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Lagebericht

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Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 1 noris inklusion gemeinnützige GmbH Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 Geschäftsfelder Die noris inklusion gGmbH (folgend noris inklusion) ist in vier Geschäftsfeldern tätig. Die Geschäftsfelder unterteilen sich nach den Bereichen Arbeit = Werkraum, Bildung = Bildungsraum, Wohnen = Wohnraum sowie Freizeitgestaltung = Freiraum. Der Schwerpunkt liegt mit dem Betrieb einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) nach § 142 SBG IX im Angebot von Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung. In diesem Kontext steht auch der Schwerpunkt der Bildungsmaßnahmen. Der Bereich Wohnen mit stationären und ambulanten Angeboten, sowie Freizeitangebote komplettieren die Leistungen für Menschen mit Behinderung. Die noris inklusion ist außerhalb der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit, weil sie ausschließlich und unmittelbar mildtätigen Zwecken im Sinne der Abgabenordnung dient. Die WfbM umfasst einen Berufsbildungsbereich (BBB) mit vorgeschaltetem Eingangsverfahren und einen Arbeitsbereich mit verschiedenen Tätigkeitsfeldern, die dazu dienen, Menschen mit Behinderung (MmB) Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Den Schwerpunkt der Lohnfertigung bildet der Montagebereich für diverse Sparten (z. B. Automobilindustrie, Elektrotechnik, usw.), eine Metallbearbeitung und ferner die Druckerei (Offset-, Digitaldruck, Nachbearbeitung, Mailingservice, Scanning und Aktenvernichtung). Des Weiteren wird eine Natur-Erlebnis-Gärtnerei mit Produktionsgartenbau, Dienstleistungen und Angeboten im ökologischen Umfeld und Garten- und Landschaftspflege betrieben, sowie eine Töpferei mit der Herstellung und dem Handel von Töpfereierzeugnissen. Abgerundet wird das Leistungsspektrum für die MmB durch sogenannte „ausgelagerte Arbeitsplätze“, bei denen wir die Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt unter dem Schutz des Werkstattstatus bieten. Das Geschäftsfeld „Wohnen“ besteht aus drei stationären Wohnheimen, sowie über das Stadtgebiet verteilte, differenzierte ambulante betreute Wohnangebote. Weitere Geschäftsfelder zur gesellschaftlichen Teilhabe stellen der Betrieb von tagesstrukturierenden Maßnahmen für Senioren mit Behinderung (T-ENE) und verschiedene Freizeitangebote für MmB wie z.B. die offene Behindertenarbeit (OBA) dar. Des Weiteren betreibt die noris inklusion eine inklusive zweigruppige Kita auf dem Gelände der Natur-Erlebnis-Gärtnerei. Zum 01.07.2021 wurde der Betrieb einer weiteren inklusiven Kita mit vier Gruppen aufgenommen. Seit 1991 ist die noris inklusion gGmbH mit der Lebenshilfe Nürnberg Gesellschafterin der „Kultur- und Freizeitstätte der Lebenshilfe Nürnberg und noris inklusion gGmbH“ (BUNI Kultur- und Freizeittreff) Die Einrichtung verfolgt das Ziel, behinderten und nicht behinderten Menschen kulturelle, soziale und sportliche Freizeitangebote zu offerieren. Behinderte Menschen sollen damit am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Seit Juli 2009 hält die noris inklusion einen Anteil von 7,7% des Stammkapitals vom Integrationsfachdienst (IFD) gemeinnützige GmbH. Seit Dezember 2018 (Zeitpunkt der Betriebsaufnahme) betreibt die noris inklusion gGmbH die 100%ige Tochterfirma noris gastro gGmbH, als sogenannten anderen Leistungsanbieter (§60 SGB IX). Diese Ausgründung (Zeitpunkt