Lagebericht
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Lagebericht zum 31.12.2021 Seite 1
noris inklusion gemeinnützige GmbH
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021
Geschäftsfelder
Die noris inklusion gGmbH (folgend noris inklusion) ist in vier Geschäftsfeldern tätig. Die Geschäftsfelder
unterteilen sich nach den Bereichen Arbeit = Werkraum, Bildung = Bildungsraum, Wohnen = Wohnraum
sowie Freizeitgestaltung = Freiraum. Der Schwerpunkt liegt mit dem Betrieb einer anerkannten
Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) nach § 142 SBG IX im Angebot von Teilhabe am
Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung. In diesem Kontext steht auch der Schwerpunkt der
Bildungsmaßnahmen. Der Bereich Wohnen mit stationären und ambulanten Angeboten, sowie
Freizeitangebote komplettieren die Leistungen für Menschen mit Behinderung. Die noris inklusion ist
außerhalb der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
befreit, weil sie ausschließlich und unmittelbar mildtätigen Zwecken im Sinne der Abgabenordnung
dient.
Die WfbM umfasst einen Berufsbildungsbereich (BBB) mit vorgeschaltetem Eingangsverfahren und
einen Arbeitsbereich mit verschiedenen Tätigkeitsfeldern, die dazu dienen, Menschen mit Behinderung
(MmB) Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Den Schwerpunkt der Lohnfertigung bildet der
Montagebereich für diverse Sparten (z. B. Automobilindustrie, Elektrotechnik, usw.), eine
Metallbearbeitung und ferner die Druckerei (Offset-, Digitaldruck, Nachbearbeitung, Mailingservice,
Scanning und Aktenvernichtung). Des Weiteren wird eine Natur-Erlebnis-Gärtnerei mit
Produktionsgartenbau, Dienstleistungen und Angeboten im ökologischen Umfeld und Garten- und
Landschaftspflege betrieben, sowie eine Töpferei mit der Herstellung und dem Handel von
Töpfereierzeugnissen. Abgerundet wird das Leistungsspektrum für die MmB durch sogenannte
„ausgelagerte Arbeitsplätze“, bei denen wir die Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt unter dem
Schutz des Werkstattstatus bieten.
Das Geschäftsfeld „Wohnen“ besteht aus drei stationären Wohnheimen, sowie über das Stadtgebiet
verteilte, differenzierte ambulante betreute Wohnangebote.
Weitere Geschäftsfelder zur gesellschaftlichen Teilhabe stellen der Betrieb von tagesstrukturierenden
Maßnahmen für Senioren mit Behinderung (T-ENE) und verschiedene Freizeitangebote für MmB wie
z.B. die offene Behindertenarbeit (OBA) dar. Des Weiteren betreibt die noris inklusion eine inklusive
zweigruppige Kita auf dem Gelände der Natur-Erlebnis-Gärtnerei. Zum 01.07.2021 wurde der Betrieb
einer weiteren inklusiven Kita mit vier Gruppen aufgenommen.
Seit 1991 ist die noris inklusion gGmbH mit der Lebenshilfe Nürnberg Gesellschafterin der „Kultur- und
Freizeitstätte der Lebenshilfe Nürnberg und noris inklusion gGmbH“ (BUNI Kultur- und Freizeittreff) Die
Einrichtung verfolgt das Ziel, behinderten und nicht behinderten Menschen kulturelle, soziale und
sportliche Freizeitangebote zu offerieren. Behinderte Menschen sollen damit am gesellschaftlichen
Leben teilhaben können.
Seit Juli 2009 hält die noris inklusion einen Anteil von 7,7% des Stammkapitals vom
Integrationsfachdienst (IFD) gemeinnützige GmbH.
Seit Dezember 2018 (Zeitpunkt der Betriebsaufnahme) betreibt die noris inklusion gGmbH die 100%ige
Tochterfirma noris gastro gGmbH, als sogenannten anderen Leistungsanbieter (§60 SGB IX). Diese
Ausgründung (Zeitpunkt der Gesellschaftsgründung: September 2018) verfolgt das Ziel,
entstigmatisierte Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung im Arbeitsfeld Gastronomie zu
schaffen.
