Haushaltssperre

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Auswertung und Bericht des Amtes für Stadtforschung und Statistik

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Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Stand 14.09.2022

Sicherheitsgefühl in Nürnberg 2021

Ergebnisse der Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

Inhalt

  1. Subjektive Sicherheit bzw. Unsicherheit ................................................................................... 2 2. Sicherheitslage in Nürnberg ......................................................................................................... 3 2.1 Sicherheitsbericht der Polizei ................................................................................................. 4 2.2 Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg ................................................................................ 4 3. Sicherheitsgefühl in Nürnberg 2021 ........................................................................................... 5 3.1 Zufriedenheit mit öffentlicher Sicherheit und Sauberkeit ............................................. 6 3.2 Sicherheitsgefühl in Alltagssituationen .............................................................................. 7 3.2.1 Sicherheits- bzw. Unsicherheitsgefühl tagsüber und nachts ................................... 7 3.2.2 Unsicherheitsgefühle von Frauen und Männern ....................................................... 8 3.2.3 Sicherheitsgefühl in der Wohnung nachts .................................................................. 9 3.2.4 Sicherheitsgefühl in der Wohngegend nachts ......................................................... 10 3.3 Beurteilung von Sicherheit und Ordnung in Nürnberg ................................................. 14 3.3.1 Müll und Schmutz ........................................................................................................... 15 3.3.2 Belästigungen und Ruhestörungen ............................................................................ 16 3.3.3 Sachbeschädigungen, Vandalismus und Schmierereien (Graffiti) ....................... 17 3.3.4 Kriminalität ....................................................................................................................... 18 3.4 Bewertung der Polizeipräsenz ............................................................................................. 19 4. Sauberkeit, Sicherheit und Besucherverhalten in Grünflächen ......................................... 21 4.1 Sauberkeit ................................................................................................................................ 22 4.2 Sicherheit .................................................................................................................................. 22 4.3 Einhalten von Regeln und Besucherverhalten ................................................................. 23 5. Zusammenfassung ........................................................................................................................ 24 Anhang ................................................................................................................................................ 25 Anhang 1: Studiendesign ............................................................................................................ 25 Anhang 2: Karte Umfragegebiete ............................................................................................. 26 Anhang 3: Tabellen Sicherheitsgefühl in Nürnberg 1997 bis 2021 ................................... 27

1. Subjektive Sicherheit bzw. Unsicherheit

Fragen zum persönlichen Sicherheits- bzw. Unsicherheitsgefühl und zur Einschätzung der Sicherheit und Ordnung in Nürnberg werden bereits seit vielen Jahren immer wieder in Nürnberger Bürgerumfragen gestellt.1

Sich in Alltagssituationen in der eigenen Lebenswelt und Wohnumgebung sicher bewegen zu können, ist eine Grundvoraussetzung für ein freies und selbstbestimmtes Leben. Wenn ein Gefühl der Unsicherheit weit verbreitet ist, schränkt dies nicht nur die persönliche Freiheit der betroffenen einzelnen Personen ein. Vielmehr wirkt es sich auch auf die objektive Sicherheitslage und das gesellschaftliche Zusammenleben aus. Furcht vor Kriminalität ist eng verbunden mit anderen gesellschaftlichen Problemen, wie z.B. einer angespannten Wohn- und Lebenssituation und Fragen der sozialen Teilhabe. Ein weit verbreitetes Unsicherheitsgefühl untergräbt insbesondere das Vertrauen in Staat, Polizei und Justiz.2

Ein direkter Zusammenhang zwischen der „objektiven“ Sicherheitslage und dem subjektiven Sicherheitsbzw. Unsicherheitsgefühl ist dabei nicht gegeben. Die Daten der polizeilichen Kriminalstatistik sowie kriminologische Studien zeigen, dass Deutschland ein weitgehend sicheres Land ist, in dem die Bürgerinnen und Bürger eher selten unmittelbar von Kriminalität bedroht sind.3 Für das eigene Sicherheitsempfinden spielen aber neben der objektiven Sicherheitslage weitere Aspekte eine Rolle.

Beim Sicherheitsempfinden der Bevölkerung ist zu differenzieren zwischen einer sozialen und einer personalen Form der Kriminalitätsfurcht. Die soziale Furcht besteht in dem Gefühl einer allgemeinen, Staat und Gesellschaft betreffenden Bedrohung durch Kriminalität. In Umfragen wird dazu z.B. gefragt, ob Kriminalität als bedeutsames Problem für Staat und Gesellschaft gesehen wird. Die personale Kriminalitätsfurcht beinhaltet dagegen das Gefühl einer persönlichen Bedrohung im konkreten Alltagsleben. Als sogenanntes „Standarditem“, das deliktsübergreifend zur Messung der Kriminalitätsfurcht verwendet wird, gilt die Frage nach dem Ausmaß an persönlicher Furcht, die die befragte Person empfindet, wenn sie nachts allein in der eigenen Wohngegend unterwegs ist.

Untersuchungen zeigen, dass die allgemeine Besorgnis über die Kriminalität als gesellschaftliches Problem regelmäßig höher ausfällt als die Furcht, selbst Opfer einer Straftat zu werden. Auf individueller Ebene stehen Sorgen, z.B. um soziale Sicherheit und Gesundheit, im Vordergrund. 4

Die Ursachen für kriminalitätsbezogene Unsicherheitsgefühle können vielfältig sein. In der kriminologischen Forschung werden mehrere Analyseebenen, insbesondere die persönliche Ebene, das Wohnumfeld und die Gesellschaft insgesamt, unterschieden.

Die Viktimisierungsthese beruht auf der Annahme, dass Kriminalitätsfurcht aus persönlichen - Erfahrungen mit Kriminalität entsteht. Diese These konnte nicht empirisch belegt werden, da die Furcht, Opfer einer Straftat zu werden, nicht an direkte oder indirekte Opfererlebnisse geknüpft ist.

Der Vulnerabilitätsansatz sieht als Ursache für Ängste das Bewusstsein eines Mangels an - Verteidigungs- und Abwehrchancen. So können z.B. Frauen oder ältere Menschen annehmen, dass sie einem potenziellen Angreifer physisch unterlegen sein könnten.

1 vgl. Wohnungs- und Haushaltserhebungen 1997, 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021 und Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth: Sicherheitsgefühl in Nürnberg. Ergebnisse der Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2017, S262, Dezember 2018 2 vgl. Hummelsheim-Doß 2016, Dina: Kriminalitätsfurcht in Deutschland. Fast jeder Fünfte fürchtet, Opfer einer Straftat zu werden, in: ISI 55, Februar 2016, S. 6-11, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-47257-8, aufgerufen am 26.07.2018, S. 6 3 vgl. Hummelsheim-Doss, Dina: Objektive und subjektive Sicherheit in Deutschland. Eine wissenschaftliche Annäherung an das Sicherheitsgefühl, in: APuZ 04.08.2017, S. 2f. 4 vgl. ebd., S. 5

Damit in enger Verbindung stehen sozialpsychologische Ansätze, die Persönlichkeitsfaktoren wie z.B. Selbstvertrauen und Resilienz als psychische Schutzfaktoren betrachten.

Die Soziale-Kontrolle-Perspektive bezieht sich auf Merkmale der Wohnumgebung und - Nachbarschaft, die den Grad der Einhaltung gemeinsamer Werte und Bindungen anzeigen. Sog. „Incivilities“ wie Müll, Graffiti oder betrunkene Personen in der Öffentlichkeit können einen Werteverfall und Mangel an sozialer Kontrolle signalisieren. Dies kann zu Unsicherheitsgefühlen in Wohngebieten führen.

Der Einfluss von Medien auf die Entstehung von Kriminalitätsängsten wird mit der Soziales-Problem- - Perspektive untersucht, d.h. inwiefern Berichte über einzelne schwere Straftaten ein verzerrtes Bild vermitteln und dadurch Unsicherheitsgefühle fördern.

Die Generalisierungsthese bezieht sich auf die gesamtgesellschaftliche Ebene. Sie sieht - Kriminalitätsfurcht als Ausdruck einer diffusen allgemeinen Verunsicherung, die eng mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen, wie Globalisierung, Klimawandel, Migration oder wirtschaftlichen Risiken verbunden ist. Kriminalität wird dabei als eine Art Projektionsfläche betrachtet, mit der allgemeine Zukunfts- und Existenzängsten greifbarer erscheinen.

Diese verschiedenen Erklärungsansätze stellen jeweils unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund. Dabei ergänzen sie sich gegenseitig und schließen sich nicht aus.5

Empirisch zeigen sich konsistente Zusammenhänge zwischen dem Sicherheitsgefühl und demografischen und sozialräumlichen Merkmalen. Geschlecht und Alter spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch Bildungsniveau, finanzielle Situation und Merkmale der Wohnsituation beeinflussen das Sicherheitsbzw. Unsicherheitsempfinden.6

Ein weiterer wesentlicher Faktor des Sicherheitsempfindens ist der Grad des Vertrauens in Polizei, Justiz und staatliche Institutionen. Untersuchungen zum Vertrauen in die Polizei und ihre Arbeit zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen Personen mit bzw. ohne Migrationshintergrund. Migrantinnen und Migranten stehen demnach der Polizei nicht grundsätzlich skeptischer gegenüber als Personen ohne Migrationshintergrund. Deutlich wird dabei auch, dass Migrantinnen und Migranten der zweiten Generation der Polizei weniger Vertrauen entgegenbringen als Personen der ersten Generation. 7

In diesem Zusammenhang sollten als Hintergrundbedingungen auch gesamtgesellschaftliche Entwicklungen, die mit allgemeinen Unsicherheiten und Zukunftsängsten verbunden sein können, wie z.B. Klimawandel oder Pandemie, mit beobachtet werden.8

2. Sicherheitslage in Nürnberg

In Nürnberg besteht seit über 20 Jahren ein Sicherheitspakt von Polizei, Staatsanwaltschaft und beteiligten Dienststellen der Stadt Nürnberg, insbesondere Bürgermeisteramt, Rechtsamt und Ordnungsamt.9 Je nach konkreter Problemlage werden weitere städtische Dienststellen einbezogen.

Hintergrund der Zusammenarbeit sind die strikte Trennung der Zuständigkeiten von kommunalen Sicherheitsbehörden und der Polizei und jeweils unterschiedliche Eingriffsmaßnahmen. Mit dem Sicherheitspakt sollen die jeweiligen Kompetenzen, rechtlichen Möglichkeiten und Ressourcen gebündelt werden. Ziel der Zusammenarbeit ist es, bei Problem- und Gefahrenlagen schnell und nachhaltig eingreifen zu können. Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung ist dabei immer ein wichtiger Aspekt.