der Gesellschaftsgründung: September 2018) verfolgt das Ziel, entstigmatisierte Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung im Arbeitsfeld Gastronomie zu schaffen. Im April 2020 gründete die noris inklusion gGmbH die 100%ige kommunale Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH. Die Ausgründung der kommunalen Tochter, die durch die Stadt Nürnberg direkt beauftragt werden kann, sichert die berufliche Tätigkeit von 60 Menschen mit Behinderung in den Bereichen Bürodienstleistung, Druck und Druckweiterverarbeitung sowie Mailings und in der Grünflächenpflege. Die neue Tochter begann ihre Geschäftstätigkeit im Oktober 2020 mit ausgewählten Testarbeiten im Bereich Daten-Scanning. Die vollständige und regelmäßige Geschäftstätigkeit begann die neue Tochter erst zum 01.01.2021. Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 2 noris inklusion gemeinnützige GmbH Wirtschaftsbericht Der Arbeitsbereich stand 2021 – wie auch im Vorjahr 2020 – zwar immer noch unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, doch konnten sich die Arbeitsbereiche der noris inklusion wieder stabilisieren. Beim Vergleich der Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Vorjahr ist insbesondere die Ausgründung der noris inklusion kommunal ein Grund für erhebliche Unterschiede zu den Vorjahreswerten. Die Umsätze im Arbeitsbereich reduzierten sich im Jahr 2021 um T€ 724 auf T€ 1.705 (Vorjahr T€ 2.429). In konsolidierter Betrachtung gemeinsam mit der noris inklusion kommunal steht jedoch eine Erhöhung der Arbeitserlöse um T€ 386 auf T€ 2.865 zu Buche. Das bedeutet eine Erhöhung der Arbeitserlöse um T€ 148 gegenüber dem Ergebnis des letzten Jahres vor der Corona-Pandemie aus 2019. Das Werk Süd konnte im Jahr 2021 seinen Umsatz um 152.000 € erhöhen. Im Vergleich zu 2019 („vor Corona“) bedeutete dies eine Steigerung um 116.000 €. Das Werk Nord konnte als einziger Standort trotz Corona seine Umsatzerlöse auch im Jahr 2020 auf dem Vorjahresniveau halten. Nun im Jahr 2021 machten sich erstmals auch die Anpassungen im Arbeitsbereich aus den Vorjahren bemerkbar: Eine Umsatzsteigerung um 48.000 € gegenüber 2020 konnte erarbeitet werden. Bei beiden Betriebsteilen machen sich die Anpassungen bei den Aufträgen in den Arbeitsfeldern bemerkbar. Die Aufträge der Standorte wurden insbesondere bezüglich ihrer Wirtschaftlichkeit überprüft. Im Ergebnis wurden Arbeitsfelder mit einem negativen Deckungsbeitrag, bei gleichzeitiger negativer Entwicklungsprognose aus dem Portfolio genommen, so dass eine Konsolidierung im Arbeitsbereich der noris inklusion voranschreitet. Die Veränderungen im Werk West gegenüber dem Vorjahr sind vor allem auf die Ausgründung der kommunalen Tochter zurückzuführen. Für eine objektive Beurteilung des Werk Wests ist die konsolidierte Sichtweise aus noris inklusion und noris inklusion kommunal notwendig. Dabei zeigt sich, dass die Arbeitserlöse gegenüber dem Jahr 2020 um 43.000 € angestiegen sind. Bei gleichzeitiger Reduzierung des Materialeinsatzes (u.a. auch durch die Verringerung des Arbeitsfeldes Druck) um rund 75.000 € ermöglicht trotz Corona-Pandemie eine Stabilisierung des Werks West. Nur bedingt stabilisieren konnten sich hingegen die Arbeitsfelder Grünpflege und Töpferei in der Natur-Erlebnis￾Gärtnerei. Zwar konnte der Gartenbau (inkl. Dienstleistungen wie Parkanlagenreinigung) seine Arbeitserlöse wieder um 23.000 € steigern. Die Töpferei wies im Vergleich zum Vorjahr jedoch erneut reduzierte Arbeitserlöse aus. Auch in 2021 schlug der Ausfall von mehreren Verkaufsschwerschwerpunkten der Töpferei an Ostern und Weihnachten, wie z.B. die Werkstättenmesse und den Nürnberger Christkindelsmarkt, erneut zu Buche. Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich (inkl. noris inklusion kommunal) lag mit einem Rohertrag von T€ 1.187 um T€ 357 über dem des Vorjahres (T€ 830). Es bleibt zu konstatieren, dass im Jahr 2021 in den Arbeitsbereichen eine Erholung der Umsatzerlöse stattfand. Im Arbeitsbereich sind die Entgelteinnahmen in 2021 verglichen mit 2020 um T€ 338 angestiegen. Dies bedeutet nicht nur eine Erhöhung gegenüber dem ersten Jahr der Coronapandemie, sondern auch eine Erhöhung um T€ 224 gegenüber 2019. Das Geschäftsfeld Wohnen ist mit drei Wohnheimen mit 100 Plätzen voll belegt, sowie mit 117 Plätzen zum Bilanzstichtag im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) sehr gut ausgelastet. Durch die Eröffnung der zweiten Tagesbetreuung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben (TENE) in der Kilianstraße, konnte die Anzahl an Betreuten im Seniorenbereich bereits im Vorjahr auf 35 erhöht werden. Im Jahr 2021 ergab sich nochmals eine Steigerung um 12% auf 38 Teilnehmer. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf noris inklusion zeigten sich in 2021 z.T. reduziert gegenüber dem Vorjahr. Das „Annehmen“ der pandemischen Lage ermöglichte in 2021 einen einigermaßen regulären Produktionsbetrieb. Die regelmäßigen Ausfälle aufgrund von Covid-Infektionen bei Personal und Beschäftigten liesen jedoch auch im zweiten Jahr keine kontinuierliche Teilhabe am Arbeitsleben zu. Neben den direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die noris inklusion, durch hohe Ausfallzeiten von Personal und Menschen mit Behinderung, waren indirekte Einflüsse auf die noris Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 3 noris inklusion gemeinnützige GmbH inklusion v.a. in Arbeitsfeldern mit Gastronomiebezug spürbar. Der Anlauf des neuen Arbeitsfeldes der Bewirtung der IHK Akademie (angeschlossen an die Küchen der noris inklusion) lief aufgrund keiner Präsenzveranstaltungen in der IHK nur durchwachsen weiter, wodurch Investitionskosten für den Anlauf erst zeitverzögert in den Folgejahren Stück für Stück abgebaut werden können. In der Tochterfirma noris gastro gGmbH waren die Pandemie-Auswirkungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe besonders spürbar. Keiner der vier Standorte der noris gastro hatte im Jahr 2021 durchgehend geöffnet, zudem musste durch Restriktionen bei der Gästeanzahl in Zeiten in denen einen Öffnung möglich war, ein deutlicher verringerter Umsatz hingenommen werden. Aus rein wirtschaftlicher Perspektive war die Aufrechterhaltung des Betriebs in 2021 nur schwer vertretbar, allen voran, da es im Gegensatz zum Jahr 2020 keine Wirtschaftshilfen mehr gab (63.000 € in 2020), die in Anspruch genommen werden konnten, welche das Defizit im Jahr 2020 noch verringerten. Allein, um den Menschen mit Behinderung auch im Arbeitsfeld der Gastronomie so gut es ging ein gewisses Maß an Kontinuität in der Arbeit und Lohn zu ermöglichen – es bestand kein Anrecht auf Kurzarbeitergeld bei Mitarbeitern mit Behinderung – wurden die Standorte im Minimalbetrieb aufrechterhalten. Die Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH lief nach der Gründung im Jahr 2020 in 2021 erstmals vollständig über ein gesamtes Geschäftsjahr und konnte neben dem Geschäftsfeld Bürodienstleistung nun auch