Zusammenfassung: Konsolidierter Jahresabschluss der Stadt Nürnberg zum 31.12.2020
Die Stadt Nürnberg legt zum 31.12.2020 zum fünften Mal einen konsolidierten Jahresabschluss vor.
Bei dem konsolidierten Jahresabschluss handelt es sich um einen nach den Vorschriften der GO und KommHV- Doppik aufgestellten gemeinsamen Jahresabschluss der Stadt mit den in Form von Eigenbetrieben, Kommunalunternehmen oder privater Rechtsform verselbständigten Aufgabenträgern. Aufgrund der umfangreichen Auslagerung der kommunalen Aufgabenerfüllung aus der Kernstadt heraus, ist es sinnvoll, mittels eines konsolidierten Jahresabschlusses einen Gesamtüberblick über die finanziellen Verhältnisse und Leistungsbeziehungen über das komplette Aufgabenspektrum der Kommune zu ermöglichen und so auch die Sicherstellung der dauernden Leistungsfähigkeit insgesamt abzubilden.
Die Aufstellung des konsolidierten Jahresabschlusses ist ein sehr aufwendiger Prozess: Zunächst müssen detaillierte Abstimmungen und ein Abgleich des gemeldeten Zahlenmaterials in Bezug auf alle Konzern- Leistungsbeziehungen erfolgen. Insbesondere die Aufklärung von Differenzen, tlw. bis auf Ebene einzelner Belege, erfordert sowohl seitens der Stadtkämmerei als auch der vollkonsolidierten Töchter einen erheblichen Ressourceneinsatz. Anschließend ist eine Vielzahl manueller Buchungen zur Auflösung der innerkonzernlichen Verflechtungen nötig, um einen korrekten Ausweis der Sachverhalte im Sinne einer Darstellung des Konzerns Stadt als einheitliche Organisation zu erreichen.
Der Konsolidierungskreis im engeren Sinne (Vollkonsolidierungskreis) umfasst die in untenstehender Tabelle aufgeführten städtischen Töchter, bei denen ein beherrschender Einfluss, z. B. durch Mehrheit der Stimmrechte oder aufgrund der Rechtsstellung (Eigenbetrieb) vorliegt. Im Konsolidierungskreis ergaben sich für 2020 nur wenige Änderungen: Zum 23.04.2020 wurde die Noris inklusion kommunal gGmbH als 100%ige Tochter der Noris inklusion gGmbH aufgenommen. Darüber hinaus verkauften die Städtischen Werke Anteile der wbg Nürnberg GmbH an die Stadt Nürnberg.
Eigenbetrieb Abfallwirtschaftsbetrieb Nürnberg - ASN
Eigenbetrieb Franken Stadion Nürnberg - FSN
Kommunalunternehmen Klinikum Nürnberg (Teilkonzern) - KH
Noris Arbeit gGmbH - NOA
noris inklusion gGmbH - NOI
Noris inklusion kommunal gGmbH - NIK
Eigenbetrieb NürnbergBad – NüBad
Eigenbetrieb NürnbergStift - NüSt
Städtische Werke Nürnberg GmbH (Teilkonzern) -StWN
Eigenbetrieb Stadtentwässerung und Umweltanalytik - SUN
Eigenbetrieb Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg – SÖR
Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Nürnberg mbH (Teilkonzern) - wbg
Diese städtischen Töchter werden mit dem kompletten Vermögen und sämtlichen Schulden in den konsolidierten Jahresabschluss aufgenommen (sog. Vollkonsolidierung).
Dem Konsolidierungskreis im weiteren Sinne gehören die NürnbergMesse GmbH und Flughafen Nürnberg GmbH an. Sie werden mit ihrem fortgeschriebenen Eigenkapital, das sich insbesondere um die jeweiligen nicht ausgeschütteten Jahresergebnisse verändert, in den Abschluss einbezogen (sog. Equity-Konsolidierung1). Dies erfolgt, weil die Stadt bei diesen Gesellschaften über einen maßgeblichen, aber keinen beherrschenden Einfluss verfügt. Ein maßgeblicher Einfluss wird z. B. vermutet, wenn Stimmrechtsanteile über 20 % vorliegen.