5 vgl. Hummelsheim-Doß 2016, S. 7 6 vgl. ebd., S. 7f. 7 vgl. Leitgöb-Guzy, Nathalie: Vertrauen in und Erfahrungen mit Polizei und Justiz unter Personen mit Migrationshintergrund, BKA – Kriminalistisches Institut – KKF Aktuell 1/ 2021, S. 21f. 8 Die Befragung war am 31.12.2021, d.h. vor Beginn des Ukraine-Kriegs am 24.02.2022 abgeschlossen. 9 vgl. Stadt Nürnberg: 20 Jahre Sicherheitspakt Nürnberg, Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit, 29.06.2018

Über die Sicherheitslage in der Stadt wird regelmäßig durch die Polizei und die Stadtverwaltung im Stadtrat berichtet, zuletzt im April 2022.10

2.1 Sicherheitsbericht der Polizei

Die Zahl der ermittelten Straftaten ist in Nürnberg in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2016 war mit 45.992 Straftaten11 ein Höchststand in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) zu verzeichnen, im Jahr 2021 waren es noch 33.249. Zugleich konnte die Aufklärungsquote im selben Zeitraum deutlich gesteigert werden. Sie betrug 2016 insgesamt 63,6% und erreichte im Jahr 2021 68,7%. Auch die Häufigkeitszahl, die die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle je 100.000 Einwohner angibt, ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Sie betrug 9.170 im Jahr 2015 und sank zwischen 2020 (7.133) und 2021 weiter auf 6.449, d.h. sie hat innerhalb eines Jahres um 9,6% abgenommen. 12

Besonders stark zurückgegangen sind Wohnungseinbrüche (-51,1% im Vergleich zu 2020) und Diebstähle. Zugleich gab es auch erhebliche Steigerungen bei anderen Deliktarten. Dies betrifft vor allem Sexualdelikte (insbesondere Kinderpornografie) und Internetkriminalität (z.B. Betrug, Hasskriminalität).13

Inwiefern die Corona-Pandemie die Kriminalitätsentwicklung beeinflusst hat, ist auf Basis der PKS der Jahre 2020 und 2021 nicht eindeutig belegbar. Auswirkungen auf Familien und das häusliche Umfeld wurden in der Öffentlichkeit diskutiert, auch wegen der pandemiebedingt eingeschränkten sozialräumlichen bzw. informellen Kontrollmechanismen. Mit den PKS-Zahlen lässt sich dies nicht nachweisen. Nicht auszuschließen ist aber, dass von einem erhöhten Dunkelfeld, d.h. der Polizei nicht bekannten Straftaten, auszugehen sein könnte.14 Am ehesten ist ein Zusammenhang bei den Diebstählen zu erkennen, z.B. durch eingeschränkte Tatgelegenheiten aufgrund geschlossener Geschäfte. Jedoch ist hier bereits seit mehreren Jahren ein Rückgang zu verzeichnen, so dass der allgemeine Trend verstärkt worden sein könnte. 15

2.2 Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg

Über die Sicherheitslage in Nürnberg aus dem Aufgabenbereich der städtischen Dienststellen wurde ebenfalls in der Sitzung des Stadtrats am 27.04.2022 berichtet.16 Die Jahre 2020 und 2021 waren stark durch coronabedingte Einschränkungen, die sich im Verlauf der Pandemie immer wieder änderten, geprägt. Die Anzahl von Großdemonstrationen, insbesondere in Bezug auf coronabedingte Einschränkungen, war hoch. Die Kontrolle der Corona-Maßnahmen (z.B. Maskenpflicht, Zugangsbeschränkungen in der Gastronomie mit 3G/2G/2G+-Regelungen), in enger Kooperation mit der Polizei, und die dadurch verursachte hohe Zahl an Bußgeldbescheiden, waren in dieser Zeit ein wesentlicher Aufgabenschwerpunkt.

Zugleich nahm der Nutzungsdruck im öffentlichen Raum stark zu. In den Grünanlagen und an den gewöhnlichen Treffpunkten in der Innenstadt stieg die Besucherfrequenz drastisch an.17 Die Polizei, der Außendienst der Stadt Nürnberg und die vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) beauftragte Security zeigten vor Ort Präsenz. Ein besonderes Problem in Grünanlagen stellte der Müll, insbesondere

10 Sitzung des Stadtrats am 27.04.2022 11 Alle Zahlen von Straftaten werden ohne ausländerrechtliche Verstöße betrachtet. 12 Vgl. Polizeipräsidium Mittelfranken: Sicherheitsbericht 2021, S. 53 13 vgl. ebd., S. 57 14 vgl. ebd., S. 70f. und Polizeipräsidium Mittelfranken: Sicherheitsbericht 2020, S. 69f. 15 vgl. Polizeipräsidium Mittelfranken: Sicherheitsbericht 2021, S. 69 16 vgl. Stadt Nürnberg: Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg 2021, Stadtrat 27.04.2022 17 vgl. ebd., S. 6ff.

durch Einwegverpackungen, dar. Eine höhere Reinigungsfrequenz durch SÖR sowie größere Müllbehältnisse brachten dabei keinen einschneidenden Erfolg.18

Ein weiteres Thema war der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit. Exzessiver Alkoholkonsum im öffentlichen Raum führt häufig zu einer Einschränkung der objektiven Sicherheit, da er mit Ruhestörungen, Verschmutzungen und Körperverletzungen verbunden ist.19

Das Thema der Vermittlung bei gegenläufigen Nutzungsinteressen wird auch durch die Stadt Nürnberg vorangetrieben. Ein erstes Konzept eines „Allparteilichen Konfliktmanagements“ für Nürnberg wurde entwickelt.20

Bei massiver Beschwerdelage oder abnehmendem subjektiven Sicherheitsgefühl in einem eng umgrenzten Gebiet wird ein Runder Tisch unter Leitung des Ordnungsamts eingerichtet. In Pandemiezeiten fanden die Treffen i.d.R. online statt.21

Seit Dezember 2018 ist der kommunale Außendienst der Stadt Nürnberg (ADN) mit zunächst 7 Mitarbeitenden im Außendienst auf den öffentlichen Straßen und Plätzen sowie in den Grünanlagen Nürnbergs unterwegs. Seit dem 1. Januar 2022 sind 22 Außendienstmitarbeitende beim ADN beschäftigt. Der ADN hat die Aufgabe, die Einhaltung der stadtrechtlichen Regelungen, d.h. der kommunalen Satzungen und Verordnungen, im gesamten Stadtgebiet zu überwachen. Ebenso wichtig ist die Hilfestellung und Aufklärung in direkten Gesprächen.22

Im Rückblick auf die bisherigen Erfahrungen wird eine positive Bilanz des ADN gezogen. Der städtische Außendienst wird von der großen Mehrheit der Bürgerschaft gewünscht. Er kann schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren, die Bürgerschaft unterstützen und die Grundlagen zur Ahndung von Verstößen gegen das vielseitige Stadtrecht liefern.23

3. Sicherheitsgefühl in Nürnberg 2021

Im Rahmen der Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021 wurde die Sicherheitsthematik an mehreren Stellen im Fragebogen angesprochen. Diese unterschiedlichen Aspekte des Sicherheitsthemas ergeben zusammen ein differenziertes Gesamtbild für Nürnberg.

In einer offenen Frage zu den derzeit größten Problemen konnten die befragten Personen die aus ihrer Sicht dringendsten Themen als Freitext benennen. In diesem Zusammenhang wurden Sicherheitsthemen nicht vorrangig angegeben. 39% aller Nennungen bezogen sich auf Verkehrsfragen. Mit großem Abstand folgen die Themen Sauberkeit und Umwelt (16% der Angaben) und Wohnen (14%). Sicherheitsrelevante Probleme, insbesondere Belästigungen, Gefährdungen (z.B. durch Radfahrende auf Gehwegen), Kriminalität und Gewalt machten zusammen 6% der Antworten aus.

Die öffentliche Sicherheit und der Schutz vor Kriminalität ist für die Nürnbergerinnen und Nürnberger zugleich ein besonders wichtiger Aspekt des städtischen Lebens. 24% aller teilnehmenden Personen nannten „Sicherheit“ als für sie persönlich besonders wichtigen Aspekt des Lebens in Nürnberg. 24

18 vgl. ebd., S. 10 19 vgl. Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg 2021, S. 11 20 vgl. Stadt Nürnberg, Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit: Allparteiliches Konfliktmanagement im öffentlichen Raum und im sozialen Nahraum, RWA 07.07.2021. Das Konzept entstand in Kooperation von OA, SHA und MRB 21 vgl. Sicherheitsbericht der Stadt Nürnberg 2021, S. 15 ff. 22 vgl. ebd., S. 45 ff. 23 vgl. ebd., S. 50 24 Frageformulierung: „Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit den folgenden Aspekten in Nürnberg? Bitte geben Sie zusätzlich an, welche dieser Aspekte für Sie persönlich besonders wichtig sind. ...öffentliche Sicherheit, Schutz vor Kriminalität“ Insgesamt konnten 31 Aspekte bewertet werden. Am häufigsten wurden als besonders wichtige Aspekte Sauberkeit (28% aller Befragten), Parks/ Grünanlagen und öffentliche Sicherheit/ Schutz vor Kriminalität (jeweils 24%) genannt.

Im Rahmen des Schwerpunktthemas zur Nutzung von Grünflächen und Parks wurde auch nach der Zufriedenheit mit Sauberkeit, Sicherheit und der Einhaltung von Regeln gefragt.

In den folgenden Abschnitten werden die Befragungsergebnisse zur allgemeinen Zufriedenheit mit der öffentlichen Sicherheit, zum Schwerpunktthema Sicherheitsgefühl und zu den sicherheitsrelevanten Aspekten der Grünflächennutzung dargestellt.

3.1 Zufriedenheit mit öffentlicher Sicherheit und Sauberkeit

Auf die Frage, wie zufrieden sie ganz allgemein mit dem Aspekt der öffentlichen Sicherheit und Schutz vor Kriminalität sind, äußerten sich im Jahr 2011 51% der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden. 2017 fielen die Antworten deutlich schlechter aus, nur 43% waren zufrieden bzw. sehr zufrieden, dagegen 22% eher oder sehr unzufrieden. Bis 2021 hat sich die allgemeine Zufriedenheit mit der öffentlichen Sicherheit kaum verbessert (vgl. Abb.1).

