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← Sitzung des Ferienausschusses (22.04.2020)

Sachverhalt Bedarfsfortschreibung Kita 2020+Notprogramm

Anlage · 22.04.2020 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

zur Sitzung des Ferienausschusses vom 22.04.2020

Angebote der Kindertagesbetreuung in Nürnberg –

Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfs- und Ausbauplanung bis 2030

(inklusive Vorschlag für ein Kita-Notprogramm)

1. Einleitung

Mit der jährlichen Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfs- und Ausbauplanung für den Krippen-, Tagespflege-, Kindergarten- und Hortbereich überprüft das Jugendamt gemäß seiner Planungsverantwortung laut § 80 SGB VIII die Ausbaugrößen zur Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots der Kindertagesbetreuung in Nürnberg. Basis der Fortschreibungen ist die jährlich im Herbst aktualisierte kleinräumige Bevölkerungsprognose des Amts für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, in welcher auch die jährlich aktualisierten Annahmen des Stadtplanungsamts zur Wohnraumentwicklung (Neubaubezieherprognose) einfließen. Demgegenüber gestellt wird der aktuelle Ausbaustand an Kita-Plätzen sowie die konkret in Planung befindlichen Plätze für die nächsten Jahre. Auf dieser Datenbasis kann die aktuelle Versorgungssituation bewertet und der weitere Ausbaubedarf kleinräumig bestimmt und gesteuert werden. Wie in den Berichten der Vorjahre gilt der Hinweis, dass die Planungen zum Kitaausbau einer sehr dynamischen Bevölkerungsentwicklung unterliegen. Nürnberg ist und bleibt eine wachsende Stadt. Auf Grundlage der Befunde der Ende 2019 vorgelegten neuen kleinräumigen Bevölkerungsprognose für Nürnberg wird die Nachfrage nach Kita-Plätzen noch deutlicher zunehmen als bisher angenommen, denn die Annahmen zum Wachstum der Kinderzahlen wurden nochmals deutlich nach oben korrigiert. War vor einem Jahr noch davon auszugehen, mit den bereits laufenden Standortplanungen im Bereich geltender Rechtsansprüche (für unter 3-Jährige und für Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zur Einschulung) bereits auf einem sehr guten Weg zu sein, stellen die aktuellen Zahlen wieder neue Herausforderungen für den Kitaausbau, auf die die Stadt zeitnah reagieren muss. Über die Befunde der aktuellen Bevölkerungsprognose und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Kita-Ausbau hat die Verwaltung bereits am 4. März 2020 im Stadtrat berichtet. Dort erging der Beschluss, die notwendigen Planungen zum Kita-Ausbau (einschließlich eines zusätzlichen Kita- Notprogramms, welches bereits im Vorfeld der Stadtratssitzung in der Referentenrunde behandelt wurde) auf Basis der aktualisierten Bevölkerungsprognose fortzuschreiben und nach Beschluss im Jugendhilfeausschuss in das BIC- bzw. MIP-Verfahren einzuspeisen und alle Möglichkeiten der Beschleunigung auszuschöpfen. Der vorliegende Bericht trägt dem Auftrag aus dem Stadtrat Rechnung. Er beinhaltet für den Bereich aktuell geltender Rechtsansprüche – sprich für die Betreuung im Krippen- und Kindergartenalter die Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfs- und Ausbauplanung bis 2030 vor dem Hintergrund der aktualisierten kleinräumigen Bevölkerungsprognose. Zudem wird ein Umsetzungsvorschlag für ein „Kita-Notprogramm“ zum Beschluss vorgelegt, um zeitnah mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen auf die neuen Herausforderungen adäquat reagieren zu können. Die Behandlung der Ausschussvorlage findet außerplanmäßig im Ferienausschuss statt, da die im April angesetzte Sitzung des Jugendhilfeausschusses anlässlich des ausgerufenen Katastrophenfalls (Coronavirus) entfällt. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses werden dennoch parallel durch die Verwaltung informiert und der Bericht in der nächsten regulären Sitzung nachgeholt. Ein Bericht zur weiteren Ausbauplanung im Bereich der ganztägigen Bildung, Betreuung und Erziehung im Grundschulalter wird noch 2020 separat im gemeinsamen Jugendhilfe- und Schulausschuss vorgelegt. Die Darstellung der aktuellen Versorgungssituation, die Analyse der kleinräumigen Bestands- und Bedarfssituation sowie Darstellung der weiteren Planung für Kinder im Grundschulalter sind deshalb nicht Gegenstand der Betrachtung.

2. Aktueller Ausbaustand und Versorgungssituation in Nürnberg

Derzeit geht das Jugendamt davon aus, dass im Rahmen der geltenden Rechtsansprüche für 48% aller Kinder unter drei Jahren und für alle Kinder zwischen drei Jahren und der Einschulung ausreichend Plätze vorgehalten werden müssen. Zum Stand Dezember 2019 standen in der Stadt Nürnberg für  37% (= 1.175 Tagespflege- und 4.687 Krippenplätze) der unter 3-Jährigen,  für 91% (= 15.334 Plätze) der Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung Plätze im Bereich der Kindertagesbetreuung zur Verfügung.

2002 2007 Stand Stand Ausbau Geschaffene 2
(JHA (JHA 12/2018 12/2019 12/2018 Plätze seit 200
17.10.02) 05.07.07) (JHA 11.04.19) (JHA 23.04.19) bis 12/2019 bis 12/2019
Plätze für unter 3-Jährige in Kinderkrippen / Häusern für Kinder in Tagespflege / Großtagespflege Kinderzahl ~12.700 Kinderzahl ~12.500 Kinderzahl ~15.700 Kinderzahl ~15.700 87 89 4.452 805
235 611 4.600 4.687
370 520 1.086 1.175
Versorgungsquote 4,8% 9,1% 36% 37%
Plätze für 3- bis 6-Jährige in Kindergärten / Häusern für Kinder Kinderzahl ~14.900 Kinderzahl 14.800 Kinderzahl ~16.600 Kinderzahl ~16.900 148 2.468
12.876 13.203 15.196 15.344
Versorgungsquote 86% 89% 92% 91%
Plätze - insgesamt 13.481 14.334 20.882 21.206 324 7.725

Plätze für unter 3-Jährige

in Kinderkrippen / Häusern für Kinder

87 89

4.452 805

Um die hoch gesteckten Ausbauziele erreichen zu können, arbeiten das Dienstleistungszentrum Kita- Ausbau, Einrichtungsträger und Investoren Hand in Hand bei der Suche und Realisierung neuer Standorte und Objekte für Kindertageseinrichtungen. Parallel dazu wurden in den vergangenen Jahren die Kapazitäten zur Realisierung von Bauvorhaben bei H und der wbgK ausgebaut. Doch trotz aller Bemühungen und Erfolge beim Kita-Ausbau wird es immer schwieriger, mit der dynamischen Bevölkerungsentwicklung 1:1 Schritt zu halten. Und der Blick auf die neue Prognose zur Entwicklung der Kinderzahlen (siehe Punkt 3) macht deutlich, dass es weiterer Anstrengungen und zusätzlicher Sondermaßnahmen bedarf, um sowohl kurz- und mittelfristig entstehende Versorgungsengpässe so klein wie möglich zu halten als auch langfristig Nürnberger Familien eine bedarfsdeckende Infrastruktur mit Kita-Plätzen anbieten zu können. Erschwert wird die Situation dadurch, dass das verfügbare Raum- und Flächenangebot in der Stadt zunehmend knapper wird und man bei der Suche nach geeigneten Mietobjekten und Standorten für Kita-Neubauten in Konkurrenz zu den Bedarfen nach Wohnraum-, Grün-, Gewerbe- und Industrieflächen tritt. Verschiebungen von Bauvorhaben sowie zwischenzeitliche Platzverluste aufgrund von Sanierungen bzw. Ersatzneubauten als auch die Schließung von Einrichtungen verschärfen zusätzlich die Versorgungssituation zumindest zeitweise. Das alles ist Grund dafür, dass in den vergangenen beiden Jahren trotz umfangreicher Platzschaffungen keine signifikanten Steigerungen bei den Versorgungsquoten erzielt werden konnten. Mit der im Jugendhilfeausschuss vom 19.04.2018 beschlossenen Umsetzung einer zeitnahen Sondermaßnahme zur Schaffung von zusätzlichen sog. „Regionalkindergärten“ hat die Verwaltung zur Abfederung von Versorgungsengpässen bereits einen wichtigen Meilenstein auf den Weg gebracht. So entstehen bis zum Frühjahr 2021 kurzfristig im Norden (Großreutherstr.115) und Süden (Zugspitzstr. 175) zwei zusätzliche Einrichtungen mit einem Platzangebot für insgesamt 200 Kinder.

