K.1 Haushaltsrede des Stadtkämmerers
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
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Rede zur Einbringung
des Nürnberger
Stadthaushalts 2021
Hinweis: Die Haushaltsrede ist nur in Kombination
mit dem zugehörigen Foliensatz verständlich.
Es gilt das gesprochene Wort.
Die Folien finden sich in einem kleinen Format an
den entsprechenden Stellen im Text und nochmals
im Großformat für das Detailstudium nach dem Text
der Haushaltrede.
Nürnbergs Stadthaushalt 2021
Über die Liebe, die Notwendigkeit und die Not
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen aus dem
Stadtrat, der Verwaltung und der Presse,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
ich habe der Haushaltseinbringung in diesem Jahr
den für einen Kämmerer ungewöhnlichen Titel „Über
die Liebe, die Notwendigkeit und die Not“ gegeben.
Dementsprechend beginne ich mit der Kulturhauptstadtbewerbung, die ja gleich anschließend kommt.
Denn das ist ja immerhin der Titel und das Thema, in
das, so unser Oberbürgermeister letzte Woche, die
Nürnbergerinnen und Nürnberger verliebt sind. Damit kann der Stadthaushalt natürlich nicht mithalten,
er ist wohl eher geduldet und im besten Fall akzeptiert. Akzeptiert ist er aber nur, wenn er die Folgelasten all der Lieben und Verliebtheiten der Bürgerschaft und des Stadtrats auch tragen kann. Kann er
es nicht, dann macht sich schnell Unverständnis und
Unzufriedenheit breit. Und natürlich erwartet jede
und jeder von Ihnen, dass er insbesondere die jeweils eigenen Lieben ausreichend trägt und enthält.
Die Liebe zur Kulturhauptstadt kostet die Stadt mindestens 30 Mio. €, das sind aber nur die direkten
Kosten, es gibt jetzt schon viele Zusatzkosten, die
meist aus der Einstellung entstehen: „Wenn wir/Ihr
Kulturhauptstadt sein wollen/wollt, dann muss man
aber schon für dies und das Geld in die Hand nehmen.“ Da geht es dann um die Museen, die Kulturinitiativen, die Kulturzuschüsse und, und, und…
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es herrscht nach 10
Jahren Wirtschaftsaufschwung und Steuerzuwachs
schon stark die Einstellung, dass doch für alle Lieben
genug und möglichst mehr da sein muss. Und der
Satz: „Wenn für dem seine Liebe genug da ist, dann
muss für meine auch genug da sein.“, ist omnipräsent. Wenn es dann nur die Liebe zur Kultur gäbe,
dann wären wir gut dran. Was haben wir denn alles
für Lieben in den letzten 15 Jahren entwickelt? Um
Stadtkämmerer Harald Riedel
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keine Missverständnisse zu generieren, schwenke
ich jetzt von der Liebe wieder zu den politisch korrekten Begriffen der Notwendigkeit und der politischen
Ziele um:
• Zuerst war da das Ziel der Bildung, zu
Schulen und Kitas und es steht bisher
außer Zweifel, dass es sich hier um ein
lebensnotwendiges Thema für die Zukunft unserer Stadt handelt.
• In den letzten Jahren ist das Ziel des
Klima- und Artenschutzes und der Verkehrswende dazugekommen, auch
verbunden mit dem Willen zu mehr
Fahrradwegen und Grün in der Stadt.
Auch dies ist als unverzichtbar anerkannt für die Stadt, ihre Menschen, ja in
der Verantwortung für den ganzen Planeten. Deshalb gibt es auch die Auffassung, dass es hier „keinen Finanzierungsvorbehalt geben darf.“
• Dann haben wir die Notwendigkeiten
der wachsenden Stadt, die Bereitstellung von ausreichend Wohn- und Gewerbeflächen, verbunden mit wachsenden Planungskapazitäten.
• Ebenfalls mit der wachsenden Stadt
verbunden, ist die Notwendigkeit der
Verbesserung unserer Bürgerservices
und des Vorantreibens der Digitalisierung.
• Ein zeitlos aktuelles Ziel ist der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, unsere
Sozial- und Jugendpolitik, immer noch
neben dem Personal die größte Ausgabeposition des Haushalts, Tendenz
wieder steigend.
• Und zuletzt, und da handelt es sich
dann bis auf den letzten Punkt definitiv
eher weniger um Lieben, die Notwendigkeit der Sanierung von Infrastruktur
– Brücken, Straßen, Gebäude bis hin
zu unseren Kulturstätten.
Und so schließt sich der Kreis zur Kulturhauptstadt,
deren Anspruchswirkung den Stadthaushalt weit
über das Festjahr 2025 prägen würde.
Und deswegen geht diese knappe Stunde um die
Frage, wie wir all diese Lieben und Notwendigkeiten
bezahlen, jetzt und in der näheren Zukunft. Ob unser
Geld reicht für all diese Themen? Und für was es alles „keinen Finanzierungsvorbehalt“ geben darf? Es
geht um die Frage, wie sich das, was draußen durch
Corona passiert, in unserem Haushalt mittel- und
langfristig niederschlägt? Es kommen ja glücklicherweise schon wieder gute Nachrichten aus der Wirtschaft, der Einbruch 2020 ist nicht ganz so stark und
die Erholung setzt ab 2021 wieder ein. Auch wir erleben glücklicherweise, dass die Gewerbesteuer zurückging, aber nicht so stark wie befürchtet. Aber
Fakt ist auch: Unsere Messe und unser Flughafen
liegen darnieder, unmittelbar damit verbunden das
Hotel- und Gaststättengewerbe. Und es gibt Branchen wie unsere Automobilzulieferer, bei denen
Corona im sowieso anstehenden Strukturwandel wie
ein Brandbeschleuniger wirkt.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe vor einigen Wochen öffentlich Bundesfinanzminister Scholz zitiert, nachdem wir nicht ansparen sollten gegen die Krise. Das halte ich immer noch
für richtig, deswegen habe ich mich dagegen entschieden, richtig hart auf die Bremse zu treten. Die
Zahlen an sich würden es eigentlich erfordern. Aber
ich zögere noch, das, was wir in den letzten Jahren
an Leistungsfähigkeit und Ressourcen aufgebaut haben, schon wieder zurück zu bauen. Ich habe mich
entschieden, Ihnen vorzuschlagen, zunächst unseren Kurs der letzten Jahre zu halten. Dieser Haushaltsplanentwurf 2021 ist ein Entwurf, der auch den
Titel tragen könnte „Kurs halten in der Krise“, auch
wenn schon ein paar Sparmaßnahmen drin sind, um
überhaupt noch genehmigungsfähig zu sein.
Ob dieser Kurs richtig ist, wird sich erst in ein, zwei
Jahren zeigen. Und dieser Kurs birgt auch das Risiko, dass Sie als Stadträtinnen und Stadträte den
Schluss daraus ziehen, naja, ist ja alles nicht so
schlimm. Da können wir getrost weiter all unsere Lieben pflegen.
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Nein, die Zahlen, die ich Ihnen jetzt zeige, bedeuten,
dass das Corona-Krisenproblem der Jahre 2020 und
2021 unser eigentliches Problem glasklar hervorhebt: Die dauerhafte Überlastung, eben die Not unseres Haushalts durch zu viele Notwendigkeiten und
eben vielleicht auch ein paar zu viele Lieben!
Und damit zu den Zahlen:
Sie sehen oben die Jahresergebnisse seit 2008 bis
2019 und die heute eingebrachten Ergebnisse der
mittelfristigen Ergebnisplanung bis 2024. Wir hatten
bis auf 2009 und 2014 immer positive Ergebnisse,
zuletzt mit 61,8 Mio. € plus ein Rekordergebnis in
2019. Wenn wir Glück haben, schaffen wir in 2020
sogar noch die rote Null dank der Ausgleichsleistungen von Bund und Land.
