auszurichten, Aber auch das Bedürfnis nach mehr Zeitsouveränität sollten Bürgerinnen und Bürger außerdem verstärkt aktiv wird die kundenorientierte Gestaltung von kommunain die Entwicklung der Bürgerdienste einbezogen werden. len Diensten beeinflussen. Durch die Intensivierung der Arbeit und die schwierige Vereinbarkeit von Familie und
Zukunftstrends Beruf suchen Menschen aktiv nach neuen Methoden, im
Auf Basis des Online-Zugangsgesetzes (OZG) Alltag Zeit zu gewinnen und über deren Verwendung werden Bund, Länder und Gemeinden in den kommen- selbst zu bestimmen.127
»Bürgerämter und Behörden könnten in meiner Vorstellung von ›Digitales Nürnberg‹ deut lich effizienter arbeiten – hier ist so viel Luft nach oben. Video-Ident, Beauftragung von Services, digitale Beratung per Videochat, Bezahlung per PayPal und Co.: Es gibt unend lich viele Möglichkeiten, die Bürgerinnen und Bürger und den kommunalen Haushalt entlasten könnten.«128
Abb. 20: Online abrufbare städtische Dienstleistungen in Nürnberg © Uwe Niklas
Was wünscht sich die
nicht online sind oder sein können. Den Nürnbergerinnen und Nürnbergern waren die nachfolgenden Themen be-
Stadt gesell schaft?
sonders wichtig:
Eingefangene Stimmen
In 70 Beiträgen wünschen sich Bürgerinnen und Bürger eine verstärkte Digitalisierung der kom- Der Wunsch nach mehr E-Government-Angeboten und ei- munalen Dienstleistungen und Prozesse: ner bürgernahen, schnell zu erreichenden Verwaltung, die
Stimme 1: Konsequente Fortführung von E-Government-Lösungen im
bürokratische Prozesse vereinfacht und beschleunigt, stand städtischen Bereich. Stichwort: »Die Verwaltung zum Bürger bringen«. für die befragten Personen im Vordergrund. Ein weiteres Stimme 2: Digitale Nutzung und Zugriff auf Anträge, Formulare und Anliegen war, bei allen städtischen Angeboten die Gefahr Verfahren ermöglichen. Stimme 3: Durch Automatisierung von wiederkehrenden kommunalen Aufgaben schnellere Arbeitsprozesse erzielen. der Diskriminierung derjenigen im Blick zu behalten, die
Darüber hinaus ist den Bürgerinnen und Bür- In weiteren sieben Beiträgen würdigen die Bürgern in 15 Beiträgen wichtig, dass ihre Daten gerinnen und Bürger existierende Formate der sicher und transparent erhoben und gespeichert digitalen Bürgerbeteiligung und unterbreiten sowie effiz ient verknüpft und genutzt werden: Vorschläge zu deren Weiterentwicklung, wie z. B. mit Schadensmeldungen über eine App:
Stimme 1: Erweiterung des digitalen Bürgerkontos, um eine transpa-
rentere Nutzung und den Abruf der persönlichen Daten, Bescheide Stimme 1: Die Möglichkeiten, die die Stadt bereits zur Online-Beteiliund Dokumente zu gewährleisten. Stimme 2: Die Nutzung der e-ID bei gung bietet, sind überwiegend gut. Stimme 2: Die Kommunikation zu allen Vorgängen ermöglichen, um Behördengänge und Wartezeiten den Beteiligungsmöglichkeiten sollte (noch) stärker und gezielter stattzu vermeiden. Stimme 3: Den Austausch von Bürgerdaten zwischen finden: Beteiligung heißt nicht nur, die Meinung zu Entscheidungen städtischen Ämtern gewährleisten, um Synergien zu nutzen und z. B. und Entwicklungen beizutragen, sondern auch, bei der Gestaltung und Antragsprozesse einfacher zu gestalten. Verbesserung der Stadt eingebunden zu werden.
Was gibt es schon in
Neue Kundenkommunikation bei der
Ausländerbehörde
Nürnberg? Ausgewählte
In diesem Projekt im Einwohneramt der Stadt Nürnberg entsteht ein Vorreiter des digitalen Dialogs zwischen der
Beispiele
Stadtverwaltung und der Bürgerschaft. Mit dem Ziel einer workflowgesteuerten Antragsbearbeitung bis hin zur Verwaltungsentscheidung werden verschiedene Kommunikationswege in einer sicheren digitalen Plattform gebündelt. Für 250 unterschiedliche Bürgeranliegen stehen aktuell Dabei werden bestehende Abläufe nicht einfach technisch abgebildet, sondern die Leistungsprozesse werden durch (Stand: Mai 2019) interaktive Online-Angebote rund Anpassung und Verbesserung so gestaltet, dass sie schneller, um die Uhr zur Verfügung. Im Gegensatz zu reinen effizienter und kundenfreundlicher werden. Gleichzeitig »Download-Formularen« sind diese assistentengestützten bleiben die Grundsätze ordnungsgemäßen Verwaltungshan- Webanwendungen – je nach Bedarf – mit elektronischer delns gewahrt. Es findet eine Ende-zu-Ende-Betrachtung der Prozesse statt, die von der Antragstellung über die Bearbei- Unterschrift und / oder Online-Bezahlfunktion ausgestattet tung mit Rückfragen und notwendigen Nachweisen bis zur und können Anträge oder Aufträge medienbruchfrei bis Übermittlung der Verwaltungsentscheidung reicht. zur zuständigen Sachbearbeitung leiten. Stark nachgefragt werden zum Beispiel die angebotenen Online-Assistenten zum Bewohnerparken, der Meldebescheinigung, der
E-Partizipation
Urkundenbestellung oder der Auskunft aus der Boden- Die Stadt Nürnberg führt seit 2013 Online-Beteiligungen richtwertkarte. Die Nutzung von »Mein Nürnberg« bleibt durch. Der Zugang zu allen aktuellen Beteiligungsangeboderzeit noch deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. ten, Informationen oder Veranstaltungshinweisen ist über eine zentrale Plattform möglich. Bürgerinnen und Bürger Hier gilt es, die Attraktivität des Angebots zu steigern und können sich zu ausgewählten Themen, beispielsweise zu der den Bekanntheitsgrad signifikant zu verbessern. Umgestaltung von Grünanlagen und zu anderen stadtplanerischen Vorhaben, direkt äußern. Auf diese Weise lässt Die Stadt Nürnberg beteiligt seit vielen Jahren intensiv sich die Entscheidungsgrundlage für politische Gremien verbessern und der Dialog mit der Bürgerschaft transparenund erfolgreich ihre Bürgerschaft. Steigende Nachfragen ter gestalten. Ein Projektarchiv gewährt Zugang zu bereits nach mehr Teilhabe und Transparenz – auch im Onlineabgeschlossenen Beteiligungsverfahren. Bereich – haben dazu geführt, dass die Verwaltung einen onlinebeteiligung.nuernberg.de Leitfaden zur Durchführung von E-Partizipationen entwickelte. Vorausgegangen waren intensive Diskussionen und die Festlegung auf eine standardisierte, stadtweite
»Mein Nürnberg«
Vorgehensweise, die keinen neuen Verwaltungsaufwand Der persönliche, digitale Zugang zur Stadtverwaltung bietet für die Bürgerinnen und Bürger oder die Stadt schafft. Der den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, online sowie bundesweit beachtete Leitfaden bietet eine erste Orien- unabhängig von Öffnungszeiten schnell mit der Verwaltung tierung und klärt schnell die Frage, ob ein Thema für eine zu kommunizieren. Mit »Mein Nürnberg« eröffnen sich Optionen für eine transparente und medienbruchfreie Abwick- E-Partizipation überhaupt geeignet ist. Darüber hinaus lung von städtischen Dienstleistungen. Der Zugang ist für die sind weitere Maßnahmen hervorzuheben: Nutzung durch mobile Endgeräte optimiert. nuernberg.de/internet/mein_nuernberg
Was machen andere? Wie kann
Ideen aus der es weitergehen?
