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Schulraumentwicklungsplanung-Fortschreibung 2022

Anlage · 26.01.2022 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Zerzabelshof Südstadt Gostenhof Altenfurt Langwasser Hauptmarkt Nordstadt Katzwang Kornburg Jugendhilfeausschuss Hauptbahnhof Gibitzenhof Altstadt Mögeldorf Fürther Straße Laufamholz Erlenstegen Buchenbühl Wetzendorf Großgründlach Almoshof Worzeldorf St. Johannis Schweinau Höfen Gebersdorf Hasenbuck Fischbach Ziegelstein Schule & Bildung Stadtentwicklung & Planung Muggenhof Galgenhof Steinbühl Wöhrd Thon Gartenstadt Reichelsdorf Werderau St. Leonhard Sportkommission Gleißhammer Eibach Weststadt Verkehr & Mobilität Wirtschaft & Arbeit Schniegling Doos Soziales & Gesundheit Digitalisierung & Verwaltung Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Referat für Schule und Sport

Schulraumentwicklungsplanung

der Stadt Nürnberg

Fortschreibung 2022

Stand: 13.1.2022

Impressum:

Stadt Nürnberg Referat für Schule und Sport Hauptmarkt 18 90403 Nürnberg

Referentin: Cornelia Trinkl

Telefon +49 (0)9 11 / 2 31-74 37 Telefax +49 (0)9 11 / 2 31-74 50 E-Mail RefIV@stadt.nuernberg.de https://www.nuernberg.de/internet/schulen_in_nuernberg/

Inhaltliche Koordination: Sonja Bauhus sonja.bauhus@stadt.nuernberg.de

Vorbemerkung

Wie in vielen Bereichen hat auch und gerade der Schulbereich durch die Zeit der Covid- 19-Pandemie und der damit verbundenen Schulschließungen eine intensive Phase der Veränderungen erfahren. Trotz einer „Corona-Delle“ zeigt die aktualisierte Bevölkerungsprognose, dass Nürnberg weiterhin eine wachsende Stadt ist. Eine Stadt, die in ihrer Rolle als wichtiger Wirtschaftsstandort in der Region und überregional folglich auch ein Bildungsstandort mit besonderen Zielen, Aufgaben und Herausforderungen ist.

Über den institutionellen Bildungsauftrag hinaus ist Nürnberg als Stadt der Menschenrechte vor allem auch der demokratischen Willensbildung und der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Kontext der Nachhaltigkeitsziele verpflichtet. Dieser erweiterte Bildungsauftrag kann nur mit der dafür erforderlichen Infrastruktur erfüllt werden.

Ein essentieller Bestandteil des Bildungsangebots in Nürnberg sind die Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen in städtischer Trägerschaft. In und mit diesen kommunalen Schulen können den jeweiligen Schülerinnen und Schülern durch städtische Lehrkräfte unmittelbar Inhalte vermittelt werden, die für die zukünftigen mündigen Bürgerinnen und Bürger dieser Großstadt Nürnberg wichtig, und die im sog. Orientierungsrahmen des städtischen Schulwesens zusammengefasst sind. Dabei bildet eine auskömmliche Versorgung mit pädagogischem Personal die Basis für gutes Gelingen. Die Stadt Nürnberg ist aber nicht nur Schulträgerin für die 47 kommunalen Schulen1, sie ist vor allem auch Sachaufwandsträgerin für 96 staatliche Schulen 2 in Nürnberg, die von der Mehrzahl der Nürnberger Kinder und Jugendlichen besucht werden. In diesen Schulen kann der Orientierungsrahmen, der für die kommunalen Schulen gilt, nur fakultativ Anwendung finden.

Die Stadt hat sich im Rahmen der Umsetzung der modernen Anforderungen an Ausstattung und Unterrichtsflächen im Schulbau zum Ziel gesetzt, als Bildungsstandort optimale Voraussetzungen zu schaffen: diese sollen eine solide Basis für die Verwirklichung und Ausgestaltung moderner Unterrichtsmethoden und Lehrplaninhalte und für optimale inklusive Beschulungsmodelle bilden. Damit für alle öffentliche Schulen in ausreichender Zahl und in notwendiger Qualität Unterrichtsräume zur Verfügung stehen, ist eine entsprechende Schulraumentwicklung qualifiziert zu planen. Ausgegangen wird von pädagogisch sinnvollen Klassenstärken.

Über eine rein räumliche Versorgung in Schulbauten hinaus ist in einer Großstadt auch auf eine gleichmäßige Verteilung der Unterrichtsangebote in den verschiedenen Stadtgebieten zu achten. Gerade bei Schulen mit Sprengelbindung (Grund-, Mittel-, und Förderschulen) ist die bedarfsgerechte Schulraumentwicklung notwendig, zumal bei Kindern im Grundschulalter die Jugendhilfeplanung mit Blick auf den Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung (ab 2026) bedacht werden muss.

Diese genannten Ziele will die Stadt Nürnberg mit der nun vorgelegten Fortschreibung der Schulraumentwicklungsplanung erreichen.

147 kommunale Schulen: 4 Realschulen, 5 Gymnasien, 25 weiterführende berufliche Schulen (Wirtschaftsschule, FOS, BOS, Fachakademien, Fachschulen, Berufsfachschulen), 11 Berufsschulen, Abendrealschule, Herman-Kesten-Kolleg

296 staatliche Schulen: 51 Grundschulen, 23 Mittelschulen, 3 Realschulen, 8 Gymnasien, 6 Förderschulen, 4 berufl. Schulen (FOS I und II, BOS, WS), Schule für Kranke

Inhaltsverzeichnis:

1 Fortschreibungsbedarf 7 2 Schulraumentwicklungsplanung und Stadtentwicklung 9 3 Bevölkerungsvorausberechnung und Schülerprognose 10 3.1 Bevölkerungsvorausberechnung 11 3.1.1 Grundlagen und Bedeutung der Bevölkerungsvorausberechnung 11 3.1.2 Statistisches Ausnahmejahr 2020 und Registerbereinigungen 12 3.1.3 Annahmen zur Neubautätigkeit 13 3.1.4 Fortschreibung der Bevölkerungsvorausberechnung 14 3.1.5 Vergleich zu Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik 18 3.2 Schülerprognose 20 3.2.1 6-Jährige und reale Einschulungen 21 3.2.2 Potential von Schülerinnen und Schülern für die weiterführenden Schulen (5. Klassen) 24 4 Grundschulen 25 4.1 Die Grundschulen - Erster Überblick 25 4.2 Unterrichtskapazitäten in Bestandsgebäuden 26 4.3 Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern 27 4.3.1 Grundlagen 27 4.3.2 Masterplan 29 4.3.3 Rechtsanspruch ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung von Grundschulkinder 30 4.4 Betrachtung auf Ebene der Planungszonen 30 4.4.1 Nürnberg Nord: Knoblauchsland, Schniegling, Nordstadt, Erlenstegen, Buchenbühl 32 4.4.2 Nürnberg West: Großreuth b. Schw., Kohlenhof, Doos, Gostenhof, St. Leonhard 36 4.4.3 Nürnberg Mitte/Ost: Zentrum, Galgenhof, Zabo, Laufamholz 41 4.4.4 Nürnberg Süd: Südstadt, Maiach, Gartenstadt 44 4.4.5 Nürnberg Südwest - Kornburg, Eibach, Gebersdorf 48 4.4.6 Nürnberg Südost: Bauernfeindsiedlung, Langwasser, Altenfurt, Brunn 51 5 Mittelschulen 55 5.1 Die Mittelschulverbünde – erster Überblick 55 5.2 Schülerprognosen auf Ebene der Mittelschulverbünde 58 5.2.1 Nürnberg Nord: Knoblauchsland, Schniegling, Nordstadt, Erlenstegen, Buchenbühl 59 5.2.2 Nürnberg West: Großreuth b. Schweinau, Kohlenhof, Doos, St. Leonhard 61 5.2.3 Nürnberg Mitte: Zentrum, Galgenhof, Zabo, Mögeldorf, Laufamholz 63 5.2.4 Nürnberg Süd: Südstadt, Maiach, Gartenstadt 65 5.2.5 Nürnberg Südwest: Gebersdorf, Eibach, südl. Vororte 67 5.2.6 Nürnberg Südost: Bauernfeindsiedlung, Langwasser, Altenfurt, Brunn 69

6 Förderzentren 71 7 Gymnasien und Realschulen 73 7.1 Realschulen in Nürnberg 73 7.1.1 Raumkapazitäten und Bedarfe der öffentlichen Realschulen im Stadtgebiet Nürnberg 74 7.1.2 Neugründung und Neubau einer weiteren Realschule in Langwasser 76 7.2 Gymnasien in Nürnberg 78 7.2.1 Schülerprognose für öffentliche Gymnasien- Wiedereinführung G9 - Raumbedarfe 79 7.2.2 Raumkapazitäten der öffentlichen Gymnasien im Stadtgebiet Nürnberg 81 7.3 Ganztag an den öffentlichen Realschulen und Gymnasien 83 8 Berufliche Schulen 85 8.1 Zentrale Einflussfaktoren für die Entwicklung der Schülerzahlen 85 8.1.1 Demografische und gesellschaftliche Einflussfaktoren 85 8.1.2 Entwicklungen der Wirtschaft 87 8.1.3 Einstellungsverhalten und Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen, Veränderungen der Bildungsgänge (PIA, BFS-MTLA, Teilzeitausbildungen, etc.) 91 8.1.4 Bildungspolitische Entwicklungen - Bildungspräferenzen von jungen Erwachsenen 92 8.2 Entwicklung der Gesamtschülerzahlen an den öffentlichen beruflichen Schulen 94 8.3 Schularten 96 8.4 Entwicklung der einzelnen Direktorate 97 8.4.1 Berufliche Schule – Direktorat 1 97 8.4.2 Berufliche Schule – Direktorat 2 99 8.4.3 Berufliche Schule – Direktorat 3 102 8.4.4 Berufliche Schule – Direktorat 4 104 8.4.5 Berufliche Schule – Direktorat 5 106 8.4.6 Berufliche Schule – Direktorat 6 108 8.4.7 Berufliche Schule – Direktorat 7 110 8.4.8 Berufliche Schule – Direktorat 8 111 8.4.9 Berufliche Schule – Direktorat 9 113 8.4.10 Berufliche Schule – Direktorat 10 114 8.4.11 Berufliche Schule – Direktorat 11 116 8.4.12 Berufliche Schule – Direktorat 12 117 8.4.13 Berufliche Oberschulen 119 8.4.14 Berufliche Schule – Direktorat 14 123 8.5 Resümee berufliche Schulen 124 9 Entwicklung Deutschklassen, Berufsintegrationsklassen, SPRINT und InGym 126 10 Ringtausch: Aktueller Stand und Fortführung sowie Schulbaumaßnahmen 131 10.1 Ringtausch – Ziele und Meilensteine 131

10.2 Aktueller Stand des Ringtauschs und Zielsetzungen in den nächsten Jahren 133 11 Sportstätten 136 11.1 Bedeutung des Sports innerhalb und außerhalb der Schule 136 11.2 Schulischer Bedarf an angemessenen Sportanlagen 137 11.3 Bedeutung der Schulsportstätten für die städtische Sportstättenentwicklung 137 12 Folgen für die Raumsituationen: Feststellungen und Handlungsempfehlungen 139 13 Einflussfaktoren und Herausforderungen 140 14 Glossar 141

1 Fortschreibungsbedarf

Die Schulraumentwicklungsplanungen des Referates IV für Schule und Sport wurden 2014 bzw. 2015 erstmalig von den pädagogischen Ämtern verfasst und dem Schulausschuss vorgestellt. Ziel hierbei war es, die öffentlichen Schulen im Stadtgebiet der Stadt Nürnberg unter den Aspekten der verschiedenen Schulsprengel, Raumkapazitäten, Schülerprognosen und der Lenkung der Schülerströme zu betrachten, um planerisch rechtzeitig Weichenstellungen (Erweiterungsbauten, Neubauten, Änderung von Sprengeln) vornehmen zu können. Letztlich geht es darum, dass die Stadt Nürnberg ihrer Verantwortung als Sachaufwandsträgerin bei den staatlichen Schulen und als Schulaufwandsträgerin bei den kommunalen Schulen hinsichtlich räumlicher Bedarfsdeckung rechtzeitig und unter pädagogisch möglichst optimalen Bedingungen gerecht wird.

Auf Basis der Bevölkerungsvorausberechnung 2019 wurden zuletzt im Frühjahr 2020 die Schülerprognose, sowie darauf aufbauend die Schulraumentwicklungsplanungen für die allgemeinbildenden und die beruflichen Schulen, fortgeschrieben; dabei wurde die Schulraumentwicklungsplanung erstmalig in einem Dokument für alle Schularten zusammengefasst. Dies war nötig,

ergeben und damit wachsende Raumbedarfe,

strukturelle Veränderungen (Rückkehr zum G9) absehbar weitere Schulbedarfe auslösen,

ausgelastet sind (siehe Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler ab 2026),

ten,

der allgemeinbildenden Schulen verzahnt werden muss, da sich hier immer wieder Schnittstellen und Abhängigkeiten ergeben.

Aufgrund der Veränderungen im Umzugsverhalten und in den Wanderungsbewegungen durch die Covid-Pandemie und gleichzeitig auch des veränderten Einschulungs- und Übertrittsverhaltens in den Jahren 2020 und 2021 hat nun die Schulverwaltung die Schülerprognose aktualisiert und schreibt die Schulraumentwicklungsplanung fort. In diesem Bericht sollen aber auch grundsätzliche Informationen zur Prognosearbeit gegeben werden, um die Grundlagen für die Vorschläge der Schulraumentwicklungsplanung transparent darzustellen.

Bei der diesjährigen Fortschreibung der Entwicklungsplanung gibt es die besondere Her- Herausforderungen: ausforderung, auf die Änderungen aufgrund der Aktualisierung der Bevölkerungsvoraus- Flächenbedarf berechnung zu reagieren und alle angedachten Baumaßnahmen nochmals auf Größe und Finanzvolumen Zeitpunkt der Inbetriebnahme zu überprüfen. Dies ist wichtig, um angesichts der durch Zeitrahmen die aktuellen pandemischen Entwicklungen schwierigen finanziellen Situation der Stadt Planungskapazitäten Nürnberg den städtischen Finanzierungsbedarf auf die akut notwendigen Maßnahmen zu bündeln und auch die personellen Kapazitäten so effizient wie möglich einzusetzen.

Die bisher veröffentlichten Versionen der Schulraumentwicklungsplanung finden sich im Internet auf der Internetseite

https://www.nuernberg.de/internet/schulen_in_nuernberg/schulentwplan.html

Hinweis: Erläuterungen zu den im Dokument verwendeten Termini sind in einem kurzen Glossar am Ende des Dokuments zu finden.

2 Schulraumentwicklungsplanung und Stadtentwicklung

Das Globalziel des Referates für Schule und Sport ist, bestmögliche Voraussetzungen für bestmögliche Bildung für jede Schülerin und jeden Schüler in Nürnberg zu schaffen.

Ziel der Schulraumentwicklungsplanung ist es,

lichkeiten und Freiflächen zur Verfügung zu stellen und diese

Grundlage der Schulraumentwicklungsplanung sind die aktuellen, darüber hinaus aber auch die zu erwartenden Schülerzahlen - die prognostizierte Anzahl an Schülerinnen und Schülern an allen öffentlichen Schulen im Stadtgebiet. Auf Basis dieser Schülerzahlen und einer je nach Schulart pädagogisch sinnvollen Klassenstärke wird die Anzahl an Klassen bzw. Unterrichtsgruppen ermittelt, die wiederum den aktuellen und zu erwartenden Bedarf an Unterrichtsräumen ergibt. Gemäß Schulbauverordnung gilt hier, dass für jede Klassen- bzw. Unterrichtsgruppe ein allgemeiner Unterrichtsraum vorzusehen ist, je nach Schulart und –größe sind entsprechende Fachunterrichtsräume und Sportstätten erforderlich.

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Nürnberg wird in den nächsten Jahren weiter anwachsen. Dies ist aus den Geburtenzahlen und den zu erwartenden Zuzügen auf Basis der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung des Amtes für Stadtforschung und Statistik (StA) abzulesen. Aufgrund der Pandemie erfolgt die Entwicklung leicht verzögert Im Vergleich zu den Annahmen vor 2 Jahren, aber weiterhin stetig (siehe Kapitel 3.1 Bevölkerungsvorausberechnung).

Bereits im Schuljahr 2021/22 übersteigt der gesamtstädtische Bedarf an allgemeinen Unterrichtsräumen die vorhandenen Raumkapazitäten deutlich. Viele Schulen behelfen sich durch die fachfremde Belegung von Fachunterrichtsräumen, durch Wanderklassen oder die Nutzung anderer Flächen (z.B. aus dem Ganztagsangebot). Dies wiederum geht zu Lasten eines pädagogisch notwendigen Unterrichts- und Raumangebots.

An einigen Schulstandorten können bauliche Erweiterungen zur Entlastung durchgeführt werden, an vielen ist dies jedoch nicht möglich. Es muss dann versucht werden, durch Umsteuerung bzw. Umleitung von Schülerströmen an andere Standorte noch belegbare Kapazitäten zur Entlastung heranzuziehen. Vor allem deshalb wurde zur Betrachtung der Grundschulen das Stadtgebiet für die Schulraumentwicklungsplanung in mehrere Planungszonen untergliedert. Innerhalb dieser Planungszonen werden die Entwicklungen in den einzelnen Schularten betrachtet – und standort-, wenn möglich auch schulartübergreifend, sinnvolle Lösungen erarbeitet, um noch größere Erweiterungs-, Neubau- oder Interimslösungen (Container) zu vermeiden. Im Bereich der Grund- und Mittelschulen muss dies durch eine Änderung der Sprengelzuschnitte erfolgen. Doch auch dies stößt aufgrund der flächenmäßigen Gegebenheiten an Grenzen. Dies gilt v.a. bei Schulstandorten, die ohnehin bereits hohe Schülerzahlen aufweisen und durch zusätzliche Klassen eine pädagogisch und schulorganisatorische Grenze überschreiten würden.

Insbesondere durch die Entwicklung neuer Wohngebiete entsteht in der Konsequenz ein Bedarf am Bau neuer Schulen. Die Größe eines schulischen Neubaus wiederum hängt vorrangig im Grundschulbereich - von der zu erwartenden Wohnbauentwicklung in die-

sem Quartier ab. Darüber hinaus ergeben sich in der Konsequenz auch stadtweit Auswirkungen auf die weiterführenden Schulen. Daher werden in enger Zusammenarbeit zwischen Stadtplanungsamt (Stpl), dem Amt für Stadtforschung und Statistik (StA) und dem Referat für Schule und Sport unter Einbeziehung innerstädtischer und schulorganisatorischer Entwicklungen und Parameter sehr sorgfältig die Bedarfssituationen prognostiziert. Bei Grundschulen ist zusätzlich eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hinsichtlich der entstehenden Betreuungsbedarfe erforderlich. Aufgrund der begrenzten Flächensituation im Stadtgebiet stellt die Suche nach geeigneten Schulstandorten immer mehr eine große Herausforderung dar.

Nicht zuletzt die Lockdown-Phasen aufgrund des pandemischen Geschehens und der damit verbundene Bewegungsmangel haben gezeigt, wie wichtig sportliche Betätigung und Bewegung für die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist. Insoweit sind sowohl für den Sportunterricht und den außerunterrichtlichen Sport als auch für die Pausen- und Erholungszeiten die ausreichenden und geeigneten Flächen und Gebäude gemäß Schulbaurichtlinien zu planen und zu errichten. Die dadurch entstehenden Sportanlagen können dann durch die Nutzung durch Vereine einen weiteren Beitrag zu Erfüllung des Auftrags der Bewegungs- und Gesundheitsförderung aller Bürgerinnen und Bürger leisten (siehe auch Kapitel 11 Sportstätten). Darüber hinaus ergänzt die Öffnung der Schulhöfe als Spielhöfe das Angebot an Bewegungs- und Sportflächen im Stadtteil.

Sobald Baumaßnahmen als notwendig erachtet werden, werden zur Vereinfachung, Vereinheitlichung und Beschleunigung des Planungsprozesses Standards zugrunde gelegt (z.B. im Bereich Raumprogramme, Ausstattung). Diese Standards werden laufend an die pädagogischen, technischen und organisatorischen Anforderungen angepasst und ggf. auch erweitert.

Es ist aber auch festzuhalten, dass der Bau von Schulen ein prägendes Element im Stadtbild entstehen lässt und an diesen Orten ein Teil des sozialen Lebens des Stadtteils stattfindet. Daher ist eine enge Zusammenarbeit mit der Stadtplanung und Stadtentwicklung erforderlich. Schulen sind nicht nur Lernorte, sondern auch Begegnungs- und Lebensorte, nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für deren Angehörige und natürlich auch für die dort arbeitenden Menschen. Die Infrastruktur wird außerdem gleichzeitig auch von der gesamten Nachbarschaft genutzt, wie z.B. im Rahmen von Stadtteilbibliotheken, Spielhöfen, in der Schule stattfindenden Kursen der Erwachsenenbildung oder Sportangeboten in den Sporthallen und auf den Freisportanlagen.

3 Bevölkerungsvorausberechnung und Schülerprognose

Für die Planung der schulischen Infrastruktur wird im Referat für Schule und Sport eine Schülerprognose erstellt. Ausgangsbasis dafür ist die Bevölkerungsvorausberechnung des Amtes für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (StA), die für die kleinräumige Infrastrukturplanung allen Dienststellen der Stadt Nürnberg zur Verfügung gestellt wird. Die kleinräumige Betrachtung ist dabei insbesondere für die schulischen Planungen für Kinder und Jugendliche in öffentlichen Grund- und Mittelschulen relevant, für die eine Sprengelpflicht gilt, also Schulversorgung in einem fest definierten Bereich im Umfeld der Meldeadresse. Im folgenden Kapitel sollen beide Datenquellen kurz erläutert werden.

3.1 Bevölkerungsvorausberechnung

3.1.1 Grundlagen und Bedeutung der Bevölkerungsvo-

rausberechnung

Vorausschauende Stadtplanung muss möglichst frühzeitig den zukünftigen Bedarf an Wohnungen, Kindergärten, Schulen oder anderen Einrichtungen der sozialen Infrastruktur erkennen und planerisch sichern. Dieses Ziel kann nur dann erreicht werden, wenn Informationen über die künftige Einwohnerzahl, die Altersstruktur und die räumliche Verteilung der Bevölkerung vorliegen. Bevölkerungsvorausberechnungen sind daher für eine bedarfsgerechte und kosteneffiziente Stadtplanung unverzichtbar. Das Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (StA) erstellt zu diesem Zweck regelmäßig Analysen der Bevölkerungsentwicklung und darauf aufbauende Vorausberechnungen der Bevölkerung für die Stadt Nürnberg und im Rahmen der interkommunalen Zusammenar- Aktuellste Fortschreibeit seit dem Jahr 2005 inzwischen auch für die Stadt Fürth. Solche als Planungsprognosen bung der Bevölkekonzipierte Bevölkerungsvorausberechnungen sollen dazu beitragen, die Bevölkerungs- rungsvorausberechentwicklung besser zu verstehen, indem einerseits die Ursachen für bestimmte Entwick- nung im Juni 2021 lungen analysiert werden und andererseits verdeutlicht wird, mit welchen räumlichen und strukturellen Bevölkerungsveränderungen in der Zukunft unter bestimmten Annahmen zu rechnen ist.

Die Vorausberechnung der Bevölkerung erfolgt in Nürnberg mittels der Software SIKURS. SIKURS wurde im KOSIS-Verbund eigens für kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnun- Einsatz der Standardgen konzipiert und wird derzeit neben Nürnberg von weiteren 105 Städten, Statistischen software SIKURS Landesämtern und Bundesämtern in Deutschland, Österreich und der Schweiz genutzt. Das Programm schreibt den Bevölkerungsbestand zum Jahresende auf Basis der Zu- und Fortzüge sowie der Geburten und Sterbefälle fort. Das heißt, die nach Alter, Geschlecht und ggf. auch nach Staatsangehörigkeit differenzierte Bevölkerung rückt jährlich in die nächste Altersstufe auf, die Geburten und Zuzüge werden dem Bevölkerungsstand zugeschlagen und die Sterbefälle sowie die Wegzüge abgezogen. Die demographischen Komponenten gehen dabei in Form von Wahrscheinlichkeiten bzw. Raten in die Vorausberechnung ein.

Anders als dem Bayerischen Landesamt für Statistik, welches für die Kreise und kreisfreien Städte Bayerns mit derselben Software SIKURS in regelmäßigen Abständen eine sogenannte regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung erstellt, stehen dem Amt für Datengrundlage des StA: Stadtforschung und Statistik als Grundlage für die Berechnung die Einwohnermeldedaten Einwohnermeldedaten, der Städte Nürnberg und Fürth zur Verfügung. Diese ermöglichen einen genaueren und kleinräumige Betrachvor allem kleinräumigen Blick auf die aktuellen Entwicklungen des Geburten-, Sterblich- tung keits- und Wanderungsverhalten sowie auf den Bevölkerungsbestand insgesamt. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden als Status Quo in die Annahmen zur zukünftigen Entwicklung der demographischen Komponenten übernommen. Das heißt, es wird davon ausgegangen, dass die momentanen alters- und geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen sich weitestgehend auf das zukünftige Verhalten übertragen lassen. Um dabei zufälligen jährlichen Schwankungen nicht zu viel Gewicht zu geben, werden für die Prognose die Raten der einzelnen Komponenten als mehrjährige Durchschnitte eingebracht und anschließend geglättet. In der Bevölkerungsvorausberechnung werden alle Personen mit Hauptwohnsitz in Nürnberg berücksichtigt.

Für die Vorausberechnung ist es darüber hinaus wichtig, Sonderentwicklungen wie z.B. den Zuzug und anschließenden Fortzug von Schutzsuchenden in den Jahren 2015 und 2016 oder das pandemiegeprägte Jahr 2020 zu beobachten und deren Auswirkungen zu bewerten. Derartige Entwicklungen sind meist nicht vorherzusehen und können daher mit Vorausberechnungen nicht abgebildet werden. Gleichzeitig ist es wenig sinnhaft, sie für die Fortschreibung der Bevölkerung zu Grunde zu legen, weil nicht anzunehmen ist, dass sich solche Ereignisse regelmäßig wiederholen.

Bei der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung des StA und deren Aktualisierung fließen folgende Parameter ein, die im Folgenden noch genauer beschrieben werden:

3.1.2 Statistisches Ausnahmejahr 2020 und Registerberei-

nigungen

Erstmals seit vielen Jahren nahm die Bevölkerungszahl Nürnbergs im Jahr 2020 ab. Zum 31.12.2020 lebten in Nürnberg 532 331 Menschen mit Hauptwohnung, das sind 3 555 Personen bzw. 0,7 Prozent weniger als 2019. Die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer, die den Rückgang der deutschen Bevölkerung bisher überkompensierte, nahm in Nürnberg im Jahr 2020 um lediglich 161 Personen zu. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre scheint zunächst gebremst zu sein.

2020 wurden in Nürnberg 5 248 Lebendgeborene vermeldet, 6 103 Personen verstarben. Der natürliche Saldo ist somit, wie in den vergangenen Jahren, negativ. Anders als in der Vergangenheit wurde der Saldo der natürlichen Bevölkerungsbewegungen nicht mehr so stark durch den Wanderungssaldo kompensiert. Auffällig ist, dass 2020 insgesamt deutlich weniger zu- bzw. abgewandert wurde als im Vorjahr. Im Jahresverlauf war der Einbruch der Zahl der Wanderungsbewegungen im März und April besonders spürbar, ein Corona-Effekt liegt hier nahe. Diese Entwicklung war in ganz Deutschland zu beobachten. Da das Wachstum in Nürnberg als Großstadt in der Vergangenheit stark von Zuwanderung profitierte, ist das Ausbleiben von Zuwanderung im bisherigen Maße besonders negativ spürbar.

(Details siehe auch SuS-Bericht M517 https://www.nuernberg.de/imperia/md/statistik/dokumente/veroeffentlichungen/berichte/monatsberichte/m517.pdf).

Für Deutschland beschreibt das Statistische Bundesamt, dass insbesondere die Zahl der Zuzüge aus dem Ausland zwischen März und Juni 2020 um 42 % niedriger als im Vorjahr ausfiel1. Genau in dieser Zeit gab es starke Einschränkungen des Reiseverkehrs und die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich. Dies führte möglicherweise zu einer Verschie-

1 vgl. Statistisches Bundesamt (2020): Starker Rückgang der registrierten Zu- und Fortzüge im 1. Halbjahr 2020. Pressemitteilung Nr. 384 vom 1. Oktober 2020, URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/10/PD20_384_12 411.html

bung oder gar Verhinderung eines geplanten Zu- oder Wegzugs. Das Bayerische Landesamt für Statistik schildert, dass sich das veränderte Wanderungsgeschehen in den bayerischen Großstädten (u.a. Nürnberg und Fürth) besonders deutlich zeigt, da diese in der Vergangenheit von starker Zuwanderung profitierten1.

Ein melderechtlicher Faktor lag darin, dass die Einwohnermeldeämter im April 2020 zeit- Zeitlich verzögerte Anweise geschlossen waren. Viele Ämter waren zudem nicht voll besetzt, auch die Ummelmeldungen beim Eindungsfrist wurde zeitweilig ausgesetzt, so dass Meldungen nachgearbeitet und Wandewohnermeldeamt rungen zum Teil zeitverzögert erfasst wurden. Bei einem Teil der gemeldeten Nürnberger Fortzüge lagen keine „realen“ Fortzüge vor. Stattdessen wurden vom Einwohnermeldeamt „Abmeldungen von Amts wegen“ (AbmvA) verbucht. Dabei wurde der Datensatz der 2019 und 2020 viele Einwohnerin oder des Einwohners aus der aktuellen Bestandsdatei entfernt („Registerbe- Registerbereinigungen reinigung“), ohne dass Kenntnis über einen Sterbefall oder einen Fortzug über die Gemeindegrenze vorlag (z.B. wg. Unzustellbarkeit Wahlbenachrichtigung). Die vom Amt für Stadtforschung und Statistik veröffentlichten Wanderungsdaten weisen daher ab 2019 einen Bruch auf und sind nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar. Gleichzeitig wird dadurch aber die Verständlichkeit sowie die Validität der Daten erhöht. So wird der Fehlinterpretation der Bevölkerungsentwicklung vorgebeugt.

3.1.3 Annahmen zur Neubautätigkeit

Mit den Neubauannahmen gehen in die Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung größere Bauvorhaben ein, die in den kommenden Jahren realisiert werden sollen. Aus dem Neubau kann abgeleitet werden, welche Gebiete durch zusätzliche Wohnkapazitäten stärker wachsen als aus der Vergangenheit abzuleiten ist. Die Annahmen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt entwickelt, dessen Erkenntnisse zur lokalen Verortung sowie zu voraussichtlichen Gebäudetypen und zum Fertigstellungszeitpunkt in die Vorausberechnung mit einfließen.

Die Struktur der Neubaubezieher wird auf Gebietstypenebene vorgegeben, dabei unterscheidet sich die Altersstruktur je nachdem, ob es sich um

Diese Struktur wird in Form von alters- und geschlechtsspezifischen Quoten in die Bevölkerungsvorausberechnung eingebracht.

Weiterhin werden der Anteil der Neubaubezieher, der innerhalb der Stadt umzieht, und bzw. der Anteil der von außerhalb Zuziehenden festgelegt. Die Mehrheit aller Neubaubezieher kam in der Vergangenheit direkt aus dem Stadtgebiet, alle weiteren werden für die Vorausberechnung aus dem Zuzug aus der Region aufgefüllt. Die Anteile werden über den Vorausberechnungszeitraum dynamisch angepasst, je nachdem wie viel Neubau entstehen soll. Dieses Vorgehen folgt der Annahme, dass große Neubauprojekte - eher noch als kleine Projekte - eine gewisse Sogwirkung ins Umland haben.

1 vgl. Bayerisches Landesamt für Statistik (2020): Bevölkerungsstatistischer Quartalsbericht für Bayern veröffentlicht. Pressemitteilung 345, URL: https://www.statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2020/pm345/index.html

Die erwartete Anzahl der Neubaubezieher ist zwischen der Vorausberechnung 2019 und Zeitliche Anpassung der Aktualisierung 2021 von rund 57 100 auf 58 850 gestiegen. Im Vergleich zur letzten und Verschiebung der Vorausberechnung werden bis 2035 also rund 1 750 mehr Neubaubeziehende erwartet. Neubautätigkeiten im Über die Jahre verschiebt sie die Zahl der Personen, die einen Neubau beziehen etwas Vergleich zu 2019. nach hinten. In folgender Abbildung ist die Höhe des Neubaubezugs pro Jahr im Vergleich der letzten Bevölkerungsvorausberechnungen dargestellt.

Abb.: Neubauannahmen der Prognosen seit 2016 im Vergleich

Abbildung 1

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 6/2021

3.1.4 Fortschreibung der Bevölkerungsvorausberechnung

Nachdem die aktuelle Bevölkerungsentwicklung hinter den Erwartungen der letzten Bevölkerungsvorausberechnung 2019 zurückgeblieben ist, galt es 2021 möglichst zeitnah Übernahme der Annaheine aktualisierte Berechnung zu erstellen. Dazu wurde ein Großteil der Annahmen aus men aus der vorherigen der Vorausberechnung 2019 übernommen, darunter die Überlegungen zur Fertilität, Mor- Bevölkerungsvorausberechnung talität und der Binnenwanderung. Angepasst wurden hingegen die Annahmen zum Neubaubezug sowie zur Außenwanderung. Ausgangsbasis für die aktualisierte Berechnung war der Bevölkerungsbestand vom 31.12.2020.

Um das künftige Geburtenverhalten abzubilden, werden altersspezifische Fruchtbarkeitziffern (ASFR) vorgegeben. Für den Status quo, auf dessen Basis das aktuelle Geburtenverhalten in die Zukunft fortgeschrieben wird, wurde wie schon 2019 der Durchschnitt der Jahre 2015 - 2018 genutzt. Darüber hinaus wurden nach Absprache mit den Kinderund Jugendplanern sowie der Schulplanung auch sogenannte Geburteneckwerte aus der alten Bevölkerungsvorausberechnung übernommen.

Auch die alters- und geschlechtsspezifischer Sterberaten wurden erneut genutzt. Diese geben für die Vorausberechnung vor, welcher Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner im jeweiligen Alter verstirbt. Grundlage ist der Durchschnitt der Jahre 2015 – 2017.

Durch die Binnenwanderung werden die Umzüge innerhalb der Stadt abgebildet. Sie werden anhand von demographisch differenzierten Binnenwegzugsraten eingebracht, in denen Herkunfts- und Zielgebiet festgelegt sind. Grundlage für die Berechnung sind die Jahre 2015, 2017 und 2018. Diese Jahre wurden ausgewählt, um Verzerrungen durch den Umzug Schutzsuchender zu vermeiden.

Die Außenwanderungen umfassen sowohl die Fortzüge aus Nürnberg in andere Gemeinden, als auch die Zuzüge in die Stadt und ihre Teilräume. Sie werden anhand von Raten und exogen vorgegebenen Volumina in die Vorausberechnung eingebracht. Über die Raten erfolgt die demographische Differenzierung nach Alter und Geschlecht. Für eine möglichst genaue Betrachtung wird der gesamte Außenraum für die Vorausberechnung in vier Teilräume gegliedert:

Eine derartige Unterscheidung ergibt sich aus der charakteristischen Altersstruktur der Zu- und Fortziehenden in die jeweiligen Außentypen.

Um das mittelfristige Durchschnittsniveau des Zuzugs- und Fortzugsvolumens festzulegen, wird in Anlehnung an die aktuelle regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik mit den Jahren 2012 bis 2014 und 2017 bis 2019 Bei der Berechnung gerechnet. Die Jahre 2015 und 2016 werden also nicht berücksichtigt, weil davon auszu- der durchschnittlichen Wanderungsbewegungehen ist, dass die Wanderungsbewegungen Schutzsuchender einen verzerrenden Effekt gen keine Berücksichtiauf die Annahmen haben könnten. Vergleichbar mit dem Vorgehen des Statistischen Bungung der Jahre 2015 desamtes und des Bayerischen Landesamtes für Statistik wird darüber hinaus angenomund 2016 men, dass sich bis 2023 ein solches Durchschnittsniveau einstellen wird und danach das Wanderungsvolumen als konstanter Durchschnittswert bis zum Ende des Berechnungszeitraums 2035 fortgeschrieben werden kann.

In nachfolgender Grafik ist erkennbar, inwieweit das Ergebnis der Vorausberechnung 6/2021 vom Ergebnis der Vorausberechnung 12/2019 abweicht. Wenn sich die Bevölkerung so verhält wie aktuell erwartet, dann würde sich der Bevölkerungsbestand ca. 2035 wieder angleichen:

Abb.: Bevölkerungsvorausberechnungen 12/2019 und 6/2021 im Vergleich

Abbildung 2

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 6/2021

Für die Schulraumentwicklungsplanung wurden die relevanten Altersgruppen nochmals genauer betrachtet.

bärfähigen Alter sind deutlich weniger von Registerbereinigungen betroffen als gleichaltrige Männer.

Schwerpunkte in der Innen-, Süd- und Weststadt zu erkennen.

Anzahl der Grundschulsind die Abweichungen allerdings prozentual nicht so groß. kinder steigt langsamer an als 2019 prognosti- Für die Anzahl an künftigen Grundschulkindern bedeutet dies: Es wird angenommen, dass ziert. die Gesamtzahl weiterhin steigt, aber langsamer als noch 2019 erwartet. In der Voraus- „Corona-Delle“ berechnung findet der Anstieg nach einer „Delle“ später statt, erreicht dann aber insgesamt das bereits vorher prognostizierte Niveau.