  1. Veränderungen der Rahmenbedingungen zum Kita-Ausbau durch die aktualisierte klein-

räumige Bevölkerungsprognose für Nürnberg

Folgend werden unter Berücksichtigung der kleinräumigen Bevölkerungsprognose für die Bereiche der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern im Krippen- und Kindergartenalter die aktuelle Versorgungssituation auf gesamtstädtischer Ebene bewertet und der zusätzliche Ausbaubedarf ausgehend vom aktuellen Platzbestand und unter Berücksichtigung schon laufender Planungen bis zum Jahr 2030 beschrieben1.

3.1 Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger

Auf Basis der kleinräumigen Bevölkerungsprognose von 2018 war davon auszugehen, dass es keinen weiteren Anstieg von unter 3-Jährigen mehr zu erwarten gibt, und die Anzahl der Kinder dieser Altersgruppe in den nächsten Jahren wieder leicht rückläufig sein wird. Legt man nun die Zahlen der Ende 2019 aktualisierten Bevölkerungsprognose zugrunde, stellt sich die Situation allerdings anders dar: Die Anzahl der unter 3-Jährigen wird in den nächsten vier Jahren zunächst einmal konstant hoch bleiben und eine Abnahme der Kinderzahlen ist dann erst ab 2025 zu erwarten. Hinzu kommt, dass der Rückgang der Kinderzahlen bis 2030 insgesamt aber niedriger ausfällt, sprich man auch langfristig mit mehr Kindern in dieser Altersgruppe rechnen muss. Dies hat zur Folge, dass unter Berücksichtigung der bereits laufenden Standortplanungen (für rd. 800 Krippenplätze bis 2030) langfristig noch weitere rd. 500 Krippenplätze für einen bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungsinfrastruktur (Ziel = 48% Versorgungsquote) fehlen. Unter der Prämisse eines zeitlich gestreckten und stufenweisen Ausbaus der Betreuungsinfrastruktur in diesem Bereich bedarf es kurzfristig (bis 2022/2023) noch zusätzlich rd. 125 Krippenplätze, mittelfristig (zw. 2022 - 2026) weitere rd. 125 Krippenplätze und langfristig (zw. 2026 - 2030) dann nochmals rd. 250 Krippenplätze2.

3.2 Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern ab 3 Jahren bis zur Einschulung

Im Bereich der Kindergärten ist die Stadt mit den bereits laufenden Standortplanungen (rd. 2.100 Plätze bis 2030) sehr gut aufgestellt, da man z.B. mit den Regional-Kindergärten im Norden und Süden bereits flexible Zwischenlösungen geschaffen hat, die nun auch langfristig als Kindergarten genutzt werden können. Außerdem wurde aufgrund wissenschaftlicher Empfehlungen bereits in den letzten Jahren kleinräumig mit einer Versorgungsquote von bis zu 105% geplant. Legt man die vom JHA stadtweit geltende Versorgungsquote von 102% an, dann fehlen aufgrund der neuen Prognosedaten zur Entwicklung der Kinderzahlen bis 2030 daher rechnerisch nur noch rd. 125 zusätzliche Kindergartenplätze. Das Problem besteht hier allerdings darin, dass ein Großteil der geplanten Standorte im Zeitverlauf zu spät greifen, da aufgrund der aktualisierten Prognosedaten man bereits kurz- bis mittelfristig (2021 - 2026) mit deutlich höheren Kinderzahlen rechnen muss. Somit entstehen vor allem in den nächsten fünf Jahren regional konzentrierte Versorgungsengpässe (insb. im Norden, Süden und Westen – näheres unter Punkt 4). Demzufolge werden kurzfristig (bis 2022/2023) rd. 600 temporäre Kindergartenplätze zusätzlich benötigt. Dieser Mehrbedarf wird sich dann zwischen 2022 - 2026 aufgrund der Realisierung bestehender Standortplanungen auf rd. 150-200 Kindergartenplätze reduzieren. Parallel zu diesen zeitlich befristeten und sich im Zeitverlauf abschmelzenden Bedarfsspitzen gilt es dann noch rd. weitere 125 Kindergartenplätze (bis 2030) zu schaffen.

4. Fortschreibung der kleinräumigen Bedarfsanalyse und Ausbauplanung bis 2030

4.1 Erläuterungen zum methodischen Vorgehen

Eine wohnortnahe Versorgung mit Kitaplätzen gemäß dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ war und ist auch weiterhin zentrale Richtschnur der kommunalen Jugendhilfeplanung in Nürnberg. Dieser Planungsmaxime entsprechend, erfolgt bis dato die jährliche kleinräumige Bedarfsanalyse und Ausbauplanung für das gesamte Stadtgebiet unterteilt nach 48 Kindergartenplanungszonen. Alle bereits

1 Ausführliche Darstellung zur Datenlage siehe Bericht „Aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung 2019-2035 – Auswirkungen auf Kita-Ausbau und Schulraumplanung“ im Stadtrat vom 4. März 2020. 2 Der weitere Ausbau der Angebote zur Bildung, Betreuung und Erziehung unter 3-Jähriger stützt sich im Wesentlichen auf die Schaffung von Krippenplätzen. Die Ausweitung der Kapazitäten im Bereich der Tagespflege bleiben das Ziel, diese Säule der Kindertagesbetreuung ist auch weiterhin wichtig. Zuwächse gelingen allerdings nur langsam; primäres Ziel ist daher die Absicherung des aktuellen Bestandsangebots in diesem Bereich.

aktuell laufenden Standortplanungen im Krippen- und Kindergartenbereich entsprechen dieser Vorgabe. Doch künftig wird das Prinzip der wohnortnahen Versorgung (=Bedarfsdeckung innerhalb der bisherigen Kindergartenplanungszonen) vor allem in den Stadtgebieten, in welchen man auf Basis der neuen Daten zur Bevölkerungsprognose kurz-, mittel- und langfristig mit deutlich mehr Kindern rechnen muss, nicht allerorts zu gewährleisten sein. Dies liegt vor allem darin begründet, dass über die bestehenden Standortplanungen hinaus kurzfristig nutzbare Flächen bzw. bestehende Immobilien zur Schaffung weiterer Kita-Plätze nur noch sehr begrenzt verfügbar sind. Wenn direkt vor Ort keine Lösungen gefunden werden können, sind zur zeitlich flexiblen Abfederung auftretender Versorgungslücken deshalb ergänzend (ähnlich wie bei den Regionalkindergärten und Zentralhorten) räumlich weiter gefasste Versorgungskonzepte unabkömmlich. Um hierzu die kleinräumigen Bedarfe planerisch sinnvoll zusammenfassen und bedienen zu können, ist eine Kindergartenplanungszonen-übergreifende Betrachtungsweise nötig. Hierzu wurden die 48 Planungszonen in zehn übergeordnete Planungsregionen zusammengefasst. Diese zehn Planungsregionen wurden so gebildet, dass nahezu alle Kindergartenplanungszonen sich vollständig und eindeutig einer Planungsregion zuordnen lassen, dass die Bezüge zu Bürgerversammlungsgebieten weitestgehend erhalten bleiben und das alle Einrichtungen innerhalb der Planungsregion für alle dort wohnenden Familien ohne unzumutbare Anfahrzeiten zu erreichen sind (sprich eine Erreichbarkeit innerhalb einer ½ -Stunde mit ÖPNV möglich ist). Auf Ebene der zehn Planungsregionen werden unter Punkt 4.2 die Herausforderungen für die kleinräumige Ausbauplanung skizziert, welche sich insbesondere vor dem Hintergrund der neuen Bevölkerungsprognose neu ergeben.