Abb. 1: Zufriedenheit mit öffentlicher Sicherheit, Schutz vor Kriminalität und mit Sauberkeit* in Nürnberg 2011, 2017 und 2021, in Prozent

sehr zufrieden zufrieden teils/teils kann ich nicht beurteilen keine Angabe eher unzufrieden sehr unzufrieden öffentliche Sicherheit, Schutz vor Kriminalität 2021 6 37 29 7 3 12 5 öffentliche Sicherheit, Schutz vor Kriminalität 2017 8 35 28 43 15 7 öffentliche Sicherheit, Schutz vor Kriminalität 2011 8 43 28 3 6 9 3 Sauberkeit 2021 3 22 36 13 23 11 Sauberkeit 2017 5 29 34 12 20 10 0% 25% 50% 75% 100%

Frageformulierung: „Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit den folgenden Aspekten in Nürnberg? ...öffentliche Sicherheit, Schutz vor Kriminalität …Sauberkeit“ * Die Zufriedenheit mit der Sauberkeit wurde 2011 nicht gesondert erfragt, daher ist kein Vergleich möglich. Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2011, 2017 und 2021

6 3 7 29 7 3 12 5
8 3 5 28 4 3 15 7
8 43 28 3 6 9 3
3 22 36 1 3 23 11
5 29 3 4 1 2 20 10

Die Bewertungen unterscheiden sich nach den Stadtgebieten, in denen die befragten Personen leben. Weit überdurchschnittlich gut (sehr zufrieden und zufrieden zusammen 52% bis 54%) wird die öffentliche Sicherheit in der Altstadt, in St.Johannis, Wöhrd und Gleißhammer beurteilt. Überproportional hohe Anteile unzufriedener Äußerungen (eher und sehr unzufrieden zusammen 22% bis 25%) sind bei Befragten, die in Werderau/ Hasenbuck/ Gartenstadt, Gebersdorf/ Höfen oder Eberhardshof/ Muggenhof wohnen, zu verzeichnen.

Mit der Sauberkeit in Nürnberg sind 2021 deutlich weniger Nürnbergerinnen und Nürnberger zufrieden als 2017 (sehr zufrieden und zufrieden zusammen 25% bzw. 34%, vgl. Abb.1). Mit der Sauberkeit überproportional zufrieden sind Befragte, die in der Altstadt, Eberhardshof/ Muggenhof, Gleißhammer oder der Nordstadt leben (zwischen 30% und 37% zufrieden bzw. sehr zufrieden). Überdurchschnittlich hohe Anteile eher oder sehr unzufriedener Personen sind in Gostenhof/ Kleinweidenmühle (47%), Werderau/ Hasenbuck/ Gartenstadt (43%), der Südstadt (41%) und St.Johannis (39%) festzustellen.

3.2 Sicherheitsgefühl in Alltagssituationen

Fragen zum Sicherheitsgefühl in verschiedenen Alltagssituationen und zur Bewertung von Sicherheit und Ordnung werden in Nürnberger Bürgerumfragen schon seit vielen Jahren gestellt. Eine Zusammenfassung der bisherigen Befragungsergebnisse im Zeitvergleich ist in Anhang 3 enthalten. In der Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021 wurde das Schwerpunktthema Sicherheitsgefühl wieder aufgegriffen.

3.2.1 Sicherheits- bzw. Unsicherheitsgefühl tagsüber und nachts

Im Vergleich zu den letzten beiden Bürgerumfragen zur Sicherheitsthematik in den Jahren 2013 und 2017 hat sich das Gefühl, in der eigenen Wohnung tagsüber und nachts sicher zu sein, im Jahr 2021 deutlich erhöht (vgl. Abb.2).

Abb. 2: Sicherheitsgefühl* in Nürnberg 2011, 2017 und 2021, in Prozent
tagsüber sehr sicher ziemlich sicher keine Angabe eher unsicher sehr unsicher 0 20 40 60 80 100 Wohnung 2021 67 30 220 Wohnung 2017 61 35 220 Wohnung 2013 62 34 121 Wohngegend 2021 54 40 240 Wohngegend 2017 47 44 361 Wohngegend 2013 50 43 241 Stadtzentrum 2021 46 44 371 Stadtzentrum 2017 40 47 3 81 Stadtzentrum 2013 45 45 361 U-Bahn, Straßenbahn, Bus 2021 38 49 3 81 U-Bahn, Straßenbahn, Bus 2017 32 50 4 12 3 U-Bahn, Straßenbahn, Bus 2013 35 51 3 92 Grünanlagen, Parks 2021 42 46 471 Grünanlagen, Parks 2017 32 51 4 113 Grünanlagen, Parks 2013 36 50 3 92 nachts 0 20 40 60 80 100 51 39 261 44 42 3101 47 43 262 22 47 3 22 6 18 42 4 29 8 22 46 4 23 5 13 37 5 35 10 11 34 6 36 13 14 39 5 33 8 9 32 5 38 16 7 26 6 41 21 9 30 5 40 15 7 25 6 38 25 5 18 6 41 30 7 24 6 39 23
* Frageformulierung: „Wie sicher fühlen Sie sich … wenn Sie allein (unterwegs) sind? Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2013, 2017 und 2021
67 3 0
61 35
62 34
54 40 2
47 44 3
50 43 2
46 44 3
4 0 47 3 8
45 45 3
3 8 4 9 3 8
32 50 4 12
35 5 1 3 9
4 2 46 4
32 51 4 11
36 5 0 3 9
51 39 261
4 4 42 3 101
4 7 43 262
22 47 3 22 6
18 4 2 4 29 8
22 46 4 23 5
13 37 5 35 10
11 34 6 36 13
14 39 5 33 8
9 32 5 38 16
7 26 6 4 1 21
9 30 5 40 15
7 25 6 38 25
5 18 6 41 30
7 24 6 3 9 23

In der eigenen Wohngegend hatte zwischen 2013 und 2017 das Sicherheitsgefühl abgenommen.25 Die Ergebnisse der Befragung 2021 sind wieder positiver und nahe an den Werten von 2013.

25 Eine Zunahme des Unsicherheitsgefühls ist in diesem Zeitraum auch bundesweit festzustellen, wie der Vergleich der Befragungsdaten der Viktimisierungssurveys 2012 und 2017 zeigt, vgl. BKA (Hrsg.): Deutscher Viktimisierungssurvey

Auch bei den weiteren Alltagssituationen, zu denen nach dem Sicherheitsgefühl gefragt wurde, d.h. der Aufenthalt im Stadtzentrum, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Grünflächen, fielen die Ergebnisse 2017 schlechter aus als 2013. In allen Bereichen zeigen sich 2021 tagsüber und nachts wieder Verbesserungen.

Das Sicherheitsgefühl im Stadtzentrum nachts unterscheidet sich stark nach dem Stadtgebiet, in dem die befragten Personen leben. Für Altstadtbewohner ist das Stadtzentrum die unmittelbare Wohnumgebung, von ihnen fühlen sich 66% sehr bzw. ziemlich sicher. Auch unter Befragten aus den angrenzenden Stadtteilen im Westen, Norden und Süden26 der Altstadt ist das Sicherheitsgefühl nachts überdurchschnittlich hoch (58% bis 64%). Deutlich weniger sicher fühlen sich Befragte, die in den Außenstadtgebieten leben.

Besonders auffällig ist die Steigerung des Sicherheitsgefühls in Grünanlagen und Parks tagsüber. Im Jahr 2021 fühlen sich hier 42% sehr sicher im Vergleich zu 36% im Jahr 2013.

Inwiefern diese tendenzielle Verbesserung des Sicherheitsgefühls durch die Corona-Pandemie beeinflusst wurde, z.B. indem man sich aufgrund von Lockdown, Homeoffice, Homeschooling etc. häufiger zu Hause oder in öffentlichen Grünflächen aufgehalten hat als normalerweise, kann aufgrund der vorliegenden Daten nicht belegt werden. 27

3.2.2 Unsicherheitsgefühle von Frauen und Männern

Das Sicherheits- bzw. Unsicherheitsempfinden von Frauen und Männern unterscheidet sich deutlich.28 Tagsüber sind geschlechtsspezifische Unterschiede eher gering und zeigen sich vor allem in Verschiebungen zwischen den Antwortkategorien „sehr sicher“ und „ziemlich sicher“. Nachts fühlen sich Frauen in verschiedenen Situationen dagegen wesentlich unsicherer als Männer (vgl. Abb.3).

In der eigenen Wohnung nachts fühlen sich fast alle befragten Männer sehr oder zumindest ziemlich sicher (zusammen 94%). Unter den Frauen sind es zusammen 89%, und der Anteil der Antworten „sehr sicher“ ist mit 46% deutlich niedriger als bei den Männern mit 58%.

In der Wohngegend nachts allein unterwegs zu sein, ist für drei Viertel der Männer, aber nur knapp zwei Drittel der Frauen mit einem sicheren Gefühl verbunden. 35% der Frauen verbinden damit eher ein unsicheres Gefühl, im Unterschied zu 20% der Männer.

Nachts allein im Stadtzentrum unterwegs zu sein, ist für 53% der befragten Frauen mit Unsicherheitsgefühlen verbunden (Männer 36%).

Besonders groß sind die Unterschiede beim Aufenthalt in Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln. Drei Viertel der befragten Frauen fühlen sich sehr (35%) oder eher unsicher (40%), wenn sie nachts allein in Parks oder Grünanlagen unterwegs sind. Unter den männlichen Befragten ist es die Hälfte (14% sehr bzw. 35% eher unsicher). In Bussen und Bahnen einschließlich Haltestellen fühlen sich zwei Drittel der Frauen sehr (21%) bzw. eher unsicher (43%), im Unterschied zu 42% der Männer.

