Stadtrat vom 26.04.2023 110-10.59.10-10/13/1
Integriertes digitales Entwicklungskonzept (IDEK) „Reallabor Lichtenreuth“
hier: Ergebnisse, Perspektive und Vorschlag zum weiteren Vorgehen
I. Sachverhalt
1. Ausgangslage
Die Stadt Nürnberg wurde als eine von elf Modellkommunen in Bayern vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) im Rahmen des Modellprojekts „Smart Cities Smart Regions“ ausgewählt und in Form eines Zuschusses in Höhe von 119.500 Euro (entspricht 60% der förderfähigen Ausgaben) gefördert.
Zielsetzung des Förderprojekts war es, aufbauend auf dem Prinzip eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) eine integrierte und städtebaulich-/ stadtentwicklungsbezogene Aspekte umfassende Digitalisierungsstrategie in Form eines integrierten digitalen Entwicklungskonzeptes (IDEK) zu entwickeln. Dabei wurden Strategien und Projekte zur digitalen Entwicklung1 für den in Nürnberg neu entstehenden Stadtteil Lichtenreuth erarbeitet, bewertet und in einem Handlungskonzept gebündelt.
Die Nutzung der INSEK-Methodik sicherte ein integratives und partizipatives Vorgehen, welches sich an der Stärkung des Gemeinwohls orientiert. Dabei wurde in dem Modellvorhaben die methodische und inhaltliche Verschneidung räumlicher und digitaler Planungsansätze ausgelegt und erprobt.
Durch die Förderung der Modellkommunen sollen übertragbare und praxisnahe Lösungsansätze zur Entwicklung von kommunalen Digitalisierungsstrategien aufgezeigt sowie übertragbare, praxisnahe Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Die Beteiligung an dem Modellvorhaben umfasste auch die Orientierung an den methodischen Vorgaben des StMB sowie einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Modellkommunen im Rahmen der Austausch- und Coachingworkshops des Instituts für Innovation und Technik (iit), das für die wissenschaftliche Begleitforschung im Vorhaben zuständig war.
Für die Erstellung des IDEKs „Reallabor Lichtenreuth“ wurde von der Stadt Nürnberg ein interdisziplinäres Arbeitsteam (u. a. Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation [Koordination], Bürgermeisteramt Stab Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung Nürnberg sowie weitere Ämter) unter Begleitung der Bürogemeinschaft Gauly & Volgmann (bgh.) aus Leipzig gemäß Sitzung des Stadtrates vom 24.03.2021 beauftragt. Das IDEK „Reallabor Lichtenreuth“ wurde in einem breit angelegten Beteiligungsverfahren im Zeitraum von April 2021 bis Oktober 2022 erarbeitet.
Nachfolgend sollen die Ergebnisse des Projekts in verkürzter Form sowie die Chancen und Erwartungen an das Vorhaben und die Möglichkeiten der weiteren Umsetzung dargestellt werden.2
1 Diese werden häufig auch unter dem Schlagwort „Smart City“ zusammengefasst. 2 Die vollständige Enddokumentation zum IDEK „Reallabor Lichtenreuth“ liegt der Sachverhaltsdarstellung in der Anlage bei.
2. Erarbeitungsprozess des IDEK
Die Erarbeitung des IDEK erfolgte in sechs vom StMB vorgegebenen und eng miteinander verknüpften Arbeitspaketen (nachfolgend dargestellt). Um dem partizipativen Anspruch des IDEK gerecht zu werden, wurden prozessbegleitend mehrere Veranstaltungen durchgeführt. Dabei lag ein besonderer Fokus auf der Mitwirkung der unterschiedlichen Fachdienststellen, Referate, städtischen Unternehmen sowie Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft.
Arbeitspakete
Die Bearbeitung der nachfolgenden Arbeitspakete erfolgte, insbesondere in den ersten vier, anhand der sechs Handlungsfelder:
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Städtebau, Wohnen, Demografie
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Mobilität & Verkehr
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Bildung, Wissenschaft & Wirtschaft
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Kultur & Freizeit
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Daten, Infrastruktur und kommunale Dienste
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(Neue Formen der) Partizipation
AP 1 Bestandsanalyse In der Bestandsanalyse wurden der aktuelle Arbeitsstand der städtebaulichen Planungen für Lichtenreuth sowie die vorhandenen Fachplanungen und -strategien in Nürnberg gesichtet und durch Experteninterviews vertieft. Im Ergebnis wurde der Wissensstand zur Digitalisierung in der Gesamtstadt und zur Entwicklung von Lichtenreuth komprimiert aufbereitet.