4.2 Herausforderungen zum weiteren Ausbaubedarf auf Ebene der zehn Planungsregionen Der Fokus der folgenden Darstellung liegt auf der Identifikation zusätzlicher Ausbaubedarfe über bestehende Standortplanungen hinaus, die sich insbesondere vor dem Hintergrund der aktualisierten Bevölkerungsprognose auf kleinräumiger Ebene ergeben. Auch hier gilt nach wie vor der Hinweis aus den Planungsberichten der Vorjahre: Die hier vorgelegte Fortschreibung der Jugendhilfeplanung ist als eine Momentaufnahme in einem nach wie vor sehr dynamischen Planungsfeld zu bewerten. Der Bericht benennt auf Basis des heutigen Wissenstandes zur künftigen Entwicklung der Kinderzahlen deshalb „Korridore“ für die weitere Ausbauplanung und zeigt kleinräumige Entwicklungsbedarfe auf. Es wird jedoch weiterhin nötig sein, auf Basis aktualisierter kleinräumiger Bevölkerungsprognosen die getroffenen Annahmen zur Bedarfsentwicklung zu überprüfen und bei Bedarf die Ausbauplanungen flexibel anzupassen.

Planungsregion 1 (Nordwestliche Vorstadtgebiete)

Die Planungsregion 1 umfasst die Kindergartenplanungszonen Großgründlach, Boxdorf, Neunhof, Buch und Almoshof.

1 (Nordwestliche Vorstadtgebiete)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 380 351 338 333 336 346 353 360 360 358 359 360
Entwicklung Platzbestand 158 158 158 170 170 170 170 170 170 170 170 170
Entwicklung Platzbedarf 141 134 132 130 138 145 152 158 162 165 169 173
Entwicklung Versorgungsquote 42% 45% 47% 51% 51% 49% 48% 47% 47% 47% 47% 47%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 17 24 26 40 32 25 18 12 8 5 1 -3
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 448 456 443 431 426 424 426 431 433 435 438 440
Entwicklung Platzbestand 431 431 426 501 501 501 501 476 476 476 476 476
Entwicklung Platzbedarf 426 433 421 409 409 411 418 427 433 439 442 449
Entwicklung Versorgungsquote 96% 95% 96% 116% 118% 118% 117% 110% 110% 109% 109% 108%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 5 -2 5 92 92 90 83 49 43 37 34 27
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Sowohl im Krippen- wie auch Kindergartenalter bleibt laut Prognose die Anzahl der zu versorgenden Kinder im Zeitverlauf relativ konstant.

Versorgungssituation im Krippenbereich: Hier verfügt die Planungsregion bereits heute über eine gute Versorgungssituation, welche deutlich über dem städtischen Durchschnitt liegt. Mit der Planung einer weiteren Krippengruppe (12 Plätze) werden die Bedarfe in der Planungsregion langfristig abgedeckt. Versorgungssituation im Kindergartenbereich. Auch hier besteht aktuell eine bedarfsdecke Versorgung und mit der Planung von drei weiteren Kindergartengruppen (75 Plätze) werden die langfristigen Ausbauziele erreicht. Bis zum Abbau der 25 Plätze in der Neunhofer Hauptstr. 73a wird es zwischenzeitlich sogar eine Überversorgung in der Region geben.

Planungsregion 2 (Nordöstliche Vorstadt)

Die Planungsregion 2 umfasst die Kindergartenplanungszonen Buchenbühl, Ziegelstein und Schoppershof.

2 (Nordöstliche Vorstadt)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 762 769 751 740 729 715 701 686 672 660 647 636
Entwicklung Platzbestand 371 371 371 371 371 371 371 371 371 371 371 371
Entwicklung Platzbedarf 282 292 293 289 299 301 302 302 302 304 304 305
Entwicklung Versorgungsquote 49% 48% 49% 50% 51% 52% 53% 54% 55% 56% 57% 58%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 89 79 78 82 72 70 69 69 69 67 67 66
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 843 848 870 869 863 853 841 831 818 804 787 771
Entwicklung Platzbestand 857 857 857 857 857 957 957 957 957 957 957 957
Entwicklung Platzbedarf 801 805 827 825 829 828 824 823 818 812 794 786
Entwicklung Versorgungsquote 102% 101% 98% 99% 99% 112% 114% 115% 117% 119% 122% 124%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 56 52 30 32 28 129 133 134 139 145 163 171
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Im Trend der nächsten zehn Jahre ist die Anzahl der zu versorgenden Kinder sowohl im Krippen- wie auch im Kindergartenalter rückläufig. Lediglich im Kindergartenalter erhöht sich die Anzahl in den nächsten drei Jahren nochmals leicht, und wird erst danach konstant rückläufig sein. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die aktuelle Versorgungssituation in der Planungsregion ist überdurchschnittlich. Es ist bekannt, dass insbesondere in Ziegelstein Einrichtungen überregional belegt sind und in Teilen auch zur Bedarfsdeckung im Nürnberger Norden (Planungsregion 3) beitragen. Versorgungssituation im Kindergartenbereich: Analog zum Krippenbereich stellt sich die Situation im Kindergartenbereich dar. Auch hier gibt es deutliche Überhänge, die wiederum aktuell und auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Bedarfsdeckung in der angrenzende Planungsregion 3 darstellen.

Planungsregion 3 (Nürnberg Nord)

Die Planungsregion 3 umfasst die Kindergartenplanungszonen Schniegling, St. Johannis, St. Sebald, Thon, Nordstadt und Rennweg.