1 Zur Equity-Konsolidierung finden sich detaillierte Erläuterungen im Glossar des Konzernberichts.
Im Rahmen der Aufstellung des Abschlusses werden bei den vollkonsolidierten Aufgabenträgern sämtliche konzerninternen Leistungsbeziehungen und Kapitalverflechtungen eliminiert, d.h. der „Konzern“ Stadt wird so betrachtet, als ob er eine einheitliche bilanzierende Einheit wäre.
Aus dem Abschluss 2020 ergeben sich folgende Ergebnisse:
| Bilanzposition | Betrag konso- lidiert 2020 in Mio. € | Einzelab- schluss Kernstadt 2020 in Mio. € | Vergleich Kernstadt zu Konzern in %2 | Betrag konso- lidiert 2019 in Mio. € | Wesentliche Bestimmungsgrößen bei den städtischen Töchtern (nach Konsolidierung) |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahresfehlbetrag | -4,17 | -12,86 | 308,39 | 105,05 | Überwiegend Jahresfehlbeträge, insb. aufgrund der Auswirkungen der Corona- Pandemie. Enthalten sind hier auch die Verluste der Equity-konsolidierten Töchter Messe und Flughafen (insg. 54, 9 Mio. €). Jahresüberschüsse melden: wbg, StWN, SUN und noris inklusion. |
| Anlagevermögen | 8.672,87 | 5.051,82 | 58,25 | 8.377,74 | StWN 2.206,56 Mio. €, wbg 630,57 Mio. €, SUN 597,20 Mio. €, Klinikum 505,00 Mio. € |
| immaterielles Vermögen | 208,56 | 230,03 | 110,29 | 206,17 | Darunter: Geleistete Investitionszuschüsse (nur Kernstadt), Konzessionen, DV-Lizenzen, Geschäfts- oder Firmenwerte und Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände) StWN 10,53 Mio. €, Klinikum 6,46 Mio. € |
| Sachanlagen | 7.645,72 | 4.067,24 | 53,20 | 7.300,55 | StWN 1.661,06 Mio. €, insb. Infrastruktur, wbg: 630,25 Mio. €, SUN: 574,44 Mio. €, Klinikum: 498,46 Mio. € |
| Finanzanlagen | 818,59 | 754,56 | 92,18 | 871,02 | StWN 534,97 Mio. € (assoziierte Unternehmen), ASN: 82,00 Mio. € (Wertpapiere), SUN 22,04 Mio. € (Ausleihungen) |
| Umlaufvermögen | 1.576,47 | 706,36 | 44,81 | 1.500,04 | StWN 574,81 Mio. €, Klinikum 192,87 Mio. €, wbg 133,32 Mio. € |
| Davon: Forderungen | 781,64 | 239,82 | 30,68 | 710,19 | StWN: 453,00 Mio. €, Klinikum 147,07 Mio. € |
| Eigenkapital | 1.818,56 | 906,68 | 49,86 | 1.795,36 | StWN: 224,27 Mio. € (Minderheitenanteile) |
| Sonderposten | 1.757,13 | 1.074,07 | 61,13 | 1.709,13 | Klinikum 299,19 Mio. €, StWN 193,43 Mio. €, SUN 176,60 Mio. € |
| Rückstellungen | 2.828,79 | 1.901,85 | 67,23 | 2.719,83 | StWN 791,45 Mio. €, Klinikum 155,92 Mio. €, SUN 69,02 Mio. € |
| Verbindlichkeiten | 3.841,97 | 1.878,87 | 48,90 | 3.656,60 | StWN 1.068,44 Mio. €, wbg 542,36 Mio. €, SUN 263,45 Mio. € |