Smart-City-Praxis Handlungsempfehlung #13
Digitalisierte Verwaltungs-
Seit Ende 2014 stellt das Bürgerbeteiligungsportal
»Bonn macht mit!« für die Bürgerinnen und Bürger prozesse als Grundlage für
der Stadt Möglichkeiten bereit, sich in das kommu-
Online-Dienste und neue
nale Leben einzubringen. Einfluss auf kommunale Entscheidungen bzw. den städtischen Haushalt
Kommunikationswege
gehört ebenso dazu wie Diskussionen über relevante Themen oder Informationen zu geplanten Vorhaben. Um die Umsetzung reibungsfrei zu gewährleisten, hat die Stadt Bonn bei Projektstart Erkenntnis begleitend »Leitlinien für die Bürgerbeteiligung« Durch die rasante digitale Entwicklung verbunden mit veröffentlicht. Das Portal bündelt außerdem neben Veränderungen in der Denk-, Lebens- und Arbeitsweise den Beteiligungsangeboten auf dem Dialogportal der Menschen, insbesondere der jungen Generationen, wichtige Informationen, insbesondere zu folgen- ergeben sich steigende und neue Ansprüche an die den Themen: Bauleitverfahren, Bürgertelefon/ Infrastrukturen und die Leistungserbringung durch die Bürgerberatungsstellen, Bürgerbriefe, Unterrichts- Stadtverwaltung. Auch und insbesondere die städtischen rechte, Veröffentlichungen der Stadt Bonn, Ein- Einrichtungen müssen bei der Erledigung ihrer vielfältiwohnerfragestunde, Informationsfreiheitsgesetz, gen Aufgaben willens und in der Lage sein, die Chancen Umweltinformationsgesetz, Verbraucherinforma- der Digitalisierung zu nutzen und ihre Herausforderuntionsgesetz. Zudem können Bürger- und Einwoh- gen zu bewältigen. neranträge sowie Bürgerbegehren und Bürgerentscheide eingebracht werden. Die entsprechenden Handlungsnotwendigkeit Informationen zum Ablauf der unterschiedlichen Die Perspektive von Bürgerinnen und Bürgern sowie Verfahren stehen ebenfalls online zur Verfügung.129 Unternehmen einzunehmen und deren unterschiedliche Lebenslagen zum Qualitätsmaßstab zu erheben, sind Eine digitale Lösung zur unkomplizierten Mel- Grundvoraussetzungen für eine zukunftsfähige Beziedung von Missständen im Straßenraum hat die hung zwischen der Verwaltung und der Stadtgesellschaft. Stadt Dresden mit ihrer »Dreck-weg-App« ent- »Digital Labs« und »Think Tanks« können hierfür wickelt. Dresdnerinnen und Dresdner können so geeignete Formate sein. »Dreck- und Müllecken« per Smartphone mit Bild und Kommentar direkt an die richtige Adresse im Ansatz Ortsamt der Landeshauptstadt melden. Die App ist Die digitale Kommunikation stellt einen Umsetzungs- Teil der offiziellen städtischen Bürgerservice-App, schwerpunkt für die nächsten Jahre dar. Als Schlüssel sind in die noch weitere Angebote der Stadtverwaltung die Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes (OZG), der integriert sind. Das Pilotprojekt zwischen der Stadt Ausbau und die Etablierung von »Mein Nürnberg« als Dresden und dem Freistaat Sachsen soll nicht das Servicekonto und zentrale Registrierungs- und Authentieinzige dieser Art sein. Möglichst viele Kommunen fizierungskomponenten für alle städtischen Dienstleist unsollen ermuntert werden, die App zu übernehmen. gen sowie der Ausbau der Social-Media-Aktivitäten bzw. Die Technik stellt die E-Government-Plattform des die Etablierung neuer Informations- und Kommunikations- Freistaates Sachsen. Die Entwicklungskosten von wege und -formate zwischen der Stadt Nürnberg und der etwa 5000 Euro und die jährlichen Lizenzgebühren Bürgerschaft identifiziert. in gleicher Höhe würden vorerst größtenteils vom Land getragen.130
DIE DIGITALE
ZUKUNFT WEITER
GEMEINSAM
GESTALTEN
AUSBLICK
Das Kapitel 2 stellt in fünf Themenkomplexen vielfältige Für die weitere Ausgestaltung von »Digitales Nürnberg« bestehende Projekte und Initiativen im Hinblick auf die ist es von entscheidender Bedeutung, übergeordnete digitale Transformation der Stadt Nürnberg vor. Neben strukturelle und prozessuale Rahmenbedingungen zu Möglichkeiten zur Weiterentwicklung dieser Projekte wur- schaffen, die sowohl die strategische Steuerung der digiden zudem Potenziale für neue Lösungen aufgezeigt und talen Transformation als auch eine erfolgreiche Umset- Chancen der Vernetzung zwischen den einzelnen Themen- zung der fachlich orientierten Handlungsempfehlungen komplexen aufgedeckt. Im Rückgriff auf die Ergebnisse sicherstellen. Im abschließenden Ausblick werden deshalb aus den Beteiligungsformaten und auf das Wissen aus der fünf übergeordnete Eckpfeiler als tragende Kraft zur Reali- Smart-City-Praxis andernorts wurden insgesamt 13 Hand- sierung der Digitalen Dachstrategie / Integriertes Stadtentlungsempfehlungen für ein »Digitales Nürnberg« formu- wicklungskonzept (INSEK) »Digitales Nürnberg« erläutert: liert. Über die Umsetzung dieser Handlungsempfehlungen gilt es in naher Zukunft zu entscheiden.
Strukturelle Rahmungen Prozessuale Rahmungen
1 + 2 + 3 + 4 + 5
Passgenaue Crossinnovative Digitalisierung als Teil Crossmediale Digitale Organisations strukturen Ansätze in Koope- der integrierten Stadt- Beteiligung Leuchtturm projekte etablieren rationen fördern entwicklung gestalten ausbauen umsetzen
Strategische Eckpfeiler »Digitales Nürnberg«
Abb. 21: Strategische Eckpfeiler der Roadmap
Eckpfeiler
Passgenaue Organisationsstrukturen
etablieren
Zentrale Umsetzungskoordination von »Digitales
Nürnberg« durch ein Digitalisierungsbüro
Um die Chancen der Digitalisierung für die zielgerichtete (siehe Eckpfeiler 3) verlässlich in verwaltungsinterne und Weiterentwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraumes städtische digitale Entwicklungen einzubinden, kann eine Nürnberg zu nutzen, müssen öffentliche und private Ak- Steuerungsgruppe sein. Neben dem Chief Digital Officer teure zusammenwirken. Denn Impulse für »Digitales Nürn- arbeiten in der Steuerungsgruppe das Referat für Finanberg« kommen vor allem aus den digitalen Fachstrategien, zen, Personal, IT und Organisation, das Wirtschaftsreferat die von den zuständigen Geschäftsbereichen verantwortet sowie das Bürgermeisteramt zusammen. Bedarfsw eise könwerden, aus den städtischen Beteiligungsu nternehmen, nen weitere Referate der Stadt Nürnberg oder Expertinder Wirtschaft, Forschung und der Zivilgesellschaft. Um bei nen und Experten aus der Stadtgesellschaft hinzug ezogen den vielfältigen Impulsen im Sinne der Digitalen Dachstra- werden. Absprachen auf der Arbeitsebene werden in Jour tegie eine abgestimmte Entwicklung zu gestalten, wird es Fixes getroffen. Die Wirtschafsförderung Nürnberg, der sich für Nürnberg als zielführend erweisen, eine zentrale, Stab Stadtentwicklung beim Bürgermeistera mt und das leistungsfähige Organisationseinheit zu etablieren, die Digitalisierungsbüro könnten sich dort zu Belangen der vor allem das Zusammenwirken der Geschäftsbereiche Umsetzung abstimmen und sich vor allem zum Gelingen der Nürnberger Verwaltung und der städtischen Beteili- von crosssektoralen Verfahren und Projekten beraten. gungsunternehmen forciert. Dabei stellt das Amt für Digitalisierung, IT und Prozessorganisation (DIP) bereits Insbesondere, wenn es um die Anpassung der notweneine strukturelle Basis dar, die mit einem zentralen Digi- digen infrastrukturellen Voraussetzungen einer Smart talisierungsbüro unter Leitung eines Chief Digital Officers City geht, ist schnelles Handeln gefragt. In diesem Zudie Umsetzung der Digitalen Strategie gestalten, koordi- sammenhang zeigt der internationale Smart-City-Index nieren und unterstützen kann. Die Strategie »digital.stadt. von 2019: Städte, die ein zentrales Entscheidungsorgan nürnberg – Konzept für eine digitale Stadtverwaltung« wie die Smart City Agency in Wien oder den Chief Digital des Referats für Finanzen, Personal, IT und Organisation Officer in London haben, sind erfolgreich in der Umsethat vorbereitend ein konzeptionelles Fundament geschaf- zung ihrer Digitalen Agenda und stehen im Ranking der fen, auf das das Digitalisierungsbüro aufsetzen kann. Smart Cities ganz vorn.132 Auch die teilnehmenden Städte am Smart-City-Atlas des Bitkom e. V. bieten Orientierung, Es gilt jedoch nicht nur, die digitalen Entwicklungen der wie eine zentrale Steuerung organisiert werden kann. Verwaltung und der Beteiligungsunternehmen in einen Viele Städte haben dort eine dezidierte Rolle in Form eines gemeinsamen strategischen Rahmen zu setzen und dabei Chief Digital Officer (CDO, z. B. Aachen, Bonn, Hamburg) zusammenzuwirken, sondern auch die Anliegen und oder eines Chief Information Officer (CIO, z. B. Cottbus, Potenziale relevanter Akteure außerhalb der Verwaltung Darmstadt) definiert und mit Verantwortlichkeiten etwa für ein »Digitales Nürnberg« zu nutzen und deren An- für Konzepte ntwicklung, die Umsetzung von Projekten liegen in strategischen und operativen Entscheidungen oder die Moderation von Beteiligungsprozessen belegt.133 zu berücksichtigen. Denn gute Governance zeichnet sich Nürnberg selbst gibt im Smart-City-Atlas als wichtigstes dadurch aus, dass es eine geregelte, aber flexible Form Ziel ihrer Digitalisierungsstrategie an, die einzelnen digikooperativer Politik gibt, bei der Perspektiven der Kom- talen Fachstrategien der Geschäftsbereiche bündeln zu mune, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammen- wollen.134 Insofern ist es zielführend, einen Chief Digital geführt werden.131 Eine adäquate Form, die Stimmen aus Officer mit einer integrierenden und moderierenden Rolle Wirtschaft und Forschung (siehe Eckpfeiler 2) sowie der zu bet rauen, der selbst innerhalb der Struktur der Stadtder integrierten Stadtentwicklung und der Zivilgesellschaft verwaltung verortet ist.