Im April 2020 gründete die noris inklusion gGmbH die 100%ige kommunale Tochterfirma noris inklusion
kommunal gGmbH. Die Ausgründung der kommunalen Tochter, die durch die Stadt Nürnberg direkt
beauftragt werden kann, sichert die berufliche Tätigkeit von 60 Menschen mit Behinderung in den
Bereichen Bürodienstleistung, Druck und Druckweiterverarbeitung sowie Mailings und in der
Grünflächenpflege. Die neue Tochter begann ihre Geschäftstätigkeit im Oktober 2020 mit ausgewählten
Testarbeiten im Bereich Daten-Scanning. Die vollständige und regelmäßige Geschäftstätigkeit begann
die neue Tochter erst zum 01.01.2021.
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Wirtschaftsbericht
Der Arbeitsbereich stand 2021 – wie auch im Vorjahr 2020 – zwar immer noch unter dem Eindruck der
Corona-Pandemie, doch konnten sich die Arbeitsbereiche der noris inklusion wieder stabilisieren. Beim
Vergleich der Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Vorjahr ist insbesondere die
Ausgründung der noris inklusion kommunal ein Grund für erhebliche Unterschiede zu den
Vorjahreswerten. Die Umsätze im Arbeitsbereich reduzierten sich im Jahr 2021 um T€ 724 auf T€ 1.705
(Vorjahr T€ 2.429). In konsolidierter Betrachtung gemeinsam mit der noris inklusion kommunal steht
jedoch eine Erhöhung der Arbeitserlöse um T€ 386 auf T€ 2.865 zu Buche. Das bedeutet eine Erhöhung
der Arbeitserlöse um T€ 148 gegenüber dem Ergebnis des letzten Jahres vor der Corona-Pandemie
aus 2019.
Das Werk Süd konnte im Jahr 2021 seinen Umsatz um 152.000 € erhöhen. Im Vergleich zu 2019 („vor
Corona“) bedeutete dies eine Steigerung um 116.000 €.
Das Werk Nord konnte als einziger Standort trotz Corona seine Umsatzerlöse auch im Jahr 2020 auf
dem Vorjahresniveau halten. Nun im Jahr 2021 machten sich erstmals auch die Anpassungen im
Arbeitsbereich aus den Vorjahren bemerkbar: Eine Umsatzsteigerung um 48.000 € gegenüber 2020
konnte erarbeitet werden.
Bei beiden Betriebsteilen machen sich die Anpassungen bei den Aufträgen in den Arbeitsfeldern
bemerkbar. Die Aufträge der Standorte wurden insbesondere bezüglich ihrer Wirtschaftlichkeit
überprüft. Im Ergebnis wurden Arbeitsfelder mit einem negativen Deckungsbeitrag, bei gleichzeitiger
negativer Entwicklungsprognose aus dem Portfolio genommen, so dass eine Konsolidierung im
Arbeitsbereich der noris inklusion voranschreitet.
Die Veränderungen im Werk West gegenüber dem Vorjahr sind vor allem auf die Ausgründung der
kommunalen Tochter zurückzuführen. Für eine objektive Beurteilung des Werk Wests ist die
konsolidierte Sichtweise aus noris inklusion und noris inklusion kommunal notwendig. Dabei zeigt sich,
dass die Arbeitserlöse gegenüber dem Jahr 2020 um 43.000 € angestiegen sind. Bei gleichzeitiger
Reduzierung des Materialeinsatzes (u.a. auch durch die Verringerung des Arbeitsfeldes Druck) um rund
75.000 € ermöglicht trotz Corona-Pandemie eine Stabilisierung des Werks West. Nur bedingt
stabilisieren konnten sich hingegen die Arbeitsfelder Grünpflege und Töpferei in der Natur-ErlebnisGärtnerei. Zwar konnte der Gartenbau (inkl. Dienstleistungen wie Parkanlagenreinigung) seine
Arbeitserlöse wieder um 23.000 € steigern. Die Töpferei wies im Vergleich zum Vorjahr jedoch erneut
reduzierte Arbeitserlöse aus. Auch in 2021 schlug der Ausfall von mehreren
Verkaufsschwerschwerpunkten der Töpferei an Ostern und Weihnachten, wie z.B. die
Werkstättenmesse und den Nürnberger Christkindelsmarkt, erneut zu Buche.
Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich (inkl. noris inklusion kommunal) lag mit einem Rohertrag von
T€ 1.187 um T€ 357 über dem des Vorjahres (T€ 830). Es bleibt zu konstatieren, dass im Jahr 2021 in
den Arbeitsbereichen eine Erholung der Umsatzerlöse stattfand.
Im Arbeitsbereich sind die Entgelteinnahmen in 2021 verglichen mit 2020 um T€ 338 angestiegen. Dies
bedeutet nicht nur eine Erhöhung gegenüber dem ersten Jahr der Coronapandemie, sondern auch eine
Erhöhung um T€ 224 gegenüber 2019.
Das Geschäftsfeld Wohnen ist mit drei Wohnheimen mit 100 Plätzen voll belegt, sowie mit 117 Plätzen
zum Bilanzstichtag im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) sehr gut ausgelastet.
Durch die Eröffnung der zweiten Tagesbetreuung für Erwachsene nach dem Erwerbsleben (TENE) in
der Kilianstraße, konnte die Anzahl an Betreuten im Seniorenbereich bereits im Vorjahr auf 35 erhöht
werden. Im Jahr 2021 ergab sich nochmals eine Steigerung um 12% auf 38 Teilnehmer.
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf noris inklusion zeigten sich in 2021 z.T. reduziert
gegenüber dem Vorjahr. Das „Annehmen“ der pandemischen Lage ermöglichte in 2021 einen
einigermaßen regulären Produktionsbetrieb. Die regelmäßigen Ausfälle aufgrund von Covid-Infektionen
bei Personal und Beschäftigten liesen jedoch auch im zweiten Jahr keine kontinuierliche Teilhabe am
Arbeitsleben zu.
Neben den direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die noris inklusion, durch hohe
Ausfallzeiten von Personal und Menschen mit Behinderung, waren indirekte Einflüsse auf die noris
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inklusion v.a. in Arbeitsfeldern mit Gastronomiebezug spürbar. Der Anlauf des neuen Arbeitsfeldes der
Bewirtung der IHK Akademie (angeschlossen an die Küchen der noris inklusion) lief aufgrund keiner
Präsenzveranstaltungen in der IHK nur durchwachsen weiter, wodurch Investitionskosten für den Anlauf
erst zeitverzögert in den Folgejahren Stück für Stück abgebaut werden können.
In der Tochterfirma noris gastro gGmbH waren die Pandemie-Auswirkungen für das Hotel- und
Gaststättengewerbe besonders spürbar. Keiner der vier Standorte der noris gastro hatte im Jahr 2021
durchgehend geöffnet, zudem musste durch Restriktionen bei der Gästeanzahl in Zeiten in denen einen
Öffnung möglich war, ein deutlicher verringerter Umsatz hingenommen werden. Aus rein wirtschaftlicher
Perspektive war die Aufrechterhaltung des Betriebs in 2021 nur schwer vertretbar, allen voran, da es im
Gegensatz zum Jahr 2020 keine Wirtschaftshilfen mehr gab (63.000 € in 2020), die in Anspruch
genommen werden konnten, welche das Defizit im Jahr 2020 noch verringerten. Allein, um den
Menschen mit Behinderung auch im Arbeitsfeld der Gastronomie so gut es ging ein gewisses Maß an
Kontinuität in der Arbeit und Lohn zu ermöglichen – es bestand kein Anrecht auf Kurzarbeitergeld bei
Mitarbeitern mit Behinderung – wurden die Standorte im Minimalbetrieb aufrechterhalten.
Die Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH lief nach der Gründung im Jahr 2020 in 2021
erstmals vollständig über ein gesamtes Geschäftsjahr und konnte neben dem Geschäftsfeld
Bürodienstleistung nun auch die Grünpflege in der kommunalen Tochterfirma ausführen.
Das Gesamtergebnis nach Steuern lag zum 31.12. bei T€ -810 (Vorjahr T€ -325), der Jahresfehlbetrag
lag bei T€ 830 (Vorjahr T€ 344).
Das Gesamtunternehmen erwirtschaftet aktuell 74% der Gesamterlöse über die Entgelte der
Sozialleistungsträger. Damit wird deutlich, dass noris inklusion für die angebotenen Leistungen auch
kostendeckende Entgelte erlösen muss. Die noris inklusion gGmbH erwirtschaftet im Werkstattbereich
aktuell 66% der Gesamterlöse über Entgelte durch die Sozialleistungsträger.