die Grünpflege in der kommunalen Tochterfirma ausführen. Das Gesamtergebnis nach Steuern lag zum 31.12. bei T€ -810 (Vorjahr T€ -325), der Jahresfehlbetrag lag bei T€ 830 (Vorjahr T€ 344). Das Gesamtunternehmen erwirtschaftet aktuell 74% der Gesamterlöse über die Entgelte der Sozialleistungsträger. Damit wird deutlich, dass noris inklusion für die angebotenen Leistungen auch kostendeckende Entgelte erlösen muss. Die noris inklusion gGmbH erwirtschaftet im Werkstattbereich aktuell 66% der Gesamterlöse über Entgelte durch die Sozialleistungsträger. Personal- und Sozialbereich Auf Vollzeit umgerechnet waren zum Bilanzstichtag 266 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 248 MA). Diese Mehrung an Personal ist v.a. auf die Besetzung der neuen Kita „Hasenhäusla“ zurückzuführen. Für diese neue Einrichtung wurden 20 neue Mitarbeiter (Köpfe) eingestellt. Die Anzahl der Mitarbeiter mit Behinderung, die in einem arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis beschäftigt sind bzw. sich in einer vorgeschalteten Bildungsmaßnahme befinden, betrug zum gleichen Zeitpunkt 530 Personen (Vorjahr 528 Personen). Zur besseren Vergleichbarkeit wird in dieser Perspektive keine Unterscheidung zwischen Mitarbeitern der noris inklusion, sowie ihrer Tochterfirma noris inklusion kommunal gemacht. Durch regelmäßige Fortbildungen und durch punktuelle Supervisionen werden die Qualifikationen der Mitarbeiter gefördert und die Qualität der Arbeit gesichert. Unabhängig vom Status als gemeinnützig anerkannter Träger der Behindertenhilfe muss die noris inklusion auf Grundlage der Anzahl beschäftigter Mitarbeiter 5% Pflichtplätze mit schwer behinderten Mitarbeitern besetzen. Die noris inklusion erfüllt die Quote zu 100%. Die Entlohnung der Mitarbeiter mit Behinderung in den anerkannten Werkstätten erfolgt gemäß § 12 Abs. 4 und 5 WVO aus dem erwirtschafteten Arbeitsergebnis. Die Entlohnung betrug mehr als 70% des Arbeitsergebnisses und erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen. Vermögens- und Finanzlage Insgesamt betrugen die Zugänge im Anlagevermögen T€ 2.575. Der Großteil entfällt hiervon – wie auch bereits in den Vorjahren – auf Baumaßnahmen T€ 2.103 im Sachanlagenbereich Anlagen im Bau, T€ 242 Betriebs- und Geschäftsausstattung, T€ 126 Grundstücke und Bauten, sowie T€ 75 an technischen Anlagen und Maschinen ergeben die Summe an Zugängen im Anlagevermögen 2021. Unter Anlagen im Bau sind im Jahr 2021 die Großposition Verwaltungsbau (1.570.000 €), der Baubeginn des Wohnheims Braillestraße (358.000 €) auf dem Gelände der N-E-G, sowie Aufwände für den Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 4 noris inklusion gemeinnützige GmbH Bauabschnitt I des Erweiterungsbaus Werk Nord (125.000 €). Zudem entfallen noch 47.000 € auf die Erstausstattung der neuen Kita „Hasenhäusla“. Im Anlagenbereich Betriebs- und Geschäftsausstattung findet sich im Jahr 2021 neben diversen Positionen im drei bzw. vierstelligen Bereich als größter Anlagen-Bestandteile ein Combi-Dämpfer für die Küchenausstattung mit 15.000 €. und eine Summe an EDV-Ausstattung für Arbeiten gemäß Homeoffice-Standards (12.000 €). Im Anlagenbereich Grundstücke und Bauten findet sich als erhebliche Position die Erweiterung der Küche im Werk Süd (75.000 €). Unter dem Sachanlagenbereich technische Anlagen stellt die Erneuerung des Lastenaufzugs, ebenfalls im Werk Süd, die relevante Position dar (75.000 €). 