Eckpfeiler
Crossinnovative Ansätze in
Kooperationen befördern
»Digitales Nürnberg« nutzt die Chancen der digitalen
Transformation für co-produktive Prozesse von öffentlicher
Hand, Wirtschaft und Forschung
Akteure aus Wirtschaft und Forschung sind Innovations- Die »Smart City Charta« der Bundesregierung beschreibt treiber bei der digitalen Entwicklung. Um ihre Potenziale die intelligente, zukunftsorientierte Stadt als aufgeschlosfür »Digitales Nürnberg« zum Tragen zu bringen, sollte be- sen und innovativ, indem sie Lösungen zur Sicherung komgleitend eine verlässliche Schnittstelle zwischen Stadtver- munaler Aufgaben entwickelt, schnell auf Veränderungswaltung, Wirtschaft und Forschung genutzt werden. Denn prozesse reagiert und in Co-Produktion mit Wirtschaft, eine interdisziplinäre Kooperation von öffentlichen und Wissenschaft und Forschung innovative, maßgeschneiderte privaten Partnern geht mit einem Kennenlern-, Verstän- Lösungen vor Ort erarbeitet.135 Voraussetzung hierfür ist digungs- und Koordinationsaufwand für alle Beteiligten ein integrierter Smart-City-Ansatz im Sinne einer themeneinher und benötigt initiale und stabilisierende Anreize feldübergreifenden Herangehensweise und einer intersowie feste Ansprechpersonen. Über eine entsprechende disziplinären Bearbeitung.136 Veränderte Arbeitskulturen Schnittstelle wird einerseits gewährleistet, dass Know-how und fachliches »Querdenken« brauchen Erprobungsräume, und Interessen aus Wirtschaft und Forschung angemessen damit mögliche Fehlentwicklungen und Umsetzungsin den Umsetzungsvorhaben berücksichtigt werden. Ande- probleme sowie deren Ursachen frühzeitig erkannt und rerseits wird dafür gesorgt, dass der Stadtverwaltung ein im Sinne einer »positiven Fehlerkultur« im stadtpolitischen aktueller Überblick über digitalisierungsrelevante Aktivi- Dialog abgeändert werden können. Virtuelle, soziale und täten im lokalen und regionalen Umfeld aus Wirtschaft physische Innovationsräume ermöglichen die Bearbeitung und Forschung vorliegt. Diese Schnittstellenfunktion »nach komplexer Themen und setzen digitale Lösungen in reale außen« kann durch das Wirtschaftsreferat adäquat abge- Bezüge.137 Die Chancen der digitalen Transformation Nürnbildet werden. bergs werden dadurch auch für Bürgerinnen und Bürger erlebbar gemacht. Die vielfältigen kreativen Nürnberger Die Wirtschaftsförderung Nürnberg sollte deshalb An- Orte, Netzwerke und Veranstaltungen sowie Inkubatoren, liegen aus Wirtschaft und Forschung vertreten und zur Acceleratoren und Co-Working-Spaces sind eine wichtige Identifizierung von Handlungsfeldern beitragen, die Basis von »Digitales Nürnberg«: Sie sind von Interdisziplidurch co-produktive Prozesse mit der Stadtverwaltung narität geprägt, stellen gemeinsame Ressourcen bereit oder Zivilgesellschaft ausgestaltet werden. Sie bringt und bieten Potenziale für Cross Innovation. unter anderem Impulse aus vorhandenen Innovationsräumen und -formaten ein und regt die Kooperation mit Wissenschaft und Forschung an.
Eckpfeiler
Digitalisierung als Teil der integrierten
Stadtentwicklung gestalten
Strategie und Maßnahmen für »Digitales Nürnberg« müssen mit der
gesamtstädtischen Perspektive und den verschiedenen räumlichen
sowie thematischen Strategien abgeglichen werden
Nürnberg hat sich der integrierten Stadtentwicklung Neben dem Megatrend der Digitalisierung konkretisieverpflichtet.138 Denn die Umsetzung ganzheitlicher, an der ren sich in Kommunen parallel andere Megatrends wie Lebenswelt der Bürgerinnen und Bürger ausgerichteter Globalisierung, demographischer Wandel, Migration oder Strategien und Vorhaben erfordert, alle vorhandenen Klimawandel und müssen konstruktiv gestaltet werden. Ressourcen zu nutzen und sie zu verknüpfen. Ziel ist es, Vor diesem Hintergrund suchen Kommunen in den letzten unterschiedliche Bereiche des Zusammenlebens und ihre Jahren verstärkt nach ganzheitlichen Steuerungsmodellen Wechselwirkungen untereinander zu bedenken und zum wie der integrierten Stadtentwicklung oder auch der Aus- Beispiel Siedlungsstruktur, Mobilität, Digitalisierung und richtung an den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung, soziale Belange in planerische Zusammenhänge zu setzen. die soziale, ökonomische und ökologische Dimensionen Anspruch muss es sein, dass unter Federführung des CDO enthalten.139 Nürnberg nutzt bezogen auf ganzheitliche eine integrierte Strategie mit dem Fokus Digitalisierung Stadtentwicklung bereits gutes Handwerkszeug, das auch über alle Geschäftsbereiche hinweg weiterentwickelt und für »Digitales Nürnberg« fruchtbar gemacht werden kann: umgesetzt wird (Eckpfeiler 1). Zusätzlich gilt es, diese the- So richtet sich der regelmäßig vorgelegte »Bericht zur matische Perspektive mit allen anderen raumbezogenen nachh altigen Entwicklung der Stadt Nürnberg« an den und thematischen strategischen Vorhaben in Beziehung UN-Nachhaltigkeitszielen aus.140 Mit »Integriert planen – zu setzen, um dem Anspruch einer ganzheitlichen Stadt- integriert handeln. Stadtentwicklung Nürnberg 2016« entwicklung gerecht zu werden. wurde ein Überblick über die zu diesem Zeitpunkt aktuell en Ansätze von Fachplanungen und von Integrierten Stadt- Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, dass das Bürger- entwicklungskonzepten gegeben und für die breite meisteramt mit dem Überblick über alle Stadtentwick- Öffentlichkeit transparent gemacht.141 lungsvorhaben Teil der Steuerungsgruppe ist. Der Stab Stadtentwicklung im Bürgermeisteramt bringt dabei sowohl Anliegen und Perspektiven von Bürgerinnen und Bürgern und zivilgesellschaftlichen Akteuren ein, die an das Amt herangetragen werden. Außerdem stellt es die Bezüge und Synergien zu anderen Stadtentwicklungsvorhaben her.
Eckpfeiler
Crossmediale Beteiligung ausbauen
In »Digitales Nürnberg« ist die kontinuierliche digitale und
analoge Partizipation der Stadtgesellschaft verankert
Für Nürnberg legt der Stadtrat fest, dass eine kontinuierli- Beteiligungsfenster sollten anlassbezogen für verschieche Beteiligung geplant ist: »Für die Zukunft ist weiterhin dene Personengruppen geschaffen werden. Mal ist die ein dauerhafter Austausch zu digitalen Themen mit Fach- Beteiligung verschiedener Geschäftsbereiche der Stadtverleuten, aber auch der Stadtgesellschaft geplant, um deren waltung und der kommunalen Beteiligungsunternehmen Schwarmintelligenz und Innovationskraft zu nutzen.«142 zielführend, mal eine breite Befragung von Bürgerinnen Der für die Erarbeitung der Digitalen Dachstrategie ge- und Bürgern, mal die Einbindung von Expertinnen und wählte Ansatz des »Zwei-Kanal-Prinzips«, d. h. die Kombi- Experten aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Die nation von analogen Formaten (Ideensammlung mit brei- Perspektiven und Bedarfe der Zielgruppen können in die ter Öffentlichkeit, vertiefende Fokusgruppenworkshops Steuerungsgruppe eingebracht werden und das jeweils mit Expertinnen und Experten) und digitalen Formaten passende Zielgruppen- und Methodenset erörtert werden. (Online-Kurzbefragung, E-Partizipation) hat sich bewährt und sollte fortgesetzt werden. Dabei ist auf die richtige Die Mehrheit der untersuchten Städte im Smart-City-Atlas Mischung aus Informationsvermittlung, Ideengenerierung des Bitkom e. V. sieht die Beteiligung verschiedener Akund Akteursvernetzung im Prozessverlauf zu achten. teure bei der Entwicklung und Umsetzung einer digitalen Agenda als zentrale Aufgabe an. Erst dadurch können Perspektivisch sollte die Stadt Nürnberg verstärkt innovative die Bedürfnisse der von den Digitalisierungsvorhaben Formate wie Hackathons oder Barcamps nutzen, um vor betroffenen Bürgerschaft, Unternehmen, Institutionen, allem jüngere Zielgruppen für den Prozess zu gewinnen. Bei aber auch von Vertretungen der Politik und Verwaltung analogen Formaten ist zu prüfen, ob neben den klassischen auf adäquate Weise berücksichtigt werden. Partizipa- Foren und Workshops auch Pop-up-Stores oder Roadshows tion schafft zudem eine positive Grundhaltung für ein eingerichtet werden können, bei denen sich Menschen »Digitales Nürnberg«, indem über Chancen und Risiken direkt mit digitalen Lösungen vertraut machen. Koopera- transparent informiert und eine aktive Teilhabe an den tionen der Stadt mit vielfältigen Akteuren, z. B. bei dem Veränderungen im Rahmen der digitalen Transformation jährlich stattfindenden »Nürnberg Digital Festival«, sind ermöglicht wird.143 zukunftsweisende Formate und sollten ausgebaut werden.