Personal- und Sozialbereich
Auf Vollzeit umgerechnet waren zum Bilanzstichtag 266 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr 248 MA). Diese
Mehrung an Personal ist v.a. auf die Besetzung der neuen Kita „Hasenhäusla“ zurückzuführen. Für
diese neue Einrichtung wurden 20 neue Mitarbeiter (Köpfe) eingestellt. Die Anzahl der Mitarbeiter mit
Behinderung, die in einem arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis beschäftigt sind bzw. sich in einer
vorgeschalteten Bildungsmaßnahme befinden, betrug zum gleichen Zeitpunkt 530 Personen (Vorjahr
528 Personen). Zur besseren Vergleichbarkeit wird in dieser Perspektive keine Unterscheidung
zwischen Mitarbeitern der noris inklusion, sowie ihrer Tochterfirma noris inklusion kommunal gemacht.
Durch regelmäßige Fortbildungen und durch punktuelle Supervisionen werden die Qualifikationen der
Mitarbeiter gefördert und die Qualität der Arbeit gesichert.
Unabhängig vom Status als gemeinnützig anerkannter Träger der Behindertenhilfe muss die noris
inklusion auf Grundlage der Anzahl beschäftigter Mitarbeiter 5% Pflichtplätze mit schwer behinderten
Mitarbeitern besetzen. Die noris inklusion erfüllt die Quote zu 100%.
Die Entlohnung der Mitarbeiter mit Behinderung in den anerkannten Werkstätten erfolgt gemäß § 12
Abs. 4 und 5 WVO aus dem erwirtschafteten Arbeitsergebnis. Die Entlohnung betrug mehr als 70% des
Arbeitsergebnisses und erfüllt damit die gesetzlichen Anforderungen.
Vermögens- und Finanzlage
Insgesamt betrugen die Zugänge im Anlagevermögen T€ 2.575. Der Großteil entfällt hiervon – wie auch
bereits in den Vorjahren – auf Baumaßnahmen T€ 2.103 im Sachanlagenbereich Anlagen im Bau, T€
242 Betriebs- und Geschäftsausstattung, T€ 126 Grundstücke und Bauten, sowie T€ 75 an technischen
Anlagen und Maschinen ergeben die Summe an Zugängen im Anlagevermögen 2021.
Unter Anlagen im Bau sind im Jahr 2021 die Großposition Verwaltungsbau (1.570.000 €), der Baubeginn
des Wohnheims Braillestraße (358.000 €) auf dem Gelände der N-E-G, sowie Aufwände für den
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Bauabschnitt I des Erweiterungsbaus Werk Nord (125.000 €). Zudem entfallen noch 47.000 € auf die
Erstausstattung der neuen Kita „Hasenhäusla“.
Im Anlagenbereich Betriebs- und Geschäftsausstattung findet sich im Jahr 2021 neben diversen
Positionen im drei bzw. vierstelligen Bereich als größter Anlagen-Bestandteile ein Combi-Dämpfer für
die Küchenausstattung mit 15.000 €. und eine Summe an EDV-Ausstattung für Arbeiten gemäß
Homeoffice-Standards (12.000 €). Im Anlagenbereich Grundstücke und Bauten findet sich als
erhebliche Position die Erweiterung der Küche im Werk Süd (75.000 €). Unter dem Sachanlagenbereich
technische Anlagen stellt die Erneuerung des Lastenaufzugs, ebenfalls im Werk Süd, die relevante
Position dar (75.000 €).
2021 2020
Umsatzerlöse T€ 19.828 20.315,5
Materialaufwandsquote % 11,0 10,5
Personalaufwandsquote % 73,7 75,2
Vollkräfte Anzahl 249 248,0
Umsatzerlöse je Vollkraft T€ 80 81,9
Personalaufwand je Vollkraft T€ 62 62,7
Betriebsergebnis T€ -499 -561,0
Finanzergebnis T€ -460 -264,5
Neutrales Ergebnis T€ 129 481,0
Jahresergebnis T€ -830 -344,4
Vereinfachter Cashflow T€ -178 631,3
Bilanzsumme laut Vermögenslage T€ 26.433 25.828,3
Anlagendeckung % 100,2 102,5
Investitionsfinanzierungsquote % 14,7 16,0
Eigenkapitalquote I % 8,1 10,2
Eigenkapitalquote II % 20,2 22,5
Fremdkapitalquote (kurzfristig) % 17,1 19,8
Liquiditätsgrad I % 10,9 28,8
Liquiditätsgrad II % 90,6 100,7
Liquiditätsgrad III % 98,9 107,2
Im vergangenen Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit gegeben. Die Finanzlage ist
stabil; der laufende Geschäftsbetrieb kann ohne Liquiditätsengpässe abgewickelt werden und für das
weitere Geschäftsjahr 2022 wird die Zahlungsfähigkeit, auch unter Berücksichtigung von
Investitionsmaßnahmen, gegeben sein.