Abb.: Bevölkerungsbestand und Vorausberechnung 6-10-Jährige, Vergleich2019 und

2021

Bevölkerungbestand und Vorausberechnung Gesamtstadt

Alter 6 bis unter 10 Jahre (4 Jahrgänge)

20000 19500 19000 18500 18000 17500 17000 16500 16000

Bevölkerungsvorausberechnung 2021: Bestand bis 2020 und Vorausberechnung bis 2035 Bevökerungsvorausberechnung 2019: Bestand bis 2018 und Vorausberechnung bis 2035

Quelle: Daten: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 6/2021, Darstellung: Referat für Schule und Sport, 9/2021

Laut Bevölkerungsvorausberechnung werden bis zum Jahr 2030 mit ca. 19.600 im Ver- Bis 2030 ca. 1600 mehr gleich zu 17.977 Kindern zum Stichtag 31.12.2020 etwa 1.600 mehr Grundschulkinder in Grundschulkinder in Nürnberg leben. Je nach Klassenteiler bedeutet dies einen Bedarf von etwa 64 Klassen- Nürnberg, entspricht zimmern (Durchschnittliche Klassengröße 25 Kinder). ca. 60 Klassenzimmern

Bei den Kindern im Mittelschulalter 10 bis 15 Jahre findet sich eine ähnliche Entwicklung: Nach der aktuellen „Delle“ steigt die Anzahl der Kinder. Eine steigende Zahl an Grundschulkindern kommen in Konsequenz an den weiterführenden Schulen an, daher steigen auch hier die Zahlen über 2035 hinaus noch weiter an. Der Zeitraum der Vorausberechnung endet hier.

Die Vorausberechnungen für die Jugendlichen ab 10 Jahren können dabei als relativ zuverlässig eingestuft werden. Diese Kinder sind bereits geboren, leben im Stadtgebiet und sind eher wenig von Wanderungsbewegungen betroffen. In dieser Altersgruppe gab es auch weniger Registerbereinigungen. Zu- und Fortzüge sind bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen am stärksten ausgeprägt.

Abb.: Bevölkerungsbestand und Vorausberechnung 10 bis unter 15-Jährige

Bevölkerungbestand und Vorausberechnung Gesamtstadt

Alter 10 bis unter 15 Jahre (5 Jahrgänge)

25000

24000

23000

22000

21000

20000

19000

18000

Quelle: Daten: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 6/2021, Darstellung: Referat für Schule und Sport, 9/2021

Die Prognose impliziert, dass im Vergleich zu 21.796 Kindern von 10 bis 15 Jahren zum Bis 2030 ca. 1900 mehr Stichtag 31.12.2020 bis zum Jahr 2030 ca. 1.900 mehr Kinder dieser Altersgruppe in Nürn- Kinder im Mittelschulalter 10 bis 15 Jahre berg erwartet werden (Vorausberechnung: 23.691); die prognostizierte Zahl steigt um und weiterhin ansteiweitere ca. 900 Kinder bis 2035 (24.533). Diese verteilen sich auf die verschiedenen weigend terführenden Schularten, die Konsequenzen werden jeweils in den folgenden Kapiteln dargelegt.

3.1.5 Vergleich zu Daten des Bayerischen Landesamtes für

Statistik

Da bei Gesprächen über die Bevölkerungsvorausberechnungen auch die Daten der Bayerischen Landesamtes für Statistik angesprochen werden, sollen auch diese hier kurz erläutert werden:

Als einheitliche kleinräumige Planungsgrundlage nutzt die Stadt Nürnberg die vom Amt für Stadtforschung und Statistik eigens für diesen Zweck erstellten Bevölkerungsvorausberechnungen. Aufgrund der kleinräumig verfügbaren Daten, der Kenntnisse über Neubauprojekte und der spezifischen Betrachtung der Nürnberger Bevölkerung, bietet diese Vorausberechnung eine solide Grundlage für die Infrastrukturplanung der Stadt. Je nach Planungszweck müssen zu dieser abgestimmten Planungsgrundlage aber weitere Informationen aus den Fachdienststellen in die Entscheidung über Maßnahmen und Mittel einfließen (z.B. aus der Kinder- und Jugendplanung bzw. Schulplanung).

Gesamtstädtisch sind auch vom Bayerischen Landesamt für Statistik Vorausberechnungsdaten verfügbar. Diese sind das Ergebnis der jährlich aktualisierten regionalisierten Bevöl-

kerungsvorausberechnung, die das Landesamt für alle bayerischen Kreise nach einem einheitlichen Schema erstellt. Annahmen zu Neubau oder Rückbau finden hier keine Berücksichtigung. Datengrundlage ist die Fortschreibung des Zensus 2011. Auf Grundlage der Zensusstichprobe wurde die amtliche Einwohnerzahl Nürnbergs 2011 um 15 000 Perso- Grundlage des Landesnen nach unten korrigiert - von einem Bevölkerungsbestand von 505 664 Personen im amtes: Zensusstich- Jahr 2010 auf 490 085 Personen in 2011. Diese Korrektur ist ein Grund der Abweichung probe der Einwohnerzahl zum Nürnberger Melderegister. Darüber hinaus sind auch in der Fortschreibung über die Bevölkerungsbewegungen immer wieder Unstimmigkeiten im Verfahren aufgefallen. Diese Unstimmigkeiten haben dafür gesorgt, dass sich die erhobenen Einwohnerzahlen immer stärker voneinander unterscheiden. 2020 lebten laut amtlicher Statistik 515 543 Personen am Ort der Hauptwohnung in Nürnberg. Im städtischen Melderegister waren hingegen 532 331 Personen mit Hauptwohnung gemeldet.

Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangszahl und abweichender Grundannahmen unterscheiden sich die Ergebnisse der Vorausberechnung des Landesamtes von der kleinräumigen Vorausberechnung des Amtes für Stadtforschung und Statistik. Ausgehend von der amtlichen Bevölkerungszahl von 518 400 im Jahr 2019 (erstes Berechnungsjahr 2020: 517 700) würde die Einwohnerzahl der Stadt unter den getroffenen Annahmen bis zum Berechnungsende 2039 nur schwach auf 519 400 anwachsen. Im Jahr 2035 wäre die Bevölkerung gleich der Ausgangsbevölkerung 2019. Nach den Zahlen des Landesamtes ist die Stadt seit 2015 jährlich um rund 2 100 Bewohnerinnen und Bewohner gewachsen, die neuste Vorausberechnung des Landesamtes stellt also eine echte Trendwende dar, die nur mit den Entwicklungen der letzten beiden Jahre erklärt werden kann. Die kleinräumige Vorausberechnung des Nürnberger Statistikamtes kommt hingegen zum Ergebnis, dass ein Wachstum der Einwohnerzahl zwischen 2020 und 2035 erwartet werden kann, und zwar von 529 000 auf 553 000 Personen - also um rund 1 600 Personen jährlich. Schutzsuchende an Gemeinschaftsunterkünften mit mehr als 50 Personen wurden bei dieser Berechnung ausgeschlossen.

Ein Vergleich zweier Vorausberechnungen, die auf unterschiedlichen Raumbezügen, unterschiedlichen Daten und unterschiedlichen Annahmen basieren, ist aber nur sehr ein- Vergleich der Vorausgeschränkt sinnvoll. Auch das Statistische Landesamt verweist ausdrücklich darauf, dass berechnungen nur eineine Vorausberechnung keinesfalls als exakte Vorhersage im Sinne einer unabänderlichen geschränkt sinnvoll Tatsache missverstanden werden sollte. Sie veranschaulicht vielmehr, wie sich die Bevölkerung unter den zuvor definierten und als plausibel erachteten Voraussetzungen verändern könnte und verweist darauf, dass die spezifischen Faktoren, die einen zusätzlichen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung haben können, vor Ort besser bekannt wären1. Es handelt sich somit um unterschiedliche Annäherungen an die zu erwartende Entwicklung, die sich aufgrund der unterschiedlichen Daten und Annahmen zwangsläufig unterscheiden müssen.

Unabhängig davon verlaufen die Bestandszahlen und die Vorausberechnungen zur Anzahl der Kinder und Jugendlichen bei beiden Behörden auf ähnlichem Niveau und weitgehend parallel, wie folgende Grafik beispielhaft zeigt: Bei beiden Annahmen steigt die Anzahl der Jugendlichen im Alter 10 bis 16 Jahre. Allerdings schreibt das Landesamt die weiterhin starken Geburtsjahrgänge und die Zuzüge nicht fort, sondern geht von einer Stagnation

1 vgl. Bayerisches Landesamt für Statistik (2020): Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2039. Demographisches Profil für die Kreisfreie Stadt Nürnberg. In: Beiträge zur Statistik Bayerns (553) S:3. https://statistik.bayern.de/mam/statistik/gebiet_bevoelkerung/demographischer_wandel/a1820b_202000.pdf

aus. In 2020 ist bei den Daten des StA vor allem der Effekt der Registerbereinigungen im Einwohnermeldeamt zu sehen.

Abb.: Entwicklung der 10- bis unter 16-jährigen im Vergleich

Entwicklung der 10- bis unter 16-jährigen im Vergleich

(Landesamt und StA)

29.500 29.000 28.500 28.000

lh 27.500

a

z 27.000

n

A 26.500

26.000 25.500 25.000 24.500 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 1 1 1 1 1 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 3 3 3 3 3 3 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2 2

Jahr

10 bis unter 16-jährige (Landesamt) 10 bis unter 16-jährige (StA)

Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 6/2021, Bayerische Landesamt für Statistik, Beiträge zur Statistik Bayerns, Heft 553, Seite 91; Darstellung: Referat für Schule und Sport 9/2021

Aufgrund dieser Darstellungen kann davon ausgegangen werden, dass die Daten des

Amtes für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth als zuverlässige Grundlagen für eine Prognose der Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der Stadt Nürnberg herangezogen werden können.

3.2 Schülerprognose

Bei der Bedarfsfeststellung für die Schullandschaft in Nürnberg greift die Stadt Nürnberg auf eine Zusammenstellung der real bestehenden Klassen und Schüler zurück und schreibt diese Werte je Schulstandort bzw. Schultyp zusammen mit den Daten der kleinräumigen Bevölkerungsvorausberechnung (s.o.) für die öffentlichen Schulen Nürnbergs fort, bei Sprengelschulen geschärft nach Schulstandorten. Diese Prognosen haben in den letzten Jahren in allen Schularten zuverlässig die Entwicklungen angezeigt, sodass hier Handlungsempfehlungen abgeleitet werden konnten. Gerade für die weiterführenden Schulen ist diese Methode äußerst fundiert, da ein großer Anteil dieser Kinder bereits geboren ist und in Nürnberg wohnt bzw. der Anteil der Gastschüler in der Quote ebenfalls relativ kon- Basis der Schülerprogstant ist. nose: Einschulungspotential je Grundschul- Die Basis der städtischen Schülerprognose ist das Bevölkerungspotenzial der einzuschusprengel lenden Kinder je Grundschulsprengel. Eine bestimmte Quote dieser Kinder wird jährlich in den jeweiligen öffentlichen Grundschulen eingeschult, der andere Anteil geht an private Schulen oder Förderschulen. Die dazugehörigen Daten werden seit Jahren gesammelt, aus den Quoten der vergangenen sechs Jahre ein Durchschnitt gebildet und zusammen mit dem durch StA aktualisierten Bevölkerungspotential die Prognose für die künftigen 1. Jahrgangsstufen erstellt.

Auf Basis der prognostizierten Schülerzahlen erfolgt die Berechnung der zu erwartenden Klassenzahlen. Für die erste Jahrgangsstufe wird ein Klassenteiler von 25 Kindern angenommen. Dieser Wert entspricht dem sog. Migrationsklassenteiler und wird nicht zuletzt aus pädagogischen Gründen als Klassenstärkenhöchstwert zu Grunde gelegt.

Die so prognostizierten Klassenzahlen werden für die Jahrgangsstufen 2-4 fortgeschrieben, da die gebildeten Klassen in der Regel erhalten bleiben. Auch die Schülerzahlen werden gem. einer durchschnittlichen Quote weitergeführt und bei Sprengeln mit Neubaugebieten ggf. mit einzelnen Schülern ergänzt.

Die Anzahl der Kinder der 4. Jahrgangsstufe der öffentlichen Grundschulen bildet jeweils das Potenzial für die weiterführenden öffentlichen Schulen im Folgejahr, also die öffentlichen Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien. Dabei werden die Zahlen der Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe auf Basis der jährlichen Oktoberstatistik durchgängig aktualisiert. Die Durchschnittswerte der Übertritte der letzten Jahre werden fortgeführt, für die Gymnasien muss ab den Schuljahr 2025/2026 wegen des G9 ein zusätzlicher Jahrgang berücksichtigt werden (siehe auch Kapitel 7.2.1 Gymnasien) .

3.2.1 6-Jährige und reale Einschulungen

Die Vorausberechnung der Schülerzahlen für jeden Grundschulstandort basiert standortgenau auf den Durchschnittswerten der vorangegangenen Jahre. Dabei wird je Grundschulsprengel das Bevölkerungspotential der 6 –jährigen herangezogen. Die Veränderun- Stadtweite Einschugen zwischen dem Einschulungspotential und den tatsächlichen Erstklässlern am ersten lungsquote für öff. Schultag sind je Standort teils erheblich, dennoch kann aus dieser Relation über die Jahre Grundschulen: bisein Erfahrungswert gebildet werden. Regelmäßig ist ein Abschlag von 5 bis 10 % auf den heriger Durch- Einschulungsjahrgang durch Wechsel an Privatschulen oder sonderpädagogische Förder- schnittswert ca. 91% zentren gegeben. In einzelnen Sprengeln ebenfalls relevant sind Abmeldungen von Kindern ins Ausland bei beginnender Schulpflicht.

Liegen viele Gastschulanträge oder Zuweisungen wegen eines besonderen Schulprofils vor (z.B. Ganztag, jahrgangsgemischte Klassen, Schulprofil Inklusion), kann dies auch zu einem Zuschlag von bis zu 10% bezogen auf den jeweiligen Sprengel führen.

Hinzu kommt, dass nicht alle Kinder zwingend zum Stichtag eingeschult werden müssen, sondern zum Schuljahr 2019/2020 ein Einschulungskorridor eingeführt wurde. Das bedeutet, dass Erziehungsberechtigte, deren Kinder zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, frei entscheiden dürfen, ob das Kind zum kommenden Einschulungskorri- Schuljahr eingeschult oder ob der Beginn der Schulpflicht um ein Jahr nach hinten gescho- dor seit 2019/2020 ben wird. Kinder, die vor dem 30.6. 6 Jahre alt werden, müssen eingeschult werden, außer sie werden zurückgestellt. Kinder, die zwischen 1.10 und 31.12 6 Jahre alt werden, können auf Antrag der Eltern eingeschult werden. Um diesen Sachverhalt zu verdeutlichen, hierzu die grafische Darstellung anhand eines Rechenbeispiels in einem fiktiven Grundschulsprengel:

45 (Muss) Meldung Anmelde- Schul- Einwohner tag Schule anfang -meldeamt 25 (Korridor) April (Stichtag ca. Januar 1.10.) 42 +20+ 3 20(Kann) 60

Gastschulanträge, Umzüge, Privatschulen, Umzüge Rückstellungen,Förderzentren

Die tatsächlichen Einschulungen in die 1. Klassen der öffentlichen Grundschulen werden dann wiederum für die 2. bis 4. Klasse fortgeschrieben. Die Klassenbildung in der 1. Klasse bleibt in den meisten Fällen bis zur 4. Klasse bestehen, so dass die Anzahl der Klassen ebenfalls fortgeschrieben wird. Hier ergeben sich nur Abweichungen, wenn die Klassengröße aufgrund von Zuzügen über die Regelklassengröße steigt und der Jahrgang nochmals neu in Klassen aufgeteilt wird.

Für die Fortschreibung der Schülerprognose zum Schuljahr 2021/2022 wurden zum Zeitpunkt der Texterstellung die Zahlen des Staatl. Schulamtes vom 20.10.2021 (sogenannte „Oktoberstatistik“) als aktuelle Anzahl der Schülerinnen und Schüler und Klassen in den Grundschulen herangezogen.

Exkurs: Einschulungsquote und Verhältnis Privatschulen zu öffentlichen Schulen und Inklusion:

Dem in den nächsten Jahren zu erwartenden Anstieg der Schülerzahlen stehen vermutlich keine bzw. unerhebliche Erweiterungen im Privatschulsektor gegenüber, d.h. der Anstieg muss vollumfänglich im öffentlichen Schulsystem aufgefangen werden. Eine Intensivierung der Inklusionsmaßnahmen im Regelschulsystem könnte ferner zu einer Abnahme der Schülerzahlen an sonderpädagogischen Förderzentren führen. Dies hätte wohl zur Folge, dass die heute für die Vorausberechnung ermittelte durchschnittliche Einschulungsquote von 91% für den Eintritt in die öffentlichen Grundschulen langfristig zu niedrig ist.

Die Relation der Schülerprognose 2019 und 2021 im Vergleich zur Bevölkerungsvorausberechnung 2019 und 2021 stellt sich dabei wie folgt dar:

Abb.: Verhältnis Bevölkerungsvorausberechnung und Schülerprognose

Gegenüberstellung Bevölkerungsvorausberechnung

6 bis unter 10 jährige und Schülerprognose

öffentliche Grundschulen

21000 20000 19000 18000 17000 16000 15000 14000 13000

Bevölkerungsvorausberechnung 2021 Bevölkerungsvorausberechnung 2019 Schulprognose öff. Grundschulen 10/ 2021 Schulprognose öff. Grundschulen 12/ 2019

Datenquelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, 6/2021, Referat für Schule und Sport, 10/2021. Darstellung: Referat für Schule und Sport, 10/2021

Die Schülerprognose 10/2021 gleicht sich an die aktualisierte Bevölkerungsvorausberechnung 6/2021 an (2019 wurde die Schülerprognose nur bis zum Schuljahr 2029/2030 geführt). Das Delta zwischen den Kindern an öffentlichen Grundschulen und den in Nürnberg wohnenden Kindern bleibt dabei relativ konstant bei einem Anteil von 10%.

Exkurs Untypische Einschulungsquote 2020 – Einschulungskorridor und Corona

Die durchschnittliche Einschulungsquote in die öffentlichen Grundschulen betrug in den Vorjahren 91% des Schülerpotentials. Für das Schuljahr 2020/2021 war der städt. Durchschnitt lediglich 86,2 %. Gründe dafür sind, dass Erziehungsberechtige vermehrt ihre Entscheidungsfreiheit im Einschulungskorridor nutzen und die Einschulung um 1 Jahr verschieben. Auch das Hinauszögern der Einschulungen wegen der Coronaauswirkungen muss mit bedacht werden. Diese Kinder wohnen aber dennoch in Nürnberg und werden nun später eingeschult. Bei der automatisierten Berechnung in der Prognose senkt dies punktuell den Durchschnitt, es werden rechnerisch weniger Kinder auch für die Folgejahre und die weiterführenden Schulen vorgesehen, als dies eigentlich der Fall sein müsste.

Die Einschulungsquote für das Schuljahr 2021/2022 liegt leicht über dem früheren Niveau bei nun 91,8 %, wodurch die mehrjährigen Durchschnittswerte wieder steigen und in Folge auch die Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen. Auch die Übertritte zwischen den Jahrgängen und Schulzweigen sind 2020 und 2021 untypisch verlaufen. Daher konnte eine Aktualisierung der Schülerprognosen sinnvollerweise erst erfolgen, nachdem die Werte der beiden Schuljahre 20/21 und 21/22 eingeflossen sind. Eine noch zuverlässigere Fortschreibung wird dann wohl erst mit den Daten aus dem Schuljahr 2022/2023 erfolgen können.

3.2.2 Potential von Schülerinnen und Schülern für die wei-

terführenden Schulen (5. Klassen)

Die Schülerzahlen der 4. Klassen der öffentlichen Grundschulen bilden jährlich die Basis für die Prognose der 5. Klassen der weiterführenden Schulen. Diese Werte haben sich durch die aktualisierte Bevölkerungsvorausberechnung und das in den letzten 2 Jahren untypische Einschulungsverhalten verändert und stellen sich nun wie folgt dar:

Kinder der 4. Klasse an öff. Grundschulen - Bestand

und Prognosen

4600

4400

4200

4000

3800

3600

3400

3200

3000

Prognose Prognose 2019/2020 2021/2022

Datenquelle und Darstellung: Referat für Schule und Sport, 10/2021

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die 4. Klassen verlassen, steigt weniger schnell an als angenommen. Daher ist auch der Anstieg der Schülerzahlen an weiterführenden Schulen zeitlich verlagert und erreicht das in der letzten Prognose erwartete Niveau erst zeitverzögert.

4 Grundschulen

4.1 Die Grundschulen - Erster Überblick

Die staatlichen Grundschulen sollen den Kindern wohnortnah zur Verfügung stehen. Die Kinder werden dadurch unterstützt, zu Fuß zu ihrer jeweiligen Schule zu gehen und so wohnortnah Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und sich immer selbstständiger in ihrem Wohnumfeld zu bewegen. Daher ist das gesamte Stadtgebiet in sogenannte Grundschulsprengel aufgeteilt. In Nürnberg gibt es derzeit 51 staatliche Grundschulen mit 51 staatliche Grundje einem eigenen Sprengelgebiet. Jedes Kind ist grundsätzlich zunächst an der Sprengel- schulen. schule anzumelden („Sprengelpflicht“). Bei den staatlichen Grundschulen ist der Freistaat Grundsätzliche Spren- Bayern für die Lehrpläne und das Lehrpersonal verantwortlich, die Stadt Nürnberg trägt gelpflicht den Aufwand für die Immobilien, das Material und den Unterhalt (sog. Sachaufwandsträger). Bei Errichtung einer Schule können staatliche Fördergelder für den Bau beantragt werden.

Ergänzend gibt es über das Nürnberger Stadtgebiet verteilt private Grundschulen. Soweit diese staatlich anerkannt sind, trägt auch hier der Freistaat Bayern z.T. die Aufwendungen für das Lehrpersonal, der Sachaufwand wird vom jeweiligen Träger übernommen.

Bei der städtischen Schulraumentwicklungsplanung werden nur die Schulen betrachtet, bei denen die Stadt Nürnberg die Sachaufwandsträgerin ist. Dennoch müssen natürlich Korrelationen gesehen werden, und es besteht selbstverständlich auch Kontakt bezüglich verschiedener schulischer Themen.

Aufgrund der Veränderungen im Stadtgebiet, die eine Veränderung der Verteilung und Erhöhung der Gesamtzahl der Schulkinder nach sich ziehen, sind bei den Grundschulen Anpassungen erforderlich. Bei kleinräumiger Betrachtung der Bevölkerungsvorausberechnung müssen einige Grundschulen erweitert werden. Wenn jedoch die vorhandenen Raum- und Flächenkapazitäten an bestehenden Schulstandorten nicht ausreichen oder größere Neubaugebiete entstehen, müssen neue Grundschulen errichtet werden.

Insbesondere bei neuen Grundschulen hat dies zur Folge, dass die bisherigen Sprengelgrenzen verändert werden müssen. Dies muss in enger Abstimmung mit den staatlichen Grundsatz: „Kurze Beine – kurze Wege“ Stellen und unter Beteiligung der Schulfamilie erfolgen. Folgende Sachverhalte werden bei der Sprengelbildung bestmöglich berücksichtigt:

förderung und anderen Stellen

werbegebiete, Wasserläufe, große Freiflächen…)

bauliche Gegebenheiten anpassen

Nicht immer ist es möglich, Schülerinnen und Schülern die Querung von Barrieren zu ersparen. Leitgedanken sind dabei in einer Einzelabwägung immer die beiden Gesichtspunkte „Sicherheit“ (Ampelanlagen, Brücken) und „Kurze Beine – Kurze Wege“. Ggf. ist auch der Schülertransport mit öffentlichen Verkehrsmitteln erforderlich.

EXKURS Schulwegnetz 2 km und 3 km Schulwegnetz 2 km und 3 km Die Stadt Nürnberg hat flächendeckend für das gesamte Stadtgebiet die Fußwegesituation analysiert und ein Wegenetz von sicheren Schulwegen für Schülerinnen und Schüler definiert. Da es sich um real vorhandene Gehwege, Fußgängerzonen etc. handelt,

läufe ohne Brücken automatisch auf.

wegen und nicht auf Luftlinienbetrachtungen.

ihrer Schule regelmäßig zumutbar bezüglich Sicherheit und Entfernung sind.

ist, für die Beförderung der Schüler zu sorgen. Hierbei spielen die Abstände zwischen Schule und Wohnung von 2.000m (Grundschüler) bzw. 3.000m (ab Jahrgangsstufe 5) eine wesentliche Rolle. Insofern wird dann bei der Betrachtung einzelner Schulstandorte auch z.B. die Rede von einem „Einzugsbereich der Schule 2.000m oder „Sicherer- Schulweg-2000m“ sein. Hier sind immer Entfernungen im Schulwegnetz und keine Luftlinien gemeint.

Weitere Informationen der städtischen Verkehrsplanung: https://www.nuernberg.de/internet/verkehrsplanung/sicherzurschule.html

4.2 Unterrichtskapazitäten in Bestandsgebäuden

Zum Abklären der notwendigen Raum- und Flächenanpassungen müssen zunächst immer die aktuellen Unterrichtskapazitäten je Schulstandort betrachtet werden. In den Planungsgebieten liegen teilweise auch Schulgebäude, die vor über 100 Jahren geplant und gebaut worden sind (z.B. Dr.-Theo-Schöller Schule, Ludwig-Uhland-Schule, Bismarckschule, Sperberschule, Reutersbrunnenschule, St. Johannis). In diesen älteren Bestandsschulen ist ein Raumsoll-Ist-Abgleich im Nachhinein schwierig, da die Gebäude mit zum heutigen Stand nicht vergleichbaren Voraussetzungen gebaut wurden:

Zur Festlegung des Fassungsvermögens einer solchen Schule hinsichtlich einer auskömmlichen Anzahl von Klassen im Gebäude wurde in der Stadt Nürnberg der Begriff Unterrichtskapazität (=UK) geprägt. Die Unterrichtskapazität bezeichnet hierbei die für den jeweiligen Schulstandort angenommene schulaufsichtlich bestimmbare größtmögliche Anzahl an Klassen im Schulgebäude, die in Allgemeinen Unterrichtsräumen („AUR“) untergebracht sind. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigte, dass der automatisierte Abgleich die Kapazitäten zu optimistisch einschätzt.

Aus diesem Grund wurde seitens der Stadt Nürnberg ein methodisches Vorgehen zur Bestimmung der Unterrichtskapazität an Bestandsschulen in Nürnberg (Grund- und Mittelschulen) entwickelt. Dieses wurde dem Staatlichen Schulamt der Stadt Nürnberg und der Regierung von Mittelfranken im Frühjahr 2021 vorgestellt.

In Absprache mit der Regierung von Mittelfranken kann die Festlegung der Unterrichtskapazität in den Bestandsgebäuden der Grund- und Mittelschulen vorläufig als Planungsgröße verwendet werden. Einige Bestandsschulen haben seit längerem einen Bedarf an weiteren AUR, den sie zwar intern durch Umnutzung von Fachräumen oder gemeinsamer Nutzung von Fachräumen mit der angegliederten Mittelschule kompensieren, die dann jedoch in der Regel pädagogisch nicht passend ausgestattet sind. Dies ist aber pädagogisch nicht auf Dauer hinnehmbar und kann nun auf diese Weise sichtbar gemacht werden. Grundsätzlich muss bei nachfolgenden Baumaßnahmen immer vorhabenbezogen das Raumangebot der betroffenen Schule neu betrachtet und angepasst werden. Hierbei muss z.B. geprüft werden, ob die bei Baugenehmigung zulässige Verwendung von Räumen nach heutigen Gesichtspunkten so noch sinnvoll und zulässig ist. Sonderräume (Verwaltung, Lehrerzimmer, Fachunterrichträume, Lernwerkstätten, Büro Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), Förderlehrkräfte, Hallen- und Freisportanlagen, Hausmeister, Lager, …) müssen dabei ebenfalls berücksichtigt werden.

4.3 Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern

4.3.1 Grundlagen

Die ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung einschließlich einer zeitgemäßen baulichen Ausstattung von Grundschulen hat in der kommunalen Bildungs- und Sozialpolitik der Stadt Nürnberg seit mehr als zehn Jahren einen hohen Stellenwert. Bereits seit 2003 finden regelmäßig gemeinsame Sitzungen des Jugendhilfeausschusses und des Schulausschusses statt, die Ausdruck eines intensiven Fachaustausches auf kommunaler Ebene sind, der Anfang der 90er Jahre begann. Auch in Zukunft wird die ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung eine gesamtstädtische Aufgabe mit großen Herausforderungen sein.

Gemeinsame Planungsgrundlage des Referats für Schule und Sport und des Referats für Jugend, Familie und Soziales ist der „Nürnberger Weg“, der bereits 2017 entwickelt und dem gemeinsamen Schul- und Jugendhilfeausschuss am 30.11.2017 vorgestellt wurde. Planungsgrundlage Der „Nürnberger Weg in der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung von Grund- „Nürnberger Weg“ schulkindern“ legt die Planungs- und Steuerungsverantwortung von Schule und Jugendhilfe als gemeinsame Aufgabe fest. Die bisher gültige Ausbaustrategie von 60% Hortversorgung und 20% schulische Angebote (Mittagsbetreuung sowie offener und gebundener Ganztag) wurde zu einer Gesamt-Versorgungsquote zusammengeführt. Die Gesamt-Versorgungsquote von 80% ist das Mindestmaß und gilt bei Projekten, die bereits in Planung oder in Umsetzung sind. Aktuelle und zukünftige Projekte werden unter Berücksichtigung des zu erwartenden Rechtsanspruchs mit einer Gesamt-Versorgungsquote von 90% geplant. Bei ausgewählten neuen Schulsprengeln, bei denen das Ganztagsbetreuungsangebot komplett in einem qualitativ hochwertigen Campusangebot (ohne ergänzende Horte im Sprengelgebiet) realisiert werden soll, wird die Versorgung dauerhaft durch eine 100%- Quote sichergestellt. Die Mittagsbetreuung soll nicht weiter ausgebaut werden (Schulund Jugendhilfeausschuss vom 30.11.2017). Über die standortspezifischen Planungen ein-

schließlich der Mengengerüste und Versorgungsquoten wird jährlich mit der Fortschreibung des „Masterplans zur Bedarfs- und Ausbauplanung für ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung durch Unterricht und Betreuung für Grundschulkinder in Nürnberg“ (kurz Masterplan) dem gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschuss berichtet (siehe zuletzt Jugendhilfe- und Schulausschuss vom 18.06.2020).

Der „Nürnberger Weg“ führt Quantität und Qualität von Anfang an zusammen und setzt Qualitätsstandards. Es werden qualitätsvolle Betreuungsangebote in enger Verbindung von Grundschule und Jugendhilfe (gemeinsam getragene Konzeption, Fachkräftegebot, kurze Wege, Ferienangebote) und familienfreundliche Betreuungsangebote (mit Wahlmöglichkeit unterschiedlich langer Betreuungszeiten und einer Mittagsverpflegung) angestrebt. Die Faktoren Quantität und Qualität werden zusammen gedacht: je länger die Betreuungsdauer, desto höher die notwendige personelle und räumliche Qualität für die Einlösung des Bildungs- und Erziehungsauftrags. Qualität wird als Strukturqualität und Qualität der pädagogischen Arbeit begriffen und bezieht sich beispielsweise auf die verlässliche und abgestimmte Kooperation am Standort, die Qualifikation des Personals, das Raumkonzept, ein stimmiges Betreuungssetting und die Verfügbarkeit von Rückzugsmöglichkeiten, den Betreuungsschlüssel und Leitungsstrukturen sowie die Tagesstruktur. Beispielsweise wird die Größe (Platzzahl und Klassenzahl) von Schule und Betreuungsangebot so geplant, dass ein pädagogisch und organisatorisch sinnvoller und zusammenhängender Betrieb ermöglicht wird. Größere Einrichtungen werden in mehrere eigenständige Einrichtungen (Cluster) unterteilt. Diese sogenannten Cluster dienen der Binnendifferenzierung in großen Einrichtungen, bieten den Kindern Orientierung und ermöglichen einen pädagogisch und organisatorisch sinnvollen und zusammenhängenden Betrieb.

Die Modelle und Formen der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung sind in Bayern sehr vielfältig. Die nachfolgende Grafik gibt eine Übersicht, gegliedert nach dem Umfang des Angebots und dem Mindeststandard an die Qualifikation des Personals (Qualifikationsqualität):

Abbildung 3

Entsprechend des „Nürnberger Wegs“ ist es Ziel der Stadt Nürnberg diejenigen Angebotsformen auszubauen, die eine hohe Qualifikationsqualität haben (Fachkräftegebot: pädagogische Fachkräfte oder Lehrkräfte) und ganztägig von Montag bis Freitag inklusive Ferienzeiten angeboten werden.

4.3.2 Masterplan

Der „Masterplan zur Bedarfs- und Ausbauplanung für ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung durch Unterricht und Betreuung für Grundschulkinder in Nürnberg“ wurde 2014 entwickelt, stetig weiterentwickelt und fortlaufend optimiert. Der Masterplan ist das kommunale Planungsinstrument für den bedarfsgerechten Ausbau von Unterrichtskapa- „Masterplan“ als komzitäten (Schule) und Ganztagsangeboten (Jugendhilfe). Damit verfügt die Stadt Nürnberg munales Planungsals eine von wenigen Städte bereits seit mehreren Jahren über ein etabliertes Steuerungs- instrument instrument, das nicht nur die schulischen Planungen und die Planungen der Jugendhilfe integriert und miteinander in Verbindung setzt, sondern auch das Stadtplanungsamt und das Amt für Stadtforschung und Statistik am Planungsprozess beteiligt. Die Verknüpfung der Planungsfelder „Jugendhilfe“ und „Schule“ findet arbeitsorganisatorisch ihren Niederschlag in der Arbeitsgruppe „Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung“. Planungsgrundlage für die regelmäßige Fortschreibung des Masterplans ist die hier beschriebene kleinräumige Schulraumentwicklungsplanung.

Folgendes Schaubild gibt eine Übersicht zum jährlichen Workflow und den beteiligten Akteuren im Zuge der kleinräumigen Bedarfs- und Ausbauplanung der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung.

Abbildung 4

In den letzten Jahren wurde die Masterplanung jährlich fortgeschrieben. Die Fortschreibung des Masterplans wurde letztmalig im Frühjahr 2020 erstellt und in der gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfe- und Schulausschusses am 18.06.2020 vorgestellt und beschlossen. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten in den Schuljahren 2019/2020 und 2020/2021 kann die für die Erstellung des Masterplans notwendige grundlegende Schulraumentwicklungsplanung erst jetzt bearbeitet werden. Daher erfolgte 2021 keine Fortschreibung des Masterplans einschließlich der A-Maßnahmenliste. Diese wird auf Basis der hier vorliegenden Schulraumentwicklungsplanung voraussichtlich in der ersten Sitzung des gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschusses im Jahr 2022 vorgelegt und beschlossen werden. Weitere Grundlage ist hier der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf

Ganztagsbetreuung im Grundschulalter- siehe nächstes Kapitel -, zu dem nun auch genauere Informationen vorliegen.

4.3.3 Rechtsanspruch ganztägige Bildung, Betreuung und

Erziehung von Grundschulkinder

Kurz vor der Bundestagswahl im September 2021 beschlossen der Bundestag und der Bundesrat in ihren letzten Sitzungen die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztags- Rechtsanspruch auf betreuung im Grundschulalter. Das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Ganztagsbetreuung ab Grundschulalter, Ganztagsförderungsgesetz – GaFöG, verankert den Rechtsanspruch im 2026, Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und somit in der Kinder- und Jugendhilfe.

Durch die Verankerung des individuellen Rechtsanspruchs im SGB VIII gewinnt die gemeinsame und abgestimmte Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung an Bedeutung. Über den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung wurde letztmalig in der gemeinsamen Sitzung des Schul- und Jugendhilfeausschusses am 25.11.2021 berichtet.

Für die Umsetzung des nun bundesgesetzlich verankerten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ab 2026 wird der „Nürnberger Weg“ beibehalten. Der „Nürnberger Weg“ lieferte bereits 2017 die konzeptionellen Grundlagen und Antworten, die für die kommunale Umsetzung des 2021 im Bundestag und Bundesrat verabschiedeten Rechtsanspruch notwendig sind. Im Rahmen der Masterplanung wird detailliert zu prüfen sein, ob in diesem Zug Betreuungsräume in den Schulen bereitgestellt werden können oder ob Neubauten errichtet werden müssen. Durch die hier vorliegende Schulraumentwicklungsplanung wird die Grundlage für die Fortschreibung des Masterplans geschaffen.

4.4 Betrachtung auf Ebene der Planungszonen

Um die derzeit 51 Grundschulen auf „handhabbare“ Bereiche zu reduzieren, wurden sechs Planungszonen gebildet, die flächenmäßig im Wesentlichen mit den Mittelschulverbünden übereinstimmen, bisweilen jedoch eine grundschulsprengel-übergreifende Betrachtungsweise nötig machen. So muss z.B. die Bartholomäusschule (Sprengelnummer 62) im Zusammenhang sowohl mit den Schulen Insel Schütt (25) und Paniersplatz (39), als auch mit Bismarckstraße (10) und Grimmstraße (17) gesehen werden.

Auf Ebene dieser Planungszonen werden hier nur die Grundschulen betrachtet. Das Zusammenspiel mit den Mittelschulen wird im entsprechenden Kapitel dargestellt. Im Einzelfall gibt es erste Hinweise, wenn sich an einem Schulstandort eine Grund- und eine Mittelschule befinden.