Eckpfeiler
Digitale Leuchtturmprojekte umsetzen
In »Digitales Nürnberg« tragen digitale Leuchtturm-
projekte dazu bei, Ressourcen zu bündeln und
Sichtbarkeit zu erhöhen
Für die Stadt Nürnberg bietet die digitale Transforma- EU, Bund und Länder fördern derzeit mit Programmen tion die Chance, digitale Leuchtturmprojekte von hoher und Wettbewerben digitale Entwicklung in den Städten, gesamtstädtischer Relevanz zu definieren. Sie sind inno- bei denen die Fördersummen für Leuchtturmprojekte bis vative Vorzeigebeispiele für die Übertragung digitaler zu einer mehrjährigen Unterstützung in Millionenhöhe Lösungen in die Praxis. Durch ihre Signalwirkung und reichen.144 Der Smart-City-Atlas des Bitkom e. V. weist aus, Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus stärken sie die dass in vielen Städten die Entwicklung einer digitalen Position und Sichtbarkeit Nürnbergs als digitale Stadt im Agenda bereits von der Umsetzung einzelner Smart-Citynationalen und internationalen Kontext weiter. Die in die- Maßnahmen begleitet wird, die als Leuchtturmprojekte ser Roadmap im Kapitel 2 formulierten 13 Handlungsemp- verstanden werden. So gibt es beispielsweise eine Vielfalt fehlungen können den Ausgangspunkt für die Festlegung an Leuchtturmprojekten im Bereich Mobilität, Energie digitaler Leuchtturmprojekte bilden. und Umwelt – also Themenfeldern, die in dieser Roadmap bearbeitet wurden. Die diesbezüglich im Smart-City-Atlas Der Entscheidungsprozess, welche Leuchtturmprojekte in zu findenden Leuchttürme reichen von der intelligenten der Ressourcenallokation und Kommunikation herausge- Verkehrssteuerung, über das Parkraummanagement und hoben werden, sollte geschäftsbereichsübergreifend und die Unterstützung bei der Parkplatzsuche bis hin zur im Abgleich mit weiteren strategischen Schwerpunkten Erforschung innovativer Mobilitätskonzepte für den Nürnbergs »nach innen« in die Stadtverwaltung sowie Luftraum und KI-basierte Mobilität.145 »nach außen« in die Stadtgesellschaft gestaltet werden und ein Commitment für das Ergebnis erzeugen. Eine entsprechende beteiligungsorientierte Moderation erf olgt durch den CDO und wird von der Steuerungsgruppe prozessorientiert flankiert.
Digitale Leuchtturmprojekte sind ein ausgezeichnetes Instrument, um die Vision und Mission für ein »Digitales Nürnberg« in der Öffentlichkeit zu kommunizieren und das Anliegen über konkretes Handeln und einen unmittelbar erfahrbaren Mehrwert für die Stadtgesellschaft erlebbar zu machen. Durch die Würdigung von Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen innerhalb der Leuchtturmprojekte in öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen wird der Dialog mit der Stadtgesellschaft gestärkt. Darüber hinaus werden die Akteure hinter den Leuchtturmprojekten und ihr Beitrag für die digitale Transformation Nürnbergs sichtbar gemacht.
ANHANG
Projekt-Kurzbeschreibungen aus Kapitel 2.1 bis 2.5
2.1 MOBILITÄT, ENERGIE UND UMWELT
Titel / Bezeichnung Projektstatus Ansprechpartner
NACHHALTIG MOBIL
Kontinuierliche Weiterentwicklung der Website in Richtung Platt- in Umsetzung Airport Nürnberg
form: Integration weiterer Daten aus anderen digitalen Anwendungen mit
dem Ziel, Informationen für den Kunden (Parkplatzsuchsoftware, Nürnberg- Skill, Flugplan-Daten etc.) zu verbinden.
Sprachassistenten (Voice): Passagiere und Abholer am Flughafen Nürn- in Umsetzung Airport Nürnberg berg erhalten zentrale Auskünfte über Flughafen-Nürnberg-Skill und Alexa.
Location Based Services: Leistungsstarke digitale Infrastruktur in den in Planung NürnbergMesse Messehallen zur Nutzung von standortbezogenen Diensten. Diese werden verknüpft mit weiteren Informationen, z. B. über Aussteller und Produktdaten, um einen hohen Mehrwert für den Messebesucher zu generieren.
Wegeleitsystem MyLocation: Organisation, Kommunikation und Aus- ist umgesetzt NürnbergMesse zeichnung der Infrastruktur wird hierdurch erleichtert. Das System erlaubt der NürnbergMesse sowie den Gastveranstaltern auf Statusänderungen in Echtzeit zu reagieren.
Passagierführung: Self-Bag-Drop zur Erleichterung des Gepäcktransports in Planung Airport Nürnberg für Passagiere
Autonomes Fahren: Shuttle am Vorfeld, z. B. für den Crew-Transport bis in Planung Airport Nürnberg zur Flugmaschine
Digitalisierung Fahrdienst: Schneller und zielgerichteter Zugang zu Infor- in Umsetzung VAG Nürnberg mationen für die Mitarbeiter der VAG
ENERGIE, KLIMA- UND UMWELTSCHUTZ
Energetische Quartiers- und Mobilitätskonzepte: Entwicklung in in Umsetzung wbg Nürnberg GmbH Kooperation mit VAG und Greenwheels, Elektrofahrzeuge im eigenen Immobilienunternehmen Fuhrpark, Datennetzwerk für Smart Metering mit intelligenten Zählern
Kraftwärmekopplung, CO Neutralität: Ziel ist, die Einrichtung in Planung Noris Inklusion CO-neutral zu betreiben. Hierzu sind erste Gespräche mit N-ERGIE geführt worden.
Das Kompetenzzentrum für Energiemanagement innerhalb in Umsetzung Hochbauamt
der Stadt Nürnberg (KEM) ist wichtiger Bestandteil des technischen
Geb äudemanagaments. Betreut werden alle städtischen Liegenschaften (ca. 1.900 Stück).
Digitale niedrigschwellige und barrierefreie Energieberatung: In Zukunftsthema Sozialamt Kooperation mit dem Jobcenter und dem Online-Büro soll für Leistungsempfänger und Geringverdiener ein solches Online-Angebot eingerichtet werden. Perspektivisch soll es auch für weitere Zielgruppen geöffnet werden.
2.2 QUARTIER, FAMILIE, PFLEGE UND GESUNDHEIT
Titel / Bezeichnung Projektstatus Ansprechpartner
ZUSAMMENLEBEN IN DEN QUARTIEREN
Bürgerstadtteilportale: In Anlehnung an das Portal Online-Beteiligung Zukunftsthema Amt für Kultur und Freizeit Nürnberg könnten hier Anregungen, Wünsche und Kritik zu jeweils aktuellen Themen zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung moderiert und diskutiert werden.
Analoge u. digitale Vernetzung für Information und Organisation in Umsetzung Stabsstelle für bürgervon Ehrenamt: Newsletter, Facebook, Themenportal, Bürgernetz schaftliches Engagement und Corporate Citizenship
Weiterentwicklung eines Online-Auftritts und von Social Media Zukunftsthema Stadtplanungsamt
zur Stadterneuerung: Geplant sind Brainstorming und Ideenfindung
im Dialog mit Online-Büro und E-Government-Büro.
FAMILIEN STÄRKEN
My Real ID: Projekt in Kooperation mit dem Bereich Wohnungsvermitt- in Umsetzung wbg Nürnberg GmbH lung des Sozialamtes; Transparenz bei der Vermittlung geförderter und frei Immobilienunternehmen finanzierter Wohnungen für Bewerber. Virtuelle Immobilienrundgänge sind in Planung.
GESUND UND LANGE LEBEN
DigiDEM: Einrichtung eines digitalen Demenzregisters in Bayern mit in Umsetzung Medical Valley flächendeckenden Langzeitdaten zur Behandlung, Versorgung und (im Aufbau) Angebotsnutzung in allen Regierungsbezirken Bayerns. Bausteine sind u. a. eine Plattform für Bürger zur Studienteilnahme, Trainingsangebote für Demenzkranke, Informationen zu Unterstützung.
Medical Valley Digital Health Application Center: Das digital-medizini- in Umsetzung Medical Valley sche Anwendungszentrum moderiert Entwicklungsprozesse und übernimmt (im Aufbau) eine Institutsfunktion: Ziel ist es, Digital Health erlebbar zu machen und die Netzwerkarbeit in der Metropolregion Nürnberg zu unterstützen.
2.3 BILDUNG, INNOVATION UND FORSCHUNG
Titel / Bezeichnung Projektstatus Ansprechpartner
ZUKUNFTSORIENTIERTE BILDUNG
Bildungsberatung im Verbund zwischen dem Zentrum für in Planung Bildungscampus Nürnberg
Fachkräftem anagement (ZFM) und dem Bildungscampus Nürnberg
(BCN): Das ZFM wird Fachkräfte im Rahmen des Programmbereichs »Beruf
und Karriere« des BCN hinsichtlich der Weiterentwicklung von digitalen Kompetenzen beraten.
INNOVATIONSÖKOSYSTEME ALS ENTWICKLUNGS- UND WACHSTUMSMOTOREN
Einrichtung eines Reallabors: Nutzung eines Quartiers für die Erprobung Zukunftsthema Wirtschaftsförderung innovativer Ideen, Produkte und Angebote unter Realbedingungen. Aktuell Nürnberg ergibt sich durch die Entwicklung am ehem. Südbahnhof/Brunecker Straße ein Gelegenheitsfenster, Zugang zu einer geeigneten Fläche zu erhalten. Die genaue Ausgestaltung ist noch in der Diskussion.
Kooperation mit einem Technologiezentrum (z. B. ZOLLHOF – Tech in Planung Airport Nürnberg Incubator), um Ideenreichtum ins Unternehmen zu bringen und in einen interdisziplinären Austausch zu treten.
Offene Denkfabrik: Eventformat, um innovationsrelevante Projekte in in Umsetzung JOSEPHS die Öffentlichkeit zu tragen. Angedacht ist, das Format um die Themen Digitalisierung, New Work auszubauen, z. B. durch Einbinden von TED-Talks und das Streaming von Podcasts während der Veranstaltungen.
Energie und Wohnen: Austausch zwischen der wbg, dem Verein in Umsetzung wbg Nürnberg GmbH Energieregion und dem Energie Campus über Innovationen zu diesem Immobilienunternehmen Thema. Pilotprojekte können bei der wbg umgesetzt werden.