Die Geschäftsführung geht aufgrund regelmäßiger Abstimmung mit dem Gesellschafter davon aus,
dass der Fehlbetrag 2021, wie in allen vorangegangenen Geschäftsjahren, von der Gesellschafterin
Stadt Nürnberg in voller Höhe ausgeglichen wird. Somit kann die Vermögens- und Finanzlage stets als
ausreichend gesichert bewertet werden.
Voraussichtliche Entwicklung mit Chancen, Risiken und Prognose
Die konjunkturellen Risiken werden 2022 aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie und des UkraineKriegs als merklich erachtet. In der aktuellen Wachstumsprognose wird von einer Steigerung des BIP
von 2,7% des BIP in 2022 ausgegangen. Bedenklichere Kennzahl der Wirtschaftsforschungsinstitute ist
jedoch insbesondere die Inflationsrate von 6,1%. Zwar sorgt die abflauende Pandemie sowohl bei
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gewerblichen Kunden als auch bei Endkunden für eine wachsende Nachfrage und verspricht gegenüber
2021 eine Verbesserung der Umsatzerlöse, jedoch löst der Ukraine-Krieg v.a. bei den Aufwänden
pessimistische Prognosen aus. Allen voran der Preisanstieg bei Rohstoffen, die sowohl direkt wie auch
mittelbar für Preissteigerungen in den Lieferketten sorgen, lässt die Prognose für 2022 nicht allzu positiv
ausfallen. Herausforderungen in der Preisgestaltung ergeben sich in Arbeitsfeldern, in welchen die noris
inklusion als verlängerte Werkbank agiert v.a. aufgrund der gestiegenen Energiekosten. Noch
erheblicher gestalten sich jedoch die Auswirkungen in Arbeitsfeldern, in welchen die noris inklusion als
eigenständiger Produzent agiert und vermehrt Materialaufwand notwendig ist, wie z.B. Pflanzen- oder
Brennholzproduktion, Töpfereiprodukten oder auch der Gastronomie. Alles in allem wird sich der
Erholungsprozess von den Auswirkungen der Pandemie abermals verzögern, auch wenn in vielen
Arbeitsfelder die Grundlage für eine positive Entwicklung der Geschäftstätigkeit rechtzeitig erfolgt ist.
Zu stark sind die Auswirkungen, welche nicht im Einflussbereich des Unternehmens selbst liegen.
Die Risiken durch die Gesetzgebung, die mittelbar für den Zufluss der Entgelte verantwortlich ist, welche
die Haupterlöse des Unternehmens noris inklusion bilden, werden für 2022 als relevant jedoch
überschaubar erachtet. Mittelfristig muss hier das Bestreben sein, bei den Entgelten, die noch auf dem
Niveau vor Corona und vor Kriegsbeginn in der Ukraine liegen, nachzubessern, um die Refinanzierung
des Kerngeschäftes auch in Zeiten von Krisen auskömmlich gestalten zu können.