Das bricht jetzt ein auf Defizite zwischen 40 und 50
Mio. €. Unsere ersten Hochrechnungen lagen bei
Defiziten um 70 Mio. €. Deshalb mussten wir den
Sparstift bei den internen Budgets ansetzen, weil
sonst innerhalb von 3 Jahren unsere Ergebnisrücklage von 231 Mio. € aufgebraucht gewesen wäre und
spätestens dann die Haushaltsgenehmigung ohne
Auflagen unmöglich geworden wäre. Die wirklich
schlechte Nachricht: Das ist keine kurze Krise, wir
kommen da unten nicht mehr raus. Das ist die
zwangsläufige Folge der steigenden Kosten, die nur
aufgefangen werden können, wenn die Steuereinnahmen mit steigen. Bei 700 Mio. € Personalkosten
führt eine 2 %ige-Lohnsteigerung bereits zu Mehrkosten von 14 Mio. €. Die aktuelle Lohnforderung bei
den laufenden Tarifverhandlungen lautet auf 4,8 %,
das wären dann schon über 30 Mio. €. Ich bin unserem VKA-Verhandlungsführer Mägde, Oberbürgermeister von Lüneburg, sehr dankbar für seine klare
Positionierung, nach der die Gewerkschaften an dieser Stelle die Bodenhaftung verloren haben.
Doch zurück zur Frage, wie kommt es zu diesem Einbruch?
Wie gesagt, die Kosten laufen weiter, aber wenn
auch die Erträge nicht weitersteigen oder sogar zurückgehen, dann schnappt die Falle zu: Wir haben
uns daran gewöhnt, dass z.B. die Gewerbesteuer jedes Jahr um 10 - 20 Mio. € gestiegen ist. Diese läge
dann in der Planung 2021 bei ca. 500 Mio. €, ausgehend vom 2019er-Ergebnis von knapp 477 Mio. €.
Das ist eine Differenz von 60 Mio. € zu unserem Ansatz von 441 Mio. €. Und damit ist der Einbruch auch
schon erklärt.
Meine Botschaft an Sie deshalb: Ohne gesunde Unternehmen und Arbeitsplätze kann unser Haushalt all
die Notwendigkeiten und Lieben nicht tragen. Deshalb sollte auch die Liebe zu Unternehmen, Arbeitsplätzen und Gewerbeflächen neben Klima- und Artenschutz sowie Kultur seinen Platz haben.
Damit zur unteren Leiste, das sind die Verschuldungszahlen, auch diese explodieren in den nächsten vier Jahren, 159, 143, 132, 130 Mio. €, insgesamt
steigt die Verschuldung um 564 Mio. €, sodass wir
bereits pünktlich zum Kulturhauptstadtjahr 2025 die
2 Mrd.-Grenze überschreiten werden. Und damit
können wir auch unser Ziel, die jährliche Neuverschuldung pro Jahr bei moderaten 40 Mio. € zu halten, nicht mehr erreichen.
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Auch das hat seinen Grund: Wenn wir aus dem Verwaltungshaushalt keine Mittel mehr bereitstellen können, aber der Investitionshaushalt aus vielen Gründen weitersteigt, dann geht das nur mit Verschuldung.
Was sind die wesentlichen Ursachen für diese dramatische Entwicklung?
Die vielleicht wesentliche liegt im Stellenaufbau der
letzten zehn Jahre, wir haben fast 2.400 zusätzliche
Stellen geschaffen, allein dieser Zuwachs kostet uns
jährlich 164 Mio. € dauerhaft. Unsere Mitarbeiterschaft geht auf die 12.000er-Marke zu. Auch das war
all den Notwendigkeiten und Lieben geschuldet, die
ich anfangs genannt habe. Nur ein Beispiel: Wir haben die Stellen im Hochbauamt um rund 90 auf jetzt
266 Vollkraftstellen im Soll sehr deutlich aufgestockt,
um den Investitionsstau abzubauen. Wir haben über
800 Stellen in den Kitas und im Jugendamt geschaffen, um die Kinderbetreuung voran zu bringen. Und,
und, und…
Nun zu den Gründen für das geplante Defizit von
46,3 Mio. € im nächsten Jahr. Da sind natürlich die
geringeren Steuereinnahmen, zuvorderst die Gewerbesteuer. Sie sehen die Entwicklung im aktuellen
Jahr, das ist die dicke blaue Linie, oben die gestrichelte Linie mit dem Planansatz für 2020 von 467
Mio. €. Wir waren im März fast schon dran, das wäre
wahrscheinlich ein gutes Steuerjahr geworden, dann
kam der Knick durch Corona. Aktuell bin ich sehr zufrieden, wir liegen bei 425 Mio. €, das ist deutlich besser als die erwarteten 360 Mio. €. Und wir bekommen
ja vom Bund die Differenz zum Schnitt der drei letzten Jahre ersetzt, sodass wir am Ende auf unseren
Planwert kommen sollten.
Für 2021 habe ich, wie genannt 441 Mio. € angesetzt, mal sehen, ob der Bund nochmal was ausgleicht, die Forderung ist auf Städtetagsebene da.
Insgesamt gehen die Steuereinnahmen um 31,1 Mio.
€ zurück, auch bei der Einkommensteuer ist mit einem Minus von 7,5 Mio. € die höhere Arbeitslosigkeit
zu spüren. Positiv der grüne Balken, das ist die Anhebung des Zuschusses zu den Kosten der Unterkunft im SGB II um 24 Prozentpunkte durch den
Bund, das sind 31 Mio. €. Auch die Personalkosten
steigen weiter um knapp 16 Mio. €, hier ist eine Tarifsteigerung um 1 % angesetzt, mehr darf es nicht
werden. Wir haben eine Inflation von ca. 0,7 % und
wir hatten in den letzten 10 Jahren Tarifsteigerungen
von insgesamt über 30 %, davon Reallohnsteigerungen von fast 13 %. Wenn wir einen höheren Tarifabschluss haben, geht dies in der Zukunft auf Kosten
von Stellenschaffungen.
In diesen 16 Mio. € sind auch die Stellenschaffungen
enthalten, die wir im Oktober dem Personal- und Organisationsausschuss (POA) vorlegen. Insgesamt
waren 462 Stellen beantragt und ich schlage 270 zur
Schaffung vor. Auch dies ist eigentlich zu viel, aber
der Handlungsdruck bei den Bürgerdienststellen,
dem Gesundheitsamt, bei der Digitalisierung und
aufgrund der zusätzlich notwendigen Schulen und
Kitas auch nochmal im Bau- und Planungsbereich
zwingt uns dazu.
Entlastung kommt 2021 bei den Versorgungsaufwendungen und den Sachausgaben, leider aber
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nicht von den Transferausgaben. 59 Mio. € Mehrausgaben, die sich wie folgt zusammensetzen:
Die größte Position sind die Überweisungen an die
VAG bzw. den VGN mit insgesamt 23,75 Mio. €, davon 20,9 Mio. € Mehrausgaben. Im Einzelnen:
• 13,75 Mio. € für das neue 15 €-Sozialticket, dieser Ausgleich wird bis 2024 je
nach Ticketverkäufen ansteigen auf 22
Mio. € und unseren Haushalt damit allein im Finanzplanungszeitraum mit
71,5 Mio. € zusätzlich belasten. Dies ist
eine Subventionierung, die wir uns eigentlich wirklich nicht leisten können
und für die auch niemand irgendeine
Deckung an anderer Stelle finden wird.
• 2,5 Mio. € kostet die Tarifsteigerungsaussetzung für 2021
• 4,3 Mio. € das neue 365 €-Schülerticket, netto sind das bei Gegenrechnung des bisherigen Monatstickets 1,3
Mio. €.
• Und 3,3 Mio. € kostet das VAG-Innovationspaket
Man kann also sagen, dass die Hälfte des Defizits
allein auf diese Nahverkehrssubventionen geht. So
notwendig man sie sozial- und klimapolitisch sehen
kann, für den Haushalt kommen sie in dieser Höhe
zur Unzeit.