Abbildung 5

4.4.1 Nürnberg Nord: Knoblauchsland, Schniegling, Nord-

stadt, Erlenstegen, Buchenbühl

Das Planungsgebiet umfasst die Grundschulen:

Sprengelnr. Staatl. Schulnr. GS - Name
01 6583 GS St. Johannis
10 6585 GS Bismarckstraße
17 6593 GS Gebrüder-Grimm-Schule
19 6597 GS Ziegelstein
22 6651 GS Wahlerschule
27 6794 GS Buchenbühler-Schule
34 6594 GS Friedrich-Hegel-Schule
36 6803 GS Friedrich-Staedtler-Schule incl. Dependance Al- moshof, Dependance Buch
37 6776 GS Konrad-Groß-Schule
43 6659 GS Schule Großgründlach
48 6636 GS Dr.-Theo-Schöller-Schule
52 6646 GS Thoner Espan
54 6648 GS Ludwig-Uhland-Schule
62 6580 GS Bartholomäusschule

Abbildung 6

Es wird von folgenden Planungsprämissen ausgegangen:

Die GS Buchenbühl dürfte auch zukünftig ausreichend Schulkinder für einen einzügigen Betrieb aufweisen. Eventuell sind wegen der angespannten Betreuungssituation an der GS Ziegelstein Gastschulverhältnisse nach Buchenbühl zu unterstützen.

Die GS Großgründlach ist bei kaum Schulkinderzahlveränderungen in ihrem Bestand als zweizügige Schule stabil. Sprengeländerungen oder Schülerumverteilungen im großen Umfang sind zwischen Großgründlach und der südlich gelegenen GS Friedrich-Staedtler- Schule für Grundschulkinder angesichts der geographischen Lage im Knoblauchsland nicht sinnvoll.

Die GS Friedrich-Staedtler-Schule (incl. Dependancen Almoshof und Buch) ist in ihrem Bestand stabil bzw. wird mittelfristig Entlastung benötigen. Die Gebäude und Grundstücke in Almoshof und Buch (rote Kreise in Karte oben) sind zu klein, als dass sie für die anstehenden Aufgaben im südlichen Bereich (Strukturplan Thon / Wetzendorf) Lösungsansätze böten. Je nach der Schnelligkeit der Entwicklung der Wohnbebauung im Sprengelgebiet ist es sinnvoll, eine neue Grundschule im südlichen Knoblauchsland zu gründen, da die Raumkapazitäten am Standort der Friedrich-Staedtler-Schule nicht die erwarteten künftigen Schülerzahlenzuwächse der Grundschule und der Mittelschule abdecken. Dies wird in den kommenden Jahren noch zu beobachten sein.

Neben den Schulen in den Vororten lässt sich das Planungsgebiet zerlegen in:

a) Westlicher Teil: GS Wahlerschule, GS Dr.-Theo-Schöller-Schule, GS St. Johannis, GS Thoner Espan

b) Mittlerer Teil: GS Ludwig-Uhland-Schule, GS Friedrich-Hegel-Schule

c) Östlicher Teil: GS Bismarckschule, GS Ziegelstein, GS Konrad-Groß-Schule, GS Gebrüder-Grimm-Schule, GS Bartholomäusschule

d) Nördliche Vorortschulen: Großgründlach, Buchenbühl, Neunhof mit Almoshof und Buch - wie bereits weiter oben beschrieben

West Mitte Ost Gesamt
Schuljahr Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder * Klassen
2013/2014 1085 51 635 33 1414 66 3594 173
2014/2015 1135 53 675 35 1446 66 3721 177
2015/2016 1179 55 680 35 1508 73 3783+54 183+4
2016/2017 1253 57 746 35 1546 73 3944+80 184+5
2017/2018 1300 59 746 35 1558 73 4012+61 186+5
2018/2019 1293 60 777 36 1524 73 4046+61 188+5
2019/2020 1296 61 797 38 1521 70 4082+47 189+4
2020/2021 1316 61 798 39 1540 70 4132+33 192+2
2021/2022 1313 61 819 39 1531 69 4200+25 192+2
2022/2023 1368 65 879 41 1527 71 4295 202
2023/2024 1421 69 883 42 1567 73 4409 210
2024/2025 1481 71 932 44 1621 76 4597 218
2025/2026 1525 71 929 44 1662 77 4631 218
2026/2027 1537 70 909 43 1662 75 4634 214
2027/2028 1561 70 929 43 1692 76 4701 214
2028/2029 1578 70 942 43 1701 75 4727 213
2029/2030 1629 72 956 43 1716 75 4826 216
2030/2031 1668 74 977 44 1732 76 4906 221
2031/2032 1682 75 970 44 1722 76 4907 223
2032/2033 1690 76 964 44 1708 76 4891 224
2033/2034 1691 76 959 44 1690 76 4864 224
2034/2035 1687 76 953 44 1672 76 4829 223
2035/2036 1683 76 946 44 1654 76 4792 222

*Bis einschließlich 2021/2022 sind die Deutschklassen in die Ist-Zahlen eingerechnet. In der Summenspalte werden sie noch einmal extra ausgewiesen. Da diese Schulkinder nicht aus der Einwohnerrechnung des Sprengels erwachsen, können sie in der Prognose nicht fortgerechnet werden, d.h. die Raumbedarfe Deutschklassen werden in der Prognose nicht berücksichtigt bzw. sichtbar.

Der Vergleich der Schülerprognosen 2014, 2016, 2019 und 2021 für das Schuljahr 2025/26 zeigt, dass - wie vorab beschrieben - die Steigerung der Anzahl der Grundschulkinder langsamer ansteigt als noch 2019 vorausberechnet. Der damals vorausberechnete Wert wird erst ca. 5 Jahre später erreicht, allerdings ändert sich kaum etwas an den zu bildenden Klassen.

Mittlerer Teil Östlicher Teil Gesamt **
Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen
Prognose 2021 1525 71 929 44 1662 77 4631 218
Prognose 2019 1605 74 1027 45 1767 77 4938 221
Prognose 2016 1667 76 913 40 1564 68 4707 208
Prognose 2014 1395 63 726 36 1337 64 4004 187

**Die Summenbildung „Gesamt“ beinhaltet auch die GS Buchenbühl, Friedrich-Staedtler und Großgründlach, die - wie oben beschrieben - nicht in den Teilen West, Mitte und Ost enthalten sind.

Westlicher Teil: GS Wahlerschule, GS Dr.-Theo-Schöller-Schule, GS St. Johannis, GS Tho-

ner Espan, neue GS an der Forchheimer Straße

Aktuell hat dieser Planungsbereich einen Bedarf von 61 Klassen, dem steht eine Unterrichtskapazität von 53 Klassen gegenüber: Grundschule Am Thoner Espan 16 Klassen, Entlastung im Stadtteil Wahlerschule 8 Klassen, Dr. Theo-Schöller-Schule 12 Klassen und Grundschule St. Johandurch Neubau GS an nis 19 Klassen. Mit den geplanten 20 Klassen im Neubau Forchheimer Str. und der Bildung der Forchheimer Straße eines neuen Grundschulsprengels kommt es zu einer Neuorganisation von Bestandsmöglich sprengeln im Nürnberger Nord-Westen. Dadurch verteilt sich das Schulkinderpotential auf mehr Schulstandorte. Die teilweise eklatant defizitäre Raumsituation an einzelnen Sprengelanpassung Schulen würde sich durch den prognostizierten Aufwuchs in den nächsten Jahren auf ca. notwendig 76 Klassen bis 2035 zuspitzen und die Schülerinnen und Schüler wären in ihren Sprengelschulen nicht mehr untergekommen. Durch den Schulneubau an der Forchheimer Straße kommt es zu einer signifikanten Entlastung der Schulraumsituation im betroffenen Stadtgebiet. Die Bedarfe ab ca. 2025/2026 können abgedeckt und die provisorischen Lösungen teilweise zurückgefahren werden.

Jedoch können die Schulkinderzahlen aufgrund der geplanten Bebauung in Thon und Wetzendorf langfristig nochmals weiterwachsen, so dass eine Entlastung im nördlichen Bereich durch eine neue Grundschule im Knoblauchsland erforderlich werden könnte. Die vorhandenen Standorte in Buch und Almoshof (Dependancen der Friedrich-Staedtler- Grundschule) könnten das Wachstum nicht auffangen.

Insgesamt stellt sich die Situation noch komplexer dar: zum einen könnten noch Mittelschulbedarfe entstehen, die z.T. in der Dr. Theo-Schöller-Schule zu decken wären. Zum anderen wird bei einer Bebauung im Bereich Kleinreuth h.d.V. (z.B. Areal der heutigen KFZ-Zulassung) eine Beschulung in Thon sinnvoller als an der (zum heutigen Zeitpunkt) zuständigen Hegelschule sein. Daher ist angedacht, auch hier die Sprengel neu zu ordnen.

Mittlerer Teil: GS Ludwig-Uhland-Schule, GS Friedrich-Hegel-Schule

Die Ludwig-Uhland-Grundschule hat aufgrund der angespannten Raumsituation im gemeinsamen Gebäude mit der Mittelschule derzeit Platz für 4 Züge (16 Klassen). Um aber der Mittelschule eine dringend notwendige Erweiterung zu ermöglichen (auch Entlastung Ersatzneubau auf dem Schulgelände anderer Mittelschulverbünde) wird derzeit die Errichtung eines eigenen 4-zügigen Grundschulgebäudes am Standort geplant. Um die ebenfalls notwendige Innensanierung des Altbaus zu ermöglichen, wird die Mittelschule vorübergehend in dem von der Berufsschule freigemachten Schulgebäude an der Pilotystraße untergebracht (siehe auch Kapitel 10, „Ringtausch“) und zieht nach Fertigstellung des Grundschulgebäudes und Sanierung des Altbaus wieder zurück an den Standort.

An der Hegelschule gibt es im Haupthaus inkl. Anbau sowie in den Pavillons insgesamt Platz für 24 Klassen (sechs Züge). Davon wird ein Zug (4 Klassen) im Sinne der Inklusion durch die Partnerklassen der Merianschule belegt, somit stehen 5 Züge für die Grundschule zur Verfügung. Der bauliche Zustand der vorhandenen vier Pavillons mit insgesamt acht Klassenzimmern wird in einigen Jahren eine baufachliche Entscheidung über Sanierung oder Abriss/Neubau erforderlich machen.

Aktuell hat dieser Planungsbereich einen Bedarf von insgesamt 39 Klassen, diesem steht eine Unterrichtskapazität von aktuell 36 Klassen gegenüber: Sollte sich die Schülerprognose für 2025/26 für diese beiden Schulen mit 44 Klassen erhärten, wird zu betrachten sein, ob eine Sprengelanpassung Richtung Norden zur Grundschule Thoner Espan und Forchheimer Straße bereits zu einer ausreichenden Entlastung führen kann. Ggf. wird

noch eine weitere Entlastung notwendig werden, wie z.B. die bereits in Erwägung gezogene Schulerweiterung am Grundstück Hegelschule (2. Bauabschnitt) oder auch eine interimsweise Weiternutzung des ehemaligen Berufsschulgebäudes an der Pilotystraße. Dies ist abhängig von den geplanten baulichen Entwicklungen in der Nordstadt und in Kleinreuth h.d.V. (z.B. ehemalige Kraftfahrzeugzulassungsstelle und entlang der Kilianstraße). Auch Bedarfe aus der Planungsregion Mitte/Altstadt könnten bei Bedarf durch die Raumressourcen am Standort Pilotystraße gedeckt werden.

Östlicher Teil: Grundschule Bismarckschule, Grundschule Ziegelstein, Grundschule Kon-

rad-Groß-Schule, Grundschule Gebrüder-Grimm-Schule und Grundschule Bartholomä-

usschule

Aktuell hat dieser Planungsbereich einen Bedarf von insgesamt 69 Klassen. Dem steht eine Unterrichtskapazität von aktuell 64 Klassen gegenüber. Da die Prognose für 2025/26 eine Weiterhin steigender erhebliche Klassenmehrung von 10 Klassen inklusive der an der Bartholomäusschule vor- Klassenbedarf. Geplant handenen 2 Deutschklassen ergibt, und die bestehenden Schulgebäude bereits ausgelasist Entlastung der tet sind, wird eine Erweiterungsmöglichkeit an einem Standort im Planungsgebiet ge- Grundschulen durch sucht. Neben verschiedenen Varianten wird derzeit vorrangig geprüft, ob am Standort der Erweiterungsbau für Konrad-Groß-Schule eine Erweiterung für die Mittelschule umgesetzt werden kann und Konrad-Groß-Mittelso Räume für Grundschulklassen und Betreuung im Bestandsgebäude frei werden. In die- schule sem Zuge können auch Mittelschulklassen aus der Bismarckschule verlagert werden, so dass dort ausreichend Räume für die Grundschule zur Verfügung gestellt und Fachunterrichtsräume wieder ihrer eigentlichen Nutzung zugeführt werden können.

4.4.2 Nürnberg West: Großreuth b. Schw., Kohlenhof,

Doos, Gostenhof, St. Leonhard

Das Planungsgebiet umfasst die Grundschulen:

Sprengelnr. Staatl. Schulnr. GS - Name
11 6587 GS Henry-Dunant-Schule
29 6612 GS Knauer-Schule
38 6619 GS Carl-von-Ossietzky-Schule
42 6626 GS Reutersbrunnenschule
49 6639 GS Michael-Ende-Schule
56 6652 GS Friedrich-Wanderer-Schule
61 6578 GS Georg-Paul-Amberger-Schule1

1 Der Sprengel der GS Georg-Paul-Amberger-Schule ist auf zwei unterschiedliche Mittelschulverbünde aufgeteilt. Die Schule ist deshalb in der Planungszone West und Südwest berücksichtigt.

Abbildung 7

Das Planungsgebiet lässt sich somit in folgende Teile zerlegen:

Nördlicher Teil: GS Friedrich-Wanderer-Schule, GS Reutersbrunnenschule, GS Knauerschule und neue GS West

Westlicher Teil: GS Henry-Dunant-Schule und neue GS Tiefes Feld

Südöstlicher Teil: GS Carl-v.-Ossietzky-Schule, GS Michael-Ende-Schule, GS Georg-Paul- Amberger-Schule

Nördlicher Teil incl. Wanderer- straße Westlicher Teil (Henry-Dunant- Schule) Südöstlicher Teil Gesamt
Schuljahr Schul- kinder Klas- sen Schul- Klas- Schul- kinder Klas- sen Schul- kinder Klassen
kinder sen
2013/2014 1027 48 458 22 961 45 2411+35 113+2
2014/2015 1073 51 456 21 957 45 2446+40 115+2
2015/2016 1118 53 456 21 928 44 2462+40 116+2
2016/2017 1212 55 434 21 927 45 2542+31 119+2
2017/2018 1195 57 412 20 943 43 2503+47 118+2
2018/2019 1202 57 417 20 942 47 2540+21 122+2
2019/2020 1213 55 427 20 1019 47 2619+40 120+2
2020/2021 1215 55 446 20 998 47 2630+29 120+2
2021/2022 1224 56 447 20 1019 47 2660+30 121+2
2022/2023 1267 57 451 20 998 45 2716 122
2023/2024 1314 59 447 20 998 45 2759 124
2024/2025 1364 61 451 20 1013 45 2828 126
2025/2026 1406 63 453 20 1023 45 2883 128
2026/2027 1422 64 444 20 1013 44 2879 128
2027/2028 1432 65 470 20 1032 46 2934 131
2028/2029 1451 66 509 21 1036 48 2996 135
2029/2030 1479 67 545 22 1058 50 3082 139
2030/2031 1499 68 588 23 1070 51 3156 142
2031/2032 1512 68 619 25 1065 50 3196 143
2032/2033 1517 68 645 26 1058 48 3220 142
2033/2034 1518 69 670 27 1047 46 3235 142
2034/2035 1514 70 690 28 1036 45 3240 143
2035/2036 1507 71 709 28 1022 44 3237 143

*Bis einschließlich 2021/2022 sind die Deutschklassen in die Ist-Zahlen eingerechnet. In der Summenspalte werden sie noch einmal extra ausgewiesen. Da diese Schulkinder nicht aus der Einwohnerrechnung des Sprengels erwachsen, können sie in der Prognose nicht fortgerechnet werden, d.h. die Raumbedarfe Deutschklassen werden in der Prognose nicht berücksichtigt bzw. sichtbar.

Der Vergleich der Schülerprognosen 2014, 2016, 2019 und 2021 für das Schuljahr 2025/26 zeigt:

nördlicher Teil Westlicher Teil (Dunant-Schule) Südöstlicher Teil Gesamt
Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen
Prognose 2021 1406 63 453 20 1023 45 2883 128
Prognose 2019 1443 66 546 23 1054 48 3043 137
Prognose 2016 1345 60 648 26 905 44 2898 130
Prognose 2014 1135 48 627 26 857 40 2619 114

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Nördlicher Teil: GS Friedrich-Wanderer-Schule, GS Reutersbrunnenschule und GS Knau-

erschule, neue GS West

Aktuell hat dieser Planungsbereich einen Bedarf von 56 Klassen, dem steht eine Unterrichtskapazität von 52 Klassen gegenüber.

Durch die Wohnbebauung u. a. auf dem AEG-Nord- und Quelle-Areal steigen die Klassenzahlen in diesem Bereich in 2025/26 auf 63 Klassen und ab 2029/30 sogar auf über 68 Klassen an. Der Neubau einer weiteren Grundschule, hier der Grundschule West, ist daher zwingend erforderlich. Mit dem Bezirk Mittelfranken laufen bereits die Gespräche zum Planungsgespräche für Raumprogramm für eine 3-zügige Grundschule (12 Klassen) in einem gemeinsamen Neu- Neugründung „Grundbau unter Berücksichtigung eines gemeinsamen inklusiven, pädagogischen Konzepts am schule West“ zusam- Standort des Zentrums für Hörgeschädigte in der Pestalozzistraße. Ziel ist eine enge Ko- men mit Zentrum für operation zwischen Regel-Grundschule und dem Zentrum für Hörgeschädigte. Bis zur Fer- Hörgeschädigte tigstellung muss die GS Friedrich-Wanderer-Schule weiterhin mit den Interim-Erweiterungen die bestehenden Bedarfe abdecken, erst anschließend kann sie wahrscheinlich auf eine 5-Zügigkeit zurückgefahren werden.

An der Reutersbrunnenschule können keine weiteren Klassen mehr untergebraucht werden, daher wird hier ein dauerhafter Modulbau für Unterrichtsräume und Betreuung ent- Erweiterung mit Gestehen. Die Planungen hierfür sind schon weit fortgeschritten. Nach Auszug der Berufsbäude in Modulbauschule B5 aus dem Gebäude werden die freiwerdenden Räume saniert und neu für Grundweise schule und Betreuung geordnet. Insgesamt bietet die dann neugeordnete Grundschule Reutersbrunnenschule mit dem Modulbau eine künftige Unterrichtskapazität von 24 Klassen (6 Züge) zuzüglich bedarfsgerechter Betreuung. (siehe dazu auch Kapitel 0).

Die GS Knauerschule (12 Klassen, 3 Züge) kann nicht erweitert werden, aktuell führt sie 4- Züge und bliebe gemäß der Schülerprognose im bestehenden Sprengel auch weiterhin 4zügig. Zum Zeitpunkt der Erweiterung der Reutersbrunnenschule kann sie stufenweise entlastet und den Räumlichkeiten entsprechend von einer 4-zügigen Grundschule in eine 3-Zügigkeit mit ausreichenden Fachunterrichtsräumen zurückgeführt werden. Die Diagnose-Förderklassen des Sonderpädagogischen Förderzentrums an der Bärenschanze sollen im Sinne der Inklusion am Standort der Grundschule Knauerschule bestehen bleiben. Die Raumerweiterung im Familienzentrum Rothenburger Straße für die Diagnose-Förderklassen sind auch durch die Regierung von Mittelfranken hinsichtlich eines dauerhaften Verbleibs in dieser gemeinsamen Kooperation Grundschule-Förderschule bestätigt.

Durch die Errichtung des dauerhaften Modulbaus an der GS Reutersbrunnenschule kann auf eine zwischenzeitlich angedachte Errichtung eines Interims verzichtet werden.

Westlicher Teil: GS Henry-Dunant-Schule, neue GS Tiefes Feld

Die Grundschule Henry-Dunant wird mit den Nachverdichtungen rund um die Züricher Straße zukünftig am Schulstandort als 5-zügige Grundschule (20 Klassen) geführt. Dabei werden auch Schülerinnen und Schüler aus dem bisherigen Sprengelgebiet der Friedrich- Ersatzneubau für Wanderer-Schule über Sprengelanpassung verlagert, die Friedrich-Wanderer-Schule da- Grundschule Henrymit entlastet und ein kürzerer Schulweg für die Kinder ermöglicht. Dies betrifft insbeson- Dunant dere den an der Von-der-Tann-Straße geplanten Wohnkomplex, der der Henry-Dunant- Grundschule zugeordnet werden soll. Die Regelschülerinnen und -schüler der vier intensiv kooperierenden Klassen (IKON) am Standort der Jakob-Muth-Schule werden weiterhin nominell der Grundschule Henry-Dunant zugerechnet.

Die Sprengelgrundschule Henry-Dunant wird ab ca. 2028/29 für die Schülerpotentiale, die aus dem Bauvorhaben Tiefes Feld kommen, nicht mehr ausreichen. Daher wird es notwendig eine eigene Grundschule mit eigenem Schulsprengel im Tiefen Feld zu errichten. Die Bebauung im Tiefen Feld schiebt sich allerdings gegenüber den Annahmen im Jahr 2014 und 2019 zeitlich noch weiter nach hinten. Aufgrund der jetzt vorliegenden Bevölkerungsvorausberechnung ist eine solide 3-zügige Belegung für die GS Tiefes Feld ab dem Jahr 2034/35 zu erwarten. Von den gemachten Annahmen kann aber die tatsächliche Umsetzung der Wohnbaumaßnahmen noch abweichen, auch liegt das weitere Wachstum des Baugebietes Tiefes Feld außerhalb des aktuellen Prognosebereichs. Die neue Grundschule Tiefes Feld soll zukünftig auch die Grundschülerinnen und –schüler aus Kleinreuth bei Schweinau und auch Höfen aufnehmen. Durch Letzteres kann die Friedrich-Wanderer- Schule weiter entlastet werden.

Südöstlicher Teil: GS Carl-von-Ossietzky-Schule, GS Georg-Paul-Amberger-Schule, GS

Michael-Ende-Schule

Dem aktuellen Bedarf von 47 Klassen und gemäß Schülerprognose von mittelfristig etwa 50 Klassen stehen Kapazitäten für etwa 45 Klassen gegenüber. Die GS Carl-von-Ossietzky- Schule soll dabei langfristig 2-zügig bleiben und weiterhin die Unterbringung von 2 Deutschklassen ermöglichen. Die steigenden Bedarfe der Mittelschule können nicht mehr auf dem gemeinsamen Gelände untergebracht werden. Es wird ein Raumprogramm für die Planung eines Mittelschul-Erweiterungsbaus auf dem benachbarten Grundstück erstellt, sodass nach dem Neubau die notwendigen Räume für alle Bedarfe zur Verfügung stehen.

Die Georg-Paul-Amberger-Schule wird aufgrund von Wohnverdichtungen in ca. 10 Jahren vorübergehend mehr Klassen führen müssen als die vorhandenen 16 Klassenzimmer erlauben. Hier wird noch geprüft werden, ob dies im Bestand abgedeckt werden kann. Aufgrund der Lage zwischen Bahnanlagen ist eine Verlagerung zu anderen Sprengeln nicht sinnvoll.

4.4.3 Nürnberg Mitte/Ost: Zentrum, Galgenhof, Zabo,

Laufamholz

Das Planungsgebiet umfasst die Grundschulen:

Sprengelnr. Staatl. Schulnr. GS - Name
09 6666 GS Theodor-Billroth-Schule
15 6591 GS Kopernikusschule
25 6607 GS Insel Schütt
33 6615 GS Schule Laufamholz
39 6621 GS Paniersplatz
47 6632 GS Scharrerschule
53 6766 GS Thusnelda-Schule
55 6650 GS Zerzabelshof incl. Dependance Siedlerstr.
62 6580 GS Bartholomäusschule
63 6514 GS Holzgartenschule 1
64 6654 GS Wiesenschule

Abbildung 8

1 Die Sprengel der GS Holzgartenschule und GS Wiesenschule sind auf zwei unterschiedliche Mittelschulverbünde aufgeteilt. Die Schulen sind deshalb in der Planungszone Ost und Süd berücksichtigt.

Das Planungsgebiet lässt sich in folgende Teile zerlegen:

Nord: GS Paniersplatz, GS Insel Schütt, GS Bartholomäusschule1

Ost: GS Theodor-Billroth-Schule, GS Laufamholz, GS Thusnelda-Schule, GS Zerzabelshof (incl. Dependance Siedlerstr.) West: GS Kopernikusschule, GS Scharrerschule, GS Holzgartenschule, GS Wiesenschule2

nördlicher Teil östlicher Teil westlicher Teil Gesamt
Schuljahr Schul- kin- der Klas- sen Schul- kinder Schulkin- der Schulkin- der Klassen
Klassen Klassen
2013/2014 589 32 1132 48 1852 86 3517+56 162+4
2014/2015 661 34 1138 49 1903 87 3630+72 166+4
2015/2016 718 39 1132 50 1906 88 3637+119 169+8
2016/2017 765 41 1149 50 2020 90 3798+136 172+9
2017/2018 736 40 1162 49 2019 91 3808+109 171+9
2018/2019 752 40 1166 51 1988 91 3782+124 173+9
2019/2020 712 38 1189 50 1962 90 3777+86 171+7
2020/2021 686 35 1132 49 1901 87 3650+69 166+5
2021/2022 672 34 1120 49 1848 86 3584+56* 165+4
2022/2023 662 33 1119 49 1890 88 3672 170
2023/2024 701 36 1115 50 1932 91 3748 177
2024/2025 763 38 1149 52 2052 95 3964 185
2025/2026 828 40 1157 53 2102 97 4087 190
2026/2027 826 40 1114 52 2115 97 4055 189
2027/2028 850 40 1111 52 2146 98 4107 190
2028/2029 868 40 1086 51 2138 98 4093 189
2029/2030 883 40 1077 51 2169 99 4129 190
2030/2031 899 40 1084 52 2196 100 4179 192
2031/2032 895 40 1077 52 2193 100 4165 192
2032/2033 888 40 1066 51 2190 100 4143 191
2033/2034 877 40 1054 49 2182 100 4113 189
2034/2035 865 40 1042 47 2174 100 4081 187
2035/2036 854 40 1030 45 2165 100 4049 185

*Bis einschließlich 2021/2022 sind die Deutschklassen in die Ist-Zahlen eingerechnet. In der Summenspalte werden sie noch einmal extra ausgewiesen. Da diese Schulkinder nicht aus der Einwohnerrechnung des Sprengels erwachsen, können sie in der Prognose nicht fortgerechnet werden, d.h. die Raumbedarfe Deutschklassen werden in der Prognose nicht berücksichtigt bzw. sichtbar.

1 Die Bartholomäusschule muss im Zusammenhang sowohl mit den Schulen Bismarckstr. und Grimmstr., als auch den Schulen Insel Schütt und Paniersplatz gesehen werden und ist deshalb in den Planungszonen Nord und Ost berücksichtigt. 2 Die Sprengel der GS Holzgartenschule und GS Wiesenschule sind auf zwei unterschiedliche Mittelschulverbünde aufgeteilt. Die Schulen sind deshalb in der Planungszone Ost und Süd berücksichtigt.

Der Vergleich der Schülerprognosen 2014, 2016, 2019 und 2021 für das Schuljahr 2025/26 zeigt, dass der Schüleranstieg insbesondere im Zentrum und in der Südstadt stark ist, allerdings nicht so stark bzw. auch später als in der Prognose 2019 angenommen.

nördlicher Teil Altstadt, Wöhrd östlicher Teil Laufamholz, Tullnau, Zabo westlicher Teil Südstadt Gesamt
Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen
Prognose 828 40 1157 53 2102 97 4087 190
2021
Prognose 928 40 1205 58 2289 104 4422 202
2019
Prognose 761 34 1244 60 2186 96 4191 190
2016 96
Prognose 744 40 1008 48 1948 88 3700 176
2014 88

Nördlicher Teil:

Der Raumbestand der drei Grundschulen GS Paniersplatz, GS Insel Schütt und GS Bartholomäusschule reicht für ca. 36 Klassen und ist derzeit mit 34 Klassen belegt, davon 4 Deutschklassen. Bei einem prognostizierten Anstieg auf 40 Regelklassen wäre somit kein Platz mehr für die 4 Deutschklassen vorhanden. Ein Lösungsansatz für diese Situation steht im Kontext mit der Schulraumentwicklungsplanung der benachbarten Planungsregion Nord.

Östlicher Teil: GS Theodor-Billroth-Schule, GS Laufamholz, GS Thusnelda-Schule, GS

Zerzabelshof

Bei einer Unterrichtskapazität für 46 Klassen gibt es aktuell einen Bedarf an 49 Klassen. Die Bedarfe steigen auf bis zu 53 Klassen. Raumbedarfe ergeben sich insbesondere für 2 Klassen an der GS Laufamholz und bis zu 4 Klassen an der Thusneldaschule.

Die Grundschule Zerzabelshof bleibt langfristig 4-zügig mit dem Standort in der Viatisstraße und der Dependance in der Siedlerstraße. Nachdem die bauliche Substanz der Pavillons am Standort GS Zerzabelshof (Siedlerstraße) einen Ersatz erforderlich macht und die Schülerzahlen auch prognostisch eine 2-Zügigkeit belegen, kommt es lediglich zu einem Ersatz der Pavillons mit Fachraumerweiterung und nicht zu einem allgemeinen Erweiterungsbau.

An der Thusneldaschule reichen die Kapazitäten nicht mehr für eine Grund- und eine Mittelschule aus, zumal auch die Containeranlage auf dem Schulgelände perspektivisch abgebaut werden muss, da dauerhaft keine Standzeitverlängerung zu erwarten ist. Deshalb soll für die Mittelschule ein neuer Standort gemeinsam mit der Mittelschule Scharrerschule gesucht werden (Mittelschule Ost). Die Grundschule Thusneldaschule kann dadurch im Bestand vergrößert und um Betreuung ergänzt werden.

In Laufamholz könnte die Klassenmehrung durch die Erweiterung der Schule auf dem bereits gekauften angrenzenden Grundstück umgesetzt werden, Planungsbeginn ist noch nicht erfolgt.

Westlicher Teil: GS Kopernikusschule, GS Scharrerschule, GS Holzgartenschule, GS Wie-

senschule

Einer Unterrichtskapazität von 80 Klassen stehen bereits jetzt 88 Klassen gegenüber. Ab dem Jahr 2030 werden, bedingt durch die zahlreichen Nachverdichtungen, u.a. auf dem ehemaligen Auto-Krauss-Gelände sogar 100 Klassen prognostiziert. An der Scharrerschule sind die erforderlichen Kapazitäten für eine Mittelschule und eine Grundschule nicht vorhanden. Deshalb soll für die Mittelschule ein neuer Standort gemeinsam mit der Mittelschule Thusneldaschule gesucht werden (Mittelschule Ost). Die Bedarfe der Grundschule können dann im Bestandsgebäude in der Scharrerstraße bedient werden. Auch für die Betreuung stehen damit Flächen zur Verfügung.

Raumbedarfe werden insbesondere an der Kopernikusschule (4 Klassen), an der Holzgartenschule (4 Klassen) und der Wiesenschule (6-8 Klassen) erwartet. Alle drei Schulen haben keine Erweiterungsflächen, deshalb soll am Standort Schönweißstraße nach Auszug der Berufsschule 14 eine neue 3-zügige Grundschule gegründet werden, die sich den Gebäudekomplex dann mit der verbliebenen Berufsschule 4 teilt (siehe dazu auch nächstes Kapitel). Hier werden Sprengeländerungen notwendig werden.

4.4.4 Nürnberg Süd: Südstadt, Maiach, Gartenstadt

Das Planungsgebiet umfasst die Grundschulen:

Sprengelnr. Staatl. Schulnr. GS - Name
21 6599 GS Friedrich-Wilhelm-Herschel-Schule
30 6613 GS Ketteler-Schule
32 6614 GS Maiacher Grundschule
51 6643 GS Sperberschule
41 6625 GS Regenbogenschule
63 6514 GS Holzgartenschule
64 6654 GS Wiesenschule1

1 Die Sprengel der GS Holzgartenschule und GS Wiesenschule sind auf zwei unterschiedliche Mittelschulverbünde aufgeteilt. Die Schulen sind deshalb in der Planungszone Ost und Süd berücksichtigt.

Abbildung 9

Das Planungsgebiet wird zerlegt in die Teile:

rich-Wilhelm-Herschel-Schule, Sperberschule, Holzgartenschule, Wiesenschule und dem neuen Wohngebiet in Lichtenreuth/Brunecker Straße)

Nördlicher Teil GS Maiach Gartenstadt Ket- telersdlg. Gesamt
Schuljahr Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schulkin- der Klassen
2013/2014 1662 80 227 11 379 18 2268 109
2014/2015 1754 83 251 12 383 18 2388 113
2015/2016 1823 85 232 12 419 18 2474 115
2016/2017 1921 89 229 12 404 18 2554 119
2017/2018 1933 89 244 12 394 18 2571 119
2018/2019 1895 87 237 12 396 17 2528 116
2019/2020 1912 87 234 12 389 17 2535 116
2020/2021 1856 86 237 12 417 19 2510 117
2021/2022 1888 89 232 12 431 20 2551 121
2022/2023 1913 89 235 12 450 22 2598 123
2023/2024 1936 94 231 12 454 23 2621 129
2024/2025 2046 97 230 12 444 23 2719 132
2025/2026 2081 97 218 12 420 21 2719 130
2026/2027 2118 98 210 12 405 19 2733 129
2027/2028 2173 103 215 12 393 18 2781 133
2028/2029 2207 105 214 12 391 18 2813 135
2029/2030 2251 106 218 12 398 19 2866 137
2030/2031 2304 109 219 12 402 20 2925 141
2031/2032 2322 110 217 12 398 20 2937 142
2032/2033 2332 110 215 12 395 20 2942 142
2033/2034 2332 111 213 12 390 20 2936 143
2034/2035 2327 111 210 12 387 20 2924 143
2035/2036 2312 109 208 12 383 20 2903 141

Der Vergleich der Schülerprognosen 2014, 2016, 2019 und 2021 für das Schuljahr 2025/26 zeigt, dass der Zuwachs insbesondere in der Südstadt weiterhin stark, aber weniger stark als noch 2019, erwartet wird. Der Zuwachs setzt sich kontinuierlich fort, was insbesondere am neuen Stadtviertel Lichtenreuth und an Nachverdichtungen in der Südstadt liegt:

nördlicher Teil GS Maiach Gartenstadt, Ket- telersdlg. Gesamt
Schulkin- der Klassen Schulkin- der Klassen Schulkin- der Klassen Schulkinder Klassen
Prognose 2021 2081 97 218 12 420 21 1719 130
Prognose 2019 2157 101 253 12 417 23 2827 136
Prognose 2016 1894 88 229 12 415 20 2538 120
Prognose 2014 1727 76 228 12 405 20 2360 108

GS Maiach:

Die Grundschule an der Maiacher Straße hat durch die Lage im enklavenartigen Stadtteil Werderau einen festen Sprengel und durch den dort bereits nahezu vollständigen und Ersatzneubau für 12 langjährigen Ausbau der Wohnbebauung ein stabiles und wenig schwankendes Erst- Klassen Grundschule klasspotential an Kindern. Gemäß den vorliegenden Daten bleibt die Grundschule dreizü- und Betreuung gig und wird gemeinsam mit der Mittelschule Süd (Ersatzneubau für die MS Friedrich-Wilhelm-Herschel) in der Werderau neu gebaut.

Gartenstadt: Regenbogenschule und Ketteler-Schule

Beide Schulen zusammen haben eine Unterrichtskapazität von 20 Klassen. An der Regenbogenschule sind die Schülerzahlen eher steigend, in der Kettelerschule eher fallend, in den nächsten Jahren aber vorübergehend zusammen ansteigend auf 23 Klassen. Eine Ka- Prüfung des Erweiterungsbedarfs pazitätserweiterung an der Regenbogenschule um 2 Klassen wird untersucht.

Nördlicher Teil: Südstadt im engeren Sinn

Aktuell hat dieser Planungsbereich einen Bedarf von insgesamt 89 Klassen, dem steht eine Unterrichtskapazität von aktuell 80 Klassen gegenüber (Friedrich-Wilhelm-Herschel- Schule, Sperberschule, Holzgartenschule, Wiesenschule). Aufgrund der Baugebiete in Lichtenreuth wächst der Bedarf auf ca. 110 Klassen ab dem Jahr 2030.

Es ist geplant, das Schulhaus der Friedrich-Wilhelm-Herschel-Schule nach Auszug der Mittelschule umzubauen und zu sanieren und dadurch an die Bedürfnisse einer fünfzügigen Sanierung Friedrich- Grundschule anzupassen (Anwachsen von 16 auf 20 Klassen). Somit kann im Bestands- Wilhelm-Herschel- Schule nach Auszug MS schulhaus der Mangel an (Fach-)Räumen im Grundschulbereich gedeckt und eine Ganztagsbetreuung etabliert werden. Die im Hof stehenden Container können abgebaut und das Außengelände wieder in vollem Umfang für Pause und Freisport zur Verfügung gestellt werden.

Für die Schülerinnen und Schüler im Neubaugebiet Lichtenreuth (Brunecker Straße) mit seinen erwarteten ca. 6000 Einwohnern soll eine 5-zügige Grundschule mit Betreuung errichtet werden. Für diese Schule muss damit auch ein neuer Sprengel definiert werden, Neugründung Grundschule in Lichtenreuth der nach derzeitiger Planung auch das Stadtviertel Hasenbuck umfassen könnte und da- (Brunecker Straße) mit die Grundschule Sperberschule etwas entlasten wird. Um den Bauplanungsprozess zu verkürzen, wird eine Wiederholungsplanung der GS Forchheimer Straße angestrebt.

In diesem Zusammenhang wird nochmals die Neugründung der GS Schönweißstraße nach Mittelfristig: Neugründem Auszug der Berufsschule 14 und der Gebäudesanierung erwähnt, die die erforderlidung Grundschule im chen Raumkapazitäten in der Südstadt erzeugen soll. Dadurch kann das Gebäude der Berufsschulgebäude Grund- und Mittelschule an der Sperberstraße nochmals entlastet werden, die Mittel- Schönweißstraße schule erhält zusätzlich Räume um Kinder aus dem neu entstehenden Stadtteil Lichtenreuth aufzunehmen.

