F.3 Rückblick auf das Jahr 2017 und aktueller Stand 2018
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
F.3 Rückblick auf das Jahr 2017 und aktueller Stand 2018
Rückblick auf das Jahr 2017
Ergebnisrechnung im Rückblick Ist Plan Ist Δ Ist
(in T€) 2017 2017 2016 2017 zu 2016
1 Steuern und ähnliche Abgaben -927.778 -906.240 -881.598 -46.180
2 + Zuwendungen und allgemeine Umlagen -473.891 -456.983 -456.236 -17.655
3 + Sonstige Transfererträge -5.961 -6.539 -5.913 -48
4 + Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -68.439 -64.417 -64.800 -3.639
5 + Auflösung von Sonderposten -51.399 -49.522 -49.017 -2.382
6 + Privatrechtliche Leistungsentgelte -44.548 -41.659 -43.944 -604
7 + Kostenerstattungen und Kostenumlagen -347.215 -352.118 -338.005 -9.210
8 + Sonstige ordentliche Erträge -81.773 -46.056 -64.006 -17.767
9 + Aktivierte Eigenleistungen -5.132 -3.946 -4.542 -590
10 +/- Bestandsveränderungen -29 -10 -12 -17
S1 = Ordentliche Erträge (= Zeilen 1 bis 10) -2.006.165 -1.927.490 -1.908.073 -98.092
11 - Personalaufwendungen 514.042 506.771 479.121 34.921
12 - Versorgungsaufwendungen 93.402 84.363 91.766 1.636
13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 248.693 234.553 241.164 7.529
14 - Planmäßige Abschreibungen 112.952 105.004 103.815 9.137
15 - Transferaufwendungen 846.563 868.926 846.940 -377
16 - Sonstige ordentliche Aufwendungen 133.684 122.567 91.893 41.791
S2 = Ordentliche Aufwendungen (= Zeilen 11 bis 16) 1.949.336 1.922.184 1.854.699 94.637
S3 = Ergebnis der laufenden Verwaltungstätigkeit
(=Saldo S1 und S2) -56.829 -5.306 -53.374 -3.455
17 + Finanzerträge -24.295 -21.864 -14.100 -10.195
18 - Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen 51.144 36.133 41.799 9.345
S4 = Finanzergebnis (= Saldo Zeilen 17 und 18) 26.849 14.269 27.699 -850
S5 = Ordentliches Ergebnis (= S3 und S4) -29.980 8.963 -25.675 -4.305
19 + Außerordentliche Erträge -3.690 -200 -5.450 1.760
20 - Außerordentliche Aufwendungen 1.598 36 1.740 -142
S6 = Außerordentliches Ergebnis
(=Saldo Zeilen 19 und 20) -2.092 -164 -3.710 1.618
S7 = Jahresergebnis (= S5 und S6) -32.072 8.799 -29.385 -2.687
Hinweis: Der SAP-Logik folgend, haben Erträge ein negatives, Aufwendungen ein positives Vorzeichen. Daher sind auch Defizite mit Pluszeichen und Überschüsse
mit einem Minuszeichen versehen.
Der Jahresabschluss der Stadt Nürnberg für das Haushaltsjahr 2017 wurde gemäß Art. 102 GO im Anschluss
an die Aufstellung dem Stadtrat in der Sitzung am
25.07.2018 zur Kenntnis vorgelegt.
Zusammengefasst lässt sich das Jahresergebnis 2017
wie folgt beschreiben:
Im Jahresabschluss 2017 wurde, wie bereits 2016,
wieder ein Überschuss erzielt. Dieser Jahresüber22
schuss beläuft sich auf 32,1 Mio. € (Vorjahr
29,4 Mio. €). Geplant war für das Jahr 2017 ein Fehlbetrag in Höhe von 8,8 Mio. €.
Die ordentlichen Erträge betragen im Ist 2017
2.0 Mrd. €, die ordentlichen Aufwendungen 1.9 Mrd. €.
Der Anstieg der ordentlichen Erträge beträgt damit
gegenüber dem Vorjahr 5,1 %, genau wie bei den ordentlichen Aufwendungen. Der Aufwandsdeckungsgrad
beträgt 102,9 % (Vorjahr: 102,9 %) und liegt wieder
über 100 %. Daraus ist ersichtlich, dass die ordentlichen Aufwendungen vollständig durch ordentliche Erträge gedeckt werden konnten.
Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu
den wesentlichen Einflussfaktoren auf das Jahresergebnis 2017:
(in Mio. €) Ist
2017
Plan
2017
Ist
2016
Δ Ist
2017 zu 2016
Gewerbesteuer -446,8 -440,0 -435,8 -11,0
Einkommensteueranteil -297,4 -284,0 -275,3 -22,1
Schlüsselzuweisungen -200,3 -192,1 -181,1 -19,2
Zuweisungen vom Land (Lehr-/Kinderbetr.personal -81,3 -77,0 -86,4 5,1
Zuweisungen Land Grunderwerbssteuer -31,0 -29,5 -29,7 -1,3
Erstattungen vom Land (Transferleistungen) -91,0 -106,2 -134,2 43,2
Erträge aus dem Abgang von Vermögen -13,7 0 -5,9 -7,8
Bezüge und Vergütungen 388,8 393,19 376,6 12,2
Pensionsrückstellungen (Saldo Zuführung/Auflös.) 129,5 112,7 104,7 24,8
Zuschuss an soziale/ähnliche Einrichtungen - Art 1 119,6 116,8 115,1 4,5
Laufende Leistungen für Unterkunft/Heizung (KdU)
(§ 22 I SGB II) 135,5 135,7 116,9 18,6
Verlustausgleiche an städtische Töchter inkl. Zuführung zu Rückstellungen, abzüglich Neutralisationen
9,5 15,8 14,7 -5,2
Abschreibungen auf Finanzanlagen 4,6 0 0,9 3,7
Aufwendungen für Gebäudeunterhalt, -technik 33,4 39,4 31,3 2,1
Bezirksumlage 166,8 165,3 159,3 7,5
Gewerbesteuerumlage 71,2 67,9 66,9 4,3
Sonstige Rückstellungen 29,4 0,2 0,3 29,1
Finanzergebnis 26,8 14,3 27,7 -0,9
Die Erträge aus Gewerbesteuer lagen mit einem Ist
2017 von 446,8 Mio. € um 6,8 Mio. € über dem Planwert (Ist 2016: 435,8 Mio. €) und haben daher maßgeblich zum guten Jahresergebnis beigetragen.
Auch der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer
war ein erheblicher Einflussfaktor für den erwirtschafteten Jahresüberschuss. Er stieg sowohl gegenüber der
Planung (+ 13,4 Mio. €) als auch gegenüber dem Vorjahr (+ 22,1 Mio. €) deutlich an und erreichte einen
neuen Höchstwert von 297,4 Mio. €.
Die Schlüsselzuweisungen fielen um 8,2 Mio. € höher
aus als geplant, im Vergleich zum Vorjahr war sogar ein
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Anstieg um 19,3 Mio. € zu verzeichnen. Damit lagen die
Zuweisungen und Zuschüsse insgesamt 16,9 Mio. €
über dem Plan und 17,7 Mio. € über dem Wert von
2016.
Die Leistungsentgelte fielen um 6,9 Mio. € höher aus
als geplant, das Rechnungsergebnis 2016 überstiegen
sie um 4,2 Mio. €.
Die Kostenerstattungen und Kostenumlagen stiegen
in 2017 gegenüber 2016 um 9,2 Mio. € (+ 2,7 %). Der
Planwert wurde hingegen um 4,9 Mio. € unterschritten.
Beispielsweise lagen die Erträge aus Erstattungen vom
Bund um 7,4 Mio. € unter dem Plan, gegenüber dem
Vorjahr wurden aber Mehrerträge in Höhe von 20,6
Mio. € erzielt. Grund hierfür sind insb. Abweichungen
bei den Erstattungen für die Kosten der Unterkunft zur
Unterbringung von Flüchtlingen (- 4,5 Mio. € ggü. Plan
bzw. + 18,5 Mio. € ggü. 2016). Der Bund gewährt hier
eine sechsprozentige Zusatzerstattung zur Refinanzierung der Unterkunftskosten von anerkannten Geflüchteten.