Die weiteren Anstiege kommen von den Sozialausgaben, u.a.:
• 15,1 Mio. € mehr für Kosten der Unterkunft
• 14,4 Mio. € mehr für die Bezirksumlage
• 14,2 Mio. € mehr für Familien und Jugendhilfen
• 12,7 Mio. € für die Kitazuschüsse und
sonstige vertraglich geregelte Zuschüsse an soziale Einrichtungen
Die Position Sonstiges besteht insbesondere aus
Entlastungen bei Sachverständigen, Veranstaltungen und Tagungen oder sonstigen Geschäftsaufwendungen.
Um das Defizit nicht Richtung 100 Mio. € wachsen zu
lassen, haben wir im Vorfeld bereits intern gekürzt.
Die Sachkostenbudgets um 10 v.H., den Vorabeinzug der Personalbudgets auf 5 v.H., den Verlustausgleich an SÖR um eine Million und den Zuschuss für
das Sozialticket um 8,25 Mio. €, verbunden mit der
Hoffnung, dass dies ausreicht. Daneben lösen wir
unsere Versorgungsrücklage mit 2,5 Mio. € pro Jahr
auf, d.h. es geht schon ans Eingemachte!
Wichtig: in Absprache mit dem Oberbürgermeister
und den beiden haushaltstragenden Fraktionen halten wir die Zuschüsse an die Freien Träger, Gruppen
und Institutionen konstant!
Diese Einsparmaßnahmen können aber nicht mithalten, mit dem, was der Stadtrat an Mehrkosten in den
letzten beiden Jahren beschlossen hat, das summiert sich allein auf dieser Folie und das ist nicht abschließend, auf 160 Mio. €. Auch dies sind Ausgaben
für unsere Lieben und Notwendigkeiten, je nach eigenem Blickwinkel, ich denke, da ist für jeden von
Ihnen was dabei. Vielleicht funktioniert eben nicht nur
der vielkritisierte Kapitalismus und Markt, sondern
unsere Gesellschaft und unsere Demokratie insgesamt nur über ein permanentes Mehr, Mehr, Mehr...
Eines muss uns aber deutlich sein: Viele dieser Ausgaben sind dauerhaft zu finanzieren und nehmen
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Ihnen künftig als Stadtrat zunehmend die haushalterische Luft zum Atmen.
Dazu werden mit großer Sicherheit auch unsere
Töchter beitragen. Der Flughafen liegt darnieder –
dem Klimaschutz hilft es -, alle Zeichen deuten darauf hin, dass es ein Zurück zum Vor-Corona-Betrieb
lange nicht oder nie mehr geben wird. Dies ist eine
große finanzielle und strategische Herausforderung
mit vielen Fragen, die sich dem Freistaat Bayern und
uns demnächst schon stellen werden. Wenn wir
neues Kapital zuführen müssen, dann muss das der
Haushalt stemmen.
Ähnlich liegt der Fall bei unserer Messe, auch hier
steht das gesamte Geschäftsmodell zumindest aktuell im Feuer. Die Messe hofft auf einen Neustart in
2021, aber es bleibt die Frage, ob nach Corona wie
vor Corona sein wird. Wahrscheinlich eher nicht, Digitalmessen und weniger Auslandsgäste sind Entwicklungen, die zu beachten sind. Daher drohen zu
gegebener Zeit neue Kapitalzuführungen. Toxisch ist
diese Entwicklung natürlich für unser Hotel- und
Gaststättengewerbe und viele Arbeitsplätze und wir
spüren die Auswirkungen auch im Haushalt.
Das Klinikum kommt mit Schrammen durch 2020,
auch hier ist der Ausblick auf 2021 schwierig. Durch
den Corona-Betrieb steigende Personalkosten und
die offene Corona-Prämienfrage sind die Hauptrisiken.
Auf die Städtischen Werke muss ich etwas tiefer eingehen. Es ist nach meiner Wahrnehmung noch nicht
im ganzen Stadtrat angekommen, dass wir uns in
den letzten Jahren viele Mehrausgaben und Investitionen nur leisten konnten, weil wir keinen Verlustausgleich mehr zahlen mussten. Weil die Gewinne
der N-ERGIE die Verluste des Nahverkehrs ausgleichen konnten. Dies dreht sich jetzt fundamental, die
Verlustlinie bewegt sich dauerhaft um die 50 Mio. €,
die voll auf den Haushalt durchschlagen. Dazu kommen all die verkehrswendebegründeten Maßnahmen
15 €-Sozialticket, 365 €-Schülerticket, Aussetzung
der Tarifsteigerung und Innovationspaket mit einem
Volumen von über 30 Mio. € ab 2022. D.h. insgesamt
liegt diese Last künftig mit 80 Mio. € auf dem städtischen Haushalt. Vorher 0 €, jetzt 80 Mio. €, Geld, das
wir eigentlich nicht haben und das uns fehlt für den
Investitionshaushalt. Dass wir aktuell keinen Verlustausgleich einstellen, hat nur damit zu tun, dass ich
mich in Absprache mit dem Oberbürgermeister und
den beiden haushaltstragenden Fraktionen entschieden habe, lieber den restlichen 25,1 %-Anteil an der
wbg zurück zu kaufen über die nächsten sechs Jahre
bis 2026. Aber auch das muss bezahlt werden, nämlich mit über 200 Mio. €, die im MIP veranschlagt werden. Und dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle
und muss über Kreditaufnahme besorgt werden.
Letzte Woche hat eine Kollegin auf der Referentenbank von „meiner“ Haushaltsnot als Kämmerer gesprochen, ich habe geantwortet, es ist unsere Not.
Und deshalb auch an Sie heute die deutliche Botschaft: Es ist unsere gemeinsame Haushaltsnot, alleine, wenn wir unsere Verantwortung für unsere
Töchter wahrnehmen. Und ganz deutlich: Unser
Haushalt verträgt keinen weiteren Cent Belastung
durch ein 365-€-Ticket ab 2023.
Also nochmal zusammengefasst:
Der Haushalt 2021 ist in der Zange von Steuerausfällen und Ausgabensteigerungen. Letztere bleiben
uns dauerhaft und sorgen für deutlich eingeschränkte Handlungsspielräume in den nächsten
Jahren!
Folie 13 zeigt für sie im Überblick die Eckdaten des
Haushalts:
Den Aufwendungen von 2,07 Mrd. €, das ist das
Haushaltsvolumen, stehen 2,04 Mrd. € Erträge gegenüber. Die Steuererträge sinken mit 983,7 Mio. €
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auf unter eine Milliarde. Die Personalaufwendungen
steigen auf 687,7 Mio. €.
Und damit komme ich zu den Investitionen. Auch
diese steigen sowohl 2021 als auch über den gesamten Finanzplanungszeitraum bis 2024 an. Besonders
schmerzt, dass die einzusetzenden städtischen Eigenmittel über die vier Jahre um über 10 % wachsen.
D.h., wir bräuchten eigentlich mehr und nicht weniger
Einnahmen.
Die beiden Kurven zeigen diese nochmalige Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Nicht überraschend,
unsere Langfristrechnung Szenario 2030 hat es uns
ja längst prognostiziert. Sie sehen an der roten Linie,
wir haben die Bruttoinvestitionen seit 2005 mehr als
verdreifacht, die Nettoinvestitionen fast vervierfacht.
