Integriertes digitales Entwicklungskonzept (IDEK) „Reallabor Lichtenreuth“:
Ergebnisse, Perspektive und Vorschlag zum weiteren Vorgehen
26.04.2023 (Stadtrat)
Anlage 1 Detailbeschreibung Leitprojekte
1. Leitprojekte für die weitere IDEK-Umsetzung
In Folge werden die als prioritär identifizierten Leitprojekte kurz dargestellt.1
4.1 Quartiersbüro Lichtenreuth
Koordination: Bürgermeisteramt, Stab Stadtentwicklung (Vorschlag) -> Steuerung der Initiierung und des Aufbaus/ Betreiberkonzept (bereits angelaufen)
Mitwirkende
intern: Referat für Jugend, Familie und Soziales, Regiestelle Sozialraumentwicklung (Ref.V) • Amt für Kultur und Freizeit (KuF) • Stadtplanungsamt (Stpl) • Verkehrsplanungsamt (Vpl) • Seniorenamt
- Direktorium Bürgerservice, Digitales und Recht • Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation •
Gesundheitsamt • ggf. Bildungszentrum (BCN)
extern: Evangelisches Siedlungswerk (ESW), Christliche Arbeitsgemeinschaft e.V. (CAG), Stadtmission, Quartiersbüro Hasenbuck, weitere Bauträger mit großen Anteilen an Wohnungen, VAG (ggf. mit Mobilitätsberatung), ggf. Anbieter von Carsharing im Quartier (mit Beratungsangebot).
Zeithorizont Konzepterstellung: mittelfristig
Gesamtbudget: Das den IDEK Prozess begleitende Büro (bgh) geht in seiner Kostenschätzung von einem Gesamtbudget i.H.v. 200.000 € (zweijährige Aufbau- und Erprobungsphase) aus.
Zielsetzung der Maßnahme/Zielgruppe
Das übergeordnete Ziel dieser Maßnahme besteht darin, eine zentrale Anlaufstelle für alle Bewohner, Studierende oder Arbeitnehmende im Stadtteil sowie Akteure und Multiplikatoren zu schaffen. Das Quartiersbüro berät im neuen Stadtteil zu diversen (digitalen) Angeboten, unterstützt wenig digitalaffine Personen in ihrem Zugang zu diesen Angeboten und übernimmt die Rolle des Mittlers zwischen der Stadt Nürnberg und der Bewohnerschaft. Über das Quartiersbüro sollen Information, Kommunikation, Begegnung, Vernetzung und Beteiligung im Stadtteil befördert werden. Ausgewählte Angebote des Quartiersbüros können sich explizit an spezifische Zielgruppen richten, wie etwa Bewohnerinnen und Bewohner im geförderten Wohnungsbau. Daneben sind thematische Schwerpunktsetzungen möglich, wie etwa Unterstützung beim Aufbau und der Umsetzung eines integrierten Mobilitätsmanagements.
Dazu wird in einem ersten Projektbaustein ein Betreiberkonzept erarbeitet und eine zweijährige Aufbau- und Erprobungsphase initiiert.
Über das Quartiersbüro erfolgen digitale Kommunikations- und Beteiligungsformate sowie Visualisierung von notwendigen Planungsgrundlagen. Diese ergänzen analoge Formate sinnvoll und schaffen neue Angebote für umfassende Information und Ko-Produktion, um die Teilhabe
1 Eine detaillierte Darstellung, auch der weiteren Projekte, Machbarkeitsanalysen und Sondierungsstudien, kann der beiliegenden Enddokumentation zum IDEK „Reallabor Lichtenreuth“ entnommen werden (Anlage 2 IDEK Lichtenreuth Dokumentation).
unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen an der Quartiersentwicklung zu erhöhen. Das Projekt trägt durch seine u.a. digitalen, multimedialen und anpassungsfähigen Angebote und Räume verschiedener städtischer und nichtstädtischer Akteure zur Stärkung der sozialen und kulturellen Teilhabe bei und wirkt einer digitalen Spaltung entgegen.
