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Sachverhalt

Anlage · 06.07.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Flughafen Südstadt Altstadt Schweinau Ferienausschuss Umwelt & Klima Digitalisierung & Verwaltung Haushalt & Finanzen Wirtschaft & Arbeit Verkehr & Mobilität Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Wirtschaftliche Auswirkungen von Corona in Nürnberg - Bilanz nach 2 Jahren

Sachverhaltsdarstellung:

1. Wirtschaftliche Auswirkungen

1.1 Wirtschaftsentwicklung am Standort Nürnberg während der Pandemie

Beschäftigung

Beschäftigungshöchststand in Nürnberg

Stabilisierung der Beschäftigtenzahl: Nach kurzzeitigem, Corona-bedingtem Absinken der Beschäftigtenzahlen fand im Jahr 2021 wieder eine deutliche Gegenbewegung statt. Mit 312.129 Beschäftigten (Stand: Juni 2021) gehen mittlerweile nahezu wieder so viele Menschen im Stadtgebiet Nürnberg einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach wie vor der Corona-Krise.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Nürnberg

314 648 3 311 312 zialversicherungspflichtig Beschäftigte im Stadtgebiet Nürnberg

309 0

294 200 295 693

269 483

272 049 264 202 265 288

64 187

254 599 252 469

SV-Beschäftigte jeweils am 30.06.

12 129

So

Diagramm 1: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Nürnberg, jeweils zum Stand 30. Juni Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit Arbeitslosenzahlen beinahe wieder auf Vorkrisenniveau: Im Mai 2019, also vor der Pande- Quelle: Bundesagentur für Arbeit; sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Nürnberg mie, lag die Arbeitslosenzahl bei 15.577 (Quote 5,2 %) - der niedrigste Wert seit 28 Jahren. Im Jahr 2020 stieg die Arbeitslosenzahl um 27,8 % auf 19.912 (Quote 6,6 %) an. Inzwischen ist die Zahl nahezu auf das Vorkrisenniveau gesunken. Im Mai 2022 waren 15.675 Menschen in Nürnberg arbeitslos gemeldet - das sind 98 Arbeitslose mehr, als vor Corona. Die Arbeitslosenquote hat mit 5,2 % wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Abbildung 1

(6,6 %)

Diagramm 2: Entwicklung der Mai-Arbeitslosenzahlen im Stadtgebiet Nürnberg. )* Für die Jahre 1994-97 liegen nur Quartalzahlen vor. Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Offene Stellen Bestand an offenen Stellen übertrifft bereits das Vorkrisenniveau: Im Mai 2022 waren der Arbeitsagentur für das Stadtgebiet Nürnberg 7.974 zu besetzende Beschäftigungsangebote gemeldet. Das sind 53,9 % mehr offene Stellen als noch im Mai letzten Jahres (Stellenbestand im Mai 2021: 5.180) und 18,2 % mehr als zum Vorkrisenjahr 2019 (Stellenbestand im Mai 2019: 6.749).

Gewerbesteuer Corona-Auswirkungen mit Zeitverzug: Die Gewerbesteuererträge sind in hohem Grad konjunkturabhängig. Aufgrund der Corona-Pandemie kam es ab März 2020 zu stark rückläufigen Gewerbesteuereinnahmen. Mittlerweile hat das laufende Gewerbesteuer-Soll den Stand vor Ausbruch der Corona-Pandemie überschritten. Die im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegenen Gewerbesteuereingänge im Jahr 2021 stammen jedoch aus Jahresveranlagungen und Betriebsprüfungen für zurückliegende Jahre. Daher ist damit zu rechnen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeitverzögert erst in den Folgejahren spürbar werden. Die Gewerbesteuer ist der wichtigste Bestandteil der Steuererträge im Nürnberger Haushalt. Sie trägt in großem Maße dazu bei, dass die Stadt ihre Aufgaben zum Gemeinwohl finanziell erfüllen kann. Fast die Hälfte (48,5 % im Planansatz 2022) der städtischen Steuereinnahmen entfallen auf die Gewerbesteuer (vgl. RWA vom 06.04.2021).