Es hält sich ja immer noch hartnäckig das Gerücht,
wir hätten zu spät reagiert auf den Investitionsstau –
das entspricht nicht den Fakten, wir haben als eine
der ersten großen Kommunen in Deutschland spätestens ab 2008 gehandelt, haben auch wieder Personal aufgebaut, aber der Druck hat nie nachgelassen, Schulen, Kitas, Horte, Brücken, U-Bahn, und,
und, und…
Und auch diesmal kommen neue Projekte zu den vielen im blauen Block, die schon unterwegs sind. Ich
lese die laufenden jetzt nicht vor, es ist das ganze
Spektrum von der Kultur über den Verkehr bis hin zur
neuen Sporthalle und die Kapitalmaßnahmen bei unseren Töchtern, wbg und Messe. Rechts die neuen
Projekte: Das Schulzentrum Südwest als neben der
BBS teuerstes Schulbauprojekt der Stadt mit 191
Mio. €, das Dokuzentrum, das Memorium, das Fembohaus, dazu die Erweiterung des Park+Ride-Platzes „Am Wegfeld“ und die Kita am Fürther Tor.
Das sind alles sinnvolle Projekte, aber das Bittere dabei ist, wir können uns diese eigentlich nicht mehr
leisten. Das zeigt die Folie 16. Sie sehen die rote Linie unserer Investitionsausgaben mit dem nochmal
deutlichen Anstieg ab 2016 und der Spitze 2022.
Nicht, dass das danach wieder runtergeht, aber der
MIP ist hinten immer niedriger, weil die Projekte da
noch nicht die Planungsreife haben. Die grüne Linie
zeigt den Cashflow aus der Verwaltungstätigkeit, zu
Deutsch, das Geld, das uns übrigbleibt aus dem Verwaltungshaushalt, um unsere Investitionen zu bezahlen. Der lag meist um die 100 Mio. €, in 2019 auf
dem Rekordwert von 194,4 Mio. € und sinkt 2021 auf
mickrige 27 Mio. € ab und bleibt auf diesem Niveau.
D.h. wir haben fast keine Finanzmittel mehr, um zu
investieren. Und deswegen steigt die Verschuldung
um 564 Mio. € in den nächsten vier Jahren auf über
2 Mrd. € in 2024! Eigentlich müssten wir unsere Investitionstätigkeit komplett einstellen, auf jeden Fall
aber deutlich zurückfahren, stattdessen fahren wir
nochmal hoch. Das müssen wir unseren Bürgerinnen
und Bürgern gut erklären und ich hoffe, Sie helfen
alle dabei. Und dass hier keine Missverständnisse
entstehen, der Frankenschnellweg ist in diesem MIP
bis 2024 nur noch mit 19 Mio. € bei den städtischen
Mitteln enthalten, er muss ja für vieles herhalten,
aber diesmal ist er nicht schuld und hilft auch wenig
bei Deckungen.
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Um die Verschuldung für 2021 in Grenzen zu halten,
mussten wir einige Kürzungen und Verschiebungen
vornehmen. Das betrifft die Sanierung des Hauptmarktes, der ist auf den Zeitraum nach 2024 verschoben, aus Kämmerersicht ist das auszuhalten, der
Platz ist doch wunderbar. Politisch schwieriger ist sicher die Verschiebung der Obstmarktsanierung um
zwei Jahre, aber wenn Schulen und Kitas Priorität
haben, dann kann man den Bürgerinnen und Bürgern auch erklären, dass eine solche Platzsanierung
etwas warten kann. Ähnliches gilt für den Jamnitzer
Platz, der in diesem Entwurf auf 2024 verschoben
wird. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Vorschlag
intensiv diskutiert wird. Auch hier sei meine Kämmerersicht erlaubt, die nicht zwingend versteht, dass
eine sofortige, teure Platzsanierung das Allheilmittel
zur Bewältigung gesellschaftlicher Konflikte sein soll.
Und ich erwarte schon, dass zumindest ein bisschen
Verständnis in Katzwang für die Verschiebung des
Feuerwehrgerätehauses da ist. Es ist das einzige,
bei dem wir überhaupt noch schieben können und wir
brauchen diese fast 5 Mio. € Entlastung vorne im
MIP. Auch das Verkehrsleitsystem Messe/ Stadion
kann aus meiner Sicht in Zeiten von Corona und
Google Maps bis 2024 warten. Dazu haben wir noch
die genannten Pauschalen gekürzt, nicht schön, aber
es gibt in unserem Investitionsplan eben nicht so
viele Ansatzpunkte zu sparen.
Und damit komme ich zum dritten und letzten Teil
dieser Haushaltseinbringung, sozusagen dem inoffiziellen Teil. Für die Neuen, unsere Langzeitrechnung
bis 2030, genannt Szenario 2030, ist nicht Teil der
offiziellen Haushaltsplanung. Es ist eine selbst entwickelte, von uns seit 2014 durchgeführte, langfristige
Prognoserechnung, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was bei den Investitionen noch vor uns steht
und ob der Stadthaushalt das tragen kann. Wir nehmen alle noch anstehenden Projekte, von denen wir
jetzt schon wissen, dass sie kommen – z.B. die Sanierung des Opernhauses oder der Meistersingerhalle – bewerten sie und addieren sie auf. Daneben
schreiben wir unsere Einnahmen und Ausgaben unter bestimmten Annahmen fort. Und am Ende wissen
wir etwa, wie viel wir für Investitionen bis 2030 brauchen und wie hoch unsere Finanzlücke ist. Im letzten
Jahr lag sie schon bei knapp einer Milliarde. Und
diesmal?
Folie 19 zeigt die gewaltigen Summen, die wir noch
vor uns haben: 1,8 Mrd. € in Schulen mit 130 Einzelmaßnahmen, nochmal rund 660 Mio. € in Kitas und
Horte mit 70 Einzelmaßnahmen. Also insgesamt 2,5
Mrd. € in Bildung!
Dann der Verkehr mit 770 Mio. € für Straßen, hier ist
jetzt der Frankenschnellweg dabei, und Fahrradwege und Plätze, 260 Mio. € in Brücken und 450 Mio.
€ in den ÖPVN. Insgesamt also 1,5 Mrd. € in Verkehrsinfrastruktur.
Und dann noch die Kultur mit 1 Mrd. € in 30 Einzelmaßnahmen.
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Folie 20 zeigt einige exemplarische Großprojekte:
Auf den ersten fünf Plätzen fünf große Schulprojekte,
der Frankenschnellweg, die Hafenbrücken, das
Opernhaus und die U-Bahn.
Insgesamt enthält unser Investitionsprogramm bis
2030 über 300 Einzelmaßnahmen.
Es ist über die Jahre immer weitergewachsen. Sie
sehen in der ersten Version 2015 – 2026 waren es
noch 2,8 Mrd. € Bruttokosten. Damals dachte ich,
dass ich das noch als Kämmerer im aktiven Dienst
abarbeiten kann. Es ist von Jahr zu Jahr angewachsen und der Bruttoinvest liegt jetzt bereits bei über 6
Mrd. €, also mehr als dem Doppelten.
Die Abarbeitung dieser Projekte ist eine Riesenherausforderung allein aus Kapazitätsgründen. Das
können wir aber mit den von uns aufgebauten Personalressourcen stemmen. Schwierig wird es dagegen
mit der Finanzierung. Die roten Balken zeigen die Finanzierungslücke. Diese betrug in der ersten Version
noch eher lächerliche 282 Mio. €, gemessen an der
aktuellen: diese beträgt mehr als das 12-fache: 3,5
Mrd. €.
Fazit: Bei einem anstehenden Bruttoinvestitionsvolumen von 6 Mrd.€, wovon wir 3,67 Mrd. € aus eigenen
Mitteln bezahlen müssten, entstünde eine Finanzierungslücke von 3,5 Mrd. €. Letztendlich heißt das,
dass wir im Prinzip unseren kompletten Investitionshaushalt im Wesentlichen aus Zuschüssen und
Schulden finanzieren. Eigenes Geld: Fehlanzeige.