Beschreibung und Hintergrund
Die Konzeptentwicklung (Betreiberkonzept) erfolgt durch die Stadt Nürnberg unter Federführung des Bürgermeisteramtes, Stab Stadtentwicklung. Bei der Erarbeitung des Betreiberkonzeptes soll die Stadtteilkoordination Brunecker Straße (Stpl) berücksichtigt werden. Ebenso gilt es das Konzept des Verkehrsplanungsamtes für ein „Quartiersbüro mit integriertem Mobilitätsmanagement im neuen Stadtquartier Brunecker Straße“ und die durch Referat für Jugend, Familie und Soziales geplante Erarbeitung eines standortübergreifenden Betreiber- und Finanzierungskonzeptes von sozialen Treffpunkten und Nachbarschaftstreffs zu berücksichtigen. Es soll geprüft werden, ein externes Quartiersmanagement mit dem Großteil der Aufgaben des Quartiersbüros zu beauftragen. Die Steuerung der Arbeit des Quartiersbüros sowie die Abstimmung und Koordinierung von städtischen Leistungen soll in der Stadtverwaltung erfolgen (zu prüfen, ob dies durch die geschaffene „Stadtteilkoordination Brunecker Straße“ beim Stadtplanungsamt erbracht werden kann).
Bei der Konzeptentwicklung (Betreiberkonzept) soll zunächst auf eine zweijährige Aufbau- und Erprobungsphase fokussiert werden. Zu deren Abschluss soll eine Evaluierung durchgeführt werden, welche Entscheidungsgrundlage für die Weiterführung bestehender und Ausgestaltung ergänzender Angebote sein soll. Zudem gilt es, die Fertigstellung der verschiedenen Module sowie Entwicklungsphasen Lichtenreuths zu berücksichtigen.
Das Quartiersbüro soll täglich geöffnet sein und nicht komplett, aber zu festen Zeiten Bürosprechzeiten anbieten.2 Eine Präsenz und Ansprechbarkeit vor Ort ist wichtig, damit den Bürgern eine flexible Nutzung ermöglicht werden kann. Das Quartiersbüro könnte aus einem Büroraum und einem Raum für Veranstaltungen bestehen. Ziel ist es, zusammen mit den verschiedenen möglichen Akteuren (Stadtteilmanager, CAG/ Stadtmission, ESW, KuF, BCN etc.) in einem Netzwerkcharakter ein Gesamtportfolio zur durchgängigen Bespielung der Räumlichkeiten mit den jeweiligen Angeboten zu schaffen, optimalerweise in einer Art „Stunden- bzw. Kalenderplan“ (u.U. mit Buchungsmöglichkeiten) verankert.3 Außerhalb dieser Zeiten sollen die Räumlichkeiten des Quartiersbüros als Begegnungsort und räumliche Ressource für Vereine, Initiativen und Bürgerschaft dienen und z.B. für kleinere Veranstaltungen nutzbar sein (z.B. durch innovative digitale Schließsysteme). Dabei soll geprüft werden, ob auch der angrenzende Freiraum für Aktionen und Veranstaltungen des Quartiersbüros genutzt werden kann.