Entwicklung der Gewerbesteuererträge in Nürnberg (in Mio. Euro) 550M 477
470 447 436 418 424 424 393 390 379 384
295 284 318 336 338 298
255 227 210 203
ca.
36% 40% 47% 49% 38% 40% 41% 38% 41% 38% 42% 43% 39% 38% 39% 39% 38% ca. 38% 38%
34%
30% 30%

io. €

davon Steueranteil auswärtiger Unternehmen Gesamte Gewerbesteuererträge Diagramm 3: Gewerbesteuer-Gesamtertrag vor Umlage in Mio. Euro. Die Prozentsätze geben den Anteil an der Gewerbesteuer von Unternehmen an, die ihren Sitz außerhalb Nürnbergs haben. Quelle: Kassen- und Steueramt der Stadt Nürnberg

1.2 Instrumente zur Sicherung des Unternehmensbestandes während der Pandemie

Kurzarbeit Von den rund 25.000 Nürnberger Betrieben waren im Mai 2020 - zum Höchststand der Pandemie-bedingten Kurzarbeitswelle - 4.390 Betriebsstätten in Kurzarbeit (18 % der Nürnberger Betriebe). 57.908 Personen waren im Mai 2020 in Kurzarbeit. Das entsprach einer Kurzarbeitsquote von 18,4 %. Bereits im November 2021 war die Kurzarbeitsquote in Nürnberg wieder auf 1,9 % gesunken (von 18,4 %). Im Dezember 2021 gab es, wegen des erneuten Lockdowns, nochmals einen kurzfristigen Anstieg der Kurzarbeiterzahl. Mittlerweile sollten die Kurzarbeitszahlen noch weiter zurückgegangen sein.

Kurzarbeitende Kurzarbeitende Betriebe Kurzarbeitsquote
Personen
Mai 2020 57 908 4 390 18,4 %
November 2021 6 027 826 1,9 %
Dezember 2021 8 290 1 034 2,6 %

Tabelle 1: Realisierte Kurzarbeit in Nürnberg (Konjunkturelle Kurzarbeit) Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Corona-Wirtschaftshilfen von Bund und Freistaat Bayern Nürnberger Unternehmen nutzten die Wirtschaftshilfen der Bundesregierung (v.a. Überbrückungshilfen I, II, III), um ihren Fortbestand zu sichern. Aus Nürnberg gingen über 17.000 Anträge auf Wirtschaftshilfen ein mit einem Gesamtvolumen von über 500 Mio. €.

1.3 Entwicklung besonders betroffener Branchen in Nürnberg während der Pandemie

Weite Teile des Einzelhandels, Schaustellergewerbe, Messewirtschaft, Luftverkehr oder große Teile der Kreativwirtschaft wurden während der Corona-Lockdowns an der Ausübung wirtschaftlicher Tätigkeit gehindert. Das macht sich auch an Beschäftigungsrückgängen bemerkbar. Pandemie-bedingt gab es starke Zuwächse bei Verkehr, Gesundheit und IuK.

Veränderung zum Veränderung zum
Nürnberg Nürnberg Nürnberg
Vorjahr Vorjahr
Jun. 19 Jun. 20 absolut in % Jun. 21 absolut in %
- 5 554 -1,8% 3 035 1,0%

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

in ausgewählten Branchen

Insgesamt

- 928 -5,0%
509 13,9%
- 148 -5,8%
- 872 -11,3%
231 1,1%
164 19,7%
- 3 107 -20,7%
310 1,6%
- 148 -16,4%
115 0,6%
1 124 26,9%
- 332 -13,8%
- 237 -3,5%
601 2,8%
38 3,8%
2 452 20,6%
913 4,8%
- 8 -1,1%

47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) 18 686 17 758 17 873 53 Post-, Kurier- und Expressdienste 3 675 4 184 5 308 55 Beherbergung 2 553 2 405 2 073 56 Gastronomie 7 705 6 833 6 596 62 Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie (inkl. Rechenzentren, Programmierung etc.) 21 019 21 250 21 851 63 Informationsdienstleistungen (z.B. Datenverarbeitung, Hosting; Webportale) 834 998 1 036 78 Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften 15 030 11 923 14 375 86 Gesundheitswesen 18 905 19 215 20 128 93 Erbringung von Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und der Erholung (inkl. Schausteller) 901 753 745