Bei den Erstattungen vom Land - Transferleistungen
entfallen von hier verbuchten 91,0 Mio. € im Ist 2017
86,7 Mio. € auf die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (Vorjahr: 121,1 Mio. €) und 0,2 Mio. €
auf Erstattungen zur Flüchtlingsunterbringung (Vorjahr:
9,1 Mio. €). Bei diesen beiden Sachverhalten sanken
die Werte um insgesamt 14,4 Mio. € gegenüber dem
Plan, gegenüber dem Vorjahr um 43,3 Mio. €. Diese
Zahlen spiegeln wider, dass nun die Anzahl der Leistungsbeziehenden nach dem Asylbewerberleistungsgesetz mit der Bearbeitung der Asylanträge wieder sinkt,
nachdem sich die extreme Zunahme bei den Flüchtlingszahlen aus dem Jahr 2015 insb. im Jahr 2016 in
den Zahlen des Rechnungswesens niedergeschlagen
hatte. Die Erträge aus Kostenerstattungen nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz korrespondieren mit entsprechenden Aufwendungen im Transferleistungsbereich. Die Erstattungsquote für diese Aufwendungen
beträgt nahezu 100%.
Die Erstattungen vom Bezirk liegen um 11,7 Mio. €
über dem Planansatz und 9,9 Mio. € über dem Vorjahreswert. Dies ist insb. auf zeitverzögerte Erstattungen
für Hilfen zur Erziehung und Inobhutnahme nach
§ 42 SGB VIII für die Jahre 2015 bis 2016 zurückzuführen.
Die Personal- und Versorgungsaufwendungen sind
insgesamt um 36,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahr
gestiegen, gegenüber der Planung beträgt der Anstieg
16,3 Mio. €. Hiervon entfallen 34,9 Mio. € bzw.
7,3 Mio. € auf die Personalaufwendungen für aktive
Mitarbeiter (Tarif- und Besoldungserhöhungen und
Berücksichtigung letzterer in den Pensionsrückstellungen sowie Stellenschaffungen). Bei den Versorgungsaufwendungen entstanden überplanmäßige Aufwendungen in Höhe von 9,0 Mio. € (Veränderung gegenüber dem Vorjahr: + 1,6 Mio. €), insbesondere bei den
Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen.
Die Transferaufwendungen bewegen sich insgesamt
auf Vorjahresniveau und damit 22,4 Mio. € unter dem
Planwert, in vielen Bereichen mussten die Planwerte
nicht ausgeschöpft werden, so bei den Leistungen nach
Asylbewerberleistungsgesetz und den Familien- und
Jugendhilfen. Die Zuschüsse an soziale Einrichtungen
aus gesetzlicher oder vertraglicher Verpflichtung stiegen gegenüber dem Vorjahreswert um 4,6 Mio. €, diese
Position steigt seit Jahren aufgrund des anhaltenden
Platzausbaus bei Kindertageseinrichtungen freier Träger nachhaltig an, hier überschritt der Anstieg sogar die
Planung um 2,9 Mio. €.
Die Kosten der Unterkunft und Heizung beim Arbeitslosengeld II erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um
11,4 Mio. € (+ 9,0 %) und lagen mit 138,1 Mio. € fast
genau auf Planungsniveau.
Die Bezirksumlage stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr
spürbar an auf 166,8 Mio. € (+ 7,4 Mio. €, das heißt
+ 4,7 %).
Die Position „Verlustausgleiche Eigenbetriebe und
verbundene Unternehmen“ ist um 7,2 Mio. € niedriger
als im Vorjahr und 8,4 Mio. € unter Plan ausgefallen,
u.a. musste ein für die StWN eingeplanter Ausgleich
von 4 Mio. € nicht verwendet werden. Im Ist 2016 war
hier noch eine Bareinlage aus dem Konsortialvertrag
Flughafen in Höhe von 5 Mio. € enthalten.
Infolge der höheren Gewerbesteuererträge mussten
auch höhere Aufwendungen für die Gewerbesteuerumlage getätigt werden als geplant (+ 3,3 Mio. €).
Unter den sonstigen ordentlichen Aufwendungen
waren 2017 mit 29,4 Mio. € (Vorjahr 0,3 Mio. €) relativ
hohe Rückstellungen für unter anderem drohende Gewerbesteuerrückzahlungen (16,6 Mio. €) und ausstehende Rechnungen, zum Beispiel für Beihilfe und Erstattungen an die VAG sowie überlaufende Zeitguthaben von Mitarbeitern zu berücksichtigen.
