Haushaltssperre

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Entscheidungsvorlage

Anlage · 27.04.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Verkehrsausschuss

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Entscheidungsvorlage

İsmail Yaşar war das sechste Mordopfer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), die zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet hat, darunter zwei weitere Männer in Nürnberg (Enver Şimşek und Abdurrahim Özüdoğru).

İsmail Yaşar kam 1955 in Alanyurt in der Türkei zur Welt. Als er 23 Jahre alt war, ging er nach Deutschland, wo er heiratete und mit seiner Frau und seiner Tochter in Franken lebte. Zunächst arbeitete er für ein Metallunternehmen und danach in einem Nürnberger Kabelwerk. Das Ehepaar ließ sich scheiden und Mutter und Tochter verzogen nach Nordrhein-Westfalen. Aus zweiter Ehe hatte Yaşar einen Sohn, zu dem er auch nach der Trennung von seiner zweiten Ehefrau regelmäßig Kontakt hatte. Den Lebensunterhalt für seine Familie verdiente Yaşar außerdem durch den Verkauf von türkischen Lebensmittelspezialitäten, den Betrieb einer Änderungsschneiderei sowie mit einem Second-Hand-Laden. Zuletzt führte er einen Imbissstand in der Scharrerstraße gegenüber der Scharrerschule, die auch sein Sohn besuchte.

Am Morgen des 9. Juni 2005, einem Donnerstag, hatte İsmail Yaşar wie gewohnt seinen Imbiss geöffnet, gegen 9.45 Uhr verkaufte er noch einen Döner. Als um 10.15 Uhr ein weiterer Kunde den Imbissstand betrat, fand er den 50-jährigen İsmail Yaşar tot auf. Er war von fünf Kugeln in Kopf und Oberkörper getroffen worden. Die Trauer im Stadtteil war groß. İsmail Yaşars Leichnam wurde in die Türkei überführt und dort beigesetzt.

Zum Leidwesen der Familie Yaşar geriet sie nach dem Mord selbst ins Visier der Polizei. Kontakte des Familienvaters ins Drogenmilieu wurden vermutet, worauf die Durchsuchung seines Verkaufsstandes, seiner Wohnung und sogar die Begehung des in der Nähe gelegenen Spielplatzes mit Drogenspürhunden allerdings keinerlei Hinweise erbrachte. Erst im Jahr 2011 stellte sicher heraus, dass der Mord von der rechtsextremen Terrorgruppe NSU begangen worden war.

Nach dem ersten NSU-Mordopfer Enver Şimşek erfolgte bereits eine Platzbenennung in Nürnberg (vgl. Stadtrat vom 21.07.2021). Eine Platzbenennung nach İsmail Yaşar in der Nähe des Tatorts in Nürnberg würde das Gedenken an ihn als Opfer rechtsextremer Gewalt unmittelbar sichtbar machen. Gemäß dem Auftrag des Stadtrats ist derzeit auch die Benennung eines geeigneten Orts nach Abdurrahim Özüdoğru, dem dritten Nürnberger NSU-Opfer, in Vorbereitung.

Es wird vorgeschlagen, die Grünanlage an der Ecke Lorschstraße / Bestelmeyerstraße / Velburger Straße als

İsmail-Yaşar-Platz

(nach İsmail Yaşar, 1955-2005, Mordopfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU)

zu benennen.

Hinweis zur Benennung von mehr Straßen nach Frauen:

In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 15.11.2018 haben Stadtverwaltung und Stadtratsmitglieder einmütig bekundet, dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden müssen. Dies wurde auch in dem vom Stadtrat verabschiedeten Gleichstellungsaktionsplan festgelegt.

Von den im Zeitraum 01/2018 - 04/2022 beschlossenen 33 Straßenbenennungen erfolgten 22 nach Personen, davon 12 nach Frauen (siehe Anlage).

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