AP 2 SWOT-Analyse Anschließend an die Bestandsanalyse erfolgte die Bewertung der Stärken und Schwächen sowie der Chancen und Risiken für die Stadtteilentwicklung von Lichtenreuth unter besonderer Fokussierung auf Digitalisierungsbedarfe und -projekte. Daraus wurden Handlungsbedarfe für das IDEK „Reallabor Lichtenreuth“ abgeleitet.
AP 3 Leitbild und strategische Ziele Aufbauend auf der SWOT-Analyse wurde ein übergreifendes Leitbild für Lichtenreuth verknüpft mit strategischen Zielen für die digitale Entwicklung formuliert.
AP 4 Digitale Potentialanalyse Projektideen und -vorschläge, die über den bisherigen Prozess gesammelt oder über die Beteiligungsveranstaltungen eingebracht wurden, wurden hinsichtlich ihres Nutzens und Beitrages zur Zielerreichung, aber auch ihrer Risiken sowie der Machbarkeit bewertet.
AP 5 Maßnahmen- und Finanzierungskonzept Auf Grundlage der digitalen Potentialanalyse erfolgte eine Priorisierung - und teilweise Zusammenfassung - der Projektideen. Die priorisierten Projekte wurden in Steckbriefen konkretisiert.
AP 6 Monitoring und Evaluation Abschließend wurde ein Monitoringkonzept erstellt, das sowohl die digitalen Ziele als auch die priorisierten Projekte adressiert.
3. Ergebnisse und Vorschlag für die weitere IDEK-Umsetzung
3.1 Projektvorschläge zur Umsetzung
Während des Erarbeitungsprozesses des IDEK entstanden 34 Projektideen, welche zunächst in einem Pool zusammengeführt, konkretisiert und darauf aufbauend hinsichtlich Nutzen und
Umsetzbarkeit bewertet wurden. Die Bewertungskriterien berücksichtigten die digitalen Potenziale und Hemmnisse, darüber hinaus aber auch Aspekte bezüglich des Mehrwerts für eine gemeinwohlorientierte Stadtteilentwicklung und der Mitwirkungsbereitschaft der wichtigen Akteure.
Die Projekte, welche zur Vertiefung und Umsetzung empfohlen werden, werden dabei differenziert in: Liste A1: Operationalisierbare Steckbriefe, im Rahmen des IDEK-Prozesses erstellt Liste A2: Machbarkeitsanalyse/Sondierungsstudie vorab erforderlich
Liste A1, Steckbriefe:
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A1.1 – Aktivierung und Beratung gewerblicher und institutioneller Bauherren
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A1.2 – Verbesserung der Verteilstrukturen/ letzte Meile, Concierge-Dienste
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A1.3 – Quartiersbüro Lichtenreuth 3
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A1.4 – Digital zugängliche Leihangebote im öffentlichen Raum
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A1.5 – Hybride Bürgerdienste und Leistungen der Stadtverwaltung
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A1.6 – Testfeld für Sensortechnik und IoT-Technologien mit den Anwendungen
„Intelligente Mülleimer“ und „Digitale Bewässerungssteuerung“ 3
Liste A2, Machbarkeitsanalyse/Sondierungsstudie:
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A2.1 – Quartiersschule Lichtenreuth 3
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A2.2 – Living Labs und Erprobungsräume für Technologien 3
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A2.3 – Niedrigschwellige Engagement und Ermöglichungsräume
Aufgrund der gegebenen Umsetzungsvoraussetzungen und Ressourcensituation sowie der bedeutenden Wirkung für die integrierte, digitale Entwicklung des Stadtteils Lichtenreuths wurden die nachfolgend dargestellten Leitprojekte für die weitere IDEK-Umsetzung ausgewählt. Die Realisierung der anderen priorisierten Projektideen wurde infolge der derzeit haushaltsbedingten angespannten Situation in der Verwaltung zurückgestellt.
4. Leitprojekte für die weitere IDEK-Umsetzung
In Folge werden die als prioritär identifizierten Leitprojekte kurz dargestellt.4
4.1 Quartiersbüro Lichtenreuth
Koordination: Bürgermeisteramt, Stab Stadtentwicklung (Vorschlag) -> Steuerung der Initiierung und des Aufbaus/ Betreiberkonzept (bereits angelaufen)
Mitwirkende
intern: Referat für Jugend, Familie und Soziales, Regiestelle Sozialraumentwicklung • Amt für Kultur und Freizeit • Stadtplanungsamt • Verkehrsplanungsamt • Seniorenamt • Direktorium Bürgerservice, Digitales und Recht • Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation • Gesundheitsamt • ggf. Bildungszentrum
extern: Evangelisches Siedlungswerk, Christliche Arbeitsgemeinschaft e.V. (CAG), Stadtmission, Quartiersbüro Hasenbuck, weitere Bauträger mit großen Anteilen an Wohnungen, VAG (ggf. mit Mobilitätsberatung), ggf. Anbieter von Carsharing im Quartier (mit Beratungsangebot).