Installation einer Denkfabrik (Think Tank) zur Entwicklung von in Planung Airport Nürnberg Innovationen des Airport Nürnberg, inkl. der Testung von Prototypen.
2.4 KULTUR UND FREIZEIT
Titel / Bezeichnung Projektstatus Ansprechpartner
DIGITALE KULTUR- UND FREIZEITKOMMUNIKATION
Online-Ticketverkauf für Flughafenführungen, damit die Sonntags- in Umsetzung Airport Nürnberg führungen auch online angeboten werden können. Derzeit müssen die Tickets am Flughafen gekauft werden.
Ticketing Online-Anmeldung Kurse: Da es in den Kulturläden Zukunftsthema Amt für Kultur und Freizeit momentan kein medienbruchfreies digitales Ticketing gibt, ist es das Ziel, hierfür ein möglichst einheitliches System in allen städtischen Einrichtungen zu installieren.
Print@home-Ticket: Ab Jan. 2020 löst das System den aktuellen in Umsetzung Tiergarten städtischen Online-Ticketshop ab. Die Print@home-Tickets werden mit einem QR- oder Barcode in Echtzeit generiert, können aber auch weiterhin als hochwertiger Gutschein zugeschickt werden.
Aufbau des Zukunftsmuseums und Vernetzung aller musealer in Umsetzung Deutsches Museum Einrichtungen Nürnbergs.
Revitalisierung des Volksbads: Das Projekt soll auch digital begleitet in Planung Geschäftsbereich des werden, z. B. durch eine digitale Begehbarkeit mit 360-Grad-Ansichten, 2. Bürgermeisters Instagram und Internetseite.
KULTUR UND FREIZEIT DIGITAL ERLEBEN
Digitale Ausstellungen: Über Beacons im Stadtteil können die Nutzenden in Planung Amt für Kultur und Freizeit digitale Kunst im öffentlichen Raum an verschiedenen Orten im Stadtteil abrufen – von der Stadtteilerzählung durch Bewohner bis hin zu Wandgestaltungen. Kooperation mit freien Künstlern ist angedacht.
Begleitete Spiele im Loni-Übler-Haus im Rahmen des offenen in Planung Amt für Kultur und Freizeit Jugendtreffs und Anleitung bei der Nutzung eines PCs.
Digitaler Stadtrundgang – Spaziergang durch die EU: Die Nutzenden ist umgesetzt Amt für Kultur und Freizeit konnten sich ein Hörspiel auf das eigene Handy laden und den Stadtteil erkunden.
Online-Datenbank und Collection: Onlinestellung der Sammlung des Zukunftsthema Haus des Spiel(en)s Deutschen Spielearchivs auf Objektbasis (Online-Collection) als synergetisch organisierte Gesamtdatenbank, die als Forschungsinstrument und Recherchedatenbank dienen soll. Dieses Projekt findet in Kooperation mit Hochschulen im Kontext von (Brett-)Spielforschung statt.
2.5 DATEN, INFRASTRUKTUREN, PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE
Titel / Bezeichnung Projektstatus Ansprechpartner
DATEN IM »DIGITALEN NÜRNBERG«
Virtuelle Schatzkammer: Durch den Aufbau einer »virtuellen Schatzkam- in Umsetzung Stadtbibliothek mer« will die Stadtbibliothek einen weltweiten und dauerhaften Zugang zu den in der Stadtbibliothek aufbewahrten schriftlichen Kulturdenkmälern sowie lokalgeschichtlich bedeutenden Schriften in digitaler Form oder zu elektronischen Publikationen städtischer Dienststellen ermöglichen.
E-Rechnung: Mit der Einführung der elektronischen Rechnungsbearbeitung in Umsetzung Referat für Finanzen, Perwird der Abrechnungsprozess aktuell grundlegend digitalisiert. Vorrangig sonal, IT und Organisation ist zunächst die Sicherstellung der gesetzlichen Verpflichtung, elektronische Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten.
LEISTUNGSFÄHIGE DIGITALE INFRASTRUKTUREN
Messenger-Erprobung: Für die Einführung eines Messenger-Dienstes für in Umsetzung Amt für Digitalisierung, IT dienstl iche Zwecke wird derzeit ein Pilotbetrieb vorbereitet. Bei positiver und Prozessorganisation Erfahrung soll dieser Dienst verwaltungsweit bereitgestellt werden.
Mobiler Arbeitsplatz: Vom Schreibtisch zum Tablet und zurück – neue in Umsetzung Amt für Digitalisierung, IT Technologien ermöglichen das Arbeiten in der gewohnten Benutzerumge- und Prozessorganisation bung auf jedem Endgerät. So wird mobiles Arbeiten effizient. Noch in diesem Jahr soll ein erster Pilotversuch gestartet werden.
PROZESSAUTOMATISIERUNG UND KOMMUNALE ONLINE-DIENSTE
Online-Terminreservierung: In zahlreichen Dienststellen der Stadt Nürnberg in Betrieb Verschiedene Ämter der können Bürgerinnen und Bürger mithilfe der Online-Terminr eservierung War- Stadt Nürnberg tezeiten vermeiden. Dieser Dienst wird sehr gut angenommen und trägt somit sowohl zum Komfort für Bürgerinnen und Bürger als auch zur Planungssicherheit für die Ämter der Stadt Nürnberg bei.
Online-Module Kfz-Zulassung: Bei der Kfz-Zulassungsbehörde sind bereits in Betrieb – Ordnungsamt insgesamt sieben Online-Module eingeführt, über die die Bürgerinnen und weiterer Ausbau Bürger unter anderem Termine vereinbaren, Kennzeichen reservieren oder ihr in Umsetzung Fahrzeug abmelden können. Ab 2020 soll auch die Neuanmeldung von Fahrzeugen online durchgeführt werden können.
Dokumentenmanagement: Mit der Fabasoft eGov-Suite steht der Stadt in Betrieb – Amt für Digitalisierung, IT Nürnberg ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) zur Verfügung, das eine weiterer Ausbau und Prozessorganisation einheitliche, strukturierte sowie rechts- und revisionssichere Aktenführung in Umsetzung ermöglicht. Durch eine integrierte Workflow-Komponente ergibt sich zudem die Möglichkeit, Geschäftsprozesse zu digitalisieren und zu optimieren.
E-Recruiting: Die Plattform wurde eingerichtet und hat ihren Betrieb in Betrieb Personalamt aufgenommen. Damit ist es möglich, sich online bei der Stadt Nürnberg zu bewerben und die interne Bearbeitung systematisch zu unterstützen, was Stellenbesetzungsverfahren deutlich beschleunigen wird.
Digitale Kundenkommunikation beim Bildungscampus Nürnberg: in Umsetzung Bildungscampus Mit einem digitalen Kommunikationskonzept will der Bildungscampus Nürnberg bestehende Kundengruppen festigen und vor allem neue und junge erschließen, die bislang mit Print-Kommunikationsinstrumenten kaum mehr erreicht wurden. Über ein Reifegradmodell sollen die Digitalaktivitäten für die beiden Marken »Bildungszentrum« und »Stadtbibliothek Nürnberg« künftig gesteuert werden.