4.4.5 Nürnberg Südwest - Kornburg, Eibach, Gebersdorf

Das Planungsgebiet umfasst die Grundschulen:

Sprengelnr. Staatl. Schulnr. Name
08 6664 GS Max-Beckmann-Grundschule
12 6590 GS Erich-Kästner-Schule incl. Dep. Reichelsdorfer Schulgasse
14 6589 GS Nürnberg-Eibach incl. Dep. Hopfengartenweg
20 6598 GS Birkenwald-Schule
28 6770 GS Nürnberg-Katzwang
31 6662 GS Martin-Luther-King-Schule
44 6669 GS Helene-von-Forster-Schule
61 6578 GS Georg-Paul-Amberger-Schule1
65 6617 GS Gebersdorf

Abbildung 10

1 Der Sprengel der GS Georg-Paul-Amberger-Schule ist auf zwei unterschiedliche Mittelschulverbünde aufgeteilt. Die Schule ist deshalb in der Planungszone West und Südwest berücksichtigt.

Eine Betrachtung auf der Ebene:

schule, GS Helene-von-Forster Schule und GS Nürnberg - Eibach (Fürreuthweg und Hopfengartenweg)

Schule zeigt:

nördlicher Teil mittlerer Teil (Erich-Kästner- Schule) südlicher Teil Gesamt
Schuljahr Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schulkin- der Klassen
2013/2014 1448 69 286 14 647 28 2347+34 108+3
2014/2015 1488 70 290 14 647 28 2352+73 108+4
2015/2016 1478 70 305 14 685 31 2405+63 111+4
2016/2017 1482 70 334 15 722 33 2470+68 114+4
2017/2018 1425 68 380 16 745 34 2489+61 114+4
2018/2019 1449 69 407 18 761 35 2566+51 118+4
2019/2020 1443 68 394 17 777 35 2574+40 117+3
2020/2021 1476 70 400 17 784 36 2637+23 120+3
2021/2022 1514 73 402 18 809 36 2701+24 124+3
2022/2023 1536 70 396 18 810 36 2742 124
2023/2024 1599 71 416 19 795 35 2810 125
2024/2025 1631 71 422 20 785 35 2839 126
2025/2026 1608 71 408 19 746 34 2761 124
2026/2027 1579 70 395 18 729 33 2703 121
2027/2028 1599 72 388 17 725 33 2712 122
2028/2029 1606 73 376 16 715 32 2697 121
2029/2030 1625 74 376 16 709 32 2710 122
2030/2031 1639 74 380 16 711 32 2731 122
2031/2032 1628 72 382 16 714 32 2724 120
2032/2033 1610 70 383 16 718 32 2712 118
2033/2034 1588 68 385 16 723 33 2696 117
2034/2035 1567 68 385 16 734 34 2686 118
2035/2036 1544 68 386 16 747 35 2677 119

*Bis einschließlich 2021/2022 sind die Deutschklassen in die Ist-Zahlen eingerechnet. In der Summenspalte werden sie noch einmal extra ausgewiesen. Da diese Schulkinder nicht aus der Einwohnerrechnung des Sprengels erwachsen, können sie in der Prognose nicht fortgerechnet werden, d.h. die Raumbedarfe Deutschklassen werden in der Prognose nicht berücksichtigt bzw. sichtbar.

Der Vergleich der Schülerprognosen 2014, 2016, 2019 und 2021 für das Schuljahr 2025/26 zeigt, dass in diesem Planungsbereich die Anzahl an Schulkinder nur wenig schwankt, nach einer Spitze in 2024 auch wieder leicht zurückgeht.

nördlicher Teil mittlerer Teil (Erich-Kästner- Schule) südlicher Teil Gesamt
Schul- kinder Klas- sen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen
Prognose 1608 71 408 19 746 34 2761 124
2021
Prognose 1564 69 406 17 744 34 2714 120
2019
Prognose 1509 68 421 18 850 40 2780 126
2016
Prognose 1554 72 319 16 819 37 2692 125
2014

Schul-

kinder

Klas-

sen

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Nördlicher Teil: GS Gebersdorf, GS-Georg-Paul-Amberger-Schule, GS-Birkenwald-

Schule, GS Helene-von-Forster-Schule und GS Nürnberg - Eibach (Fürreuthweg und Hop-

fengartenweg)

Aktuell hat dieser Planungsbereich einen Bedarf von 73 Klassen, dem steht eine Unterrichtskapazität von 66 Klassen gegenüber. Prognostisch steigt der Bedarf auf ca. 76 Klassen (incl. 3 Deutschklassen) an. Folgende Maßnahmen sind daher angegangen worden:

An der Grundschule Nürnberg - Eibach (mit den Standorten am Fürreuthweg und der De- Ersatzneubau mit Erpendance am Hopfengartenweg) wird ein Schüleranstieg auf bis zu 470 Schülerinnen und weiterung am Für- Schülern in 20 Klassen erwartet. Mit dem Ersatzneubau am Fürreuthweg werden dort 14 reuthweg Klassen (Erweiterung um 3 Klassen) verortet. 6 Klassen bleiben als langjährige Depen- Entlastung der Helenedance am Hopfengartenweg. Am Fürreuthweg bleibt der denkmalgeschützte Altbau mit von-Forster-Schule Turnhalle bestehen. Gleichzeitig werden im Neubau zusätzlich Räume für 6 Diagnose-Fördurch Umzug der DFKderklassen (DFK) der Evi-Seligmann-Schule gebaut. Die DFK-Klassen sind derzeit an der Klassen Helene-von-Forster-Schule untergebracht. Durch den Umzug an den Fürreuthweg werden diese Räume an der Helene-von-Forster-Schule frei, wodurch eine dringend notwendige Raumerweiterung für Schülerzuwächse ermöglicht wird, ohne dass eine Baumaßnahme notwendig wird.

Mittlerer Teil: Reichelsdorf/Erich-Kästner-Schule

Bei den baulichen Maßnahmen in der Reichelsdorfer Schulgasse wurden die Möglichkei- Sanierungsbedarf und ten des Grundstücks in vollem Umfang genutzt. Aufgrund seines Zustands wird das Hauptevtl. Erweiterungsbehaus der GS Erich-Kästner-Schule in den nächsten Jahren zur Sanierung oder zum Abdarf in Reichelsdorf riss/Neubau anstehen. Es ist derzeit von einer 4,5 Zügigkeit auszugehen.

Südlicher Teil: Kornburg, Worzeldorf, Katzwang

Die zu erwartenden Bauprogramme in Worzeldorf Süd bzw. Kornburg lassen keinen eklatanten Schüleranstieg erwarten wie er sich in 2019 abgezeichnet hatte. Die Situation stellt Derzeit keine Anpassich aktuell so dar, dass sich diese an der Martin-Luther-King-Schule in Kornburg gemäß sungen notwendig der aktuellen Prognose in den nächsten 15 Jahren nicht relevant verändern, die Schule bleibt stabil 2-zügig. Die notwendigen Raumkapazitäten sind vorhanden.

An der Max-Beckmann-Schule In Worzeldorf ist mit einer 4-Zügigkeit zu rechnen. Im Moment laufen dafür dort Sanierungen mit Erweiterungen.

Die Grundschule in Katzwang bleibt nach der aktuellen Prognose langfristig 3-zügig und hat ausreichend Unterrichtskapazität für 12 Klassen.

4.4.6 Nürnberg Südost: Bauernfeindsiedlung, Langwasser,

Altenfurt, Brunn

Das Planungsgebiet umfasst die Grundschulen:

Sprengelnr. Staatl. Schulnr. Name
07 6582 GS Bauernfeindschule
13 6658 GS Fischbach
16 6801 GS Georg-Ledebour-Schule
18 6657 GS Altenfurt
26 6777 GS Adalbert-Stifter-Schule
45 6628 GS Astrid-Lindgren-Schule
60 6656 GS Gretel-Bergmann-Schule incl. Dep. Zugspitzstraße

Abbildung 11

Zum Planungsbereich gehören auch die im Reichswald liegenden Ortsteile Brunn, Netzstall und Birnthon.

Von folgenden Prämissen wird ausgegangen:  Die Sprengel Fischbach und Altenfurt sind in sich abgeschlossen.  Die Bahnanlagen teilen Langwasser in einen

Dependance Zugspitzstr.) und

rid-Lindgren-Schule). Die Schülerzahlen entwickeln sich gemäß der aktuellen Prognose wie folgt:

nordwestlicher Teil Langwasser südöstlicher Teil Langwasser Altenfurt Fischbach Gesamt
Schuljahr Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klas- sen Schul- kinder Schulkin- der
Klassen Klassen
2013/2014 643 34 531 26 449 20 1539+84 74+6
2014/2015 684 34 547 28 429 20 1569+91 76+6
2015/2016 722 36 564 29 449 21 1622+113 79+7
2016/2017 726 37 565 30 474 22 1689+76 82+7
2017/2018 746 36 623 34 506 23 1766+109 87+6
2018/2019 745 40 581 30 507 22 1738+95 84+8
2019/2020 722 36 598 30 498 21 1742+76 81+6
2020/2021 716 36 622 31 493 21 1773+58 83+5
2021/2022 719 37 606 31 522 22 1786+61 85+5
2022/2023 661 31 598 30 540 23 1799 84
2023/2024 663 31 582 29 566 26 1811 86
2024/2025 637 29 576 29 572 26 1785 84
2025/2026 627 28 569 29 560 26 1757 83
2026/2027 609 28 557 29 537 25 1703 82
2027/2028 603 28 550 28 537 24 1690 80
2028/2029 597 28 541 28 541 24 1679 80
2029/2030 589 28 546 28 540 24 1674 80
2030/2031 587 27 554 28 549 24 1689 79
2031/2032 582 26 545 28 554 24 1680 78
2032/2033 576 25 535 28 560 24 1670 77
2033/2034 571 24 524 28 570 24 1664 76
2034/2035 566 24 514 27 578 25 1657 76
2035/2036 561 24 504 26 586 26 1651 76

*Bis einschließlich 2021/2022 sind die Deutschklassen in die Ist-Zahlen eingerechnet. In der Summenspalte werden sie noch einmal extra ausgewiesen. Da diese Schulkinder nicht aus der Einwohnerrechnung des Sprengels erwachsen, können sie in der Prognose nicht fortgerechnet werden, d.h. die Raumbedarfe Deutschklassen werden in der Prognose nicht berücksichtigt bzw. sichtbar.

Der Vergleich der Schülerprognosen 2014, 2016, 2019 und 2021 für das Schuljahr 2025/26 zeigt, dass sich die benötigte Zahl an Klassenräumen nicht verändern wird. Allerdings werden im südöstlichen Teil Langwassers weniger Kinder erwartet.

nordwestlicher Teil Langwasser südöstlicher Teil Langwasser Altenfurt Fischbach Gesamt
Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klassen Schul- kinder Klas- sen Klas- Schul- kinder Klas- sen
sen
Prognose 627 28 569 29 560 26 1757 83
2021
Prognose 623 28 615 29 548 26 1786 83
2019
Prognose 724 34 566 28 560 24 1850 86
2016 24
Prognose 585 28 615 32 578 28 1778 88
2014 28

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Schul-

kinder

Nordwestlicher Teil (GS Bauernfeindstr., GS Gretel-Bergmann-Schule mit Dep. Zugspitz-

str.)

Die Baumaßnahme bezüglich Hort und Mittagsbetreuung an der Bauernfeindschule wurde 2020 fertiggestellt, aktuell wird am Bestandsgebäude noch das Dach saniert. Damit genügt das Raumangebot für die 8 - 10 Regelklassen sowie etwa 3 - 4 Deutschklassen, im Aktuell keine Erweiterung notwendig. Schuljahr 2021/22 gibt es erstmals seit längerem nur 2 DK. Mittelfristig Ersatzneu- Die GS Gretel-Bergmann-Schule ist 2018/2019 in Betrieb gegangen. Der Turnhallenneubau an der Zugspitzbau mit Fachunterrichtsräumen an der Dependance Zugspitzstraße wurde zum Schuljahstraße resbeginn 2019/2020 fertiggestellt, so dass nun insgesamt eine 5-zügige Grundschule und 3 – 4 Deutschklassen (in 21/22 2 DK) untergebracht werden können. In einem zweiten Bauabschnitt an der Zugspitzstraße ist ein Ersatzneubau angedacht. Voraussichtlicher Planungsbeginn ist hierfür 2025. Ob im Rahmen des Ersatzneubaus auch eine Erweiterung notwendig wird, wird zu diesem späteren Zeitpunkt zu definieren sein, aktuell wird keine benötigt.

Südöstlicher Teil (Georg-Ledebour-Schule., Astrid-Lindgren-S., Adalbert-Stifter-S.)

Hier ist Platz für 28 Klassen (8 + 8 + 12 UK). Dies genügt für den erwarteten Bedarf ein- Aktuell keine Erweiteschließlich der aktuell bekannten Nachverdichtungen in Langwasser. Es wird allerdings im rung notwendig. Rahmen des weiteren Prozessvorgangs im Stadterneuerungsgebiet Langwasser nochmals Sanierungsbedarfe genauer zu beleuchten sein, ob hier ggf. noch weitere Verdichtungen angedacht sind, die Bevölkerungszuwachs bewirken. Ggf. werden Änderungen an den Sprengelgrenzen bzw. Umverteilungen/Zuweisungen über die Sprengelgrenzen zwischen den Grundschulen erforderlich werden, was aber vom Schulweg her relativ unproblematisch ist. Sollte die Nachverdichtung noch höher ausfallen bzw. von der Struktur her viele Schulkinder beherbergen, muss auch eine Schulerweiterung in Erwägung gezogen werden. Das Referat für Schule und Sport ist hierüber mit dem Stadtplanungsamt im Kontakt.

Altenfurt, Fischbach

Die GS Fischbach wird ab ca. 2025 durchgängig 3-zügig geführt. Dies ist bei den aktuellen Fischbach künftig 3-zügig, Planung von Er- Planungen für die Horterweiterung und den Ersatzneubau der Sporthalle und Freisportsatzneubau Sporthalle, anlagen durch die Planung von neuen Fachunterrichtsräumen bereits entsprechend be- Erweiterungsbau Hort rücksichtigt, so dass im Haupthaus mehr Klassenzimmer Platz finden. und Fachräume Die Grundschule Altenfurt bildet bei einer 3-Zügigkeit voraussichtlich relativ große Klas- Altenfurt mit großen sen, so dass in Einzelfällen eine vierte Parallelklasse nötig wird. Diese kann im vorhande- Klassen nen Raumbestand untergebracht werden.

5 Mittelschulen

In der Stadt Nürnberg gibt es 23 öffentliche Mittelschulen. 15 dieser Schulen sind an einem gemeinsamen Standort oder auch in einem gemeinsamen Gebäude mit Grundschulen untergebracht, sind aber schulrechtlich eigenständig. Durch Klassenmehrungen oder pädagogische Anforderungen ausgelöste räumliche Bedarfe oder Änderungen im Mittelschulbereich bzw. Grundschulbereich beeinflussen sich die beiden Schularten an diesen Standorten wechselseitig.

Räumliche Bedarfe oder Änderungen im Mittelschulbereich oder an Grundschulen wirken sich daher regelmäßig auch auf die andere Schulart aus.

5.1 Die Mittelschulverbünde – erster Überblick

Alle Mittelschulen sind in Mittelschulverbünden organisiert. Im Stadtgebiet gibt es 6 Verbünde; im Folgenden ist bei Mittelschulen mit einer Grundschule im Gebäude(-komplex) jeweils (GS) bzw. bei M-Klassen ein (M) und bei Vorbereitungsklassen ein (9+2) vermerkt.

(Info zu Vorbereitungsklassen (9 +2): Schülerinnen und Schüler der Mittelschule, die nach der 9. Jgst. eine erfolgreiche Prüfung zum qualifizierenden Mittelschulabschluss abgelegt haben, können in der Vorbereitungsklasse in 2 Jahren zum Mittleren Schulabschluss geführt werden.)

Durch die Anpassung der Mittelschulverbünde im Jahr 2013 wurde ermöglicht, in jedem Verbund mindestens ein gebundenes und ein offenes Ganztagsangebot, einen M-Zug und möglichst ein Modell 9+2 anbieten zu können. Gleichzeitig wurde auch versucht, die Verbünde in einem sozialräumlichen Zusammenhang zu bilden, so dass eine gute Erreichbarkeit aller Verbundmittelschulen gewährleistet ist.

Nord

MS Friedrich-Staedtler-Schule GS 9+2 MS Dr-Theo-Schöller-Schule GS MS Ludwig-Uhland-Schule GS M MS Konrad-Groß-Schule GS MS Bismarckschule GS M

West

MS Carl-von-Ossietzky-Schule GS 9+2 MS Johann-Daniel-Preißler-Schule M MS St.-Leonhard 9+2

Mitte

MS-Hummelsteiner Weg M MS-Insel-Schütt GS M MS Scharrerschule GS M MS Thusnelda-Schule GS M 9+2

Süd

MS Friedrich-Wilhelm-Herschel-Schule GS M (->Neubau Mittelschule Süd / Werderau) MS Georg-Holzbauer-Schule M 9+2 MS Sperberschule GS M

Südwest

MS Katzwang GS MS Robert-Bosch-Schule GS M MS Schlößleinsgasse

Südost

MS Adalbert-Stifter-Schule GS M MS Altenfurt GS M 9+2 MS Bertolt-Brecht-Schule 9+2 MS Georg-Ledebour-Schule GS M MS Neptunweg

Abbildung 12

5.2 Schülerprognosen auf Ebene der Mittelschulverbünde

Basis der Schülerprognosen für die Mittelschulen sind die im jeweiligen Gebiet liegenden Grundschulsprengel und deren Schülerpotential für die weiterführenden Schulen (Schüler/-innen der 4. Klasse des vorherigen Schuljahres). Die Übertrittsquote an die Mittelschulen wird unter der Annahme einer Fortführung der durchschnittlichen Übertrittsquote der letzten 4 Jahre erstellt. Damit ergibt sich stadtweit folgende Prognose:

Summe und Schülerprognose öffentliche Mittelschulen
5. r ü f al ti n e ot p r e ül h c S g. J e ot u q - s rtritt e b Ü 5. Jg. Deutschklas- r e ül h c S e m m u S n e s s a Kl e m m u S kl. n i n e s s a Kl e m m u S kl. h c s ut e D
5. Jg. sen
r e ül h c S 2 n e s s a Kl e j r e ül h c S e s s a Kl r e ül h c S n e s s a Kl e j r e ül h c S e s s a Kl
Schuljahr
n e hl a z r e ül h c S e h c hli c ä s at t 2010/2011 3736 33% 1241 61 20,34 174 11 15,8 7058 353 353
2011/2012 3619 34% 1225 58 21,12 216 13 16,6 6897 355 355
2012/2013 3678 33% 1213 58 20,91 277 16 17,3 6932 352 352
2013/2014 3574 35% 1251 60 20,85 327 23 14,2 7065 358 358
2014/2015 3414 33% 1141 60 19,02 392 24 16,3 7210 361 361
2015/2016 3416 34% 1167 56 20,84 523 29 18,0 7419 370 370
2016/2017 3532 34% 1216 59 20,61 671 40 16,8 7661 378 378
2017/2018 3636 33% 1200 58 20,69 609 40 15,2 7650 379 379
2018/2019 3790 35% 1320 65 20,31 627 39 16,1 7815 380 380
2019/2020 3791 34% 1285 61 21,07 504 34 14,8 7766 383 383
2020/2021 3839 33% 1272 61 20,85 373 27 13,8 7710 383 383
2021/2022 3794 29% 1117 55 20,31 310 23 13,5 7422 372 372
g n u n h c e r e b s u a r o V st e r g d J n 4. Ki - 1. 2022/2023 3926 32% 1273 61 20,87 7083 338 363
2023/2024 3869 32% 1247 59 21,14 7066 333 358
2024/2025 3830 34% 1316 62 21,23 7101 336 361
2025/2026 4068 34% 1376 66 20,85 7199 340 365
- o b e g d n n si e r r e d n Ki 2026/2027 4239 32% 1355 64 21,17 7402 346 371
2027/2028 4169 34% 1398 67 20,87 7603 356 381
2028/2029 4296 31% 1336 63 21,21 7687 358 383
2029/2030 4116 32% 1329 64 20,77 7760 364 389
2030/2031 4093 34% 1407 68 20,69 7815 364 389
ht c ni n h e o c o r nb e r g e d n Ki 2031/2032 4318 33% 1417 68 20,84 7870 367 392
2032/2033 4347 33% 1422 69 20,61 7885 373 398
2033/2034 4360 33% 1417 69 20,54 7939 374 399
2034/2035 4350 33% 1414 70 20,20 8040 381 406
2034/2035 4344 32% 1405 68 20,66 8072 383 408

*Bis einschließlich 2021/2022 sind die Deutschklassen in die Ist-Zahlen eingerechnet. Da diese Schulkinder nicht aus der Einwohnerrechnung des Sprengels erwachsen, können sie in der Prognose nicht fortgerechnet werden. Daher sind in einer gesonderten Spalte ab 2022/2023 die Klassen nochmals mit einem Aufschlag von 25 Deutschklassen berechnet.

In den Mittelschulen kommen die geburtenstarken Jahrgänge erst versetzt an, so ist ab 2030/2031 mit über 7.800 Schülerinnen und Schülern (plus Schülerinnen und Schülern in Deutschklassen) in ca. 370 Klassen (plus Deutschklassen) zu rechnen. Dem steht eine Unterrichtskapazität (siehe Kapitel 4.2) von derzeit 330 allgemeinen Unterrichtsräumen gegenüber. Das bedeutet, dass inkl. der derzeit vorhandenen 23 Deutschklassen (DK) ein Defizit von dann mindestens 63 allgemeinen Unterrichtsräumen besteht. Da der Besuch der Mittelschule an den Mittelschulverbundssprengel gebunden ist, muss - wie auch bei den Grundschulen - die Betrachtung über die Mittelschulverbünde erfolgen.

5.2.1 Nürnberg Nord: Knoblauchsland, Schniegling, Nord-

stadt, Erlenstegen, Buchenbühl

Der Mittelschulverbund wird gebildet von den Mittelschulen:

(Schulgebäude in Kombination mit einer Grundschule sind mit (GS). gekennzeichnet, Klasse- und Schülerzahlen Stand 10/2021 gem. Angaben Staatl. Schulamt).

Schulname Schulnr. Klassenzahl Mit Grund-
21/22 schule
MS Friedrich-Staedtler-Schule 6663 7 GS
MS Bismarckschule 6586 15 GS
MS Dr.-Theo-Schöller-Schule 6637 17+8 DK GS
MS Ludwig-Uhland-Schule 6649 17 GS
MS Konrad-Groß-Schule 6618 10+2 DK GS
Summe: 66 + 10 DK

Abbildung 13

Schuljahr Schülerpo- tential für 5. Jg. Summe Schüler Summe Klassen durchschnittliche Klassengröße
t s I r e ül h c S 2013/2014 975 1421 75
2014/2015 1010 1410 74
2015/2016 1052 1442 74
2016/2017 1062 1469 75 19,6
2017/2018 1149 1516 79 19,2
2018/2019 1125 1567 76 20,6
2019/2020 1100 1537 78 19,7
2020/2021 1079 1491 77 19,4
2021/2022 1149 1445 76 19,0
g n u n h c e r e b s u a r o V t e r g s d J n 4. Ki - 1 . 2022/2023 1163 1295 64 20,2
2023/2024 1141 1329 63 21,1
2024/2025 1257 1366 64 21,3
2025/2026 1272 1405 66 21,3
- o b e g d n n si e r r e d n Ki 2026/2027 1263 1452 68 21,3
2027/2028 1317 1510 73 20,7
2028/2029 1249 1537 73 21,1
2029/2030 1239 1569 74 21,2
2030/2031 1310 1579 73 21,6
t h c ni n h e cr oo nb r e eg d n Ki 2031/2032 1319 1596 72 22,2
2032/2033 1323 1601 72 22,2
2033/2034 1315 1615 73 22,1
2034/2035 1306 1639 72 22,8
2035/2036 1295 1644 74 22,2

2021/2022 inkl. Deutschklassen 146Sch. 10 Klassen ab 2022/2023 exkl. Deutschklassen

Im Mittelschulverbund Nord liegt die aktuelle Unterrichtskapazität bei 68 Klassen. Der aktuelle Bedarf für 76 Klassen (inkl. 10 Deutschklassen) kann dadurch nur bedingt abgedeckt werden. Die Prognose 2029/30 zeigt einen weiteren Bedarfsanstieg auf 84 Klassen Bedarfsdeckung durch (inkl. 10 Deutschklassen). Durch den Erweiterungsbau für die Grundschule am Standort Erweiterung Ludwigder Ludwig-Uhland-Schule steht der Mittelschule nach abgeschlossener Sanierung das ge- Uhland-Schule samte Bestandsgebäude zur Verfügung, was eine Erweiterung der Unterrichtskapazität im Verbund um 16 Klassen auf 84 Klassen bedeutet.

Zudem wird ein Ersatz- und Erweiterungsbau am Schulstandort der Konrad-Groß-Schule geplant. Inwieweit an den Standorten der Bismarckschule und der Dr.-Theo-Schöller- Bedarfsdeckung durch Schule eine Verschiebung von Mittelschulkapazitäten hin zu Grundschulkapazitäten mög- Erweiterungsbau für MS lich ist, um die Raumsituation der dort ansässigen Grundschulstandorte zu entlasten, Konrad-Groß-Schule muss zusammen mit dem staatlichen Schulamt geprüft werden. Die Kapazitätsverschiebungen könnten dann im Falle der Mittelschule Nürnberg Dr.-Theo-Schöller-Schule durch die Kapazitätserweiterung an der Mittelschule Nürnberg Ludwig-Uhland-Schule aufgefan-

gen werden, im Falle der Mittelschule Nürnberg Bismarckschule im Ersatz- und Erweiterungsbau an der Konrad-Groß-Schule. Der Bedarfsausgleich erfolgt innerhalb des Verbundes auch durch entsprechende Lenkung der Schülerströme.

5.2.2 Nürnberg West: Großreuth b. Schweinau, Kohlenhof,

Doos, St. Leonhard

Der Mittelschulverbund wird gebildet von den Mittelschulen:

Schulname Schulnr. Klassenzahl Mit Grund-
21/22 schule
MS Carl-von-Ossietzky-Schule 6620 15 GS
MS Johann-Daniel-Preißler-Schule 6623 28
MS St.-Leonhard 6641 22 + 1 DK
Summe: 65+ 1 DK

Abbildung 14

Schuljahr Schüler- potential für 5. Jg. Summe Schüler Summe Klassen durchschnittli- che Klassen- größe
st I r e ül h c S 2013/2014 682 1200 60
2014/2015 701 1253 63
2015/2016 703 1267 63
2016/2017 760 1424 70 20,34
2017/2018 689 1449 71 20,41
2018/2019 732 1453 72 20,18
2019/2020 736 1450 72 20,14
2020/2021 752 1405 70 20,07
2021/2022 820 1371 66 20,77
g n u n h c e r e b s u a r o V st e r g dJ n 4. Ki - 1. 2022/2023 813 1363 63 21,64
2023/2024 792 1368 62 22,07
2024/2025 834 1364 63 21,64
2025/2026 879 1398 63 22,19
- o b e g d n n si e r r e d n Ki 2026/2027 878 1464 64 22,88
2027/2028 892 1499 65 23,06
2028/2029 862 1524 65 23,45
2029/2030 869 1546 67 23,08
2030/2031 922 1564 68 23,00
2031/2032 940 1589 68 23,36
2032/2033 953 1608 71 22,65
2033/2034 958 1638 73 22,43
2034/2035 965 1676 75 22,34
2035/2036 963 1697 76 22,33

2021/2022 inkl. Deutschklassen 19 Schüler/innen 1 Klasse ab 2022/2023 exkl. Deutschklassen

Im Mittelschulverbund West liegt die aktuelle Unterrichtskapazität bei 56 Klassen. Der aktuelle Bedarf für 66 Klassen (inkl. 1 Deutschklasse) kann dadurch nur bedingt abgedeckt werden. Daher sind in diesem Mittelschulverbund zwingend Maßnahmen notwendig. Die Prognose 2029/30 zeigt einen Bedarfsanstieg auf 68 Klassen (inkl. 1 Deutschklasse), der perspektivisch bis 2035/36 noch weiterwachsen wird.

In einem ersten Schritt soll im Rahmen eines Erweiterungsbaus auf den an das Schulge- Planungen für Erweitelände der Carl-von-Ossietzky-Schule angrenzenden Sportflächen die Unterrichtskapazität rungsbau an der Carlim Verbund um bis zu 9 Klassen erweitert werden. Inwieweit ergänzend dazu insbeson- von-Ossietzky-Schule dere der Bedarfsanstieg an der Mittelschule Nürnberg Johann-Daniel-Preißler-Schule durch eine Dependance-Lösung aufgefangen werden kann, muss in Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt geprüft werden. Der Bedarfsausgleich erfolgt innerhalb des Verbundes auch durch entsprechende Lenkung der Schülerströme.

5.2.3 Nürnberg Mitte: Zentrum, Galgenhof, Zabo, Mögel-

dorf, Laufamholz

Der Mittelschulverbund wird gebildet von den Mittelschulen:

(Schulgebäude in Kombination mit einer Grundschule sind mit (GS). gekennzeichnet, Klasse- und Schülerzahlen Stand 10/2021 gem. Angaben Staatl. Schulamt).

Schulname Schulnr. Klassenzahl Mit Grund-
21/22 schule
MS Hummelsteiner Weg 6606 22 + 3 DK
MS Insel-Schütt 6608 14 GS
MS Scharrerschule 6634 20 GS
MS Thusnelda-Schule 6647 12 GS
Summe: 68+ 3 DK

Abbildung 15

Schuljahr Schülerpotential für 5. Jg. Summe Schüler Summe Klassen durchschnittli- che Klassen- größe
st I r e ül h c S 2013/2014 936 1289 63
2014/2015 956 1299 64
2015/2016 988 1378 70
2016/2017 979 1454 71 20,48
2017/2018 1084 1422 69 20,61
2018/2019 1032 1453 69 21,06
2019/2020 1096 1474 70 21,06
2020/2021 1016 1478 71 20,82
2021/2022 1034 1425 71 20,07
g n u n h c e r e b s u a r o V st e r g dJ n 4. Ki - 1. 2022/2023 1032 1362 66 20,64
2023/2024 951 1339 65 20,61
2024/2025 966 1329 65 20,45
2025/2026 1110 1319 66 19,98
- o b e g d n n si e r r e d n Ki 2026/2027 1103 1357 67 20,25
2027/2028 1173 1402 67 20,93
2028/2029 1120 1435 69 20,80
2029/2030 1096 1480 71 20,84
2030/2031 1152 1511 72 20,98
ht c ni n h e o c o r nb r e eg d n Ki 2031/2032 1151 1523 75 20,31
2032/2033 1151 1526 75 20,35
2033/2034 1143 1526 75 20,35
2034/2035 1134 1532 77 19,90
2035/2036 1127 1533 76 20,17

2021/2022 inkl. Deutschklassen 50 Schüler 3 Klassen ab 2022/2023 exkl. Deutschklassen

Im Mittelschulverbund Mitte liegt die aktuelle Unterrichtskapazität bei 63 Klassen. Der aktuelle Bedarf für 71 Klassen (inkl. 3 Deutschklassen) kann dadurch nicht abgedeckt wer- Standortsuche für den. Daher sind in diesem Mittelschulverbund zwingend Maßnahmen notwendig. Da an neue Mittelschule Ost den Schulstandorten keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr bestehen, ohne den Außenzur Zusammenlegung bereich massiv einzuschränken, soll für die Mittelschulklassen der Thusneldaschule und zweier MS der Scharrerschule ein neuer Standort „Mittelschule Ost“ gefunden werden. Die in den Bestandsgebäuden verbleibenden Grundschulen können dann kapazitativ vergrößert und um Betreuung ergänzt werden (siehe auch Kapitel 4.4.3 Grundschulen).

Die Prognose 2029/30 zeigt im Mittelschulverbund Mitte einen Bedarfsanstieg auf 74 Klassen (inkl. 3 Deutschklassen). Insbesondere die Bedarfe an der Mittelschule Nürnberg Insel Schütt müssen dabei im Detail betrachtet werden, da diese perspektivisch bis 2035/36 noch weiter stark ansteigen. Ein Bedarfsausgleich speziell für diesen Standort ist in Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt zu prüfen. Der gesamte Bedarfsausgleich erfolgt auch innerhalb des Verbundes durch entsprechende Lenkung der Schülerströme.

5.2.4 Nürnberg Süd: Südstadt, Maiach, Gartenstadt

Der Mittelschulverbund Süd wird gebildet von den Mittelschulen:

Schulname Schulnr. Klassenzahl Mit Grund-
21/22 schule
MS Friedrich-Wilhelm-Herschel-Mittelschule 6600 27 GS
MS Georg-Holzbauer-Schule 6627 12
MS Sperberschule 6645 18 GS
Summe: 57

Abbildung 16

Schuljahr Schülerpo- tential für 5. Jg. Summe Schüler Summe Klassen durchschnittliche Klassengröße
st I r e ül h c S 2013/2014 514 1043 52
2014/2015 526 1076 52
2015/2016 563 1080 54
2016/2017 581 1135 54 21,02
2017/2018 639 1147 53 21,64
2018/2019 617 1213 56 21,66
2019/2020 590 1248 59 21,15
2020/2021 600 1277 59 21,64
2021/2022 577 1225 57 21,49
g n u n h c e r e b s u a r o V st e r g dJ n 4. Ki - 1. 2022/2023 614 1262 58 21,76
2023/2024 587 1277 58 22,02
2024/2025 645 1288 57 22,60
2025/2026 635 1295 58 22,33
- o b e g d n n si e r r e d n Ki 2026/2027 643 1327 59 22,48
2027/2028 676 1358 61 22,25
2028/2029 648 1380 62 22,26
2029/2030 646 1384 62 22,33
2030/2031 684 1403 61 22,99
ht n ni c o r e b h e cg o n r e d n Ki 2031/2032 693 1427 63 22,65
2032/2033 697 1439 65 22,14
2033/2034 695 1452 65 22,34
2034/2035 699 1473 68 21,67
2035/2036 698 1484 69 21,51

(in diesem Mittelschulverbund gibt es bislang keine Deutschklassen)

Im Mittelschulverbund Süd liegt die aktuelle Unterrichtskapazität bei 51 Klassen. Der aktuelle Bedarf für 57 Klassen kann dadurch nur bedingt abgedeckt werden. Durch den Neu- Bedarf Neubau Mittelschule Süd an der Maibau einer Mittelschule in der Werderau mit einer Unterrichtskapazität von 32 Klassen, in acher Straße – Entlasden nach Fertigstellung die Mittelschule Nürnberg Friedrich-Wilhelm-Herschel Schule eintung Herschelplatz ziehen wird, kann die Kapazität auf 60 Klassen erweitert werden. Die Räume im Bestandsgebäude am Herschelplatz können dann durch die ansässige Grundschule bzw. für Betreuungsbedarfe genutzt werden.

Die Prognose 2029/30 zeigt einen Bedarfsanstieg auf 62 Klassen, dieser Bedarf wird bis Berücksichtigung der ins Jahr 2035/36 noch weiterwachsen, da in diesem Mittelschulverbund das große Neu- Mittelschülerinnen und baugebiet Lichtenreuth liegt. Der Bedarfsausgleich kann dann in Abstimmung mit dem –schüler aus dem Neustaatlichen Schulamt durch eine Verschiebung von Grundschulkapazitäten aus dem Be- baugebiet Lichtenreuth standsgebäude der Sperberschule in die zukünftigen Grundschulstandorte Schönweiß- in der Sperberschule straße und Brunecker Straße erfolgen (siehe Kapitel 4.4.4 Grundschulen). Hierdurch können die Mittelschulkapazitäten an der Mittelschule Nürnberg Sperberschule erhöht werden. Hier sind Absprachen mit dem staatlichen Schulamt erforderlich.

5.2.5 Nürnberg Südwest: Gebersdorf, Eibach, südl.

Vororte

Der Mittelschulverbund wird gebildet von den Mittelschulen:

Schulname Schulnr. Klassenzahl Mit Grund-
21/22 schule
MS Katzwang 6660 7 GS
MS Robert-Bosch-Schule 6667 22 + 3 DK GS
MS Schlößleinsgasse 6635 11 --
Summe: 40 + 3 DK

Abbildung 17

Schuljahr Schülerpoten- tial für 5. Jg. Summe Schüler Summe Klassen durchschnittliche Klassengröße
st I r e ül h c S 2013/2014 699 866 43
2014/2015 658 931 44
2015/2016 663 965 45
2016/2017 722 916 44 20,82
2017/2018 729 896 44 20,36
2018/2019 716 917 45 20,38
2019/2020 740 901 44 20,48
2020/2021 758 857 44 19,48
2021/2022 810 815 43 18,95
g n u n h c e r e b s u a r o V st e r g dJ n 4. Ki - 1. 2022/2023 712 772 38 20,32
2023/2024 804 772 38 20,32
2024/2025 875 801 39 20,54
2025/2026 870 827 41 20,18
d n n sie r r o eb de ng Ki 2026/2027 807 835 40 20,88
2027/2028 829 878 42 20,91
2028/2029 786 890 42 21,18
2029/2030 785 881 42 20,97
2030/2031 812 866 42 20,61
n h e o c o r nb r e eg n d ht Ki c ni 2031/2032 817 863 42 20,55
2032/2033 818 859 44 19,53
2033/2034 809 862 44 19,60
2034/2035 805 870 44 19,77
2035/2036 800 870 43 20,24

2021/2022 inkl. Deutschklassen 33Schüler/innen 3 Klassen

ab 2022/2023 exkl. Deutschklassen

Im Mittelschulverbund Südwest liegt die aktuelle Unterrichtskapazität bei 45 Klassen. Der aktuelle Bedarf für 43 Klassen (inkl. 3 Deutschklassen) kann somit im Verbund gedeckt werden. Da keine Schulraumerweiterungen geplant sind, bleibt die Unterrichtskapazität von 45 Klassen langfristig erhalten. Die Prognose 2029/30 zeigt einen geringen Bedarfsanstieg auf 45 Klassen (inkl. 3 Deutschklassen). Die im Verbund vorhandene Unterrichtskapazität deckt demnach auch den prognostizierten Gesamtbedarf. Ein schulspezifischer Bedarfsausgleich erfolgt innerhalb des Verbundes durch entsprechende Lenkung der Schülerströme.

