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Lagebericht

Haushalt 2021 · Seiten 104–110 · Seiten 104–110 im PDF ansehen · Original bei der Stadt ↗

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Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 1 noris inklusion gemeinnützige GmbH Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 Geschäftsfelder Die noris inklusion gGmbH (folgend noris inklusion) ist in vier Geschäftsfeldern tätig. Die Geschäftsfelder unterteilen sich nach den Bereichen Arbeit = Werkraum, Bildung = Bildungsraum, Wohnen = Wohnraum sowie Freizeitgestaltung = Freiraum. Der Schwerpunkt liegt mit dem Betrieb einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) nach § 142 SBG IX im Angebot von Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung. In diesem Kontext steht auch der Schwerpunkt der Bildungsmaßnahmen. Der Bereich Wohnen mit stationären und ambulanten Angeboten, sowie Freizeitangebote komplettieren die Leistungen für Menschen mit Behinderung. Die noris inklusion ist außerhalb der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit, weil sie ausschließlich und unmittelbar mildtätigen Zwecken im Sinne der Abgabenordnung dient. Die WfbM umfasst einen Berufsbildungsbereich (BBB) mit vorgeschaltetem Eingangsverfahren und einen Arbeitsbereich mit verschiedenen Tätigkeitsfeldern, die dazu dienen, Menschen mit Behinderung (MmB) Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Den Schwerpunkt der Lohnfertigung bildet der Montagebereich für diverse Sparten (z. B. Automobilindustrie, Elektrotechnik, usw.), eine Metallbearbeitung und ferner die Druckerei (Offset-, Digitaldruck, Nachbearbeitung, Mailingservice, Scanning und Aktenvernichtung). Des Weiteren wird eine Natur-Erlebnis-Gärtnerei mit Produktionsgartenbau, Dienstleistungen und Angeboten im ökologischen Umfeld und Garten- und Landschaftspflege betrieben, sowie eine Töpferei mit der Herstellung und dem Handel von Töpfereierzeugnissen. Abgerundet wird das Leistungsspektrum für die MmB durch sogenannte „ausgelagerte Arbeitsplätze“, bei denen wir die Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt unter dem Schutz des Werkstattstatus bieten. Das Geschäftsfeld „Wohnen“ besteht aus drei stationären Wohnheimen, sowie über das Stadtgebiet verteilte, differenzierte ambulante betreute Wohnangebote. Weitere Geschäftsfelder zur gesellschaftlichen Teilhabe stellen der Betrieb von tagesstrukturierenden Maßnahmen für Senioren mit Behinderung (T-ENE) und verschiedene Freizeitangebote für MmB wie z.B. die offene Behindertenarbeit (OBA) dar. Des Weiteren betreibt die noris inklusion eine inklusive Kita auf dem Gelände der Natur-Erlebnis-Gärtnerei. Seit 1991 ist die noris inklusion gGmbH mit der Lebenshilfe Nürnberg Gesellschafterin der „Kultur- und Freizeitstätte der Lebenshilfe Nürnberg und noris inklusion gGmbH“ (BUNI Kultur- und Freizeittreff) Die Einrichtung verfolgt das Ziel, behinderten und nicht behinderten Menschen kulturelle, soziale und sportliche Freizeitangebote zu offerieren. Behinderte Menschen sollen damit am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Seit Juli 2009 hält die noris inklusion einen Anteil von 7,7% des Stammkapitals vom Integrationsfachdienst (IFD) gemeinnützige GmbH. Seit Dezember 2018 (Zeitpunkt der Betriebsaufnahme) betreibt die noris inklusion gGmbH die 100%ige Tochterfirma