Tabelle 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in ausgewählten Branchen Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Einzelhandel In Nürnberg machten sich die Corona-Lockdowns der Jahre 2020 und 2021 in Form zurückgehender Passantenfrequenzen und sinkender Umsätze im Einzelhandel bemerkbar - in beiden Bereichen bewegten sich die Rückgänge etwa um 30 %. Im ersten Halbjahr 2021 stieg die Anzahl der Ladenleerstände in der Altstadt auf etwa 30 in den Haupteinkaufsachsen. Gegenwärtig erholen sich die Passantenfrequenzzahlen in der Fußgängerzone. Beobachtet wird eine höhere Fluktuation bei den Ladengeschäften, aber kein sich verfestigender Leerstand. Die Investments in teils sehr große Objekte mit umfänglicher Einzelhandelsteilnutzung sind in Nürnberg weiterhin ungebrochen. Beispiele:

 Ex-City Point als zukünftiges Altstadt Karrée mit Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen,  neues Erlebniskaufhaus von Wöhrl anstelle des früheren Sportkaufhauses und neuer ALDI im Basement des Herrenhauses,  Nachverdichtung des früheren Schuhhauses Leiser mit Hotel für längere Übernachtungszeiträume und Einzelhandel,  EDEKA mit großem Supermarkt und Convenienceangebot im Basement des C&A,  Schocken Karrée am Aufseßplatz in der Südstadt mit Einzelhandel, Gemeinbedarfseinrichtung, Wohnungen.

Arbeitnehmerüberlassung Starke Beschäftigungsschwankungen gab es beim Frühindikator Zeitarbeit. Anfangs der Pandemie wurden die Personalstände bei der Arbeitnehmerüberlassung stark abgebaut (-3.107 Beschäftigte von Mai 2019 zu Mai 2020). Mit Abebben der Corona-Einschränkungen erfolgte schnell wieder ein Beschäftigungsaufbau (+2.613 Beschäftigte von Mai 2020 zu Mai 2021). Beispiele für große Nürnberger Zeitarbeitsunternehmen sind I.K. Hofmann, Lorenz Zeitarbeit oder Fürst.

Messewesen Im Rahmen der Corona-Lockdowns erfolgte ein völliger Einbruch des Messegeschäfts, da aufgrund der Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung Messeveranstaltungen über längere Zeiträume landesweit verboten waren. Die NürnbergMesse reagierte mit der Entwicklung digitaler Plattformen. Zwischen den Lockdowns fanden Online- bzw. Hybrid- Veranstaltungen statt. Aufgrund des verpassten Messegeschäfts musste das Investitionsprogramm der NürnbergMesse gekürzt werden. Der Neustart der NürnbergMesse hat im Jahr 2022 kraftvoll begonnen - so sind insgesamt 43 Messen, Kongresse und andere Events im Nürnberger Messezentrum im Messejahr 2022 geplant. Mit der IWA Outdoor Classics hat vom 03. bis 06.03.2022 die erste große, internationale Messe stattgefunden (vgl. RWA vom 06.04.2021). Die internationale Fachmesse EUROGUSS vom 08. bis 10.06.2022 verlief ebenfalls sehr erfolgreich.

Luftfahrt Im Jahr 2019 nutzten 4,1 Mio. Passagiere den Flughafen, im Jahr 2021 waren es nur 1,1 Mio. Passagiere. Das Luftfrachtgeschäft, u.a. für dringend benötigtes medizinisches Material und Ausrüstung, liegt dafür über dem Vor-Corona-Wert. Der Flughafen reagierte mit einem Sparkurs. Im zweiten Krisenjahr erholte sich der Konzernumsatz bereits etwas; von 39,8 Mio. € im Jahr 2020 auf 42,6 Mio. € im Jahr 2021). Dies ist aber noch weit von den Vorkrisenergebnissen von rd. 100 Mio. € entfernt. Das Jahresergebnis 2021 verbesserte sich durch den Sparkurs bei Investitionen, Personal- und Sachkosten, blieb aber im roten Bereich. Nach einem Minus von 41,2 Mio. € im Jahr 2020 wies der Airport Nürnberg im Jahr 2021 einen Verlust von 14,9 Mio. € aus. Ohne Ausgleichszahlungen von 14 Mio. €, die für die Fortführung des Betriebs in Lockdown-Zeiten flossen, wäre das Ergebnis noch deutlich schlechter ausgefallen.

Marktkaufleute und Schaustellergewerbe Das Verbot von Volksfesten und Warenmärkten führte teils zu 100 %-igem Umsatzausfall bei Marktkaufleuten, Kunsthandwerkern und Schaustellerbetrieben; insbesondere das landesweite Verbot von Weihnachtsmärkten durch die Bayerische Staatsregierung und damit auch des Christkindlesmarktes 2020 und 2021 bedeutete eine besondere Härte (vgl. RWA vom 01.12.2021).