Die Marktrisiken sind zweigeteilt zu sehen: bei den „internen“ Kunden (MmB) mit den durch die Politik
geregelten Zugängen (Zugangsvoraussetzungen von MmB durch den Bezirk an WfbM) sowie deren
deutlich gestiegenen Ansprüchen (Stichwort Wunsch- und Wahlrecht und stärkere Individualisierung
auf der Grundlage des BTHG) und auf der betrieblichen Seite die „externen“ Firmenkunden mit den in
letzter Zeit immer stärkeren globalen Problematiken der internationalen Geschäftsbeziehungen und
nicht mehr an den Standort gebundenen Finanzinvestoren. Diese neuen Herausforderungen bieten
neben Risiken auch Chancen, die genutzt werden sollten. Gerade die, durch die Corona-Krise,
aufgetretene Problematik bei internationalen Lieferketten, kann sich für noris inklusion möglicherweise
positiv auswirken, da auch in Zeiten der Corona-Krise eine verlässliche Partnerschaft demonstriert
wurde. Aktuell zeichnet sich ab, dass nach Durchschreiten der Stillstandszeiten in 2021, neue und
attraktive Arbeitsfelder mit neuen Kunden etabliert werden können, was sich sowohl auf die
Umsatzerlöse in der Produktion positiv auswirken kann, als auch die Attraktivität bei der Kundengruppe
Menschen mit Behinderung erhöhen würde. Diese Attraktivitätssteigerung ist auch unbedingt
notwendig, da es in Zeiten der Pandemie und dadurch entstandener Abstandsgebote schwieriger war,
mit Direktkontakt und Veranstaltungen im eigenen Haus neue Menschen mit Behinderung zu gewinnen.
Wie nachhaltig diese Zurückhaltung bzgl. eines Wechsels in ein neues Umfeld, oder eine neue
Einrichtung besteht, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Grundsätzlich lässt sich jedoch feststellen,
dass sowohl bei den Menschen mit Behinderung, als auch beim Personal die Gewinnung eine der
größten Herausforderungen der kommenden Jahre darstellen wird. Das Risiko Personalressourcen wird
die noris inklusion in vielen Arbeitsfeldern zukünftige immer stärker fordern.
Die im Herbst 2019 eröffnete Tagesbetreuung für Senioren mit Behinderung „TENE“ an der Kilianstraße
wird im Jahr 2022 in ihr drittes vollständiges und nun auch hoffentlich durchgehendes (ohne
Zutrittsbeschränkung aufgrund Corona) Jahr gehen und den Bedarf nach Angeboten für Senioren mit
Behinderung ausweiten.
Die inklusive Kindertagesstätte Kükenkoje auf dem Gelände der Natur-Erlebnis-Gärtnerei mit
dem Schwerpunkt ökologische Bildung und Nachhaltigkeit hat Zuwachs bekommen: Auf dem Gelände
der ehemaligen KFZ-Zulassungsstelle startete im Juni 2021 die Kita Hasenhäusla zunächst mit zwei
Gruppen ihren Betrieb. Zum September wurden zwei weitere Gruppen gestartet und damit eine
Vollbelegung bewirkt. Die Unwägbarkeiten aufgrund Corona im Eröffnungsjahr sollen nun hinter sich
gelassen werden. Eine ausgeglichene Refinanzierung durch eine konstantere Belegung ist das
Bestreben für das Jahr 2022.
Derweil stellt sich die Perspektive der noris gastro gGmbH für das Jahr 2022 langsam aber sicher
positiver dar. Das äußerst unwägbare Jahre 2021, mit diversen pandemiebedingten reduzierten
Öffnungen oder gar Schließungen und zudem ohne Finanzhilfen wie in 2020, gehört der Vergangenheit
an. Öffnungszeiten, Angebote und daraus resultierende Umsatzerlöse liegen wieder in „der eigenen
Hand“. Das Risiko im Bereich Gastronomie besteht nun vornehmlich darin ausreichend personelle
Ressourcen vorhalten zu können, um die Nachfrage decken zu können. Ein Ansatz, um dies zu
ermöglichen, ist die Fokussierung auf die drei Standorte in Nürnberg und die Aufgabe des Waldcafés in
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Tennenlohe. Durch diese Konsolidierungsmaßnahme wird eine auskömmliche Personaldecke und ein
reduzierter logistischer Aufwand angestrebt, um die drei verbliebenen Standorte solide betreiben zu
können.
Aufgrund der erhitzten Baukonjunktur, die sich durch sprunghaft ansteigende Rohstoffpreise in 2022
nochmal verschärft, hat sich gezeigt, dass alle Maßnahmen unter einem höheren wirtschaftlichen Risiko
stehen als in der Vergangenheit. Zum einen besteht das Risiko, dass bei laufendem Bau einzelne
Gewerke nicht zeitgerecht ausgeführt werden können, da keine Anbieter bereit sind die Leistungen zu
erbringen. Ebenso ist feststellbar, dass sich Firmen die anbieten, ihre „Bereitschaft zur
Leistungserbringung“ mit „Aufschlägen“ entlohnen lassen.