3 Dabei handelt es sich um die Leitprojekte, die zeitnah umgesetzt werden sollen und denen eine besonders große Wirkung für die integrierte, digitale Entwicklung des neuen Stadtteils beigemessen wird. 4 Eine detaillierte Darstellung, auch der weiteren Projekte, Machbarkeitsanalysen und Sondierungsstudien, kann der beiliegenden Anlage 1 Detailbeschreibung Leitprojekte sowie der Enddokumentation zum IDEK „Reallabor Lichtenreuth“ (Anlage 2 IDEK Lichtenreuth Dokumentation) entnommen werden.
Zielsetzung der Maßnahme/Zielgruppe
Das übergeordnete Ziel dieser Maßnahme besteht darin, eine zentrale Anlaufstelle für alle Bewohner, Studierende oder Arbeitnehmende im Stadtteil sowie Akteure und Multiplikatoren zu schaffen. Das Quartiersbüro berät im neuen Stadtteil zu diversen (digitalen) Angeboten, unterstützt wenig digitalaffine Personen in ihrem Zugang zu diesen Angeboten und übernimmt die Rolle des Mittlers zwischen der Stadt Nürnberg und der Bewohnerschaft. Über das Quartiersbüro sollen Information, Kommunikation, Begegnung, Vernetzung und Beteiligung im Stadtteil befördert werden. Ausgewählte Angebote des Quartiersbüros können sich explizit an spezifische Zielgruppen richten, wie etwa Bewohnerinnen und Bewohner im geförderten Wohnungsbau. Daneben sind thematische Schwerpunktsetzungen möglich, wie etwa Unterstützung beim Aufbau und der Umsetzung eines integrierten Mobilitätsmanagements.
Dazu wird in einem ersten Projektbaustein ein Betreiberkonzept erarbeitet und eine zweijährige Aufbau- und Erprobungsphase initiiert.
Über das Quartiersbüro erfolgen digitale Kommunikations- und Beteiligungsformate sowie Visualisierung von notwendigen Planungsgrundlagen. Diese ergänzen analoge Formate sinnvoll und schaffen neue Angebote für umfassende Information und Ko-Produktion, um die Teilhabe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen an der Quartiersentwicklung zu erhöhen. Das Projekt trägt durch seine u.a. digitalen, multimedialen und anpassungsfähigen Angebote und Räume verschiedener städtischer und nichtstädtischer Akteure zur Stärkung der sozialen und kulturellen Teilhabe bei und wirkt einer digitalen Spaltung entgegen.
4.2 Testfeld für Sensortechnik und IoT-Technologien mit den Anwendungen „Intelligente
Mülleimer“ und „Digitale Bewässerungssteuerung“
Federführung: Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR)
Mitwirkende
intern: Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation, Amt für Informationstechnologie
Zielsetzung der Maßnahme/Zielgruppe: Ziel ist die Konzeption und Aufbau eines isolierteren Versuchsbetriebs zum Testfeld für IoT und Sensortechnik auf Grundlage von zunächst zwei durch die Stadt Nürnberg festgelegten Use Cases „Intelligente Mülleimer“ und „Digitale Bewässerungssteuerung“ bis zum Jahr 2025. Durch effizient geplante Routen für die Entleerung der Abfallcontainer sollen Kapazitäten bei SÖR eingespart bzw. umverteilt werden. Durch bedarfsorientiere Bewässerung wird Wasser eingespart und je nach Auswahl der Sensoren können Starkregenereignisse früh erkannt werden. Zielgruppe ist die Stadtverwaltung Nürnberg, ihre kommunalen Tochterunternehmen, insbesondere SÖR und N- ERGIE sowie Partnerinnen und Partner aus dem Nürnberger Ökosystem wie Forschung und Technologieunternehmen (z.B. Fraunhofer, University of Technology Nuremberg, Siemens).