3 (Nürnberg Nord)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3249 3256 3272 3233 3216 3221 3224 3221 3226 3215 3188 3165
Entwicklung Platzbestand 1121 1121 1133 1167 1191 1215 1215 1329 1329 1377 1377 1377
Entwicklung Platzbedarf 1202 1237 1276 1261 1318 1353 1386 1417 1452 1479 1499 1519
Entwicklung Versorgungsquote 35% 34% 35% 36% 37% 38% 38% 41% 41% 43% 43% 44%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -81 -116 -143 -94 -127 -138 -171 -88 -123 -102 -122 -142
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3034 3172 3231 3267 3270 3292 3315 3327 3334 3330 3310 3289
Entwicklung Platzbestand 2477 2577 2727 2877 2877 2927 2927 3112 3112 3187 3187 3187
Entwicklung Platzbedarf 2882 3013 3069 3104 3139 3193 3248 3294 3334 3363 3343 3355
Entwicklung Versorgungsquote 82% 81% 84% 88% 88% 89% 88% 94% 93% 96% 96% 97%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -405 -436 -342 -227 -262 -266 -321 -182 -222 -176 -156 -168
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Mit Blick auf die generelle Entwicklung der Kinderzahlen in obiger Tabelle wird deutlich, dass der Nachfragedruck im Nürnberger Norden in den nächsten Jahren hoch bleiben wird. Im Krippenalter bleibt die Anzahl der Kinder in den nächsten Jahren relativ konstant und wird erst langfristig sinken, und im Kindergartenalter steigen diese nochmals deutlich an und bleiben auch in den nächsten zehn Jahren deutlich über dem heutigen Ausgangswert. Zudem ist im Nürnberger Norden laut neuer Prognose mit deutlich mehr Kindern rechnen. Die Anzahl derer im Krippenalter liegt im Jahr 2022 um 300 Kinder und im Jahr 2030 um 200 Kinder über den Zahlen, die in der alten Prognose vorausberechnet wurde. Ein ähnliches Bild ergibt sich für das Kindergartenalter: Die Anzahl derer liegt im Jahr 2022 um 200 Kinder und im Jahr 2030 um 300 Kinder über den Zahlen der alten Prognose. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die Versorgungsquote im Nürnberger Norden liegt unter dem städtischen Durchschnitt. Die Bedarfsdeckung der vor Ort wohnenden Familien erfolgt zum Teil in angrenzenden Planungsregionen, insbesondere über die Angebote im Nordosten (Planungsregion 2) und Osten (Planungsregion 4). Mit den bestehenden Standortplanungen für rd. 250 zusätzliche Plätze (21 Gruppen) bis 2030 wird erst langfristig eine Entspannung eintreten. Versorgungsengpässe bestehen jedoch insbesondere in den nächsten fünf Jahren. Unter Berücksichtigung der Überhänge in den angrenzenden Planungsregionen beläuft sich die Versorgungslücke bis zum Jahr 2022 auf schätzungsweise drei Krippengruppen, zwischen 2022-2026 steigt diese kurzfristig auf sechs Gruppen an, um sich dann bis 2030 wieder auf drei bis vier Krippengruppen einzupendeln. Würde man die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen der Vorjahresprognose zugrundlegen, bestünde im Krippenbereich weder 2022, noch 2026 und 2030 eine signifikante Versorgungslücke! Unter den Annahmen der Vorjahresprognose hätte man mit den bestehenden Planungen die langfristigen Ausbauziele bis 2030 mit einer Versorgungsquote von 46 % nahezu erreicht. Versorgungssituation im Kindergartenbereich. In noch deutlicherem Ausmaß entstehen Versorgungsengpässe im Kindergartenbereich, welche durch die bereits laufenden Standortplanungen für rd. 700 zusätzliche Plätze (28 Gruppen) bis 2030 nicht aufgefangen werden können. Unter Berücksichtigung der Überhänge in angrenzenden Planungsregionen 2 und 4 beläuft sich die Versorgungslücke bis zum Jahr 2022 auf schätzungsweise sechs bis acht Kindergartengruppen. Zwischen 2022-2026 steigt diese kurzfristig auf bis zu neun Gruppen an, um sich dann ab 2026 wieder auf drei bis vier Kindergartengruppen einzupendeln. Im Jahr 2030 bestünde durch die Möglichkeiten der Bedarfsdeckung in angrenzenden Planungsregionen dann nur noch eine Versorgungslücke in Höhe von zwei bis drei Gruppen. Würde man auch hier die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen der Vorjahresprognose zugrundlegen, bestünde im Kindergartenbereich weder 2022 noch 2026 und 2030 eine Versorgungslücke! Unter den Annahmen der Vorjahresprognose hätte man mit den bestehenden Planungen die langfristigen Ausbauziele bis 2030 vollständig erreicht.

Planungsregion 4 (Nürnberg Ost)

Die Planungsregion 4 umfasst die Kindergartenplanungszonen Erlenstegen, St. Jobst, Mögeldorf, Laufamholz, Wöhrd und Zabo.

4 (Nürnberg Ost)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1663 1679 1686 1719 1740 1734 1729 1696 1660 1628 1598 1573
Entwicklung Platzbestand 711 711 711 723 771 771 771 807 807 831 831 831
Entwicklung Platzbedarf 615 638 658 670 714 728 743 746 747 749 751 755
Entwicklung Versorgungsquote 43% 42% 42% 42% 44% 44% 45% 48% 49% 51% 52% 53%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 96 73 53 53 57 43 28 61 60 82 80 76
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1835 1897 1946 1972 1982 1977 1976 1961 1942 1918 1892 1861
Entwicklung Platzbestand 1870 1870 1820 1845 2020 2020 2020 2035 2035 2160 2160 2160
Entwicklung Platzbedarf 1743 1802 1849 1873 1902 1918 1937 1942 1942 1937 1911 1898
Entwicklung Versorgungsquote 102% 99% 94% 94% 102% 102% 102% 104% 105% 113% 114% 116%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 127 68 -29 -28 118 102 83 93 93 223 249 262
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Im Krippenalter wird sich die Zahl der Kinder in den nächsten 5 Jahren nochmals leicht erhöhen bleibt, erst ab 2025 ist nach Erkenntnissen der aktuellen Prognose mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Gleiches gilt für die Anzahl der Kinder im Kindergartenalter. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die aktuelle und künftige Versorgungssituation in der Planungsregion ist überdurchschnittlich. Auch hier ist anzunehmen, dass das Angebot in Teilen zur Bedarfsdeckung im Nürnberger Norden (Planungsregion 3) beiträgt. Versorgungssituation im Kindergartenbereich: Auch hier ist aktuell ein rechnerischer Überhang an Plätzen durch Einrichtungen mit einer überregionalen Belegung zu verzeichnen. Dies trägt insbesondere zur Bedarfsdeckung im Nürnberger Norden wie auch im Nürnberger Süden (hier insb. durch die Überhänge in Zabo) bei. Dies wird auch langfristig seinen Bestand haben, da durch die aktuellen Standortplanungen bis 2030 Plätze deutlich über dem Bedarf des Nürnberger Ostens hinaus geschaffen werden.

Planungsregion 5 (Nürnberg West)

Die Planungsregion 5 umfasst die Kindergartenplanungszonen Muggenhof, Gostenhof, St. Lorenz, Schweinau, St. Leonhard und Leyh/Höfen.