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Aktueller Stand 2018
Über den aktuellen Stand des Haushaltsjahres wurde
im Ältestenrat und Finanzausschuss in zwei unterjährigen Finanzberichterstattungen (am 25.07.2018 und
17.10.2018) berichtet. In der Berichterstattung am
17.10.2018 wurden zur Ertragslage die folgenden Aussagen getroffen:
Die wichtigsten Ertrags- und Aufwandsposten haben
sich im Berichtszeitraum Januar bis August 2018 wie
folgt entwickelt:
Die Steuererträge fallen im Berichtszeitraum um
39,81 Mio. € höher aus als der Vorjahresvergleichswert 2017. Die Gewerbesteuer ist die
wichtigste Steuerertragsquelle für die Stadt. Ein
wichtiger Vergleich ist der mit dem Vorjahr. Im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt das aktuelle
Anordnungssoll zum 31.08.2018 um 25,44 Mio. € über
dem Vorjahreswert. Nach der vorliegenden
Hochrechnung würde der Ge-meindeanteil an der
Einkommenssteuer gegenüber dem Planansatz 2018
um circa 6,1 Mio. € höher ausfallen und der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer dagegen rund 2,26 Mio. €
unter dem Planwert liegen.
Bei den Schlüsselzuweisungen vom Land kommt es für
2018 gegenüber dem Planwert zu Mehrerträgen von
rund 3,39 Mio. €.
Insgesamt gesehen entwickeln sich die öffentlichrechtlichen und privatrechtlichen Erträge im
Berichtszeitraum verglichen mit dem Vorjahres-wert
(+ 6,9 Mio. €) positiv.
Ein Rückgang in den Kostenerstattungen ist auf spätere
Abschlagszahlungen (- 13,9 Mio. €) und rückläufige
erstattungsfähige Sozialtransfers
(- 18 Mio. €) zurückzuführen.
Zudem waren im Vorjahreszeitraum einmalige Erträge
aus Grundstücksveräußerung enthalten.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die
Personalaufwendungen im Berichtszeitraum Januar bis
August um 11,27 Mio. € (+ 3,9 %) gestiegen. Unter
anderem im Zusammenhang mit der Zunahme der
Ausbildungs- und Praktikumsplätze (unter anderem für
OptiPrax) und dem Ausbau der Kindertagesstätten
wurde verstärkt Personal eingestellt, das im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum zu einer entsprechenden
Steigerung der Personalaufwendungen geführt hat.
Neben der mengenmäßigen Veränderung der Anzahl
der Beschäftigten wirken sich inbesondere
Tarifsteigerungen in den Jahren 2017 und 2018 auf die
Höhe der Personal- und Versorgungs-aufwendungen
aus.
Die Sachaufwendungen liegen um 11,57 Mio. €
(+8,1 %) über dem Vorjahreswert. Dies ist u.a. auf den
Ausbau der Mittagsbetreuung und höheren
Gebäudeunterhalt zurückzuführen.
Die Transferaufwendungen liegen im Berichts-zeitraum
mit 591,67 Mio. € um 8,05 Mio. € über dem
Vorjahresvergleichswert. Der Anteil am
Gesamjahresplanwert liegt bei 67,4 %,
1,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Nach der
aktuellen Datenlage und nach den durchgeführten
Hochrechnungen wird der Deckungsring Soziales die
Planwerte 2018 nicht überschreiten.
Als Fazit kann für den Berichtszeitraum somit festgestellt werden, dass die Ertragslage sich im
Berichtszeitraum weiterhin zufriedenstellend entwickelt
hat. Die Gewerbesteuer als Haupteinnahmequelle war
im Berichtszeitraum stabil. Demgegenüber werden auf
der Aufwandsseite wahrscheinlich nicht alle
Planansätze ausgeschöpft. Ingesamt gesehen eine
positive Entwicklung. Aus jetziger Sicht sind dies
weiterhin gute Rahmenbedingungen zur Abarbeitung
der Investitionsmaßnahmen aus dem Szenario 2026.
Wie letztendlich das Jahresergebnis ausfallen wird,
hängt von dem restlichen Verlauf im letzten Quartal des
Jahres 2018 und der Höhe der noch im Rahmen der
Jahresabschlussarbeiten zu bildenden Rückstellungen
ab.
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