4. 3 Quartiersschule Lichtenreuth
Federführung: Referat für Schule und Sport
Mitwirkende: Mitarbeitende von Schule und Hort, Quartiersbüro, Stadtteilkoordination (Stadtplanungsamt), Referat für Jugend, Familie und Soziales - Regiestelle Sozialraumentwicklung
Projektkurzbeschreibung: Mit Beginn des Schulbetriebes soll unter enger Einbeziehung der Mitarbeitenden in Schule und Hort eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. In drei Bausteinen soll die Realisierung von Quartiersfunktionen auf dem Schulgelände - unter besonderer Berücksichtigung digitaler und hybrider Möglichkeiten - untersucht werden.
Machbarkeitsstudie
Die Grundschule in Lichtenreuth soll neben der University of Technology Nuremberg als ein zentraler Standort des lebenslangen Lernens im „Reallabor Lichtenreuth“ etabliert werden. Da Mitte 2022 die baulichen Planungen für die Schule bereits weit fortgeschritten und Änderungen am Raumprogramm nicht mehr möglich sind, ist es für die Durchführung einer klassischen „Phase 0“ (vgl. Phase Null im Schulbau: Was, wie, warum?) bereits zu spät.
Deshalb soll mit Beginn des Schulbetriebes (voraussichtlich 2025) unter enger Einbeziehung der Mitarbeitenden in Schule und Hort eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden, die in drei Bausteinen die Realisierung von Quartiersfunktionen auf dem Schulgelände - unter besonderer Berücksichtigung digitaler und hybrider Möglichkeiten - untersucht. Die Erfahrungen mit Quartiersschulkonzepten in Bremen (Gröpelingen) und Leipzig (Quartiersschule Leipzig Osten) sollen in der Machbarkeitsstudie berücksichtigt werden.
a) Erfassung und Priorisierung möglicher Funktionen einer Quartiersschule b) Inhaltliches Konzept für Interaktion zwischen Schule und Quartier c) Organisation und Finanzierung
4.4 Living Labs und Erprobungsräume für Technologien
Federführung
Wirtschaftsförderung Nürnberg, Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation (bereits angelaufen)
Machbarkeitsstudie
Im neu entstehenden Stadtteil Lichtenreuth ergibt sich die Chance, neue Lösungsansätze, Technologien und Anwendungen, insbesondere aus dem digitalen Umfeld, in Kooperationen zu testen und auf die Anforderungen der Stadt anzupassen. Um den Nutzen, Anwendbarkeit und Betriebsprozesse der innovativen Lösungen zu verstehen und zu verbessern, braucht es jedoch Räume, sogenannte „Living Labs“, für die (schnelle) Erprobung von Anwendungsfällen und Projekten und den Aufbau relevanter Partnerschaften, z.B. mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Die Entwicklung belastbarer Partnerschaften ist selten trivial, da es völlig unterschiedliche Herangehensweisen, Prozesse, Geschwindigkeiten und Auffassungen über den Mehrwert zu kanalisieren gilt. Für die Konkretisierung dieses Vorhabens wird im Rahmen des Reallabors Lichtenreuth zunächst eine Machbarkeits- bzw. Sondierungsstudie durchgeführt.
Ziel ist die dreistufige Prüfung/Sondierung eines möglichen Living Labs für die Erprobung von Technologien, Anwendungen oder Projekten sowie eines Betreiber- und Finanzierungsmodells, unter welchem eine solche Initiative mehrwertstiftend mit Partnern umgesetzt werden könnte. Ziel eines Living Labs wird es sein, skalierbare Lösungen zu entwickeln und zu transferieren.
5. Chancen und Erwartungen, Vorschläge für die IDEK-Umsetzung
Beim IDEK Lichtenreuth handelt es sich um eine komplexe und innovative Querschnittsaufgabe der Stadtentwicklung der Stadt Nürnberg, bei der unterschiedlichste Akteure innerhalb und außerhalb der Verwaltung miteinander agieren. Die Umsetzung und Weiterentwicklung des IDEK Lichtenreuth soll durch eine kompakte Steuerungs- und Arbeitsstruktur erfolgen. Um im höchsten Maße effizient zu agieren und zusätzliche Arbeitsbelastungen aller Beteiligten möglichst gering zu halten, werden, wo immer möglich, bereits vorhandene Facharbeitsgruppen und Gremien in den Prozess eingebunden (Team INSEK Südost, bereits ausgeschriebenen Stelle der Stadtteilkoordination5 usw.) und diese durch die jeweiligen Projektteams (s.o.) ergänzt.
5 Es wäre wünschenswert, die Stadtteilkoordination Lichtenreuth zumindest tageweise im geplanten Projekt „Quartiersbüro Lichtenreuth“ räumlich zu verorten.