5 (Nürnberg West)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 2837 2866 2953 3000 3011 3035 3040 3047 3058 3056 3062 3047
Entwicklung Platzbestand 1083 1083 1083 1083 1095 1095 1095 1215 1215 1275 1275 1275
Entwicklung Platzbedarf 1050 1089 1152 1170 1235 1275 1307 1341 1376 1406 1439 1463
Entwicklung Versorgungsquote 38% 38% 37% 36% 36% 36% 36% 40% 40% 42% 42% 42%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 33 -6 -69 -87 -140 -180 -212 -126 -161 -131 -164 -188
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3054 3159 3209 3236 3223 3254 3292 3332 3366 3383 3397 3395
Entwicklung Platzbestand 2897 2897 2897 2932 2957 2957 2957 3119 3094 3169 3169 3169
Entwicklung Platzbedarf 2901 3001 3048 3074 3094 3156 3227 3298 3366 3416 3431 3463
Entwicklung Versorgungsquote 95% 92% 90% 91% 92% 91% 90% 94% 92% 94% 93% 93%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -4 -104 -151 -142 -137 -199 -270 -179 -272 -247 -262 -294
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Mit Blick auf die generelle Entwicklung der Kinderzahlen in obiger Tabelle wird deutlich, dass der Versorgungsdruck im Nürnberger Westen durch steigende Kinderzahlen sowohl im Krippen- als auch im Kindergartenbereich noch deutlich zunehmen wird. Und was schon für den Nürnberger Norden galt, trifft auch für den Nürnberger Westen zu: Auch hier ist laut Befundlage der aktualisierten kleinräumigen Bevölkerungsprognose künftig mit deutlich mehr Kindern zu rechnen. In Bezug auf das Krippenalter sind dies zwischen den Jahren 2022 bis 2030 im Schnitt rund 200 Kinder mehr. Und in Bezug auf das Kindergartenalter gilt festzuhalten, dass deren Anzahl im Jahr 2022 um 200 Kinder und im Jahr 2030 um 350 Kinder über den Zahlen der alten Prognose liegt. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die Versorgungsquote im Nürnberger Westen liegt im Krippenbereich aktuell noch leicht über dem städtischen Durchschnitt. Doch mit den bestehenden Standortplanungen für rd. 200 zusätzliche Plätze (17 Gruppen) bis 2030 können die steigenden Bedarfe aufgrund des Anstiegs der Kinderzahlen nicht bedient werden. Bis 2025 wird sich die Versorgungslage gegenüber heute sogar verschlechtern. Bis weitere Planungen greifen, entsteht im Nürnberger Westen je nach Entwicklung der Nachfrage eine Versorgungslücke von schätzungsweise fünf bis sieben Gruppen. Wie groß die langfristige Versorgungslücke im Stadtteil sein wird, lässt sich aus heutiger Sicht schwer beziffern, da das Nachfrageverhalten nach Betreuungsplätzen für unter 3- Jährige sozialräumlich stark variiert. Würde man die stadtweit angestrebte Versorgungsquote von 48% zugrunde legen, bestünde unter Berücksichtigung der bereits laufenden Planungen im Jahr 2030 noch ein Fehlbedarf in Höhe von 15 Gruppen. Bei einer Versorgungsquote von 45% wären dies dann nur noch acht Gruppen und zur Erreichung einer Versorgungsquote von 42% würden die bereits bestehenden Planungen ausreichen. Würde man die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen der Vorjahresprognose zugrundlegen, bestünde im Krippenbereich weder 2022, noch 2026 und 2030 eine signifikante Versorgungslücke! Unter den Annahmen der Vorjahresprognose hätte man mit den bestehenden Planungen die langfristigen Ausbauziele mit einer Versorgungsquote von 45 % in weiten Teilen schon erreicht.

Versorgungssituation im Kindergartenbereich: Auch hier entstehen aufgrund steigender und insgesamt höherer Kinderzahlen Versorgungsengpässe in den nächsten Jahren, welche durch die bereits laufenden Standortplanungen für rund 270 zusätzliche Plätze (11 Gruppen) bis 2030 nicht aufgefangen werden können. Zur Erreichung der anvisierten Versorgungsziele würde bis 2022 rein rechnerisch eine Versorgungslücke fünf bis sechs Kindergartengruppen, die zwischen 2022-2026 auf bis zu zehn Gruppen ansteigen würde, um sich dann 2026 wieder auf sieben Kindergartengruppen einzupendeln. Bis zum Jahr 2030 würde sich unter Berücksichtigung der bestehenden Planungen die Versorgungslücke dann wieder auf 12 Gruppen erhöhen. In dieser Planungsregion ergeben sich aufgrund der neuen Befunde zur kleinräumigen Bevölkerungsentwicklung die größten Herausforderungen für den weiteren Ausbau im Kindergartenbereich. Würde man auch hier die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen der Vorjahresprognose zugrundlegen, bestünde im Kindergartenbereich weder 2022, noch 2026 und 2030 eine Versorgungslücke! Unter den Annahmen der Vorjahresprognose hätte man mit den bestehenden Planungen die Ausbauziele bis 2030 vollständig erreicht.

Planungsregion 6 (Nürnberg Südstadt)

Die Planungsregion 6 umfasst die Kindergartenplanungszonen St. Peter, Sandreuth, Werderau, Bleiweiß, Hasenbuck, Galgenhof und Steinbühl3.

6 (Nürnberg Südstadt)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3399 3424 3366 3364 3342 3304 3262 3210 3161 3123 3088 3063
Entwicklung Platzbestand 1136 1136 1136 1160 1160 1160 1160 1188 1188 1188 1188 1188
Entwicklung Platzbedarf 1258 1301 1313 1312 1370 1388 1402 1413 1423 1437 1452 1470
Entwicklung Versorgungsquote 33% 33% 34% 34% 35% 35% 36% 37% 38% 38% 38% 39%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -122 -165 -177 -152 -210 -228 -242 -225 -235 -249 -264 -282
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 3425 3476 3594 3613 3603 3565 3534 3515 3483 3448 3404 3366
Entwicklung Platzbestand 3057 3057 3037 3037 3037 3037 3037 3270 3270 3270 3270 3270
Entwicklung Platzbedarf 3254 3303 3414 3432 3459 3458 3463 3480 3483 3482 3438 3433
Entwicklung Versorgungsquote 89% 88% 85% 84% 84% 85% 86% 93% 94% 95% 96% 97%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -197 -246 -377 -395 -422 -421 -426 -210 -213 -212 -168 -163
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Die Nürnberger Südstadt ist neben den Norden (Planungsregion 3) und dem Westen (Planungsregion 5) die dritte Planungsregion, in welcher sich die künftige Anzahl der zu versorgenden Kinder gegenüber der Vorjahresprognose signifikant unterscheidet. So muss man im Krippenbereich kurz- und mittelfristig mit mehr Kindern rechnen (2022: + rd. 80 Kinder; 2026: + rd. 120 Kinder). Mit Blick auf das Jahr 2030 unterscheidet sich dann die vorausberechnete Kinderzahl nur noch kaum voneinander. Im Kindergartenbereich dagegen fällt die vorausberechnete Kinderzahl gegenüber der Vorjahresprognose durchgehend höher aus (2022: + rd. 270 Kinder; 2026: + rd. 300 Kinder; 2030: + rd. 200 Kinder). Und auch der Blick auf die generelle Entwicklung der Kinderzahlen in obiger Tabelle macht deutlich, dass der Nachfragedruck im Nürnberger Süden in den nächsten Jahren zunächst einmal hoch bleiben wird. Dies gilt insbesondere für den Kindergartenbereich: Dort steigt die Anzahl der Kinder bis 2023 nochmals deutlich an, um dann in den Folgejahren bis 2030 in etwa auf das heutige Niveau wieder abzusinken. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die Versorgungsquote im Nürnberger Süden liegt im Krippenbereich aktuell unter dem städtischen Durchschnitt. Durch die im Zuge der neuen Prognose deutlich nach oben korrigierten Kinderzahlen sowie das generelle Problem im Süden neue Standorte für Krippenplätze zu erschließen, verschärft sich die Situation zunehmend. Geht man davon aus, dass auch in den nächsten Jahren das Nachfrageverhalten nach Betreuungsangeboten für unter 3-Jährige im Nürnberger Süden vergleichsweise gering ausfällt und man dementsprechend die Ausbauziele

3 Die Planungen zum Stadtteilentwicklungsprozess „Brunecker-Areal“ (Modul 1 und 2) sind in der Darstellung zur Planungsregion 6 (sowohl in Bezug auf die Entwicklung der Kinderzahlen wie auch die Infrastrukturentwicklung im Bereich der Kindertagesbetreuung) noch nicht enthalten, da langfristig hier voraussichtlich eine neue Kindergartenplanungszone entstehen wird. Hierzu findet ein separates Behördenbeteiligungsverfahren statt, in welchem das Jugendamt zur Bedarfsdeckung vor Ort zwei Häuser für Kinder angemeldet hat.

