DER PRÄSIDENT
Genug ist genug!
Wir machen uns ernsthaft Sorgen um den Kulturstandort Nürnberg!
Das Staatstheater, Bayerns größtes Vierspartenhaus, mit einem wunderbaren, vor ca. zehn Jahren umfassend modernisierten Schauspielhaus und einem eklatant sanierungsbedürftigen Opernhaus, braucht dringend eine Entscheidung.
Seit Jahrzehnten ist das Opernhaus nun ein Sanierungsfall. In der Stadtpolitik hat es in dieser Zeit keine wirklichen Initiativen zur Modernisierung gegeben.
In der Zwischenzeit ist das Opernhaus nun auch durch Brandschutzauflagen als potenzieller Gefahrenherd erkannt.
Es erfüllt durch seine schlechte Arbeitsumgebung für die 650 dort arbeitenden Mitarbeiter*innen nicht mehr im Ansatz die Rechtsnormen der Arbeitssicherheit.
Nun ist es amtlich. Der Schließungstermin ist vorgegeben: 2025 erlischt die Betriebserlaubnis.
Und nun wird hoffentlich auch dem/der Letzten der enorme Entscheidungsdruck ersichtlich.
Bei den „Freunden der Staatsoper Nürnberg e.V.“ läuten mittlerweile alle Alarmglocken. Es bleiben gerade mal drei Jahre Zeit, eine Interimspielstätte zu planen, einzurichten und zu beziehen. Ansonsten steht Nürnberg ohne Opernhaus da und es entstehen am Ende „Augsburger“ Verhältnisse.
Es ist also keine Zeit mehr für irgendwelche „politischen Spielchen“, die augenscheinlich aktuell gerade von denen gespielt werden, die es in der Vergangenheit versäumt haben, in aller Ruhe eine Lösung für unser schönes Opernhaus zu finden.
Wir, die „Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V.“, unterstützen das Opernhaus als Förderverein jährlich mit einem deutlich sechsstelligen Geldbetrag mit steigender Tendenz und fördern damit zwei bis drei Produktionen je Spielzeit, finanzieren gemeinsam mit einem anderen Förderverein zwei Stipendiat*innen aus dem Opernstudio und sind ebenso beim Meistersingerwettbewerb finanziell engagiert.
Als größter Förderverein des Staatstheaters mit knapp 800 Mitgliedern sind wir auch als Mitglied in der Opernhauskommission vertreten und beteiligen uns sehr engagiert und intensiv an den Diskussionen dort. Bereits in der zweiten Sitzung der Opernhauskommission wurden die sehr umfassenden Analysen aller möglichen Interimspielstätten vorgestellt und im Detail erläutert. Dort haben wir sehr eindrücklich zum Ausdruck gebracht, dass aus unserer Sicht als einzige wirkliche Option die Kongresshalle als Interimspielstätte übrigbleibt.
Die Kongresshalle ist ein historisch besonderer Ort, der einen sensiblen Umgang erfordert. Wir sind überzeugt davon, dass die Nutzung dieses Ortes als Opern-Interim eine großartige Chance ist, das Gebäude für die Stadtgesellschaft zurückzugewinnen. Und wer könnte
DER PRÄSIDENT
besser mit den Mitteln der Kunst auf diesen Ort reagieren, als das Nürnberger Staatstheater?
Unsere Argumentation war wohl sehr schlüssig, was an den zahlreichen positiven Rückmeldungen der anderen Kommissionsmitglieder abzulesen war. Wir setzen darauf, dass man sich in der Stadtratssitzung am 15.12. daran erinnert und sich das dann auch in der Abstimmung widerspiegelt.
Die Kongresshalle bietet als Interimsspielstätte viele entscheidende Vorteile. Sie ist ein Standort
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der der Stadt gehört, also keine zusätzlichen Kosten für Miete u.Ä. verursacht.
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von dem das Interim später wieder – wenn gewünscht – besenrein befreit werden kann.
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der bereits „roh bebaut“ ist und der so viel Platz bietet, dass wirklich beinahe alles
Notwendige untergebracht werden kann, was es für eine ca. zehnjährige Interimszeit braucht (Werkstätten, Probenräume, Kantine, Foyers, Büros, Sozialräume u.v.m.).
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der auch den nötigen „gestalterischen“ Spielraum bietet, den Opernleute haben sollten.
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der verkehrstechnisch komplett erschlossen ist.
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und nicht zuletzt: ein Standort, der aufgrund seiner Lage geothermisch sehr ökologisch und
wirtschaftlich effizient mit Wärme versorgt werden kann.
Es bedarf einer finalen Beschlussfassung noch in diesem Jahr, damit die weiteren Meilensteine eingehalten werden können.
Eine erste wunderbare Empfehlung der Opernhaus Kommission ist bereits erfolgt:
Unser Opernhaus wird am Richard-Wagner-Platz bleiben und dort saniert.
Es sollte dringend eine zweite Entscheidung gefällt werden:
Interimsspielstätte wird die Kongresshalle.
Schaffen wir noch in diesem Jahr Klarheit und räumen wir eine der zahlreichen „Baustellen“ neben Corona ab.
Für die Freunde der Staatsoper Nürnberg e.V.
Ulli Kraft