Die Erklärung bietet Folie 22: Bei den Steuereinnahmen fehlen uns jedes Jahr 60 Mio. €, das sind 600
Mio. € insgesamt. Die benötigten Eigenmittel sind um
1,5 Mrd. € gestiegen. Und der bereits beschriebene
Cashflow, der diese Eigenmittel liefern soll, ist zusammengebrochen, hier fehlen 1,1 Mrd. €. Wir erwirtschaften über den gesamten 10-Jahres-Zeitraum
nur Eigenmittel in Höhe von 52 Mio. €. Und deswegen müssen wir uns nach dieser Prognoserechnung
pro Jahr im Schnitt mit 350 Mio. € neu verschulden.
Ich bin mal mit meinem Kämmererblick durchgegangen und habe nach Projekten gesucht, die man vielleicht verschieben kann oder gar nicht machen muss.
Und ich bin auf diese gekommen, viele kleinere, ein
paar große. Insgesamt würde das nur 151 Mio. €
netto, 202 Mio. € brutto einsparen. Aber wenn man
ehrlich ist, dann fallen Ihnen als Stadtrat auch diese
Verschiebungen schwer.
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Oder gehen wir ans Eingemachte?
• Volksbad – hier nehme ich wahr, dass
Stadtspitze und Stadtrat wild entschlossen sind
• Pellerhaus – ein Eckpfeiler der Kulturhauptstadtbewerbung
• Meistersingerhalle – unsere einzige
Stadthalle, immer ausgebucht
• das Opernhaus – eine Schließung für
immer wäre sicher für viele der endgültige Untergang des Abendlands
• der Konzertsaal – fertig geplant, der
Freistaat Bayern hat ihn versprochen,
jetzt noch streichen oder zumindest
schieben?
• die Burg Hoheneck – Treffpunkt und
Rückzugsort für ganze Generationen
von Jugendlichen
• und zu guter Letzt unser Frankenschnellweg – da wären viele dabei,
manche nehmen an, die Zustimmungswerte sind zuletzt geringer geworden –
aber wie unser Bürgermeister immer
wieder belegt, wir würden aus städtischen Mitteln nichts sparen, müssten
im selben Umfang sanieren.
Nur und das ist die bittere Prognose: Wenn unsere
Wirtschaft nicht deutlich wiedererstarkt, sogar über
das bisherige Niveau und wir all diese Projekte für
unabdingbar halten und auch im Verwaltungshaushalt bei Stellen, Sozialausgaben und Zuschüssen ein
Streichen auf breiter Front als schädlich für das Wohl
unserer Stadtgesellschaft ansehen, dann könnte unser Haushalt diese Entwicklung nehmen: 5 Mrd. €
Schulden, eine Verdreifachung gegenüber heute.
Und wir wären zumindest bei dieser Kennzahl sicher
in der Champions League der deutschen Großstädte. Wahrscheinlich lange, bevor es der Club dorthin schafft.
Kolleginnen und Kollegen, die länger dabei sind, wissen, ich war nie ein Verhinderungskämmerer, ich
habe den Haushalt und unsere Finanzen immer als
Mittel zur Verbesserung der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt gesehen.
Aber das ist eine sehr schwierige, vielleicht auch bedrohliche Situation. Nicht dass wir 2021 ein durch
Corona erklärbares Haushaltsproblem haben. Das
haben alle.
Aber wir stecken in einer Zange aus zu schwachen
Einnahmen sowie zu hohen Verwaltungs- und Investitionsausgaben. Das Problem: Wir haben viele unabdingbare Projekte wie Schulen und Kitas, Infrastruktursanierung, die müssen wir anpacken.
Unsere nice-to-have-Projekte aber, und zu dieser
Definition hat sicher jede und jeder eine andere Meinung, die werden politisch am heißesten geliebt und
deswegen erst recht gewollt.
Kommt Hilfe von außen? Fordern müssen wir es,
beim Freistaat Bayern, auch beim Bund. Was käme
in Frage?
• Ausgleich des Gewerbesteuerausfalls
auch 2021
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• Deutliche Anhebung des Umsatzsteueranteils der Kommunen durch den
Bund
• Anhebung der Kosten der Unterkunft
(KdU)-Erstattung des Bundes auf 100
%
• Verdoppelung des Schlüsselzuweisungstopfes durch den Freistaat
Das war die diesjährige Haushaltseinbringung,
meine Bitte an Sie, reden Sie in Ihren politischen
Netzwerken mit Vertretern von Bund und Land über
weitere Hilfen. Und bitte prüfen Sie, ob nicht doch ein
Verzicht auf ein paar nice-to-have-Projekte denkbar
wäre – vielleicht fairerweise nicht nur die, die die Lieben der anderen betreffen.
Die Haushaltsrede und -präsentation können Sie in
Kürze unter der Adresse
stadtfinanzen-verwaltung.nuernberg.de herunterladen, die Eckdaten werden am Montag folgen. Außerdem erhalten alle Stadträtinnen und Stadträte am
Montag eine Email mit dem Link zum vollständigen
Haushaltsplanentwurf. Dieser Entwurf ist dann Basis
für die Etatberatungen am 19./20. November. Und
natürlich stehe ich und mein Referat jederzeit für Fragen bis dahin zur Verfügung.
Ich danke dem Oberbürgermeister, der Bürgermeisterin und dem Bürgermeister, der Referentenbank,
meiner Stadtkämmerei und der gesamten Verwaltung für die Unterstützung bei der Erstellung des
Haushaltsplanentwurfs.
Und Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit in der letzten
Stunde.
Nürnberg, 30. September 2020
Harald Riedel, Stadtkämmerer der Stadt Nürnberg
462
Nürnbergs Stadthaushalt 2021
Über die Liebe, die Notwendigkeit und die Not
Stadtrat
30. September 2020
Referat für Finanzen, Personal und IT
463
Wahre Liebe und lästige Pflicht…
Referat für Finanzen, Personal und IT 2
2021
464
Trotz höchster Anstrengungen weiter hohe Erwartungshaltungen und Notwendigkeiten
Referat für Finanzen, Personal und IT 3
Klimaschutz,
Energie- und Verkehrswende
Ausbau/Ertüchtigung Schulen und
Kinderbetreuung
Verbesserung der Infrastruktur
Digitalisierung und
Bürgerservice
Kultur
„Da muss die Stadt aber
jetzt investieren…“
Bereitstellung Wohn- und
Gewerbeflächen
Sozial- und Jugendpolitik
465
Wir befinden uns an einer Wegscheide
Die „Welt“ des Stadthaushalts bisher und zukünftig.
Jahresüberschuss (+)/
-fehlbetrag (-)
Nettoneuverschuldung (+)/
Schuldentilgung (-)
in Mio. €
ÖPP-Vertrag über
57 Mio. €
(„Verbindlichkeiten aus
Vorgängen, die
Kreditaufnahmen
wirtschaftlich
gleichkommen“)
zuzügl. ÖPPVerbindlichkeiten im Jahr
der Fertigstellung ab 2021 ÖPP-Vertrag über
20 Mio. €
3,4 - 17,6 13,3 15,6 19,2 17,0 - 27,0
2008
7,1 29,4
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
32,1
2017
41,0 50,6 126,6 88,9 - 2,6 - 13,3 44,3
2008
3,6 59,9
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
41,0
2017
39,2
2018
28,5
2018
Planwerte
Referat für Finanzen, Personal und IT 4
0,1
2019
61,8
53,5
-46,3
159,8
2019
39,8
2020 2021
2020 2021
-51,0
2022
-47,3
2023
-38,2
2024
143,9
2022
132,4
2023
130,0
2024
Juli -70,4
Juli 200,9
-77,0 -71,1 -62,6
222,2 106,9 79,9
466
Wirtschaftspolitik als eine Maxime der kommenden Jahre
Referat für Finanzen, Personal und IT 5
Wenn wir weiter
investieren wollen,
sollten
Unternehmen und
Arbeitsplätze hohe
Priorität haben.
Ein Wachstum der
städtischen
Ausgaben braucht
Wachstum bei
Unternehmen und
Arbeitsplätzen!