Abb. 3: Sicherheitsgefühl* in Nürnberg 2021 nach Geschlecht, in Prozent

  1. Opfererfahrungen, kriminalitätsbezogene Einstellungen sowie Wahrnehmung von Unsicherheit und Kriminalität in Deutschland, April 2019, S. 46 ff. 26 Gostenhof/ Kleinweidenmühle, Eberhardshof/ Muggenhof, St.Johannis, Nordstadt, Wöhrd, Südstadt 27 Einflüsse der Corona-Pandemie können weitere Auswertungen der Wohnungs- und Haushaltserhebung 2021 zeigen, da auch die Nutzung von Grünflächen und Parks ein Schwerpunktthema war. 28 Im Fragebogen wurde auch das Geschlecht ‚divers‘ erhoben. Wegen der sehr geringen Anzahl von 10 befragten Personen ist aus Datenschutzgründen keine statistische Auswertung möglich.
tagsüber sehr sicher ziemlich sicher keine Angabe eher unsicher sehr unsicher 0 25 50 75 100 Wohnung Männer 70 27 110 Wohnung Frauen 65 31 120 Wohngegend Männer 56 40 130 Wohngegend Frauen 53 40 241 Stadtzentrum Männer 48 43 260 Stadtzentrum Frauen 45 44 461 ÖPNV Männer 41 47 381 ÖPNV Frauen 35 51 3 92 Parks Männer 46 44 351 Parks Frauen 39 48 472 nachts 0 25 50 75 100 58 36 241 46 43 272 30 48 3 17 3 16 47 3 27 8 18 42 4 30 6 9 33 5 39 14 14 40 4 33 9 5 26 5 43 21 11 36 5 35 14 4 16 6 40 35
* Frageformulierung: „Wie sicher fühlen Sie sich … wenn Sie allein (unterwegs) sind? Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021
70 27
65 31
56 4 0
5 3 40 2
4 8 43 2
45 44 4
41 47 38
35 51 3 9
46 44 3
39 48 47
58 3 6 24
46 43 2 72
30 48 3 17 3
16 47 3 27 8
18 42 4 30 6
9 3 3 5 39 14
14 40 4 3 3 9
5 26 5 43 21
11 36 5 35 14
4 16 6 40 35

3.2.3 Sicherheitsgefühl in der Wohnung nachts

Der Anteil der befragten Personen, die sich eher oder sogar sehr unsicher fühlen, wenn sie sich nachts allein in ihrer Wohnung aufhalten, beträgt in Nürnberg insgesamt 7%. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Nürnberger Stadtgebieten (vgl. Abb.4). Weit überdurchschnittlich hoch ist das Unsicherheitsempfinden nachts in der eigenen Wohnung in der Nordöstlichen und Südöstlichen Außenstadt, in Eberhardshof/ Muggenhof und in der Südstadt.

Das Unsicherheitsgefühl nachts allein in der eigenen Wohnung ist insgesamt in Wohngegenden, die dem Sozialraumtyp der sozial angespannten Quartiere29 zuzurechnen sind, leicht erhöht (2% sehr unsicher und 8% eher unsicher).

Auch unter befragten Personen, die in einem Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen, ist der Anteil derjenigen, die sich nachts zuhause nicht sicher fühlen, leicht erhöht (11% eher oder sehr unsicher).

29 Vgl. Sozialraumtypisierung für Nürnberg und Fürth, Statistischer Monatsbericht für Mai 2018, M485, 10.07.2018

Abb. 4: Sicherheitsgefühl* in der Wohnung nachts nach Umfragegebieten in Nürnberg 2021, Antwortanteile "sehr unsicher" und "eher unsicher", in Prozent

Nürnberg insgesamt 7% sehr bzw. eher unsicher Nürnberg insgesamt 1 6 sehr unsicher 1 Altstadt 0 4 eher unsicher 2 Südstadt 3 8 3 Schweinau, St. Leonhard 0 7 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 1 5 5 St. Johannis 0 3 6 Nordstadt 1 2 7 Wöhrd 1 3 8 Gleißhammer 2 4 9 Südöstliche Außenstadt 1 11 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 1 4 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 1 7 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 1 7 13 Gebersdorf, Höfen 1 6 14 Eberhardshof, Muggenhof 5 8 15 Nordwestliche Außenstadt 0 3 16 Nordöstliche Außenstadt 1 14 17 Östliche Außenstadt 1 4 0 5 10 15 20

* Frageformulierung: „Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Wohngegend, wenn Sie allein unterwegs sind? … nachts (Antwortanteile „sehr unsicher“ und „eher unsicher“) ? Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

1 6
0 4
3 8
0 7
1 5 0 3 1 2 1 3 2 4
1 11
1 4
1 7
1 7
1 6
5 8
0 3
1 14
1 5
0 3
1 2
1 3
2 4
1 4
1 4

3.2.4 Sicherheitsgefühl in der Wohngegend nachts

Die Frage nach dem Sicherheits- bzw. Unsicherheitsgefühl nachts allein in der eigenen Wohngegend gilt als allgemeiner Indikator für das Ausmaß der persönlichen Furcht vor Kriminalität.30 Diese Frage wird in den Nürnberger Bürgerumfragen seit 1997 verwendet. Der langjährige Zeitvergleich (vgl. Anhang 3, Tab.2) zeigt, dass zwischen 2013 und 2017 die Unsicherheit in der eigenen Wohnumgebung nachts stark zugenommen hat. Die Antwortverteilung der Bürgerumfrage 2021 entspricht dagegen wieder dem Niveau bis 2013.

In Abb.5 wird das Sicherheitsempfinden nach Geschlecht und Altersgruppen differenziert dargestellt. Bei den Männern fühlen sich in den Altersgruppen bis unter 65 Jahren jeweils 78% bis 83% sehr oder ziemlich sicher. Dabei zeigen sich Verschiebungen zwischen den Angaben „sehr sicher“ (41% der 18- bis unter 25-Jährigen, 29% der 60- bis unter 65-Jährigen) und „ziemlich sicher“ (37% der 18- bis unter 25- Jährigen bzw. 52% der 60- bis unter 65-Jährigen). In den Altersgruppen ab 65 Jahren nimmt das Unsicherheitsgefühl nachts allein im eigenen Wohnviertel stark zu (17% eher oder sehr unsicher bei den 60- bis unter 65-Jährigen bis zu 36% der 80-Jährigen und Älteren).

30 vgl. Hummelsheim-Doß 2017, S. 7f.

Abb. 5: Sicherheitsgefühl* in der Wohngegend nachts nach Geschlecht und Altersgruppen in Nürnberg 2021, in Prozent
Männer sehr sicher ziemlich sicher keine Angabe eher unsicher sehr unsicher 0 25 50 75 100 18 bis unter 25 Jahre 41 37 5 11 6 25 bis unter 30 Jahre 33 47 1 15 4 30 bis unter 45 Jahre 36 47 113 2 45 bis unter 60 Jahre 31 47 3 15 3 60 bis unter 65 Jahre 29 52 1 15 2 65 bis unter 75 Jahre 18 55 2 22 4 75 bis unter 80 Jahre 15 49 4 30 2 80 Jahre und älter 13 41 9 33 3 Männer/Frauen insgesamt 30 48 2 17 3 Frauen 0 25 50 75 100 11 35 0 36 18 18 40 2 29 12 19 51 1 21 7 14 57 2 20 7 18 39 5 31 8 14 45 3 32 6 10 44 8 33 6 9 29 14 40 7 16 47 3 27 8
* Frageformulierung: „Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Wohngegend, wenn Sie allein unterwegs sind? … nachts Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021
41 37 5 11 6
33 47 1 15 4
36 47 113
31 47 3 15
29 52 1 15
18 55 2 22 4
15 49 4 30
13 41 9 33
30 48 2 17
11 35 0 36 18
18 40 2 2 9 12
19 51 1 21 7
14 57 2 20 7
18 39 5 31 8
14 45 3 32 6
10 44 8 33 6
9 2 9 14 4 0 7
16 47 3 27 8

Bei den Frauen sind die Altersunterschiede beim Sicherheitsgefühl sehr groß. Am größten sind die Unsicherheitsgefühle bei jungen Frauen unter 25 Jahren, von ihnen fühlt sich mehr als die Hälfte eher (36%) oder sogar sehr unsicher (18%). In den nächsthöheren Altersgruppen ist das Sicherheitsgefühl stärker ausgeprägt und erreicht die besten Werte in der Altersspanne zwischen 30 und 60 Jahren. Mit zunehmendem Alter fühlen sich Frauen wesentlich unsicherer. Die hohen Anteile fehlender Angaben bei Seniorinnen ab 75 Jahren könnten darauf hindeuten, dass sie eher selten nachts allein unterwegs sind.31

Ein Vergleich nach Migrationshintergrund und Geschlecht (Abb.6) zeigt, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede des Sicherheitsempfindens wesentlich größer sind als die die Unterschiede nach Staatsangehörigkeit bzw. Migrationshintergrund.

Unsicherheitsgefühle in der Wohngegend nachts sind am stärksten verbreitet bei deutschen Frauen mit Migrationshintergrund (37% eher oder sehr unsicher). Unabhängig von Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund fühlen sich Frauen nachts allein in ihrer Wohngegend deutlich unsicherer als Männer.

Bei den befragten Männern unterscheiden sich die zusammengefassten Werte von „sehr sicher“ und „ziemlich sicher“ kaum nach dem Migrationshintergrund (alle Werte liegen zwischen 77% und 79%). Jedoch ist bei deutschen Männern ohne Migrationshintergrund der Anteil „sehr sicher“ mit 26% geringer als unter nichtdeutschen Männern und Männern mit Migrationshintergrund.

31 Zum Vermeidungsverhalten, um Gefahren aus dem Weg zu gehen, vgl. BKA (Hrsg.): Deutscher Viktimisierungssurvey 2017, S.58ff.