Dem Quartiersbüro wird in Lichtenreuth eine herausragende Rolle zugeschrieben. Es soll als zentrale Anlaufstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils fungieren und Pilotprojekt für kooperative Zusammenarbeit verschiedener (städtischer) Institutionen sein. Als Begegnungsund Aneignungsort sowie Ort der digitalen und analogen Information, Kommunikation und Kooperation/Ko-Kreation könnten nach jetzigen Diskussionsstand im Quartiersbüro folgende Angebote für den Stadtteil erbracht werden:
2 Eine Verwaltung der Räumlichkeiten und Betreuung der Angebote und Anbiete wäre u.U. durch CAG, Stadtmission, Stpl-Quartiersmanager, Dienststellen des Sozialreferats mit stundenweiser aufsuchender Beratung/ Antragstellung von Leistungen ggf. anteilig, denkbar. 3 Ein Muster, wie man gemeinschaftlichen Raum nutzt oder organisiert kann u.U. sein: https://www.aspernseestadt.at/lebenswelt/nachbarschaft/nachbarschaftsraum
Stadtentwicklung (Informationen über Planungen und Entwicklungen im Quartier, Informationen zur Umsetzung von IDEK-Projekten, Unterstützung der Beteiligungsprozesse im Stadtteil). Mobilität (z.B. Unterstützung bei der Etablierung eines autoarmen Mobilitätsverhaltens durch Mobicards-Ausleihe, Unterstützung bei Fahrkartenkauf, Beratung zu Carsharing, Kinderfahrräder-Ausleihe, Fahrradreparatur, ggf. Anlaufstelle für Paket- und Concierge- Dienste etc.) Soziales (z.B. Durchführung von Beratungen und Antragstellung durch städtische Dienststellen, Durchführung von kleinen Veranstaltungen/Seminaren, ggf. Betreuung und Koordination der Aktivitäten von Ehrenamtlichen aus dem Stadtteil etc.) Kultur (z.B. Ort für kulturelle Angebote, Vernetzung mit kulturellen Einrichtungen aus den Nachbarstadtteilen etc.)
Durch Beratungs- und Unterstützungsangebote (z.B. Lotsen- und Verweisberatung) kann die Teilhabe von Offlinern und Sicherstellung von Inklusion bei digitalen Angeboten gestärkt werden.
Nutzen
Funktion als Begegnungs- und Aneignungsort, Keimzelle/Wohnzimmer im Stadtteil Physischer Raum mit technischer Infrastruktur für analoge wie digitale, multimediale und anpassungsfähige Angebote, Beratung und Information Nicht bis wenig digitalaffine Personen erfahren niedrigschwellig Unterstützung bei digitalen Angeboten, etwa bei der Wahrnehmung digitaler Dienstleistungen im städtischen Antragswesen, im Mobilitäts- oder Kulturbereich und können somit besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben Mehrstufiger Ausbau als Chance: Erprobung neuer Ansätze für Nürnberg und Sammeln wichtiger Lernerfahrungen
Risiken & Hemmnisse
Entwicklung und Abstimmung eines von verschiedenen Ressorts getragenen Betriebskonzeptes sind herausfordernd Langfristige Finanzierung Realisierung abhängig von der Siedlungsentwicklung Sicherstellung der Präsenz im Quartiersbüro (Rezeption: Anlauf- und Verweisberatung)
Kosten
Das den IDEK Prozess begleitende Büro (bgh) geht in seiner Kostenschätzung von nachfolgenden Kosten aus: 1) Phase Konzepterarbeitung (Betreiberkonzept), geschätzter verwaltungsinterner Aufwand:
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15 Tage für federführendes Amt
-
jeweils bis zu fünf Tage für Stpl; Ref.V und Vpl
-
jeweils unter zwei Tage für weitere mitwirkende Ressorts
- Aufbau- und Erprobungsphase, geschätzter externer Aufwand:
-
Personalkosten: 110.000 € (120h/Monat bei Laufzeit von 24 Monaten)
-
Ausstattungskosten: 30.000 € (einmalig)
-
Mietkosten: 20.000 € (Laufzeit von 24 Monaten)
-
Nebenkosten: 10.000 € (Laufzeit von 24 Monaten)
-
Öffentlichkeitsarbeit/Veranstaltungen: 30.000 €
Im Falle einer Kooperation zwischen mehreren städtischen Dienststellen können die Kosten ggf. gemeinschaftlich getragen werden.