467
Wir befinden uns an einer Wegscheide
Die „Welt“ des Stadthaushalts bisher und zukünftig.
Jahresüberschuss (+)/
-fehlbetrag (-)
Nettoneuverschuldung (+)/
Schuldentilgung (-)
in Mio. €
ÖPP-Vertrag über
57 Mio. €
(„Verbindlichkeiten aus
Vorgängen, die
Kreditaufnahmen
wirtschaftlich
gleichkommen“)
zuzügl. ÖPPVerbindlichkeiten im Jahr
der Fertigstellung ab 2021 ÖPP-Vertrag über
20 Mio. €
3,4 - 17,6 13,3 15,6 19,2 17,0 - 27,0
2008
7,1 29,4
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
32,1
2017
41,0 50,6 126,6 88,9 - 2,6 - 13,3 44,3
2008
3,6 59,9
2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
41,0
2017
39,2
2018
28,5
2018
Planwerte
Referat für Finanzen, Personal und IT 6
0,1
2019
61,8
53,5
-46,3
159,8
2019
39,8
2020 2021
2020 2021
-51,0
2022
-47,3
2023
-38,2
2024
143,9
2022
132,4
2023
130,0
2024
Juli -70,4
Juli 200,9
-77,0 -71,1 -62,6
222,2 106,9 79,9
468
Stellenschaffungen 2008-2020
2.345 Vollkraftstellen für die Stadtverwaltung inkl. Eigenbetriebe haben wir
geschaffen
Referat für Finanzen, Personal, IT und Organisation 7
OBM; 117,74; 5%
3. BM (neu); 194,6; 8%
Ref.IV (neu); 220,68; 9%
Ref.I/II; 113,59; 5%
Ref.III; 138,5; 6%
2. BM (neu); 146,85; 6%
Ref.V; 1069,45; 46%
Ref.VI; 173,36; 7%
Ref.VII; 17,12; 1%
Gesamtstadt; 153,33; 7%
…das entspricht
einer jährlichen
Gesamtbelastung
des Haushalts von
rd.164 Mio. €
469
200.000
220.000
240.000
260.000
280.000
300.000
320.000
340.000
360.000
380.000
400.000
420.000
440.000
460.000
480.000
500.000
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Planansatz 2020
Die Gewerbesteuer ist wichtiger denn je!
Der ganz große Einbruch ist bislang ausgeblieben. Ohne eine starke Gewerbesteuer steht die
Finanzierung der Zukunftsaufgaben in Frage!
2015
2019
2017
2016
2014
T€
Aktueller Verlauf 2020
Referat für Finanzen, Personal und IT 8
2018
470
An was liegt die Ergebnisveränderung?
Große Ertrags- und Aufwandsarten im Vergleich zu 2020
Referat für Finanzen, Personal und IT 9
-31,1
31,7
-15,6
10,9 10,1
-59,0
6,7
-70,0
-60,0
-50,0
-40,0
-30,0
-20,0
-10,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0 Ergebnisverbesserung
Ergebnisverschlechterung
niedrigere Erträge bzw. höhere Aufwendungen
in Mio. €
u.a.
-24,0 Mio. €
Gewerbesteuer
-7,5 Mio. €
Gemeindeanteil
Einkommenssteuer
15,6 Mio. € höhere
Personalaufwendungen
belasten den
Haushalt
Niedrigere
Steigerungsraten
der Pensionen in
2021 gegenüber
2020 führen zu
niedrigeren
Rückstellungen
u.a.
+15,1 Mio. € ALG II (KdU)
+14,4 Mio. € Bezirksumlage
+14,2 Mio. Familien- und
Jugendhilfen
+12,7 Mio. € Zuschüsse an soz.
Einrichtungen
+20,9 Mio. € Mehrausgaben ÖPNV
(Sozialticket, Schülerticket,
Fahrpreise usw.)
471
Sofortprogramm Haushaltsstabilisierung
Ergebnisverbesserung durch diverse Maßnahmen um rund 25 Mio. € für 2021
Pauschale Kürzungen des Sachkostenbudgets um 10 % bei ausgewählten Sachkonten
(8,8 Mio. €)
Erhöhung Abzug für Vakanz von 2,8 % auf 5 % im Personalkostenbudget (2 Mio. €)
Reduzierung Verlustausgleich des Eigenbetriebs SÖR (1 Mio. €)
Reduzierung Zuschuss Sozialticket von 22 Mio. € auf 13,75 Mio. € (8,25 Mio. €)
Erträge aus der Auflösung Versorgungsrücklage (2,5 Mio. €)
aber: Zuschüsse an Freie Träger bleiben stabil!
Referat für Finanzen, Personal und IT
472
10
Durch den Stadtrat beschlossene Maßnahmen mit
Mehrkosten/Zusatzinvestitionen für den Stadthaushalt
Eine Auswahl der letzten zwei Jahre – Volumen: 160 Mio.€!
Investiv
Fortschreibung Masterplan Freiraum (36,6
Mio. €)
Bau von öffentlichen Radwegen (11,6 Mio.
€)
Kleingartenanlagen (2,7 Mio. €)
Spielgeräte ersetzen (2,0 Mio. €)
Förderung Vereins- und Kletterzentrum
(1,4 Mio. €)
Aufwertung Aufseßplatz (1,4 Mio. €)
Reaktivierung der Brunnen (320 T€)
Lastenfahrräder (40 T€)
Referat für Finanzen, Personal und IT 11
Konsumtiv
Ausgleich Sozialticket (2021 13,75 Mio. €
ein, in 2022 16,5 Mio. €, in 2023 19,25
Mio. € und ab 2024 ff. 22 Mio. €)
Ansatzerhöhung Kulturhauptstadt (745 T€)
Fortführung Mubikin (440 T€)
Vereins- und Ehrenamtsakademie (170
T€)
Veranstaltungsbudget „kleinere
Großsportveranstaltungen 50 T€)
Kunst im öffentlichen Raum (50 T€)
Zuschuss Institut für Moderne Kunst (40
T€)
Zuschuss KlangKonzepte Ensemble (10
T€) Investitiv und konsumtiv
Ballsporthalle Tillypark (38,9 Mio. €, +
Folgekosten Betrieb)
Bikepark Schmausenbuck (200 T€
einmalig, 60 T€ jährlich)
Bei Zuschlag als Kulturhauptstadt Europas
Planung und Durchführung: 30 Mio. €
473
Auswirkungen von Beteiligungen
Es drohen hohe Verlustausgleiche und nicht geplante Eigenkapitalerhöhungen
Referat für Finanzen, Personal und IT 12
Negative Ergebnisse bis 2026 möglich
Folge: Eigenkapitalzuführung erforderlich
Eigenkapitaltranchen der Jahre 2026 und 2027 werden nach
2021 und 2022 vorgezogen
zusätzliche Eigenkapitalerhöhung könnte erforderlich werden
2020 in der Ergebnisprognose trotz Corona nur leicht
negativ
Weitere Entwicklung schwer abzusehen.