Tourismus Lockdown sowie Einreise-, Beherbergungs-, Messe- und Veranstaltungsverbote haben Nürnberg vor allem als Geschäftsreise-Destination erheblich getroffen. Machte die Tourismus- Branche vor Corona mehr als 2 Mrd. € Umsatz jährlich in Nürnberg, waren es in den Jahren 2020 und 2021 jeweils 800 Mio. € weniger (vgl. RWA vom 06.04.2022). Mit 1,5 Mio. lag im Jahr 2021 die Zahl der Übernachtungen zwar nur 0,3 % unter dem Ergebnis des Jahres 2020, aber 58 % unter dem Vorkrisenjahr 2019. Knapp 800.000 Gäste reisten an. Das waren 1,5 % weniger als im Jahr 2020, aber 60 % weniger als im Jahr 2019. Das Plus an Gästen aus Deutschland von 1,4 % konnte das Fehlen der internationalen Gäste mit einem Minus von 11,4 % nicht ausgleichen. Im Beherbergungsgewerbe gingen zwischen Juni 2019 und Juni 2021 knapp 500 Arbeitsplätze verloren, in der Gastronomie über 1.100.

Zusätzliche Herausforderungen der Branche sind:  Fachkräftemangel: Rückgang von 12 % bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im deutschen Gastgewerbe (2021 gegenüber 2019).  Steigende Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise, die kurzfristig weitere Preisanpassungen bei den Betrieben notwendig machen.

Umsatzentwicklung März 2022 gegenüber März 2019 (Umfrage DEHOGA):  Umsatzverluste in Deutschland in Höhe von 27,5 % gegenüber März 2019.  Das Minus der Stadthotellerie liegt mit 34,3 % deutlich höher als in der Freizeithotellerie.  Besonders hoch sind Einbußen bei Clubs und Discotheken (-50,3 %), Eventcaterern (-55,6 %) und Saalbetrieben (-59,5 %).

