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Rückblick auf das Jahr 2014 und aktueller Stand 2015
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
F.3 Rückblick auf das Jahr 2014 und aktueller Stand 2015
Rückblick auf das Jahr 2014
Hinweis: Der SAP-Logik folgend, haben Erträge ein negatives, Aufwendungen ein positives Vorzeichen. Daher sind auch Defizite mit Pluszeichen und Überschüsse
mit einem Minuszeichen versehen.
Für den Jahresabschluss 2014 musste erstmals seit
2009 wieder ein negatives Ergebnis berichtet werden:
Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf 26,98 Mio. €, im
Vorjahr konnte noch ein Überschuss von 16,99 Mio. €
erwirtschaftet werden. Geplant war für das Jahr 2014
ein Überschuss in Höhe von 23,19 Mio. €. Der Hauptgrund für die negative Plan-/Ist-Abweichung in Höhe
von rund 50 Mio. € ist der deutliche Einbruch bei der
Gewerbesteuer: Sie blieb mit einem Ist von
383,6 Mio. € um 51,7 Mio. € unter dem Planwert. Im
Vorjahr konnten aus der Gewerbesteuer noch Erträge
in Höhe von 423,8 Mio. € realisiert werden - der höchste Wert innerhalb der letzten 10 Jahre.
Ergebnisrechnung im Rückblick Ist Plan Ist Δ Ist
(in T€) 2014 2014 2013 2014 zu 2013
1 Steuern und ähnliche Abgaben -787.603 -833.002 -810.415 22.812
2 + Zuwendungen und allgemeine Umlagen -379.511 -379.965 -412.040 32.529
3 + Sonstige Transfererträge -6.073 -5.473 -4.742 -1.331
4 + Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -59.131 -58.608 -56.288 -2.843
5 + Auflösung von Sonderposten -45.177 -44.841 -43.754 -1.423
6 + Privatrechtliche Leistungsentgelte -42.445 -38.941 -41.268 -1.178
7 + Kostenerstattungen und Kostenumlagen -181.992 -167.523 -161.967 -20.025
8 + Sonstige ordentliche Erträge -91.374 -47.299 -79.450 -11.924
9 + Aktivierte Eigenleistungen -1.089 -7.168 -2.981 1.892
10 +/- Bestandsveränderungen -59 -580 -373 314
S1 = Ordentliche Erträge (= Zeilen 1 bis 10) -1.594.455 -1.583.400 -1.613.278 18.823
11 - Personalaufwendungen 432.656 446.214 447.015 -14.359
12 - Versorgungsaufwendungen 100.867 63.178 94.619 6.248
13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 214.118 209.287 210.413 3.706
14 - Planmäßige Abschreibungen 97.761 97.887 94.345 3.415
15 - Transferaufwendungen 692.874 659.527 654.404 38.469
16 - Sonstige ordentliche Aufwendungen 70.247 69.351 78.441 -8.194
S2 = Ordentliche Aufwendungen (= Zeilen 11 bis 16) 1.608.524 1.545.445 1.579.238 29.285
S3 = Ergebnis der laufenden Verwaltungstätigkeit
(=Saldo S1 und S2) 14.069 -37.955 -34.040 48.109
17 + Finanzerträge -31.105 -28.556 -31.740 634
18 - Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen 46.076 45.754 45.212 864
S4 = Finanzergebnis (= Saldo Zeilen 17 und 18) 14.971 17.198 13.472 1.499
S5 = Ordentliches Ergebnis (= S3 und S4) 29.039 -20.757 -20.568 49.608
19 + Außerordentliche Erträge -5.432 -2.451 -2.061 -3.371
20 - Außerordentliche Aufwendungen 3.377 19 5.643 -2.266
S6 = Außerordentliches Ergebnis
(=Saldo Zeilen 19 und 20) -2.055 -2.432 3.582 -5.637
S7 = Jahresergebnis (= S5 und S6) 26.985 -23.189 -16.986 43.971
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Insgesamt sind im Jahr 2014 die ordentlichen Erträge
gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % gesunken, die ordentlichen Aufwendungen hingegen um 1,9 % gestiegen.
Der Aufwanddeckungsgrad beträgt damit 99,13 %
(Vorjahr: 102,16 %) und liegt nun unter 100 %. Daraus
ist ersichtlich, dass die ordentlichen Aufwendungen
knapp nicht mehr vollständig durch ordentliche Erträge
gedeckt werden konnten.
Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu
den wesentlichen Einflussfaktoren des Jahresergebnisses 2014:
(in Mio. €) Ist
2014
Plan
2014
Ist
2013
Δ Ist
2014 zu 2013
Gewerbesteuer -383,6 -435,4 -423,8 40,2
Einkommensteueranteil -243,1 -234,4 -228,1 - 15,0
Schlüsselzuweisungen -153,3 -160,0 -180,6 27,3
Zuweisungen vom Land für die Kinderbetreuung -35,9 -44,1 -43,3 7,4
Zuschuss an soziale/ähnliche Einrichtungen - Art 1 88,9 94,0 80,6 8,3
Pensionsrückstellungen (Saldo Zuführung/Auflös.) 110,4 90,7 125,2 -14,8
Verlustausgleiche an städtische Töchter
(inklusive Zuführung zu Rückstellungen)
28,1 16,6 35,3 - 7,2
Gewerbesteuerumlage 60,7 67,2 62,0 - 1,3
Während die Gewerbesteuererträge, wie oben berichtet, stark hinter der geplanten Ertragserwartung zurückbleiben, hat sich beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer erneut der positive Trend bestätigt. Er stieg
sowohl gegenüber der Planung (+ 8,8 Mio. €) als auch
gegenüber dem Vorjahr (+ 15 Mio. €) deutlich an und
erreichte einen neuen Höchstwert von 243,1 Mio. €.