ENDNOTEN
1 Stadt Nürnberg (2019): Digitale Dachstrategie / Integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) »Digitales Nürnberg«, Teil 1: Strategische Leitlinien. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/digitales_nuernberg/dokumente/insek_digitales_nurnberg_teil_1_strategische_leitlinien.pdf, S. 18. Abruf 23.10.2019. 2 Im Mercer »Quality of Living«-Ranking 2019 belegt Nürnberg im internationalen Vergleich Platz 23 und im nationalen Vergleich Platz 6. Mercer (2019). München bietet die beste Lebensqualität in Deutschland. Online verfügbar unter: www.mercer.de/newsroom/quality-of-living-2019.html, Abruf 12.11.2019. 3 Stadt Nürnberg (2019): Wirtschaftsstandort Nürnberg Positionsbestimmung 2019. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/wirtschaft/dokumente/ publikationen/positionsbestimmung_2019.pdf, Abruf 16.10.2019. 4 Ebd. 5 Stadt Nürnberg (2019): Kenndaten für Investoren, Zahlen und Fakten zum Wirtschaftsstandort Nürnberg. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/ md/wirtschaft/dokumente/publikationen/kenndaten_fuer_investoren_nuernberg.pdf, Abruf 12.11.2019. 6 Stand Juni 2018: 311.312 Beschäftigte. Stadt Nürnberg (2019): Wirtschaftsstandort Nürnberg Positionsbestimmung 2019. Online verfügbar unter: www.nuernberg. de/imperia/md/wirtschaft/dokumente/publikationen/positionsbestimmung_2019.pdf, Abruf 16.10.2019. 7 Metropolregion Nürnberg; N-ERGIE; Aktiengesellschaft (2018): Klimaschutzziele 2030: Metropolregion Nürnberg legt Maßnahmenpaket vor. Online verfügbar unter: www.n-er-gie.de/public/remotemedien/media/n_ergie/internet/die_n_ergie/unternehmen_1/publikationen/Accelerator_Zusammenfassung_kurz_final.pdf, Abruf 21.10.2019. 8 Stadt Nürnberg (2019): Mobilität in Nürnberg. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/verkehrsplanung/mobilitaet.html, Abruf 16.10.2019. 9 Stadt Nürnberg (2019): Daten zum Verkehr. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/verkehrsplanung/daten.html, Abruf 16.10.2019. 10 Marketingverein der Europäischen Metropolregion Nürnberg e. V. (2019): Verkehrsverbund in der Metropolregion. Online verfügbar unter: www.metropolregionnuernberg.de/leben-arbeiten/mobilitaet/verkehrsverbund-in-der-metropolregion.html, Abruf 16.10.2019. 11 Stadt Nürnberg (2019): Mobilität in Nürnberg. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/verkehrsplanung/mobilitaet.html, Abruf 16.10.2019. 12 Zukunftsinstitut GmbH (2018): Aufbruch in ein neues Zeitalter der Mobilität. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/aufbruch-in-ein-neueszeitalter-der-mobilitaet, Abruf 16.10.2019. 13 Ebd. 14 Ebd. 15 Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaften GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (2019): Mobilität in Deutschland, Kurzreport, Verkehrsaufkommen – Struktur – Trends. Online verfügbar unter: www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/infas_Mobilitaet_in_Deutschland_2017_Kurzreport.pdf, Abruf 16.10.2019. 16 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 17 Stadt Nürnberg (2019): Innovative Verkehrstechnik und Mobilitätssysteme. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/wirtschaft/verkehrstechnik.html, Abruf 24.10.2019. 18 Ebd. 19 Greenpeace (2017) Städte-Ranking zur nachhaltigen Mobilität. Online verfügbar unter: www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20170322_greenpeace_mobilitaetsranking_staedte.pdf, Abruf 17.10.2019. 20 Darunter z. B. Digitalisierung U-Bahn-Linie U1 (Stadt Nürnberg), NürnbergMOBIL (Plattform / App / eTarif) (VAG), Dynamische Fahrgastinformationssysteme / Ausbau der DFIS-Anzeiger (VAG), Digitalisierung und Elektrifizierung von Parkräumen (N-ERGIE), Datenerhebung zentrale P+R-Hintergrundsystem (VGN). 21 Hamburger Hochbahn AG (2019): Projekt HEAT. Online verfügbar unter: www.hochbahn.de/hochbahn/hamburg/de/Home/Naechster_Halt/Ausbau_und_Projekte/ projekt_heat, Abruf 24.10.2019. 22 BerlinOnline Stadtportal GmbH & Co. KG (2019): BVG schickt selbstfahrenden Bus durch Tegel. Online verfügbar unter: www.berlin.de/tourismus/infos/verkehr/ nachrichten/5867859-4357821-bvg-schickt-selbstfahrenden-bus-durch-te.html, Abruf 24.10.2019. 23 Mainzer Stadtwerke AG (2019): Kompetenzzentrum Intelligente Mobilität bündelt Projekte. Online verfügbar unter: www.mainzer-stadtwerke.de/medien/presseforum/pressemitteilungen/pressemitteilung/kompetenzzentrum-intelligente-mobilitaet-buendelt-projekte, Abruf 24.10.2019. 24 MaaS Global Oy (2019): All your journeys, one app for all your transport needs. Online verfügbar unter: whimapp.com, Abruf 17.10.2019. 25 Stadt Nürnberg (2019): An morgen denken: Nürnbergs Strategie zum Klimaschutz. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/klimaschutz/klimaschutz.html, Abruf 21.10.2019. 26 Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) (2019): Zukunftslabor Stadt. Online verfügbar unter: www.dena.de/newsroom/zukunftslabor-stadt, Abruf 21.10.2019. 27 EUWID Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH (2019): Smart City – Chancen für EVU? Online verfügbar unter: www.euwid-energie.de/smart-city-chancen-fuer-evu, Abruf 21.10.2019. 28 Klima Bündnis (2015): Der Smart-City-Ansatz, Chance und Herausforderung für Städte und Gemeinden. Online verfügbar unter: www.klimabuendnis.org/fileadmin/Inhalte/7_Downloads/Informationspapier_Smart_Cities_201601.pdf, Abruf 21.10.2019. 29 Fraunhofer FOKUS Zentrum für Smart Cities (2019): ENERGIE. Online verfügbar unter: www.ict-smart-cities-center.com/smart-cities/energie, Abruf 21.10.2019. 30 Klima Bündnis (2015): Der Smart-City-Ansatz, Chance und Herausforderung für Städte und Gemeinden. Online verfügbar unter: www.klimabuendnis.org/fileadmin/Inhalte/7_Downloads/Informationspapier_Smart_Cities_201601.pdf, Abruf 21.10.2019. 31 Agentur für Erneuerbare Energien (2013): Regionale Energie für die Stadt. Online verfügbar unter: www.unendlich-viel-energie.de/erneuerbare-energie/biomasse2/regionale-energie-fuer-die-stadt, Abruf 11.11.2019. 32 Zukunftsinstitut GmbH (2018): Megatrend Neo-Ökologie. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/mtglossar/neo-oekologie-glossar, Abruf 23.10.2019. 33 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 34 Das Knoblauchsland ist die Bezeichnung eines Gemüseanbaugebietes in der Mitte des Städte-Dreiecks Nürnberg-Fürth-Erlangen. Wikipedia (2019). Knoblauchsland. Online verfügbar unter: www.de.wikipedia.org/wiki/Knoblauchsland, Abruf 22.10.2019. 35 Stadt Nürnberg (2019): Energiesektor. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/wirtschaft/energie.html, Abruf 22.10.2019. 36 Ebd. 37 Energie Campus Nürnberg (2019): Forschung. Online verfügbar unter: www.encn.de, Abruf 22.10.2019. 38 Stadt Nürnberg (2019): Klimaschutz in Nürnberg. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/klimaschutz/klimaschutz_nbg.html, Abruf 22.10.2019. 39 Stadt Nürnberg (2019): Klimafahrplan, Integrierter Klimafahrplan Nürnberg 2010 – 2050. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/klimaschutz/klimafahrplan.html, Abruf 22.10.2019. 40 Fraunhofer ISS (2019). KI in Transport und Mobilität: Fahrerassistenzsysteme im Schienenverkehr. Online verfügbar unter: www.scs.fraunhofer.de/de/referenzen/ ada-center/fahrerasssistenzsysteme-schienenverkehr.html, Abruf 12.11.2019. 41 Stadt Wien (2019): aspern Seestadt – ein »Urban Lab« der Smart City Wien. Online verfügbar unter: www.wien.gv.at/stadtentwicklung/projekte/aspern-seestadt/ urban-lab.html, Abruf 24.10.2019. 42 OFFIS e. V. (2019): Energetisches Nachbarschaftsquartier Fliegerhorst Oldenburg. Online verfügbar unter: www.enaq-fliegerhorst.de, Abruf 24.10.2019. 43 Nürnberg hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Bremen und Leipzig, ist aber von der Fläche her kleiner. Stadt Nürnberg (2011). Rahmenbedingungen und Fachplanungen Grundlage für die Stadtplanung. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/stadtplanung/broschueren/rahmenbedingungen_stadtplanung_afs_20111110.pdf, Abruf 19.09.2019.