Industrie

6 des Gewerbe waren bereits vor Corona vor der Heraus- standen. Besonders gefordert war und ist hierbei die ss den hohen Innovationsdruck im Bereic9h,2 DMirgdi.t a€lisierung 12 8,9 Mrd. € 8,4 Mrd. € pässe bei Ressourcen und in den Lieferketten kompen- 7,9 Mrd. € Produktionsstopps. Größere Entlassungen sind bislang ten die Nürnberger Industriebetriebe nach dem Frühjahrs- 10 Umsätze. Der Gesamtjahresumsatz der Industriebetriebe gten sank im Jahr 2020 von 8,4 Mrd. € auf 7,9 Mrd. €. Das 9,2 Mrd. € 12 8,9 Mrd. € 8 %. Bereits im Jahr 2021 fand die Nürnberger Industrie 8,4 Mrd. € er Joahre8sumsatz stieg auf 8,5 Mrd. € und lag damit 8,3 % r übeurtraf damit auch den Jahresumsatz des Vor-Krisen- E 1 0 ieg u .dm 3,2 %, der Auslandsumsatz so g ar um 12,7 %. Die r 56 %M, w6as ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit n ternai tionalen Märkten ist. z ta 8 o s ru m U 4 E Nür nbe rger Industrieunterne .dhmen rM 6 n i z 2 ta s Gesammtumsatz U 4 Mrd. € 8,4 Mrd. € 8,5 Mrd. € 7,9 Mrd. € 0 2017 22018 2019 2020 Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) Umsatz insgesamt (in Mrd. EUR)
7,9 Mrd. € Entlassungen sind bislang triebe nach dem Frühjahrs- msatz der Industriebetriebe Mrd. € auf 7,9 Mrd. €. Das 9,2 Mrd. € 12 8,9 Mrd. € d die Nürnberger Industrie 8,4 Mrd. € Mrd. € und lag damit 8,3 % resumsatz des Vor-Krisen- 10 satz sogar um 12,7 %. Die hohe Wettbewerbsfähigkeit 8 o ru E erne .dhmen rM 6 n i z ta s esammtumsatz U 4 ,5 Mrd. € 22018 2019 2020 EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) Umsatz insgesamt (in Mrd. EUR)
r höher als im Krisenjahr 2020 und übeurtraf damit auch den Jahresumsatz des Vor-Krisen- E 1 0 jahres 2019. Der Inlandsumsatz stieg u .dm 3,2 %, der Auslandsumsatz so g ar um 12,7 %. Die r Exportquote Nürnbergs wuchs auf 56 %M, w6as ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit n der Nürnberger Industrie auf den internai tionalen Märkten ist. z ta 8 o s ru m U 4 E Umsätze der Nür nbe rger Industrieunterne .dhmen rM 6 n i z 2 ta s Gesammtumsatz 12 U 4 8,9 Mrd. € 9,2 Mrd. € 8,4 Mrd. € 8,5 Mrd. € 7,9 Mrd. € 10 0 2017 22018 2019 o ru 8 E .d Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) Umsatz i r M 6 n 0 i z ta 2017 2018 s 4 m 56,0 % U 52,0 % 52,1 % 54,6 % 53,8 % Export- Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsum 2 quote 0 2017 2018 2019 2020 2021 Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) Diagramm 4: Umsätze der Nürnberger Betriebe des verarbeitenden Gewerbes mit mind. 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Quelle: Amt für StadtforsUcmhusnagtz u innds gSetsaatimsttik ( ifnü rM Nrdü.r nEbUeRrg) und Fürth 1.4 Immobilien-Investments Die Corona-Situation hatte keine Auswirkungen auf Nürnbergs Attraktivität bei den Immo- bilieUnm-sIäntzev deers Ntümrnbeergnert sB.e trAiebue dcehs v einrar bdeiteendnen CGoewreorbnes am-it Jmaindh. 5r0e Mnita r2be0ite2rin0ne nu unndd M 2itar0be2ite1rn, lag das Transaktionsvolumen Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth deutlich über 1 Mrd. € und somit über dem langjährigen Mittel. Nürnberg konnte seine Position als einer der stärksten sog. B-Immobilienstandorte weiter festigen (vgl. RW1 A vom 06.04.2022). r übeurtraf damit auch den Jah E ieg u .dm 3,2 %, der Auslandsum r 56 %M, w6as ein Beleg für die n ternai tionalen Märkten ist. z ta s m U 4 Nürnberger Industrieunt resumsatz des Vor-Krisen- 10 satz sogar um 12,7 %. Die hohe Wettbewerbsfähigkeit 8 o ru E erne .dhmen rM 6 n i z ta s esammtumsatz U 4 ,5 Mrd. € 22018 2019 EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) Umsatz i
z 2 ta s Gesammtumsatz 12 U 4 8,9 Mrd. € 9,2 Mrd. € 8,4 Mrd. € 8,5 Mrd. € 7,9 Mrd. € 10 0 2017 2201 o ru 8 E .d Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inl r M 6 n 0 i z ta s 4 m 56,0 % U 52,0 % 52,1 % 54,6 % 53,8 % Export- Au 2 quote 0 2017 2018 2019 2020 2021 Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) mm 4: Umsätze der Nürnberger Betriebe des verarbeitenden Gewerbes mit mind. 50 Mitarbeiterinne Amt für StadtforsUcmhusnagtz u innds gSetsaatimsttik ( ifnü rM Nrdü.r nEbUeRrg) und Fürth 2 G Mrd. € 8,4 Mrd. € 8 7,9 Mrd. € 0 2017 Auslandsumsatz (in Mrd. z ta s esammtumsatz U 4 ,5 Mrd. € 2201 EUR) Inl
0 6,0 % xport- Au uote 2017 2018 slandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsum
Auslandsumsatz (in Mrd. EUR) Inlandsumsatz (in Mrd. EUR) msätze der Nürnberger Betriebe des verarbeitenden Gewerbes mit mind. 50 Mitarbeiterinne StadtforsUcmhusnagtz u innds gSetsaatimsttik ( ifnü rM Nrdü.r nEbUeRrg) und Fürth

7,9 Mrd. €

Abbildung 2

sgesamt (in Mrd. EUR)

Abbildung 3

Diagramm 5: Transaktionsvolumen über alle Asset-Klassen in Nürnberg nach Jahren in Mio. Euro Quelle: Marktbericht Immobilieninvestments Nürnberg 2022