Geschätzter verwaltungsinterner Aufwand:
-
0,5 Vollzeitäquivalent für federführendes Ressort (ggf. Stadtteilkoordination Stpl)
-
jeweils unter 0,1 Vollzeitäquivalent für mitwirkende Ressorts
Fördermöglichkeiten: Modellprojekte Smart Cities 4. Staffel (BMWSB) Aktion Mensch Stiftung Deutsches Hilfswerk (fördert CAG noch bis 2023) Städtebauförderung (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) Bayerisches Städtebauförderungsprogramm Aktionsplan UN-Behindertenrechtskonvention Integrationsfonds der Stadt Nürnberg Europäisches Programm URBACT Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
Finanzierung
Patchwork der Nutzer
Monitoring & Evaluierung
Anzahl der Besucherinnen und Besucher Anzahl der wahrgenommenen Angebote Kundenzufriedenheit Raumbuchungen
4.2 Testfeld für Sensortechnik und IoT-Technologien mit den Anwendungen „Intelligente
Mülleimer“ und „Digitale Bewässerungssteuerung“
Federführung: Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR)
Mitwirkende
intern: Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation (DiP), Amt für Informationstechnologie (IT)
Zeithorizont: kurz- bis mittelfristig
Zielsetzung der Maßnahme/Zielgruppe: Ziel ist die Konzeption und Aufbau eines isolierteren Versuchsbetriebs zum Testfeld für IoT und Sensortechnik auf Grundlage von zunächst zwei durch die Stadt Nürnberg festgelegten Use Cases „Intelligente Mülleimer“ und „Digitale Bewässerungssteuerung“ bis zum Jahr 2025. Durch effizient geplante Routen für die Entleerung der Abfallcontainer sollen Kapazitäten bei SÖR eingespart bzw. umverteilt werden. Durch bedarfsorientiere Bewässerung wird Wasser eingespart und je nach Auswahl der Sensoren können Starkregenereignisse früh erkannt werden. Zielgruppe ist die Stadtverwaltung Nürnberg, ihre kommunalen Tochterunternehmen, insbesondere SÖR und N- ERGIE sowie Partnerinnen und Partner aus dem Nürnberger Ökosystem wie Forschung und Technologieunternehmen (z.B. Fraunhofer, University of Technology Nuremberg, Siemens).
Beschreibung und Hintergrund:
-
Umsetzung von Sensorik und Kommunikationstechnik zunächst im kleinen Stil
-
kleinerer Datenserver in Verantwortung von SÖR (z.B. Donaustraße)
-
Erfassung der Daten und Gewährleistung der Nutzbarkeit in einem späteren, größeren
System
- durch manuelle Exporte (welche sehr restriktiv gehandhabt werden müssen) können die
Daten weitergegeben werden (z.B. für Auswertungen an den Grünunterhalt).
- notwendige Betriebsmeldungen werden SÖR-intern automatisiert weitergegeben
Wenn der Versuchsbetrieb dann erfolgreich war und in größerem Stil ausgerollt werden soll, müssen die Systeme dann entsprechend angepasst und die Datenverarbeitung in enger Zusammenarbeit mit IT (DiP) realisiert werden.
Den Aufbau eines isolierten Versuchsbetriebes begrenzt auf das IDEK Gebiet würde mit einem dualen Studenten von SÖR als Praxissemesterprojekt (planmäßig 2.HJ 2024) vorgesehen werden, hierfür sind keine zusätzlichen personellen Ressourcen notwendig.
Sollte dann das System in die Fläche gehen sollen, werden zusätzliche Stellenkapazitäten notwendig.
Technische (Elektrotechnik) Begleitung, Umsetzungen und ggf. Betrieb: Wird von Seiten der Stadt durch SÖR übernommen und durchgeführt. Dies betrifft insbesondere Use Cases zu „smarten“ Müllbehältern und Bewässerung.
