11354500 F 9 Zusammenfassung und Ausblickneu2
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
K. Zusammenfassung und Ausblick
In der Zusammenschau der Zahlen des Haushaltsplans
2015 und der Entwicklung der letzten Jahre zeigen sich
insgesamt solide Verhältnisse:
• 2013 viertes positives Haushaltsergebnis in Folge
und unter Einbezug der Eigenbetriebe Abbau der
Verschuldung um 24,2 Mio. € bzw. 13,3 Mio. € im
Kernhaushalt alleine mit PPP-Verbindlichkeiten
zum Jahresende 2013.
• Haushalt 2015 zum dritten Mal in Folge vom Ergebnis her positiv und mit stabiler Liquiditätslage in
der Planung.
• All dies trotz des Umstands, dass Nürnberg in all
den Jahren entgegen des bundesweiten Trends
seinen Investitionshaushalt hoch gehalten und
nunmehr gegenüber dem letzten Vierjahresplan
noch einmal brutto um 8,7 v.H. gesteigert hat.
Dass der Kernhaushalt 2015 erstmals wieder eine
Neuverschuldung von 9,9 Mio. € in der Planung bedeutet, ist bedauerlich, jedoch mit drei Ursachen zu erklären. Und diese Punkte sind auch die Antwort auf die
öffentlich immer wieder diskutierte Frage, warum es
denn die öffentliche Hand, in diesem Fall die Stadt
Nürnberg, in Zeiten von „Rekordsteuereinnahmen“ nicht
schafft, ihre Verschuldung schneller abzubauen? Meist
wird diese Frage dann gleich verbunden mit der Annahme, dass man dies ja schaffen könnte, wenn man
nur wollte…
Aber zurück zu den wirklichen Ursachen unserer aktuellen Haushaltsentwicklung:
• Die Einnahmenseite entwickelt sich im Bereich der
Kommunen in Deutschland und Bayern nicht so
deutlich nach oben wie in den Medien oft unterstellt. Bundesweit haben mindestens 30 Städte im
Lauf des Jahres 2014 deshalb eine Haushaltssperre erlassen und auch in Bayern haben wir es wie in
vergangenen Jahren mit durchaus unterschiedlichen Verläufen in den kreisfreien Städten zu tun.
Nürnberg steht mit der schwächeren Entwicklung
der Gewerbesteuer gegenüber 2013 nicht allein.
Es ist folgerichtig, dass die Erwartungswerte für
2015 an dieser Stelle nach unten korrigiert werden
und damit die Einnahmenseite ein Grund für das
insgesamt schwächere Planergebnis für 2015 ist.
• Und damit zum zweiten Punkt, der die Ausgabenseite betrifft. Nachholende Tarifentwicklungen, die
die Personalkosten hochtreiben, im Verbund mit
ebenfalls zu beseitigenden Defiziten im Verwaltungsbereich aufgrund von Leistungsausweitungen
(Kinderbetreuung, Bürgerdienstleistungen) verursachen einen deutlichen Zuwachs bei den Personalkosten. Dies wird ergänzt durch einen weiteren
Anstieg der Sozialleistungen, verursacht durch gesellschaftliche und demographische Entwicklungen, die nur bedingt unseren Steuerungsinstrumenten zugänglich sind. Dies kann beklagt und kritisiert werden, ist aber ein bundesweiter Fakt, den
wir in Nürnberg im Vergleich noch gut bewältigen.
• Und der dritte Punkt ist aus den letzten Jahren
bereits bekannt, gewinnt jedoch eher an Bedeutung: Die Ertüchtigung der Kerninfrastruktur in den
Bereichen Bildung und Kinderbetreuung, Kultur
und wesentlich Verkehr erfordert alle Ressourcen
und verhindert nachhaltig deutlichen Schuldenabbau in einer Kommune wie Nürnberg. Umso wichtiger erscheint der Blick über den mittelfristigen
Vierjahreszeitraum hinaus, denn der Investitionsdruck flacht keineswegs ab. Und auch im mittelfristigen Bereich bis 2018 zeigt der Finanzplan, dass
es für Nürnberg sehr schwer wird, dies alles auszubalancieren.
Deshalb ist das im Herbst 2014 diskutierte Szenario
2026 so wichtig für die nächsten Entscheidungen des
Stadtrats. Das Ziel des Haushaltsausgleichs und der
Fortsetzung des Investitionsprogramms bei Aufrechterhaltung der Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger
in Einklang zu bringen mit dem Versuch, die Verschuldung zu reduzieren, erfordert einen klaren Blick auf die
Entwicklung der Einnahmen- und Ausgabenseite. Dabei
müssen sowohl Überlegungen eine Rolle spielen, die
den eigenen Handlungsspielraum betreffen, als auch
Unterstützungspotentiale durch Bund und Land eingefordert und einbezogen werden.
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Wichtig dabei ist, dass die kommunale Seite und damit
auch der Nürnberger Stadtrat im Rahmen der anst
henden Haushaltsberatungen seine konstruktive Posit
on des Handelns auf zwei Ebenen fortführt: das Mögl
che und Notwendige, das im eigenen Verantwortung
bereich sinnvoll ist, anzupacken und daneben gege
über Bund und Land das Unabdingbare
das als „Hilfe zur Selbsthilfe“ wichtig ist.
Nürnberg, im Dezember 2014
Harald Riedel, Stadtkämmerer Nürnberg
Wichtig dabei ist, dass die kommunale Seite und damit
auch der Nürnberger Stadtrat im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen seine konstruktive Positifortführt: das Mögliche und Notwendige, das im eigenen Verantwortungsbereich sinnvoll ist, anzupacken und daneben gegenUnabdingbare einzufordern,
, Stadtkämmerer Nürnberg
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