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Sachverhalt

Anlage · 06.04.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Altstadt Stadtentwicklung & Planung Umwelt & Klima Wirtschaft & Arbeit Digitalisierung & Verwaltung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

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Wirtschaftsstandort Nürnberg - Positionsbestimmung 2022

Sachverhaltsdarstellung:

Positive Wirtschaftsentwicklung

Die Nürnberger Wirtschaft ist robust aufgestellt und erholt sich nach dem Pandemie-bedingten starken Einbruch im Jahr 2020. Die wesentlichen Wirtschaftsindikatoren für Nürnberg weisen in eine positive Richtung. Die Beschäftigtenzahlen steigen, die Arbeitslosenzahlen sinken und der Bestand an offenen Stellen liegt inzwischen sogar wieder über dem Vorkrisenniveau. Die erfolgreichen Nürnberger Unternehmen leisten auch in schwierigen Zeiten über die Gewerbesteuer einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung der gesamten Stadt. Die Positionsbestimmung 2022 für den Wirtschaftsstandort Nürnberg (Anlage) vermittelt ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche Lage in Nürnberg, kommentiert und ordnet ein.

Alte und neue Risiken für die Wirtschaftskraft

Die Herausforderungen für die Unternehmen waren bereits vor der Corona-Krise groß: Digitalisierung, De-Karbonisierung, Fachkräftemangel, Innovationswettbewerb, etc. Die politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, die der Krieg in der Ukraine mit sich bringt, werden Auswirkungen auch auf den Wirtschaftsstandort Nürnberg haben. Nürnberger Industrieunternehmen haben Produktionswerke in der Ukraine oder in Russland, die nun teilweise stillstehen. Hinzu kommen unterbrochene Lieferketten und stark steigende Preise für Rohstoffe und Energie. Gleichzeitig ist die Corona-Krise insbesondere für die Dienstleistungsbetriebe noch lange nicht ausgestanden.

Wirtschaftskraft aktiv gestalten - Schwerpunkte 2022

Das Wirtschafts- und Wissenschaftsreferat gestaltet Rahmenbedingungen für erfolgreiches Wirtschaften. Das bedeutet, auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren und die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Wirtschaften am Standort weiter zu verbessern. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg fokussiert im Jahr 2022 auf die vier Schwerpunkte:

Innovationskraft Zukunftsfähige Zukunftsfähige Zukunftsfähige gestalten Innenstadt Unternehmen Flächen

Neben den Schwerpunkten läuft das Service-Portfolio der Wirtschaftsförderung Nürnberg für Nürnberger Unternehmen vollumfänglich weiter, ebenso wie die Umsetzung der digitalen Fachstrategie.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg verantwortet Innovations- und Innenstadtprojekte mit einem Volumen von über 4 Mio. €. Es wurden Fördermittel von 1 Mio. € für den Standort Nürnberg eingeworben. Die Bewilligung eines weiteren Projektes steht derzeit noch aus.

  1. Innovationskraft gestalten

Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort Nürnberg kreativer und nachhaltiger aufzustellen. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg festigt hierzu Nürnbergs Gründungspotenzial, fördert Smart City- Maßnahmen und gibt Anstoß zu nachhaltigem Wirtschaften. Sie verantwortet Innovationsprojekte mit einem Volumen von knapp 3,3 Mio. € (Haushaltsmittel).