Maßnahmenbündel: Aussetzung Tariferhöhung, Sozialticket,
365 Euro-Ticket für Schüler/Azubis und Innovationspaket
Folge: zusätzliche Belastung des städtischen Haushalts plus
coronabedingte Mindererträge und -kosten
Teilweise Entlastung bringt der ÖPNV-Rettungsschirm
474
Weitere Eckdaten zum Haushalt
im Vergleich zum Vorjahr
Referat für Finanzen, Personal und IT 13
Haushaltszahlen Plan 2021 Plan Vorjahr
Veränderung
gegenüber dem
Vorjahr
Ordentliche Erträge 2.043,1 Mio. € 2.045,3 Mio. € -0,1%
Ordentliche Aufwendungen 2.071,8 Mio. € 2.028,3 Mio. € +2,1%
Steuererträge 983,7 Mio. € 1.014,8 Mio. € -3,1%
Personal- und Versorgungsaufwendungen 697,7 Mio. € 693,0 Mio. € +0,7%
Investitionen brutto (MIP, investive Mittel) 377,6 Mio. € 366,5 Mio. € +3,0%
davon städtische Mittel 268,8 Mio. € 248,5 Mio. € +8,2%
Investitionen brutto der jeweils nächsten vier
Jahre (2021-2024) (MIP, investive Mittel) 1.543,7 Mio. € 1.449,3 Mio. € +6,5%
davon städtische Mittel 965,8 Mio. € 874,7 Mio. € +10,4%
475
465,4 483,3 456,3
514,9
683,6
732,9
682,5 689,3 705,8
748,8
815,4 797,1
935,3
1.045,6
1.262,4
1.449,3
1.543,7
250,8
301,6 289,7
344,4
464,0 464,0
419,3 429,3 420,3 394,4 421,4
505,1 531,2
606,5
766,6
874,7
965,8
-
200,0
400,0
600,0
800,0
1.000,0
1.200,0
1.400,0
1.600,0
1.800,0
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
in Mio. €
Investitionsansätze im Mittelfristigen Investitionsplan
Bruttoinvesititionen Städtische Mittel
In den letzten Jahren mussten wir uns viel leisten
Seit 2008 haben wir unsere Investitionen verdreifacht!
Referat für Finanzen, Personal und IT 14
Zahlenangaben jeweils
Gesamtsumme Vier-Jahresplan
476
Große Projekte im aktuellen MIP
Eine Auswahl:
Dokuzentrum: Abschließender Ausbau (17,2 Mio. €)
Künstlerhaus 3. Bauabschnitt (27,6 Mio. €)
Bayernstraße (12,2 Mio. €)
Umbau Regensburger Str. (9,1 Mio. €)
Hafenbrücken (18,8 Mio. € + 120,4 Mio. € + 87,5 Mio. €)
Dr.-Gustav-Heinemann-Brücke (14,3 Mio. €)
Obstmarkt Umgestaltung (11,0 Mio. €)
U3-Weiterbau Gebersdorf (137,5 Mio. €)
Maiacher Str. Schule und Hort (ÖPP, 74,6 Mio. €)
IT-Strategie an Schulen (85,5 Mio. €)
Ballsporthalle Tillypark (38,9 Mio. €)
Ersatzneubau Kindergarten Am Stadtpark (6,3 Mio.€)
Neubau Kindergarten und Hort Grünewaldstr. (11,6 Mio. €)
Kapitalerhöhung NürnbergMesse (100 Mio. €)
Anteilsrückkauf wbg-Anteile (337,4 Mio. €)
Referat für Finanzen, Personal und IT 15
Neue Maßnahmen, u.a.
Neubau des Schulzentrums
Südwest (191,1 Mio. €)
Neugestaltungen der
Dauerausstellungen in
Dokuzentrum (7,4 Mio. €),
Fembohaus (1,7 Mio. €) und
Memorium (5 Mio. €)
Am Wegfeld, Erweiterung P+R
(2,3 Mio. €)
Fürther Tor, KiTa, Familienhilfe
(5,0 Mio.€)
Fortführung Stadterneuerung
Nördliche Altstadt (5,0 Mio. €)
Angaben: Gesamtkosten der Maßnahmen incl. Drittmittel
477
- €
50.000.000 €
100.000.000 €
150.000.000 €
200.000.000 €
250.000.000 €
300.000.000 €
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Saldo aus Verwaltungstätigkeit Saldo aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit
Unsere Möglichkeiten zur Eigenfinanzierung sind bis auf Weiteres nicht mehr
existent!
Referat für Finanzen, Personal und IT 16
Eigenfinanzierung
Investitionsausgaben
ok
ok
Finanzkrise
mittelfristig ausgeglichen
478
Kurzfristige Maßnahmen zur Reduzierung der Ansätze
für die Jahre 2021 bis 2024 mussten ergriffen werden
u.a.
Verschiebung Umgestaltung Hauptmarkt (außerhalb MIP-Zeitraum) und Obstmarkt (um
zwei Jahre)
Sanierung Jamnitzer Platz: Verschiebung von 2021 auf 2024
Verschiebung Feuerwehrgerätehaus Katzwang (4,9 Mio. €)
Verkehrsleitsystem Messe/Stadion/Arena (Verschiebung von 2021 auf 2024)
Überwiegende Anzahl der Pauschalen werden 2021 um 15% gekürzt
z.B.
Bau von Lärmschutzmaßnahmen
Straßenum- und -ausbau
Verkehrsberuhigung von Wohngebieten
Straßenbeleuchtung
Freisportanlagen an Schulen
Barrierefreie ÖPNV-Haltestellen
Sanierung Stadtgrabenstützmauer
Erwerb von Grundstücken (einzelfallbezogene Reduzierung: 3,1 Mio. € in 2021)
Gesamtvolumen rd. 23,7 Mio. €, davon 22,7 Mio. € in 2021
Referat für Finanzen, Personal und IT
479
17
Ein Blick in die Zukunft
Ergebnisse einer Szenariorechnung bis zum Jahr 2030
Referat für Finanzen, Personal und IT 18
Die Szenariorechnung 2030 ist ein Strategiewerkzeug der Stadt Nürnberg.
Die Simulation bildet die nächste Dekade der Stadtentwicklung ab.
Sie setzt auf der Mittelfristigen Finanzplanung auf und schreibt die dortigen
Zahlungsströme unter der Berücksichtigung bedeutsamer Einflüsse (z.B.
Steuereinnahmen, Finanzausgleich, Personalkosten, Sozialausgaben,
Entwicklung der Verlustausgleiche) fort.
Wesentlicher Schwerpunkt in der Beurteilung der Entwicklung ist das
anstehende Investitionsprogramm bis 2030. Alle heute bekannten und zur
Umsetzung anstehenden Vorhaben werden in die Berechnung mit einbezogen.
Wichtigste Erkenntnis aus dieser Prognose ist die Frage, ob die wahrscheinlich
vorhandenen Finanzmittel ausreichen und wie hoch das Finanzierungsdefizit
(= potentielle Neuverschuldung) bis 2030 ist.
480
Diese Zukunftsinvestitionen wären zu stemmen!
Referat für Finanzen, Personal und IT 19
770 Mio. €
Investitionen in
Straßen/Fahrradwege/
Stadtentwicklung
1,8 Mrd. €
Investitionen in
Schulen
1,0 Mrd. €
Investitionen in Kultur,
Sport und Freizeit
450 Mio. €
Investitionen in
den ÖPNV
260 Mio. €
Investitionen in
Brücken
660 Mio. €
Investitionen in
Kinderbetreuung
Angabe: Bruttoinvestitionen
2021-2030
Stand: Entwurf 2021
6,04 Mrd. €
Bruttoinvestitionen
4,15 Mrd. € (Szenario 2020-2030)
3,67 Mrd. €
städtische Mittel
Investitionen
2,32 Mrd. € (Szenario 2020-2030)
481
Was verbirgt sich dahinter?
Große exemplarische Einzelmaßnahmen aus dem
Mittelfristigen Investitionsplan und Szenario
Referat für Finanzen, Personal und IT 20
Angabe: Bruttoinvestitionen
Bertolt-Brecht-Schule (200 Mio. €)
Schulzentrum Südwest (191 Mio. €)
Gymnasium Tiefes Feld (70 Mio. €)
Neubau 2 Berufsschulen (154 Mio. €)
Neubau Realschule (88 Mio. €)
Frankenschnellweg (658 Mio. €)
Erneuerung Hafenbrücken – 3 Bauwerke (227 Mio. €)
Opernhaus und Umfeld – Generalsanierung (400 Mio. € im Szenariozeitraum; gesamt 500 Mio. €)
Erneuerungspauschale U-Bahn (90 Mio. €)
482
262.000.000
690.900.000 724.979.887
474.217.785 512.885.407
1.053.354.988
3.527.108.297
2.800.000.000
2.410.000.000
2.978.971.080 2.956.577.521
3.934.956.118
4.149.044.579
6.042.232.232
1.900.000.000
1.510.000.000
1.658.576.197 1.648.714.045
2.293.852.496 2.315.855.464
3.673.382.054
0
1.000.000.000
2.000.000.000
3.000.000.000
4.000.000.000
5.000.000.000
6.000.000.000
7.000.000.000
2015-2026 2016-2026 2017-2026 2018-2026 2019-2030 2020-2030 2021-2030
Unterfinanzierung Investitionen brutto Investitionen städtisch
Entwicklung der relevanten Szenariosummen
Unsere Investitionsvorhaben „explodieren“, unsere Unterfinanzierung auch!