44 Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2015): Statistischer Monatsbericht für Mai 2015 – Ehrenamtliche Tätigkeit in Nürnberg, M449. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/statistik/dokumente/veroeffentlichungen/berichte/monatsberichte/2015/monatsbericht_2015_05.pdf, Abruf 22.09.2019. 45 Becker, A. / Göppert, H. / Schnur, O. / Schreiber, F. (2018): Die digitale Renaissance der Nachbarschaft, Soziale Medien als Instrument postmoderner Nachbarschaftsbildung. In: vhw FWS 4. 46 Becker, A. / Krüger, K. / Schnur, O. (2018): Vernetzte Nachbarn – wie wirken digitale Medien auf analoge Nachbarschaft? In: Nachrichten der ARL. Online verfügbar unter: shop.arl-net.de/media/direct/pdf/nachrichten/2018-2/nr_2-18_becker-etal.pdf, Abruf 24.09.2019. 47 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 48 Bluepingu (2019). Das LeihBu Nürnberg. Online verfügbar unter: www.bluepingu.de/blog/453-das-leihbu-nuernberg, Abruf 21.10.2019. 49 Schwabinger Tor / Jost Hurler Beteiligungs und Verwaltungs GmbH & Co. KG (2019): Wohnen im Quartier Schwabinger Tor. Online verfügbar unter: www.schwabinger-tor.de/de, Abruf 23.09.2019. 50 The City of Aarhus (2019): Digital Neighbourhood. Online verfügbar unter: www.smartaarhus.eu/projects/digital-neighbourhood, Abruf 23.09.2019. 51 Stadt Nürnberg (2019): Nürnberg in Zahlen: Daten und Fakten. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/stadtportal/daten_und_fakten.html, Abruf 24.09.2019. 52 Zukunftsinstitut (2019): Individualisierung Glossar. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/mtglossar/individualisierung-glossar, 24.09.2019. 53 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 54 Stadt Nürnberg (2019): Bündnis für Familie – Wir über uns. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/buendnis_fuer_familie, Abruf 24.09.2019. 55 Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. (2019): Familienlabore. Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Online verfügbar unter: www.familienlabore.de, Abruf 24.09.2019. 56 Landeshauptstadt Kiel, Dezernat für Bildung, Jugend und Kreative Stadt (2019): Die Kieler Familien-App. Online verfügbar unter: www.kiel.de/de/gesundheit_soziales/kinder_familie/familienapp.php, Abruf 26.09.2019. 57 Stadt Nürnberg – Referat für Jugend, Familie und Soziales – Bereich Demografie und Generationenfragen (2017): Nürnberger Seniorinnen und Senioren in Zahlen. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/seniorenamt/dokumente/fachliche_informationen/senioren_in_zahlen.pdf, Abruf 24.09.2019. 58 Mit einem Anteil von 64 Prozent werden die meisten Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt, entweder von Angehörigen, die Pflegegeld erhalten (6.030), oder von den 99 ambulanten Pflegediensten (3.426). 5.574 Pflegebedürftige werden stationär, darunter 226 teilstationär, in einem der 64 Pflegeheime betreut. Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (2015): Statistischer Monatsbericht für Juni 2019 – Pflegebedürftige in Nürnberg und Fürth, M498. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/statistik/dokumente/veroeffentlichungen/berichte/monatsberichte/2019/mb2019_06_internet_bericht.pdf, Abruf 23.09.2019. 59 Bundesministerium für Bildung und Forschung (2019): ZukunftsForum I: Gesundheit neu denken. Online verfügbar unter: www.zukunft-verstehen.de/zukunftsforen/zukunftsforum-1/themen, Abruf 23.09.2019. 60 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 61 Wirtschaftsförderung Nürnberg (2019): Erste Klasse in Medizin und Gesundheit. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/wirtschaft/medizin_gesundheit.html, Abruf 23.09.2019. 62 Medical Valley EMN e. V. (2019): Spitzencluster. Online verfügbar unter: medical-valley-emn.de/projekte/spitzencluster, Abruf 23.09.2019. 63 Wirtschaftsförderung Nürnberg (2019): Erste Klasse in Medizin und Gesundheit. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/internet/wirtschaft/medizin_gesundheit.html, Abruf 23.09.2019 64 Bruno Ristol (2019): DigitalCare, Digitale Infrastruktur für Pflege, Betreuung und Gesundheit. Online verfügbar unter: www.digitalcare.bayern, Aufruf 23.09.2019. 65 Rhein-Kreis Neuss (2019): Pflegefinder. Online verfügbar unter: pflegefinder.rhein-kreis-neuss.de, Abruf 23.09.2019. 66 Rhein-Kreis Neuss (2019): Rhein-Erft-Kreis übernimmt Heimfinder-App vom Rhein-Kreis Neuss, Pressemitteilung vom 01.02.2019. Online verfügbar unter: www.rhein-kreis-neuss.de/de/verwaltung-politik/pressemeldungen/2019/058-2019-rhein-erft-kreis-uebernimmt-heimfinder-app-vom-rhein-kreis-neuss.html, Abruf 23.09.2019. 67 Stadt Nürnberg (2017): Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/ imperia/md/schulen_in_nuernberg/dokumente/qualitaetsmanagement/strategie_digitale_bildung_3bm_stadtnuernberg.pdf, Abruf 02.10.2019. 68 If Institute for Future Design (2018): Bildung 2030 – Sieben Trends, die die Schule und das Bildungssystem revolutionieren. Online verfügbar unter: www.if-futuredesign.de/2018/03/22/bildung-2030-sieben-trends-die-die-schule-und-das-bildungssystem-revolutionieren, Abruf 01.10.2019. 69 Breidenbach, S. / Ben Larbi, M. / Fischer, M. (2019): TREND: Gamification. Online verfügbar unter: trendreport-bildung.de/trend-gamification, Abruf 01.10.2019. 70 Innovationsbegleitung und Innovationsberatung der VDI Technologiezentrum GmbH (2015): Gesellschaftliche Veränderungen 2030, Ergebnisband 1 zur Suchphase von BMBF-Foresight Zyklus II. Düsseldorf, S. 38. 71 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 72 NUE digital GmbH (2019): Digital School Days. Online verfügbar unter: nuernberg.digital/schulen, Abruf 01.10.2019. 73 Bildungslandschaft Altstadt Nord e. V. (2019): Wir über uns. Online verfügbar unter: www.ban-koeln.de/faq, Abruf 15.10.2019. 74 Stadt Ulm (2019). Verschwörhaus. Online verfügbar unter: www.ulm.de/leben-in-ulm/digitale-stadt/verschwörhaus, Abruf 01.10.2019. 75 Vgl. als ein überzeugendes selbstorganisiertes Beispiel, wie Schulen von anderen Schulen lernen, den 1989 gegründeten Schulverbund »Blick über den Zaun.« Schulverbund Blick über den Zaun (2019). Blick über den Zaun. Online verfügbar unter: www.blickueberdenzaun.de, Abruf 01.10.2019. 76 Stadt Nürnberg (2019). Das Innovations-Ökosystem in Nürnberg wächst weiter. Online verfügbar unter: wirtschafts-blog.nuernberg.de/2019/02/13/das-innovationsoekosystem-in-nuernberg-waechst-weiter, Abruf 13.11.2019. 77 Zukunftsinstitut (2015). Open Innovation: Ko-Kreation. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/open-innovation-ko-kreation, Abruf 13.11.2019 78 VDI Technologiezentrum (2015): Gesellschaftliche Veränderungen 2030, Ergebnisband 1 zur Suchphase von BMBF-Foresight Zyklus II, S. 138. 79 Ebd. 80 Ebd. 81 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 82 Fraunhofer ISS. (2019): Neues Kompetenzzentrum für Data Analytics und KI in der Industrie. Online verfügbar unter: www.scs.fraunhofer.de/de/referenzen/adacenter.html, Abruf 13.11.2019. 83 The City of Aarhus (2019): Projects. Online verfügbar unter: www.smartaarhus.eu/projects, Abruf 01.10.2019. 84 Deutsche Bahn AG (2019): Programme der DB mindbox. Online verfügbar unter: www.dbmindbox.com, Abruf 01.10.2019. 85 Stadt Nürnberg – Wirtschaftsförderung (2019): Wissenschaftsstandort Nürnberg – Überblick über die wissenschaftlichen Einrichtungen. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/stadtportal/dokumente/nuernberg_wissenschaftsstandort1.pdf, Abruf 02.10.2019.
86 Ebd. 87 Stadt Nürnberg (2017): Bildungsbericht Nürnberg 2017, Vierter Bildungsbericht der Stadt Nürnberg. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/bildungsbuero/dokumente/bb171207_01.pdf, S. 311 ff, Abruf 02.10.2019. 88 Müller-Prothmann, T. & N. Dörr (2014): Innovationsmanagement. Strategien, Methoden und Werkzeuge für systematische Innovationsprozesse, Pocket Power Qualitätsmanagement, München: Hanser, 3. Auflage. 89 VDI Technologiezentrum: Gesellschaftliche Veränderungen 2030, Ergebnisband 1 zur Suchphase von BMBF-Foresight Zyklus II, 2015, S. 40 f. 90 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 91 Hafen City Universität Hamburg: CityScienceLab, eine Kooperation mit dem MIT Media Lab. Online verfügbar unter: www.hcu-hamburg.de/research/csl, Abruf 01.10.2019. 92 Eurocites (2019): Building Smart Cities together. Online verfügbar unter: www.sharingcities.eu, Abruf 01.10.2019. 93 Stadt Nürnberg – Wirtschaftsförderung (2019): Kenndaten für Investoren. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/wirtschaft/dokumente/publikationen/kenndaten_fuer_investoren_nuernberg.pdf, Abruf 04.10.2019. 94 Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg (2017): Wirtschaftsfaktor Tourismus für die Stadt Nürnberg 2017. Online verfügbar unter: www.tourismus.nuernberg. de/fileadmin/user_upload/2017_Wirtschaftsfaktor.pdf, Abruf 04.10.2019. 95 Stadt Nürnberg – Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt Europas 2025 (2018): Das Bid Book in Kurzform. Online verfügbar unter: n2025.eu/N2025_BidBook_Zusammenfassung.pdf, Abruf 04.10.2019. 96 Finance Business (2018): Vier Trends bei der Kundenorientierung. Online verfügbar unter: www.financebusiness.afb.de/2018/04/23/trends-bei-der-kundenorientierung, Abruf 05.10.2019. 97 Zukunftsinstitut (2019): Triggerbasierte Interaktion und neue Marketingkompetenzen. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/marketing/ triggerbasierte-interaktion-und-neue-marketingkompetenzen, Abruf 05.10.2019. 98 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 99 Kulturreferat (2019): Kulturreferat der Stadt Nürnberg. Online verfügbar unter: www.nuernbergkultur.de/fileadmin/editors/pdf/Kulturstrategie_der_Stadt_Nuernberg.pdf, Abruf 04.10.2019. 100 Kulturfokus (2019): Über Kulturfokus. Online verfügbar unter: www.kulturfokus.de/ueber-kulturfokus, Abruf 04.10.2019. 101 Stadt Hamburg (2019): Kulturpunkte-App, Mobiles Kulturportal für Hamburg. Online verfügbar unter: www.hamburg.de/bkm/4374978/kulturpunkte, Abruf 06.11.2019. 102 Forum Bibliothek und Information (2019): TOPORAZ. Der historische Stadtraum von Nürnberg wird interaktiv erlebbar. Online verfügbar unter: b-u-b.de/ toporaz/#!prettyPhoto, Abruf 05.10.2019. 