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Zusammenfassung und Ausblick
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
F.9 Zusammenfassung und
Ausblick
In der Zusammenschau der Zahlen des Haushaltsplanentwurfs 2014 und vor allem der Entwicklung des städtischen Haushalts in dieser Stadtratsperiode zeigen
sich doch deutliche Verbesserungen, die sich auch in
der Entwicklung der wichtigsten Daten festmachen
lassen:
• In 2012 drittes positives Haushaltsergebnis in
Folge und unter Einbezug der Eigenbetriebe Abbau der Verschuldung um 12,1 bzw. 33,1 Mio. €
zum Jahresende 2012.
• Haushalt 2014 zum zweiten Mal in Folge vom
Ergebnis her positiv und erstmals seit Einführung
der Doppik mit seitdem vergleichbaren Rahmenbedingungen ohne Neuverschuldung und stabiler
Liquiditätslage geplant.
• Letzteres trotz des Umstands, dass Nürnberg
entgegen des bundesweiten Trends in den Kommunen seinen Investitionshaushalt weiterhin hoch
hält und gegenüber dem letzten Vierjahresplan
noch einmal brutto um 3,0 v.H. gesteigert hat.
Damit schafft es Nürnberg, seinen Spagat zwischen der
Realisierung von Zukunftsinvestitionen (Kinderbetreuung, Schulen, ÖPNV, Infrastrukturmodernisierung und -
sanierung) und gleichzeitiger Haushaltskonsolidierung
erfolgreich fortzusetzen. Fragt man nach den Ursachen
dieses Erfolgs, so sind folgende Punkte zuerst zu nennen:
• Die kontinuierliche Steigerung der Steuereinnahmen aufgrund der stabilen Konjunkturlage in der
Metropolregion, deren Unternehmen die Folgen
der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise bisher
erstaunlich robust bewältigt haben. Dabei macht
der Anteil der Gewerbesteuer an diesen Einnahmen deutlich, dass der Kampf des Städtetags um
ihren Erhalt richtig war!
• Desweiteren helfen uns Zusatzeinnahmen durch
Zuweisungen von Bund und Land, die das Ergebnis von harten Verhandlungen der Städte in der
Gemeindefinanzreformkommission und im Rahmen der Gespräche zur Umsetzung des Fiskalpaktes sind. Darunter fällt insbesondere die vorgezogene Komplettübernahme der Grundsicherung im
Alter ab 2014 (48 Mio. €). Gegenüber dem Freistaat zahlte sich die Geschlossenheit des Bayerischen Städtetags im Rahmen der jährlichen Finanzausgleichsverhandlungen dahingehend aus,
dass der Anteil der Kommunen am steigenden
Steuerkuchen des Freistaats zunehmend auch der
Bedeutung unserer Leistungen im Rahmen der föderalen Arbeitsteilung entspricht.
• Sind die ersten beiden Punkte noch auf viele externe Faktoren zurückzuverfolgen, so ist als dritte
Ursache die konsequente und ausgewogene Ausgabenpolitik der Verwaltung und des Nürnberger
Stadtrats zu nennen. Dabei war es verwaltungsintern und parteiübergreifend Konsens, die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger auch in
schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten und neben
den investiven auch die konsumtiven Mittel für
Personal und Sachausgaben etwa bei der Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig
jedoch hat die Stadt seit 2008 ein 50 Mio. € Sparpaket abgearbeitet, dessen dritte Tranche mit
knapp über 11 Mio. € in den Jahren 2014 und 2015
im Wesentlichen bewältigt wird. Das heißt, wir haben auch unsere eigenen Hausaufgaben gemacht.
Insgesamt zeigt sich an vielen Stellen, dass Nürnberg im Großstadtvergleich in Deutschland schlanke Ausgabenstrukturen hat, immer gemessen an
den Leistungen, die wir erbringen.
Aus Sicht des Finanzreferats bleibt zu hoffen, dass
diese drei Faktoren auch in den kommenden Jahren,
d.h. in der neuen Stadtratsperiode in ähnlicher Weise
die weitere Entwicklung beeinflussen. Der aktuelle
mittelfristige Finanzplan lässt es als möglich erscheinen. Gleichwohl ist nicht zu leugnen, dass es auch
Risiken gibt, die zumindest ein Fragezeichen an verschiedenen Stellen setzen:
• Bleibt es bei der guten Wirtschaftsentwicklung oder
setzen externe Krisenschocks, vielleicht durch ein
Wiederaufflammen der Eurokrise, unsere Unternehmen unter Druck?
• Wie wirken sich die Schuldenbremse und der Fiskalpakt auf die kommenden Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Kommunen und Ländern,
aber auch zwischen Ländern und Bund aus? Immerhin müssen bis 2019 wesentliche Weichen für
die Gemeindeverkehrsfinanzierung, den Aufbau
Ost und den Länderfinanzausgleich gestellt werden.
• Wie kann die Stadt die vielen, sich noch in der
Diskussionsphase befindlichen Bauprojekte finanzieren – von der Ausweichspielstätte zur Opernhaussanierung bzw. einem Konzertsaal bis zu den
teuren Brückensanierungen? Ist ein kontinuierli73
cher und nennenswerter Schuldenabbau realistisch? Schaffen wir es, quasi in einer Generation,
Kraftakte wie den Ausbau der Kinderbetreuung, die
Einführung von wirklichen Ganztagesschulen und
die Bereitstellung eines zukunftsfähigen ÖPNV zu
bewältigen und gleichzeitig unsere Verschuldung
abzubauen? Dies alles bei Aufrechterhaltung unserer bisherigen Leistungen. Schaffen wir noch zusätzliche Kraftakte, wie etwa den geforderten qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung?
All diese Fragen werden in der nächsten Stadtratsperiode beantwortet. Aktuell zeigen uns die Zahlen des
Stadthaushaltes 2014, dass wir auf dem richtigen Weg
sind.
Und nicht zu vergessen: die Einführung des neuen
Produkthaushaltes und eines kennzahlenorientierten
Steuerungssystems sind nach der Einführung der dezentralen Budgetierung und der Doppik ein wichtiger
Schritt im Hinblick auf eine weitere Modernisierung,
mehr Transparenz und bessere Steuerbarkeit unserer
Finanzen und Leistungen. Dieser erste Produkthaushaltsentwurf für 2014 enthält noch viele Lücken, die in
den nächsten Jahren zu schließen sind. Es wird ein
gemeinsamer Arbeits- und Lernprozess, diese neuen
Instrumente so zu nutzen, dass wir unsere Ziele erreichen. Aber wir haben uns auf den Weg gemacht.
Fazit: der Haushalt 2014 ist formal, strukturell und von
den wesentlichen Eckdaten ein wichtiger Schritt nach
vorne!
Nürnberg, im September 2013
Harald Riedel, Stadtkämmerer der Stadt Nürnberg
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