Durch die Stadt priorisierte Use-Cases: Intelligenter Müllcontainer/ Füllstandsmessung (öffentlicher Raum) Digitale Steuerung der Bewässerung von (Jung-)Bäumen
Folgende Use Cases, die ab 2025 aufgegriffen werden könnten, wurden darüber hinaus von der eingebundenen Expertengruppe genannt: Belegung von Sonderparkplätzen und Anfahrtszonen (z.B. Taxi, E-Laden) Auslesung von Zählern im Messwesen (Wasser, Strom, Wärme etc.) Auslesung Energiedaten kommunale Immobilienwirtschaft Feuchtigkeitsmessung städtisches Grün/Bäume (z.B. Talking Trees in Ulm) (Hoch-)/Wasserstandmessungen, z.B. im Rahmen einer Schwammstadt Beleuchtungssteuerung für responsive/on-demand Beleuchtung Umwelt- und Wettermessungen (z.B. Hochwasserschutz, Stadttemperaturen, Feinstaub) Füllstandsmessung Glascontainer im öffentlichen Raum (privater Dienstleister)
Nutzen
Erprobung von Technologie vor der großflächigen Ausschreibung, dadurch frühzeitige Modifikation oder Abbruch Integration in bestehende Prozesse und Infrastruktur Aufbau übergreifender Partnerschaften z.B. mit der Forschung/Industrie Minimierung des Umsetzungs- bzw. Projektrisikos Demonstration des Nutzens von digitalen Maßnahmen („Digitalisierung zum Anfassen“)
Risiken & Hemmnisse
Querschnittsthema braucht starke Ownership und Koordination Bürokratische Hindernisse Technologien können und „müssen“ manchmal scheitern Aufbau urbaner Datenplattform sehr aufwändig und ressourcenintensiv Erprobung zu vieler Netztechnologien „überlasten“ das Projekt, daher zunächst Fokus auf wenige Use Cases
Fördermöglichkeiten
u.a. Förderprogramm des BMWSB „Smart Cities made in Germany“
Monitoring & Evaluierung
Bei der Evaluation und beim Monitoring ist die Auswertung, Verschneidung der Daten und der Mehrwert daraus ausschlaggebend. Idealerweise werden Messdaten über einen Zeitraum von
mindestens einem Jahr/vier Jahreszeiten und unterschiedlichen Standorten ausgewertet, um hochwertige und repräsentative Aussagen treffen zu können.
Ähnliche Projekte
Der LoRaPark Ulm (LoRaWAN Anwendungen) Schwammstadt Wien (Bewässerung) Talking Trees der Stadt Ulm LoRaWAN Versuchsfeld Fürth und Frankfurt
4. 3 Quartiersschule Lichtenreuth
Zeithorizont: Umsetzung mit Beginn des Schulbetriebes (voraussichtlich 2025)
Gesamtbudget: Das den IDEK Prozess begleitende Büro (bgh) geht in seiner Kostenschätzung für die Erstellung der Machbarkeitsstudie von einem Budget (Zeitaufwand) i.H.v. 15 Arbeitstagen aus.
Federführung: Referat für Schule und Sport
Mitwirkende: Mitarbeitende von Schule und Hort, Quartiersbüro, Stadtteilkoordination Stpl, Referat für Jugend, Familie und Soziales - Regiestelle Sozialraumentwicklung
Projektkurzbeschreibung: Mit Beginn des Schulbetriebes soll unter enger Einbeziehung der Mitarbeitenden in Schule und Hort eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. In drei Bausteinen soll die Realisierung von Quartiersfunktionen auf dem Schulgelände - unter besonderer Berücksichtigung digitaler und hybrider Möglichkeiten - untersucht werden.
Machbarkeitsstudie
Die Grundschule in Lichtenreuth soll neben der University of Technology Nuremberg (UTN) als ein zentraler Standort des lebenslangen Lernens im „Reallabor Lichtenreuth“ etabliert werden. Da Mitte 2022 die baulichen Planungen für die Schule bereits weit fortgeschritten und Änderungen am Raumprogramm nicht mehr möglich sind, ist es für die Durchführung einer klassischen „Phase 0“ (vgl. Phase Null im Schulbau: Was, wie, warum?) bereits zu spät.