zunächst einmal nach unten anpasst, so bestünde dennoch im Jahr 2022 für eine z.B. 37%ige Versorgungsquote eine Lücke von mindestens sieben Gruppen, die bis 2030 dann für eine z.B. 42%ige Versorgungsquote auf 8 Gruppen noch anwachsen würde. Wie groß die langfristige Versorgungslücke im Stadtteil sein wird, lässt sich aus heutiger Sicht für die Südstadt schwer abschätzen, denn auch hier scheint es ähnlich wie im Nürnberger Westen ein abweichendes Nachfrageverhalten nach Betreuungsplätzen für unter 3-Jährige zu geben. Würde man die stadtweit angestrebte Versorgungsquote von 48% zugrunde legen, bestünde unter Berücksichtigung der bereits laufenden Standortplanungen bis im Jahr 2030 noch ein Fehlbedarf in Höhe von 23 Gruppen. Bei einer Versorgungsquote von 45 % reduziert sich diese auf 16 Gruppen, bei 42% auf 8 Gruppen und bei 40% dann auf 3 Gruppen. Dass es im Krippenbereich für die Nürnberger Südstadt weitere umfassende Anstrengungen bedarf wird darin deutlich, dass mit den bereits bestehenden Standortplanungen bis 2030 nur eine Versorgungsquote von 39% erreicht werden kann. Würde man die Zahl der prognostizierten Kinder der Vorjahresprognose zugrundlegen, hätte man mit den bereits laufenden Planungen bis 2026 zumindest schon einer Versorgungsquote von 39% sichergestellt. Versorgungssituation im Kindergartenbereich: Auch hier liegt die aktuelle Versorgungsquote deutlich unter dem städtischen Durchschnitt. Ein Teil der Kinder in der Südstadt, allen voran aus Galgenhof und Steinbühl dürften jedoch über die Platzüberhänge in Zabo mitversorgt werden, was die Situation etwas entschärft. Aktuell gibt es zumindest bisher noch keine laufenden Rechtsklagen aufgrund nicht bedienter Platznachfragen aus der Südstadt. Dennoch werden aufgrund steigender und insgesamt höherer Kinderzahlen Versorgungsengpässe in den nächsten Jahren entstehen, welche durch die bereits laufenden Standortplanungen für rd. 200 zusätzliche Plätze (8 Gruppen) bis 2030 nicht aufgefangen werden können. Zur Erreichung der anvisierten Versorgungsziele würde bis 2022 rein rechnerisch eine Versorgungslücke von 16 Kindergartengruppen, 2026 eine von acht Gruppen und 2030 von sechs Gruppen bestehen. Diesen Versorgungslücken sind jedoch auch dauerhaft die Überhänge in Zabo (Planungsregion 4) sowie das Platzangebot im neuen Regionalkindergarten in der Zugspitzstraße (Planungsregion 8) gegenüberzustellen. Hierdurch würden sich die genannten Versorgungslücken zwar nicht aufheben, aber zumindest halbieren lassen. Würde man auch hier die Annahmen zur Entwicklung der Kinderzahlen der Vorjahresprognose zugrundlegen, bestünde zumindest mittel- und langfristig gesehen keine Versorgungslücken und die Ausbauziele bis 2030 wären mit den bereits bestehenden Standortplanungen vollständig erreicht.

Planungsregion 7 (Südwestliche Vorstadt)

Die Planungsregion 7 umfasst die Kindergartenplanungszonen Eibach, Röthenbach, Gebersdorf und Reichelsdorf (einschließlich Reichelsdorfer Keller).

7 (Südwestliche Vorstadt)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1165 1169 1184 1187 1183 1167 1143 1120 1103 1089 1076 1065
Entwicklung Platzbestand 471 471 459 459 459 459 459 495 495 495 495 495
Entwicklung Platzbedarf 431 444 462 463 485 490 492 493 496 501 506 511
Entwicklung Versorgungsquote 40% 40% 39% 39% 39% 39% 40% 44% 45% 45% 46% 46%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 40 27 -3 -4 -26 -31 -33 2 -1 -6 -11 -16
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1350 1377 1381 1386 1384 1383 1372 1357 1343 1328 1310 1293
Entwicklung Platzbestand 1173 1173 1170 1220 1220 1220 1220 1320 1320 1320 1320 1320
Entwicklung Platzbedarf 1282 1308 1312 1316 1329 1341 1345 1344 1343 1342 1324 1319
Entwicklung Versorgungsquote 87% 85% 85% 88% 88% 88% 89% 97% 98% 99% 101% 102%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -109 -135 -142 -96 -109 -121 -125 -24 -23 -22 -4 1
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Die Anzahl der zu versorgenden Kinder im Krippen- und Kindergartenalter bleibt die nächsten fünf Jahre relativ konstant und nimmt erst danach leicht ab. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die Versorgungsquote im Krippenbereich liegt aktuell über dem städtischen Durchschnitt. Erst durch die anstehende Schließung einer Einrichtung (Neumühlweg 2) entsteht mittelfristig eine zeitlich begrenzte Versorgungslücke von zwei Gruppen. Zur Erreichung der langfristigen Ausbauziele ist über die bestehenden Standortplanungen hinaus zum Jahr 2030 nur noch eine weitere Krippengruppe zu schaffen.

Versorgungssituation im Kindergartenbereich. Die Versorgungsquote im Kindergartenbereich liegt unter dem städtischen Durchschnitt. Bis 2025 gilt es hier noch eine zeitlich begrenzte Versorgungslücke von schätzungsweise vier bis fünf Gruppen zu schließen. Danach greifen dann die umfassenden Planungen in der Region (+150 Plätze), wodurch langfristig die Ausbauziele erreicht werden.

Planungsregion 8 (Südöstliche Vorstadt)

Die Planungsregion 8 umfasst die Kindergartenplanungszonen Bauernfeind, Neuselsbrunn, Langwasser-NO, Langwasser-SO, Langwasser-SW sowie die weite Teile der Gartenstadt.

8 (Südöstliche Vorstadt)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1311 1271 1275 1269 1260 1246 1227 1208 1192 1179 1160 1143
Entwicklung Platzbestand 470 470 470 470 470 494 494 530 530 530 530 530
Entwicklung Platzbedarf 485 483 497 495 517 523 528 532 536 542 545 549
Entwicklung Versorgungsquote 36% 37% 37% 37% 37% 40% 40% 44% 44% 45% 46% 46%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -15 -13 -27 -25 -47 -29 -34 -2 -6 -12 -15 -19
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 1611 1624 1590 1574 1546 1528 1520 1509 1492 1475 1449 1425
Entwicklung Platzbestand 1491 1491 1591 1591 1591 1641 1641 1641 1641 1641 1641 1641
Entwicklung Platzbedarf 1530 1543 1511 1496 1484 1482 1490 1494 1492 1489 1464 1453
Entwicklung Versorgungsquote 93% 92% 100% 101% 103% 107% 108% 109% 110% 111% 113% 115%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -39 -52 80 95 107 159 151 147 149 152 177 188
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Im Trend der nächsten zehn Jahre ist die Anzahl der zu versorgenden Kinder sowohl im Krippen- wie auch im Kindergartenalter rückläufig. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die Versorgungsquote im Krippenbereich entspricht aktuell etwa dem städtischen Durchschnitt. Langfristig werden mit den bereits laufenden Standortplanungen die Ausbauziele nahezu erreicht. Je nach Entwicklung der tatsächlichen Nachfrage vor Ort besteht in den nächsten Jahren jedoch eine zeitlich begrenzte Versorgungslücke zwischen ein bis drei Krippengruppen. Versorgungssituation im Kindergartenbereich: Die Versorgungsquote im Kindergartenbereich liegt aktuell leicht unter dem städtischen Durchschnitt; mit dem Bestandsangebot können jedoch alle aktuellen Nachfragen bedient werden. In den nächsten Jahren entstehen in diesem Stadtgebiet dann weitere 150 Plätze (6 Gruppen); davon ab 2021 100 Plätze im neuen Regionalkindergarten in der Zugspitzstraße. Hierdurch erklären sich auch größtenteils die rechnerischen Überhänge an Plätzen, welche künftig vorrangig zur Bedarfsdeckung der angrenzenden Südstadt (Planungsregion 6) vorzuhalten sind.