2021 2020 Umsatzerlöse T€ 19.828 20.315,5 Materialaufwandsquote % 11,0 10,5 Personalaufwandsquote % 73,7 75,2 Vollkräfte Anzahl 249 248,0 Umsatzerlöse je Vollkraft T€ 80 81,9 Personalaufwand je Vollkraft T€ 62 62,7 Betriebsergebnis T€ -499 -561,0 Finanzergebnis T€ -460 -264,5 Neutrales Ergebnis T€ 129 481,0 Jahresergebnis T€ -830 -344,4 Vereinfachter Cashflow T€ -178 631,3 Bilanzsumme laut Vermögenslage T€ 26.433 25.828,3 Anlagendeckung % 100,2 102,5 Investitionsfinanzierungsquote % 14,7 16,0 Eigenkapitalquote I % 8,1 10,2 Eigenkapitalquote II % 20,2 22,5 Fremdkapitalquote (kurzfristig) % 17,1 19,8 Liquiditätsgrad I % 10,9 28,8 Liquiditätsgrad II % 90,6 100,7 Liquiditätsgrad III % 98,9 107,2 Im vergangenen Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit gegeben. Die Finanzlage ist stabil; der laufende Geschäftsbetrieb kann ohne Liquiditätsengpässe abgewickelt werden und für das weitere Geschäftsjahr 2022 wird die Zahlungsfähigkeit, auch unter Berücksichtigung von Investitionsmaßnahmen, gegeben sein. Die Geschäftsführung geht aufgrund regelmäßiger Abstimmung mit dem Gesellschafter davon aus, dass der Fehlbetrag 2021, wie in allen vorangegangenen Geschäftsjahren, von der Gesellschafterin Stadt Nürnberg in voller Höhe ausgeglichen wird. Somit kann die Vermögens- und Finanzlage stets als ausreichend gesichert bewertet werden. Voraussichtliche Entwicklung mit Chancen, Risiken und Prognose Die konjunkturellen Risiken werden 2022 aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine￾Kriegs als merklich erachtet. In der aktuellen Wachstumsprognose wird von einer Steigerung des BIP von 2,7% des BIP in 2022 ausgegangen. Bedenklichere Kennzahl der Wirtschaftsforschungsinstitute ist jedoch insbesondere die Inflationsrate von 6,1%. Zwar sorgt die abflauende Pandemie sowohl bei Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 5 noris inklusion gemeinnützige GmbH gewerblichen Kunden als auch bei Endkunden für eine wachsende Nachfrage und verspricht gegenüber 2021 eine Verbesserung der Umsatzerlöse, jedoch löst der Ukraine-Krieg v.a. bei den Aufwänden pessimistische Prognosen aus. Allen voran der Preisanstieg bei Rohstoffen, die sowohl direkt wie auch mittelbar für Preissteigerungen in den Lieferketten sorgen, lässt die Prognose für 2022 nicht allzu positiv ausfallen. Herausforderungen in der Preisgestaltung ergeben sich in Arbeitsfeldern, in welchen die noris inklusion als verlängerte Werkbank agiert v.a. aufgrund der gestiegenen Energiekosten. Noch erheblicher gestalten sich jedoch die Auswirkungen in Arbeitsfeldern, in welchen die noris inklusion als eigenständiger Produzent agiert und vermehrt Materialaufwand notwendig ist, wie z.B. Pflanzen- oder Brennholzproduktion, Töpfereiprodukten oder auch der Gastronomie. Alles in allem wird sich der Erholungsprozess von den Auswirkungen der Pandemie abermals verzögern, auch wenn in vielen Arbeitsfelder die Grundlage für eine positive Entwicklung der Geschäftstätigkeit rechtzeitig erfolgt ist. Zu stark sind die Auswirkungen, welche nicht im Einflussbereich des Unternehmens selbst liegen. Die Risiken durch die Gesetzgebung, die mittelbar für den Zufluss der Entgelte verantwortlich ist, welche die Haupterlöse des Unternehmens noris inklusion bilden, werden für 2022 als relevant jedoch überschaubar erachtet. Mittelfristig muss hier das Bestreben sein, bei den Entgelten, die noch auf dem Niveau vor Corona und vor Kriegsbeginn in der Ukraine liegen, nachzubessern, um die Refinanzierung des Kerngeschäftes auch in Zeiten von Krisen auskömmlich