Zur gezielten Unterstützung von Startups und neuen Unternehmen in Nürnberg werden im Jahr 2022 zwei neue Innovations- und Gründerzentren aufgebaut. Mit dem OM7 entsteht derzeit im Nürnberger Norden (Obermaierstraße 7) ein Business Innovation Center für Existenzgründungen und junge Unternehmen der Kreativwirtschaft. Kreativschaffende erhalten einen zentralen Anlaufpunkt und Unterstützung (Umsetzungspartner NIK e.V. - Netzwerk der Digitalwirtschaft). Das OM7 bietet aber auch Raum für die digitale Transformation der Kreativwirtschaft und weiterer Wirtschaftsbranchen in Nürnberg. Der Inkubator ermöglicht interdisziplinären Austausch, Know-how-Transfer und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Bereits im Aufbau ist der NKubator Innovations- und Gründerzentrum für Energie, GreenTech und Nachhaltigkeit (Umsetzungspartner: ENERGIEregion Nürnberg e.V.). Im Jahr 2022 wird das Service-Portfolio für Startups weiter ausgebaut und werden Programmlinien zur nachhaltigen Transformation von Unternehmen aller Wirtschaftsbranchen aufgelegt. Den Rahmen für den Ausbau des Nürnberger Ökosystems für Unternehmensgründungen bietet die Strategie Startup City Nürnberg (vgl. RWA 01.12.2021). Auf Basis der Strategie werden die Services für Existenzgründungen im laufenden Jahr erweitert und wird die Sichtbarkeit Nürnbergs als Gründerstandort erhöht.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg unterstützt Maßnahmen, die die Stadt Nürnberg als Smart City positionieren. Sie beteiligt sich aktiv am Projekt „Reallabor Lichtenreuth (IDEK)“. Bis zum Jahr 2030 entsteht der neue Stadtteil Lichtenreuth in Nürnberg. Prägend für das Quartier wird die neue Technische Universität Nürnberg. Die Stadt Nürnberg will den neuen Stadtteil als Modellquartier für integrierte und digitale Stadtentwicklung gestalten. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg bringt ihre Expertise im Bereich Innovationsinfrastruktur ein.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg gibt Anstöße zu nachhaltigem Wirtschaften und zur Förderung grüner Technologien. Mit dem o.g. NKubator Innovations- und Gründerzentrum für Energie, GreenTech und Nachhaltigkeit wurde ein zentraler Anlaufpunkt für neue Unternehmen und nachhaltiges Wirtschaften geschaffen. Grundlage für eine umfassende Wasserstoff-Strategie wird eine Analyse der wirtschaftlichen Potenziale in Technologieentwicklung und Anwendung in der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Die Aktivitäten der Wirtschaftsförderung Nürnberg zur Förderung von nachhaltigem Wirtschaften und grünen Technologien sollen zudem im Jahr 2022 aufbereitet, weiterentwickelt und in einer Agenda Nachhaltigkeit Nürnberg fixiert werden. Diese bietet die Grundlage für eine strategische Weiterentwicklung der Projekte und Services der Wirtschaftsförderung Nürnberg in den kommenden Jahren.

  1. Zukunftsfähige Innenstadt

Ziel ist es, die Innenstadt zu beleben und weiterzuentwickeln. Hierzu führt die Wirtschaftsförderung Nürnberg das Erfolgsmodell Nürnberger City Werkstatt zusammen mit der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken weiter und beteiligt sich an Pilotprojekten im Bereich Digitalisierung, Leerstands- und Ansiedlungsmanagement. Insgesamt konnten 1 Mio. € Fördermittel für Innenstadtprojekte durch die Wirtschaftsförderung Nürnberg eingeworben werden.

Die Nürnberger City Werkstatt wurde im Dezember 2020 ins Leben gerufen und bietet einen organisatorischen und kommunikativen Rahmen für eine Vielzahl an Projekten, die auf eine Steigerung der Aufenthalts- und Erlebnisqualität, eine Erhöhung der Convenience oder die Generierung von Innovationen abzielen. Dabei zeichnen sich diese Projekte dadurch aus, dass sie von Innenstadtakteurinnen und -akteuren aus den verschiedensten Bereichen, wie

Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Immobilienwirtschaft, Kultur oder Tourismus initiiert getragen werden. Die Stadtverwaltung sorgt dafür, dass die Umsetzung dieser Projekte seitens der Verwaltung möglichst unkompliziert, schnell und reibungslos ermöglicht wird. Die Congress- und Tourismus-Zentrale (CTZ) sorgt für eine professionelle Kommunikation aller Projekte der Nürnberger City Werkstatt. Neben der starken Ausrichtung auf die Community steht hier der experimentelle Charakter im Vordergrund. Zur Nürnberger City Werkstatt und ihren Projekten wurde bereits ausführlich berichtet (vgl. RWA vom 18.06.2021, StR vom 21.07.2021 und RWA vom 16.02.2022).

Folgende Projekte der Nürnberger City Werkstatt stehen für 2022 besonders im Fokus:

Pop-up-Center „Das Dürer“ (Arbeitstitel): Unter einem Pop-up-Center versteht man eine gemischt genutzte Immobilie mit wechselnden Mieterinnen und Mietern. In einem Pop-up- Center können sich Läden, Gastronomie, Bildungseinrichtungen, Kultur, Kunst, aber auch Coworking Spaces einmieten. Das Angebot ändert sich durch die kurzfristigen Mietverträge im Zeitablauf und bietet damit immer wieder Neues und Überraschendes. Zudem besteht die Chance, dass auch junge Label oder Startups ihren Platz in einem solchen Konzept finden können. 2022 wird mit Hilfe der eingeworbenen Fördermittel eine technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie inkl. einem Betreiberkonzept für ein Pop-up-Center erstellt. Pop-up-Stores: Pop-up-Stores sind kurzfristige Zwischennutzungen von ansonsten leerstehenden Ladenlokalen. Mit Hilfe der eingeworbenen Fördermittel kann die Stadtverwaltung solche Immobilien für einen begrenzten Zeitraum anmieten und stark vergünstigt weitervermieten. Somit kann die Wirtschaftsförderung Nürnberg gezielt kleinen, inhabergeführten Einzelhändlern, Kunst- und Kulturschaffenden, gemeinwohlorientierten Nutzerinnen und Nutzern sowie Startups temporär Sichtbarkeit in der Innenstadt verschaffen und ihnen ermöglichen in zentraler Lage ihr Geschäftsmodell zu testen.

Summer Street Adlerstraße: Von April bis Oktober 2022 soll sich die Adlerstraße wieder in eine sogenannte Summer Street verwandeln. Ziel dieses City Werkstatt-Projekts ist es aufzuzeigen, ob sich die Adlerstraße durch konsequente Verkehrsreduzierung beleben lässt und die städtebauliche Aufwertung durch Stadtmöbel, Grünelemente und Freizeitangebote angenommen wird. Innenstadtbelebungsfonds: Der Innenstadtbelebungsfonds soll weitere temporäre City Werkstatt-Projekte bis Ende 2024 ermöglichen und finanziell unterstützen.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg beteiligt sich zudem an zwei großen Innenstadt-Modellprojekten zum Management von Leerstand und Ansiedelung (und zur Abbildung der Altstadt als digitaler Zwilling, wobei hier die endgültige Förderzusage noch aussteht).

  1. Zukunftsfähige Unternehmen

Ziel ist es, den Wandel in Branchen zu gestalten, die sich in Transformation befinden und Unternehmenskrisen abzuwenden. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg erarbeitet hierzu branchenspezifische Unterstützungsangebote.

Die Unterstützung für Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, wird auch im Jahr 2022 weitergeführt und bedarfsgerecht angepasst.

Als Fokusbranche soll die Automobilzulieferindustrie besonders unterstützt werden. Sie ist durch hohen Innovationsdruck im Bereich Digitalisierung und Klimaschutz sowie aktuell durch Engpässe bei Ressourcen und in den Lieferketten besonders herausgefordert. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg beteiligt sich an einem großen Transformationsnetzwerk der Automobilzulieferindustrie, das beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz beantragt wurde. Die Bewilligung des Millionen-Projektes wird für Frühjahr 2022 erwartet.

  1. Zukunftsfähige Flächen

Ziel ist es, die Maßnahmen, die im Masterplan Gewerbeflächen festgeschrieben sind, umzusetzen. Im Jahr 2022 liegen die Schwerpunkte auf Flächenentwicklung und der Aufwertung von Bestandsgebieten.

Die Wirtschaftsförderung Nürnberg entwickelt ein kartenbasiertes Web-Tool zur Präsentation von marktfähigen Gewerbegrundstücken, Gewerbeobjekten und -projekten. Zur Vermarktung steht das neue Gewerbegebiet Schmalau-Südost an. Zudem sollen mit einem Gewerbehof perspektivisch neue Flächen für kleine und mittlere Betriebe aus Handwerk und Produktion erschlossen werden. Die Wirtschaftsförderung Nürnberg entwickelt im laufenden Jahr ein Konzept für den Gewerbehof.

Ein großes Augenmerk liegt auf den Bestandsgewerbegebieten in Nürnberg. Ihre Qualität gilt es zu sichern sowie gezielt zu steigern und nicht genutzte Flächen zu aktivieren. Hierzu wird in 2022 ein Nürnberger Gewerbegebiet hinsichtlich Nutzung, Defiziten und Flächenpotenzialen vertiefend betrachtet und werden Handlungsfelder zur Aufwertung abgeleitet. Ergänzend sind Gewerbegebietsworkshops geplant, um durch den intensiveren Austausch mit den Unternehmen vor Ort ebenfalls Ansätze für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Gebiete aufzudecken.

Anmerkung zur Diversity-Relevanz Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass diese Maßnahme bestimmte Personengruppen, beispielsweise unterschiedlichen Geschlechts, verschiedener ethnischer Herkunft, mit Behinderungen, unterschiedlichen Alters, sozialer Lage bevorteilt oder benachteiligt. Das Vorhaben ist damit nicht Diversity-relevant. Die Maßnahme hat weder diskriminierende Auswirkungen noch erschließt sie Potenziale für Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung und Chancengleichheit.

Referat VII

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