A Vorwort
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
A. Vorwort
Nürnbergs Stadthaushalt 2021:
Stark geprägt von der Wirtschaftskrise
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrte Mitglieder des ehrenamtlichen Stadtrates,
liebe Leserinnen und Leser,
der Plan für das Jahr 2021 ist der erste Haushalt in der
neuen Stadtratsperiode und gleichzeitig das erste Zahlenwerk der Stadtfinanzen, das durch die Corona-Pandemie
und die von ihr verursachte Wirtschaftskrise geprägt ist.
Auch wenn die weiteren finanziellen Folgen für die öffentlichen Finanzen noch immer in keiner Weise absehbar sind,
so wird doch immer klarer, dass uns dieses Thema noch
weit ins Jahr 2021 begleiten wird. Geprägt von einem Jahrzehnt des Aufschwungs mit steigenden Steuereinnahmen
haben sich die Vorzeichen seit März doch sehr verändert.
Galt ein zumindest leicht positives Ergebnis und eine Neuverschuldung von maximal 40 Mio. € bei gleichzeitig hohem
Investitionsniveau in den vergangenen Jahren als Richtschnur, so sprechen wir jetzt im vorgelegten Haushaltsplan
von einem Defizit von knapp 50 Mio. € in 2021 bei einer
haushaltsbedingten Neuverschuldung von fast 200 Mio. €.
Und die Perspektive in den darauffolgenden drei Jahren
geht leider nur von einer leichten Verbesserung aus.
Für uns als Stadt bedeutet dies zwangsläufig einen Spagat
in den nächsten Jahren. Einerseits müssen wir unsere
Stadt fit machen für die wachsende Bevölkerung, die Digitalisierung und uns als Stadtverwaltung noch konsequenter
am Service für unsere Bürgerinnen und Bürger ausrichten.
Auch werden wir unsere Infrastruktur weiter modernisieren,
insbesondere die Schulen und Kinderbetreuung, aber auch
den ÖPNV sowie unsere Brücken und Straßen.
Gleichzeitig können wir aber nicht mehr jeden Wunsch erfüllen. Das gilt bei den konsumtiven Ausgaben ebenso wie
bei den Investitionen. Letztere bewegen sich in der aktuellen Planung mit über 1,8 Mrd. € Bruttoausgaben (incl. Drittmittel) für den 4-jährigen Planungszeitraum übrigens
ebenso auf Rekordniveau wie die eingesetzten städtischen
Mittel mit 1.297 Mio. €. Insgesamt werden wir gezwungen
sein, die zusätzlichen Projekte zu begrenzen. Auch beim
Thema „Schaffung neuer Stellen“ müssen wir Augenmaß
behalten, so groß die Herausforderungen auch sind.
Größte Risikoposition wird die Entwicklung der Erträge, und
hier insbesondere der Steuererträge, sein. Auch die mittelbaren Steuererträge, beispielweise die aus Steuermitteln finanzierten Schlüsselzuweisungen des Freistaats müssen
wir in den nächsten Jahren aufmerksam beobachten. Bei
der Gewerbesteuer wird sich zeigen, inwieweit es 2021 zu
einem weiteren Einbruch kommen wird. Ob Bund und Freistaat Bayern den Ausfall wie 2020 ausgleichen, ist offen.
Die Entwicklung der Einkommensteuer auf der Ertrags- und
der Sozialtransferaufwendungen auf der Ausgabenseite
werden in weiten Teilen von der Entwicklung der Arbeitslosigkeit abhängen.
Ein besonderes Risiko in den Haushalten der kommenden
Jahre werden einige unserer städtischen Beteiligungen
sein. Sowohl bei Messe als auch Flughafen sind in Folge
der Pandemie bekanntermaßen weite Teile der Geschäftsmodelle betroffen. Auch bei der VAG und dem Klinikum
werden die Planungen in den nächsten Jahren teilweise revidiert werden müssen.
Mit dem Haushaltsplan 2021 stellen wir uns als Stadt den
Herausforderungen, die Krise zu meistern, unsere Stadt
weiter fit für die Zukunft zu machen und verantwortungsvoll
mit unseren finanziellen Möglichkeiten umzugehen.
Nürnberg, im Dezember 2020
Marcus König Harry Riedel
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Marcus König Harry Riedel
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