noris gastro gGmbH, als sogenannten anderen Leistungsanbieter (§60 SGB IX). Diese Ausgründung (Zeitpunkt der Gesellschaftsgründung: September 2018) verfolgt das Ziel, entstigmatisierte Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung im Arbeitsfeld Gastronomie zu schaffen. Im April 2020 gründete die noris inklusion gGmbH die 100%ige kommunale Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH. Die Ausgründung der kommunalen Tochter, die durch die Stadt Nürnberg direkt beauftragt werden kann, sichert die berufliche Tätigkeit von 60 Menschen mit Behinderung in den Bereichen Bürodienstleistung, Druck und Druckweiterverarbeitung sowie Mailings und in der Grünflächenpflege. Die neue Tochter begann ihre Geschäftstätigkeit im Oktober 2020 mit ausgewählten Testarbeiten im Bereich Daten-Scanning. Die vollständige und regelmäßige Geschäftstätigkeit wird die neue Tochter erst zum 01.01.2021 beginnen. Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 2 noris inklusion gemeinnützige GmbH Wirtschaftsbericht Der Arbeitsbereich stand 2020 stark unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, der sich deutlich in den Arbeitserlösen widerspiegelte. Die Umsätze im Arbeitsbereich reduzierten sich im Jahr 2020 um T€ 289 auf T€ 2.429 (Vorjahr T€ 2.718). Pandemiebedingt konnte in allen Betriebsstätten der noris inklusion nur reduziert produziert werden. Gründe hierfür waren coronabedingte, gesetzliche Betretungsverbote der Werkstätten aufgrund von Allgemeinverfügungen, sowie reduzierte Produktionskapazitäten, da durch verstärkte Abstandsregeln hinsichtlich des Infektionsschutzes nur ein Teil der Mitarbeiter vor Ort die Arbeit verrichten konnte. In einzelnen Betriebsteilen hat der Umsatzrückgang jedoch auch Ursachen, die bei den Kunden, oder in deren Lieferketten begründet liegen. Im Werk Süd kam es im Jahr 2020 zu einem Umsatzrückgang von rund 36.000 €, der sich auf die reduzierten Produktionskapazitäten zurückführen lässt. Die reduzierte Anzahl an Beschäftigten verringert die Produktionskapazität im Werk Süd um rund ein Drittel. Insbesondere die Arbeiten für einen A-Kunden konnten durch die verringerte Anzahl an Menschen mit Behinderung nicht im Ausmaß des Vorjahres geleistet werden. Bei einem weiteren A-Kunden lag im zweiten Quartal der Umsatzrückgang aufgrund des Materialflusses annähernd komplett still. Aufgrund dieser Umstände ist der geringe Rückgang sogar positiv zu werten. Der geringe Rückgang ist aber v.a. massiven Aufwandsreduzierungen geschuldet. Das Werk Nord konnte als einziger Standort seine Umsatzerlöse auf dem Vorjahresniveau halten. Aufgrund der Corona-Pandemie gelang es jedoch leider nicht, wie geplant Neukunden mit lukrativen Zusatzaufträgen zu akquirieren, um die Umsatzentwicklung wieder zu steigern. Im Werk West ist ein Rückgang von 205.000 € zu verzeichnen. Das geringere Druckaufkommen durch städtische Dienststellen war bereits im Jahr 2019 deutlich spürbar. Eine weitere starke Reduzierung an städtischen Aufträgen um rund 120.000 € ist nun auch eine Folge der Corona-Pandemie, wodurch beispielsweise Angebote wie Flyerdruck für Veranstaltungen komplett entfielen. Die im Werk Süd erwähnte Reduzierung an Erlösen bei einem A-Kunden ist im Werk West ebenfalls merklich, da auch an diesem Standort Montageaufträge für diesen Kunden bearbeitet wurden. Auch die Arbeitsfelder Grünpflege und Töpferei in