Deshalb soll mit Beginn des Schulbetriebes (voraussichtlich 2025) unter enger Einbeziehung der Mitarbeitenden in Schule und Hort eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden, die in drei Bausteinen die Realisierung von Quartiersfunktionen auf dem Schulgelände - unter besonderer Berücksichtigung digitaler und hybrider Möglichkeiten - untersucht. Die Erfahrungen mit Quartiersschulkonzepten in Bremen (Gröpelingen) und Leipzig (Quartiersschule Leipzig Osten) sollen in der Machbarkeitsstudie berücksichtigt werden.
a) Erfassung und Priorisierung möglicher Funktionen einer Quartiersschule In einem ersten Schritt sind die Anforderungen und Bedarfe für formelles, informelles und nonformales Lernen in Lichtenreuth zu erfassen. Dies umfasst neben klassischen Bildungsangeboten u.a. Möglichkeiten der Familienbildung, Gesundheitsbildung, intergenerative und interkulturelle Bildung, auch in Verbindung mit sozialen und kulturellen Angeboten.
Zur Erfassung der Bedarfe sind einerseits Expertengespräche mit Akteuren aus dem Bildungs-, und Kultur- und Sozialbereich in Lichtenreuth bzw. den benachbarten Stadtteilen durchzuführen. Andererseits soll mit geeigneten Methoden die Sicht der bereits im Quartier zugezogenen Bewohnerinnen und Bewohner ermittelt werden.
In einem zweiten Schritt werden die ermittelten Bedarfe im Abgleich mit den baulichen und räumlichen Gegebenheiten von Schule und Freigelände hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit geprüft und priorisiert. Dabei sind zum einen die Möglichkeiten für eine Mehrfachnutzung von Gebäudeteilen sowie zur partiellen Nutzung von Teilen der Schule bzw. der schulischen Freiräume außerhalb der Unterrichtszeiten zu untersuchen (z.B. Veranstaltungsräume/Aula, Gemeinschaftsräume für Ganztagesangebote und Erwachsenenbildung). Zum anderen ist die Möglichkeit zur Realisierung von priorisierten Funktionen in digitaler oder hybrider Form als Teil des Reallabors zu prüfen. Im Ergebnis wird ein inhaltliches Profil für die Quartiersschule erstellt. Dieses umfasst
die priorisierten Quartiersfunktionen für formales, nonformales und informelles Lernen die dafür notwendigen Mehrfachnutzungen von Räumen und Freiflächen die Möglichkeiten der Realisierung als digitale und hybride Angebote.
b) Inhaltliches Konzept für Interaktion zwischen Schule und Quartier Anknüpfend an die IT-Strategie „Lernen und Lehren an städtischen und staatlichen Schulen in Nürnberg im Digitalen Zeitalter“ ist ein Konzept zur Interaktion zwischen Schule und Quartier als Teil der Quartiersschule zu erarbeiten. Dabei werden gemeinsam mit Lehr- und Erziehungskräften konkrete Maßnahmen an der Schnittstelle von schulischer Bildung und Quartiersentwicklung erarbeitet. Das Konzept könnte u.a. Maßnahmen zu folgenden Inhalten umfassen:
Schülerinnen und Schüler erstellen Ausstellungen/virtuelle Rundgänge etc. Studierende geben Unterricht als Fachkundige in der Schule UTN als außerschulischer Lernort für die Schule Bewohnerinnen und Bewohner sowie Studierende als Lerncoaches für die Kinder Kinder laden Bewohnerinnen und Bewohner zu Aktionen in die Schule ein
c) Organisation und Finanzierung Für die Bausteine A und B ist ein Betriebskonzept zu erarbeiten. Dieses soll mindestens umfassen: die Koordination der in der Schule angesiedelten Quartiersfunktionen die Organisation der Mehrfachnutzung von Räumen und Freiflächen unter besonderer Berücksichtigung der Öffnung außerhalb der Schulzeiten die Organisation der Interaktion zwischen Schule und Quartier Kosten sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
4.4 Living Labs und Erprobungsräume für Technologien
Ziel ist eine dreistufige Prüfung/Sondierung eines möglichen Living Labs für die Erprobung von Technologien, Anwendungen oder Projekten sowie eines Betreiber- und Finanzierungsmodells, unter welchem eine solche Initiative mehrwertstiftend mit Partnern umgesetzt werden könnte. Entwicklung skalierbarer Lösungen im Living Lab und Transfer auf andere Stadtteile.