2. Wirtschaftspoltische Corona-Strategie und Task Force Corona

2.1 Strategie Corona-Krise und kommunale Wirtschaftspolitik in Nürnberg: Handlungsfelder und Maßnahmen

Im Zuge der pandemischen Lage und damit verbundenen Maßnahmen legte das Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat im Frühjahr 2020 die „Strategie Corona-Krise und kommunale Wirtschaftspolitik in Nürnberg: Handlungsfelder und Maßnahmen“ auf (vgl. RWA vom 27.05.2020). Ziel der Strategie war die Sicherung der besonders betroffenen Branchen vor Ort. Im Fokus standen aber auch Branchen, Technologien und Geschäftsmodelle, die Nürnberg in und nach der Krise neues Wachstum ermöglichen, z.B. grüne und digitale Technologien. Nürnberg soll zudem als Investment- und Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben. Von vierzehn konkret benannten Maßnahmen der Corona-Strategie in den Bereichen Krisenprävention und -kommunikation, Digitalisierung, Stärkung der Innovationskraft, Gewerbeflächen und Investitionen wurden elf umgesetzt. Seit der Veröffentlichung der Corona- Strategie sind viele weitere durch das Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat koordinierte Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Stärkung der Attraktivität der Innenstadt hinzugekommen.

2.2 Task Force Corona

Die von Herrn OBM im Mai 2020 zu Beginn der Corona-Krise eingerichtete „Task Force Corona“ wurde aufgesetzt als Ideen- und Austauschplattform zwischen Stadt und Wirtschaft, um Wege aus dem Corona-Lockdown aufzuzeigen, Unterstützungsmöglichkeiten der Stadt für die betroffenen Unternehmen zu identifizieren und gegebenenfalls politische Forderungen an die Landes- und Bundespolitik zu formulieren (vgl. RWA vom 27.05.2020). Der Task Force Corona gehören führende Vertreterinnen und Vertreter der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, der Handwerkskammer für Mittelfranken, der Gewerkschaften, der Verbände, der Hochschulen und des Klinikums Nürnberg sowie des Stadtrats und der Stadtverwaltung an.

Die Task Force Corona ergänzt die Strategie „Corona-Krise und kommunale Wirtschaftspolitik in Nürnberg: Handlungsfelder und Maßnahmen“ (vgl. RWA vom 27.05.2020). Auf Anregung der Task Force Corona entstanden Maßnahmen zur Stützung der Nürnberger

Wirtschaft, wie die Kampagnen „#Ausbildung jetzt!“ zur Förderung von Berufsausbildungen und „#Weiterbildung jetzt!“ zur Motivation von Beschäftigten, sich beruflich weiterzubilden (www.weiterbildung.nuernberg.de) und Tools zur Kontaktpersonennachverfolgung in Nürnberger Hotellerie und Einzelhandel.

Die Task Force Corona soll nunmehr in einen Wirtschaftsbeirat als ständige Austauschplattform und Dialogforum zwischen Stadt und Wirtschaft umgewandelt werden (vgl. gesonderte Vorlage zum RWA vom 06.07.2022).

3. Unterstützungsleistungen der Stadt Nürnberg für besonders betroffene Branchen

3.1 Entlastung von Steuern und Gebühren

Durch großzügige Regelungen bei Steuern und Gebühren entlastete die Stadt Nürnberg die von Corona betroffenen Unternehmen (insbesondere Gastronomie und Hotellerie) am Standort (vgl. u.a. RWA vom 16.02.2022, 14.04.2021 und 27.05.2020; Stadtrat vom 23.02.2022 und 24.03.2021; Ältestenrat/Ferienausschuss vom 22.04.2020):

 Stundung der Gewerbesteuern;  Stundung und Teilerlass der Grundsteuer;  Stundung von Erbpachtzahlungen;  Stundung von Mieten in städtischen Gebäuden;  Reduzierung bzw. Erlass von Sondernutzungsgebühren, z.B. für das Aufstellen von Tischen und Stühlen oder Verkaufsständen.

3.2 Spielräume für Geschäftsbetrieb

Die Stadt Nürnberg weitete die Fläche für die Außengastronomie im öffentlichen Raum während der Lockdown-Phasen aus und ermöglichte Restaurants so die Bewirtung im Freien. Für Bars und Diskotheken wurden Freiflächen für Biergärten zur Verfügung gestellt. Zur Unterstützung von Schaustellerinnen und Schaustellern wurden temporäre Verkaufsplätze in der Stadt geschaffen, u.a. die „Nürnberger Sommertage“ mit Fahrgeschäften und Buden in der Innenstadt oder das NürnBÄRLand am Volksfestplatz. Marktkaufleuten wurden die Marktgebühren zurückerstattet, die digitale Händlersuche auf der Christkindlesmarkt- Homepage erweitert.