der Natur-Erlebnis-Gärtnerei mussten Rückgänge verzeichnen. Sowohl der Gartenbau (inkl. Dienstleistungen wie Parkanlagenreinigung), als auch die Töpferei wiesen im Vergleich zum Vorjahr reduzierte Arbeitserlöse von 50.000 € bzw. 12.000 € aus. In der Natur-Erlebnis-Gärtnerei ist der Umsatzrückgang bei A-Kunden auf den Werkstatt-Lockdown im März und April zurückzuführen. Einbußen im Bereich des Pflanzenverkaufs (Ausfall des Kräuterfests, Schließung des Marktplatz Marienbergs im Frühling), konnten zumindest zu größeren Teilen, über den kurzfristig ins Leben gerufenen Online-Shop, abgefedert werden. Dieser konnte jedoch die ausgefallenen Verkaufsschwerschwerpunkte der Töpferei an Ostern und Weihnachten, wie z.B. die Werkstättenmesse und den Nürnberger Christkindelsmarkt, nicht kompensieren. Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich lag mit einem Rohertrag von T€ 830 um T€ 22 über dem des Vorjahres (T€ 808, jedoch ohne T€ 20 Rohertrag Waldcafé – ab 2020 bei noris gastro). Das Werk Süd und das Werk Nord konnten trotz Pandemie durch hohe Kosteneinsparungen den Rohertrag steigern. Im Verkauf Marktplatz Marienberg konnten trotz zeitweiliger Schließungen der Verkaufsräume Umsatzsteigerungen gegenüber dem Startjahr 2019 erzielt werden, was sich ebenfalls positiv auf den Rohertrag auswirkte. Im Arbeitsbereich sind die Entgelteinnahmen in 2020 verglichen mit 2019 um T€ 114 zurückgegangen. Ursache hierfür ist, dass im Jahresdurchschnitt 10 Mitarbeiter mit Behinderung weniger abgerechnet werden konnten und parallel dazu im BBB im Jahresdurchschnitt nur eine Erhöhung um 7 Teilnehmer erreicht wurde. Das Geschäftsfeld Wohnen ist mit drei Wohnheimen mit 100 Plätzen voll belegt, sowie mit 119 Plätzen im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) sehr gut ausgelastet. Durch die Eröffnung der zweiten Tagesbetreuung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben (TENE) in der Kilianstraße, konnte die Anzahl an Betreuten im Seniorenbereich von 14 auf 35 erhöht werden. Die direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf noris inklusion zeigten sich aus wirtschaftlicher Perspektive in unterschiedlicher Form. Umsatzeinbußen in der Produktion, ein deutliches Mehr an medizinischem Sachaufwand, zusätzlich anfallende Raummieten, oder auch die zusätzlichen Personalkosten auf der belastenden Seite, stehen ein deutlich reduzierter Materialaufwand, verringerte Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 3 noris inklusion gemeinnützige GmbH Reise-, Werbe- und Fortbildungskosten, sowie eine geringe Reduzierungen bei den Beschäftigtenlöhnen und Erlöse aus Versicherungsleistungen und Wirtschaftshilfen als „stabilisierende Effekte“ gegenüber. Neben den direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die noris inklusion, wie erwähnten Betretungsverboten und reduzierter Anzahl an Beschäftigten vor Ort waren indirekte Einflüsse auf die noris inklusion v.a. in Arbeitsfeldern mit Gastronomiebezug spürbar. Der Anlauf des neuen Arbeitsfeldes der Bewirtung der IHK Akademie (angeschlossen an die Küchen der noris inklusion) lief aufgrund keiner Präsenzveranstaltungen in der IHK nur durchwachsen an, wodurch Investitionskosten für den Anlauf erst im Jahr 2021 und 2022 Stück für Stück abgebaut werden können. In der Tochterfirma noris gastro gGmbH waren die Lockdown-Auswirkungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe besonders spürbar. Nur einer der vier Café-Standorte konnte zumindest im „To￾Go-Betrieb“ im reduzierten Umfang geöffnet bleiben. Dies bedeutete einen Umsatzeinbruch gegenüber den geplanten Einnahmen von ca. 220.000 €. Durch diese Einbußen war die für 2020 geplante Konsolidierung nicht ansatzweise umsetzbar. Allein aufgrund von staatlichen Wirtschaftshilfen und dem Einsatz von Kurzarbeit war es der noris gastro gGmbH möglich, das Defizit im Jahr 2020 auf einem überschaubaren Niveau zu halten, was zu einer Verlustübernahme durch die noris inklusion von T€ 23 führt. Das Gesamtergebnis nach Steuern lag zum 31.12. bei T€ -325 (Vorjahr T€ -713), der Jahresfehlbetrag lag bei T€ 344 (Vorjahr T€ 734). Die Verbesserung des Ergebnisses in dieser Höhe wurde nicht erwartet und spiegelt die schwer kalkulierbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie wieder. Bei der deutlichen Verbesserung des Gesamtergebnisses ist zu beachten, dass coronabedingte Themen und der Ausbau an Angeboten bzw. Teilnehmerzahlen hierfür ursächlich sind. In Erwartung rücklaufender Umsätze in den Werkstätten wurde viele Aufwandspositionen auf den Prüfstand gestellt. Insbesondere wurde eingeplante Instandsetzungsaufwendungen, Ersatz von Ausstattung und auch Materialbezug von weit über T€ 300 nicht getätigt. Zusätzliche höhere Entgelteinnahmen aufgrund Angebotsausbau TENE und mehr Teilnehmern im Berufsbildungsbereich sowie Versicherungsleistungen aus Schadensfällen trugen in der Gesamtschau dazu bei, dass die Umsatz-Rückgänge in den Werkstätten bezogen auf das Gesamtergebnis mehr als ausgeglichen werden konnten. Das Gesamtunternehmen erwirtschaftet aktuell 73% der Gesamterlöse über die Entgelte der Sozialleistungsträger. Damit wird deutlich, dass wir für die angebotenen Leistungen auch kostendeckende Entgelte erlösen müssen. Die noris inklusion gGmbH erwirtschaftet im Werkstattbereich aktuell 68% der Gesamterlöse über Entgelte durch die Sozialleistungsträger. Personal- und Sozialbereich Auf Vollzeit umgerechnet waren zum Bilanzstichtag 248 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 247 MA). Die Anzahl der Mitarbeiter mit Behinderung, die in einem arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis beschäftigt sind bzw. sich in einer vorgeschalteten Bildungsmaßnahme befinden, betrug zum gleichen Zeitpunkt 528 Personen (Vorjahr 514 Personen). Durch regelmäßige Fortbildungen und durch punktuelle Supervisionen werden die Qualifikationen der Mitarbeiter gefördert und die Qualität der Arbeit gesichert. Unabhängig vom Status als gemeinnützig anerkannter Träger der Behindertenhilfe muss die noris inklusion auf Grundlage der Anzahl beschäftigter Mitarbeiter 5% Pflichtplätze mit schwer behinderten Mitarbeitern besetzen. Die noris inklusion erfüllt die Quote zu 100%. Die Entlohnung der Mitarbeiter mit Behinderung in den anerkannten Werkstätten erfolgt gemäß § 12 Abs. 4 und 5 WVO aus dem erwirtschafteten Arbeitsergebnis. Die Entlohnung betrug mehr als 70% des Arbeitsergebnisses und erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen. Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 4 noris inklusion gemeinnützige GmbH Vermögens- und Finanzlage Insgesamt betrugen die Zugänge im Anlagevermögen T€ 2.124. Der Großteil entfällt hiervon – wie auch bereits in den Vorjahren – auf Baumaßnahmen T€ 1.486 im Sachanlagenbereich Anlagen im Bau, T€ 188 Betriebs- und Geschäftsausstattung, T€ 380 Grundstücke und Bauten, sowie T€ 5 an technischen Anlagen und Maschinen ergeben die Summe an Zugängen im Anlagevermögen 2020. Unter Anlagen im Bau sind im Jahr 2020 die Großposition Verwaltungsbau (1.255.000 €), der Neubau einer Stallanlage und Lagerräumlichkeiten (70.000 €) auf dem Gelände der N-E-G, die Gestaltung der Mitmach- und Naschgärten (50.000 €), sowie erste Planungsaufwände für den Bau des Wohnheims Braillestraße (47.000 €). Im Anlagenbereich Betriebs- und Geschäftsausstattung finden sich im Jahr 2020 neben diversen Positionen im drei bzw. vierstelligen Bereich größere Anlagen-Bestandteile wie ein Hubdeichselstapler (11.500 €) und ein Kfz (33.000 €), ein Hochregal (18.000 €) und eine Summe an EDV-Ausstattung für Arbeiten gemäß Homeoffice-Standards (20.000 €). Im Anlagenbereich Grundstücke und Bauten hat sich primär die abschließende Aktivierung verschiedener Restpositionen für Aufwände am Neubau TENE II (T€ 279) bei insgesamt rund T€ 380 ausgewirkt. 2020 2019 Umsatzerlöse T€ 20.315,5 20.193,1 Materialaufwandsquote % 10,5 11,0 Personalaufwandsquote % 75,2 74,1 Vollkräfte Anzahl 248,0 247,0 Umsatzerlöse je Vollkraft T€ 81,9 81,8 Personalaufwand je Vollkraft T€ 62,7 61,1 Betriebsergebnis T€ -561,0 -329,9 Finanzergebnis T€ -264,5 -495,8 Neutrales Ergebnis T€ 481,0 92,1 Jahresergebnis T€ -344,4 -733,6 Vereinfachter Cashflow T€ 631,3 -305,0 Bilanzsumme laut Vermögenslage T€ 25.828,3 22.723,4 Anlagendeckung % 102,5 106,3 Investitionsfinanzierungsquote % 16,0 17,6 Eigenkapitalquote I % 10,2 9,9 Eigenkapitalquote II % 22,5 24,4 Fremdkapitalquote (kurzfristig) % 19,8 11,7 Liquiditätsgrad I % 28,8 18,5 Liquiditätsgrad II % 100,7 129,7 Liquiditätsgrad III % 107,2 140,6 Im vergangenen Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit gegeben. Die Finanzlage ist stabil; der laufende Geschäftsbetrieb kann ohne Liquiditätsengpässe abgewickelt werden und für das weitere Geschäftsjahr 2021 wird die Zahlungsfähigkeit, auch unter Berücksichtigung von Investitionsmaßnahmen, gegeben sein. Die Geschäftsführung geht aufgrund regelmäßiger Abstimmung mit dem Gesellschafter davon aus, dass der Fehlbetrag 2020, wie in allen vorangegangenen Geschäftsjahren, von der Gesellschafterin Stadt Nürnberg in voller Höhe ausgeglichen wird. Somit kann die Vermögens- und Finanzlage stets als ausreichend gesichert bewertet werden. Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 5 noris inklusion gemeinnützige GmbH Voraussichtliche Entwicklung mit Chancen, Risiken und Prognose Die konjunkturellen Risiken werden 2021 aufgrund der weiterhin bestehenden pandemischen Lage als merklich erachtet. In der aktuellen Wachstumsprognose wird von einer Steigerung des BIP von 3,1% des BIP ausgegangen. Eine direkte Übertragbarkeit auf die Umsatzentwicklung der Werkstätten ist schwierig, da in den Werkstätten aufgrund der Arbeitsschutzvorgaben weiterhin nicht unter Normalbedingungen gearbeitet werden kann. Auch wenn erst ab dem vierten Quartal 2021 von einer Normalbeschäftigung ohne Rotation in den Werkstätten ausgegangen werden kann, ist trotzdem davon auszugehen, dass die coronabedingte „Delle“ in den Arbeitsbereichen überwunden und sich für 2021 eine Stabilisierung der Erträge auf dem Niveau „vor Corona“ einstellen wird. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass inzwischen eine gewisse „Übung“ in der Rotation eingetreten ist. Auch langfristig geplante und schrittweise umgesetzte betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit werden der Umsatz-Delle entgegenwirken. Eine deutliche Verbesserung des Gesamtergebnisses wird nur verzögert wirksam werden, da die positiven Effekte der Maßnahmen durch die Mindereinnahmen aufgrund der Rotation „aufgefressen“ werden. Die Risiken durch die Gesetzgebung, die mittelbar für den Zufluss der Entgelte verantwortlich ist, welche die Haupterlöse des Unternehmens noris inklusion bilden, werden für 2021 als relevant jedoch überschaubar erachtet. Die Marktrisiken sind zweigeteilt zu sehen: bei den „internen“ Kunden (MmB) mit den durch die Politik geregelten Zugängen (Zugangsvoraussetzungen von MmB durch den Bezirk an WfbM) sowie deren deutlich gestiegenen Ansprüchen (Stichwort Wunsch- und Wahlrecht und stärkere Individualisierung auf der Grundlage des BTHG) und auf der betrieblichen Seite die „externen“ Firmenkunden mit den in letzter Zeit immer stärkeren globalen Problematiken der internationalen Geschäftsbeziehungen und nicht mehr an den Standort gebundenen Finanzinvestoren. Diese neuen Herausforderungen bieten neben Risiken auch Chancen, die genutzt werden sollten. Gerade die, durch die Corona-Krise, aufgetretene Problematik bei internationalen Lieferketten, kann sich für noris inklusion möglicherweise positiv auswirken, da auch in Zeiten der Krise eine verlässliche Partnerschaft demonstriert wird. Es besteht die Chance, nach Durchschreiten der Stillstandszeiten, neue und attraktive Arbeitsfelder mit neuen Kunden zu etablieren, was sich sowohl auf die Umsatzerlöse in der Produktion positiv auswirken kann, als auch die Attraktivität bei der Kundengruppe Menschen mit Behinderung erhöhen würde. Die in der Corona-Zeit getroffenen Beschlüsse der Kostenträger lassen erwarten, dass ein Großteil der Entgelte weiterhin zu 100% gezahlt wird. Gleichwohl besteht die Gefahr, dass es zu Einbußen bei den Entgelten kommt, da diese Zusagen immer nur zeitlich begrenzt gegeben werden. Hierbei ist zu beachten, dass unsere Aufwendungen einen 80-prozentigen Personalkostenanteil aufweisen und auch bei einem reduzierten Betrieb der Werkstätten außer reduzierten Stromkosten kaum Einsparpotential besteht. Die im Herbst 2019 eröffnete Tagesbetreuung für Senioren mit Behinderung „TENE“ an der Kilianstraße wird im Jahr 2021 in ihr zweites vollständiges und nun auch hoffentlich durchgehendes (ohne Zutrittsbeschränkung aufgrund Corona) Jahr gehen und den Bedarf nach Angeboten für Senioren mit Behinderung ausweiten. Die inklusive Kindertagesstätte Kükenkoje auf dem Gelände der Natur-Erlebnis-Gärtnerei mit dem Schwerpunkt ökologische Bildung und Nachhaltigkeit bekommt Zuwachs: Auf dem Gelände der ehemaligen KFZ-Zulassungsstelle startet im Juni 2021 die Kita Hasenhäusla zunächst mit zwei Gruppen ihren Betrieb. Zum September werden zwei weitere Gruppen starten und dann eine Vollbelegung mit sich bringen. Durch die Eröffnung der 4-gruppigen Kita werden wir erneut einen merklichen Zuwachs an Personal verzeichnen. Die Perspektive der noris gastro gGmbH bleibt auch für das Jahr 2021 ungewiss. Das verbesserte Ergebnis aus dem Jahr 2020 täuscht etwas über verbliebene Unsicherheiten in der Gastronomie hinweg. Bis Mitte 2021 wird mit Sicherheit kein