5.2.6 Nürnberg Südost: Bauernfeindsiedlung, Langwasser,

Altenfurt, Brunn

Der Mittelschulverbund wird gebildet von den Mittelschulen:

Schulname Schulnr. Klassenzahl Mit Grund-
21/22 schule
MS Adalbert-Stifter-Schule 6609 9+ 6 DK GS
MS Altenfurt 6668 7 GS
MS Bertolt-Brecht-Schule 6638 12 --
MS Georg-Ledebour-Schule 6665 15 GS
MS Neptunweg 6616 10 --
Summe: 53 + 6 DK

Abbildung 18

Schuljahr Schüler- potential für 5. Jg. Summe Schüler Summe Klassen durchschnittli- che Klassen- größe
st I r e ül h c S 2013/2014 685 1246 65
2014/2015 646 1241 64
2015/2016 669 1318 66
2016/2017 645 1294 66 19,61
2017/2018 726 1255 65 19,31
2018/2019 766 1243 64 19,42
2019/2020 727 1192 62 19,23
2020/2021 782 1202 62 19,39
2021/2022 757 1141 59 19,34
g n u n h c e r e b s u a r o V st e r g dJ n 4. Ki - 1. 2022/2023 786 1148 56 20,49
2023/2024 807 1100 54 20,37
2024/2025 803 1072 55 19,50
2025/2026 785 1075 53 20,28
- o b e g d n n si e r r e d n Ki 2026/2027 774 1088 55 19,78
2027/2028 759 1076 55 19,55
2028/2029 720 1040 54 19,26
2029/2030 701 1020 55 18,55
2030/2031 737 1013 55 18,42
ht c ni n h e o c o r nb r e eg d n Ki 2031/2032 733 992 54 18,37
2032/2033 723 971 53 18,32
2033/2034 720 965 51 18,92
2034/2035 717 970 52 18,65
2035/2036 711 963 52 18,52

2021/2022 inkl. Deutschklassen 62 Schüler/innen 6 Klassen ab 2022/2023 exkl. Deutschklassen

Im Mittelschulverbund Südost liegt die aktuelle Unterrichtskapazität bei 55 Klassen. Der aktuelle Bedarf für 59 Klassen (inkl. 6 Deutschklassen) kann dadurch nahezu abgedeckt werden. Da keine Schulraumerweiterungen geplant sind, bleibt die Unterrichtskapazität von 55 Klassen langfristig erhalten, worin auch die Mittelschule Nürnberg Altenfurt als sog. Angebotsschule enthalten ist. Die Prognose 2029/30 zeigt einen Bedarfsanstieg auf 61 Klassen (inkl. 6 Deutschklassen). Bis 2035/36 geht der Bedarf wieder auf 58 Klassen (inkl. 6 Deutschklassen) zurück, sodass langfristig von einem Bedarfsanstieg um 3 Klassen auszugehen ist. Der Bedarfsausgleich erfolgt innerhalb des Verbundes durch entsprechende Lenkung der Schülerströme.

6 Förderzentren

Die Förderzentren sind ein wesentlicher Bestandteil der Schullandschaft, die Kindern und Jugendlichen mit einem besonderen Förderbedarf, insbesondere behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern, angeboten werden. Diese Schulen gehen von den speziellen Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler aus und vermitteln in kleinen Klassen und in Kleingruppen mit speziell ausgebildeten Lehrkräften nach Möglichkeit das gleiche Wissen und Können wie die Grund- und Mittelschulen. Die Schulen unterliegen der Schulaufsicht der Regierung von Mittelfranken, die auch die Zuweisung und Verteilung der Schülerinnen und Schüler vornimmt.

Folgende Förderzentren gibt es derzeit und Nürnberg:

Staatliche Förderzentren – Sachaufwandsträgerin Stadt Nürnberg:

Staatliche Förderzentren – Sachaufwandsträger Bezirk Mittelfranken:

Private / kirchliche Förderzentren:

In den kommenden Jahren werden hier einige Baumaßnahmen fertiggestellt, weitere sind in Planung. Diese sind:

 DFK-Klassen der Evi-Seligmann-Schule werden im Neubau der Grundschule Eibach am Fürreuthweg 6 Unterrichtsräume erhalten. Diese Kinder werden mit den Kindern der Mehrere gemeinsame ca. 14 Klassen der Grundschule gemeinsam Räume im Gebäude nutzen, die Außen- Baumaßnahmen mit und Sportbereiche stehen allen zur Verfügung. Förderzentren in Pla-  Eine schulvorbereitende Einrichtung (SVE) wird an der Elsa-Brändström-Straße errichnung tet. Der Bau erfolgt gleichzeitig mit dem Ersatzneubau für die Henry-Dunant-Schule.  Das Zentrum für Hörgeschädigte in Muggenhof soll einen Ersatzneubau mit der GS West erhalten. Derzeit wird ein gemeinsames Konzept mit dem Bezirk Mittelfranken erarbeitet, das anschließend dem Schulausschuss vorgestellt wird.  Für das Förderzentrum an der Sielstraße wird derzeit eine gemeinsame Lösung mit dem Dürer-Gymnasium für einen Mensabau erarbeitet.

Abbildung 19

7 Gymnasien und Realschulen

Die beiden Schularten Gymnasium und Realschule in Nürnberg sind grundsätzlich getrennt zu betrachten. Durch die räumlichen, an den kommunalen Schulen auch schulstrukturellen Zusammenhänge kommt es an der Peter-Vischer-Schule, der Bertolt-Brecht- Schule sowie am Schulzentrum Südwest (Sigmund-Schuckert-Gymnasium und Peter-Henlein-Realschule), die beide Schularten in einem Gebäude beherbergen, zu Wechselwirkungen im räumlichen Bereich.

7.1 Realschulen in Nürnberg

In Nürnberg gibt es folgende Realschulen:

Staatliche Realschulen

Städtische Realschulen

Private / kirchliche Realschulen

Die städtische Abendrealschule als Realschule des zweiten Bildungsweges geht nicht in die folgende Gesamtbetrachtung ein, da die Schülerinnen und Schüler nicht aus dem Schülerpotential der allgemeinbildenden Schulen vorausberechnet werden können.

Insgesamt verteilen sich die Schülerinnen und Schüler und Klassen an den Realschulen in Nürnberg im Schuljahr 2021/22 wie folgt:

Klassen Schülerzahl Klassen Schülerzahl
Jahrgang 5 Jahrgang 5 Jahrgang 5-10 gesamt
staatlich 14 372 102 2.671
städtisch 15 372 101 2.549
privat / kirchlich 8 176 60 1.365
Gesamt 37 920 263 6.585

Quelle: Oktoberstatistik der Schulen 10/2021

Die Kapazitäten der städtischen Realschulen wurden per Stadtratsbeschluss vom 02.04.2008 begrenzt: Festschreibung einer Begrenzung auf 895 Schülerinnen und Schüler in den Eingangsklassen der städtischen Realschulen und Gymnasien.

7.1.1 Raumkapazitäten und Bedarfe der öffentlichen Real-

schulen im Stadtgebiet Nürnberg

Die Raumkapazitäten an den öffentlichen Realschulen in Nürnberg zeigen im aktuellen Schuljahr 2021/2022 mit 203 Klassen bereits ein Defizit von 15 allgemeinen Unterrichts- Aktuelles Defizit von 15 AUR an Realschulen, räumen (im folgenden abgekürzt „AUR“) auf, der Raumbestand liegt bei 188 AUR. Für eisteigt auf ca. 28 AUR in nen prognostizierten Schülerzuwachs auf 225 Klassen ab dem Schuljahr 2031/32 werden 10 Jahren trotz eingeleiteter Neubauplanung und -realisierung bei der Peter-Henlein-Realschule und an der Bertolt-Brecht-Schule Realschule keine Kapazitäten für einen so starken Schülerzuwachs vorhanden sein, daher ist die Neugründung einer staatlichen Realschule erforderlich. Mit der letzten Fortschreibung der Schulraumentwicklungsplanung im April 2020 wurden bereits die Raumkapazitäten und die Bedarfe vorgestellt und daraus Aufträge an die Verwaltung abgeleitet.

Im Rahmen der jetzigen Fortschreibung mit der Berücksichtigung zweier weiterer Schuljahre können diese Daten und Bedarfe nun grundsätzlich bestätigt werden. Wegen des Bedarf an Neugrünlangfristigen Zuwachses an Eingangsklassen werden weiterhin zusätzliche räumliche Ka- dung einer weiteren Realschule pazitäten benötigt, allerdings wird - wie in den vorderen Kapiteln zur Bevölkerungsvorausberechnung und Schülerprognose dargestellt - der Zuwachs erst einige Jahre später als noch in der Vorausberechnung im Frühjahr 2020 errechnet in vollem Umfang an den Realschulen zu erwarten sein.

Seit der letzten Fortschreibung des Berichts im Frühjahr 2020 wurde der Neugründungsantrag für eine weitere staatliche Realschule an das Kultusministerium gestellt und im Oktober 2021 erfreulicherweise positiv beschieden. Die Stadt Nürnberg hat nun für die Bauplanung weitere konkretere Schritte in die Wege geleitet.

Realschulen
al 5. nti r ü e f ot S st. p G r g e öff J ül hs cu Sa 5. Jgst. Alle Jahrgangsstufen
r e ül h c S n e s s a Kl e j e r e üls s ha cKl S ø r e ül h c S n e s s a Kl e j e r e üls s ha cKl S ø
Schuljahr
- h a z r e ül e ut h ce Sh h e bi s hli c e n cl ä s at t 2015/2016 3416 697 27 25,8 4931 192 25,7
2016/2017 3532 759 28 27,1 4979 191 26,1
2017/2018 3636 767 29 26,4 5057 194 26,1
2018/2019 3790 760 28 27,1 5123 195 26,3
2019/2020 3791 770 28 27,5 5125 195 26,3
2020/2021 3839 805 30 26,8 5225 201 26,0
2021/2022 3794 744 29 25,7 5226 203 25,7
g n u n h c e r e b s u a r o V st. d e r J g n 4 . Ki - 1. 2022/2023 3926 802 31 26,7 5277 206 25,6
2023/2024 3869 784 30 26,7 5303 206 25,7
2024/2025 3830 778 30 26,7 5271 206 25,6
2025/2026 4068 827 31 26,7 5380 209 25,7
d n n sie r r o eb de ng Ki 2026/2027 4239 856 33 26,7 5419 211 25,7
2027/2028 4169 846 32 26,7 5538 216 25,6
2028/2029 4296 871 33 26,7 5614 219 25,6
2029/2030 4116 835 32 26,7 5674 221 25,7
2030/2031 4093 830 32 26,7 5745 224 25,6
n h e cr oo nb e r g e d ht n Ki c ni 2031/2032 4318 875 33 26,7 5794 225 25,8
2032/2033 4347 882 34 26,7 5818 226 25,7
2033/2034 4360 884 34 26,7 5861 229 25,6
2034/2035 4350 882 34 26,7 5874 228 25,8
2035/2036 4344 881 33 26,7 5929 231 25,7

Die Gegenüberstellung von Bedarf und Raumbestand stellt sich aktuell wie folgt dar:

Vergleich: Raumbestand AUR inkl. Neubauten -

prognostizierter Bedarf

235

231 231 231 231 231 231 231

230 Prinovis

229
226
225
224
221
219
216

225

220

215

210

211
209
206 206 206
203
201 197

205

200 BBS PHR 195

190 190 190 190
188
188

190

185

180 20/21 21/22 22/23 23/24 24/25 25/26 26/27 27/28 28/29 29/30 30/31 31/32 32/33 33/34 AUR Bestand AUR prognostischer Bedarf

7.1.2 Neugründung und Neubau einer weiteren Real-

schule in Langwasser

Als Standort für die neue Realschule IV wird das ehemalige Prinovis Gelände in der Breslauer Straße 300 im Nürnberger Süden beplant. Das Gelände wird in verschiedenen Bau- Gründung Bildungsabschnitten im Rahmen der schulischen Bedarfe auch mit der Beruflichen Oberschule campus an der Beuthe- Nürnberg BON und einem Gymnasium bebaut werden, so dass hier ein Bildungscampus ner Straße: entstehen wird. Hier sollen – soweit möglich - räumliche und pädagogische Synergien genutzt werden. Realschule Gymnasium Im Einzugsgebiet der geplanten Realschule im Radius von 4 Kilometern liegen 7 Grund- Berufliche Oberschule schulen, hinzu kommt mittelfristig die Grundschule im Neubaugebiet Lichtenreuth (Brunecker Straße) und eine weitere geplante Grundschule in der Südstadt in der Schönweißstraße. Dadurch wird sich die Anzahl der „zuliefernden“ Grundschulen im Einzugsgebiet der Realschule noch erhöhen, wobei für Realschulen keine Sprengelpflicht herrscht.

Im Rahmen des Gründungsantrags wurden auch Interferenzen mit bestehenden Realschulen im Umfeld geprüft: Die Bertolt-Brecht-Realschule liegt mit ca. 1,1 km Entfernung dem Prinovis Gelände am nächsten. Durch ihr besonderes Profil mit dem Schwerpunkt Leistungssport bzw. sportaffine Klassen wird hier auch eine besondere Schülerschaft angesprochen, die zum Teil nicht aus dem städtischen oder regionalen nordbayerischen Um-

feld stammt. Dadurch sind Interferenzen mit der geplanten neuen Realschule zum Großteil ausgeschlossen. Darüber hinaus bietet die Bertolt-Brecht-Realschule trotz ihres Umzuges in einen Schulneubau im Jahr 2022 keinen Spielraum zur Kapazitätssteigerung für Regelklassen (aktuell herrscht hier eine Überbelegung von zwei Klassen zu den geplanten 28 Klassen im Neubau, die als Wanderklassen geführt werden); die Adam-Kraft-Realschule und die Peter-Henlein-Realschule sind in ausreichender Entfernung gelegen, so dass auch hier keine Interferenzen zu befürchten sind. Darüber hinaus ist die Aufnahmekapazität der Adam-Kraft-Realschule durch einen städtischen Kontingentierungsbeschluss eingeschränkt und die Schule ist mit ihrem Profil als voll gebundene Ganztagsschule gesondert zu betrachten. Die Peter-Henlein-Realschule weist bereits im laufenden Schuljahr die Klassenzahl auf, die ab 2026 perspektivisch im Neubau des Schulgebäudes Platz finden wird.

Abbildung 20

Aktuell ist angedacht, ab dem Schuljahr 2024/25 im Altbau der Bertolt-Brecht-Schule in direkter räumlicher Nähe zum neuen Schulstandort den ersten Jahrgang mit Aufwuchsklassen für eine neue Realschule unterzubringen. Nach ca. drei Jahren soll der Umzug in das neue Gebäude an der Breslauer Straße stattfinden.

7.2 Gymnasien in Nürnberg

In Nürnberg gibt es folgende Gymnasien:

Staatliche Gymnasien:

Städtische Gymnasien:

Private / kirchliche Gymnasien:

Das städtische Herman-Kesten-Kolleg als Gymnasium des zweiten Bildungsweges geht nicht in die folgende Gesamtbetrachtung ein, da die Schülerinnen und Schüler nicht aus dem Schülerpotential der allgemeinbildenden Schulen vorausberechnet werden können.

Insgesamt verteilen sich die Schülerinnen und Schüler und Klassen an den Gymnasien in Nürnberg im Schuljahr 2021/22 wie folgt:

Klassen Jahrgang 5 Schüler- Klassen Jahrgang 5- 10 Schüler in Oberstufen- gruppen Schülerzahl gesamt
zahl
Jahrgang
5
staatlich 37 1001 208 1425 6675
städtisch 21 567 122 972 4021
privat / 9 209 58 398 1716
kirchlich
Gesamt 67 1777 388 12412

Klassen

Jahrgang

5

Klassen

Jahrgang 5-

10

Schüler in

Oberstufen-

gruppen

Schülerzahl

gesamt

Quelle: Oktoberstatistik der Schulen 10/2021

Die Kapazitäten der städtischen Gymnasien wurden per Stadtratsbeschluss vom 02.04.2008 geregelt: Festschreibung einer Begrenzung auf 895 Schülerinnen und Schüler in den Eingangsklassen der städtischen Realschulen und Gymnasien.

7.2.1 Schülerprognose für öffentliche Gymnasien- Wieder-

einführung G9 - Raumbedarfe

Die Feststellung des kommenden Bedarfs an den öffentlichen Gymnasien erfolgt - wie auch beiden anderen weiterführenden Schulen in Nürnberg - über die Vorausberechnung der Schülerzahlen auf Basis der Übertrittsquote aus den öffentlichen Grundschulen; diese Schülerprognose unter werden dann für die jeweiligen Klassenstufen für die kommenden Jahre fortgeschrieben. Berücksichtigung der Grundannahme ist dabei, dass die Verteilung auf die verschiedenen weiterführenden Wiedereinführung G9 Schularten gemäß den errechneten durchschnittlichen Prozentanteilen erfolgt. Für die Gymnasien ergibt sich noch die Besonderheit, dass die volle Wiedereinführung des G9 ab dem Schuljahr 2024/25 statistisch berücksichtigt werden muss. Die Prognoselogik für die Gymnasien wurde mit der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Mittelfranken abgestimmt. Dabei wurde auch die Teilung der Oberstufengruppen bei 24 Schülerinnen und Schülern festgelegt.

Bestand und Prognose der Schüler/innen und Klassenzahlen aller öffentlicher Gymnasien:

s u st. a al g J nti 5. e ot ü r p f r S eG ül h ff c ö S 5. Jgst. alle Jahrgangsstufen
r e ül h c S n e s s a Kl e j ül e r s s e ha cKl S ø r e ül h c S n e s s a Kl - p u e r g r ül n h e nc uf e S p st 4 r 2 e b e O j - p u r eg m s ht n m e cp u ri S r e nt U
Schul-
jahr
n e hl a z r e ül e h ut ce Sh e s h bi c hli c ä s at t 2015/2016 3416 1470 56 26,3 10985 325 113 438
2016/2017 3532 1460 55 26,5 10769 320 113 454
2017/2018 3636 1480 56 26,4 10641 314 108 422
2018/2019 3790 1510 56 27,0 10433 322 101 423
2019/2020 3791 1488 57 26,1 10399 315 99 414
2020/2021 3839 1445 56 25,8 10491 318 102 420
2021/2022 3794 1568 58 27,0 10696 330 101 431
g n u n h c e r e b s u a r o V st. r g eJ d n 4. Ki - 1. 2022/2023 3926 1561 59 26,5 10768 334 100 434
2023/2024 3869 1531 58 26,5 10861 337 101 438
2024/2025 3830 1513 58 26,5 10928 339 103 442
2025/2026 4068 1609 61 26,5 12260 393 100 493
d n n sie r r o eb de ng Ki 2026/2027 4239 1693 64 26,5 12522 399 104 503
2027/2028 4169 1654 63 26,5 12671 407 103 510
2028/2029 4296 1703 65 26,5 12839 412 104 516
2029/2030 4116 1633 62 26,5 12978 416 107 523
2030/2031 4093 1625 62 26,5 13034 420 106 526
n h e cr oo nb e r g e d ht n Ki c ni 2031/2032 4318 1715 65 26,5 13186 425 105 530
2032/2033 4347 1725 66 26,5 13359 431 108 539
2033/2034 4360 1730 66 26,5 13542 432 114 546
2034/2035 4350 1726 66 26,5 13641 433 116 549
2035/2036 4344 1724 66 26,5 13672 436 115 551

Datenquelle: Referat für Schule und Sport, 10/2021

Zusammengefasst hier die wichtigsten Daten mit dazugehörigen Erläuterungen:

Schuljahr Schüler Klassen Oberstu- Summe Hinweise
fen- Bedarf
Gruppen AUR
2019/2020 10399 315 99 414 Jahr mit geringsten AUR-Klassen- bedarf
2021/2022 10696 330 101 431 Aktuelles Jahr
2024/2025 10928 339 103 442 Letzter Jahrgang im G8
2025/2026 12260 393 100 493 Erstes Jahr G9: demografischer Zuwachs und 1151 SuS in Q13
2030/2031 13034 402 106 526 Kinder der 5. Klasse bereits gebo- ren und damit in der Bevölke- rungsvorausberechnung des StA bereits berücksichtigt
2035/2036 13672 436 115 551 Ende des Prognosezeitraums

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die das Gymnasium besuchen werden, wird prognostiziert von 10.696 im Schuljahr 2021/22 auf 13.034 im Schuljahr 2030/31 ansteigen, dies bedeutet einen Zuwachs von 2.338 Kindern. In dieser Zeitschiene sind alle zu berücksichtigenden Kinder jetzt bereits geboren und damit bereits in den Bevölkerungsbeständen des StA bzw. den Schulstatistiken enthalten. Allein mit Beginn des G9 in 2025/2026 müssen ca. 1.150 Jugendliche mehr in den Gymnasien aufgrund eines weiteren Jahrgangs beschult werden, in den folgenden Jahren bis 2030 jährlich bis zu 1.260 Jugendliche in der 13. Jahrgangsstufe. Die weitere Zunahme an Schülerinnen und Schülern insgesamt an den Gymnasien im Nürnberger Stadtgebiet lässt sich dadurch erklären, dass in jedem den kommenden zehn Schuljahren eine gleichbleibend hohe Zahl bzw. sogar steigende Zahl gemäß Schülerpotential aus den Grundschulen übertritt. Diese Anzahl ist jeweils höher als die Anzahl der Abgänger aus den Abschlussklassen und aus den unteren Klassenstufen. Gemäß der Bevölkerungsvorausberechnung von StA (siehe oben) wird auch nach 2030 von einer Stagnation der jährlichen Kinderzahl im Grundschulalter auf einem hohen Niveau ausgegangen, so dass auch nachfolgend die Kinder der 5. Klassen auf einem hohen Niveau stagnieren und damit die Summe der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bis 2035 nochmals auf ca. 13.670 steigt (d.h. Anstieg um weitere 600 Kinder).

Der Vergleich der Schülerprognose 2019 und 2021 zeigt, dass die Anzahl an Schülerinnen und Schülern etwas langsamer ansteigt als im Jahr 2019 prognostiziert, doch ab dem Jahr 2032 das erwartete Niveau erreicht. Deutlich sichtbar ist der sprunghafte Anstieg der Schülerzahl zum Schuljahr 2025/2026 mit dem ersten Jahrgang im Vollausbau des G9.

Anzahl Schülerinnen und Schüler an Öff. Gymnasien -

Prognosen

14000 13500 13000 12500 12000 11500 11000 10500 10000 9500 9000

Prognose Prognose 2021/2022 2019/2020

Datenquelle und Darstellung: Referat für Schule und Sport, 10/2021

7.2.2 Raumkapazitäten der öffentlichen Gymnasien im

Stadtgebiet Nürnberg

Die öffentlichen Gymnasien in Nürnberg haben im Schuljahr 2021/22 einen Bestand an 382 allgemeinen Unterrichtsräumen AUR und müssen 431 Klassen und Oberstufengruppen unterbringen. D.h. es fehlen 49 allgemeine Unterrichtsräume, um den Unterrichtsbetrieb gemäß § 2 Schulbauverordnung ordnungsgemäß durchzuführen. Obwohl die Stadt Aktueller Fehlbedarf Nürnberg bereits durch drei gymnasiale Ersatzneubauten, eine gymnasiale Erweiterung von 49 allg. Unterund ein temporäres Oberstufenzentrum in der Innenstadt entgegensteuern wird, wird richtsräumen für Gymdurch diese perspektivisch allenfalls der heute bestehende Raummangel ausgeglichen. nasien Nach Abschluss der aktuell bereits eingeleiteten gymnasialen Neu- und Erweiterungsbauten im Jahr 2028 um 62 Unterrichtsräume ergibt sich zu diesem Zeitpunkt lediglich ein Überhang von 15 allgemeinen Unterrichtsräumen. Somit wäre für die Zukunft die räumliche Versorgung der Gymnasialschülerinnen und -schüler lediglich für den Fall ausreichend gewährleistet, dass die Schülerzahlen an dieser Schulart dauerhaft auf dem Stand der Schülerzahlen vom 01.10.2021 verbleiben bzw. ein Anstieg um maximal 15 Klassen erfolgt.

Im laufenden Schuljahr wird dem bestehenden Raumdefizit durch Wanderklassen und gruppen und die Nutzung von Fachunterrichts- und Ganztagsräumlichkeiten für den Unterricht begegnet. Darüber hinaus wird durch ein temporäres Oberstufenzentrum in der

Innenstadt und eine massive Zugerweiterung des Martin-Behaim-Gymnasiums dem Raumdefizit entgegengewirkt werden. Um jedoch perspektivisch die Gymnasien in Nürnberg pädagogisch und organisatorisch zu entlasten und im Hinblick auf die Wiedereinführung des G9 sind die erwarteten Bedarfe genau zu betrachten.

Es wird ersichtlich, dass aufgrund dieser demographischen Entwicklungen in Nürnberg für die Raumversorgung gemäß Schulbauverordnung in den nächsten 10 Jahren ca. 100 wei- Bedarf für 2 weitere tere Unterrichtsräume bzw. 2 weitere Gymnasien notwendig werden. Daher hat die Gymnasien Schulverwaltung die Gründungsanträge für zwei 5-zügige Gymnasien mit je 45 allgemeinen Unterrichtsräumen gestellt; das Kultusministerium prüft derzeit die Anträge.

Hier wurden inzwischen zwei Standorte gefunden und für die weitere Beplanung festgelegt: das Tiefe Feld (zusammen mit einer Grundschule) und das Prinovis-Gelände (zusammen mit einer Realschule und einer Fachoberschule - s.o. im Kapitel 7.1.2 Realschulen). Diese Standorte wurden bewusst gewählt, um eine gleichmäßigere Verteilung der Gymnasien über das Stadtgebiet zu erreichen und dadurch die massiven Schülerströme vom Süden in den Norden der Stadt zu reduzieren. Der öffentliche Personennahverkehr zwischen Hauptbahnhof und Rathenauplatz zu Stoßzeiten kann durch diese zwei Gymnasien im Süden und Westen der Stadt entlastet werden.

Auf der Ebene der Klassenbedarfe stellen sich die aktuellen Planungen wie folgt dar:

Vergleich: Raumbestand AUR Gymnasien inkl. Neubauten -

prognostizierter Bedarf AUR

580

549 551
539
534 523 526 530
510 516
503 534 534 534 534 534 534 534 534
493

560

540

520

500

480

460

438 442
431 434

440

438 Sigmund-Schuckert-Gymnasium

420 + Neues Gymnasium (NGN) 400 Bertolt-Brecht-Schule Martin-Behaim-Gymnasium 380

412

386 386 386
382

360 21/22 22/23 23/24 24/25 25/26 26/27 27/28 28/29 29/30 30/31 31/32 32/33 33/34 34/35 35/36 AUR Bestand AUR prognostischer Bedarf

* Die Ermittlung der Klassenzahlen ergibt sich wie folgt: Klassen 5-10+Schülerzahlen Oberstufe/24 = Gesamtklassenzahl der Schulen

Exkurs Private Gymnasien und Gastschüler:

Ein bestimmter Anteil an Nürnberger Schülerinnen und Schüler besucht private Gymnasien. Eine Steigerung des Schülerpotentials könnte unter anderem durch eine parallele Ausweitung des Privatschulangebots abgefangen werden. Sollte eine Erhöhung der Aufnahmekapazitäten in diesem Bereich nicht erfolgen, hat dies zur Konsequenz, dass der Schülerzuwachs ausschließlich an öffentlichen Schulen untergebracht werden muss. Dies wiederum bedeutet, dass die Steigerung der Kapazitäten bei den öffentlichen Gymnasien noch höher sein muss als bei der reinen Fortführung der bisherigen Quoten.

Hinzuweisen ist auch darauf, dass Nürnberg aktuell mehr Gastschüler aufnimmt als Nürnberg verlassen. Je nach Kapazität an den öffentlichen Schulen kann dies auch fortgeführt bzw. muss bis zur Fertigstellung der geplanten neuen Gymnasien reduziert werden, um nicht Gefahr zu laufen, dass sich das Raumdefizit verschärft.

7.3 Ganztag an den öffentlichen Realschulen und Gymna-

sien

Alle öffentlichen Realschulen und Gymnasien in Nürnberg bieten für ihre Schülerschaft ein passgenaues Betreuungsangebot, entwickelt aus den Bedarfen der Schüler- und Elternschaft und dem Schulprofil. Dabei hat sich in den letzten Jahren ein leichter Rückgang im Bereich gebundener Ganztag gezeigt, wohingegen der offene Ganztag immer mehr Zuspruch erfährt, da hier Buchungszeiten und Teilnahmeverpflichtung flexibler gehandhabt werden können, ohne dass Abstriche im pädagogischen Angebot gemacht werden müssen. Bei der Planung der bereits genannten Schulbauten für die Realschulen und Gymnasien wird im Rahmen der Flächenbandbreiten und somit der förderfähigen Flächen maximale Flexibilität gewährleistet, um auf die Bedarfe vor Ort reagieren zu können.

Die Ganztagsangebote an den öffentlichen Realschulen und Gymnasien entwickeln sich seit 2018 dabei wie folgt:

Statistik gebundener Ganztag
Klassen
2018/19 61
2019/20 60
2020/21 61
2021/22 57
Statistik offener Ganztag
Gruppen
2018/19 54
2019/20 58
2020/21 56
2021/22 60

Folgende Ganztagsangebote sind im Schuljahr 2021/2020 an den einzelnen Realschulen und Gymnasien eingerichtet:

Art des Angebotes Anzahl Klassen bzw. Gruppen 21/22
Gebundener Ganztag Realschulen
Nürnberg II Geschwister-Scholl 4
Nürnberg III Johann-Pachelbel 3
Adam-Kraft-RS 22
Bertolt-Brecht-RS 3
Peter-Vischer-RS 3
Summe Gebundener Ganztag Realschulen: 35
Offener Ganztag Realschulen
Nürnberg I Peter-Henlein-RS 4
Nürnberg II Geschwister-Scholl-RS 4
Nürnberg III Johann-Pachelbel-RS 3
Veit-Stoß-RS 4
Bertolt-Brecht-RS / OGTS 2
Peter-Vischer-RS / OGTS 3
Summe Offener Ganztag Realschulen: 20
Gebundener Ganztag Gymnasien
Dürer-Gymnasium 3
Neues Gymnasium 3
Pirckheimer-Gymnasium 3
Bertolt-Brecht-Schule - Gymnasium 2
Peter-Vischer-Schule - Gymnasium 4
Sigena- Nürnberg 7
Summe Gebundener Ganztag Gymnasien: 22
Offener Ganztag Gymnasien
Dürer-Gymnasium Nürnberg 4
Hans-Sachs-Gymnasium Nürnberg 3
Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg 5
Melanchthon-Gymnasium Nürnberg 3
Neues Gymnasium Nürnberg 2
Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg 3
Sigmund-Schuckert-Gymnasium Nürnberg 2
Willstätter-Gymnasium Nürnberg 4
Gymn. an der Bertolt-Brecht-Schule Nbg. 2
Städt. Joh.-Scharrer-Gymnasium Nürnberg 6
Städt. Labenwolf-Gymnasium Nürnberg 2
Städt. Peter-Vischer-Schule Nürnberg 1
Städt. Sigena-Gymnasium Nürnberg 3
Summe Offener Ganztag Gymnasien: 40

8 Berufliche Schulen

8.1 Zentrale Einflussfaktoren für die Entwicklung der Schü-

lerzahlen

Eine umfassende Prognose für die Zukunft ist im beruflichen Schulbereich aufgrund der vieldimensionalen Einflussfaktoren nur sehr schwer möglich. Jede der sieben beruflichen Schularten unterscheidet sich u. a. hinsichtlich der Altersstruktur der Schülerschaft, des Vieldimensionale Einzugsbereichs und der Abhängigkeit von konjunkturellen Einflüssen. Neben näherungs- Einflussfaktoren weise antizipierbaren demographischen Einflussfaktoren, spielen für die beruflichen machen die Quan- Schulen viele im Grundtrend zwar vorhersagbare Bedingungen, jedoch ohne solide Quan- tifizierung einer Prognose schwer tifizierbarkeit, eine wichtige Rolle. Beispielhaft seien hier die wirtschaftlichen Strukturveränderungen oder die dynamischen bildungspolitischen Entwicklungen genannt. Darüberhinausgehend ist aktuell unscharf zu prognostizieren, wie sich ein Teil der für die Berufsbildung relevanten Schülerschaft entscheidet: duale oder vollschulische Berufsausbildung, Studium oder eine „duale Mischform“.

Im Folgenden werden wesentlichen Einflussfaktoren genauer betrachtet.

8.1.1 Demografische und gesellschaftliche Einflussfakto-

ren

Wie bereits erwähnt sind demografische Einflussfaktoren näherungsweise vorhersagbar. Als entscheidende Faktoren sind hier die Geburtenhäufigkeit, die Lebenserwartung und Wanderungsgewinne bzw. -verluste zu nennen. Geburtenraten und Lebenserwartung sind in den kommenden Jahren nach wie vor leicht ansteigend, schwer prognostizierbar sind hingegen Wanderungsbewegungen.

Wie im Kapitel 3.1 ausführlich dargelegt, ist es wohl zum großen Teil den Einflüssen der Pandemie zuzuschreiben, dass im Jahr 2020 die Gesamtzahl der Bevölkerung in Nürnberg Berufsbildung mit leicht rückläufig war1. Dementsprechend muss die planerische Aussagekraft des Jahres starker in den Arbeitsmarkt integ- 2020 im Rahmen der Schulraumentwicklungsplanung angemessen relativiert werden. Unrierender Rolle bei ter anderem können im Nachgang der Pandemie Nachholeffekte beispielsweise bei der aus dem Ausland ausländischen Zuwanderung nicht ausgeschlossen werden. Wie sich die Zuwanderung zugewanderten entwickeln wird, hängt von den Migrationspotenzialen in den Herkunftsländern und den jungen Menschen rechtlichen Zuwanderungsregelungen in Deutschland ab.2 Bildungsgänge der Berufsbildung besitzen speziell für junge Menschen, die aus dem Ausland zuwandern eine Schlüsselrolle bei der Integration in den Arbeitsmarkt.3

Ein genauer Blick auf die Wanderungsverluste für Nürnberg im Jahr 2020 zeigt (s. nachstehende Grafik), dass diese beinahe ausschließlich durch Umlandabwanderung entstanden sind. Für die beruflichen Schulen ist davon auszugehen, dass speziell diese Form des

1 Stadt Nürnberg – Amt für Stadtforschung und Statistik (2021): Ein demographisches Ausnahmejahr? Bevölkerungsentwicklung 2020 im Zeichen der Pandemie. In: Berichte aus Stadtforschung und Statistik (M517). 2 vgl. Manuel Slupina (2018): Einflussfaktoren des demographischen Wandels, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), S. 26. 3 vgl. u.a. Kap. 8 (Deutschklassen und Berufsintegrationsklassen)

Bevölkerungsverlusts kaum Einfluss auf die Schülerzahlen hat. Berufliche Bildung arbeitet hoch spezialisiert. Das Einzugsgebiet der beruflichen Schulen schließt deshalb sinnvoller- Umlandswandeweise in vielen Berufsbildern und beruflichen Weiterbildungsgängen auch das direkte rungen mit neutra- Umland mit ein. Gleiches Phänomen gibt es umgekehrt für Berufsbilder, die an umliegen- lem Effekt für berufliche Schulen den Berufsschulen angeboten werden. Umlandwanderungen (in beide Richtungen) wirken sich quantitativ an beruflichen Schulen kaum aus. Die einzige Ausnahme stellt die in ihrer Grundgesamtheit jedoch kleine Schülerzahl in Klassen der Berufsvorbereitung dar.

Abbildung 21

Quelle: Stadt Nürnberg – Amt für Stadtforschung und Statistik (2021): Ein demographisches Ausnahmejahr? Bevölkerungsentwicklung 2020 im Zeichen der Pandemie. In: Berichte aus Stadtforschung und Statistik (M517). S. 2

Unter Einbeziehung der statistischen Auswertung zur Entwicklung der Schüler/-innenzahlen aus den öffentlichen Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien der Stadt Nürnberg Demographischer ist im Trend bis in die 2030er-Jahre von einem Wachstum der Schüler/-innenzahlen aus- Trend bis 2030: zugehen.1 Diesem Grundtrend unterliegen – in demographischer Betrachtung – genauso leichte Zuwächse die beruflichen Schulen. Denn im fortgeschrittenen Jugendalter ab 15 Jahren verteilen ABER: Demograsich die Geburtenjahrgänge sowohl auf allgemeinbildende als auch auf berufliche Bilphie spielt in der dungsgänge. Berufsbildung nur Der demographische Effekt spielt jedoch für die Schülerzahlenentwicklung an den beruf- untergeordnete lichen Schulen eine untergeordnete Rolle. Er ist insgesamt als nicht so stark einzuschät- Rolle zen, als dass insgesamt mit tatsächlich steigenden Schülerzahlen zu rechnen ist. Die Gründe liegen in weiteren, die Berufsbildung in den nächsten Jahren stark prägenden Einflussfaktoren.

1 Vgl. Kap. 3.1

8.1.2 Entwicklungen der Wirtschaft

Globaltrends und Wirtschaftsstruktur des Großraums Nürn-

berg

Folgt man dem IHK-KONJUNKTURKLIMA HERBST 20211 der IHK Nürnberg für Mittelfran- Wirtschaft fordert mittel- bis langfristig von Politik Fortschritte bei der Diwieder zurück auf Platz eins der Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung. „Mittel- und gitalisierung langfristig erwarten die mittelfränkischen Unternehmen von einer neuen Koalitionsregierung nun Fortschritte bei der Digitalisierung, Flexibilität am Arbeitsmarkt zur Fachkräftesicherung sowie eine Klimapolitik, die investitionssichere und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen setzt.“2

nach den Lockdowns der ersten bis dritten Pandemiewellen nun eine Erholung
mit kräftigem Umsatzwachstum eingesetzt. Der Konjunkturklimaindex erreicht erstmals
wieder Vor-Corona-Niveau.