Abb. 6: Sicherheitsgefühl* in der Wohngegend nachts nach Migrationshintergrund und Geschlecht in Nürnberg 2021, in Prozent

sehr sicher ziemlich sicher keine Angabe eher unsicher sehr unsicher 0 25 50 75 100 deutsch ohne Migrationshintergrund insg. 21 49 2 23 5 nicht-deutsche Staatsangehörigkeit insg. 26 44 5 18 6 deutsch mit Migrationshintergrund insg. 23 44 4 23 6 Befragte insgesamt 22 47 3 22 6 deutsch ohne Migrationshintergrund Frauen 16 47 2 28 7 nicht-deutsche Staatsangehörigkeit Frauen 18 47 5 20 10 deutsch mit Migrationshintergrund Frauen 12 46 4 28 9 Frauen insgesamt 16 47 3 26 8 deutsch ohne Migrationshintergrund Männer 26 51 2 17 3 nicht-deutsche Staatsangehörigkeit Männer 35 43 5 15 2 deutsch mit Migrationshintergrund Männer 36 43 2 16 2 Männer insgesamt 30 48 3 17 3

* Frageformulierung: „Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Wohngegend, wenn Sie allein unterwegs sind? … nachts Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

21 49 2 23 5
26 44 5 18 6
23 44 4 23 6
22 47 3 22 6
16 47 2 28 7
18 47 5 20 10
12 46 4 28 9
16 47 3 26 8
26 51 2 17 3
35 43 5 15 2
36 43 2 16 2
30 48 3 17 3

Unsicherheitsgefühle nachts allein in der eigenen Wohngegend sind im Stadtgebiet ungleich verteilt (vgl. Abb.7). Weit überdurchschnittlich hohe Anteile von knapp 40% für eine eher bzw. sehr unsichere Wahrnehmung sind in den Gebieten Schweinau/ St.Leonhard, Südstadt und Eberhardshof/ Muggenhof festzustellen. Auch Gostenhof/ Kleinweidenmühle, Röthenbach/ Eibach/ Mühlhof und die Südöstliche Außenstadt liegen mit einem Anteil von ca. 33% an eher oder sehr unsicheren befragten Personen in diesen Gebieten erkennbar über dem gesamtstädtischen Durchschnitt.

Bei der Wahrnehmung von Sicherheit bzw. Unsicherheit nachts in der eigenen Wohngegend zeigen sich große Unterschiede zwischen den Nürnberger Sozialraumtypen32. In sozial angespannten Quartieren ist der Anteil derjenigen Personen, die sich nachts allein in ihrer Wohnumgebung eher und sehr unsicher fühlen, mit zusammen 37% fast doppelt so hoch wie in etablierten Familienquartieren (17%), die sich überwiegend in ländlich geprägten Außenstadtbereichen befinden, bzw. City-/ Dienstleistungsquartieren (20%), d.h. in der Altstadt, St.Johannis, Nordstadt und Wöhrd. Im Bereich des gesamtstädtischen Durchschnitts von 28% liegen die gemäßigten Quartiere und neuen Wohnquartiere/ Insellagen.

32 Zur Sozialraumtypisierung vgl. M485

Abb. 7: Sicherheitsgefühl* in der Wohngegend nachts nach Umfragegebieten in Nürnberg 2021, Antwortanteile "sehr unsicher" und "eher unsicher", in Prozent

Nürnberg insgesamt 28% sehr bzw. eher unsicher Nürnberg insgesamt 6 22 sehr unsicher 1 Altstadt 4 20 eher unsicher 2 Südstadt 9 29 3 Schweinau, St. Leonhard 14 25 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 7 27 5 St. Johannis 2 16 6 Nordstadt 5 18 7 Wöhrd 2 17 8 Gleißhammer 6 23 9 Südöstliche Außenstadt 7 25 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 6 16 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 2 16 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 5 28 13 Gebersdorf, Höfen 3 26 14 Eberhardshof, Muggenhof 12 26 15 Nordwestliche Außenstadt 1 18 16 Nordöstliche Außenstadt 7 17 17 Östliche Außenstadt 1 14 0 10 20 30 40 50

* Frageformulierung: „Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Wohngegend, wenn Sie allein unterwegs sind? … nachts (Antwortanteile „sehr unsicher“ und „eher unsicher“) ? Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

6 22
4 20
9 29
14 25
7 27
2 16 5 18 2 17
6 23
7 25
6 16 2 16
5 28
3 26
12 26
4 20
5 18
6 16
7 17

Leichte Abstufungen zeigen sich nach der Anzahl der Wohnungen in dem Gebäude, in dem die Befragten wohnen. 73% der Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern fühlen sich in ihrer Wohngegend nachts sehr oder ziemlich sicher. Unter Befragten, die in einem Mehrfamilienhaus mit 13 und mehr Wohnungen leben, sind es 65%. Dabei unterscheiden sich die Angaben nicht danach, ob die Wohnung gemietet ist oder als selbst genutztes Eigentum bewohnt wird.

3.3 Beurteilung von Sicherheit und Ordnung in Nürnberg

Die befragten Personen wurden um ihre Beurteilung gebeten, inwiefern verschiedene Aspekte von Sicherheit und Ordnung ein Problem in Nürnberg darstellen. Diese Frage beinhaltet die Wahrnehmung von Sicherheitsfragen als gesamtgesellschaftliche Probleme. Die folgende Abb.8 zeigt die Befragungsergebnisse der Wohnungs- und Haushaltserhebungen 2013, 2017 und 2021. Die langjährige Entwicklung seit 2001 ist in Anhang 333 enthalten.

Die Beurteilung von Müll und Schmutz als Problem in Nürnberg hat seit 2013 sehr stark zugenommen. Bewerteten im Jahr 2013 noch mehr als zwei Drittel der Befragten Müll und Schmutz als nicht vorhandenes bzw. geringes Problem, so war es 2021 nur noch die Hälfte. Entsprechend nahm die Einstufung als ziemliches oder großes Problem von 30% auf 49% zu.

Abb. 8: Beurteilung von Sicherheit und Ordnung* in Nürnberg 2013, 2017 und 2021, in Prozent

kein Problem geringes Problem keine Angabe ziemliches Problem großes Problem Müll, Schmutz 2021 11 38 2 35 14 Müll, Schmutz 2017 19 45 2 25 9 Müll, Schmutz 2013 23 46 1 22 8 Belästigungen, Ruhestörungen 2021 17 56 2 18 7 Belästigungen, Ruhestörungen 2017 22 54 2 17 5 Belästigungen, Ruhestörungen 2013 23 57 2 14 4 Sachbeschädigungen, Vandalismus 2021 10 39 2 36 13 Sachbeschädigungen, Vandalismus 2017 13 42 2 33 10 Sachbeschädigungen, Vandalismus 2013 12 44 3 33 9 Kriminalität 2021 10 54 4 25 7 Kriminalität 2017 10 47 4 30 9 Kriminalität 2013 11 55 4 24 6 0% 20% 40% 60% 80% 100%

* Frageformulierung: „Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden Bereichen?“ Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2013, 2017 und 2021

11 38 2 35 14
19 45 2 25 9
23 46 1 22 8
17 56 2 18 7
22 54 2 17 5
23 57 2 14 4
10 39 2 36 13
13 42 2 33 10
12 44 3 33 9
10 54 4 2 5 7
10 47 4 30 9
11 55 4 24 6

Die Bewertung von Belästigungen und Ruhestörungen als ziemliches bzw. großes Problem hat in den letzten Jahren kontinuierlich leicht zugenommen von zusammen 18% auf 25%.

Sachbeschädigungen, Vandalismus, Schmierereien (Graffiti) wurden 2013 von 42% der Befragten als ziemliches oder großes Problem bewertet, bis 2021 ist der Anteil auf 49% angestiegen.

Kriminalität wurde 2013 von 30% der Befragten als ziemliches oder großes Problem eingeschätzt. 2017 erachtete ein deutlich höherer Anteil von 39% Kriminalität als Problem und nur gut die Hälfte (57%) bewerteten dies als geringes bzw. nicht vorhandenes Problem. Im Jahr 2021 kommt die Antwortverteilung wieder den Befragungsergebnissen von 2013 nahe (64% kein bzw. geringes Problem, 33% ziemliches oder großes Problem).

33 Anhang 3, Tab. 6, 7, 8, 9, 12

3.3.1 Müll und Schmutz

Frauen (53%) und Männer (45%) unterscheiden sich leicht in der Bewertung von Müll als ziemliches bzw. großes Problem. Nach Altersgruppen sind geringfügige Abweichungen zu erkennen, wobei sowohl unter jungen Leute bis 30 Jahren als auch bei Befragten zwischen 65 und 75 Jahren die Anteile derjenigen, die Müll als ziemliches oder großes Problem einstufen, am höchsten sind (53%). Deutsche ohne oder mit Migrationshintergrund bewerten Müll und Schmutz zu einem deutlich höheren Anteil als ziemliches oder großes Problem (zusammen 53% bzw. 48%) als Befragte mit anderer Staatsangehörigkeit (37%).

Müll und Schmutz werden überproportional in Gostenhof/ Kleinweidenmühle, in der Altstadt, Schweinau/ St.Leonhard, Südstadt und Werderau/ Hasenbuck/ Gartenstadt als ziemliches oder großes Problem (55% bis 61%) benannt (vgl. Abb. 9).

Abb. 9: Beurteilung von Sicherheit und Ordnung* in Nürnberg 2021: Müll, Schmutz, Antwortanteile „großes Problem“ und „ziemliches Problem“ nach Umfragegebieten , in Prozent

Nürnberg insgesamt 49% Nürnberg insgesamt 14 35 großes 1 Altstadt 11 44 Problem 2 Südstadt 19 36 ziemliches 3 Schweinau, St. Leonhard 22 34 Problem 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 26 35 5 St. Johannis 15 39 6 Nordstadt 11 32 7 Wöhrd 15 38 8 Gleißhammer 15 32 9 Südöstliche Außenstadt 11 39 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 14 43 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 7 34 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 14 30 13 Gebersdorf, Höfen 15 32 14 Eberhardshof, Muggenhof 14 31 15 Nordwestliche Außenstadt 8 30 16 Nordöstliche Außenstadt 8 33 17 Östliche Außenstadt 10 32 0 10 20 30 40 50 60 70 80

* Frageformulierung: „Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden Bereichen? - Müll, Schmutz“ Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

14 35
11 44
19 36
22 34
26 35
15 39
11 32
15 38
15 32
11 39
14 43
11 32
15 32
14 30
15 32
14 31
8 30
8 33
10 32

3.3.2 Belästigungen und Ruhestörungen

Belästigungen und Ruhestörungen werden vor allem in der Altstadt, in Gostenhof/ Kleinweidenmühle, Schweinau/ St.Leonhard und der Südstadt als Problem angesehen. Auch das Gebiet Werderau/ Hasenbuck/ Gartenstadt liegt leicht über dem stadtweiten Durchschnittswert (vgl. Abb. 10).