2 Diese Zahl stellt dar, wie hoch der Wert des Einzelabschlusses Kernstadt in Relation zum Wert des Konzerns ist.
| Davon: Verb. für Investitionen und Anleihen | 2.873,93 | 1.398,10 | 48,65 | 2.738,08 | StWN: 687,40 Mio. €, wbg: 413,90 Mio. €, SUN 255,78 Mio. € |
|---|---|---|---|---|---|
| Davon: Ver- bindlichkeiten aus Krediten zur Liquidi- tätssicherung | 123,33 | 75,42 | 163,53 | 85,02 | Stadt: 31,77 Mio. € (konsolidiert), Wbg: 89,07 Mio. € NüBad: 0,00 Mio. € |
| Davon: Verb aus kreditähnlichen Rechtsgeschäften (insb. ÖPP/ÖÖP) | 120,97 | 112,88 | 107,16 | 133,25 | FSN 8,09 Mio. € (Stadionumbau WM 2006) |
| Bilanzsumme | 10.285,61 | 5.789,86 | 56,29 | 9.920,97 |
Die Bilanzsumme beträgt 10.285,61 Mio. € und gliedert sich auf Seiten der Aktiva und Passiva wie folgt:
Zusammensetzung Aktiva:
immaterielle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (208,6 Vermögensgegenstände (781,6 Mio. €) Mio. €) 8% 2% Vorräte (239,9 Mio. €) 3%
Finanzanlagen (818,6 Mio. €) 8%
Sachanlagen (7.645,7 Mio. €) 79%
Hier wird die hohe Anlagenintensität sichtbar (84,32 %), insb. bei Sachanlagen, die sich vor allem aus den Schulen, Kindertagesstätten Verwaltungsgebäuden, Straßen und Brücken der Kernstadt, aber auch aus den Infrastrukturanlagen der VAG und der N-ergie AG ergibt.
Zusammensetzung Passiva:
Passive Rechnungsabgrenzung (39,2 Mio. €) 0%
Eigenkapital (1.818,6 Mio. €) 18% Verbindlichkeiten (3.842,0 Mio. €) 37% Sonderposten (1.757,2 Mio. €) 17%
Rückstellungen (2.828,8 Mio. €) 28%
Die ordentlichen Gesamterträge des „Konzerns Stadt Nürnberg“ erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,41 % (89,85 Mio. €) auf 6.457,37 Mio. €.
Sonstige ordentliche Aktivierte Eigenleistungen Kostenerstattungen und Erträge 81,6 Mio. €) (125,1 Mio. €) Kostenumlagen (324,7 Mio. €) 1% 2% 5%
Privatrechtliche Leistungsentgelte (237,0 Mio. €) Steuern und ähnliche 4% Abgaben (941,7 Mio. €) Auflösung von 15% Zuwendungen und allgemeine Sonderposten (89,3 Mio. €) Umlagen (664,01 Mio. €) 1% 10%
Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte (3.989,9 Mio. €) 62%
Die ordentlichen Gesamtaufwendungen des Konzerns betragen 2020 6.364,43 Mio. € und sind damit im Vergleich zu 2019 gestiegen (2,83 % respektive 175,03 Mio. €). Konzernintern konsolidiert wurden 278,39 Mio. €, dies entspricht 4,13 % der ursprünglichen ordentlichen Gesamtaufwendungen.
Die Zusammensetzung der Aufwendungen im Konzern ergibt sich wie folgt:
Sonstige ordentliche Aufwendungen (653,0 Mio. €) 10%
Transferaufwendungen (729,4 Mio. €) Personalaufwendungen 13% (1.519,3 Mio. €) 24% Bilanzielle Abschreibungen Versorgungsaufwendun (324,1 Mio. €) Aufwendungen für gen (187,4 Mio. €) 5% Sach-und 3% Dienstleistungen (2.888,3 Mio. €) 45%
Folgende Kennzahlen errechnen sich zum 31.12.2020 aus den Werten der konsolidierten Vermögens- und Ergebnisrechnung:
| Kennzahlen 31.12.2020 | „Konzern“ | Kernstadt | „Konzern“ | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stadt 2020 | 2020 | Stadt 2019 | |||||
| Eigenkapitalquote | 17,7 % | 15,2 % | 18,1 % | ||||
| Anlagendeckung3 | Anlagendeckung3 | 102,7 % | 102,7 % | 101,8 % | 101,8 % | 103,1 % | 103,1 % |
| Aufwandsdeckungsgrad | 101,5 % | 100,5 % | 102,9 % | ||||
| (ordentliche Erträge/ordentliche Aufwendungen) | |||||||
| Steuerquote | 14,6 % | 44,8 % | 15,7 % | ||||
| (Steuererträge/ordentliche Erträge) | |||||||
| Personalintensität | 26,8 % | 32,8 % | 27,4 % | ||||
| (Personal- und Versorgungsaufwendungen/ | |||||||
| ordentliche Aufwendungen) | |||||||
| Zinslastquote | 2,0 % | 1,5% | 2,2 % | ||||
| (Zinsaufwendungen/ordentliche Aufwendungen) |
Hierbei wird sichtbar, dass im Konzern insgesamt ähnliche Verhältnisse wie bei der Kernstadt in Bezug auf die wesentlichen Bilanzkennzahlen herrschen. Lediglich die Personalintensität der Kernstadt ist überdurchschnittlich – hier bedingt der Dienstleistungsschwerpunkt einen hohen Personaleinsatz, bei etlichen Aufgabenträgern dominiert die Infrastruktur bei geringem Personaleinsatz. Erträge aus Steuern bzw. ähnlichen Abgaben (z. B. Gewerbesteuer, Grundsteuer, Einkommensteueranteil) fallen nur bei der Kernstadt an, entsprechend sinkt der rechnerische Anteil an den gesamten ordentlichen Konzernerträgen. Deren Bedeutung als Finanzierungsquelle für die ganze „städtische Familie“ lässt sich daran ermessen, dass diese ohne konkrete Gegenleistung erhobenen Erträge bereits 14,6 % der gesamten ordentlichen Erträge stellen. Bei der Zinslastquote schlägt sich die seit 2017 in dieser Position auszuweisenden Garantiedividenden des Minderheitsgesellschafters bei der StWN (Thüga AG) erhöhend nieder.
