A Vorwort
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
Foto „Marcus König“: Stadt Nürnberg
Foto „Thorsten Brehm“: Ludwig Olah
A. Vorwort
Der Haushalt der Stadt Nürnberg 2025
ZUKUNFTSINVESTITIONEN FORDERN
STADTHAUSHALT
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Mitglieder des ehrenamtlichen Stadtrates,
liebe Leserinnen und Leser,
im Jahr 2023 verzeichneten die deutschen Kommunen
(ohne Stadtstaaten) ein Finanzierungsdefizit von 6,8 Milliarden Euro. Zwar stiegen die Einnahmen um 9 Prozent,
aber die Ausgaben taten es mit 12 Prozent noch viel dynamischer.
Das Grundproblem war und ist: Die Kommunen sind strukturell unterfinanziert, um die ihnen von Bund und Land
übertragenen Aufgaben aus eigener Kraft stemmen zu können. Der Investitionsstau wird mittlerweile vom KfW-Kommunalpanel auf 186,1 Milliarden Euro beziffert.
Die Situation in Nürnberg stellt sich im Vergleich zu anderen Kommunen in Deutschland nicht recht viel anders dar.
Der Finanzierungsbedarf zum Substanzerhalt von Gebäuden und Straßen ist riesig. Hinzukommt der Ausbau der Infrastruktur und Daseinsvorsorge, der in einer wachsenden
Stadt notwendig ist. Wir bauen neue Schulen und sanieren
die alten, wir eröffnen neue Kitas und erweitern das Straßenbahnnetz. Es entstehen neue Grünflächen und auch in
die Kultur wird kräftig investiert. Ohne neue Schulden wird
das leider auch 2025 nicht möglich sein – obwohl wir mit
weiter hohen Steuereinnahmen rechnen.
Es zeigt sich nach wie vor, dass die Nürnberger Wirtschaft
grundsätzlich gesund ist, der Branchenmix ebenso. Mit
670,4 Millionen Euro erreichte die Gewerbesteuer 2023 ein
Rekordhoch, 2024 wird sie – Stand der Dinge – dieses Niveau halten können. Damit liegt Nürnberg über dem Durchschnitt anderer bayerischer Großstädte. Für 2025 rechnen
wir allerdings beim Aufkommen schon eher mit einer Seitwärtsbewegung – weitere Rekordzuwächse wie in den vergangenen Jahren erscheinen extrem unwahrscheinlich.
Zudem bleiben konjunkturelle Entwicklungen im Zuge der
gesamtwirtschaftlichen Perspektive ein relevantes Risiko
für die städtische Finanzsituation.
Ein weiteres großes Problemstellt die unerwartet starke Erhöhung der Bezirksumlage in Mittelfranken dar. Diese hat
zur Folge, dass die Stadt Nürnberg 2025 im Vergleich zum
Vorjahr knapp 50 Millionen Euro zusätzlich abführen muss.
Eine Erhöhung dieser Größenordnung reißt, neben den bereits skizierten Herausforderungen, folglich ein großes
Loch in den Stadthaushalt und belastet die dauerhaften
Leistungsfähigkeit Nürnbergs zusätzlich.
Trotz der vielen Herausforderungen scheinen wir in der
Stadt aber trotzdem vieles richtig zu machen: Beim Mercer
Quality of Living Ranking 2023 landete Nürnberg auf Platz
31 von 241. Wir konnten mit hoher Lebensqualität und angemessenen Lebenshaltungskosten punkten und damit vor
Metropolen wie Paris, London und New York landen.
Nürnberg, im November 2024
Marcus König Thorsten Brehm
Oberbürgermeister Referent für Finanzen,
Personal und IT
Marcus König Thorsten Brehm
1