Abb. 10: Beurteilung von Sicherheit und Ordnung* in Nürnberg: Belästigungen, Ruhestörungen, Antwortanteile „großes Problem“ und „ziemliches Problem“ nach Umfragegebieten , in Prozent

Nürnberg insgesamt 25% Gesamtsumme 6 18 großes Problem 1 Altstadt 13 23 ziemliches Problem 2 Südstadt 8 25 3 Schweinau, St. Leonhard 12 21 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 15 20 5 St. Johannis 6 16 6 Nordstadt 5 13 7 Wöhrd 8 16 8 Gleißhammer 7 17 9 Südöstliche Außenstadt 5 15 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 6 23 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 3 15 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 4 21 13 Gebersdorf, Höfen 3 15 14 Eberhardshof, Muggenhof 7 20 15 Nordwestliche Außenstadt 3 17 16 Nordöstliche Außenstadt 5 15 17 Östliche Außenstadt 3 14 0 10 20 30 40 50 60 70

* Frageformulierung: „Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden Bereichen? - Müll, Schmutz“ Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

6 18
13 2 3
8 25
12 21
15 2 0
6 16 5 13
8 16
7 17
5 15
6 23
3 15
4 21
3 15
7 20
6 16
5 13
5 15
3 15
3 15
3 17
5 15
3 14

3.3.3 Sachbeschädigungen, Vandalismus und Schmierereien (Graffiti)

Sachbeschädigungen und Vandalismus werden überproportional von Personen der Altersgruppen von 45 bis unter 75 Jahren als ziemliches oder großes Problem (zusammen ca. 55%) gewertet. Innerhalb des Stadtgebiets ist der Anteil unter Befragten aus Schweinau/ St.Leonhard besonders hoch (56%, vgl. Abb. 11).

Abb. 11: Beurteilung von Sicherheit und Ordnung* in Nürnberg: Sachbeschädigungen, Vandalismus, Schmierereien (Graffiti) , Antwortanteile „großes Problem“ und „ziemliches Problem“ nach Umfragegebieten , in Prozent

Nürnberg insgesamt 49% großes Problem Nürnberg insgesamt 13 36 1 Altstadt 10 39 ziemliches 2 Südstadt 17 33 Problem 3 Schweinau, St. Leonhard 18 38 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 20 31 5 St. Johannis 9 33 6 Nordstadt 8 35 7 Wöhrd 8 42 8 Gleißhammer 13 28 9 Südöstliche Außenstadt 14 39 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 15 37 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 15 36 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 13 37 13 Gebersdorf, Höfen 9 40 14 Eberhardshof, Muggenhof 10 36 15 Nordwestliche Außenstadt 12 36 16 Nordöstliche Außenstadt 10 33 17 Östliche Außenstadt 12 39 0 10 20 30 40 50 60 70

* Frageformulierung: „Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden Bereichen? - Müll, Schmutz“ Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

13 36
10 39
17 33
18 38
20 31
9 33 8 35
8 42
13 28
14 39
15 37
15 36
13 37
9 40
10 36
12 36
10 33
12 39
9 33
8 35
13 28
10 36
10 33

3.3.4 Kriminalität

Frauen betrachten Kriminalität zu einem etwas höheren Anteil als ziemliches oder sogar großes Problem als Männer (36% bzw. 29%). Nur geringe Unterschiede sind zwischen den Altersgruppen zu erkennen. Kriminalität wird häufiger von Deutschen mit (36%) bzw. ohne Migrationshintergrund (33%) als Problem benannt als von Befragten anderer Staatangehörigkeit (27%).

Innerhalb des Nürnberger Stadtgebiets wird Kriminalität als gesellschaftliches Problem unterschiedlich bewertet (vgl. Abb.12). Deutlich überproportional wird Kriminalität in Schweinau/ St.Leonhard, in der Südstadt, in Gebersdorf/ Höfen und Röthenbach/ Eibach/ Mühlhof als ziemliches oder großes Problem eingestuft (jeweils 38% bis 40%). Als kein bzw. geringes Problem wird Kriminalität am häufigsten in St.Johannis (75%) und in der Nordstadt (71%) angesehen.

Abb. 12: Beurteilung von Sicherheit und Ordnung* in Nürnberg: Kriminalität, Antwortanteile „großes Problem“ und „ziemliches Problem“ nach Umfragegebieten , in Prozent

Nürnberg insgesamt 32% Nürnberg insgesamt 7 25 großes Problem 1 Altstadt 5 28 ziemliches Problem 2 Südstadt 13 26 3 Schweinau, St. Leonhard 18 22 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 3 29 5 St. Johannis 3 19 6 Nordstadt 5 22 7 Wöhrd 1 28 8 Gleißhammer 8 19 9 Südöstliche Außenstadt 9 25 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 10 26 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 6 27 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 6 32 13 Gebersdorf, Höfen 6 33 14 Eberhardshof, Muggenhof 7 23 15 Nordwestliche Außenstadt 4 27 16 Nordöstliche Außenstadt 5 22 17 Östliche Außenstadt 5 21 0 10 20 30 40 50 60 70

* Frageformulierung: „Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden Bereichen? - Kriminalität“ Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

7 25
5 28
13 26
18 22
3 29
3 19 5 22 1 28 8 19
9 25
10 26
6 27
6 32
6 33
3 19
5 22
8 19
5 22
5 21

3.4 Bewertung der Polizeipräsenz

Die Frage, ob ihrer Meinung nach die Polizei ausreichend gegenwärtig ist, bejahten 2021 54% der befragten Personen. Damit zeigt sich ein verändertes Bild gegenüber 2017, als dies nur knapp die Hälfte angegeben hatte. Die Wahrnehmung der Polizeipräsenz hat sich damit tendenziell wieder dem Wert von 2013 (60%) angenähert (vgl. Abb.13).

Abb. 13: Ist Ihrer Meinung nach die Polizei ausreichend gegenwärtig?, Vergleich Nürnberg 2013, 2017 und 2021, in Prozent

2013 2017 2021 4 6 7 ja 35 49 nein 39 54 60 46 keine Angabe

Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2013, 2017 und 2021

Auch bei der Meinung zur Polizeipräsenz ist eine Altersabstufung zu erkennen. Junge Leute unter 30 Jahren halten sie fast zu zwei Dritteln (64%) für ausreichend, bei Befragten ab 65 Jahren sind nur 47% dieser Ansicht. Knapp die Hälfte der 65 Jahre und älteren Personen meint dagegen, dass die Polizei nicht ausreichend gegenwärtig ist. Dabei äußern sich 10% der Befragten im höheren Alter ab 75 Jahren dazu nicht.

Abb. 14: Ist Ihrer Meinung nach die Polizei ausreichend gegenwärtig?, nach Geschlecht und Altersgruppen, Nürnberg 2021, in Prozent
Männer ja keine Angabe nein 0 25 50 75 100 18 bis unter 25 Jahre 61 8 31 25 bis unter 30 Jahre 70 1 30 30 bis unter 45 Jahre 59 2 39 45 bis unter 60 Jahre 48 10 42 60 bis unter 65 Jahre 51 3 47 65 bis unter 75 Jahre 45 6 49 75 bis unter 80 Jahre 41 9 50 80 Jahre und älter 54 6 40 Männer/Frauen insgesamt 54 5 41 Frauen 0 25 50 75 100 65 5 30 59 6 35 60 5 35 52 8 40 56 5 39 49 7 44 51 14 35 45 11 44 55 7 38
Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021
61 8 31
70 1 30
59 2 39
4 8 1 0 42
5 1 3 4 7
45 6 4 9
41 9 5 0
54 6 40
54 5 41
65 5 30
59 6 35
60 5 35
5 2 8 40
56 5 39
4 9 7 44
5 1 14 35
45 1 1 44
55 7 38

Die Meinungen dazu, ob die Polizei ausreichend präsent ist, unterscheiden sich zwischen Frauen und Männern nach Altersgruppen (vgl. Abb.14). Bei den Männern ist der Anteil derjenigen, die die Polizei in Nürnberg ausreichend wahrnehmen, bei Befragten im Alter von 25 bis unter 30 Jahren mit 70% am

höchsten und bei den 75- bis 80-Jährigen mit 41% am niedrigsten. Auch bei den Frauen ist eine Abstufung nach dem Alter zu erkennen. Die Polizeipräsenz wird in der jüngsten Altersgruppe unter 25 Jahren von 65% als ausreichend eingeschätzt, bei den Seniorinnen ab 65 Jahren sind es 48%. Befragte mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit halten die Polizeipräsenz zu einem überdurchschnittlich hohen Anteil (63%) für ausreichend, bei Deutschen mit bzw. ohne Migrationshintergrund sind 55% bzw. 52% dieser Meinung.

Auch die Meinungen zur Polizeipräsenz sind innerhalb des Stadtgebiets ungleichmäßig verteilt (vgl. Abb.15). In der Nordstadt (68%) und in St.Johannis (61%) wird die Polizeipräsenz zu einem weit überdurchschnittlich hohen Anteil als ausreichend erachtet. Die Frage wird hingegen überdurchschnittlich häufig verneint in den südlichen und westlichen Außenstadtgebieten Röthenbach/ Eibach/ Mühlhof, Werderau/ Hasenbuck/ Gartenstadt, Hafen/ Katzwang/ Kornburg und Gebersdorf/ Höfen mit Antwortanteilen von 44% bis 49%.

Abb. 15: Ist Ihrer Meinung nach die Polizei ausreichend gegenwärtig?, Antwortanteil „nein“ nach Umfragegebieten, Nürnberg 2021, in Prozent

Nürnberg insgesamt 39 Anteil "nein" in % 1 Altstadt 37 2 Südstadt 38 3 Schweinau, St. Leonhard 42 4 Gostenhof, Kleinweidenmühle 34 5 St. Johannis 33 6 Nordstadt 27 7 Wöhrd 36 8 Gleißhammer 36 9 Südöstliche Außenstadt 40 10 Werderau, Hasenbuck, Gartenstadt 47 11 Hafen, Katzwang, Kornburg 45 12 Röthenbach, Eibach, Mühlhof 49 13 Gebersdorf, Höfen 44 14 Eberhardshof, Muggenhof 35 15 Nordwestliche Außenstadt 42 16 Nordöstliche Außenstadt 37 17 Östliche Außenstadt 40 0 10 20 30 40 50 60 70

Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

39

37

38

42

34 33 27 36 36

40

47

45

49

44

35

42

37

40

Befragte aus dem Gebiet der Polizeiinspektion PI 5 – Süd, die ein großes Gebiet von der Südstadt bis zu den Außenstadtgebieten vom Südwesten bis Südosten umfasst, sehen die Polizei zu einem etwas geringeren Anteil (49%) als ausreichend gegenwärtig im Vergleich zum Nürnberger Durchschnitt insgesamt.