103 Nordbayern (2019): Zwei Fifa-Profis verpflichtet: FCN steigt in eSports ein. Online verfügbar unter: www.nordbayern.de/sport/zwei-fifa-profis-verpflichtet-fcnsteigt-in-esports-ein-1.6706246, Abruf 05.10.2019. 104 Ramboll Management Consulting: Experteninterview mit Sebastian Pfaller, Haus des Spiel(en)s, am 26.09.2019. 105 Zukunftsinstitut (2019): Augmented Reality: Die erweiterte Welt. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/augmented-reality-die-erweiterte-welt, Abruf 05.10.2019. 106 Zukunftsinstitut (2019): Virtual Reality: Die Erschaffung neuer Welten. Online verfügbar unter: www.zukunftsinstitut.de/artikel/virtual-reality-die-erschaffungneuer-welten, Abruf 05.10.2019. 107 Netzwerk Kulturberatung (2018): Abschlussbericht zur Kulturstrategie der Stadt Nürnberg. Im Auftrag der Stadt Nürnberg und des Kulturreferats der Stadt Nürnberg. S. 19 f. Online verfügbar unter www.nuernbergkultur.de/fileadmin/editors/pdf/kultura_2018-01-31_TOP_1_Anlage_3_oeffentlich_100654.pdf, Abruf 05.10.2019. 108 Ebd. S. 54 f. 109 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 110 Netzwerk Kulturberatung (2018): Abschlussbericht zur Kulturstrategie der Stadt Nürnberg. Im Auftrag der Stadt Nürnberg und des Kulturreferats der Stadt Nürnberg, S. 19 f. Online verfügbar unter: www.nuernbergkultur.de/fileadmin/editors/pdf/kultura_2018-01-31_TOP_1_Anlage_3_oeffentlich_100654.pdf, Abruf 05.10.2019. 111 Staatstheater Nürnberg (2019): Barcamp – Kunst & Kultur in der Digitalen Gesellschaft. Online verfügbar unter: www.staatstheater-nuernberg.de/spielplan-18-19/ barcamp-kunst-kultur-in-der-digitalen-gesellschaft/19-07-2019/1200, Abruf 06.10.2019. 112 Netzwerk Kulturberatung (2018): Abschlussbericht zur Kulturstrategie der Stadt Nürnberg. Im Auftrag der Stadt Nürnberg und des Kulturreferats der Stadt Nürnberg. S. 80. Online verfügbar unter: www.nuernbergkultur.de/fileadmin/editors/pdf/kultura_2018-01-31_TOP_1_Anlage_3_oeffentlich_100654.pdf, Abruf 05.10.2019. 113 Der Begriff Big Data umschreibt zum einen die immer rasanter wachsenden Datenmengen und zum anderen geht es auch um neue und explizit leistungsstarke IT-Lösungen und -systeme, mit denen Städte und Unternehmen die Informationsflut mit Mehrwert verarbeiten können – Stichwort Machine Learning. 114 Krabina, B. / Wiedemann, M. (2019): Open Data in Kommunen. Welche Daten stellen Kommunen als Open Data zur Verfügung? Ein Musterdatenkatalog für Nordrhein-Westfalen. In: Bertelsmann Stiftung (Hrsg): LebensWerte Kommune, Ausgabe 2/2019, S. 1. Online verfügbar unter: www.bertelsmann-stiftung.de/ fileadmin/files/Projekte/Smart_Country/AK_2_2019_05_08_ONLINE.pdf, Abruf 30.09.2019. 115 Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (2019): Open Government. Online verfügbar unter: www.bmi.bund.de/DE/themen/moderne-verwaltung/opengovernment/open-government-node.html, Abruf 01.10.2019. 116 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 117 KDZ Zentrum für Verwaltungsforschung (2019): KDZ erstellt Musterdatenkatalog für Kommunen. Online verfügbar unter: www.kdz.eu/de/content/kdz-erstelltmusterdatenkatalog-für-kommunen, Abruf 01.10.2019. 118 Bertelsmann Stiftung (2019): Musterdatenkatalog: Welche offenen Daten stellen Kommunen zur Verfügung? Online verfügbar unter: www.bertelsmann-stiftung.de/ de/unsere-projekte/smart-country/projektnachrichten/musterdatenkatalog-welche-offenen-daten-stellen-kommunen-zur-verfuegung, Abruf 01.10.2019. 119 Stadt Köln (2019): Offene Daten Köln. Online verfügbar unter: www.offenedaten-koeln.de, Abruf 01.10.2019. 120 Krabina, B. / Wiedemann, M. (2019): Open Data in Kommunen. Welche Daten stellen Kommunen als Open Data zur Verfügung? Ein Musterdatenkatalog für Nordrhein-Westfalen. In: Bertelsmann Stiftung (Hrsg): LebensWerte Kommune, Ausgabe 2/2019, S. 11. Online verfügbar unter: www.bertelsmann-stiftung.de/ fileadmin/files/Projekte/Smart_Country/AK_2_2019_05_08_ONLINE.pdf, Abruf 30.09.2019. 121 Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS (2016): Public IoT – Das Internet der Dinge im öffentlichen Raum, S. 9 ff. Online verfügbar unter: cdn0.scrvt.com/fokus/36c5e4909a46af02/982714594f78/WP_Public_Internet_of_Things_web.pdf, Abruf 30.09.2019. 122 Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (2017): 5G-Strategie für Deutschland. Online verfügbar unter: www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/DG/098-dobrindt-5g-strategie.pdf?__blob=publicationFile, Abruf 01.10.2019. 123 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019.
124 Digitalstadt Darmstadt GmbH (2018): LoRaWAN-Softwareplattform für das Internet der Dinge in der Digitalstadt Darmstadt. Online verfügbar unter: www.digitalstadt-darmstadt.de/news/lorawan-softwareplattform, Abruf 01.10.2019. 125 Stadt Wien (2019): wien.at Public WLAN. Online verfügbar unter: www.wien.gv.at/ikt/egov/wlan/index.html, Abruf 02.10.2019. 126 Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (2019): Zum Stand der Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen. Online verfügbar unter: www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Bitkom-Stand-Digitalisierung-Verwaltungsdienstleistungen, Abruf 02.10.2019 127 Innovationsbegleitung und Innovationsberatung der VDI Technologiezentrum GmbH (2015): Gesellschaftliche Veränderungen 2030, Ergebnisband 1 zur Suchphase von BMBF-Foresight Zyklus II. Düsseldorf, S. 52. 128 Stadt Nürnberg (2019): Zahlen und Fakten zur E-Partizipation »Mein digitales Nürnberg«. Online verfügbar unter: www.onlinebeteiligung.nuernberg.de/sites/ default/files/unit/files/final_epa_auswertung_mein_digitales_nue.pdf, Abruf 21.10.2019. 129 Wegweiser Media & Conferences (2019): Digitale Bürgerbeteiligung auf kommunaler Ebene. Online verfügbar unter: www.verwaltung-der-zukunft.org/transformation/digitale-buergerbeteiligung-auf-kommunaler-ebene, Abruf 02.10.2019. 130 Dresden Informations GmbH: Dresden Apps. Online verfügbar unter: www.dresden.de/de/tourismus/information/dresden-mobil.php, Abruf 02.10.2019. 131 Sinning, Heidi: Urban Governance und Stadtentwicklung – Zur Rolle des Bürgers als aktiver Mitgestalter und Koproduzent. vhw FW 1 / Januar – Februar 2006, S. 87. Online verfügbar unter www.vhw.de//fileadmin/user_upload/08_publikationen/verbandszeitschrift/2000_2014/PDF_Dokumente/2006/FW_1_2006_Sinning_ Urban_Governance_und_Stadtentwicklung_Zur_Rol.pdf, Abruf 24.01.2020. 132 Roland Berger (2019): Smart City Strategy Index: Wien und London weltweit fortschrittlichste Städte. Online verfügbar unter: www.rolandberger.com/de/Publications/Smart-City-Strategy-Index-Wien-und-London-weltweit-fortschrittlichste-Städte.html, Abruf 23.10.2019. 133 Bitkom e. V. (2019): Smart-City-Atlas – die kommunale digitale Transformation in Deutschland. Online verfügbar unter: www.bitkom.org/sites/default/ files/2019-03/190318-Smart-City-Atlas.pdf, S. 177f., Abruf 23.10.2019. 134 Ebd. S. 131. Abruf 25.01.2020. 135 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hrsg.) (2017): Smart City Charta, Digitale Transformation in den Kommunen nachhaltig gestalten. Online verfügbar unter: www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/Sonderveroeffentlichungen/2017/ smart-city-charta-dl.pdf?__blob=publicationFile&v=2, S. 9, Abruf 23.10.2019. 136 Bitkom e. V. (2019): Smart-City-Atlas – die kommunale digitale Transformation in Deutschland. Online verfügbar unter: www.bitkom.org/sites/default/ files/2019-03/190318-Smart-City-Atlas.pdf, S. 36., Abruf 23.10.2019. 137 Stadt Nürnberg (2019). Digitale Dachstrategie / INSEK »Digitales Nürnberg«, Teil 1: Strategische Leitlinien. Online verfügbar unter: www.nuernberg.de/imperia/md/ digitales_nuernberg/dokumente/insek_digitales_nurnberg_teil_1_strategische_leitlinien.pdf, S.22, Abruf 23.10.2019. 138 Vgl. www.nuernberg.de/imperia/md/stadtentwicklung/dokumente/publikationen/stadtentwicklungsbericht.pdf, Abruf 25.01.2020. 139 Vgl. beispielsweise Bertelsmann Stiftung: SDG-orientierte Stadtentwicklung. Gütersloh 2020. Online verfügbar unter www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/ Projekte/Monitor_Nachhaltige_Kommune/AK_SDG-Stadtentwicklung_1_2020_final.pdf, Abruf 25.01.2020. 140 Vgl. www.nuernberg.de/imperia/md/umweltreferat/dokumente/4_nachhaltigkeitsbericht.pdf, Abruf 25.01.2020. 141 Vgl. www.nuernberg.de/imperia/md/stadtentwicklung/dokumente/publikationen/stadtentwicklungsbericht.pdf, Abruf 25.01.2020. 142 Stadtratsbeschluss vom 23.10.2019, Beilage zur Entscheidungsgrundlage, S. 3. Stadt Nürnberg (2019). Bekanntmachung der Tagesordnung am 23.10.2019. Sitzung des Stadtrates (ö / nö). Online verfügbar unter: www.online-service2.nuernberg.de/buergerinfo/si0040.asp?__cjahr=2019&__cmonat=10&__canz=1&__cselect=0, Abruf 23.10.2019. 143 Bitkom e. V. (2019): Smart-City-Atlas – die kommunale digitale Transformation in Deutschland. Online verfügbar unter: www.bitkom.org/sites/default/ files/2019-03/190318-Smart-City-Atlas.pdf, S. 178, Abruf 28.01.2020. 144 Ebd. S. 17. 145 Ebd. S. 176.
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