regulärer Gastronomiebetrieb möglich sein, was bei unklarer Situation bezogen auf Wirtschaftshilfen nur schwer eine Prognose ermöglicht. So wird zunächst weiterhin an To-Go-Varianten an den Standorten gearbeitet (Verstärkung des Kiosks am Wöhrder See durch einen zusätzlichen Eisverkauf, Eröffnung eines „Bauwagenverkaufs“ bei der Tante Noris im Park, etc.), um zumindest einen Grundumsatz zu ermöglichen. Von der bereits in 2020 angestrebten Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 6 noris inklusion gemeinnützige GmbH Konsolidierung wird man jedoch auch im Jahr 2021 noch entfernt sein. Dass ein Verlustausgleich notwendig sein wird, scheint auch für 2021 gewiss. Aufgrund der erhitzten Baukonjunktur hat sich gezeigt, dass alle Maßnahmen unter einem höheren wirtschaftlichen Risiko stehen als in der Vergangenheit. Zum einen besteht das Risiko, dass bei laufendem Bau einzelne Gewerke nicht zeitgerecht ausgeführt werden können, da keine Anbieter bereit sind die Leistungen zu erbringen. Ebenso ist feststellbar, dass sich Firmen die anbieten, ihre „Bereitschaft zur Leistungserbringung“ mit „Aufschlägen“ entlohnen lassen. Ein Darlehen für die laufenden Baumaßnahmen ermöglicht ein Voranschreiten bei den notwendigen Projekten. Im vierten Quartal 2021 soll das Bauprojekt Verwaltungsbau bezogen werden. Der Neubau des Wohnheims Braillestr. soll ebenso beginnen. Bezogen auf den Ausbau des Werks Nord (Ersatzbau Werk West) wurde eine Aufteilung der Bauabschnitte vereinbart: Für den Anbau des Speisesaals ist als Baubeginn September 2021 gesetzt. Die Erweiterung der Kern-Werkstatt erfolgt dann ab März des Folgejahres. Die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme soll im Sommer 2023 von statten gehen. Für das Feld der externen Kunden besteht die betriebliche Herausforderung weiterhin darin, die Kunden durch die termintreue Lieferung von höchster Qualität davon zu überzeugen, dass eine Fertigung in Deutschland in einer WfbM, dem Auslandsmarkt vorzuziehen ist. Dies soll auch und gerade in der Zeit nach der Corona-Krise nachhaltig Kunden sichern und gewinnen. Aktuell ist die Auftragslage größtenteils stabil und fordert die Flexibilität und die Leistungsfähigkeit aller bei uns Tätigen. Hier sind wir weiterhin bestrebt, die laterale Diversifikation auszubauen um das konjunkturelle Risiko zu minimieren. Besonders im Standort Werk Nord ist die Abhängigkeit von einem Kunden stark zu spüren. Dieses Risiko wurde im Jahr 2020 bereits abgeschwächt, und der Betrieb auf ein breiteres Kundenfundament gestellt, jedoch stehen erst in den Jahren 2022 und 2023 größere geplante Umstrukturierungsmaßnahmen an: Der Umzug der Arbeitsfelder des Werks West betrifft neben dem Werk Nord auch das Werk Süd. Durch Bezug der neuen Verwaltung, aber auch durch eine Ausweitung der Küchenkapazität ergeben sich aber auch schon 2021 viele neue Ansätze zur Gestaltung der Arbeitsfelder, sowohl im Werk Süd, als auch im Werk Nord. Um auch innerhalb der Werkstätten den gastronomischen Bereich aufzuwerten und die aufgrund des BTHG zu erwartenden intern schwankenden Bedarfe bei der warmen Mittagsverpflegung auffangen zu können, wurde eine Kooperation mit der IHK Mittelfranken vorangetrieben. Die coronabedingt schwerfällige Anlaufphase wird das neue Arbeitsfeld bis voraussichtlich in das vierte Quartal 2021 hinein weiterhin vor Herausforderungen