Planungsregion 9 (weitere südöstliche Vorstadtgebiete)

Die Planungsregion 9 umfasst die Kindergartenplanungszonen Fischbach und Altenfurt.

9 (weitere südöstliche Vorstadtgebiete)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 395 388 389 392 390 395 388 381 372 364 366 368
Entwicklung Platzbestand 123 147 147 147 147 147 147 147 147 147 147 147
Entwicklung Platzbedarf 146 148 152 153 160 166 167 168 168 168 172 177
Entwicklung Versorgungsquote 31% 38% 38% 38% 38% 37% 38% 39% 39% 40% 40% 40%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -23 -1 -5 -6 -13 -19 -20 -21 -21 -21 -25 -30
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 513 508 489 487 488 492 482 466 461 457 463 469
Entwicklung Platzbestand 437 442 442 442 442 442 442 414 414 414 414 414
Entwicklung Platzbedarf 487 483 464 462 468 477 472 461 461 461 468 478
Entwicklung Versorgungsquote 85% 87% 90% 91% 91% 90% 92% 89% 90% 91% 89% 88%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -50 -41 -22 -20 -26 -35 -30 -47 -47 -47 -54 -64
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Im Trend der nächsten Jahre ist die Anzahl der zu versorgenden Kinder sowohl im Krippen- wie auch im Kindergartenalter relativ konstant; erst längerfristig ist mit einer leichten Abnahme der Kinderzahlen zu rechnen. Versorgungssituation im Krippenbereich: Mit der Schaffung zwei weiterer Krippengruppen in Altenfurt wird das Versorgungsniveau ab dem nächsten Jahr deutlich verbessert. Zur Erreichung der Ausbauziele gilt es darüber hinaus je nach Nachfrageentwicklung langfristig noch einen Bedarf in Höhe von ein bis zwei weiteren Krippengruppen zu bedienen. Versorgungssituation im Kindergartenbereich. Die Versorgungsquote im Kindergartenbereich liegt aktuell unter dem städtischen Durchschnitt. Langfristig besteht noch ein Ausbaubedarf im Umfang von zwei Gruppen, insb. auch deshalb, weil die Einrichtung in der Brunner Hauptstraße 45 dauerhaft nicht weiter betrieben werden kann. Zwischenzeitlich können über den Regionalkindergarten in der Zugspitzstraße unversorgte Kinder mit betreut werden.

Planungsregion 10 (südliche Vorstadtgebiete)

Die Planungsregion 10 umfasst die Kindergartenplanungszonen Katzwang, Herpersdorf und Kornburg.

10 (südliche Vorstadtgebiete)
unter 3 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 522 530 525 529 530 536 532 528 513 500 509 516
Entwicklung Platzbestand 218 218 218 228 228 228 228 252 252 252 252 252
Entwicklung Platzbedarf 193 201 205 206 217 225 229 232 231 230 239 248
Entwicklung Versorgungsquote 42% 41% 42% 43% 43% 43% 43% 48% 49% 50% 49% 49%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen 25 17 13 22 11 3 -1 20 21 22 13 4
Ausbauziele (Versorgungsquote) 37% 38% 39% 39% 41% 42% 43% 44% 45% 46% 47% 48%
3-6,5 Jährige 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Entwicklung Kinderzahl 731 692 669 662 657 663 671 677 664 646 645 650
Entwicklung Platzbestand 654 679 704 704 704 699 699 774 774 774 774 774
Entwicklung Platzbedarf 695 657 636 629 630 643 657 670 664 652 652 663
Entwicklung Versorgungsquote 89% 98% 105% 106% 107% 105% 104% 114% 116% 120% 120% 119%
Überhang (+) / Fehlbedarf (-) in Plätzen -41 22 68 75 74 56 42 104 110 122 122 111
Ausbauziele (Versorgungsquote) 95% 95% 95% 95% 96% 97% 98% 99% 100% 101% 101% 102%

Entwicklung der Kinderzahlen: Im Trend der nächsten Jahre ist die Anzahl der zu versorgenden Kinder im Krippenalter relativ konstant; erst längerfristig ist hier mit einer leichten Abnahme der Kinderzahlen zu rechnen. Für Kinder im Kindergartenalter ist laut aktueller Bevölkerungsprognose von einer stetigen Abnahme in den nächsten Jahren auszugehen. Diese Abnahme fällt im Vergleich zur Prognose des Vorjahres sogar noch etwas höher aus. Versorgungssituation im Krippenbereich: Die Versorgungsquote für Kinder im Krippenalter liegt aktuell über dem städtischen Durchschnitt. Mit den bereits bestehenden Standortplanungen werden langfristig die Ausbauziele erreicht. Versorgungssituation im Kindergartenbereich. Die Versorgungsquote für Kinder im Kindergartenalter liegt aktuell noch unter dem städtischen Durchschnitt. Doch mit dem schrittweisen Ausbau des Bestands in der Region im Umfang von zusätzlichen 120 Plätzen werden langfristig die Ausbauziele nicht nur erreicht, sondern es entstehen auch deutliche Überhänge im Umgang von rund 4 Kindergartengruppen. Abhängig von etwaig weiteren Wohnbebauungen, welche aktuell noch nicht in der kleinräumigen Bevölkerungsprognose enthalten sind, gilt es die aktuellen Standortplanungen (insb. die am Bruckweg) zu überprüfen und ggf. anzupassen.

4.3 Vorschlag für ein Kita-Notprogramm

Um auf die zuvor skizzierten neuen Bedarfsanzeigen im Bereich geltender Rechtsansprüche für Krippen- und Kindergartenkinder adäquat reagieren zu können, bedarf es zusätzlich zu den bereits bestehenden Standortplanungen ein „Kita-Notprogramm“ mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen aufzulegen. Besonderer Handlungsbedarf besteht im Nürnberger Norden (Planungsregion 3), Westen (Planungsregion 5) und Süden (Planungsregion 6).

Ziele des Kita-Notprogramms

Das Kita-Notprogramm dient der Abfederung von kurz- und mittelfristigen Versorgungsengpässen aufgrund der steigenden Bedarfe durch die neuen Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung. Erforderlich sind dabei sowohl Sofortmaßnahmen zur Abfederung von Bedarfsspitzen bis Herbst 2022 als auch weitere schnelle Maßnahmen zur Abdeckung von mittelfristig erwartbaren Bedarfsspitzen zwischen den Jahren 2022-2026. Damit dies gelingen kann ist ein Mix aus temporär befristeten Interimslösungen bzw. Umnutzungen für Kindergartenplätze als auch langfristige Platzschaffungen zur flexiblen Nutzung für unterschiedliche Betreuungsbedarfe (Krippe/Kindergarten/Hort) erforderlich. Kurz und mittelfristige Platzschaffungen sind im Stadtgebiet vor allem im Norden, Süden und Westen zu verorten. Dabei wird es nicht immer möglich sein, das Prinzip der wohnortnahen Versorgung (innerhalb der bisherigen Kita-Planungszonen) zu gewährleisten. Eltern werden teilweise mit längeren Wegen rechnen müssen. Das Kita-Notprogramm dient v.a. der Sicherstellung eines Mindestversorgungsstandards im Bereich geltender Rechtsansprüche für einen mittelfristigen Zeitraum. Es kann und wird aber nicht alle Bedarfe kurz- und mittelfristig abdecken können. Deshalb ist aktuell nicht absehbar, ob, wann und in welchem Ausmaß die Stadt Nürnberg mit Rechtsklagen rechnen muss.