3.3 Dialog mit betroffenen Branchen

In der Krise suchte die Stadt Nürnberg den Dialog mit den besonders betroffenen Branchen und stand im laufenden Austausch mit Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Veranstaltungsbranche, Messe- und Kongresswesen und Flughafen (vgl. RWA vom 14.04.2021). Bitten um weitere Unterstützungsmaßnahmen wurden an die Bayerische Staatsregierung weitergegeben.

3.4 Information und Beratung

Schließungen von Unternehmen im Lockdown, Hygienekonzepte, Öffnungsbestimmungen, öffentliche Finanzierungshilfen für betroffene Branchen - die Regelungen zur Bekämpfung der Pandemie führen zu einem großen Informationsbedarf bei den Nürnberger Unternehmen. Die Stadt Nürnberg richtete eine Corona-Hotline für Nürnberger Unternehmen ein. Sie informiere tagesaktuell über die neuesten Corona-Bestimmungen und -hilfen im Web und den sozialen Medien. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg beriet über 500 Unternehmen im Zusammenhang mit Corona. Die Corona-Website der Wirtschaftsförderung Nürnberg generierte 150.000 zusätzliche Seitenaufrufe. Die Reichweite der Wirtschaftsförderung Nürnberg wurde damit annährend vervierfacht. Die Corona-Webseite belegt, wie wichtig die Arbeit der Wirtschaftsförderung Nürnberg in der Corona-Pandemie für die Unternehmen ist. Die Nürnberger Unternehmen schätzten die kuratierten, verständlichen Informationen, die tagesaktuell aufbereitet wurden.

  1. Aktivitäten zur Stärkung der Wirtschafts- und Innovationskraft und zum Erschließen

von Zukunftstechnologien

Gerade in der Krise ist es wichtig, auch an neuen Impulsen für die Wirtschaft zu arbeiten. Die Stadt Nürnberg stärkt Zukunftstechnologien, Gewerbeflächen und Infrastruktur.

4.1 Stärkung der Attraktivität der Nürnberger Innenstadt

Ein wesentliches Element zur Stärkung und Belebung der Innenstadt ist das seit 01.07.2021 beim Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat verankerte City Management. Ein inhaltlich breit aufgestelltes Team führt unterschiedlichste Thematiken zusammen, ist im Austausch mit den Innenstadtakteuren und hilft, geförderte Innenstadtprojekte umzusetzen. Verstärkte Kooperationen mit Externen festigen die Rolle der Stadt als Ermöglicherin innerhalb der Nürnberger City Werkstatt, die in Zusammenarbeit mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort - u.a. aus Handel, Gastronomie, Hotellerie, Tourismusbranche, Kultur und Stadtverwaltung - die Innenstadt beleben (vgl. RWA vom 14.04.2021 und 16.02.2022 sowie Stadtrat vom 21.07.2021). Neben der Ausweitung der fachlichen Arbeit konnten auch umfangreiche Fördermittel eingeworben werden (vgl. RWA vom 16.02.2022). Die erfolgreiche Fördermittelakquise i.H.v. 1 Mio. € für die Innenstadt allein für Projekte aus dem Bereich der Wirtschaftsförderung Nürnberg zeigt, dass hier die Konzentration auf die richtigen Projekte erfolgt. Dies sind:

 Summer Street (Belebung der Adlerstraße durch Attraktivierung und Bespielung);  Leerstandsmanagement (Smart City-Modellprojekt zur Verringerung von Leerständen);  Pop-Up-Center (Machbarkeitsstudie zu einer Mix-Use-Immobilie in der Innenstadt);  Pop-Up-Stores (temporäre Bespielung von Vakanzen in der Innenstadt);  Grüner Platz (Aufwertung von Plätzen in Innenstadtlage, 2021 Nördlicher Lorenzer Platz, 2022 Theresienplatz);  Innenstadtfonds (Fonds zur Finanzierung von Projekten zur Steigerung der Attraktivität der Innenstadt);  Twin.City (Smart City Projekt zur Erstellung eines Digitalen Zwillings der Innenstadt, Use Case ist die Passantenfrequenz in der Summer Street);  Digitale Kampagne (Social Media-Kampagne zu den Quartieren in der Innenstadt);  Lieferservice „Mein Nürnberg“ (Lieferservice der es Innenstadthändlern ermöglicht Day-to- Day-Lieferung anzubieten);  Kooperation Innovationslabor (Öffnung des Offenen Innovationslabors JOSEPHS im Augustinerhof als Innovator für Innenstadtthemen).