3 Die Kennzahl „Anlagendeckung“ stellt dar, inwieweit langfristig gebundenes Vermögen langfristig finanziert ist und damit, inwieweit die sog. „Goldene Bilanzregel“ der Fristenkongruenz erfüllt ist.
Der konsolidierte Jahresabschluss zeigt auf, dass die Kernstadt zu vielen Bilanz- und Ergebnispositionen wertmäßig einen sehr hohen Anteil beiträgt, gefolgt von den StWN und dem Klinikum. Hierdurch wird deutlich, wo organisatorische und finanzielle Maßnahmen innerhalb des Gesamtkonzerns die größte potenzielle Wirkungskraft entfalten. Das Verhältnis der buchhalterischen Größen der einzelnen Aufgabenträger wird transparent und damit implizit auch der Aufwand bzw. der Ertrag, der aus der Wahrnehmung der einzelnen kommunalen Aufgaben erwächst – gerade auch in Relation zueinander.
Umgekehrt gibt der konsolidierte Jahresabschluss auch Aufschluss darüber, in welchem Umfang die einzelnen Konzerntöchter mit der Stadt selbst und untereinander in Leistungsbeziehung stehen. Beispielsweise entfallen zwar nur 62,66 Mio. €, d.h. 1,97 % der kompletten Umsatzerlöse der StWN auf Einheiten des städtischen Konsolidierungskreises, hingegen waren 134,38 Mio. € bzw. 47,42 % der Sach- und Dienstleistungsaufwendungen der Kernstadt konzernintern, insbesondere die Aufwendungen für Gas, Strom und Wasser sowie die Kostenerstattungen an den Eigenbetrieb SÖR. Von den städtischen Steuererträgen wurden nur 7,10 Mio. € (0,75 %) bei der Konsolidierung bereinigt, jedoch über 59,05 Mio. € der von der Kernstadt gemeldeten sonstigen ordentlichen Erträge (entsprechend 70,96 %!). Konzernweit wurden 83,80 Mio. €, d.h. 50,66 % der sonstigen ordentlichen Erträge eliminiert.
Weiterhin wurden 135,15 Mio. € der im Gesamtkonzern gemeldeten sonstigen ordentlichen Aufwendungen gekürzt (17,15 %). Hier fällt insb. die Konzessionsabgabe ins Gewicht, wodurch alleine bei den StWN 10,11 % respektive 36,91 Mio. € konsolidiert werden. Als weiteres Beispiel sind die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen anzuführen: Hier entfallen beim Klinikum 7,62 % respektive 12,11 Mio. € der entstandenen Aufwendungen auf konzerninterne wirtschaftliche Verflechtungen. Konzernweit verringerten sich die angefallenen Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen durch die Konsolidierung um 212,01 Mio. € (entsprechend 6,84 %) auf gesamt 2.888,30 Mio. €.
Bei den Transferaufwendungen wurden 24,25 Mio. € entsprechend 2,97 % herauskonsolidiert, vorwiegend Verlustausgleiche an städtische Töchter und Eigenbetriebe.