Eine erfolgreiche IDEK-Umsetzung kann durch Einwerbung externer Finanzmittel stark befördert werden. O.g. Förderprogramme im Themenfeld bieten u.a. die Möglichkeit, (einzelne/mehrere) Modellprojekte sowie für die Steuerung und Umsetzung notwendige Personalstellen finanziell zu unterstützen. Aktuell bzw. in Vorbereitung befinden sich Förderprogramme, z.B. der EU (z.B. Horizon 2022) und des Bundes (z.B. Modellprojekte Smart Cities 4. Staffel, BMWSB).
Eine Einbindung in den INSEK Südost Prozess ist immanent für die Koordinierung des IDEK- Umsetzungsprozesses und soll mit Management, Planung und Umsetzung der Stadtteilentwicklung kombiniert werden, um analoge und digitale Stadtteilentwicklung „aus einer Hand“ zu ermöglichen:
- Dachstruktur für o.g. Projektteams und fakultative Arbeitsgruppen für Sonderthemen in der
Aufsiedlung und Betrieb
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Koordination der jeweiligen Projektteams
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Begleitung der Vorbereitung und Umsetzung der Projekte des Reallabors Lichtenreuth
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Bedarfsgerechte Kommunikation mit weiteren Akteuren, nach innen (Stadtverwaltung) und
außen (Multiplikatoren)
Die digitale Welt bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten. Mit dem IDEK Lichtenreuth besteht die Chance, zumindest einige davon zu nutzen. Sie zu nutzen, um Nürnberg noch lebenswerter und fortschrittlicher zu machen, ja in vielen Punkten voran zu gehen. Im Zusammenhang mit dem neuen Stadtviertel Lichtenreuth gibt es einige innovative Lösungen, die in Betracht gezogen werden können. Obig genannte, identifizierte Projektideen sind hierbei nur ein einige wenige, bieten aber großes Potenzial, um die Möglichkeiten digitaler Lösungen im neuen Stadtviertel aufzuzeigen, u.U. auf andere Viertel auszuweiten oder zu skalieren und so zur Steigerung des Gemeinwohls auf gesamtstädtischer Ebene beizutragen.
Smart City-Lösungen, wie beispielsweise die Optimierung der Bewässerung oder die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen durch die Nutzung von Technologie, können dazu beitragen, die Lebensqualität der Bürger zu verbessern. Auch die Förderung von Living Labs kann dazu beitragen, die Attraktivität für kluge Köpfe und nicht zuletzt die Wirtschaft des Viertels zu stärken und somit hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen.
Lichtenreuth soll Begeisterung wecken und mit Begeisterung andere anstecken. Einladen, Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Eine lebhafte, partizipative Community von Menschen, die die neuen Möglichkeiten entdecken, nutzen und weiterentwickeln, kann nicht nur dabei helfen, neue Ideen zu erdenken und auszuprobieren, sondern auch dabei, gesamtstädtische Ziele gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu erreichen.
Mit dem IDEK Lichtenreuth und dessen Umsetzung besteht die Chance, die Zukunft, nicht nur des Viertels, sondern der gesamten Stadt aktiv mitzugestalten und die digitale Welt für die Bürger - und zwar alle Bürger - nutzbar zu machen. Es braucht Mut und Initiative, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Veränderungen machen oft Angst, aber sie bringen auch immer die Möglichkeit für Wachstum und Fortschritt. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass Lichtenreuth ein Ort der Innovation und des Fortschritts wird.
Beschlussvorschlag
Der Stadtrat nimmt die Ergebnisse des IDEK zustimmend zur Kenntnis Der Stadtrat beauftragt die Verwaltung, die Ergebnisse und Vorschläge für die weitere IDEK- Umsetzung anhand der vier Leitprojekte weiter zu entwickeln und Vorschläge für die Umsetzung einschließlich Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zu erarbeiten (und dem Stadtrat jeweils zum Beschluss vorzulegen)
II. Laufweg im DMS
| OE | Unterschrieben am | Unterschrieben von | Unterschriftenart | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| DiP | 28.03.2023 | Latus, Matthias, Dr. | Schlusszeichnen | |
| BDR | 28.03.2023 | Kuch, Olaf | Genehmigung | |
| BgA | 28.03.2023 | Schmidt, Tobias | Kenntnisnahme |
Nürnberg, 28.03.2023 Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation
gez. Dr. Latus (5 13 95) (Unterschrift liegt elektronisch vor)
Anlagen Anlage 1 Detailbeschreibung Leitprojekte Anlage 2 IDEK Lichtenreuth Dokumentation