003 Vorwort
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
A. Vorwort
Nürnbergs Stadthaushalt 2017
Jetzt die Weichen stellen bis 2026
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Mitglieder des ehrenamtlichen Stadtrates,
liebe Leserinnen und Leser,
seit zwei Jahren gehört zur Einbringung des Haushalts in
Nürnberg auch eine Überarbeitung oder neudeutsch ein
Update des „Szenario 2026“. Auch heuer werden die
Nürnberger Haushaltszahlen wieder bis ins Jahr 2026,
also dem Ende der nächsten Stadtratsperiode, simuliert.
Die enormen Herausforderungen an den Stadthaushalt,
die dort mittlerweile regelmäßig errechnet werden, lassen
sich seit letztem Jahr auch in der konkreten Haushaltsplanung für das nächste Jahr erkennen. Auch wenn die dem
Szenario zugrunde gelegten Investitionsvorhaben noch
nicht vom Stadtrat beschlossen und priorisiert worden
sind, zeigen diese doch den Handlungsdruck für die
nächsten Jahre deutlich auf. Mit diesen Investitionen
bauen wir an der Zukunft unserer Stadt und ihrer Menschen.
Der Haushaltsplan 2017 weist dabei Parallelen zum Vorjahresplan auf, die sich auf zwei zentrale Kennzahlen
reduzieren lassen:
Trotz eines durchaus positiven Verlaufs der Steuerentwicklungen, wie von der Arbeitsgruppe Steuerschätzungen prognostiziert, werden wir gemäß den Planungen
wiederum knapp den Haushaltsausgleich im Ergebnishaushalt verfehlen. Für das Jahr 2016 hatten wir mit einem Defizit von 6,6 Mio. € kalkuliert. Für 2017 erwarten
wir mit 8,8 Mio. € Defizit ein ähnliches Ergebnis.
Auch bei der geplanten Neuverschuldung bewegen wir
uns mit 56,7 Mio. € in einer ähnlichen Größenordnung wie
im Vorjahr (2016: 52,4 Mio. €). Hierbei zeigt sich deutlich,
dass wir planungstechnisch im zweiten Jahr der Umsetzung des Szenarios 2026 angekommen sind. Die hohen
Investitionsauszahlungen werden ohne entsprechende
Gegenmaßnahmen das Neuverschuldungsniveau für die
nächsten Jahre auf einem sehr hohen Niveau belassen.
Besonders deutlich wird die Investitionstätigkeit der Stadt
Nürnberg bei der Analyse der Bruttoinvestitionen in den
nächsten vier Jahren. Sie steigen um 17,3% und nähern
sich mit 935,3 Mio. € bereits der Milliardengrenze an. Die
städtischen Mittel steigen dabei im direkten Vergleich
noch moderat um 5,2 % auf 531,2 Mio. € (Angaben jeweils investive Mittel).
Der Haushalt insgesamt macht mit einem Volumen von
1,9 Mrd. € bei den ordentlichen Erträgen und Aufwendungen wie im Vorjahr nochmals einen deutlichen Sprung
nach oben. Auch hier bewegen wir uns in großen Schritten auf die Zwei-Milliardenmarke zu. Die wesentlichen
Gründe liegen zum einen in den deutlich gestiegenen
Personalkosten und hier unter anderem bei den Tarif- und
Besoldungserhöhungen und der neuen Entgeltordnung.
Aber auch neue Herausforderungen wie etwa an die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung erfordern höhere
Ausgaben etwa bei der städtischen IT.
Nichtsdestotrotz müssen Stadtrat und Verwaltung ihre
Hausaufgaben angehen, um die enormen Herausforderungen der Stadtfinanzen auch in Zukunft meistern zu
können. Das laufende Hinterfragen der Investitionsprojekte hinsichtlich der zeitlichen Umsetzbarkeit steht dabei
genauso auf der Agenda wie die permanente Effizienzsteigerung der Verwaltung und die kritische Auseinandersetzung mit deren Aufgaben.
Aber dies allein wird nicht reichen. Um die zusätzliche
Verschuldung auf einem akzeptablen und vom Haushalt
verkraftbaren Niveau zu halten, muss auch das Thema
Einnahmesteigerung ergebnisoffen diskutiert werden.
Nur mit einem Bündel an Maßnahmen und Beiträgen von
allen Beteiligten kann es Nürnberg gelingen, die geplanten
Zukunftsinvestitionen zu finanzieren und zum Wohle der
Stadt umzusetzen.
Nürnberg, im November 2016
Dr. Ulrich Maly Harry Riedel
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Dr. Ulrich Maly Harry Riedel
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