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03 Staatstheater Antrag künstlerische Auseinandersetzung Kongresshalle

Anlage · 15.12.2021 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Soziales & Gesundheit Kultur, Sport & Freizeit

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Stiftung des öffentlichen Rechts

Staatstheater Nürnberg:

Zur künstlerischen Auseinandersetzung mit einem Interim in

der Kongresshalle

Ein Interim der Nürnberger Opern-, Ballett- und Konzert-Sparte in der Kongresshalle bietet Chancen für Projekte und Ideen, die in der gewohnten Situation des Opernhauses nicht möglich oder innerhalb des normalen Repertoire-Spielplans kaum umzusetzen wären. Insbesondere fordert die Kongresshalle zu politischem Theater und zum Dialog des Theaters mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts heraus. Schon in der Vergangenheit und auch gegenwärtig hat das Staatstheater gezeigt, in welcher Weise es sich sensibel und produktiv mit historisch konnotierten Orten auseinandersetzt; zu nennen wären das Schauspiel-Interim in der Kongresshalle, der aktuelle Theaterabend zu den Nürnberger Prozessen im Saal 600 und die Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Hitler.Macht.Oper“ in Zusammenarbeit mit dem Doku-Zentrum.

Zwar bleibt ein wichtiger Auftrag der Oper und Balletts die Pflege des klassischen Repertoires. Doch erfordert es neue Zugangsweisen, um dieses Repertoire an die Bedürfnisse und Erwartungen eines neuen Publikums anzupassen. In den Inszenierungen des Staatstheaters Nürnberg gelingt es schon heute, die Aktualität und Dringlichkeit klassischer Stoffe für die Gegenwart sichtbar zu machen.

Ohne Frage würde ein Opernhaus in der Kongresshalle noch mal eine neue Dimension einer solchen Auseinandersetzung bedeuten. Die Künstlerinnen und Künstler des Staatstheaters Nürnberg freuen sich darauf. Wir wollen Theater machen, vor dem sich die Nazis im Grabe umdrehen würden: vielfältig, kritisch, zeitgenössisch, fragend und zweifelnd. Wir wollen Stücke zeigen, die die Nazis nicht sehen wollten, und die, die ihnen gefielen, so zeigen, wie sie sie nicht hätten sehen wollen.

Ein Unternehmen des Stiftungsvorstand: Bankverbindung: Stiftung Staatstheater Nürnberg Freistaats Bayern und Staatsintendant Sparkasse Nürnberg Richard-Wagner-Platz 2-10 der Stadt Nürnberg Jens-Daniel Herzog und IBAN: DE30 7605 0101 0001 0500 04 90443 Nürnberg, Deutschland Geschäftsführender SWIFT-BIC: SSKNDE77XXX Telefon +49 (0) 911-660 69-0 Direktor Christian Ruppert Steuernummer: 241/110/91761 www.staatstheater-nuernberg.de (gemeinsam haftend) USt.-IdNr.: DE240531163

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Ein Interim in der Kongresshalle könnte niederschwelliger zugänglich sein, Begegnungen mit und zwischen Leuten ermöglichen, deren Ort das Staatstheater bisher nicht war. Die Kongresshalle böte außerdem einen Ort für neuartige Vermittlungsangebote, z.B. eine interaktive Ausstellung zur Oper, zum Tanz oder zur klassischen Musik.

Abseits des Kernrepertoires muss das Theater in eine Verbindung mit dem Gebäude der Kongresshalle kommen, etwa über eine „Werkstatt des 20. Jahrhunderts“, die politische Brüche und Kontinuitäten auf künstlerischem Gebiet sichtbar macht. Gerade in der Oper und der Musik wurden im 20. Jahrhundert ästhetische Kämpfe ausgefochten, die immer auf die politischen Kämpfe der Zeit verweisen. Hier kann die Kongresshalle zum künstlerischen Lern- und Entdeckungsort werden.

Nicht zuletzt könnte ein Interim des Staatstheaters in der Kongresshalle international arbeitende und bekannte Regisseurinnen und Regisseure, Choreografinnen und Choreografen nach Nürnberg locken. Die künstlerische Herausforderung, sich mit dem Ort auseinanderzusetzen und ihn in die Gegenwart weiterzudenken, wäre im Wettbewerb bei der Suche nach spannenden Künstlerinnen und Künstler ein großer Standortvorteil.

Nürnberg, 5. November 2021

gez. Jens-Daniel Herzog gez. Christian Ruppert Stiftungsvorstand und Staatsintendant Stiftungsvorstand und der Stiftung Staatstheater Nürnberg Geschäftsführender Direktor der Stiftung Staatstheater Nürnberg

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