gestalten zu können. Die Marktrisiken sind zweigeteilt zu sehen: bei den „internen“ Kunden (MmB) mit den durch die Politik geregelten Zugängen (Zugangsvoraussetzungen von MmB durch den Bezirk an WfbM) sowie deren deutlich gestiegenen Ansprüchen (Stichwort Wunsch- und Wahlrecht und stärkere Individualisierung auf der Grundlage des BTHG) und auf der betrieblichen Seite die „externen“ Firmenkunden mit den in letzter Zeit immer stärkeren globalen Problematiken der internationalen Geschäftsbeziehungen und nicht mehr an den Standort gebundenen Finanzinvestoren. Diese neuen Herausforderungen bieten neben Risiken auch Chancen, die genutzt werden sollten. Gerade die, durch die Corona-Krise, aufgetretene Problematik bei internationalen Lieferketten, kann sich für noris inklusion möglicherweise positiv auswirken, da auch in Zeiten der Corona-Krise eine verlässliche Partnerschaft demonstriert wurde. Aktuell zeichnet sich ab, dass nach Durchschreiten der Stillstandszeiten in 2021, neue und attraktive Arbeitsfelder mit neuen Kunden etabliert werden können, was sich sowohl auf die Umsatzerlöse in der Produktion positiv auswirken kann, als auch die Attraktivität bei der Kundengruppe Menschen mit Behinderung erhöhen würde. Diese Attraktivitätssteigerung ist auch unbedingt notwendig, da es in Zeiten der Pandemie und dadurch entstandener Abstandsgebote schwieriger war, mit Direktkontakt und Veranstaltungen im eigenen Haus neue Menschen mit Behinderung zu gewinnen. Wie nachhaltig diese Zurückhaltung bzgl. eines Wechsels in ein neues Umfeld, oder eine neue Einrichtung besteht, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Grundsätzlich lässt sich jedoch feststellen, dass sowohl bei den Menschen mit Behinderung, als auch beim Personal die Gewinnung eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre darstellen wird. Das Risiko Personalressourcen wird die noris inklusion in vielen Arbeitsfeldern zukünftige immer stärker fordern. Die im Herbst 2019 eröffnete Tagesbetreuung für Senioren mit Behinderung „TENE“ an der Kilianstraße wird im Jahr 2022 in ihr drittes vollständiges und nun auch hoffentlich durchgehendes (ohne Zutrittsbeschränkung aufgrund Corona) Jahr gehen und den Bedarf nach Angeboten für Senioren mit Behinderung ausweiten. Die inklusive Kindertagesstätte Kükenkoje auf dem Gelände der Natur-Erlebnis-Gärtnerei mit dem Schwerpunkt ökologische Bildung und Nachhaltigkeit hat Zuwachs bekommen: Auf dem Gelände der ehemaligen KFZ-Zulassungsstelle startete im Juni 2021 die Kita Hasenhäusla zunächst mit zwei Gruppen ihren Betrieb. Zum September wurden zwei weitere Gruppen gestartet und damit eine Vollbelegung bewirkt. Die Unwägbarkeiten aufgrund Corona im Eröffnungsjahr sollen nun hinter sich gelassen werden. Eine ausgeglichene Refinanzierung durch eine konstantere Belegung ist das Bestreben für das Jahr 2022. Derweil stellt sich die Perspektive der noris gastro gGmbH für das Jahr 2022 langsam aber sicher positiver dar. Das äußerst unwägbare Jahre 2021, mit diversen pandemiebedingten reduzierten Öffnungen oder gar Schließungen und zudem ohne Finanzhilfen wie in 2020, gehört der Vergangenheit an. Öffnungszeiten, Angebote und daraus resultierende Umsatzerlöse liegen wieder in „der eigenen Hand“. Das Risiko im Bereich Gastronomie besteht nun vornehmlich darin ausreichend personelle Ressourcen vorhalten zu können, um die Nachfrage decken zu können. Ein Ansatz, um dies zu ermöglichen, ist die Fokussierung auf die drei Standorte in Nürnberg