Zeithorizont
12 Monate von 2023-2024
Federführung
Wirtschaftsförderung Nürnberg (WiF) (Vorschlag)
Gesamtbudget: Das den IDEK Prozess begleitende Büro (bgh) geht in seiner Kostenschätzung von einem Gesamtbudget i.H.v. 115.000 € (Stufe 1 „Status Quo“: ca. 40.000 €; Stufe 2 „Betreiber/ Geschäftsmodell“: ca. 60.000 €; Stufe 3 „Roadmap“: ca. 15.000 €) aus.
Machbarkeitsstudie
Im neu entstehenden Stadtteil Lichtenreuth ergibt sich die Chance, neue Lösungsansätze, Technologien und Anwendungen, insbesondere aus dem digitalen Umfeld, in Kooperationen zu testen und auf die Anforderungen der Stadt anzupassen. Um den Nutzen, Anwendbarkeit und Betriebsprozesse der innovativen Lösungen zu verstehen und zu verbessern, braucht es jedoch Räume, sogenannte „Living Labs“, für die (schnelle) Erprobung von Anwendungsfällen und Projekten und den Aufbau relevanter Partnerschaften, z.B. mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Die Entwicklung belastbarer Partnerschaften ist selten trivial, da es völlig unterschiedliche Herangehensweisen, Prozesse, Geschwindigkeiten und Auffassungen über den Mehrwert zu kanalisieren gilt. Für die Konkretisierung dieses Vorhabens wird im Rahmen des Reallabors Lichtenreuth zunächst eine Machbarkeits- bzw. Sondierungsstudie durchgeführt.
Ziel ist die dreistufige Prüfung/Sondierung eines möglichen Living Labs für die Erprobung von Technologien, Anwendungen oder Projekten sowie eines Betreiber- und Finanzierungsmodells, unter welchem eine solche Initiative mehrwertstiftend mit Partnern umgesetzt werden könnte. Ziel eines Living Labs wird es sein, skalierbare Lösungen zu entwickeln und zu transferieren.
Folgende wesentliche Leistungsbausteine der Sondierungsstudie wurden in der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Nürnberg und Bayern Innovativ erarbeitet:
Stufe 1: „Status Quo“
Im Rahmen der Status-Quo-Analyse werden zunächst die Stakeholder, Rahmenbedingungen und Bedarfe erfasst und mit den städtischen Zielsetzungen abgeglichen. Fällt nach dieser ersten Stufe der Entschluss zu einer Vertiefung bzw. Machbarkeit der Initiative, wird im nächsten Schritt der Sondierungsstudie eine Vertiefung vorgenommen:
-
Zielsetzung und Hintergrund der Studie
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Status-Quo-Analyse: Stakeholder-Mapping/Bedarfsanalyse Analyse des Nürnberger Innovationsökosystems inkl. Anforderungen und Rolle der Akteure sowie Abhängigkeiten/Zeiträume zu Fördermitteln Politische Zielsetzungen/Rahmen/Entwicklungen Neues Hochschulgesetz zur Förderung von Gründung DATI, Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (im Aufbau) → Hochschulen für angewandte Wissenschaft ggf. weitere
-
Abgleich /Zusammenführung der Ergebnisse mit kommunalen Zielsetzungen Identifizierung von Schnittstellen mit städtischen Strategien und Zielsetzungen sowie Erstellung einer Nutzenanalyse (pro/contra)
„Quality Gate“: Entscheidung über Fortsetzung/Vertiefung der Machbarkeitsstudie
Stufe 2: „Zielsetzung und Konkretisierung“
Dieser Leistungsbaustein konkretisiert die Grundsätzliche Zielsetzung, Ausrichtung und Schwerpunkte der Initiative. Dies schließt die Entwicklung eines Zielbildes, Identifizierung von Partnern und Kooperation ein. Im Zentrum steht die Erstellung eines Geschäfts- und Betreibermodells und die Messbarkeit der Ergebnisse durch klar formulierte KPIs.