Umsetzungsvorschlag

Die Verwaltung schlägt zur Umsetzung des Kita-Notprogramms folgende Maßnahmen vor: 1. Vorziehen von bestehenden Standortplanungen 2. Zusätzliche Plätze durch Baumaßnahmen freier Träger 3. Zusätzliche Plätze durch städtische Baumaßnahmen 4. Zusätzliche Plätze durch zeitlich befristete Umnutzung von Einrichtungen, insb. in solchen Einrichtungen, die in den nächsten drei Jahren neu eröffnet werden. Entsprechend des oben dargestellten Umsetzungsvorschlags hat die Verwaltung des Jugendamts systematisch alle Regionen und Standorte abgeprüft, um konkrete Maßnahmen zum Beschluss vorzulegen. Das Ergebnis der Standortprüfungen ist der Beilage 1 im ERiS-Laufwerk zu entnehmen. In Beilage 1 wird zu jeder Maßnahme dargestellt, in welcher Planungsregion diese innerhalb des Stadtgebietes liegt, wie viele Plätze zusätzlich zu den bereits bestehenden Standortplanungen dort geschaffen werden können und welcher Betriebsbeginn angestrebt wird. Durch das Kita-Notprogramm können zusätzlich zu den bereits bestehenden Standortplanungen bis zu 156 Krippenplätze (13 Gruppen) und 935 Kindergartenplätze (38 Gruppen) geschaffen werden. Die Maßnahmen tragen dazu bei, insbesondere im Norden (Planungsregion 3) und Westen (Planungsregion 5) Versorgungsengpässe sowohl im Krippen- und Kindergartenbereich als auch im Süden (Planungsregion 6) Versorgungsengpässe im Kindergartenbereich deutlich abzufedern. Und auch in den übrigen Planungsregionen können die unter Punkt 4 beschriebenen Bedarfsanzeigen weitgehend aufgefangen werden. Unbefriedigend ist die Versorgungssituation in der Südstadt (Planungsregion 6) für Kinder im Krippenalter. Dort lassen sich kurzfristig keine weiteren Standorte schaffen. Ohne zusätzliche Platzschaffungen ist hier die Versorgungssituation vor allem in den nächsten Jahren als angespannt zu bewerten. Dies unterstreicht nochmals die Dringlichkeit, bei allen strukturwandelbedingten Veränderungen auf bisher gewerblich genutzten Arealen der Südstadt die Schaffung weiterer Kita-Plätze seitens der Stadt prioritär zu verfolgen (siehe Beilage 1 / Punkt 5). Mit Blick auf die Maßnahmenliste muss jedoch beachtet werden, dass trotz eines heute hoch eingeschätzten Realisierungspotenzials erfahrungsgemäß 15-25% der Maßnahmen u.a. wegen der überhitzten Baukonjunktur entweder zeitlich verzögert oder aufgrund von Planungsänderungen nicht realisiert werden können. Und aufgrund der Corona-Lage gelten nunmehr selbsterklärend bei sämtlichen Bauvorhaben zusätzliche Verzögerungsrisiken.

Notwendige Grundvoraussetzungen zur Umsetzung der dringend notwendigen Maßnahmen

zum Kita-Notprogramm sind:  Berücksichtigung des Kita-Notprogramms im MIP (einschließlich Umpriorisierung BIC+MIP siehe Maßnahmenliste in Beilage 1): o zusätzlich rd. 500 Krippenplätze bis 2030 (Bauinvest/netto rd.10 Mio. €) + Personalkosten für 130 FKs über alle Träger o zusätzlich rund 125 Kindergartenplätze bis 2030 (Bauinvest/netto rd. 2 Mio. €) + Personalkosten für rd. 15 FKs über alle Träger o Bauinvestitionskosten und Personalbedarfe für zusätzliche Interimslösungen lassen sich aktuell noch nicht beziffern, da diese im Zuge unterschiedlicher Umsetzungsmodelle (z.B. temporäre Aufstockungen/Umwidmungen im Bestand sowie in neu zu schaffenden Einrichtungen) unterschiedlich zu Buche schlagen. Eine Einspeisung ins MIP-Verfahren erfolgt nach den jeweiligen Detailplanungen pro Maßnahme.  Ressourcenausbau und Priorisierung von Kita-Maßnahmen bei H und wbgK: a) Sicherstellung der Umsetzung bestehender Planungen ohne Zeitverzug b) Vorziehen von bestehenden Planungen c) Umsetzung zusätzlicher Planungen  Ressourcenausbau J/Team Bau zur Begleitung der Planungsprozesse: Anmeldung einer E11-Stelle zum Stellenschaffungsverfahren 2021

Um dieses anspruchsvolle Programm umzusetzen, bedarf es der nachdrücklichen Unterstützung von zahlreichen Stellen innerhalb, aber auch außerhalb der Verwaltung, da viele Maßnahme nur dann für Eltern wirksam werden können, wenn sie auch kurzfristig realisiert werden. Dazu setzt die Verwaltung des Jugendamts auf die weiterhin gute Zusammenarbeit und Kooperation im DLZ-Kita-Ausbau und der wbgK.

Nächste Schritte

Mit Beschluss zum Kita-Notprogramm wird die Verwaltung des Jugendamts  die Umsetzung der beschriebenen Baumaßnahmen freier Träger mit diesen abstimmen und die entsprechenden Mittel im MIP anmelden.  die Umsetzung der beschriebenen städtischen Baumaßnahmen sowie das Vorziehen von bestehenden Standortplanungen mit H und wbgK abstimmen und in das BIC-/MIP-Verfahren zeitnah einspeisen.  die erforderlichen Schritte zur zeitlich befristeten Umnutzung von Einrichtungen für die Betreuung von Kindergartenkindern in die Wege leiten (u.a. Nutzungsänderungen, bauliche Ertüchtigungen, Außenflächen, Brandschutz, technische Ausstattung, Anpassung der Betriebserlaubnis). Zur weiteren Verbesserung der Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für den Kita-Ausbau finden 2020 folgende jugendhilfeplanerische Aktivitäten statt:  Eine kleinräumige Auswertung der Daten zur Platzverwaltung und Anmeldesituation im Kita Portal Nürnberg: Dadurch wird es möglich sein, belegte Plätze nach dem Wohnort der Kinder auszuwerten. Die bisher amtlich verfügbaren Daten aus dem KiBiG.web geben hierzu keine Auskunft. Durch die neuen Auswertungsmöglichkeiten im Kita Portal kann man somit erstmalig Informationen darüber gewinnen, in welchem Umfang Versorgungslücken in den jeweiligen Planungsgebieten durch angrenzende Stadtgebiete mitversorgt werden. Dies sind für die kleinräumige Steuerung der weiteren Ausbauplanung wertvolle Informationen.  Zudem findet gemäß Beschluss des Jugendhilfeausschusses aus dem Jahr 2016 die Wiederholungsbefragung zur Bedarfserhebung bei Eltern für die Betreuung unter 3-Jähriger statt. Auf Basis der kleinräumigen Ermittlung der Betreuungsbedarfe soll das weitere Vorgehen im Sinne eines stufenweisen und je nach regionalen Besonderheiten zeitlich gestreckten und sozialraumdifferenzierten Ausbaukonzepts konkretisiert werden.

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