Auch wenn in vielen Branchen eine intensive Erholung eingesetzt hat, zeichnet sich am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt die Trendwende noch nicht ab. „Die seit Jahren positiv Wirtschaftsstrukverlaufende Entwicklung der Arbeitslosenquoten in Nürnberg […] wurde im Corona-Jahr tur Nürnbergs: Ca. 2020 vorerst gestoppt.“ Die Arbeitslosenquote stieg in Nürnberg in weit erheblicherem 80% Dienstleis- Maße als in Fürth von März bis August 2020 um 37,5% an.3 Grundsätzlich ist die Beschäf- tungsgewerbe, tigtenstruktur in Nürnberg vom Dienstleistungsgewerbe geprägt. 79,5% aller sozialversi- 20% Produzierencherungspflichtig Beschäftigten waren 2020 in einem der vielen Dienstleistungsbetriebe des Gewerbe tätig. Jeder fünfte Beschäftigte in Nürnberg arbeitete im produzierenden Gewerbe. Nach Einschätzung des Amts für Stadtforschung und Statistik ist diese Struktur relativ stabil und wird sich auch durch die Folgen der Corona-Pandemie nicht ändern.4

1 IHK-Konjunkturklima Herbst 2021: Aufschwung mit Hürden. Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken (2021, Hrsg.) 2 IHK-Konjunkturklima Herbst 2021: Aufschwung mit Hürden. Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken (2021, Hrsg.), S. 18 3 Stadt Nürnberg – Amt für Stadtformung und Statistik (2021): Arbeitsmarkt und Bautätigkeit 2020. Berichte aus Stadtforschung und Statistik (M520), S. 1. 4 ebda. S.3

Abb.: Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungszahlen nach Branchen am Arbeitsort Nürnberg in den Jahren 2020 und 2021:

Abbildung 22

Quelle: Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg: Wirtschaftsstandort Nürnberg – Positionsbestimmung 2020, Januar 2020, Seite 6

Abbildung 23

Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Beschäftigungsstatistik, Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008, Nürnberg, Stadt, Stichtag 31.03.2021

Betrachtet man den Bereich der Dienstleistungen etwas genauer, dann lässt sich für Nürnberg feststellen, dass in den Sektoren „Verkehr/Lagerei“, „Information/Kommunikation“, „Arbeitnehmerüberlassung“, „Öffentliche Verwaltung“ ebenso wie im Gesundheitswesen

Zuwächse der Beschäftigten (in der Zeit der Corona-Pandemie Ende März 2021) zu verzeichnen waren.1

Nach einem deutlichen Personalrückgang vor Corona bei der Finanz- und Versicherungsbranche entwickelten sich die Beschäftigtenzahlen hier, wie auch in den Bereichen der öffentlichen Verwaltung, stabil.2 In der Ausbildung von Nachwuchsfachkräften zeigt sich im Bereich der öffentlichen Verwaltung ein dazu passendes Bild: Die Ausbildungsbereitschaft der Gebietskörperschaften hält weiterhin an. Dagegen nahmen die Auszubildenden in den Bereichen Banken und Versicherungen leicht ab.3

Auswirkungen des in allen Facetten diskutierten Themas Digitalisierung sind bereits bei Trend zur Digitaliobigen Erkenntnissen spürbar. Wie in einem Artikel der Bertelsmann-Stiftung dargelegt sierung bereits vor wird, ist die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen in großen Teilen vom Stand der Corona bei wirt- Digitalisierung abhängig.4 In Branchen mit fortgeschrittenen Digitalisierungsstandards, schaftsstrukturelsind aktuell schon rückläufige Auszubildendenzahlen zu erkennen. Betroffen sind hier len Veränderunmeist traditionelle kaufmännischen Ausbildungsberufe. Langfristig ist mit einer Abnahme gen im Raum der Gesamtzahl der Auszubildenden in diesen Branchen zu rechnen. Nürnberg spürbar

Um die Auswirkungen der Digitalisierung zu kompensieren, werden in allen Ausbildungsrichtungen der beruflichen Schulen Nürnbergs, die von Seiten der Unternehmen geforderten digitalen und überfachlichen Kompetenzen stärker in den Ausbildungsinhalten verankert. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, auch in den IT-Berufen junge Fachkräfte (insbes. von Fachinformatikern/-innen) vor Ort auszubilden. Qualitative Anfor- Kurzfristige konjunkturelle Schwankungen sind in der Schulentwicklungsplanung eben derung an Schulaufgrund ihrer nur temporären Wirkung nicht zu berücksichtigen. Dennoch sei an dieser raum: Konjunkturelle Schwankun- Stelle festgestellt, dass viele der von der Pandemie verursachten Auswirkungen auf den gen in der dualen Arbeitsmarkt sich analog bei Schülerzahlen in der dualen Ausbildung gespiegelt haben – Ausbildung erforsowohl bei Anstiegen (z. B. Lagerlogistik und Gesundheitswesen in den letzten Jahren) als dern Räume, die auch bei Rückgängen (z. B. Gastronomie, Handel, Touristik). Branchenbezogene konjunkflexibel und vielditurelle Schwankungen sind originäres Kennzeichen der Schulorganisation an Berufsschumensional genutzt len. Für die Schulraumentwicklungsplanung entfaltet dieses Phänomen weniger quantitawerden können. tive, als vielmehr qualitative Anforderungen an die Schulräumentwicklung: Schulräume müssen flexibel von verschiedenen Berufen genutzt werden können. Für eine zukunftsgerichtete Ausstattung von Räumen ist auf Flexibilität und gute IT-Anbindung zu achten.

1 vgl. Bundesagentur für Arbeit: Beschäftigungsstatistik, Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008, Nürnberg, Stadt, Stichtag 31.03.2021 2 ebenda, S. 6 3 Vgl. Schulausschuss der Stadt Nürnberg (17.12.2021), TOP: Entwicklung der Klassen- und Schülerzahlen an den beruflichen Schulen in Nürnberg im Schuljahr 2021/22. 4 vgl. https://www.zukunftderarbeit.de/, s. insbes. „digitale Transformation“, abgerufen 11.11.21.

8.1.3 Einstellungsverhalten und Ausbildungsbereitschaft

der Unternehmen, Veränderungen der Bildungs-

gänge (PIA, BFS-MTLA, Teilzeitausbildungen, etc.)

Deutschlandweit verringerte sich die Zahl der Auszubildenden im Zeitraum vom 31.12.2011 bis 31.12.2020 um 171.696 Personen auf 1.288.962 Personen.1 In den letzten beiden, durch Corona geprägten Jahren, verschärfte sich die Situation: Insbesondere im letzten Schuljahr hatten weniger Jugendliche die Möglichkeit, Praktika in Unternehmen zu absolvieren. Die eingeschränkten Zugangswege in die duale Ausbildung konnten durch digitale Angebote nicht vollständig ersetzt werden. Trotz verstärktem Engagement aller Akteure im „Übergangsmanagement“ stiegen beispielsweise an den öffentlichen beruflichen Schulen in Nürnberg die Schülerzahlen an den Fachoberschulen und an der Wirtschaftsschule, die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der dualen Ausbildung ging um fast 2,5 % zurück.2

Nicht nur die Zahl der Bewerber/-innen um duale Ausbildungsstellen sondern auch die Ausbildungsstellenangebote sind rückläufig: Die BA errechnete ein Minus von deutschlandweit 17.700 betrieblichen Ausbildungsstellen auf 496.800, die den Agenturen für Arbeit von Oktober 2020 bis September 2021 gemeldet wurden.3

Gleichzeitig wurden in den letzten Jahren schulische Ausbildungsgänge als beruflich-schulische Ausbildungsschienen weiterentwickelt. Genannt seien exemplarisch die im Modellversuch zuerst getestete „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ (OptiPrax), die mittlerweile ins Regelangebot PIA (Praxisintegrierte Ausbildung) übergegangen ist: Neben der „klassischen“ Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin können junge Erwachsene den Ausbildungsweg PIA wählen und erhalten während ihrer Ausbildung zum/zur Erzieher/-in eine Ausbildungsvergütung.

Als zweites Beispiel sei die Einführung einer betrieblich-schulischen Ausbildung von Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten/-innen genannt. Mit In-Kraft-Treten des MTA-Reformgesetz wird die Ausbildung reformiert: Sie wird dann aus theoretischem Unterricht, praktischem Unterricht (an der Schule) sowie einer praktischen Ausbildung in Kliniken und Labors bestehen. Die Umstellung der schulischen Ausbildung (mit betrieblichen Praktika) wird nach Information der Regierung von Mittelfranken zum Schuljahr 2023/24 erfolgen. An den Berufsfachschulen (BFS-MTLA) können dann nur noch Auszubildende aufgenommen werden, die einen Ausbildungsvertrag mit einer Klinik oder einem Labor abgeschlossen haben. Deshalb gilt es für die Berufsfachschule, Kooperationsverträge mit Kliniken und Labors zu schließen. Krankenhäuser können die Kosten der Ausbildung im Rahmen des Krankenhausfinanzierungsgesetzes refinanzieren.

1 vgl. Statistisches Bundesamt (Destatis): Berufsbildungsstatistik Deutschland, Auszubildende (Anzahl), 2021, Stand 05.11.2021 2 Amt für Berufliche Schulen: Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen an den beruflichen Schulen im Schuljahr 2021/22, Bericht im Schulausschuss am 17.12.2021 3 vgl. Bundesagentur für Arbeit: Ausbildungsmarktbilanz 2020/21, Presseinfo Nr. 36, 28.10.2021

8.1.4 Bildungspolitische Entwicklungen - Bildungspräfe-

renzen von jungen Erwachsenen

Am 22. Juni 2021 legte die Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ nach drei Jahren Arbeit dem Bundestag ihren Bericht vor.1 Demnach ist das Digitalisierung als Thema Digitalisierung eine der zentralen Herausforderungen in der beruflichen Bildung. Zukunftsthema für Damit verbunden sind die zu erwartenden Änderungen in den geforderten Qualifikations- Berufliche Bildung profilen der Lernenden. In Kombination mit der großen Heterogenität der betrieblichen Rahmenbedingungen ist es bereits jetzt wichtig, die richtigen Strategien für die langfristige Sicherung und stetige Verbesserung der Ausbildungsqualität in den einzelnen Berufen zu finden und den damit einhergehenden methodisch-didaktischen Veränderungsprozess zu gestalten.2

Neben der Digitalisierung ist in den „klassischen“ kaufmännischen Berufen der Trend zur Akademisierung weiterhin ungebrochen. Auf der Seite der Arbeitgeber werden (duale) Bachelorstudiengänge neben oder anstatt der dualen Ausbildungsgänge forciert, seitens der Absolventen/-innen allgemeinbildender Schulen mit Hochschulzugangsberechtigung werden häufig Studienwege einer dualen Ausbildung vorgezogen. Die bildungspolitische Forderung einer Stärkung der dualen Ausbildung bildet sich in den kaufmännischen Berufen bislang nicht in steigenden Ausbildungszahlen ab. Positive Trends sind hier eher in gewerblich-technischen Bereichen zu erwarten.

Insgesamt kann konstatiert werden, dass individuelle wie auch gesamtgesellschaftliche Bildungs- und Berufs(wahl)präferenzen die Entwicklung der Schülerzahlen an den beruflichen Schulen sehr stark beeinflussen.

Weitere Faktoren gehen aus der folgenden Grafik hervor:

1 Deutscher Bundestag - Enquete-Kommission beschließt Abschlussbericht, abgerufen 12.11.21 2 vgl. https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsbericht-2018/pdfbildungsbericht-2018/bbe18-kompakt.pdf, S. 10, abgerufen 17.12.2019

Abb.: Bildungspolitische Einflussfaktoren im Überblick

Abbildung 24

Quelle: Bildung in Deutschland kompakt 2018, Bundesbildungsbericht 2018, S. 11

Eine anspruchsvolle bildungspolitische Herausforderung ist die Einbindung in das berufliche Schulsystem der aus dem Ausland zugewanderten Lernenden mit oft fehlender oder mangelhafter Sprachkompetenz. Mit Konzepten zur berufssprachlichen Förderung wird Berufsvorbereitung bleibt große mit hohem organisatorischen und finanziellem Aufwand angestrebt, dass jugendliche Zu- Herausforderung wanderer zügig die Ausbildungsreife erreichen. Die Prognose der in Zukunft zu erwartenden Klassenzahlen bleibt aufgrund der gesamtpolitischen Verhältnisse schwierig. Die folgende Grafik zeigt die aktuell in Nürnberg geführten Berufsvorbereitungs- und Berufsintegrationsklassen, die mittlerweile schulpolitisch unter dem Dach der Berufsvorbereitung auf den DQR-Stufen 1 und 2 eingestuft sind (ein Lehrplan in Bayern).

Abb.: Anzahl der Berufsintegrationsklassen in Nürnberg seit dem Schuljahr 2010/11

Berufsschule (+WS) Klassen der

Berufsvorbereitung

BVJ-, BIK/V-, BIK-, IVK-WS-Klassen

90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

70
56 28
6 14 18 18 24 37 36 33 23
22
17 14 12 11 9 10 9 8 9 18 17

Anzahl der Berufsintegrationsklassen (1./2. Jahr einschl. Sonderform IVK-WS) Anzahl der Klassen im BVJ (einschl. Sonderformen)

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

8.2 Entwicklung der Gesamtschülerzahlen an den öffentli-

chen beruflichen Schulen

Die Schülerzahlen gingen an den öffentlichen beruflichen Schulen in der Stadt Nürnberg Schülerzahlen werden in den letzten zehn Jahren von 25.889 im Schuljahr 2011/12 auf aktuell 21.145 Schülerinlangfristig steigen, zunen und Schüler zurück. Der Rückgang ist hier noch deutlicher ausgeprägt als im gleichen nächst jedoch fallen Zeitraum in ganz Bayern (Nürnberg: -18,3 %): Hier verringerte sich die Schülerzahl an den beruflichen Schulen vom SJ 2011/12 bis zum SJ 2020/21 von 433.426 auf 402.710 (7,1%),1 dies liegt auch daran, dass an den städtischen Berufsschulen IT-Berufe nicht unterrichtet werden. Insbesondere Fachinformatiker/-innen werden von Unternehmen vermehrt ausgebildet und lösen gleichzeitig traditionelle Ausbildungsberufe ab. Berufsschulstandorte für den Beruf Fachinformatiker/-in sind in Mittelfranken die Berufsschulen in Fürth, Erlangen, Ansbach und (neu) die Berufsschule Roth.2

An den beruflichen Schulen in Mittelfranken lernten im Schuljahr 2020/21 56.560 Schülerinnen und Schüler. Prognostiziert wird ein Schülerrückgang bis zum Schuljahr 2025/26 auf 54.200, danach wieder ein Anstieg bis zum Schuljahr 2031/32 auf 59.220 Schüler/innen. 3 Erwartet werden kann eine ähnliche Entwicklung der Schülerzahlen in der Stadt Nürnberg.

Die Entwicklung der Schülerzahlen an den öffentlichen beruflichen Schulen in der Stadt ist in der folgenden Grafik dargestellt:

1 Landesamt für Statistik: Eckdaten der amtlichen Schulstatistik in Bayern nach kreisfreien Städten und Landkreisen, Berufliche Schulen in Bayern (gesamt), Herbst 2011, S. 3, und 2020, S. 5 2 vgl. StMUK: Schulsuche, https://www.km.bayern.de/schueler/schulsuche.html, Stand 15.11.2021 3 Bayerisches StMUK: Regionalisierte Schüler- und Absolventenprognose 2021, S. 121

Abb.: Gesamtschülerzahl an den öffentlichen beruflichen Schulen in der Stadt Nürnberg

Gesamtschülerzahl an den öffentlichen beruflichen

30000

Schulen in der Stadt Nürnberg

Berufsschule - dual inkl. BGJ (B11) Berufsschule + WS - BVJ und BIK Berufsschule - JoA 20000 n e Berufsfachschule n n / re -i Wirtschaftsschule lü h (mit IVK-WS) c S Fachschule 10000 Fachakademie

Fachoberschulen

Berufsoberschulen 0 2011/12 2013/14 2015/16 2017/18 2019/20 2021/22 Schuljahre

Abb.: Entwicklung der Schülerzahlen an den öffentlichen beruflichen Schulen (2011 bis 2021)

Schülerzahlen an öffentlichen beruflichen Schulen SJ 11/12 SJ 12/13 SJ 13/14 SJ 14/15 SJ 15/16 SJ 16/17 SJ 17/18 SJ 18/19 SJ 19/20 SJ 20/21 SJ 21/22
Berufsschule duale Ausbil- dung *) 17.824 16.486 15.906 15.480 15.212 15.638 15.160 15.091 15.233 14.573 14.214
Berufsschule BVJ, BIK, JoA 1191 1144 1012 1073 1361 1464 1.435 1.274 1.188 1.042 824
Berufsfach- schulen 1.424 1.408 1.391 1.348 1.267 1.194 1.166 1.274 1.286 1.288 1.248
FOS/BOS 3610 3511 3492 3491 3453 3433 3.481 3.507 3.266 3.164 3.238
Berufliche Wei- terbildung (Fach-akade- mien/ Fach- schulen) 1124 1200 1259 1226 1165 1167 1.105 1.120 1.299 1122 1.051
Wirtschafts- schule (inkl. VWS bzw. IVK- WS) 716 656 647 633 604 639 620 582 548 537 570
GESAMT 25.889 24.405 23.707 23.251 23.062 23.535 22.967 22.848 22.820 21.726 21.145

*) inklusive BGJ

8.3 Schularten

Derzeit besuchen gut 21.000 Schüler/-innen öffentliche berufliche Schulen in der Stadt Nürnberg (ohne Förderberufsschulen). Diese aggregierte Zahl ist für eine gezielte Entwick- Das berufliche Schullungsprognose kaum aussagekräftig, denn die Zukunftsperspektiven stellen sich für jede wesen ist vielfältig und einzelne berufliche Schulart unterschiedlich dar. reicht von der Berufsvorbereitung, DQR-Stu- Das nachfolgende Schaubild gibt einen Überblick über die verschiedenen Schularten der fen 1 und 2 bis zur beruflichen Schulen von der Berufsvorbereitung über die Erstausbildung bis hin zu Fach- Weiterbildung zum Baund Berufsoberschulen und zur beruflichen Weiterbildung. chelor Professional auf der DQR-Stufe 6

Abb.: Berufliche Schularten in Nürnberg im Überblick

Abbildung 25

Quelle: Amt für Berufliche Schulen

Auf Grund der sehr unterschiedlichen Bildungsziele1 und (Ausbildungs-)Inhalte der sieben beruflichen Schularten werden in den folgenden Kapiteln die einzelnen Direktorate vorgestellt, um aus den für die jeweiligen Schulen relevanten Faktoren auf die Entwicklung der Lernendenzahlen und somit auf die zukünftigen Raumbedarfe zu schließen.

Im Folgenden bezieht sich die Verwendung der Begriffe der einzelnen beruflichen Schularten ausschließlich auf den öffentlichen Schulbereich des beruflichen Bildungssystems in Nürnberg. 2

1 vgl. Art 11 bis 18 BayEUG 2 Im Stadtgebiet Nürnbergs existieren neben den öffentlichen beruflichen Schulen (städtisch und staatlich), Schulen in privater Trägerschaft. Da die Abdeckung des Raumbedarfs bei privaten Schulen nicht in die Zuständigkeit der Stadt Nürnberg fällt, werden diese Schulen nicht weiter betrachtet.

8.4 Entwicklung der einzelnen Direktorate

Neben den oben bereits genannten Aspekten, die für die quantitative Entwicklung der Direktorate maßgeblich sind, bestimmen weitere Einflussfaktoren die Schülerzahlen- Die Direktorate enttrends. Diese werden kurz skizziert und es wird versucht, eine Prognose der Schülerzahwickeln sich sehr unlenentwicklung für jedes Direktorat abzuleiten. Ebenso wird die aktuelle Raumsituation terschiedlich. dargestellt und eine Aussage getroffen, ob die Zahl der Schulräume aktuell ausreicht, ob Erweiterungen und/oder qualitativ Anpassungen notwendig sind. Auf bereits geplante Schulbaumaßnahmen wird hingewiesen.

„Steckbrief B1“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Baumetallberufe, Elektroberufe und Mechat- ronik, BVJ/s  Berufsfachschule für Assistenten für Informatik  Meisterschule für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik (Fachschule)  MEBS-Projektschule (Mittlere Ebene an Berufsschulen, siehe auch Glossar)
Entwicklungsrelevante Faktoren  Exzellenzzentrum (Industrie 4.0)  Weitere Zunahme der Bedeutung der IT-Berufe  Zunahme der Auszubildenden im Fachbereich Mechatroniker  Fortwährend hoher Modernisierungsbedarf insbes. Maschi- nen, Robotik und IT (iFU)  Zunehmende Forderung nach Kombination von kaufmänni- schen mit IT-Kompetenzen  Weiterentwicklung der Handwerksbranche sowie der Bedeu- tung der „Meisterprüfung“  Generalsanierungsmaßnahmen in Werkstätten und Werkhal- len dringend erforderlich  Bedarf an Sporthallenkapazitäten (Turnhalle in der Werkhalle für den Schulsport nicht mehr geeignet)  Hoher differenzierter Sprachförderbedarf bei den Lernenden
Standort und Schulraumsi- tuation  Schulhaus Augustenstraße 30  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Fachunterrichtsräume (FUR): Sanierung der Werkhallen und Werkstätten ist dringend erforderlich (BIC-Sachstandsliste, 24.08.2021, Lfd. Nr. 90)  Laufende iFU1 Maßnahmen: o Exzellenzzentrum Sensorik: Augmented Reality Lösung o Elektrotechnik: Messtechnik o Automatisierungstechnik: SPS-Labor  Geplante iFU Maßnahmen: o Exzellenzwerkstatt: Erneuerbare Energien: Projektierung, Visualisierung und Wartung von Photovoltaikanlagen
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: 

1 Die staatliche Förderung für integrierte Fachunterrichtsräume richtet sich nach dem Landesförderprogramm für integrierte Fachunterrichtsräume an beruflichen Schulen gem. KMBek Az. VI.3-BO1371.0/44/36 vom 28.06.2018 sowie nach der der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für die digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen (dBIR) vom Az. I.7-BS4400.27/330/24 vom 05.10.2021

Die B1 ist mit ihren Ausbildungsrichtungen IT, Baumetall, Elektroberufe und Mechatronik gut aufgestellt und für die zu erwartende Herausforderung der Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche gut gerüstet. In den nächsten Jahren wir ein leichter Anstieg der Schülerzahlen erwartet. B1: Sanierungs- und Um den hohen Qualitätsstandard der Ausbildung halten zu können, besteht in Zukunft ein Modernisierungsbestarker Modernisierungsbedarf insbesondere in den Fachunterrichts- und integrierten Fadarf hoch chunterrichtsräumen. Hierfür werden die Landes- und Bundesfördermittel konsequent genutzt. Für differenzierte Sprachförderung (Gruppenteilungen, Intensivierungsstunden) der Schülerinnen und Schüler sind Unterrichtsräume bereitzuhalten.

Die Bausubstanz der Werkstätten und Werkhallen ist veraltet, eine Generalsanierung ist dringend notwendig, ebenso der Neubau einer Sporthalle, Planungen hierzu sind im Gange.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 1 seit 2010 mit Entwicklungstendenz 2500

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

„Steckbrief B2“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Kraftfahrzeugtechnik, Fertigungstechnik und Verkehr, BIK, BVJ/s  Berufsfachschule für Fertigungstechnik  Rudolf-Diesel-Fachschule  Berufsschule Plus  MEBS-Projektschule  Ausbildungsstätte für Fachdidaktik der Berufspädagogen/-in- nen Bereich Metall (FAU)
Entwicklungsrelevante Faktoren  Elektromobilität mit Einfluss auf die Autoindustrie und deren Fertigungs- und Werkstattstrukturen  Einfluss von verkehrs- und umweltpolitischen politischen Ent- scheidungen (Förderung und Ausbau des Bahnverkehrs) auf die Zahl der Ausbildungsplätze im Bereich „Verkehr“  Investition der Bahn AG am Standort Nürnberg (Bau Instant- haltungswerk) mit angekündigter Erhöhung der Ausbildungs- plätze  Kontinuierlich hoher Bedarf an Modernisierungsinvestitionen für Maschinen, Robotik, IT in allen Schul- und Fachbereichen (iFU)  Berufsschule im Kontext des Akademisierungstrends (neue Konzepte: Verbundstudiengänge, Berufsschule+)  Beteiligung an zukunftsweisenden Entwicklungen (Industrie 4.0 und Lernortkooperation mit B4, BIRD1)  Konjunkturelle und strukturelle Entwicklung der Wirtschaft, Digitalisierung und damit Bedarf an hochwertiger Weiterbil- dung (Rudolf-Diesel-Fachschule; RDF)  Hoher differenzierter Sprachförderbedarf bei den Lernenden
Standorte und Schulraum- situation B2  Schulhaus Fürther Straße 77, Äußere Bayreuther Straße 8 (BBZ)  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Laufende iFU Maßnahmen B2 Fürther Straße 77: o Werkstatträume W16/W18: Ausstattung mit modernen Drehbänken und CNC-Fräsen o Erweiterung der Smart Factory um VR-AR-Labor o Lernwerkstatt 4.0: Robotik o Medialer Marktplatz zum selbständigen und kollaborati- ven Arbeiten BBZ: RDF/KFZ: o Karosseriebau: Carbon-Reparatur o Motorentechnik: Moderne Steuerungen Benzin/Diesel o Smart Factory o Bautechnik: Projektraum o LAN/W-LAN entspricht aktuell nicht den Anforderungen an den digital gestützten Unterricht
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl:

B2: Gute Raumausstattung; kontinuierlicher Modernisierungsbedarf

1 BIRD: Bereichsübergreifende Bildungsangebote für Industrie 4.0 auf der Plattform DQR-Stufe 5 als Katalysator der Durchlässigkeit – Projektpartner: Kontext Nürnberg: IHK Nürnberg, Berufliche Schulen/Stadt Nürnberg, FAU - Kontext Bayreuth: IHK Bayreuth, Berufliche Schulen, Universität Bayreuth - Übergreifend: Kultusministerium, Qualitus GmbH

Die B2 ist geprägt durch die Ausbildung von und Weiterbildung in technischen Berufen auf unterschiedlichen Niveaustufen (Berufsvorbereitung und Berufsintegration, duales System, Rudolf-Diesel-Fachschule (RDF)).

Die zukünftige Entwicklung der Berufsschule 2 wird vom strukturellen Wandel der Fertigungstechnik und verkehrs- und umweltpolitischen Trends beeinflusst: Viele Auszubildende sind in Industrieunternehmen, in der Automobilindustrie (KFZ-Technik) und in Schienenverkehrsunternehmen beschäftigt. Damit Schülerinnen und Schüler jene Kompetenzen erwerben, die sie in den Betrieben zukünftig benötigen, beteiligt sich die B2 an zukunftsweisenden Projekten, auch um die zu erwartende engere Verzahnung von technischen und kaufmännischen Ausbildungsinhalten in den Unterricht einfließen zu lassen.

Die anspruchsvollen Ausbildungsinhalte werden in allen Ausbildungsbereichen durch eine gezielte und differenzierte Sprachförderung begleitet.

Die Qualität der Ausbildung wird durch praxisorientierten Unterricht in den zahlreich vorhandenen Fachunterrichts- und integrierten Fachunterrichtsräumen gewährleistet, die laufend modernisiert werden müssen.

Es wird erwartet, dass die Schülerzahl an der B2 in den nächsten Jahren stabil bleibt.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 2 seit 2010 mit Entwicklungstendenz

1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Die Rudolf-Diesel-Fachschule ist eine hoch anerkannte Weiterbildungseinrichtung. Sie bietet Erwachsenen die Möglichkeit, einen beruflichen Abschluss als „Staatlich anerkannte/-r Techniker/-in“ auf der Stufe 6 des DQR und die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife zu erreichen. Die RDF steht mit ihren Bildungsangeboten in Konkurrenz zu privaten Weiterbildungseinrichtungen.

Die Gesamtschülerzahl hängt von der Weiterbildungsbereitschaft der (jungen) Erwachsenen ab. In Phasen der Hochkonjunktur und des Fachkräftemangels ist die Bereitschaft, nach einer Erstausbildung und beruflicher Tätigkeit an einer Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen geringer. Verschlechtern sich Beschäftigungschancen, dann steigt tendenziell das Interesse an beruflicher Weiterbildung und Spezialisierung. Dabei entwickeln sich die Schülerzahlen in den einzelnen Fachrichtungen der RDF unterschiedlich: Aktuell gehen

die Schülerzahlen in der Fachrichtung Elektrotechnik zurück, im Maschinenbau steigen die Studierendenzahlen.

Insgesamt wird an der B2 in gut ausgestatteten Räumen (FUR, iFU, DV) unterrichtet. Dem hohen technischen Anspruch wird die Schule gerecht.

Eine Prognose zur Entwicklung der Studierendenzahl ist im Diagramm als Korridor dargestellt.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Rudolf-Diesel-Fachschule seit 2010 mit Entwicklungstendenz

600

500

400

300

200

100

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Insgesamt wird der Raumbedarf der B2 konstant bleiben, es wird auch zukünftig an der B2 ein fortwährender Modernisierungsbedarf der hochtechnisierten Anlagen bestehen. Es ist zu erwarten, dass Umwidmungen von allgemeinen Unterrichtsräumen und die Ausstattung als integrierte Fachunterrichtsräume notwendig sind.

„Steckbrief B3“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Hotellerie, Gastronomie sowie für das Lebensmittelhandwerk, BIK, BVJ/s
Entwicklungsrelevante Faktoren  Entwicklung des Gastgewerbes in Nürnberg  Entwicklung der Systemgastronomie  Entwicklung der Zahl der Betriebe sowie der Be- triebsgrößen bei Bäckereien und Metzgereien (struktu- reller Wandel)  Entwicklung des Messestandortes Nürnberg  Erheblicher Fachkräftemangel  Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und Bewerbersi- tuation  Hoher differenzierter Sprachförderbedarf bei den Ler- nenden
Standort und Schul- raumsituation  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  LAN/WLAN nicht ausreichend für digitalen Unterricht  Fachunterrichtsräume (FUR): Modernisierung der Großküchen notwendig (idealer- weise als iFU mit Showküche und Kochstudio)  Laufende iFU-Maßnahmen o Erneuerung und Digitalisierung der Theke im Lehr- restaurant (iFU-Maßnahme und Modernisierungspauschale 2023)
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl:

B3: Gute Raumausstattung; teure Küchensanierung nötig

Die insgesamt positive Entwicklung des Gastgewerbes sowie der Systemgastronomie spiegelt sich nicht in steigenden Schüler/-innenzahlen an der B3 wider. Limitierend sind hier der Strukturwandel beim Bäcker- und Metzgerhandwerk, aber auch der deutliche Fachkräftemangel in den Branchen Hotel und Gaststätten sowie im Lebensmittelhandwerk. Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 3 seit 2010 mit Entwicklungstendenz1

1 Seit dem Schuljahr 2014/15 ist die B3 Kompetenzzentrum für das Lebensmittelhandwerk, Hotellerie, Restaurants in der aktuellen berufsbereichsbezogenen Zusammensetzung. (vorher: Abwanderung der Bereiche Augenoptik  B8, Verkehr  B2, Lagerlogistik  B14)

4000

3500

3000

2500

Kompetenzzentren-

bildung B2,B3, B8,

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Die Fachunterrichtsräume, deren große Anzahl durch die Anforderungen der Berufe bedingt ist, sind im Bereich Lebensmittelhandwerk sehr modern ausgestattet. Ersatzinvestitionen sind im Bereich Hotellerie/Restaurant/Großküchen notwendig: Die Modernisierung des Restaurants und mittelfristig die Erneuerung der Großküchen stehen an.

Auch an der B3 werden die Schülerinnen und Schüler berufssprachlich stark gefördert. Unterrichtsteilungen sind in den vorhandenen Räumen möglich.

„Steckbrief B4“
Merkmale des Direktorates  Kaufmännische Berufsschule für Automobilwirtschaft, Finanzwirtschaft, Groß- und Außenhandel, Industrie Markt- und Sozialforschung, Steuer, Versicherungen und Finanzen, BGA, BIK  Seminarschule  Universitätsschule  MEBS-Projektschule
Entwicklungsrelevante Faktoren  Auswirkung der Digitalisierung in allen schulrelevanten Branchen: schnelle Veränderung der Lerninhalte  Veränderungen im Ausbildungsverhalten der Betriebe  Elektromobilität mit Einfluss auf die Autoindustrie und deren Vertriebsstrukturen  Berufsschule im Kontext des Akademisierungstrends  Beteiligung an zukunftsweisenden Entwicklungen (In- dustrie 4.0 und Lernortkooperation mit B2, BIRD, Kom- biberuf)  Ausweitung der schulischen Zusatzangebote  Verbundstudiengänge (Verbundstudium „Steuerfachan- gestellte“, B4, und „Bachelor of Arts BWL/Steu- ern/Rechnungswesen“, Berufsschule Hof und Hoch- schule Hof/ Verbundstudium „Kaufleute für Versichrun- gen und Finanzen“, B4, und „Bachelor of Arts Wirt- schaftswissenschaften“, FAU Erlangen-Nürnberg)  Teilnahme am IHK-Kooperationsmodell mit zahlreichen Hochschulen  Differenzierter Sprachförderbedarf bei den Lernenden
Standort und Schul- raumsituation  Schulhaus Schönweißstraße 7  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Laufende iFU Maßnahmen: o Automobilwirtschaft digital o Versicherungswirtschaft: moderne Kundenberatung o digitales Projektmanagement in der Versicherungs- wirtschaft o digitalgestützte Bankberatung o Steuerfachangestellte: Mandantengespräche in Präsenz und Distanz o Digitale Auftragsbearbeitung und Projektmanage- ment im Groß- und Außenhandel
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: / 

B4: Gute Raumausstattung; Digitalisierung der Räume in Arbeit

Wie bereits dargestellt, werden die meisten kaufmännischen Berufe an der B4 durch die zunehmende Digitalisierung in den Ausbildungsbetrieben stark tangiert.

Die Zahl der Auszubildenden ist rückläufig. Notwendig sind schnelle Anpassungen der Lerninhalte. Die Berufsschule 4 stellt sich diesen Herausforderungen mit besonderem Engagement in zukunftsweisenden pädagogischen Projekten und bietet über den Unterricht

hinausgehende Zusatzqualifikationen an, die die von den Ausbildungsunternehmen gewünschten Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler besonders fördern.

Um die sprachlich hohen Anforderungen der Abschlussprüfungen der jeweiligen Ausbildungsberufe meistern zu können, ist eine gezielte Sprachförderung der Lernenden notwendig.

Die folgende Grafik zeigt, dass mittelfristig mit einem Rückgang der Schüler/-innenzahlen zu rechnen ist.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 4 seit 2010 mit Entwicklungstendenz

2500

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

An der B4 stehen ausreichend Unterrichtsräume zur Verfügung. Ersatzinvestitionen sind für die Unterrichtsräume in der kaufmännischen Ausbildung kontinuierlich notwendig, insbesondere die regelmäßige Erneuerung und Aktualisierung der IT-Ausstattung.

Das Schulhaus Schönweißstraße 7 ist neu vernetzt. Im Zuge der WLAN-Ertüchtigung der Schule kommen flexible IT-Strukturen zum Tragen (z. B. Notebook-Wagen).

„Steckbrief B5“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Floristen und Friseure, BIK/Vs (schu- lisch), BIK, BVJ/s, BVJ/k  Modeschulen (Berufsfachschule für Bekleidung, Berufs- fachschule für bekleidungstechnische Assistenten, Fach- schule für Bekleidungstechnik)
Entwicklungsrelevante Faktoren  Entwicklung der Zahlen im Bereich Berufsintegration und in der Berufsvorbereitung schwer einzuschätzen: Abhängigkeit von gesellschaftlichen Veränderungen (in- ternational)  Innovative Konzepte in der Berufsvorbereitung und Berufsintegration  Weiterhin sehr hoher (sprachlicher) und differenzierter Unterstützungsbedarf bei BI- und BVJ-Klassen  Entwicklung der Anzahl der Ausbildungsbetriebe im Fri- seurhandwerk stabil  Steigendes Qualitätsbewusstsein bei floralen Produkten  Neuer Schulstandort gemeinsam mit der B14 in Planung
Standort und Schul- raumsituation BBZ  BBZ, Deumentenstraße 1  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  LAN/WLAN nicht ausreichend für digitalen Unterricht
Standort und Schul- raumsituation Reuters- brunnenstr. 12  Angespannte räumliche Situation wegen Abgabe von Klassenräumen (AUR) an die Grundschule Reutersbrun- nenstraße in den letzten Jahren  Laufende iFU-Maßnahmen o Musterdigitalisierungssystem, 3D-Schnittsysteme und 3D-Entwurfssysteme nach aktuellem Standard o Heißluftschweiß-Aggregat
Standort Bielefelder- straße 41  Gemeinsames Schulhaus mit Gewächshäusern und Frei- flächen mit dem Berufsbereich Gärtner der Staatl. BS 1 Fürth  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Mietvertrag bis Juli 2024
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl:

B5: Neubau mit B14 geplant

An der B5 gilt es fünf verschiedene Schul- bzw. Fachbereiche getrennt zu betrachten:

Berufsintegrationsklassen und Berufsvorbereitung: Die Berufsschule 5 kann als „Kompetenzzentrum“ für Berufsintegration bezeichnet werden. Seit 2011 haben die Lehrkräfte der B5 hier enorme Expertise aufgebaut und als Spezialisten die weiteren beruflichen Schulen in der Stadt unterstützt. Schüler/-innen werden bei der Aufnahme hinsichtlich ihres Sprachniveaus getestet und in die für sie passenden BI-Klassen aufgenommen. Die

Schule führt alle Berufsintegrationsvorklassen.1 Die Schule kooperiert eng mit dem Team Berufsintegration des Amtes für Berufliche Schulen beim Übergang der „Sprachlernschüler/-innen“ von den Berufsintegrationsvorklassen ins zweite Schuljahr. Hier wird den Jugendlichen ein hinsichtlich des Sprachniveaus wie auch der beruflichen Schwerpunkte differenziertes Angebot an insgesamt acht verschiedenen Berufsschulen sowie der Wirtschaftsschule gemacht.