- Grundsätzliche Zielsetzung, Ausrichtung und Schwerpunkte der Initiative
Zielsetzung der Initiative/Vision und Erstellung eines Zielbildes Fokus auf Erprobung Infrastruktur im Quartier (z.B. Zollverein Essen) Fokus auf Schaffung eines rechtlichen Experimentierrahmens seitens der Stadt ohne zwangsläufige Verankerung im Quartier Fokus auf Fragestellungen der Stadt (z.B. Munich Urban Collab)
Zusammenfassend wird eine Gegenüberstellung und Bewertung der unterschiedlichen Ansätze vorgenommen. Im Ergebnis wird damit eine Entscheidungsgrundlage für die weitere inhaltliche und organisatorische Ausrichtung vorliegen. Zielgruppe/Kundschaft“: Welcher Nutzen könnte für welchen Partner/Partnerin entstehen? Vernetzung und Zusammenarbeit mit der UTN, z.B. bei den Zielsetzungen der Universität und Verzahnung mit dem Ökosystem.
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Partner und Kooperation Identifizierung, Ansprache und Kooperationsvereinbarungen mit Partnern auf Grundlage der Stakeholder-Map und Nutzenanalyse. Fokus kommunale Partner (z.B. N-ERGIE, VAG etc.) Fokus Wirtschaftsakteure und Start-ups (z.B. Siemens etc.) Fokus Forschung (z.B. Fraunhofer, UTN etc.)
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Geschäfts- und Betreibermodelle (Business Plan) Ableitung aus vorigen Ergebnissen Pains/ Gains Dienstleistungsportfolio/Kundschaft“ (UVP) Betreibermodell (mittelfristig selbsttragend) Kosten und Finanzierung/Sponsoring und mögliche Fördermittel
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Monitoring, Erfolgsindikatoren und Messbarkeit der Ziele (SMART)
„Quality Gate“: Entscheidung über Fortsetzung/Vertiefung der Machbarkeitsstudie
Stufe 3: „Umsetzungsroadmap“
Die Umsetzungsroadmap beschreibt die Umsetzungsschritte der Studie anhand eines detaillierten Projektmanagementplans.
- Erstellung eines Projektmanagement- bzw. Implementierungsplans
Kosten
Das den IDEK Prozess begleitende Büro (bgh) geht in seiner Kostenschätzung von nachfolgenden Kosten aus:
Schätzung Kosten und Aufwand
Geschätzte Kosten (inkl. Erfahrungswerte Bayern Innovativ):
-
Stufe 1 „Status Quo“ ca. 40.000 €
-
Stufe 2 „Betreiber/Geschäftsmodell ca. 60.000 €
-
Stufe 3 „Roadmap“ ca. 15.000 €
Geschätzter verwaltungsinterner Aufwand:
-
Zeitraum ca. 12 Monate
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0,3 Vollzeitäquivalent für Koordination und Kooperationen
Durchführung der Sondierungsstudie: externe Vergabe
- Vorschlag zur Federführung: Wirtschaftsförderung Nürnberg (WiF)