4.2 Stärkung der Gründungsaktivitäten

Zur Förderung von Unternehmensgründungen in den zukunftsrelevanten Wirtschaftsbereichen der Kreativwirtschaft (Software, Games, Design, Marketing, etc.) und der sog. grünen Technologien (z.B. Energietechnik, Umwelttechnik, effiziente Produktionstechnik, Nachhaltigkeit) wurden im Rahmen der Strategie „Startup City Nürnberg“ (vgl. RWA vom 01.12.2021) in den Jahren 2021 und 2022 zwei neue Inkubatoren ins Leben gerufen:

 OM7 - Business Innovation Center für Existenzgründungen und junge Unternehmen aus der Kreativwirtschaft (vgl. RWA vom 11.05.2022);  NKubator Innovations- und Gründerzentrum für Energie, GreenTech und Nachhaltigkeit (vgl. RWA vom 20.10.2021).

4.3 Förderung der Zukunftstechnologie Wasserstoff

Das Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat unterstützt zusammen mit der Cluster- und Kompetenzinitiative ENERGIEregion Nürnberg e.V. Wasserstoff als Zukunftstechnologie in Nürnberg (vgl. RWA vom 20.10.2021), insbesondere:

 Aufbau einer Marke für die Wasserstoff-Metropolregion Nürnberg unter dem Label hy+ und Stärkung der überregionalen Sichtbarkeit der Metropolregion im Rahmen des Projekts HyPowerEMN;  Aufbau von Bildungspartnerschaften zum Thema Wasserstoff im Rahmen des Projektes HyPowerEMN;  Beauftragung einer Potenzialstudie zum Thema Wasserstoff (wirtschaftliche Potenziale sowie Erzeugungs- und Anwendungspotenziale)  Maßnahmen des Technologietransfers (Veranstaltungen, Workshops).

4.4 Zukunftsfähige Gewerbeflächen

Ziel ist es, die Maßnahmen, die im Masterplan Gewerbeflächen (vgl. Stadtratsbeschluss vom 21.10.2022) festgeschrieben sind, umzusetzen. Im Fokus liegt eine langfristig auskömmliche Gewerbeflächenverfügbarkeit. Im Jahr 2022 liegen die Schwerpunkte auf Flächenentwicklung und der Aufwertung von Bestandsgebieten. Auch in den kommenden Jahren liegt ein großes Augenmerk auf den Bestandsgewerbegebieten. Ihre Qualität gilt es zu sichern sowie gezielt zu steigern und nicht genutzte Flächen zu aktivieren.

Hierzu werden im Jahr 2022 die Nürnberger Gewerbegebiete Schafhof und Klingenhof im Rahmen einer Strukturanalyse hinsichtlich Nutzung, Defiziten und Flächenpotenzialen vertiefend betrachtet und Handlungsfelder zur Aufwertung abgeleitet. Ergänzend sind Gewerbegebietsworkshops geplant, um durch den intensiveren Austausch mit den Unternehmen vor Ort Ansätze für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Gebiete aufzudecken. Im Rahmen eines Workshops im Gewerbegebiet Kleinreuth bei Schweinau sollen zudem die Maßnahmen aus der im Jahr 2020 durchgeführten Strukturanalyse in diesem Gebiet gemeinsam im Dialog weiter umgesetzt werden.

5. Resümee / Gesamtausblick

Die Nürnberger Wirtschaft ist robuster aufgestellt als in früheren Zeiten. Daher erholt sich der Wirtschaftsstandort Nürnberg wieder deutlich. Die Beschäftigtenzahlen steigen, die Arbeitslosenzahlen sinken und der Bestand an offenen Stellen liegt inzwischen sogar über dem Vorkrisenniveau. Bisher bilden sich die weltpolitische Lage (insbesondere der russische Angriffskrieg auf die Ukraine) und die steigende Inflation noch nicht auf dem Arbeitsmarkt in Nürnberg ab. Die Risiken gilt es jedoch weiter im Blick zu halten. In jedem Fall wird das Thema Ausbildung und Fachkräftegewinnung weiter an Bedeutung gewinnen.

Anmerkung zur Diversity-Relevanz Der Bericht ist insofern Diversity-relevant, als die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona- Pandemie auch Themen wie Lohn(un)gleichheit zwischen Männern und Frauen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Arbeitsplätze für breite Bevölkerungsschichten betreffen.

Referat VII

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