Die Schlüsselzuweisungen sind jedoch gegenüber
2013 stark rückläufig (- 27,3 Mio. €). Der Planansatz
konnte ebenso um 6,7 Mio. € nicht erreicht werden.
Bei den Zuwendungen vom Land für Sozialtransferleistungen, im Wesentlichen für die Kinderbetreuung, konnten 8,2 Mio. € in 2014 nicht wie geplant realisiert werden. Dies betrifft vor allem die Zuweisungen nach dem
BayKiBiG für die Kindertagesstätten freier Träger. Verzögerungen bei der Abrechnung führten dazu, dass
ausstehende Beträge in Höhe von rund 8 Mio. € erst
nach Ablauf des Berichtsjahres erzielt wurden.
Die Sozialtransferaufwendungen stiegen im Vergleich
zu 2013 deutlich an (+ 8,3 Mio. €), was wie in den Vorjahren insbesondere auf den anhaltenden Platzausbau
bei Kinderhorten und Kinderkrippen freier Träger zurückzuführen ist. Gegenüber dem Plan ist jedoch ein
Rückgang um 5,1 Mio. € erkennbar. Dies ist durch die
o.g. Verzögerung bei der Endabrechnung bei den Zuweisungen vom Land nach dem BayKiBiG begründet,
dadurch verschieben sich auch die Aufwendungen
teilweise in spätere Jahre.
Die Personal- und Versorgungsaufwendungen sind
insgesamt um 8,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr gesunken. Gegenüber der Planung sind sie jedoch um
24,1 Mio. € gestiegen. Dies ist vorwiegend durch die
Nettozuführungen zu Pensionsrückstellungen verursacht worden. Sie fielen in 2014 erneut recht hoch aus,
da die Versorgungssteigerung bei den Pensionären um
2,95% ab 01.01.2014 zu berücksichtigen war.
Bei den Verlustausgleichen an städtische Töchter ist
die negative Plan-/Ist-Abweichung von 11,4 Mio. €
insbesondere auf die zu bildende Rückstellung für die
Verluste des SÖR für die Jahre 2010 bis 2012 zurückzuführen.
Infolge der rückläufigen Gewerbesteuererträge mussten
auch geringere Aufwendungen für die Gewerbesteuerumlage getätigt werden als geplant (- 6,5 Mio. €).
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Die Verschuldung des Kernhaushaltes aus Investitionskrediten und der Anleihe beträgt zum 31.12.2014 unter
Einbezug der PPP-Projekte 1.300 Mio. € (Vorjahr:
1.256 Mio. €). Dies bedeutet einen Anstieg von
44,1 Mio. €, geplant war ein Schuldenabbau in Höhe
von 6,7 Mio. €. Wie bereits berichtet, konnte der in den
Jahren 2012 und 2013 erreichte Schuldenabbau in
2014 nicht fortgesetzt werden, was insbesondere aus
gestiegenen Investitionsbedarfen und dem massiven
Ausfall der Gewerbesteuer resultiert.
In der Zusammensetzung des Sachanlagevermögens
in der Bilanz haben sich in 2014 wesentliche Änderungen ergeben. Es konnte der zweite Teil der vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband geforderten
Bestandsüberprüfung und teilweisen Ersatzbewertung
der zur Eröffnungsbilanz übernommenen städtischen
Grundstücke (vorwiegend Infrastrukturvermögen) abgeschlossen werden. Dies bewirkte eine Stärkung des
Eigenkapitals um 229,3 Mio. €. Gegensätzlich wirkte
sich jedoch die noch andauernde Bestandsaufnahme
und Ersatzbewertung der städtischen Kunstgegenstände aus (ebenfalls eine Prüfungsfeststellung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands): In Summe
musste ein Wert von 200,8 Mio. € ausgebucht werden,
da er sich als nicht belegbar herausstellte. Im Saldo hat
sich dadurch (und durch weitere kleinere Korrekturen)
im Basiskapital jedoch keine wesentliche Veränderung
ergeben, es beläuft sich auf 655,69 Mio. € (Vorjahr:
650,49 Mio. €). Die Eigenkapitalquote beträgt zum
Bilanzstichtag 16,0 %.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das
negative Jahresergebnis in hohem Maße durch den
Einbruch der Gewerbesteuer beeinflusst wurde. Aufgrund des Gewerbesteuerausfalls konnte auch der in
den Jahren 2012 und 2013 begonnene Schuldenabbau
nicht weiter fortgeführt werden. Stattdessen ist leider
eine Nettoneuverschuldung um 44,1 Mio. € zu verzeichnen. Die Stadt Nürnberg steht daher vor der Herausforderung, den Anstieg der Schulden trotz des hohen Investitionsprogramms zumindest abzumildern und
in Sachen Jahresergebnis wieder schwarze Zahlen
schreiben zu können. Die aktuelle Gewerbesteuerentwicklung stellt dafür zumindest einen Lichtblick dar.
Aktueller Stand 2015
Für den Haushaltsplan 2015 wurde im November 2014
mit einem Jahresüberschuss von 2,5 Mio. € geplant.
Ein wichtiger Indikator dafür, ob das Jahresergebnis
eingehalten werden kann, ist die aktuelle Entwicklung
der Gewerbesteuer. Mit Stand Anfang Dezember wird
davon ausgegangen, dass der Planwert von 414,2 Mio.
€ nicht vollständig erreicht werden wird.
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