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07 KuM-Stellungnahme zu SPD-Fragen

Anlage · 27.04.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Vorlage Pellerhaus – Haus des Spielens. SPD-Fragen zur Vorlage

Stand 22.04.2022

1) „Welche möglichen Zuschüsse in welcher Höhe wären zu erwarten, um die

Gesamtsumme kleiner zu halten – gern auch in Zusammenarbeit mit Daniel

Ulrich?“

Konkrete Förderoptionen wurden in Abstimmung mit Stpl erarbeitet: Für die Generalsanierungsmaßnahme des Pellerhauses wurde auf Basis der von H betreuten Entwurfs- und Kostenplanung eine Gesamtsumme von 34,5 Mio € ermittelt (Kostengruppe 200-700). Nach ersten Berechnungen seitens H, StPl und Kämmerei werden ca. 60% dieser Gesamtsumme als grundsätzlich förderfähig eingeschätzt (Stand Sommer 2021). Da eine Grundsatzentscheidung des Stadtrates zur Generalsanierung des Pellerhauses sowie die Aufnahme in den mittelfristigen Investitionsplan noch aussteht, konnten bisher keine weiteren Schritte zur Beantragung von Fördergeldern unternommen werden. Dennoch wurde die mögliche Förderkulisse eingehend betrachtet. Es ergibt sich folgender Stand: Das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK) hat bereits nach erfolgreicher Bewerbung eine Förderung i.H.v. 1 Mio. € in Aussicht gestellt. Diese Mittel müssen bis Ende April 2022 beantragt werden. Dazu bedarf es eines vorherigen, nun dringlichen Grundsatzentscheids seitens des Stadtrats. Eine konkrete Berechnung der finalen Höhe der externen Zuschüsse und der hieraus resultierenden Höhe der Eigenmittel der Stadt Nürnberg ist derzeit aus o.g. Gründen nicht möglich. Grundsätzlich könnten Zuwendungen akquiriert werden aus: Bundesförderung SJK: 1 Mio. €, Zuschuss bereits in Aussicht gestellt (s.o.). Bundesförderung NPS (Nationale Projekte des Städtebaus): erneute Programmveröffentlichung wird für Sommer 2023 erwartet, Erfahrungswert: bis zu ca. 3-4 Mio. € Zuschuss denkbar. (Keine belastbare Aussage, abhängig von Wiederauflage des Förderprogramms, muss nach Grundsatzentscheidung konkret mit Zuschussgebenden besprochen werden). Städtebauförderung PLZ, Erfahrungswert: bis zu ca. 6-7 Mio. € Zuschuss denkbar. (Keine Garantie über Höhe der Förderung, Mittel werden stets nur für ein Jahr den Stadterneuerungsgebieten zugesprochen, keine belastbare Aussage, muss nach Grundsatzentscheidung konkret mit Zuschussgebenden besprochen werden). EJR (Jugendring): Förderung von Baumaßnahmen mit max. 1,5 Mio.€ (noch keine Vorabgespräche erfolgt, diese müssen nach Grundsatzentscheidung über KuM aufgenommen werden). KfW-Tilgungszuschuss (Summe noch nicht abschätzbar, hier müssen nach Grundsatzentscheidung erste Gespräche über H und Stpl erfolgen).

Spiel ist das Leit-, Lern- und Vermittlungsmedium des 21. Jahrhunderts. Dies spiegelt sich im neuen Koalitionsvertrag der Bundesregierung wieder: Analoge Spiele sollen zukünftig im Sammlungskatalog der Deutschen Nationalbibliothek benannt und der „Games-Standort Deutschland“ durch verstetigte Förderungen gestärkt

werden. Zudem plant die Bundesregierung über Mittel des Partizipationsfonds

inklusive Konzepte für Begegnungsorte und Teilhabe zu unterstützen. Das Konzept

eines inklusiven und generationsverbindenden HdS, das sowohl analoge als

auch digitale Angebote vorhält, verfügt also über beste Voraussetzungen, um

für diese zukünftigen, ggf. auch dauerhaft fließenden Bundesfördermittel in

Frage zu kommen. (Vgl. Koalitionsvertrag, S. 15, 62, 97, 98). Auch hinsichtlich der Ausführungsplanungen und des zukünftigen Betriebs ließen sich auf Basis der bisherigen Erfahrungen Sponsorengelder und dauerhaft fließende Drittmittel aus spielbezogenen Branchen akquirieren.

2) „Wäre es möglich, Variante 2 flexibel zu gestalten - man versucht, das 2023

hinzubekommen, falls sich jedoch HH-Schwierigkeiten ergeben, z.B. Interim

o.a., wäre es aber möglich, nach hinten zu ziehen? Wie lange hält das Gebäude

durch?“

Im Pellerhaus haben sich über die letzten Jahre der Projektentwicklung HdS ein reger Veranstaltungsbetrieb und feste spielbezogene Hauspartnerschaften etabliert. Das volle Potential der Institution kann jedoch aufgrund der schlechten Infrastruktur des Gebäudes bisher nicht voll ausgeschöpft werden. Vor allem die fehlende Barrierefreiheit und die strengen Personenbegrenzungen durch die schlechte Brandschutzsituation erschweren das Angebot massiv. Dennoch knüpfen die Besuchszahlen 2022 an die positiven Entwicklungen der Vor- Corona-Jahre 2018 / 2019 an. Das HdS hat sich als fester Bestandteil der Spieleund Freizeitkultur in Nürnberg etabliert.