Bei den oben genannten Schülerinnen- und Schülergruppen (Berufsintegration und Berufsvorbereitung) besteht ein sehr hoher sprachlicher und pädagogischer Förderbedarf. Der Einsatz von differenzierten Unterrichtskonzepten ist zwingend notwendig.

Berufsbereich Körperpflege: Die Ausbildung im Friseurhandwerk entwickelt sich insgesamt recht stabil (trotz der Pandemiesituation).

Floristik: Ebenso stabilisiert haben sich die Ausbildungszahlen im Bereich Floristik. Kunden sind zunehmend qualitätsbewusst und kaufen höherwertige Produkte in Handwerksbetrieben der Floristen ein.

Die Modeschulen umfassen die Berufsfachschule für Bekleidung, die Berufsfachschule für Bekleidungstechnische Assistenten/-innen und die Fachschule für Bekleidungstechnik.

Mit hohem organisatorischen Aufwand und kreativen Projekten wird die Attraktivität der Aus- und Weiterbildungsschienen auf unterschiedlichen Qualifikationsebenen herausgestellt. Wie die untenstehenden Zahlen zeigen, gelingt der B5 dies gut. Trends, die die Nachhaltigkeit der produzierten Ware in den Vordergrund stellen, tragen zu einem geänderten Bewusstsein bei Konsumenten und Produzenten bei und unterstützen die Bemühungen der Verantwortlichen.

Abb.: Anzahl der Lernenden an den Modeschulen seit 2010 mit Entwicklungstendenz

250

200

150

100

50

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

1 Basis für die schulübergreifende Klassenplanung durch das SchB-Team Berufsintegration sind die Meldungen der Absolventen/-innen aus den Deutschklassen der Mittelschulen (vormals Übergangsklassen) sowie Neuanmeldungen von Jugendlichen direkt an der B5 und Wiederholer/-innen. Schulpflichtig sind Jugendliche bis zum Alter von 21 Jahren (in begründeten Ausnahmefällen bis zum 25. Lebensjahr) ab dem dritten Monat nachdem sie aus dem Ausland zugezogen sind. Weitere Details: Vgl. Art. 35 (1) Satz 2 BayEUG

Für die Schule organisatorisch sehr herausfordernd ist die Aufteilung des Direktorats auf drei Schulstandorte (BBZ und „Tempohaus“, Reutersbrunnenstraße 12 sowie Bielefelder Straße 41). Ein neuer Schulstandort gemeinsam mit der B14 ist in Planung. Nach Freiwerden der Räume im Schulhaus der Reutersbrunnenstraße 12 können die Räume saniert und der dortigen Grundschule und Betreuung zur Verfügung gestellt werden (siehe auch Kapitel 4.4.2 Grundschulen).

„Steckbrief B6“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Einzelhandelsberufe, Buchhandel, Druckberufe, Marketingkommunikation, Mediengestal- tung, Fotoberufe, Medienkaufleute, Visuelles Marke- ting, BIK, BVJ/s  Fachakademie für Wirtschaft  Fachschule für Druck- und Medientechnik  Berufsschule Plus  Seminarschule  Universitätsschule
Entwicklungsrelevante Faktoren  Zunahme des Onlinehandels und Auswirkung auf den stationären Einzelhandel  Anhaltende Beliebtheit der Ausbildungsberufe in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik (z. B. Kaufleute für Marketingkommunikation) trotz Konkurrenz durch Ausbildungsberuf des/der Kauf- mann/-frau im E-Commerce  Rückläufige Bedeutung des Standortes Nürnberg für den Bereich Druck aber steigende Beschäftigungs- und Ausbildungsbereitschaft im Bereich Neue Medien  Hoher Innovationsgrad im Berufsbereich Informations- und Kommunikationstechnik, deshalb kontinuierliche Modernisierung der IT-Technik notwendig (iFU)  Einfluss der konjunkturellen Entwicklung und des anhal- tenden Akademisierungstrends auf die Weiterbildung zum Betriebswirt  Hoher differenzierter Sprachförderbedarf bei den Ler- nenden (BVJ/BIK, Erstausbildung)
Standort und Schul- raumsituation  BBZ, Äußere Bayreuther Straße 8  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  LAN/WLAN nicht ausreichend für digitalen Unterricht  Geplante iFU-Maßnahmen o Umbau der Druckhalle zu den „Medienwelten“ mit offenen Lehr-/Lernkonzepten
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl:

B6: Gute Raumausstattung;

Moderne Berufe erfordern IT-Modernisierungen

Betrachtet man die folgende Abbildung, ist die Anzahl der Lernenden an der B6 kontinuierlich rückläufig. Im Wesentlichen spiegelt diese Entwicklung den Bedeutungsverlust des

Standortes Nürnberg für den Bereich Druck, aber auch die Zunahme des Online-Handels zu Lasten des stationären Handels wider.

Die konjunkturelle Entwicklung, Fachkräftemangel und der anhaltende Akademisierungstrend wirken sich negativ auf die Bereitschaft junger Erwachsener aus, sich für eine berufliche Weiterbildung zu entscheiden. Dies ist an der B6 in den Schulbereichen Fachschule für Druck- und Medientechnik sowie an der Fachakademie für Wirtschaft spürbar.

Die steigende Zahl der Auszubildenden im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik kompensiert die Schüler- bzw. Studierendenrückgänge in den weiteren Schulbereichen der B6 nicht.

Positiv entwickelt sich an der B6 das Bildungsangebot „Berufsschule Plus“. Es ist in Nürnberg am Berufsbildungszentrum mittlerweile an der B2 und B6 fest etabliert. Neben der eigentlichen Ausbildung können Schülerinnen und Schüler hier mit dem Besuch von Zusatzunterricht in allgemeinbildenden Fächern die Fachhochschulreife erzielen. Der Unterricht findet in der Regel in den Abendstunden statt. Die Unterrichtsräume am BBZ werden in den Abendstunden zusätzlich ausgelastet.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 6 seit 2010 mit Entwicklungstendenz

2500

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

In den nächsten Jahren stehen der B6 Unterrichtsräume in ausreichender Zahl zur Verfügung, deren Ausstattung im Zuge der Digitalisierung kontinuierlich erneuert und modernisiert werden muss. Eine sehr gute technische Ausstattung der FUR und iFU gewährleistet die hohe Ausbildungsqualität in den einzelnen Berufen der B6. Das LAN/W-LAN-Netz im BBZ entspricht nicht den Anforderungen des digital gestützten Unterrichts.

„Steckbrief B7“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule: Berufsintegrationsklassen in den Berei- chen Ernährung/Versorgung sowie Pflege  Berufsoberschule für Sozialwesen und Gesundheit  Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsma- nagement  Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung  Berufsfachschule für Sozialpflege
Entwicklungsrelevante Faktoren  Auswirkungen der Pflegerechtsreformen (steigende Nachfrage nach Pflegepersonal)  Zunahme der Schüler/-innen mit Migrationshintergrund im Bereich Pflege  Schüler/-innen würdigen die Aus- sicht auf sicheren Arbeitsplatz  Zunahme des differenzierten Sprachförderbedarfs  Zunahme der mobilen Pflegeeinrichtungen  BFS Ernährung und Versorgung: Rückläufige Schülerzah- len  Struktureller Wandel: Zunahme des Fachkräftebedarfs im Bereich Pflege
Standorte und Schul- raumsituation  Äußere Bayreuther Straße 61: Berufsfachschulen für Er- nährung und Versorgung, Sozialpflege, Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement, BVJ/BIK  Neubaustandard  Schoppershofstraße 80: BOS Sozialwesen und Gesund- heit  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR) an den beiden Standorten  Laufende iFU-Maßnahmen o Wäscherei: Digitaler Wäschekreislauf o Mensa: Bargeldloses Bezahlsystem
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl an den ver- schiedenen Schularten der B7 insgesamt:

B7: Gute Raumausstattung: Neubauzustand

Ende Februar 2020 zog die B7 in ein kernsaniertes und auf die Bedürfnisse der B7 zugeschnittenes modernes Schulgebäude ein. Der Schule stehen nun Unterrichtsräume in ausreichender Zahl zur Verfügung.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung sowie an der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement seit 2010 mit Entwicklungstendenz

300

250

200

150 FAK 100 BFS

50

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

„Steckbrief B8“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für medizinische Fachangestellte, tierme- dizinische Fachangestellte, zahnmedizinische Fachange- stellte, Pharm.-kaufm. Angestellte, Chemielaboranten, Augen- optik, Zahntechnik  Berufsfachschule für medizinisch-technische Laboratori- umsassistenten/Laboratoriumsassistentinnen
Entwicklungsrelevante Faktoren  Hohe Attraktivität der Berufe, v. a. für weibliche Auszu- bildende  Seit Jahren steigende Zahl der Auszubildenden und Klas- sen  Hoher Modernisierungsbedarf, insbesondere auch der FUR für die Berufsbereiche Augenoptiker/-innen, Zahn- techniker/-innen und Chemielaboranten/-innen  Hoher Bedarf an iFU  Mittelfristige Planung: Nutzung des Schulgebäudes Sulzbacher Straße 102 nach Auszug der B14 und Generalsanierung  Bedarf an fachlich gut ausgebildeten Angestellten an Kli- niken sowie in Arztpraxen sehr groß  Konzentrationsprozess bei Laboren  Entstehung von Großlaboren mit hohem Bedarf an Fachmitarbeiterin- nen und -mitarbeitern

B8: Dringender Sanierungsbedarf des Schulhauses; Modernisierungen nötig

 Veränderungen der Rahmenbedingungen – Berufsbild MTLA: betrieblich-schulische Ausbildung mit Ausbil- dungsvergütung; Stundentafel/Lehrplanänderungen/- anpassungen werden erwartet; Planung von Kooperati- onen der B8 mit Kliniken und Krankenhäusern sowie La- bors  Zunahme des differenzierten Sprachförderbedarfs
Standort und Schul- raumsituation BBZ  Raumbedarf an allg. Unterrichtsräumen (AUR) wächst  LAN/WLAN nicht ausreichend für digitalen Unterricht  Laufende iFU-Maßnahmen o Zahntechnik: 3D-Scanner und CNC-gesteuerte Fräs- maschine o MTLA: Mikrobiologische Diagnostik  Geplante iFU-Maßnahmen: o VR-Anatomieraum
Standort und Schul- raumsituation Sulzba- cher Str. 102  Dringender Sanierungsbedarf des Schulhauses (BIC- Sachstandsliste, 24.08.2021, Lfd. Nr. 100)  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Dringend sanierungsbedürftige Lehrwerkstätten für Au- genoptiker/-innen und Chemielaboranten
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: 

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist an der B8 mit aktuell 2.825 deutlich gewachsen. Aufgrund der hohen Attraktivität der angebotenen Ausbildungsberufe, der Konzentrationsprozesse im Bereich medizinischer Labore und dem hohen Fachkräftebedarf an Kliniken ist von einem weiteren Anstieg der Schüler- und Klassenzahlen auszugehen.

Neben dem zu erwartenden Anstieg des Raumbedarfs müssen zur Aufrechterhaltung der Qualität der Ausbildung insbesondere in den Berufsbereichen Augenoptik, Zahntechnik und Chemielaboranten/-innen die FUR und iFU dringend modernisiert und erweitert werden. Auch in den weiteren Berufsbereichen besteht ein permanenter Modernisierungsbedarf bei der technischen Ausstattung.

Ähnlich wie an anderen Direktoraten gilt es, viele der Schüler/-innen zukünftig intensiv sprachlich zu fördern. Gruppenteilungen und Intensivierungsstunden werden die Raumknappheit im BBZ voraussichtlich verschärfen.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 8 seit 2010 mit Entwicklungstendenz

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Mittelfristig kann die beengte Raumsituation an der B8 durch die Nutzung des Schulgebäudes Sulzbacher Straße 102 nach Auszug der B14 und Generalsanierung behoben werden.

„Steckbrief B9“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Bürowirtschaft und Verwaltung, BIK  Berufsfachschule für Büroberufe  Seminarschule  Universitätsschule
Entwicklungsrelevante Faktoren  Auswirkung der Digitalisierung in den Bereichen Büro- wirtschaft und Verwaltung  Starke Veränderung der Ausbildungsinhalte; zunehmen- der IT-Einsatz in allen Lernfeldern, IT-Ausstattung muss kontinuierlich modernisiert werden  BFS: Zunahme der Schüler/-innen mit Migrationshinter- grund  Zunahme des differenzierten Sprachförderbedarfs
Standort und Schul- raumsituation  Wieselerstraße 3, Bürowirtschaftliches Zentrum am BBZ  Neubaustandard  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl:  

B9: Gute Raumausstattung in modernem Schulgebäude

Ähnlich wie an der Berufliche Schule 4 sind die kaufmännisch-verwaltenden Berufe der B9 von der Digitalisierung stark betroffen. Eine schnelle Anpassung der Lerninhalte und ein verstärkter Einsatz von IT in allen Lernfeldern ist erforderlich und wird an der Schule forciert.

Durch die Zunahme der Schüler/-innen mit Migrationshintergrund, v. a. in der Berufsfachschule für Büroberufe besteht ein erhöhter Bedarf an Sprachförderung. Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 9 seit 20141 mit Entwicklungstendenz

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Das moderne Schulhaus bietet der B9 in den nächsten Jahren eine angemessene Raumsituation, jedoch erfordert die hohe Zahl an Fachunterrichtsräumen mit moderner IT-Ausstattung in Zukunft Modernisierungsausgaben für die dort eingesetzte IT-Technik.

„Steckbrief B10“
Merkmale des Direktorates  Berufsfachschule für Kinderpflege und  Fachakademie für Sozialpädagogik  MEBS-Projektschule
Entwicklungsrelevante Faktoren  Starker Ausbau der Kindertagesstätten bewirkt hohen Bedarf an Fachkräften  Ausbau offener und gebundener Ganztagsbetreuungs- angebote  Ausbau der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA) in der Stadt Nürnberg  Steigende Schüler- und Studierendenzahlen  Kapazitätsausweitung der Ausbildungsplätze  Beseitigung der räumlicher Engpässe durch Anmietung zusätzlicher Unterrichtsräume am Schulstandort mög- lich

B10: Modernes Gebäude, jedoch Raumknappheit

1 Eigenes Direktorat für die B9 ab 2014/15, vorher B14

Standort und Schul- raumsituation  Am Fernmeldeturm 3  Neubaustandard  Angespannte räumliche Situation wegen Klassenmeh- rungen seit 2015 in den Schulbereichen BFS-Kinder- pflege und FAK-Sozialpädagogik
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: 

Die Attraktivität der beiden Nürnberger Bildungseinrichtungen BFS-Kinderpflege und Fachakademie für Sozialpädagogik ist aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ungebrochen. Die Bewerber/-innenzahlen überstiegen in diesem Jahr erneut die Anzahl verfügbarer Plätze. Durch den Vollausbau der Teilzeitklassen an der BFS-Kinderpflege und von PIA verzeichnete die B10 in den letzten Jahren einen Schüler/-innen und Studierendenzuwachs.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Fachakademie für Sozialpädagogik seit 2010 mit Entwicklungstendenz

600

500

400

300

200

100

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Durch die dynamische und in ihrer Quantität nicht vorhersehbare Entwicklung der Schülerinnen- und Schüler- sowie Studierendenzahlen ist das erst im Oktober 2017 neu bezogene Gebäude am Fernmeldeturm 3 bereits wieder an seiner Kapazitätsgrenze.

„Steckbrief B11“
Merkmale des Direktorates  Berufsschule für Bauberufe (Farbtechnik, Bautechnik, Holztechnik), BGJ, BIK  Berufsfachschule für Bautechnik  Berufsfachschule für Farbtechnik  Fachschule Maler und Lackierer (Meisterschule)
Entwicklungsrelevante Faktoren  Positiver Einfluss der Konjunktur- und Zinsentwicklung auf das Bauhaupt- und Nebengewerbe  Bedarf der Handwerksbetriebe an Auszubildenden deutlich größer als das Angebot  Hoher differenzierter Sprachförderbedarf bei den Ler- nenden  Große Fachsprengel bei Ausbildungsberufen mit hohem Spezialisierungsgrad  Hoher Modernisierungsdruck bei den FU/iFU (Digitali- sierung, Arbeitssicherheit)
Standort und Schul- raumsituation  Deumentenstraße 1 (BBZ)  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  LAN/WLAN nicht ausreichend für digitalen Unterricht  Fachunterrichtsräume (FUR): Modernisierung im Be- reich Holztechnik notwendig (Einbau von Absauganla- gen gem. aktueller Arbeitsplatzrichtlinien in den Werk- stätten (Holz, Trockenbau))  Laufende iFU-Maßnahmen o Zimmerei: CNC-Abbundmaschine o Schreinerei 3D-Fertigungszentrum: Design, Aufmaß und Fertigung in 3D; Objektanalyse in VR
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: 

B11: Gute Raumsituation

Modernisierungen notwendig

Aufgrund der seit mehreren Jahren florierenden Bauwirtschaft ist der Bedarf an Auszubildenden in Handwerksbetrieben des Bauhaupt- und Nebengewerbes im Großraum Nürnberg höher als die Zahl der Bewerber/-innen. Die tatsächliche Zahl der „neuen“ Auszubildenden bleibt in diesem Bereich aktuell konstant. Steigende Auszubildendenzahlen verzeichnet die Schule bei den teilweise deutschland- oder bayernweiten Fachsprengeln der Bauspezialberufe (z. B. Bauwerksabdichter/-innen, Rohrleitungsbauer, Stuckateur/-innen). Die hohe Qualität der Ausbildung in diesen Bereichen erzeugt einen kostenintensiven Modernisierungsdruck. Den gestiegenen Anforderungen der Arbeitssicherheit, aber auch den Herausforderungen, die durch die fortschreitende Digitalisierung Einzug in die handwerklichen Abläufe halten, ist in Zukunft Rechnung zu tragen.

Aufgrund der angespannten Bewerberlage für Ausbildungsberufe der B11 sind die Schülerinnen und Schüler durch umfangreiche sprachfördernde und pädagogische Unterstützungsmaßnahmen zu begleiten.

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 11 seit 2010 mit Entwicklungstendenz

1400

1200

1000

800

600

400

200

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB - Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

An der B11 kann von einem konstanten Raumbedarf am BBZ ausgegangen werden.

Der hohe Anteil an FUR ist bedingt durch die berufliche Ausrichtung der B11. Ein weiterer Ausbau der iFU-Kapazität ist mittelfristig erforderlich. Aufgrund der Dimensionen und dem Gewicht der Maschinen gestaltet sich die Raumplanung für die integrierten Fachunterrichtsräume aktuell schwierig.

„Steckbrief B12“
Merkmale des Direktorates  Städtische und Staatliche Wirtschaftsschule, VWS
Entwicklungsrelevante Faktoren  Vergleichbare Bildungsabschlüsse sind an Mittelschulen und Realschulen zu erwerben  Auswirkungen der Einführung „LehrplanPLUS“ verbun- den mit einem Anstieg der fachlichen Förderungskon- zepte  Ganztagsangebot  Seit dem Schuljahr 2020/21: 6. Jahrgangsstufe (Vor- klasse)  9. Jahrgangstufe für Abgänger aus Gymnasien geöffnet  Stabilisierung der Klassenzahlen und Angebot von zu- sätzlichem, unterstützendem Unterricht  Ausgefeiltes Marketingkonzept (z. B. Besuch v. a. von Mittelschulen, um für Wirtschaftsschule zu werben)  Klassen der zweistufigen Wirtschaftsschule und IVK-WS (BI-Klassen) mit hohem Sprachförderbedarf

B12: Gute Raumsituation

Auswirkungen der Einführung „LehrplanPLUS“ verbun-

den mit einem Anstieg der fachlichen Förderungskon-

zepte

Ganztagsangebot

Seit dem Schuljahr 2020/21: 6. Jahrgangsstufe (Vor-

klasse)

  1. Jahrgangstufe für Abgänger aus Gymnasien geöffnet

 Stabilisierung der Klassenzahlen und Angebot von zu-

sätzlichem, unterstützendem Unterricht

Ausgefeiltes Marketingkonzept (z. B. Besuch v. a. von

Mittelschulen, um für Wirtschaftsschule zu werben)

Klassen der zweistufigen Wirtschaftsschule und IVK-WS

(BI-Klassen) mit hohem Sprachförderbedarf

 Hoher Modernisierungsbedarf in den FUR für die kauf- männische Grundlagenausbildung (Digitalisierung/IT)
Schulraumsituation  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Ausreichende Zahl der Fachunterrichtsräume (FUR)
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl:  

Hoher Modernisierungsbedarf in den FUR für die kauf-

männische Grundlagenausbildung (Digitalisierung/IT)

Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)

Ausreichende Zahl der Fachunterrichtsräume (FUR)

Die Reform und die Erweiterung der Mittelschule um die Jahrgangsstufe 10 führten zu einer quantitativen Stärkung der Mittelschulen. Wirtschaftsschulen mussten sich neu positionieren. Dies führte im Schuljahr 2014/15 zu einer Anpassung der Lehrpläne: Fächer, die für den Übertritt an die Fachoberschule wichtig sind, wurden gestärkt.

Darüber hinaus werden an der Wirtschaftsschule Nürnberg gebundene Ganztagesklassen eingeführt.

Wie die folgende Grafik zeigt, konnte der Schülerrückgang wieder etwas abgefedert werden.

800

700

600

500

400

300

200

100

0

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Wirtschaftsschule seit 2010 mit Entwicklungstendenz

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB, Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Seit dem Schuljahr 2020/21 wird an der B12 die Vorklasse geführt (6. Jahrgangsstufe). Die vierstufige, dreistufige sowie zweistufige Wirtschaftsschule in ihrer Form als Berufsfachschule bleibt bestehen.

Ziel des jüngeren Einstiegs an der Wirtschaftsschule ist es, als weiterer „Baustein“ die Vielfalt der Bildungswege an den Nürnberger Schulen zu ergänzen und die Schulart Wirtschaftsschule für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler attraktiver zu machen.

Mit dem zusätzlichen Angebot können die räumlichen Kapazitäten der B12 gut genutzt werden. Erwartet wird, dass sich die Zahl der Lernenden an der Wirtschaftsschule in den nächsten Jahren weiter stabilisiert.

Gut etabliert und sehr erfolgreich sind an der B12 die Berufsintegrationsklassen, die seit diesem Schuljahr als staatliche Integrationsvorklassen (IVK-WS) geführt werden. Sie bieten neu zugezogenen Jugendlichen die Möglichkeit direkt nach zweijähriger Sprachintegration an der Wirtschaftsschule in Regelklassen den mittleren Schulabschluss anzustreben.

8.4.13 Berufliche Oberschulen

Die Beruflichen Oberschulen sind innerhalb des beruflichen Schulwesens ein Schulbereich Schülerzahlen sinken mit hoher Dynamik. Ursachen waren zum einen bildungspolitische Maßnahmen: Die Ein- zwischenzeitlich und führung der 13. Jahrgangsstufe ermöglichte den Erwerb der Allgemeinen Hochschulzu- steigen langfristig wiegangsberechtigung, aber auch der seit 1999 begonnene und inzwischen abgeschlossene der an Bologna-Prozess zeigte Auswirkungen. Die Einführung der Vorklasse an der Fachoberschule sowie der Akademisierungstrend führten in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Schülerzahlen an den Fachoberschulen und zu einem Schülerrückgang an den Berufsoberschulen.

Viele Einflussfaktoren spielen eine Rolle: Nach Abschluss einer dualen Erstausbildung sind Unternehmen i. d. R. bestrebt, ihre jungen Fachkräfte in unbefristete Arbeitsverhältnisse zu übernehmen. Die Rückkehr der Absolventen/-innen ins weiterführende berufliche Schulsystem nach der Erstausbildung verlor für die jungen Erwachsenen an Attraktivität. Die Trennschärfe zwischen Universitäts- und Fachhochschulstudium geht verloren. Deshalb ist es in zahlreichen Disziplinen nicht mehr notwendig, die allgemeine Hochschulreife zu erwerben.

Fachoberschulen: Seit Eröffnung der Staatlichen Fachoberschule II zum Schuljahr 2016/17 verteilen sich in Nürnberg die Schüler/-innen auf drei öffentliche Fachoberschulen.

Die Schülerzahlen an den Fachoberschulen lagen über die letzten fünf Jahre hinweg stabil zwischen 2.500 und 2.800 Schülern mit leicht steigender Tendenz. An den beruflichen Oberschulen ist mit aktuell knapp 600 Schülern ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen. Das Staatsministerium für Bildung und Kultus prognostiziert für Mittelfranken ein Wachstum der Schülerzahlen an den Fachoberschulen von 4,5 % bis zum Schuljahr 2035/36.1 Für den gleichen Zeitraum wird für die Berufsoberschulen eine Steigerung der Schülerzahlen von 7,2 % vorhergesagt. Nach Einschätzung des StMUK wird es in den nächsten Jahren zu einem leichten Rückgang kommen, bevor das Wachstum die prognostizierten Steigerungen erreicht.

8.4.13.1 Berufliche Schule – Direktorat 13

„Steckbrief B13“
Merkmale des Direktorates  Fachoberschule mit den Fachrichtungen Technik, Wirt- schaft und Verwaltung, Sozialwesen und Agrarwirt- schaft, Bio- und Umwelttechnologie

B13: Neubau geplant

1 Bayerisches StMUK: Regionalisierte Schüler- und Absolventenprognose 2021, S. 121

Entwicklungsrelevante Faktoren  Alternative FOS-Angebote in der Stadt Nürnberg (seit dem Schuljahr 2016/17 zusätzlich durch Eröffnung der Staatl. FOS II)  Anhaltender Trend zur Akademisierung  Einführung der neuen Ausbildungsrichtung "Agrarwirt- schaft, Bio- und Umwelttechnologie" (ABU seit dem Schuljahr 2018/2019)
Standort und Schul- raumsituation  Rollnerstraße 15  Angespannte räumliche Situation (AUR)  Neubau für die Berufliche Schule 13 auf dem Prinovis- Gelände geplant (Ringtausch)
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: 

Seit Eröffnung der Staatlichen Fachoberschule II sank die Schüler- und Klassenzahl an der BON bis zum Schuljahr 2019/20. Dies ist insbesondere auch der Attraktivität des neuen Schulstandorts der Staatlichen FOS II geschuldet.

Mittlerweile hat die B13 ihr Ausbildungsangebot weiter diversifiziert und hebt sich mit der neuen Fachrichtung Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie vom Bildungsangebot der beiden Staatlichen Fachoberschulen ab. Die Schülerzahlen der BON haben sich aktuell klar stabilisiert.

Dadurch wird eine Entlastung der Staatlichen FOS II erreicht und dem prognostizierten Schülerzuwachs in Nürnberg begegnet. Abb.: Anzahl der Lernenden an der Beruflichen Oberschule (BON/B13) seit 20101 mit Entwicklungstendenz

900

800

700

600

500

400

300

200

100

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB, Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

1 Eröffnung der Staatlichen FOS II ab Schuljahr 2016/17

Am Standort Rollnerstraße 15 herrscht räumliche Enge. Die Ausstattung der BON mit den für die Fachrichtungen erforderlichen Fachunterrichtsräumen erfolgte in den letzten Jahren sukzessive.

8.4.13.2 Staatliche Berufsoberschule, Staatliche Fachoberschule (Lothar-von-Faber-

Schule), Staatliche Fachoberschule II

„Steckbrief Staatliche BOS, LvFS, FOS II“
Merkmale der staatlichen Oberschulen  Staatliche Berufsoberschule mit den Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung, Technik  Lothar-von-Faber-Schule mit den Fachrichtungen Ge- staltung, Gesundheit, Sozialwesen, Wirtschaft und Ver- waltung  Staatliche Fachoberschule II mit den Fachrichtungen So- zialwesen, Technik, Wirtschaft und Verwaltung
Entwicklungsrelevante Faktoren  Trend zur Akademisierung  Differenzierung des Ausbildungsangebotes innerhalb der Fachoberschulen  Stetig hohe Nachfrage nach Fachkräften (Bindung der Mitarbeiter v. a. nach der Ausbildung ans Unterneh- men)  Anerkennung von alternativen Bildungsabschlüssen im Rahmen des DQRs (Meister = DQR 6 = Bachelorab- schluss)  Berufsschule Plus als zusätzliche Möglichkeit zur Erlan- gung der „FH-Reife“
Standorte und Schul- raumsituation: Staatliche BOS – „Tempohaus“ Schopper- shofstr. 80  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Brandschutzsanierung abgeschlossen
Lothar-von-Faber- Schule, Schafhofstr. 25  Sanierungsbedarf des Schulhauses (Vor-BIC-Liste, 20.08.2021, Lfd. Nr. B44; B45)  Standzeit der Container auf dem Schulhof aktuell bis 2025
Staatliche FOS II, Rot- henburger Str. 401  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: FOS  BOS 

Lothar-von-Faber Schule mit dringendem Sanierungsbedarf

Abb.: Anzahl der Lernenden an der Staatlichen BOS seit 2010 mit Entwicklungstendenz

1200

1000

800

600

400

200

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB, Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Abb.: Anzahl der Lernenden an den Staatlichen Fachoberschulen1 seit 2010 mit Entwicklungstendenz

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB, Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

1 Eröffnung der Staatlichen FOS II ab Schuljahr 2016/17

„Steckbrief B14“
Merkmale des Direktorates Berufsschule für Rechtsberufe, Touristik und Personenverkehr, Transport- und Logistikberufe, BVJ/s
Entwicklungsrelevante Faktoren  Auswirkung der Digitalisierung in allen kaufmännischen Beru- fen an der Schule  Weiterer Ausbau des Nürnberger Hafens als Logistikzentrum  Speditions- und Logistikbranche expandiert weiter  Sinkende Nachfrage nach Dienstleistungen aus dem Bereich Touristik  Hoher differenzierter Sprachförderbedarf bei den Lernenden  Neuer Schulstandort gemeinsam mit der B5 in Planung
Standorte und Schulraum- situation: Schönweißstr. 7  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Laufende iFU-Maßnahmen o Tourismuskaufleute: Virtuelles Reisebüro mit VR-Raum und 360°-Filmequipment o ReNoPat-Fachangestellte: Digitale Anwaltskanzlei
Sulzbacher Str. 102  Dringender Sanierungsbedarf des Schulhauses (BIC-Sach- standsliste, 24.08.2021, Lfd. Nr. 100)  Ausreichende Zahl der allg. Unterrichtsräume (AUR)  Laufende iFU-Maßnahmen o VR-Lagerlogistik Raum für Wareneingang, Gefahrenstoffe und Gabelstaplersimulator
Mittelfristige Prognose Entwicklung der Klassen- und Lernendenanzahl: 

B14: Neubau gemeinsam mit B5 geplant

Die B14 ist, genau wie die B4 und die B9, eine Berufsschule mit kaufmännischer Prägung und in allen Berufsbereichen spiegelt sich der Digitalisierungstrend in den Lernfeldern und den Lerninhalten wider. Verstärkter IT-Einsatz und moderne Unterrichtsmedien sind unverzichtbar. Allerdings hat die Digitalisierung an der B14 nicht zur Folge, dass die Schülerzahlen an der Schule rückläufig tendieren.

Hier schlägt ein Brancheneffekt durch: Die B14 ist Kompetenzzentrum für Spedition/Logistik und Lager, ein florierender Wirtschaftszweig, der in der Stadt Nürnberg für zunehmende Beschäftigten- und stabile bis steigende Auszubildendenzahlen sorgt.

Abb. : Anzahl der Lernenden an der Berufsschule 14 seit 20101 mit Entwicklungstendenz

Kompetenz-

zentrenbil- dung: B14 und B9

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

Quelle: Amtliche Schulstatistik, SchB, Stand: 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Die B14 benötigt zukünftig eine gute Ausstattung mit FUR, iFU und DV-Räumen. Modernisierungsinvestitionen sind insbesondere im Berufsbereich Lagerlogistik am Schulstandort Sulzbacher Straße 102 dringend notwendig. Die Planung eines neuen Schulstandorts (gemeinsam mit B5) geht einher mit der Zusammenlegung der bisher zwei Standorte der B14. Redundanzen bei der Bereithaltung von Fach- und DV-Räumen werden damit reduziert. Die Zahl der Unterrichtsräume ist aktuell ausreichend.

8.5 Resümee berufliche Schulen

Der zukünftige Schulraumbedarf an den beruflichen Schulen wird von vielfältigen Faktoren beeinflusst. Die Entwicklung der jungen Bevölkerung in der Stadt (15- bis 25-Jährige) ist ein, aber nicht das einzig wesentliche Kriterium:

Die Zahl der 15- bis 20-Jährigen in der Stadt Nürnberg nahm im Zeitraum von 2010 bis 2020 unwesentlich ab (-90 Personen). Die Schüler/-innen an den beruflichen Schulen reduziert sich in höherem Maße (2010/11: 25.852 SuS; 2020/21: 21.763 SuS).

Der Anteil auswärtiger Schüler/-innen an den beruflichen Schulen divergiert in Abhängigkeit vom Alter der Schüler/-innen, der Schulart sowie der Sprengelbildungen in den Ausbildungsberufen.

Wirtschaftsstrukturelle Veränderungen, insbesondere die unterschiedlichen Auswirkungen der Digitalisierung in allen Wirtschaftssektoren, bildungspolitische Entscheidungen sowie gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen in hohem Maße Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer individuellen Bildungsweg- und Berufswahlentscheidung.

1 ab Schuljahr 2014/15 Abspaltung der B9 (Büroberufe)

Das StMUK prognostiziert, dass die Schülerzahlen an den beruflichen Schulen in Mittelfranken auf lange Sicht bis in die 2030iger Jahre wieder zunehmen werden.1

Für die Stadt Nürnberg wird bis zum Jahr 2030 ein Zuwachs der 15- bis 20-Jährigen in Höhe von 1.731 Bürgerinnen und Bürgern, bis zum Jahr 2035 in Höhe von 3.474 erwartet.2

Beide Prognosen deuten eher auf einen Anstieg der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an den Schulen allgemein, wie auch an den beruflichen Schulen hin.

Die folgende Übersicht zur Entwicklung der Teilzeit- und Vollzeitklassen an den beruflichen Schulen bis zum Schuljahr 2021/22 indizieren, dass den beruflichen Schulen aktuell Schulräume in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Aller Voraussicht nach müssten die Schulräume quantitativ längerfristig ausreichen.

In der folgenden Übersicht zur Entwicklung der Vollzeit- und Teilzeitklassen gilt es zu berücksichtigen, dass Klassenzimmer an den beruflichen Schulen stets von mehreren Teilzeitklassen in der Woche genutzt werden. Teilzeitklassen (auch Blockklassen) werden (standardisiert) mit einem Faktor von 2,53 auf Vollzeitäquivalente umgerechnet. Im Ergebnis zeigen sich an den Beruflichen Schulen folgende Trends ab: Die Vollzeitklassen waren in den letzten Jahren leicht rückläufig, die Teilzeitklassen deutlich und damit auch die Gesamtzahl der Klassen (umgerechnet in VZ-Äquivalente) an den beruflichen Schulen.

11/12 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20 20/21 21/22
Vollzeit-Klas- sen 288 278 276 278 285 280 294 293 289 288 280
TZ als VZ-Klas- sen 291,2 290,8 278,8 270,8 270,4 283,2 266 262,4 260,4 254 246
Summe Klas- sen umge- rechnet in VZ 579,2 568,8 554,8 548,8 555,4 563,2 560 555,4 549,4 542 526
Anteil VZ 49,7% 48,9% 49,7% 50,7% 51,3% 49,7% 52,5% 52,8% 52,6% 52,1% 53,2%

Berufsschulen sind die dualen Partner in der Berufsausbildung, berufliche Schulen bieten vollschulische Erstausbildungen und Weiterbildungen bis zur Niveaustufe 6 des DQR an.

Die Digitalisierung und Technisierung in den (Ausbildungs-)Unternehmen muss in den beruflichen Schulen „mitgegangen“ werden. Deshalb herrscht aktuell und zukünftig ein erheblicher Erneuerungs- und Modernisierungsbedarf für die Ausstattung der Fachunterrichtsräume und der integrierten Fachunterrichtsräume.

Die beruflichen Schulen schöpfen staatliche Förderprogramme für (integrierte) Fachunterrichtsräume in hohem Maße aus. Die Erneuerung und technische Modernisierung der Fachunterrichtsräume stellt parallel zu den beiden Neubauprojekten B5/B14 und B13 und nach der Fertigstellung der beiden Schulneubauten die größte Herausforderung für den Sachaufwandsträger dar.

1 vgl. Bayerisches StMUK: Regionalisierte Schüler- und Absolventenprognose 2021, S. 121 2 vgl. Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth: Kleinräumige Bevölkerungsprognose, Juni 2021 3 Mittelwert aus Vorgaben der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes (AV- BaySchFG), Anlage 1, Punkt 4.3

9 Entwicklung Deutschklassen, Berufsintegrationsklassen,

SPRINT und InGym

„Deutschklassen werden für Schülerinnen und Schüler angeboten, die als Quereinsteiger in das bayerische Schulsystem eintreten und nur rudimentäre oder gar keine Deutschkenntnisse haben. Die Grundlage für den Unterricht in der Deutschklasse stellt der Lehrplan Deutsch als Zweitsprache dar. Durch stark differenzierte Unterrichtsformen sollen die Schülerinnen und Schüler besonders in der deutschen Sprache gefordert und gefördert werden und bei entsprechendem Lernfortschritt in der deutschen Sprache in die entsprechende Jahrgangsstufe der Regelklasse zurückgeführt werden.“1

Der Einzugsbereich der Deutschklassen an Grund- und Mittelschulen (frühere Übergangsklassen oder Ü-Klassen) ist jeweils deutlich größer als der Schulsprengel der jeweiligen Schule. Dies bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler der Deutschklassen nicht über die Prognose der Einwohnerschaft der jeweiligen Schulsprengel beschrieben werden können. Andererseits muss der Raumbedarf dieser Klassen im Modell bei der Schule berücksichtigt werden, die die Ü-Klasse bildet. Deshalb wurden in den Schüler- und Klassen- Ist-Zahlen der vergangenen Jahre die Deutschklassen in der Summe der Klassen einer Schule oder eines Verbundes aufgeführt, ihre Schülerinnen und Schüler aber getrennt vermerkt.

