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Nürnberg, 06.12.2021 Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir sehen in der immens teuren Sanierung des alten Opernhauses mit den zusätzlichen Kosten eines Interimsbaus eine fatale Entscheidung, die unseren gesamten Stadthaushalt über Jahrzehnte hinweg enorm belasten und vor allem auch weitere Investitionen in Kultur und andere freiwillige Aufgaben der Stadt Nürnberg blockieren würde. Wir halten diese Entscheidung aufgrund der sehr großen Kostenrisiken einer Bestandssanierung außerdem für höchst gefährlich.
Selbst eine vollständige Sanierung des alten Opernhauses würde für das Staatstheater keine optimale Spiel- und Arbeitssituation schaffen. Dies ist bei einem Projekt mit so hohem Finanzaufwand gesellschaftlich wie politisch schlicht nicht hinnehmbar.
Die mögliche Bebauung in oder an der Kongresshalle ist eine Entscheidung von enormer intellektueller wie emotionaler Tragweite. An diesem Ort ausgerechnet einen Interimsbau zu errichten, dessen Planung und Konzeption naturgemäß nur übergangsweise und kurzfristig ausgerichtet sein werden, halten wir für einen Fehler. Stattdessen befürworten wir die Idee eines Neubaus, der eine langfristige und zeitgemäße Lösung für das Staatstheater bietet.
Wir sehen im Neubau darüber hinaus große Chancen, eine Plattform für internationalen Diskurs zur Erinnerungskultur und Auseinandersetzung mit dem NS-Erbe zu schaffen. Darüber hinaus, durch langfristige Synergien, mit teils selbstverwalteten Strukturen in den Ermöglichungsräumen, Grenzen zwischen „Hoch-" und „Subkultur" aufzuweichen und damit progressive, visionäre Kultur zu entwickeln.
Daher stellen wir folgenden Antrag zu TOP 2, 3 und 4 der Stadtratssitzung am 15. Dezember 2021:
- Der Empfehlung der Opernhauskommission vom 22.10.2021 zur Sanierung des Opernhauses
am Richard-Wagner-Platz als Opernhaus nicht nachzukommen.
- Es wird am 15.12.2021 keine Entscheidung gefällt, die zu einem Interimsbau für das
Staatstheater verpflichtet. Es muss also mindestens offengehalten werden, dass statt eines Interimsbaus auch ein dauerhafter Neubau in Frage kommt.
- Die Stadtverwaltung gibt eine Szenarioanalyse in Auftrag, welche neben der jetzigen Planung
die Option eines Neubaus des Staatstheaters gekoppelt mit einer kostengünstigeren Umnutzung des Richard-Wagner-Platzes, sowie die Variante „Abriss und Neubau" am Richard-Wagner-Platz prüft.
Mit freundlichen Grüßen
Ernesto Buholzer Sepulveda Inga Hager Jan Gehrke Florian Betz
Stadtrat der politbande Stadträtin der ödp Stadtrat der ödp Stadtrat der PARTEI/Piraten