Referat für Finanzen, Personal und IT 21
12Y 12Y 11Y 10Y
Zeitspanne
Jahre 11Y 10Y 9Y
483
-50.000.000 €
0 €
50.000.000 €
100.000.000 €
150.000.000 €
200.000.000 €
250.000.000 €
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Cashflow aus der Verwaltungstätigkeit
Ein Vergleich mit dem letztjährigen Szenario macht die
Dramatik deutlich
Referat für Finanzen, Personal und IT 22
900.000.000 €
950.000.000 €
1.000.000.000 €
1.050.000.000 €
1.100.000.000 €
1.150.000.000 €
1.200.000.000 €
1.250.000.000 €
1.300.000.000 €
1.350.000.000 €
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Steuereinnahmen
0 €
100.000.000 €
200.000.000 €
300.000.000 €
400.000.000 €
500.000.000 €
600.000.000 €
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Saldo Investitionstätigkeit (Eigenmittel)
Rund 60 Mio. € weniger jedes Jahr
(bzw. 600 Mio. € insgesamt)!
Szenario 2021-2030
Szenario 2020-2030
Die benötigten Eigenmittel sind um
rund 1,5 Mrd. € gestiegen!
Und unsere
Eigenfinanzierungsmöglichkeiten sind
praktisch zusammengebrochen!
Rund 1,1 Mrd. € fehlen uns an dieser Stelle!
Szenario 2020-2030
Szenario 2021-2030
Szenario 2020-2030
Szenario 2021-2030
484
Unter der Voraussetzung, dass wir keine Projekte im Bereich
Schulen, Kinderbetreuung, Brücken und sonstiger Infrastruktur streichen,
bleiben nur diese Maßnahmen zur Ausgabenreduzierung:
Interim Opernhaus (7,5 Mio. €, brutto 30,0 Mio. €)
Stadion - Generalsanierung bzw. Umbau (30,0 Mio. €)
Verkehrsleitsystem Messe/Stadion/Arena – Restfinanzierung (2,3 Mio. €, brutto 4,5 Mio. €)
Volksbad (29,5 Mio. €, brutto 55,0 Mio. €)
Bamberger Straße, ILS + Kabelbaubetrieb und evt. FW 6 (29,8 Mio. €)
Personenschifffahrtshafen Erweiterung Energie- und Wasserterminal (3,0 Mio. €)
Rathausplatz 2/Fünferplatz 1, Brandschutzsanierung (4,0 Mio. €)
Rathausplatz 2/Fünferplatz 1,San. der Dächer und Fassade (10,0 Mio. €)
Bauhof 5, Verwaltungsgebäude: Fenstersanierung, Sonnenschutz, WC (1,3 Mio. €)
Gustav-Adolf-Straße 51, Neubau Kfz-Zulassung und Bürgeramt West (7,5 Mio. €)
Am Tiergarten 30, Baumwipfelpfad (7,3 Mio. €)
Bamberger Straße (2,1 Mio. €, brutto 3,5 Mio. €)
Lärmminderungsplanung (3,8 Mio. €)
Social-Intranet (1,0 Mio. €)
Spielzeugmuseum Obergeschosse (3,0 Mio. €)
Memorium: Umbau Ostbau Justizpalast (8,0 Mio. €)
Memorium: Saal 600 – Installation einer Multimedia Show (0,8 Mio. €)
Referat für Finanzen, Personal und IT 23
Summe: 151 Mio. € (brutto 202 Mio. €)
Nur diese Projekte,
bieten
nennenswertes
Einsparpotenzial,
aber ist ein
Streichen sinnvoll?
485
Ausbau
Frankenschnellweg
658 Mio. €,
davon 104 Mio. €
städtisch
Pellerhaus
32,6 Mio. €,
davon 26,6 Mio. €
städtisch
Oder geht es ans „Eingemachte“…?
Referat für Finanzen, Personal und IT 24
Volksbad
55 Mio. €,
davon 29,5 Mio. €
städtisch
Konzertsaal
Kosten offen,
davon 0 Mio. €
städtisch
Opernhaus-Sanierung
und Platzgestaltung
500 Mio. €,
davon 125 Mio. €
städtisch
Annahme 400 Mio. € im Szenariozeitraum und
75 % Förderung durch Freistaat (analog
Augsburg)
Meistersingerhalle
100 Mio. €,
davon 100 Mio. €
städtisch
* Veranschlagung z.T. nach 2030
Burg Hoheneck
37,9 Mio. €,
davon 35,6 Mio. €
städtisch
486
Der Schuldenstand
Mit dem Szenario 2030 wäre es eine dramatische Entwicklung…
Referat für Finanzen, Personal und IT 25
Das würde
bedeuten: über
5 Mrd. €
Schulden!
0,86 0,86 0,91 0,93 0,95 0,94 0,97 1,01 1,06
1,18 1,27 1,27 1,26 1,30 1,30 1,36 1,40 1,44 1,50
1,54
1,92
2,38
2,79
3,26
3,72
4,15
4,49
4,74
4,95
5,07
0,89 0,89 0,94 0,97 1,01 1,02 1,05 1,09 1,14
1,26 1,35 1,33 1,32 1,37 1,37 1,43 1,47 1,50 1,55 1,59
1,38
1,38 1,40 1,42 1,47 1,63 1,66 1,66 1,69 1,79 1,85 1,81 1,78 1,80 1,77 1,79 1,81 1,78 1,83 1,89
0,80
1,30
1,80
2,30
2,80
3,30
3,80
4,30
4,80
5,30
Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Ist Plan Sz. Sz. Sz. Sz. Sz. Sz. Sz. Sz. Sz. Sz.
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
n Mrd. €
Schuldenstand
Kernstadt (ohne Eigenbetriebe mit ÖPP/ÖÖP) Stadt mit steuerfinanzierten Eigenbetrieben Stadt mit allen Eigenbetrieben
Zuzüglich Aktivierung von
fertiggestellten ÖÖP/ÖPP-Projekten
487
Das Fazit…
Nicht 2021 ist die wesentliche Herausforderung, sondern die
langfristige Schieflage der Finanzen
Ursache sind schwache Einnahmen und gleichzeitig zu hohe
Verwaltungs- und Investitionsausgaben!
Eine Explosion der Verschuldung droht!
„Nice-to-have-Projekte“ sollten auf den Prüfstand!
Weitere Hilfen von Bund und Land sind dringend notwendig!
Referat für Finanzen, Personal, IT und Organisation
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26
Download der Eckdaten und der Haushaltsrede
unter stadtfinanzen-verwaltung.nuernberg.de
Referat für Finanzen, Personal und IT 27
Rede ab heute,
30.09.2020, ca. 17 Uhr
Eckdaten
ab voraussichtlich
Montag, 05.10.2020
Alle Stadträtinnen und
Stadträte erhalten am
Montag eine Email mit
einem Link zum
vollständigen
Haushaltsplanentwurf.
489
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Referat für Finanzen, Personal und IT
Theresienstr. 7
90403 Nürnberg
Harald Riedel
+49 (0)9 11 / 2 31-23 20
ref.i-ii@stadt.nuernberg.de
http://www.stadtfinanzenverwaltung.nuernberg.de
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