Auch bei den befragten Ein- und Zweifamilienhausbewohnern ist der Anteil derjenigen, die die Polizei für ausreichend gegenwärtig erachtet, leicht unterdurchschnittlich (49%) im Vergleich zu Befragten, die in Mehrfamilienhäusern wohnen (ca. 55%).

Nach Sozialraumtypen zeigt sich eine überproportionale Bejahung einer ausreichenden Polizeipräsenz bei Befragten, die in City-/ Dienstleistungsquartieren (62%) oder neuen Wohnquartieren/ Insellagen (60%) leben. Leicht unterdurchschnittlich wird die Polizeipräsenz in gemäßigten Quartieren und in etablierten Familienquartieren (jeweils 50%) wahrgenommen. Die Meinungen der Befragten aus sozial angespannten Quartieren entsprechen der gesamtstädtischen Verteilung.

4. Sauberkeit, Sicherheit und Besucherverhalten in Grünflächen

Ein weiteres Thema der Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021 bezog sich auf die Nutzung von Grünflächen und Parks. Gefragt wurde nach Häufigkeit und Art der Grünflächennutzung und der Zufriedenheit mit den verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten, Angeboten und Ausstattungen.34 Die Befragten konnten hier auch angeben, wie zufrieden sie mit der Sauberkeit, Sicherheit und der Einhaltung von Regeln bzw. dem Verhalten der Parkbesucher sind.

Abb. 16: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit den folgenden Aspekten zu den Grünflächen und Parks in Nürnberg?*, in Prozent

sehr zufrieden zufrieden teils/ teils kann ich nicht beurteilen keine Angabe eher unzufrieden sehr unzufrieden Sauberkeit (Abfallbehälter, Toiletten) 3 16 29 5 5 26 18 Sicherheit (Polizei, städtischer Außendienst) 7 31 25 15 5 12 5 Einhalten von Park-Regeln und Besucher- 3 19 24 17 6 19 12 Verhalten (Grillzonen, Hunde, Fütterungsverbote) 0% 20% 40% 60% 80% 100%

* Auswahl der 3 Aspekte Sauberkeit, Sicherheit und Einhalten von Park-Regeln/Besucher-Verhalten aus insgesamt 20 Aspekten von Grünflächen und Parks Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

3 16 29 5 5 26 18
7 31 25 15 5 12 5
3 19 24 17 6 19 12

Zum Thema Sauberkeit, wie z.B. Abfallbehälter oder Toiletten, äußert sich knapp die Hälfte der befragten Nürnbergerinnen und Nürnberger eher (26%) oder sogar sehr unzufrieden (18%). Der Anteil zufriedener Bewertungen ist dagegen mit 19% weniger als halb so groß (vgl. Abb.16).

In Bezug auf die Sicherheit, d.h. hier insbesondere die Tätigkeit von Polizei und städtischem Außendienst, sind 38% ausdrücklich zufrieden bzw. sehr zufrieden. 17% sind eher oder sehr unzufrieden und 15% geben an, dass sie dies nicht beurteilen können.

Die Einhaltung der in den Grünflächen geltenden Regeln und das Verhalten der Besucherinnen und Besucher wird in der Tendenz eher kritisch gesehen. 22% sind insgesamt zufrieden, jedoch 31% eher oder sogar sehr unzufrieden, wobei 17% dazu keine Aussage treffen können.

Zusätzlich konnten die Befragten aus insgesamt 20 Aspekten, die sich auf die Nutzung, Gestaltung und Ausstattung der Grünflächen und Parks bezogen, die für sie persönlich wichtigsten Aspekte auswählen. Für 26% der befragten Personen insgesamt ist die Sauberkeit in Grünflächen besonders wichtig. 15% der Befragten ist die Sicherheit und 14% die Einhaltung von Regeln und das Besucherverhalten besonders wichtig (vgl. Abb. 17).

Die Sauberkeit erweist sich damit als einer der wichtigsten Aspekte der Nürnberger Grünflächen, zusammen mit der Nutzungsmöglichkeit für den Aufenthalt im Freien/ Naturerlebnis (ebenfalls von 26% der Befragten insgesamt genannt), Ruhe und Erholung (25%), Spazierengehen/ Joggen/ Walken/ Wandern (24%) und ökologischen Aspekten (22%).

34 Ein Bericht zu den Befragungsergebnissen des Schwerpunktthemas Grünflächen und Parks ist in Vorbereitung.

Abb. 17: Bitte geben Sie zusätzlich an, welche dieser Aspekte für Sie persönlich besonders wichtig sind*, in Prozent

Anteil „mir besonders wichtig“ in % Sauberkeit (Abfallbehälter, Toiletten) 26 Sicherheit (Polizei, städtischer Außendienst) 15 Einhalten von Park-Regeln und Besucher-Verhalten 14 (Grillzonen, Hunde, Fütterungsverbote) 0 5 10 15 20 25 30

* Auswahl der 3 Aspekte Sauberkeit, Sicherheit und Einhalten von Park-Regeln aus insgesamt 20 Aspekten von Grünflächen und Parks Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

4.1 Sauberkeit

Mit der Sauberkeit in Nürnberger Grünflächen und Parks sind nur 19% der Befragten insgesamt zufrieden oder sehr zufrieden, während mehr als doppelt so viele (44%) eher oder sehr unzufrieden sind.

Unter den Befragten in Alter von 25 bis unter 45 Jahren bzw. in Haushalten mit Kindern ist der Anteil der Zufriedenen etwas höher (jeweils 23%). Der Anteil der Unzufriedenen ist überdurchschnittlich hoch unter den jüngsten Befragten im Alter von 18 bis unter 25 Jahren und in der Altersspanne von 60 bis unter 75 Jahren (jeweils 48%).

Überdurchschnittlich zufrieden mit der Sauberkeit in Grünflächen und Parks sind Befragte, die in der Nordöstlichen Außenstadt (sehr zufrieden und zufrieden zusammen 31%), in der Nordstadt (25%) oder der Altstadt (23%) leben. Die größte Unzufriedenheit besteht in Gostenhof/ Kleinweidenmühle (eher oder sehr unzufrieden zusammen 57%), Gebersdorf/ Höfen (50%) und Werderau/ Hasenbuck/ Gartenstadt (49%).

Jeder vierten befragten Person ist die Sauberkeit ein persönlich besonders wichtiger Aspekt von Grünflächen und Parks. Überproportional hoch ist der Anteil bei jungen Alleinlebenden unter 35 Jahren (32%).

4.2 Sicherheit

Mit der Sicherheit in Nürnberger Grünflächen und Parks, insbesondere im Hinblick auf die Tätigkeit von Polizei und städtischem Außendienst, sind 38% der Befragten ausdrücklich zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Der Anteil der eher oder sehr unzufriedenen Äußerungen beträgt zusammen 17%.

Überproportional zufrieden sind jüngere Personen ab 18 bis unter 45 Jahren (43%) bzw. Haushalte mit Kindern (44%). Nichtdeutsche Befragte sind mit der Sicherheit in Nürnberger Grünflächen zu einem viel höheren Anteil (51%) zufrieden als deutsche Staatsangehörige mit oder ohne Migrationshintergrund (ca. 35%).

Zu einem besonders hohen Anteil sind Befragte, die in der Altstadt (50%), in Wöhrd (46%) und in St.Johannis (44%) leben, mit der Sicherheit in den Grünflächen zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Der Anteil unzufriedener Äußerungen ist in Gebersdorf/ Höfen (21%) leicht erhöht.

15% der Befragten insgesamt halten die Sicherheit für sie persönlich besonders wichtig. Dabei sind nur geringfügige Abweichungen zwischen den Befragtengruppen zu erkennen.

4.3 Einhalten von Regeln und Besucherverhalten

Mit dem Einhalten der Regeln, die in den Nürnberger Parks z.B. zu Grillzonen, Hunden oder Fütterungsverbot gelten, und dem Verhalten der Besucherinnen und Besucher sind 23% zufrieden oder sehr zufrieden, 31% sind dagegen eher oder sehr unzufrieden.

Die Meinungen sind je nach dem Alter der befragten Personen stark abgestuft. Je älter die Befragten sind, desto geringer ist die Zufriedenheit bzw. stärker die Unzufriedenheit (vgl. Abb.18).

Abb. 18: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit den folgenden Aspekten zu den Grünflächen und Parks in Nürnberg? … Einhalten von Park-Regeln und Besucher-Verhalten (Grillzonen, Hunde, Fütterungsverbote), in Prozent

sehr zufrieden zufrieden teils/ teils kann ich nicht beurteilen keine Angabe eher unzufrieden sehr unzufrieden Befragte insgesamt 3 19 24 17 6 19 12 65 Jahre und älter 1 12 19 18 12 22 15 45 bis unter 65 Jahre 2 18 24 17 5 20 13 18 bis unter 45 Jahre 5 24 26 16 2 16 10 0% 20% 40% 60% 80% 100%

Quelle: Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

3 19 24 17 6 19 12
1 12 19 18 12 22 15
2 18 24 17 5 20 13
5 24 26 16 2 16 10

Nichtdeutsche Befragte sind zu 40% mit der Einhaltung der Park-Regeln zufrieden, im Unterschied zu Deutschen ohne (18%) bzw. mit Migrationshintergrund (23%).

Überdurchschnittlich ist die Zufriedenheit mit der Einhaltung der Regeln und dem Besucherverhalten in Gebieten der Sozialraumtypen City-/ Dienstleistungsquartiere und sozial angespannte Quartiere (jeweils 28%).

14% der befragten Personen insgesamt ist das Einhalten von Regeln und das Besucherverhalten ein persönlich besonders wichtiger Aspekt der Nürnberger Grünflächen und Parks. Etwas höher ist der Anteil unter Befragten der Altersspanne von 45 bis unter 60 Jahren (18%) und auch bei Alleinerziehenden (17%).

5. Zusammenfassung

Fragen zum persönlichen Sicherheits- bzw. Unsicherheitsgefühl und zur Einschätzung der Sicherheit und Ordnung in Nürnberg werden bereits seit vielen Jahren immer wieder in Nürnberger Bürgerumfragen gestellt. Diese Befragungsergebnisse ergänzen die Analysen zur Sicherheitslage, die durch die Polizei (Polizeiliche Kriminalitätsstatistik) und die Stadt Nürnberg erstellt werden, da das subjektive Sicherheitsbzw. Unsicherheitsgefühl nicht allein von der „objektiven“ Sicherheitslage beeinflusst wird.

