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10 StaatsphilharmonieNürnberg Pressemitteilung vom 20211208

Anlage · 15.12.2021 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Abbildung 1

Kontakt: Pressestelle Staatstheater Nürnberg E-Mail: presse@staatstheater-nuernberg.de Tel.: +49 (0)911 66069-3509 PRESSEMITTEILUNG 8. Dezember 2021

Staatsphilharmonie Nürnberg spricht sich für Ausweichspiel-

stätte in der Kongresshalle aus

Orchestervorstand appelliert an den Stadtrat, das kreative Potenzial der Künstlerinnen und Künstler vor Ort zu nutzen

Am 15. Dezember stehen im Nürnberger Stadtrat wichtige Entscheidungen an, die das Bauvorhaben Opernhaus und die Wahl eines geeigneten Standorts für die Ausweichspielstätte betreffen. In einem offenen Brief an den Stadtrat spricht sich der Orchestervorstand der Staatsphilharmonie Nürnberg für die Nutzung der Kongresshalle als Interim aus.

Die Staatsphilharmonie Nürnberg ist das größte künstlerische Ensemble in der Metropolregion und das musikalische Rückgrat von drei der vier Sparten des Staatstheaters Nürnberg. Die anstehenden Entscheidungen des Stadtrats über die Zukunft des Opernhauses und eine Ausweichspielstätte betreffen das Nürnberger Orchester wesentlich. In einem offenen Brief an den Nürnberger Stadtrat bringt der Orchestervorstand seine Perspektive in die Debatte ein:

„Wir unterstützen die einmalige Chance einer neuen, erweiterten kulturellen Nutzung der Kongresshalle. Wir möchten unterstreichen, dass gerade eine kulturelle Institution wie das Staatstheater alle Instrumente dafür besitzt, Erinnerungskultur erlebbar zu machen. Musik ist eine Sprache, die allen Menschen zugänglich ist und uns über Nationen und Kulturen hinweg verbindet. Hier hat die Staatsphilharmonie in der Vergangenheit viel geleistet und freut sich auf die Chance, diesen Teil ihrer Arbeit in einem Interim in der Kongresshalle noch einmal neu zu gestalten.

Die Staatsphilharmonie wird auch in der Zeit des Interims eine wichtige Rolle in der Präsentation von Musik und Kultur in der Stadt spielen. Als leistungsstarkes und mobiles Ensemble ergibt sich für uns daraus die Chance, viele neue Spielstätten zu erschließen und Musik und Musiktheater niederschwellig in die Stadt zu bringen. Dabei wollen wir unseren Schwerpunkt „Education“ erweitern und die von Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz initiierte „Junge Staatsphilharmonie“ weiterentwickeln. Es ergeben sich viele Möglichkeiten für neue Konzertformate, z.B. im Rahmen der ehrenamtlich organisierten Kammermusikreihe der Staatsphilharmonie oder der Kinderkonzerte.

Nicht zuletzt wegen der jüngst gescheiterten kulturellen Projekte in Nürnberg wird uns unsere geschätzte Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz zum Ende der nächsten Spielzeit 2023 verlassen. Eine spannende Interimsspielstätte und eine mutige Sanierungsentscheidung für das Opernhaus würden uns enorm bei der

Suche nach einem/r geeigneten Nachfolger*in helfen und eine attraktive Spielplangestaltung ermöglichen.

Die Staatsphilharmonie hat in der Spielzeit 2020/21 einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit begonnen. In ihrer Initiative „Phil-CO2“, die ehrenamtlich geführt wird, setzen sich die Musiker*innen für eine nachhaltige Zukunft ein. Dazu gehören die Kompensation der Emissionen aus privaten Mitteln, der Zusammenschluss mit dem „Orchester des Wandels“ und die Schaffung einer spartenübergreifenden Nachhaltigkeitsinitiative am Staatstheater. Eine Interimsspielstätte in der Kongresshalle ist die aktuell nachhaltigste und ökologischste Lösung:

 Möglichkeit der Nutzung von Geothermie  Nutzung bestehender versiegelter Flächen  kurze Wege dank einer Campus-Lösung, die viele Funktionsbereiche an einem Ort vereint  Eine kostenaufwendige Sanierung/Instandhaltung der Kongresshalle ist ohnehin notwendig. Die Verknüpfung mit dem (Aus-)Bau einer Interimsspielstätte kann Kosten sparen und verhindert unnötige Emissionen an anderer Stelle.

Wir können nicht verstehen, weshalb klassische Opern, Ballette und Konzerte in der Kongresshalle der Erinnerungskultur entgegenstehen, während seit Jahrzehnten im Serenadenhof Auftritte von Status Quo, der Münchner Freiheit, Revival-Shows von ABBA, Queen und Udo Jürgens sowie in der ehemaligen SS-Kaserne im Z-Bau Punkrock, Power-Metal, Reggae, Rap und Dancenights ohne öffentliche Debatte stattfinden können.

Der Planungsstopp für das neue Konzerthaus war ein herber Rückschlag für den Musikstandort Nürnberg. Es wäre die Chance gewesen, endlich einen überregionalen kulturellen Anziehungspunkt zu schaffen. Verpassen Sie diese Chance nicht erneut beim Bauvorhaben Opernhaus! Für die Münchner Musik- und Kulturszene sind Milliardenausgaben geplant – eine gute Investition! Lassen Sie Nürnberg nicht noch weiter ins Hintertreffen geraten und nutzen Sie das kreative Potenzial und das künstlerische Niveau Ihrer Musiker*innen und Künstler*innen vor Ort!

Wir bitten Sie daher: Bringen Sie in der Stadtratssitzung am 15. Dezember die Ausweichspielstätte für Nürnbergs Musiktheater auf den Weg! Nur so kann das Bauvorhaben Opernhaus eine Nürnberger Erfolgsgeschichte werden.“

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