Im Realschulbereich wird seit dem Schuljahr 2015/2016 SPRINT angeboten. SPRINT (= Sprachförderung intensiv) ist ein wichtiger Beitrag der bayerischen Realschulen, um Jugendlichen mit geringen Sprachkenntnissen im Deutschen einen Realschulabschluss zu ermöglichen. SPRINT-Schülerinnen und Schüler werden für ein Schuljahr einer Realschule zugewiesen und in den Regelunterricht integriert. Seit 2016/17 übernehmen diese Aufgabe die Geschwister-Scholl-Realschule und die Johann-Pachelbel-Realschule. In den Schulwochen 1-12 werden die Teilnehmenden mit einer besonderen Stundentafel unterrichtet, ab Schulwoche 13 sukzessive in den Regelunterricht integriert. Im Schuljahr 2021/2020 besuchen jeweils 15 Schülerinnen und Schüler die SPRINT-Klassen. Die Erfolgsquote liegt bei über 70%.

Das Projekt InGym (Integration am Gymnasium) ermöglicht Schülerinnen und Schülern aus der Jahrgangsstufe 6-9, die ihre gymnasiale Schullaufbahn im Ausland begonnen haben, diese in Bayern fortzuführen und die für den Unterricht erforderlichen Sprachkenntnisse zu erwerben. Das Projekt ist in zwei Phasen gegliedert: Die Schülerinnen und Schüler werden vom wohnortnahen Stammgymnasium nach Überprüfung der gymnasialen Perspektive als Gastschüler aufgenommen. Anschließend besuchen sie in Phase I ein halbes Jahr lang einen Sammelkurs an einem der Projektgymnasien, in Nürnberg das Martin-Behaim-Gymnasium. In Phase II nehmen die Schülerinnen und Schüler an ihrem wohnortnahen Gymnasium mit gezielter zusätzlicher Förderung am Regelunterricht teil. Nach bestandener Aufnahmeprüfung und erfolgreicher Probezeit sind sie reguläre Schülerinnen und Schüler ihres Gymnasiums. Im Schuljahr 2021/22 besuchen insgesamt 23 Schülerinnen und Schüler die Jahrgangsstufen 6-9 der InGym Klassen am Martin-Behaim-Gymnasium, 15 davon verbleiben an Stammgymnasien im Stadtgebiet.

1 Staatl. Schulamt in der Stadt Nürnberg, https://schulamt.info /Schulen/Deutschklassen, abgerufen 15.11.2021

Die Einbindung der aus dem Ausland zugewanderten Lernenden mit oft fehlender oder mangelhafter Sprachkompetenz in das berufliche Schulsystem ist eine anspruchsvolle bildungspolitische Herausforderung. Mit Konzepten zur berufssprachlichen Förderung wird Berufsintegrationsmit hohem organisatorischen und finanziellem Aufwand angestrebt, dass jugendliche Zu- klassen mit höchswanderer zügig die Ausbildungsreife erreichen. Es werden Dabei sogenannten „Berufsin- ter Schwankungsbreite an beruflitegrationsklassen“ BIK gebildet. Die Bezeichnung Berufsintegrationsklassen wird in der chen Schulen in Darstellung im weiten Sinnen angewandt. D. h. es sind alle Klassenformen des ersten und den letzten 10 Jahzweiten Deutschlernjahres also auch Sonderformen (z. B. an der Wirtschaftsschule) umren fasst. Die Berufsintegrationsklassen sind seit dem Schuljahr 2020/21 schulorganisatorisch unter dem Dach der Berufsvorbereitung als Klassen zum Erfüllen der Berufsschulpflicht vereint.

Zuzüge aus dem europäischen Ausland stellen im Schuljahr 2021/22 die Mehrheit der Schüler/innen in Deutschlernklassen sowie Berufsintegrationsklassen dar. Leichte quantitative Schwankungen und Verschiebungen bei den „TOP 3“ der europäischen Zuzugsnationen lassen sich durch die wirtschaftliche Situation in den Herkunftsländern erklären.

Mitte der 2010er Jahre stellten Geflüchtete insbes. an Berufsschulen die Mehrheit der Schülerschaft in den Berufsintegrationsklassen dar. Die Erfahrungen der letzten großen Flüchtlingsbewegungen mit dem Höhepunkt im Jahr 2016 haben gezeigt: In der Regel verlassen Menschen ihr Land als Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene. Seit dem Jahr 2015 machte die Altersgruppe bis unter 25 Jahren regelmäßig mehr als die Hälfte der Asylanträge aus.1 Im Jahr 2021 entfielen auf die genannten Altersgruppen sogar knapp zwei Drittel der Asylanträge. Die Flüchtlingskrisen in der Welt wirken sich schulplanerisch extrem kurzfristig und gleichzeitig quantitativ mit hohen Spitzen aus.

Kein anderer Bildungsgang an den beruflichen Schulen wies in den letzten Jahren eine derart hohe Schwankungsbreite auf wie die Berufsintegrationsklassen. In einer mittel- bis langfristig ausgerichteten Schulentwicklungsplanung kann weder das Minimum noch das Maximum der dauerhafte Maßstab für eine Raumplanung sein. Vielmehr müssen durch flexible Raumkonzepte Spielräume geschaffen werden, kurzfristige Spitzen räumlich wegfedern zu können.

Die Entwicklung der Klassen verlief in den letzten Jahren wie folgt (ohne InGym und Sprint- Klassen):

1 vgl. Quelle: Demografie von Asylsuchenden in Deutschland | bpb; Stand: 15.11.2021

Abb. : Klassenzahlen der Deutsch und BIK-Klassen 2005 bis 2021

Deutsch - und BIK-Klassen

Deutschklassen Grundschule Deutschklassen Mittelschule 80

70

60

50

40

30

20

10

Quelle: Staatl. Schulamt der Stadt Nürnberg, Amtliche Schulstatistik. SchB, Stand: 01.10. bzw. 20.10. des jeweiligen Schuljahres, Darstellung: Referat für Schule und Sport, 11/2021.

Abb. : Tabelle Schüler und Klassenzahlen der Deutsch und BIK-Klassen 2005 bis 2021

Deutschklassen Grundschule Deutschklassen Mittelschule BIKlassen Berufl. Schulen Gesamt
Schüler
Schüler Klassen Schüler Klassen Klassen Schüler Klassen
Schuljahr
2005/2006 127 10 127 10
2005/2006 127 10 127 10
2006/2007 99 10 99 10
2007/2008 98 8 98 8
2008/2009 77 7 148 10 225 17
2009/2010 73 5 147 10 220 15
2010/2011 100 6 174 11 111 6 385 23
2011/2012 141 8 216 13 280 14 637 35
2012/2013 176 12 277 16 330 18 783 46
2013/2014 209 15 327 23 303 18 839 56
2014/2015 276 16 392 24 510 26 1178 66
2015/2016 335 21 523 29 691 40 1549 90
2016/2017 311 22 671 40 1203 70 2185 132
2017/2018 326 21 609 40 885 56 1820 117
2018/2019 291 23 627 39 607 36 1525 98
2019/2020 242 18 504 34 526 33 1272 85
2020/2021 179 15 373 27 416 28 416 70
2021/2022 170 12 310 23 399 23 56

Quelle: Staatl. Schulamt der Stadt Nürnberg, Amtliche Schulstatistik. SchB, Stand: 01.10. bzw. 20.10. des jeweiligen Schuljahres

Hinweis: Die Schülerzahlen der Tabelle sind je die Werte zu Schuljahresbeginn, hier gibt es aufgrund von Zuund Wegzügen große Schwankungen während des Schuljahres.

Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Deutschklassen und der Berufsintegrationsklassen bleiben aufgrund der gesamtpolitischen Verhältnisse schwierig und sind aus Sicht der Verwaltung nicht sinnvoll. Für die Integration ist es allerdings zwingend, die Schülerinnen und Schüler der Deutschklassen Stück für Stück in die Regelklassen zu überführen. Damit ist es notwendig, an Standorten mit Deutschklassen ausreichend Regelklassen zu führen, die dann aufnahmefähig sind (z.B. zwei parallele Regelklassen zu einer Ü- Klasse). Eine reine „Deutschklassen-Schule“ ist deshalb nicht möglich. In der Regel sollten die Schülerinnen und Schüler von Grund- und Mittelschulen spätestens beim Schuljahreswechsel an die Sprengelschule ihrer aktuellen Wohnadresse wechseln, um die Integration in das Wohnumfeld zu ermöglichen

Eine besondere Herausforderung ist, dass es in einigen Grundschulsprengeln große Unterkünfte für Schutzsuchende gibt, die dort z.T. auch mehrere Jahre wohnen. Diese Kinder besuchen zwar meist zunächst Deutschklassen, sind anschließend dann aber ihrem Schulsprengel zuzuordnen. Dies führt dann zu einer punktuellen Überlastung dieser Sprengel.

10 Ringtausch: Aktueller Stand und Fortführung sowie Schul-

baumaßnahmen

10.1 Ringtausch – Ziele und Meilensteine

Der Grundsatzbeschluss für den Ringtausch I an beruflichen Schulen stammt aus dem Jahr 2007 (Schulausschuss Mai 2007). Auf den Weg gebracht wurden damals sowohl Ringtausch I: pädagogisch-strukturelle als auch bauliche Veränderungen. Der Ringtausch I sah die enge berufliche Schulen Verzahnung und Abstimmung von Maßnahmen an mehreren beruflichen Direktoraten vor. Zentrale Ziele des Konzept „Ringtausch I“ waren:

 Schaffung zusätzlichen Schulraums  Strukturierung der beruflichen Schulen zu Kompetenzzentren und räumliche Zusammenfassung der Direktorate (soweit möglich)

In den Folgejahren wurden diese Ziele wie folgt umgesetzt:

 Die B3 wurde zum Kompetenzzentrum für Gastronomie, Hotellerie und Nahrungsmittelhandwerk am BBZ räumlich zusammengefasst und für die Berufsbereiche Nahrungsmittelhandwerk (Bäcker/Konditoren, Fleischer) wurden neue Fachräume durch interne Raumverlagerungen im BBZ und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen bis 2018 hergestellt.  Für die B9 wurde das Bürowirtschaftliches Zentrum am BBZ neu errichtet (Einzug 2013).  Die B10 zog im Jahr 2017 in das neue Schulhausgebäude „Am Fernmeldeturm 3“ (nach Auszug der Johann-Pachelbel-Realschule).  Die B7 zog im Februar 2020 ins kernsanierte Schulhaus Äußere Bayreuther Straße 61 ein, nachdem der Mittelbau des Schulhauses Pilotystraße 4 im August 2016 für den Schulbetrieb gesperrt wurde.

Im Schulausschuss Juli 2018 wurden als neue Handlungsbedarfe der Ringtausch II: Schulraumentwicklung folgende Herausforderungen benannt (Konzept „Ringtausch II“): alle Schularten  Akute bzw. absehbare Sanierungsbedarfe an mehreren Schulgebäuden: Pilotystraße 4, Sulzbacher Straße 102, mittelfristig BBZ  Hoher Schulraumbedarf an den allgemeinbildenden Schulen  Bereinigung noch bestehender suboptimaler Organisationsstrukturen an den beruflichen, soweit möglich (Ziel: „Ein-Haus-Lösungen“).

Die „Meilensteine“ der Maßnahmen zeigt die Übersicht:

Jahr Meilensteine des Ringtausch I an beruflichen Schulen
2007 2013 Neubau Bürowirtschaftliches Zentrum Beschluss: Bau des Bürowirtschaftlichen Zentrums (B9) auf dem BBZ-Parkplatz Einweihung des Neubaus
2009 Staatliche BOS Staatliche Berufsoberschule zieht ins angemietete/umgebaute Tempohaus ein.
2014 Teilung B7alt B7 (alt) wird in B7 (neu) und B10 geteilt.
2014 Teilung B14 alt B14 (alt) wird in B14 (neu mit Lagerlogistik von B3) und B9 geteilt.
2013 2013 2014 B3 wird Kompetenzentrum Gastronomie/Hotellerie/Nahrungsmittelhandwerk B3 gibt Berufsfelder ab:  Das Berufsfeld Verkehrsberufe wird B2 zugeordnet.  Das Berufsfeld Augenoptik wird B8 zugeordnet.  Das Berufsfeld Lager/Logistik wird B14 zugeordnet.
2010 2017 Staatliche FOS II  Die Gründung einer zusätzlichen staatlichen Fachoberschule wird beim StMUK erfolgreich beantragt; Stadt Nürnberg plant Schulhausneubau.  Der Neubau für RS III und FOS II wird eingeweiht.
2017 Umzug der B10 B10 zieht in das Schulgebäude „Am Fernmeldeturm 3“ ein.
2013 2016 2017 u. 2018 Umstrukturierungen innerhalb des BBZ  Fachunterrichtsräume im Bereich Druck/Buchbinder (B6) und KFZ (B2) werden modernisiert und räumlich verdichtet (Bau B bzw. Bau C).  Fachunterrichtsräume der Fotografen B6 ziehen vom E-Trakt in den B- Trakt des BBZ, in sanierte Fachunterrichtsräume.  B3 (Kompetenzzentrum Gastronomie/Hotellerie/Nahrungsmittelhandwerk), wird ins BBZ verlagert, dazu finden Renovierungsmaßnahmen im Bau F (Fleischer/innen) und Bau E (Bäcker/Konditoren/innen) statt.
2019 Erstellung eines Raumprogramms für die B8 im Schulhaus Sulzbacher Straße 102
2019 Markterkundung für einen Neubau für die B5 und die B14
2020 Einzug der B7 ins Schulhaus Äußere Bayreuther Straße 61 B7/BOS Sozialwesen/Gesundheit bleibt im Tempohaus Interimsnutzung des Schulhauses Pilotystraße 4 während der Pandemiezeit durch Gymnasien, B13, Merianschule bis zum Start der Sanierung für die Mittelschulen der nördlichen Altstadt
2021 Beginn des Teilnahmewettbewerbs für den Neubau B5/B14 am 14.04.2021, Auswertung der indikativen Angebote ab 21.10.2021
2021 Beauftragung der Verwaltung zur Planung des Schulbauprojekts Neubau der B13 (BON) auf dem ehemaligen Prinovisgelände in Langwasser durch den Schulausschuss am 16.07.2021
2020/21 Erstellung des Raumprogramms zur abschnittweisen Sanierung der Werkhallen und Werkstätten der B1, Augustenstraße 30
2021 Erstellung eines Raumprogramms zur Sanierung der Sporthallen am BBZ: Dringender Sanierungsbedarf der Sporthallen (Dachsanierung, Brandschutz, Trennvorhänge, Beleuchtung)

10.2 Aktueller Stand des Ringtauschs und Zielsetzungen in

den nächsten Jahren

Im Dezember 2021 stellt sich die Situation wie folgt dar:

Für die Beruflichen Schulen Direktorate 5 und 14 erfolgte die Ausschreibung für einen B5/B14 Schulhausneu- Schulhausneubau. Beide Schulen sind an ihren bisherigen Standorten auf mehrere Schulbau geplant häuser verteilt: Die B5 unterrichtet Schülerinnen und Schüler in den Schulhäusern BBZ, Reutersbrunnenstraße 12, Bielefelderstraße 41, die B14 an den Standorten Schönweißstraße 7 und Sulzbacher Straße 102. Nach dem Auszug der B5 aus dem BBZ werden sich am Berufsbildungszentrum freie Unterrichts- und Fachräume ergeben. Dies ermöglicht erste Maßnahmen einer Sanierung am Schulstandort „Alte Messe“. Die frei werdenden Raumkapazitäten in der Reutersbrunnenstraße 12 werden der Grundschule und dem Betreuungsbedarf für Grundschulkinder im gleichen Gebäude zur Verfügung stehen.

Die Sporthallen des BBZ sollen frühestens ab 2023 saniert werden. Hier stehen die Sanierung des Daches sowie umfangreiche Brandschutzsanierungen an.

Die B7 bewirtschaftet seit Februar 2020 das angemietete Schulhaus Äußere Bayreuther Straße 61, die B7/BOS, Ausbildungsrichtungen Sozialwesen und Gesundheit, verbleiben im Tempohaus, Schoppershofstraße 80.

Die B8 nutzt als „Haupthaus“ das BBZ. Die Berufsbereiche Augenoptiker/-innen und Chemielaboranten/-innen werden im sanierungsbedürftigen Schulhaus Sulzbacher Straße 102 unterrichtet.

Für die BON (B13) wird ein Neubau, als erster Bauabschnitt eines Schulzentrums auf dem B13 Neubau in ehemaligen Prinovisgelände geplant. Die Schule befindet sich aktuell in der Rollnerstraße Planung im Rahmen ei- 15. Nach dem Auszug der BON wird das Schulhaus als Interim für Oberstufenklassen der nes neuen Schulzent-

Gymnasien der nördlichen Altstadt zur Verfügung stehen. rums

Die B14 ist noch im Schulgebäude Schönweißstraße 7 („Haupthaus“) gemeinsam mit der B4 untergebracht, mit dem großen Berufsbereich Lagerlogistik in der „Zweigstelle“ Sulzbacher Straße 102. Das Schulgebäude der B14 Schönweißstraße soll nach dem Auszug der B14 für den Bereich Grundschulen in der Südstadt zur Verfügung stehen.

Abb. : Ringtausch – Betroffene Schulen und Gebäude – Situation 2021

Abbildung 26

Schulhaus Suzbacher Straße 102:

Der umfassende Sanierungsbedarf der drei Gebäudeteile – Hauptgebäude, Südgebäude Sulzbacher Straße drinund Nordgebäude – wurde bereits in der Referentenrunde im Mai 2011 festgestellt und gend sanierungsbeim Schulausschuss am 15.02.2019 thematisiert. Das Gebäude ist aktuell von drei Schulen dürftig komplett belegt: B8 Chemielaboranten/-innen und Augenoptiker/-innen, B14 Lagerlogistik und die private PTA-Schule.

Nach dem Auszug der B14 aus dem Schulhaus Sulzbacher Straße 102 kann dieser Schulbau generalsaniert werden. Geplant ist, dass die B8 nach der Sanierung dort einzieht. Bereits 2019 erstellte die B8 dazu ein erstes Raumprogramm.

Sehr langfristig kann nach der Sanierung und dem Einzug der B8 in der Sulzbacher Straße 102 eine abschnittsweise Sanierung des BBZ erfolgen.

Berufsbildungszentrum (BBZ) „Alte Messe“:

Das BBZ („Alte Messe“; d. h. ohne Tempohaus und Neubau „Wieseler Str. 3“) entstand in BBZ den 1970iger Jahren, teilweise durch Umbau des ehemaligen Messegeländes, teilweise Grundsanierung im durch Anbauten. Die flächenmäßige Dimension des durch sechs berufliche Direktorate Ringtausch nötig; (B2/RDF und B2/Kfz, B3, B5/Friseure/-innen, Berufsvorbereitung und Berufsintegration, Turnhallensanierung B6, B8, B11), SchB und die Stadtbibliothek genutzen Gebäudes ragt über die üblichen ab 2023 geplant Größen von Schulhäusern erheblich hinaus. Die fünf Sporthallen des BBZ werden seit Jahrezehnten von weiteren beruflichen Schulen in der Umgebung (aktuell von der Wirtschaftsschule, der B7 sowie von der B13) für den Sportunterricht genutzt.

Die Sanierung der Sporthallen ist ab 2023 geplant.1 Neben einer notwendigen Dachsanierung sowie der Sanierung der abgehängten Decken und der Beleuchtung, der Trennvorhänge und der technischen Anlagen sind Brandschutzmaßnahmen notwendig. Vom Hochbauamt wurde ein Architekt beauftragt, die statische Prüfung des Daches liegt vor. Mit der Sanierung der Sporthallen kann (frühestens) im Jahr 2023 begonnen werden.

Der Sanierungsbedarf der Schulräume im BBZ ist aufgrund des Alters des Gebäudes absehbar und wird im kommenden Jahrzehnt nicht mehr allein durch Renovierungen im Rahmen des regelmäßigen Bauunterhalts gedeckt werden können. Darüber hinaus sind im BBZ viele sehr spezialisierte Fachunterrichtsräume untergebracht, die schwerlich temporär ausgelagert werden können (z. B. CNC-Maschine der Schreiner mit 20 t, mehrere Schulküchen nach Gastronomiestandard mit speziellen Abluft- und Fettabscheideeinrichtungen, Histologie-Labor der Medizinischen Laboratoriumsassistenten, KFZ-Werkstätten).

Das BBZ ist langfristig für die Nutzung durch die beruflichen Schulen als gemeinsamer Schulstandort sehr attraktiv. Seit Jahren werden insbesondere die allgemeinen Unterrichtsräume am BBZ flexibel durch die Schulen belegt. Damit werden Schwankungen des Raumbedarfs der Direktorate schnell und unkompliziert abgefedert.

Eine abschnittsweise Sanierung ist aufgrund der räumlichen Dimension mit zeitlich großem Vorlauf zu planen. Voraussetzung für eine abschnittsweise Sanierung ist, dass Unterrichts- und Nebenräume eines Gebäudetrakts frei werden. Auf diese Weise könnten die Gebäudeteile des BBZ sukzessive durch Umschichtung des Schulbetriebs modernisiert werden.

Abb. : Ringtausch – Langfristige Schulraumplanung

Abbildung 27

1 vgl. BIC-Sachstandsliste 24.08.2021, Lfd. Nr. 88

11 Sportstätten

Neben den Unterrichtsräumen ist bei der Konzeption der Schulraumentwicklung auch die ausreichende Versorgung mit Sporthallen und Freisportanlagen an den jeweiligen Schulstandorten mit zu berücksichtigen. Besonders bei Schulerweiterungen oder Neubauten müssen ausreichend Flächen für Hallensport aber auch für Freisport in der Planung frühzeitig mit bedacht werden, um den ausreichenden Platz zur Entwicklung vollständig bedarfsgerechter Schulsportanlagen zu gewährleisten.

Angemessene Sportanlagen am Schulstandort sind grundlegend, um adäquaten Sportunterricht, durchführen zu können. Sie stellen die notwendige Infrastruktur für den nach Lehrplan für alle Schularten verpflichtenden Sportunterricht und schaffen zudem die Möglichkeit zur Gestaltung eines breiten außerunterrichtlichen Angebotes für Spiel, Sport und Bewegung für die Schulgemeinde. Des Weiteren sind Orte des Schulsports regelmäßig auch Orte des Breitensports, da sie in der Regel außerhalb der Schulzeiten an Vereine vermietet werden und somit allen Bürgerinnen und Bürgern zur Ausübung verschiedenster Sportarten zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Baus von Schulsportanlagen bietet sich für die Stadt Nürnberg, wie in keinem anderen Bereich sonst, die Möglichkeit, die Entwicklung von Sportstätten für Schule, Sportvereine und die Öffentlichkeit aktiv und nachhaltig zu gestalten.

11.1 Bedeutung des Sports innerhalb und außerhalb der

Schule

Sport und Bewegung haben vielfältige positive Auswirkungen für Schülerinnen und Schüler, die gesamte Schule und die Stadtbevölkerung.

Betrachtet man zunächst den Sportunterricht werden den Schülerinnen und Schülern hier zum einen grundlegende sportliche Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt. Sie erhalten Vielfältige Funktionen Zugang zu unterschiedlichsten Sportarten und Bewegungsabläufen. Zum anderen erdes Schulsports: Sportwerben sie wichtige soziale Kompetenzen wie Kooperations- und Kommunikationsfähigunterricht und außerkeit und erfahren wichtige Werte des Sports, z.B. Teamgeist, Fairness und Disziplin. Der unterrichtlicher Sport Sportunterricht als einziges Bewegungsfach der Lehrpläne ermöglicht Kindern neben den hauptsächlich kognitiv fordernden Schulfächern, auf andere, besondere Weise Potentiale und Fähigkeiten ihrer selbst kennen zu lernen und auszubauen. Auf Grund der positiven Effekte von Bewegung verbessert Sportunterricht auch den gesamten Schul- und Lernalltag, da die Lern- und Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler gesteigert wird.

Sport und Bewegung sind zudem wichtige Instrumente zur Gesundheitsförderung, sowohl der Schülerinnen und Schülern als auch der Stadtbevölkerung. Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Psyche aus und ist Grundlage eines gesunden Lebensstils. Der in der heutigen Gesellschaft weit verbreitete Bewegungsmangel birgt viele gesundheitliche Risiken, welchen nur durch regelmäßige Bewegung entgegengewirkt werden kann. Daher ist es ein wichtiges Lernziel des Schulsports, verschiedene Bewegungsmöglichkeiten kennenzulernen, die in der Freizeit schon während der Schulzeit aber eben im Besonderen auch danach ausgeübt werden können.

Sport und Bewegung trägt zudem wesentlich zur integrativen und inklusiven Gestaltung der Schul- und Stadtgesellschaft bei. Räume des Sports sind Orte des sozialen Miteinanders. Hier können sich Schülerinnen und Schüler, Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher Herkunft, Prägung und Neigung treffen, austauschen und auf besonderer Ebene das Miteinander erleben und Gemeinschaft bilden.

11.2 Schulischer Bedarf an angemessenen Sportanlagen

Der Mindestbedarf an Sportstätten von Schulen wird in Bayern ebenfalls durch die staatlichen Planungsgrundlagen für den Schulbau vorgegeben-

Die städtische Entwicklung der Schulsportstätten sowie die Überprüfung der ausreichenden Versorgung findet derzeit in Abhängigkeit von Baumaßnahmen an einzelnen Schulen Bedarf an Schulsportstatt. Bei Planungen zum Schulbau werden in diesem Rahmen die Bedarfe für Sporthallen anlagen gem. Schulund Freisportanlagen auf Grundlage der prognostizierten Schulklassenzahlen anhand der baurichtlinien staatlichen Planungsgrundlagen ermittelt und sind Teil der schulaufsichtlichen Genehmigung einer Schule.

Eine Überprüfung der ausreichenden Versorgung von Sportstätten an Schulen, bei denen keine Bauinvestitionen an Schulgebäude geplant sind, liegt in den Grundzügen vor. Eine flächendeckende Auswertung der Bedarfe an Sportstätten und der vorhandenen Sportstätten aller Schulen wird derzeit weiter erarbeitet, um Fehlbedarfe zu präzisieren und im Weiteren diese mindern zu können. Vor allem hinsichtlich Freisportanlagen wird dieser Fehlbedarf derzeit teilweise durch die Nutzung von Bezirks- bzw. Vereinssportanlagen kompensiert, welche vor allem in den Sommermonaten regelmäßig überlastet sind. Hinzu kommt, dass bei weiter entfernten Sportanlagen ein Transfer der Schülerinnen und Schüler organisiert werden muss, der regelmäßig die für den Sport vorgesehene Zeit reduziert und außerdem Kosten verursacht. Sportmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Schulstandort sind daher vorzuziehen. Pilotprojekt zur kleinräumigen Sportstätten- Im Rahmen der Sportstättenentwicklungsplanung der Stadt Nürnberg wird ein Pilotpro- planung jekt zur kleinräumigen Planung von Sportinfrastruktur in einem ausgewählten Stadtbereich gestartet. Mit einfließen in diese Analyse werden auch bestehende Bedarfe bei Schulsportanlagen. Ziel ist es, durch eine detaillierte Betrachtung mögliche Fehlbedarfe zu analysieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Sportflächensituation in diesem Bezirk zu erarbeiten.

11.3 Bedeutung der Schulsportstätten für die städtische

Sportstättenentwicklung

Die Grundversorgung an Sportstätten für die Bevölkerung wird derzeit über die Schul- Schulsportstätten sind sportstätten erreicht. Der Gesamtbedarf an genormter Bewegungsfläche geht allerdings Teil der gesamtstädtiweit über diese Grundversorgung hinaus. Zahlreiche Nürnberger Sportvereine leisten ei- schen Sportstättenentnen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Sportinfrastruktur, allerdings wicklungsplanung sind diese meist zusätzlich auch auf durch die öffentliche Hand betriebene Sportstätten, insbesondere Turnhallen, angewiesen. Um den gegebenen Herausforderungen zu begegnen wurden entsprechende Handlungsmaßstäbe und Maßnahmen für zukünftiges städtisches Handeln in der Sportkommission am 25.06.2021 verabschiedet und durch den Ausschuss für Recht, Wirtschaft und Arbeit am 07.07.2021 beschlossen.

Zur Sicherstellung einer möglichst vielseitigen Nutzbarkeit der entstehenden Sportanlage werden Standards im Sportstättenbau definiert. Diese Standards berücksichtigen alle Nutzergruppen. Vor allem die Vereinbarkeit mit Vereinsnutzungen der Sporthallen und Freisportflächen bis 22 Uhr muss durch entsprechende bauliche Maßnahmen (u.a. separate Umkleiden ohne Schulzugang, Flutlicht, Kunstrasen, Stauraum für Sportgeräte) gewährleistet werden. Diese Standards werden gegebenenfalls aufgrund spezifischer Bedarfe ergänzt. Bei Spezialsportarten mit besonderen infrastrukturellen Anforderungen können Schwerpunkthallen als sportartspezifische Kompetenzzentren entstehen. Die konkrete Planung der Sportstätte sollte durch einen unabhängigen Planer mit Erfahrung im Sportanlagenbau vorgenommen werden.

Um dem vorherrschenden Sportflächendefizit und dem zu erwartenden fortschreitenden Bevölkerungszuwachs Rechnung zu tragen, sollten nach Möglichkeit vor allem im Bereich der gedeckten Sportanlagen auch zusätzliche Sportflächen, die über die im Rahmen der Schulbauförderung vorgesehenen Flächen hinausgehen, realisiert werden.

Im Zuge der Schulraumentwicklungsplanung ist in Anbetracht der geschilderten Bedeutung von Sport und Bewegung für die Schulen und die Stadtgesellschaft und die hierfür notwendige räumliche Ausstattung der Erhalt der vorhandenen, sowie die Realisierung zusätzlicher Sportinfrastruktur deshalb weiterhin zu berücksichtigen und voranzutreiben.

12 Folgen für die Raumsituationen: Feststellungen und Hand-

lungsempfehlungen

Die Planungen an den Grundschulen müssen im Zusammenhang mit der ganztägigen Dringende Fortschrei- Grundschulkinderbetreuung bei der Fortschreibung des Masterplans betrachtet werden. bung Masterplanung Da inzwischen der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 gesetzlich festgelegt ist, muss hier ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Neue Grundschulen

Der Schülerzuwachs an den Mittelschulen erfordert einen neuen Mittelschulstandort für eine Mittelschule Ost (Zusammenlegung von MS Scharrer- und MS Thusneldaschule), so- Neuer Standort Mittelwie die Prüfung von Ergänzungsbauten, vor allem im Norden und Westen. In diesem Zuschule Ost und Erweitesammenhang ist auch die Sanierung der Schulgebäude in der Pilotystraße zu sehen, die rung von Mittelschulen eine Interim-Unterbringung während Sanierungen ermöglicht. Außerdem sind die Zuschnitte der Mittelschulverbünde gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt zu prüfen.

Die Planungen für eine weitere Realschule, zwei weitere Gymnasien und die B 13 sind Planungen für GYM, RS dringend voranzutreiben, um die sich verschärfenden Raumdefizite zu mildern. und BON (B13) An nahezu allen beruflichen Schulstandorten ist in die Modernisierung und Ausstattung der Fachunterrichtsräume und integrierten Fachunterrichtsräume zu investieren. Der Modernisierung der Ringtausch ist mit den neuen Standorten für B 5 und B 14 und der Generalsanierung der FUR an Berufsschulen Sulzbacher Str. 102 für die B 8 voranzutreiben. Die Sanierung des BBZ ist mittel- bis langfristig zu planen.

Durch die seit 2017 bzw. 2018 geltenden Förderbandbreiten für förderfähige Flächen im Schulbau ist den Kommunen ein Instrument für eine pädagogische Neubetrachtung und moderne Schulbauplanung an die Hand gegeben worden, das Spielraum für individuelle Inklusives Lernen er- Planungen unter Berücksichtigung schulstandort- und schulartspezifischer Parameter ermöglichen öffnet. Diese Parameter umfassen sowohl Optionen für Raumgrößen und –funktionen, als auch für Konzepte im Bereich inklusiver Beschulung und Betreuung. Bei der Planung von Schulneu- bzw. Erweiterungsbauten wird auf Basis der Flächenbandbreiten inklusives Lernen immer mitgedacht und –geplant.

13 Einflussfaktoren und Herausforderungen

Diese Fortschreibung wurde auf Grundlage der Bevölkerungsvorausberechnung und der darauf aufbauenden Schülerprognosen erstellt. Folgende Sachverhalte können die Ergebnisse der Prognosen und der Entwicklungsplanung noch verändern:

Langfristige Bevölkerungsentwicklungen

Mit den aktuellen Bevölkerungsvorausberechnungen werden die Erwartungen bis einschl. 2035 beschrieben. Wie die weitere Entwicklung sein wird, kann nicht abgebildet werden. Dies kann nur regelmäßig von der Fachdienststelle fortgeschrieben werden.

Einschulungsquote

Es wird mit einem Durchschnitt der Einschulungsquote an öffentlichen Grundschulen der letzten Jahre gerechnet, Änderungen sind möglich wg. stärkerer Einzelinklusion und den Kapazitäten an Privatschulen.

Fortführung der Übertrittsquoten

Aktuell wurden die durchschnittlichen Übertrittsquoten in die fünften Jahrgangsstufen ausschließlich aus dem zuliefernden Jahrgang der öffentlichen Grundschulen Nürnberg und Gastschülern berechnet und dieser Erfahrungswert fortgeschrieben. Sollten sich beim Übertrittsverhalten Änderungen ergeben, verschieben sich ggf. die Raumbedarfe zwischen den Schularten Realschulen, Mittelschulen, Gymnasien und Wirtschaftsschule.

Deutschklassen

Für die Beschulung von Zuwandernden und Schutzsuchenden wird in der Prognose ein Puffer von ca. 50 Klassen an der Grund- und Mittelschule unterstellt, der nur teilweise untergebracht werden kann, aber bei den Neu- und Erweiterungsbauten berücksichtigt werden muss. Sollten sich die Wanderungsbewegungen wieder verstärken, werden zusätzliche Deutschklassen nötig. Ähnliches gilt bei den Berufsschulen bei der Einrichtung von BIK-Klassen.

14 Glossar

Fachbegriffe aus der Vorlage:

AUR Allgemeine Unterrichtsräume, entsprechen Klassenzimmern
BIC Bauinvestitionscontrolling der Stadt Nürnberg
DQR Deutscher Qualifikationsrahmen. abgeleitet vom Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) www.dqr.de, dadurch gleichartige Bildungsabschlüsse; Die beruflichen Schulen bilden von DQR1 bis DQR6 aus
DV-Räume Datenverarbeitungsräume
Deutschklassen Bis 2019 „Übergangsklassen“ genannt Werden vom staatlichen Schulamt eingerichtet für Schülerinnen und Schüler, die dem Unterrichtsgeschehen aufgrund nicht ausreichenden Deutschkenntnisse nur schwer fol- gen können
FUR Fachunterrichtsräume
iFU Integrierte Fachunterrichtsräume (in beruflichen Schulen), IT ist integriert
JaS Jugendsozialarbeit an Schulen
Kombieinrichtung Die Bauweise einer Kindertageseinrichtung, die in einem Gebäude zusammen mit der Grundschule errichtet wird. Die Kombieinrichtung zeichnet sich durch die integrierte Bauweise von Grundschule und Hort als Innovation mit synergetischen Effekten aus. Basis ist die enge Kooperation von Schule (Grundschule) und Jugendhilfe (Hort), die durch gemeinschaftlich nutzbare Raumarrangements und Infrastrukturen dargestellt wird. Grundsätzlich sollen alle pädagogisch nutzbaren Räume und Flächen im gesamten Gebäude den Kindern für Bildung, Betreuung und Erziehung ganztägig zur Verfügung stehen.
Kooperative Ganztagsbil- dung Ein gemeinsam verantwortetes Angebot von Jugendhilfe und Schule. Das Modellprojekt „Kooperative Ganztagsbildung“ wird in Nürnberg aktuell an der Gretel-Bergmann- Grundschule mit Kinderhort Bertolt-Brecht-Straße umgesetzt. Das Modell zeichnet sich durch die Wahlmöglichkeit zwischen den Betreuungsformen Hort-Klassik, Mittagshort und gebundener Ganztagsschule (in Kooperation mit dem Hort) aus.
MEBS Mittlere Ebene an beruflichen Schulen: Stärkung der Schulentwicklung und des Quali- tätsmanagements durch Einführung eine mittleren Ebene für Lehrkräfte
MIP Mittelfristiger Investitionsplan der Stadt Nürnberg
Mittagsbetreuung Ein Angebot in der Verantwortung der jeweiligen Grundschule. Die Regelfinanzierung erfolgt über eine pauschale Förderung und Elternbeiträge werden erhoben. Mittagsbe- treuungen unterscheiden sich je nach Angebotsform (regulär, verlängert, verlängert mit erhöhter Förderung) hinsichtlich der täglichen Betreuungsdauer und der Anzahl an Be- treuungstagen.
StA Dienststelle Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth
Stpl Dienststelle Stadt Nürnberg: Stadtplanungsamt
Ü-Klassen Bis 2019 „Übergangsklassen“, nun Deutschklassen. Siehe dort
Unterrichtskapazität Bezeichnet die für den jeweiligen Schulstandort schulaufsichtlich bestimmte Anzahl an Klassen im Schulgebäude

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