Haushaltssperre

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Entscheidungsvorlage

Anlage · 26.04.2023 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Verkehrsausschuss

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Entscheidungsvorlage

Abdurrahim Özüdoğru war das zweite Mordopfer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ („NSU“), die in den Jahren 2000 bis 2007 zehn Menschen ermordet hat, darunter zwei weitere Männer in Nürnberg (Enver Şimşek und İsmail Yaşar).

Abdurrahim Özüdoğru wurde am 21. Mai 1952 in Yenişehir im Nordwesten der Türkei geboren. 1972 kam er nach Deutschland und studierte an der Universität in Erlangen Maschinenbau. Dort lernte Özüdoğru seine spätere Ehefrau kennen, mit der er eine Tochter bekam. Hauptberuflich arbeitete Özüdoğru 25 Jahre lang als Metallfacharbeiter im Schichtbetrieb in einem großen Nürnberger Unternehmen. Mit seiner Frau eröffnete er außerdem in der Gyulaer Straße/Ecke Siemensstraße eine Änderungsschneiderei, die er, nachdem sich das Ehepaar getrennt hatte, nebenberuflich weiterführte.

Am 13. Juni 2001 fuhr Özüdoğru nach dem Ende seiner Frühschicht als Maschinenführer zunächst nach Hause. Gegen 16 Uhr kaufte er sich im benachbarten Zeitungskiosk noch eine Tageszeitung und ging anschließend in die Schneiderei. Dort wurde Özüdoğru vermutlich gegen 16.30 Uhr mit zwei Kopfschüssen ermordet. Ein Passant entdeckte um 21.25 Uhr die Leiche des 49-jährigen. Özüdoğru wurde schließlich in die Türkei überführt und dort bestattet.

Es stellte sich heraus, dass er mit derselben Waffe erschossen wurde, mit der schon neun Monate zuvor der Blumenhändler Enver Şimşek an der Liegnitzer Straße getötet worden war. Wie bei Şimşek untersuchten die Ermittlungsbehörden zunächst eventuelle Verbindungen zu Drogenhändlern in Frankreich und den Niederlanden. Famile Özüdoğru erfuhr erst nach mehr als 10 Jahren Ungewissheit, wer für den Mord verantwortlich war, als die rechtsextreme Terrorgruppe NSU entdeckt wurde und ihre Taten selbst publik gemacht hatte.

Es wird vorgeschlagen, die Grünanlage südlich der Sperberstraße zwischen Burgundenstraße und Huldstraße als

Abdurrahim-Özüdoğru-Park (nach Abdurrahim Özüdoğru, 1952-2001, Mordopfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU)

zu benennen.

Mit der Benennung von Plätzen nach Enver Şimşek (vgl. Stadtrat vom 21.07.2021), İsmail Yaşar (vgl. Stadtrat vom 27.04.2022) und nunmehr nach Abdurrahim-Özüdoğru werden alle drei Nürnberger Mordopfer des NSU gewürdigt.

Hinweis zur Benennung von mehr Straßen nach Frauen:

In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 15.11.2018 haben Stadtverwaltung und Stadtratsmitglieder einmütig bekundet, dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden müssen. Dies wurde auch in dem vom Stadtrat verabschiedeten Gleichstellungsaktionsplan festgelegt.

Von den im Zeitraum 01/2018 - 02/2023 beschlossenen 48 Straßenbenennungen erfolgten 37 nach Personen, davon 21 nach Frauen.

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