Aufgrund der Konsolidierungsbuchungen veränderte sich das Konzernergebnis zum 31.12.2020 um 2,74 Mio. €, d.h. rein summarisch addiert ergäben die Jahresergebnisse im Konsolidierungskreis einen Fehlbetrag von 1,4 Mio. €. Die Veränderung durch die Konsolidierung setzte sich insb. aus Aufwands- und Ertragsbereinigungen der vollkonsolidierten Unternehmen i. H. v. 52,55 Mio. € und den Ergebnisbeiträgen der At-Equity konsolidierten Unternehmen (-55,93 Mio. €) zusammen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die im Einzelabschluss der Stadt getroffene Risikovorsorge für die coronabedingten Belastungen der städtischen Töchter Nürnberg Messe GmbH und Flughafen Nürnberg GmbH in Höhe von insgesamt 82 Mio. € im Rahmen der Konsolidierung eliminiert wurde.
Um knapp ein Drittel verringerten sich durch die Konsolidierung die Verbindlichkeiten aus Krediten zur Liquiditätssicherung respektive der Cash-Pooling-Kontokorrente (32,81 %). Damit wird deutlich, dass die Schuldenkonsolidierung hier die Summe der tatsächlichen Verschuldung erst transparent macht. Weitere starke konzerninterne Verflechtungen bestanden bei Forderungen, hier wurden 20,87 % im Rahmen der Schuldenkonsolidierung herausgestrichen, bei den Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen immerhin noch 21,42 %.
Der konsolidierte Jahresabschluss 2020 ist geprägt von einer aufgrund der Corona-Pandemie in Teilen sehr schwierigen Ertragslage, insb. auch bei den At-Equity-Töchtern Messe und Flughafen, welche mit Verlusten in hohem Maße zum Konzernfehlbetrag beitrugen. Dennoch ist die dauernde Leistungsfähigkeit sichergestellt: nach Durchführung der Kapitalkonsolidierung im Rahmen des konsolidierten Jahresabschlusses sind Gewinn-/Ergebnisrücklagen in Höhe von 844,69 Mio. € vorhanden.
Die Eigenkapitalquote ist ausreichend, das Anlagevermögen ist durch langfristiges Kapital finanziert. Nicht nur in der Kernstadt, auch bei den anderen konsolidierten Aufgabenträgern wird ein starker Investitionskurs gefahren, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
Die Verschuldung (Investitionskredite, Anleihen und kreditähnliche Verpflichtungen) beläuft sich im Konzern zum 31.12.2020 insgesamt auf 2.994,90 Mio. €. Sie ist damit fast doppelt so hoch wie bei der Kernstadt (Stand zum 31.12.2020: 1.510,99 Mio. €).
Detaillierte Entwicklung der Verschuldung im Vergleich zum Vorjahr:
| Bilanzposten Konzernbilanz (in Mio. €) | 2020 | 2019 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Anleihen | 80,00 | 80,00 | |||
| Verbindlichkeiten aus Krediten für Investitionen | 2.793,93 | 2.658,08 | |||
| Verbindlichkeiten, die Kreditaufnahmen | 120,97 | 120,97 | 133,25 | 133,25 | |
| wirtschaftlich gleichkommen | |||||
| Summe | 2.994,90 | 2.871,33 |
Die obige Tabelle zeigt, dass sich im Vergleich zum Vorjahr im Konzern ein Schuldenaufbau von insgesamt 123,57 Mio. € stattfand (im Einzelabschluss der Kernstadt errechnete sich lediglich eine Nettoneuverschuldung von 10,84 Mio. €). Der Schuldenaufbau resultierte aus der Erhöhung der Kredite für Investitionen: Diese nahmen um 135,85 Mio. € zu und entfallen überwiegend auf die Kernstadt, die StWN und die wbg.
Ein Schuldenabbau konnte hingegen vor allem im Bereich der kreditähnlichen Verpflichtungen erreicht werden: Hier reduzierten sich die Verbindlichkeiten um insgesamt 12,28 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und kompensierten teilweise den Schuldenaufbau bei den Investitionskrediten.
Zusätzlich nahmen jedoch auch die Verbindlichkeiten aus Krediten zur Liquiditätssicherung um 38,3 Mio. € zu, insbesondere aufgrund der Zwischenfinanzierung des kooperativen Schulzentrums der Bertolt-Brecht-Schule (BBS) bei der wbg.
Im Gegenzug konnten im Konzern erhebliche vermögensseitige Zuwächse erzielt werden: Allein das Sachanlagevermögen stieg um 345,17 Mio. € (entsprechend 4,73 %) gegenüber dem Vorjahr an.