und die Aufgabe des Waldcafés in Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 6 noris inklusion gemeinnützige GmbH Tennenlohe. Durch diese Konsolidierungsmaßnahme wird eine auskömmliche Personaldecke und ein reduzierter logistischer Aufwand angestrebt, um die drei verbliebenen Standorte solide betreiben zu können. Aufgrund der erhitzten Baukonjunktur, die sich durch sprunghaft ansteigende Rohstoffpreise in 2022 nochmal verschärft, hat sich gezeigt, dass alle Maßnahmen unter einem höheren wirtschaftlichen Risiko stehen als in der Vergangenheit. Zum einen besteht das Risiko, dass bei laufendem Bau einzelne Gewerke nicht zeitgerecht ausgeführt werden können, da keine Anbieter bereit sind die Leistungen zu erbringen. Ebenso ist feststellbar, dass sich Firmen die anbieten, ihre „Bereitschaft zur Leistungserbringung“ mit „Aufschlägen“ entlohnen lassen. Dies hat bei noris inklusion insbesondere Auswirkungen auf die beiden laufenden Baumaßnahmen, die Erweiterung des Werks Nord, sowie der Bau des Wohnheims auf dem Gelände der Natur-Erlebnis￾Gärtnerei. Beide Baumaßnahmen sind von Verzögerungen betroffen., dennoch besteht noch die Prognose einer Fertigstellung beider Baumaßnahmen im Jahr 2023. Neben den Bauprojekten wirkt sich die erhitzte Baukonjunktur allerdings auch bei Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen aus. Ertüchtigungen oder gar Sanierungen wie beispielsweise die Rohrleitungssanierung des Wohnheims Kilianstraße sind voraussichtlich nicht mit prognostizierten Mitteln der Kostenschätzungen umsetzbar. Dieses Risiko besteht bei mehreren „in die Jahre gekommenen“ Bestandsimmobilien der noris inklusion, deren Instandhaltung zwar eingeplant ist, doch nicht mit aktuell vorherrschenden Preisexplosionen Für das Feld der externen Kunden besteht die betriebliche Herausforderung weiterhin darin, die Kunden durch die termintreue Lieferung von höchster Qualität davon zu überzeugen, dass eine Fertigung in Deutschland in einer WfbM, dem Auslandsmarkt vorzuziehen ist. Dies soll auch und gerade in der Zeit nach der Corona-Krise nachhaltig Kunden sichern und gewinnen. Aktuell ist die Auftragslage stabil und entwickelt sich insbesondere in den klassischen Werkstatteinrichtungen positiv. Hier ist noris inklusion weiterhin bestrebt, die laterale Diversifikation auszubauen um das konjunkturelle Risiko zu minimieren. Besonders im Standort Werk Nord war die Abhängigkeit von einem Kunden stark zu spüren. Dieses Risiko wurde im Jahr 2020 bereits abgeschwächt, und der Betrieb auf ein breiteres Kundenfundament gestellt, jedoch stehen erst im laufenden Jahr 2022 und dem Folgejahr 2023 größere geplante Umstrukturierungsmaßnahmen an: Der Umzug der Arbeitsfelder des Werks West betrifft neben dem Werk Nord auch das Werk Süd. Durch Bezug der neuen Verwaltung, aber auch durch eine Ausweitung der Küchenkapazität im Werk Süd wurden in 2021 bereits Grundlagen für viele neue Ansätze zur Gestaltung der Arbeitsfelder, sowohl im Werk Süd, als auch im Werk Nord gelegt. Um auch innerhalb der Werkstätten den gastronomischen Bereich aufzuwerten und die aufgrund des BTHG zu erwartenden intern schwankenden Bedarfe bei der warmen Mittagsverpflegung auffangen zu können, wurde in 2020 die Kooperation mit der IHK Mittelfranken vorangetrieben. Die coronabedingt schwerfällige Anlaufphase dauerte die Jahre 2020 und 2021 an. Seit diesem Jahr besteht eine positive Perspektive, da in der IHK Akademie auch wieder Seminare in Präsenz abgehalten werden können