Ein späterer Beginn der Baumaßnahme in 2024 statt 2023 wäre möglich. Um

den aktuellen Betrieb jedoch bis zu diesem Zeitpunkt zu gewährleisten, würde das generalsanierungsbedürftige Gebäude ggf. bereits vorher Reparaturmaßnahmen in einzelnen, überschaubaren Bereichen benötigen (sanitäre Anlagen, Kanalsanierungen, Brandschutz, defekte Holzverbundfenster usw.). Diese Maßnahmen würden im Falle des späteren Baubeginns schnellstmöglich mit H abgestimmt.

3) „Aus unserem (SPD-)Antrag wäre aus unserer Sicht noch die Frage offen

nach Personal- als auch laufenden Betriebskosten“

Der 2018 aufgenommene und seitdem stetig fortentwickelte Testbetrieb zur Grundlagenermittlung und Etablierung eines HdS wurde zu großen Teilen aus bereits bestehenden, knappen personellen Ressourcen von KuM, mittels Einsatz von FSJ- Kräften und vor allem auch dank der Unterstützung vieler ehrenamtlicher und kooperierender Partner*innen aufgebaut. In dieser Konstellation ist ein Spielbetrieb zwar weiterhin möglich, in der Perspektive ist jedoch eine Konsolidierung der personellen Ausstattung anzustreben.

Die Gebäudebewirtschaftungskosten basieren wegen des besonderen Charakters eines offenen Kulturhauses mit Archiv- und Depotflächen auf einer Mischkalkulation aus Erfahrungswerten der großen Kulturläden von KUF, des Museumsbetriebs, der Depotnutzung und der aktuellen Unterhaltskosten des Pellerhauses.

Zusätzliche Kosten für Programm, Produktion und Öffentlichkeitsarbeit können

möglicherweise über erhobene Einnahmen, Drittmittel und Sponsoring reduziert oder ausgeglichen werden. Für den Betrieb eines offenen Kulturhauses wird erfahrungsgemäß externes

Personal sowohl für Kassen- und Aufsichtsdienste als auch für Dienstleistungen

rund um den Veranstaltungsbetrieb benötigt. Die Folgekosten für den auf dem Grundstück Peststadel / Schwarzes Pellerhaus zu errichtenden Pocket-Park wurden von SÖR anhand der Folgekostenberechnung (Pflegekosten-Matrix) ermittelt und betragen insgesamt 25.616 € jährlich. Die über das Hochbauamt zu bewirtschaftenden Bauunterhaltskosten können derzeit nicht abgeschätzt werden. Bei der Ermittlung der Folgekosten werden neben den bereits bestehenden Personalkosten auch die bisherigen Betriebskosten des Pellerhauses sowie die zu erwartenden Einnahmen durch Gastronomie und Vermietungen in Rechnung gestellt werden.

4) „Offen aus dem Antrag wären auch Nutzung der Archivflächen z.B. durch

andere Institutionen - gibt es hierfür noch Luft?“

Die Depotflächen im 3. bis 6. OG des Pellerhauses sind aktuell größtenteils durch die stetig wachsende Sammlung des DSANs belegt. Diese soll auch nach der Generalssanierung wieder hier Platz finden und durch ein angepasstes Regalsystem platzsparender für Neuzugänge aufbewahrt werden. Des Weiteren sind im 3. OG zukünftig Vorbereitungs- und Lagerungsräume für die Bestände der „Ludothek“ und für Materialien der festen Hauspartnerschaften vorgesehen: Der Ali Baba Spieleclub verfügt bspw. über eine eigene Sammlung mit 5.000 Brettspielen, die aktuell im Pellerhaus untergebracht ist und auch zukünftig dort Platz benötigt. Die Archivgeschosse im Querbau werden ebenfalls als dringend benötigte

Depotflächen für die Museen der Stadt Nürnberg saniert und sind der geringen

Raumhöhen wegen nicht als z.B. Arbeitsplätze nutzbar. In enger Abstimmung mit dem im Spielzeugmuseum tätigen Restaurator des Museumsverbunds werden hier konservatorische Bedingungen hinsichtlich Temperatur und Lichtschutz vorherrschen, die sich für Gesellschaftsspiele, Spielzeug und weitere „Mischobjekte“ (Objekte, die aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt sind) eignen. Somit könnten das Spielzeugmuseum, aber auch

andere Institutionen von KuM nach der Generalsanierung des Pellerhauses

hier einen Teil der Depotflächen nutzen.

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