stellen. Jedoch besteht eine positive Perspektive, sobald in der IHK Akademie auch wieder Seminare in Präsenz abgehalten werden können und das Angebot dann in einem umfangreichen Rahmen laufen kann. In 2020 konnten wir aus der Maßnahme BÜWA (Begleiteter Übergang Werkstatt Arbeitsmarkt), auch aufgrund der pandemiebedingten Kontaktschwierigkeiten, keine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt realisieren. Aufgrund der aktuellen Pandemie wird auch in 2021 kaum ein Wechsel realisiert werden können. Den Zwängen des Marktes unterliegt die noris inklusion auch im Bereich der Kunden im öffentlichen Sektor. Die Preise diktiert oftmals der Markt und nicht die Kalkulation. Die Ergebnisse in einzelnen Geschäftsfeldern (z.B. Druckerei) spiegeln diese Diskrepanz wieder. Im Bereich öffentlicher Auftragsvergabe erweist sich die Umstellung bei Behörden auf eine E-Vergabe als immer größere Herausforderung. Die im Jahr 2020 gegründete Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH, soll diesen Herausforderungen entgegenwirken. Durch diese Ausgründung soll das Risiko bei Vergaben von Aufträgen der Stadt Nürnberg minimiert und die Attraktivität der Vergabe an die noris inklusion erhöht werden. Die noris inklusion wird v.a. die Arbeitsfelder Druck und Scanning aus dem bisherigen Werk West, als auch die Arbeitsfelder der Parkanlagenreinigung aus dem Gartenbau integrieren und rechtssicher als Auftragnehmer bedienen können. Eine Absicherung der Geschäftsprozesse erfolgt durch geeignete Managementmaßnahmen, wie ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, Gewährleistung von Arbeitssicherheit, Datenschutz sowie Controlling Maßnahmen. Als Instrumente zur Umsetzung werden hierbei Zielplanung, Investitionsplanung, Risikomanagementsystem und Evaluation zu einem schlüssigen und transparenten Prozess zur Unternehmensführung weiterentwickelt. In 2017 wurde das Lagebericht zum 31.12.2020 Seite 7 noris inklusion gemeinnützige GmbH Qualitätsmanagementsystem auf die neue Norm DIN ISO 9001:2015 umgestellt. In 2019 erfolgte erstmals eine erfolgreiche Zertifizierung nach der neuen Norm. In Bezug auf unsere liquiden Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten sind wir den branchenüblichen Risiken aus Preisänderungen, Forderungsausfällen, fehlender Liquidität oder Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt. Forderungen zu externen Kunden werden durch ein auskunftsgestütztes Debitorenmanagement überwacht, um Ausfälle in diesem Bereich zu minimieren. Konkrete Risiken mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage oder die voraussichtliche Entwicklung sind im Moment nicht erkennbar. Im Wirtschaftsplan für das Jahr 2021 plant noris inklusion ein Jahresergebnis in Höhe von T€ -760. Der Wirtschaftsplan berücksichtigt hierbei allerdings noch nicht die Auswirkungen des Coronavirus. Da diese Auswirkungen zum Zeitpunkt der Aufstellung der Prognose nicht hinreichend verlässlich prognostizierbar waren, wurde der Wirtschaftsplan dahingehend auch nicht angepasst. Die aus dem Coronavirus resultierenden Risiken sind zurzeit insgesamt noch nicht final absehbar bzw. quantifizierbar. In Abwägung aller Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller bestehenden Herausforderungen, wird die noris inklusion gGmbH die Zukunft positiv bewältigen können.

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