und das Angebot dann in einem umfangreichen Rahmen laufen kann. Ähnlich wie bei der noris gastro stellt die rapide angestiegene Nachfrage die Kantine in der Walter-Braun-Straße vor Herausforderungen. Aktuell kann der Bewirtungsbetrieb kontinuierlich aufrechterhalten werden, um jedoch auch Seminarcatering oder Veranstaltungsbewirtung in größerem Ausmaß sicher erbringen zu können, sind weitere personelle Ressourcen notwendig. Auch in 2021 konnten wir aus der Maßnahme BÜWA (Begleiteter Übergang Werkstatt Arbeitsmarkt), auch aufgrund der pandemiebedingten Kontaktschwierigkeiten, keine Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt realisieren. Für das Jahr 2022 laufen bereits erste Gespräche, um wieder einen Übergang zu ermöglichen. Den Zwängen des Marktes unterliegt die noris inklusion auch im Bereich der Kunden im öffentlichen Sektor. Die Preise diktiert oftmals der Markt und nicht die Kalkulation. Die Ergebnisse in einzelnen Geschäftsfeldern (z.B. Druckerei) spiegeln diese Diskrepanz wieder. Im Bereich öffentlicher Auftragsvergabe erweist sich die Umstellung bei Behörden auf eine E-Vergabe als immer größere Herausforderung. Die im Jahr 2020 gegründete Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH, soll diesen Herausforderungen entgegenwirken. Durch diese Ausgründung soll das Risiko bei Vergaben von Aufträgen der Stadt Nürnberg minimiert und die Attraktivität der Vergabe an die noris inklusion erhöht Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 7 noris inklusion gemeinnützige GmbH werden. Die noris inklusion hat in 2021 bereits die Arbeitsfelder Druck und Scanning aus dem bisherigen Werk West, sowie die Arbeitsfelder der Parkanlagenreinigung aus dem Gartenbau integriert und rechtssicher als Auftragnehmer bedienen können. In 2022 steht nun eine Verstetigung dieser Dienstleistungen für die städtische Mutter an. Allen voran für die Druck-Dienstleistungen wird in 2022 ein Online-Portal für eine vereinfachte Vergabe von Aufträgen genutzt werden können. Eine Absicherung der Geschäftsprozesse erfolgt durch geeignete Managementmaßnahmen, wie ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, Gewährleistung von Arbeitssicherheit, Datenschutz sowie Controlling Maßnahmen. Als Instrumente zur Umsetzung werden hierbei Zielplanung, Investitionsplanung, Risikomanagementsystem und Evaluation zu einem schlüssigen und transparenten Prozess zur Unternehmensführung weiterentwickelt. In 2021 wurde die TENE in das QM aufgenommen. Die Rezertifizierung aller anderen Bereich gelang ohne Abweichungen. In Bezug auf unsere liquiden Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten sind wir den branchenüblichen Risiken aus Preisänderungen, Forderungsausfällen, fehlender Liquidität oder Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt. Forderungen zu externen Kunden werden durch ein auskunftsgestütztes Debitorenmanagement überwacht, um Ausfälle in diesem Bereich zu minimieren. Konkrete Risiken mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage oder die voraussichtliche Entwicklung sind im Moment nicht erkennbar. Im Wirtschaftsplan für das Jahr 2022 geht die noris inklusion von einem Jahresergebnis in Höhe von T€ -1.419 aus. In Abwägung aller Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller bestehenden Herausforderungen, wird die noris inklusion gGmbH die Zukunft positiv bewältigen können. Nürnberg, 09.05.2022 Christian Schadinger Geschäftsführer

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