Untersuchungen zeigen, dass die allgemeine Besorgnis über die Kriminalität als gesellschaftliches Problem regelmäßig höher ausfällt als die Furcht, selbst Opfer einer Straftat zu werden. Die Ursachen für kriminalitätsbezogene Unsicherheitsgefühle können vielfältig sein und die persönliche Ebene, das Wohnumfeld und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen betreffen.

Nachdem zwischen den Befragungsjahren 2013 und 2017 das Sicherheitsempfinden der Nürnberger Bevölkerung deutlich abgesunken war, zeigen die Befragungsergebnisse aus dem Herbst 2021 wieder eine Verbesserung. Dies betrifft insbesondere die für das Sicherheits- bzw. Unsicherheitsgefühl besonders relevanten Bereiche der eigenen Wohnung und Wohngegend bzw. der Bewertung von Kriminalität als gesellschaftliches Problem.

Deutliche Unterschiede beim Sicherheitsempfinden sind nach Geschlecht und Alter festzustellen. Insbesondere nachts fühlen sich Frauen in vielen Alltagssituationen unsicher, wenn sie allein unterwegs sind. Unsicherheitsgefühle nachts in der eigenen Wohngegend sind am stärksten verbreitet unter deutschen Frauen mit Migrationshintergrund. In der Altersspanne von 30 bis 60 Jahren ist das Sicherheitsgefühl bei Männern und Frauen am stärksten ausgeprägt.

Die Beurteilung von Müll und Schmutz als Problem der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Nürnberg hat seit 2013 sehr stark zugenommen und sich ab 2017 weiter deutlich verschärft. Dies entspricht der tatsächlichen Entwicklung des Müllproblems in der Stadt, insbesondere in Grünflächen.

Kriminalität wurde 2017 zu einem wesentlich höheren Anteil als Problem bewertet als 2013. Im Jahr 2021 kommt die Antwortverteilung wieder den Befragungsergebnissen von 2013 und den früheren Jahren nahe.

Auch bei der Frage, ob nach Meinung der befragten Personen die Polizei ausreichend gegenwärtig ist, war eine Verschlechterung zwischen 2013 und 2017 festzustellen. Im Jahr 2021 wurde die Polizeipräsenz wieder zu einem höheren Anteil als ausreichend wahrgenommen.

In der Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021 war auch die Nutzung von Grünflächen und Parks ein Thema, in diesem Zusammenhang wurden auch Fragen zu Sauberkeit und Sicherheit gestellt. Mit der Sicherheit, insbesondere der Tätigkeit von Polizei und städtischem Außendienst, ist die Zufriedenheit deutlich höher als in Bezug auf Sauberkeit, die Einhaltung von Regeln und das Besucherverhalten. Zugleich ist für die befragten Nürnbergerinnen und Nürnbergern die Sauberkeit einer der wichtigsten Aspekte bei der Nutzung von Grünflächen.

Anhang

Anhang 1: Studiendesign

Studiendesign Wohnungs- und Haushaltserhebung Leben in Nürnberg 2021

Erhebungszeitraum 8. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021
Erhebungsmethode Befragung schriftlich-postalisch und online, 8 seitiger Fragebogen, 1 Erinnerungsaktion
Grundgesamtheit Personen ab 18 Jahren mit Hauptwohnung in Nürnberg
Stichprobe 10 000 brutto, 9 500 bereinigt (ca. 500=5,0% nicht erreichbar)
Rücklaufquote n = 3 640, 38%
Gewichtung nach Umfragegebiet, Haushaltstyp und Migrationshintergrund
Umfrageergebnisse http://www.nuernberg.de/internet/statistik/umfrageergebnisse.html

Anhang 2: Karte Umfragegebiete

Abbildung 1

Anhang 3: Tabellen Sicherheitsgefühl in Nürnberg 1997 bis 2021

Tab. 1: Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Wohnung, wenn Sie allein sind?

Zeitreihe 1997 bis 2021, in Prozent

tagsüber nachts
sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt
2021 68 30 2 0 100 2021 52 40 6 1 100
2017 62 36 3 0 100 2017 45 43 10 1 100
2013 63 35 2 1 100 2013 48 44 6 2 100
2009 67 32 1 0 100 2009 53 41 5 1 100
2007 64 34 1 0 100 2007 51 43 5 1 100
2005 59 39 1 0 100 2005 46 46 7 1 100
2001 97 3 100 2001 92 8 100
1997 95 5 100 1997 89 11 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 1997, 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 2: Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Wohngegend, wenn Sie allein unterwegs sind? Zeitreihe 1997 bis 2021, in Prozent

tagsüber nachts
sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt
2021 55 41 4 0 100 2021 23 49 23 6 100
2017 48 45 6 1 100 2017 18 44 30 8 100
2013 51 44 4 1 100 2013 23 48 24 6 100
2009 52 44 4 1 100 2009 24 48 22 5 100
2007 52 44 4 1 100 2007 25 46 24 5 100
2005 49 46 4 1 100 2005 21 48 26 6 100
2001 94 6 100 2001 66 34 100
1997 93 7 100 1997 74 26 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 1997, 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 3: Wie sicher fühlen Sie sich im Stadtzentrum, wenn Sie allein unterwegs sind? Zeitreihe 1997 bis 2021, in Prozent

tagsüber nachts
sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt
2021 47 45 7 1 100 2021 14 39 37 11 100
2017 42 48 8 1 100 2017 12 36 39 13 100
2013 46 47 6 1 100 2013 15 42 35 8 100
2009 45 49 6 1 100 2009 14 42 37 8 100
2007 46 48 5 1 100 2007 15 43 35 8 100
2005 43 50 6 1 100 2005 12 41 38 8 100
2001 89 11 100 2001 49 51 100
1997 88 12 100 1997 55 45 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 1997, 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 4: Wie sicher fühlen Sie sich in U-Bahn, Straßenbahn bzw. Bus einschließlich

Haltestellen

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

tagsüber nachts
sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt
2021 39 51 9 1 100 2021 10 34 40 16 100
2017 33 52 13 3 100 2017 7 27 44 22 100
2013 36 52 10 2 100 2013 9 32 42 16 100
2009 32 53 12 3 100 2009 7 28 46 19 100
2007 38 51 9 2 100 2007 10 32 42 16 100
2005 34 55 9 2 100 2005 8 32 44 17 100
2001 85 15 100 2001 35 65 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 5: Wie sicher fühlen Sie sich in Grünanlagen, Parks und Erholungsgebieten?

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

tagsüber nachts
sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt sehr sicher ziemlich sicher eher unsicher sehr unsicher Gesamt
2021 44 48 7 1 100 2021 7 26 40 27 100
2017 33 53 11 3 100 2017 6 19 43 32 100
2013 37 51 10 2 100 2013 8 26 42 24 100
2009 34 52 12 3 100 2009 6 22 45 28 100
2007 35 53 10 2 100 2007 7 23 43 27 100
2005 31 55 12 2 100 2005 5 22 45 28 100
2001 80 20 100 2001 27 73 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 6: Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden

Bereichen? Müll, Schmutz

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

kein Problem geringes Problem ziemliches Problem großes Problem Gesamt
2021 12 39 35 14 100
2017 19 45 26 9 100
2013 23 46 23 8 100
2009 27 47 21 5 100
2007 25 48 22 6 100
2005 26 48 21 6 100
2001 29 41 23 7 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 7: Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden

Bereichen? Belästigungen Ruhestörungen

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

kein Problem geringes Problem ziemliches Problem großes Problem Gesamt
2021 17 57 19 7 100
2017 22 55 17 5 100
2013 23 58 15 4 100
2009 20 57 19 4 100
2007 23 55 18 4 100
2005 21 55 19 5 100
2001 28 53 15 4 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 8: Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden

Bereichen? Sachbeschädigungen Vandalismus

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

kein Problem geringes Problem ziemliches Problem großes Problem Gesamt
2021 10 40 37 13 100
2017 13 43 33 11 100
2013 12 45 34 9 100
2009 10 37 41 13 100
2007 12 38 37 13 100
2005 9 35 40 16 100
2001 15 38 34 13 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 9: Wie beurteilen Sie die Sicherheit und Ordnung in Nürnberg in folgenden

Bereichen? Kriminalität

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

kein Problem geringes Problem ziemliches Problem großes Problem Gesamt
2021 10 56 26 8 100
2017 10 49 31 10 100
2013 12 57 25 6 100
2009 10 55 28 7 100
2007 13 55 25 6 100
2005 11 52 28 8 100
2001 16 52 26 6 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 10: Ist Ihrer Meinung nach die Polizei ausreichend gegenwärtig?

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

ja nein Gesamt
2021 58 42 100
2017 51 49 100
2013 63 37 100
2009 61 39 100
2007 64 36 100
2005 60 40 100
2001 59 41 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tabellen zusammengefasst

Tab. 11: Sicherheitsgefühl allein in der eigenen Wohnung und in der Wohngegend nachts Zeitreihe 1997 bis 2021, in Prozent

Wohnung nachts Wohngegend nachts
sehr sicher, ziemlich sicher eher unsicher, sehr unsicher Gesamt sehr sicher, ziemlich sicher eher unsicher, sehr unsicher Gesamt
2021 93 7 100 2021 71 29 100
2017 88 12 100 2017 62 38 100
2013 92 8 100 2013 71 29 100
2009 94 6 100 2009 73 27 100
2007 94 6 100 2007 71 29 100
2005 92 8 100 2005 69 31 100
2001 92 8 100 2001 66 34 100
1997 89 11 100 1997 74 26 100
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 1997, 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

Tab. 12: Bewertung Sicherheit und Ordnung

Zeitreihe 2001 bis 2021, in Prozent

Müll, Schmutz Belästigungen, Ruhestörungen Sachbeschädi- gungen Kriminalität
Problem kein/ geringes Problem ziemliches/ großes Problem kein/ geringes Problem ziemliches/ großes Problem kein/ geringes Problem ziemliches/ großes Problem kein/ geringes Problem ziemliches / großes Problem
2021 50 50 75 25 50 50 66 34
2017 65 35 78 22 56 44 59 41
2013 70 30 81 19 57 43 69 31
2009 75 25 77 23 46 54 65 35
2007 73 27 78 22 49 51 69 31
2005 74 26 76 24 45 55 63 37
2001 70 30 81 19 53 47 68 32
Auswahl: Befragte mit gültiger Antwort Quellen: Wohnungs- und Haushaltserhebungen Leben in Nürnberg 2001, 2005, 2007, 2009, 2013, 2017, 2021

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