Dies hat bei noris inklusion insbesondere Auswirkungen auf die beiden laufenden Baumaßnahmen, die
Erweiterung des Werks Nord, sowie der Bau des Wohnheims auf dem Gelände der Natur-ErlebnisGärtnerei. Beide Baumaßnahmen sind von Verzögerungen betroffen., dennoch besteht noch die
Prognose einer Fertigstellung beider Baumaßnahmen im Jahr 2023. Neben den Bauprojekten wirkt sich
die erhitzte Baukonjunktur allerdings auch bei Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen aus.
Ertüchtigungen oder gar Sanierungen wie beispielsweise die Rohrleitungssanierung des Wohnheims
Kilianstraße sind voraussichtlich nicht mit prognostizierten Mitteln der Kostenschätzungen umsetzbar.
Dieses Risiko besteht bei mehreren „in die Jahre gekommenen“ Bestandsimmobilien der noris inklusion,
deren Instandhaltung zwar eingeplant ist, doch nicht mit aktuell vorherrschenden Preisexplosionen
Für das Feld der externen Kunden besteht die betriebliche Herausforderung weiterhin darin, die
Kunden durch die termintreue Lieferung von höchster Qualität davon zu überzeugen, dass eine
Fertigung in Deutschland in einer WfbM, dem Auslandsmarkt vorzuziehen ist. Dies soll auch und gerade
in der Zeit nach der Corona-Krise nachhaltig Kunden sichern und gewinnen.
Aktuell ist die Auftragslage stabil und entwickelt sich insbesondere in den klassischen
Werkstatteinrichtungen positiv. Hier ist noris inklusion weiterhin bestrebt, die laterale Diversifikation
auszubauen um das konjunkturelle Risiko zu minimieren. Besonders im Standort Werk Nord war die
Abhängigkeit von einem Kunden stark zu spüren. Dieses Risiko wurde im Jahr 2020 bereits
abgeschwächt, und der Betrieb auf ein breiteres Kundenfundament gestellt, jedoch stehen erst im
laufenden Jahr 2022 und dem Folgejahr 2023 größere geplante Umstrukturierungsmaßnahmen an: Der
Umzug der Arbeitsfelder des Werks West betrifft neben dem Werk Nord auch das Werk Süd. Durch
Bezug der neuen Verwaltung, aber auch durch eine Ausweitung der Küchenkapazität im Werk Süd
wurden in 2021 bereits Grundlagen für viele neue Ansätze zur Gestaltung der Arbeitsfelder, sowohl im
Werk Süd, als auch im Werk Nord gelegt.
Um auch innerhalb der Werkstätten den gastronomischen Bereich aufzuwerten und die aufgrund des
BTHG zu erwartenden intern schwankenden Bedarfe bei der warmen Mittagsverpflegung auffangen zu
können, wurde in 2020 die Kooperation mit der IHK Mittelfranken vorangetrieben. Die
coronabedingt schwerfällige Anlaufphase dauerte die Jahre 2020 und 2021 an. Seit diesem Jahr besteht
eine positive Perspektive, da in der IHK Akademie auch wieder Seminare in Präsenz abgehalten werden
können und das Angebot dann in einem umfangreichen Rahmen laufen kann. Ähnlich wie bei der noris
gastro stellt die rapide angestiegene Nachfrage die Kantine in der Walter-Braun-Straße vor
Herausforderungen. Aktuell kann der Bewirtungsbetrieb kontinuierlich aufrechterhalten werden, um
jedoch auch Seminarcatering oder Veranstaltungsbewirtung in größerem Ausmaß sicher erbringen zu
können, sind weitere personelle Ressourcen notwendig.
Auch in 2021 konnten wir aus der Maßnahme BÜWA (Begleiteter Übergang Werkstatt Arbeitsmarkt),
auch aufgrund der pandemiebedingten Kontaktschwierigkeiten, keine Vermittlung auf den allgemeinen
Arbeitsmarkt realisieren. Für das Jahr 2022 laufen bereits erste Gespräche, um wieder einen Übergang
zu ermöglichen.
Den Zwängen des Marktes unterliegt die noris inklusion auch im Bereich der Kunden im öffentlichen
Sektor. Die Preise diktiert oftmals der Markt und nicht die Kalkulation. Die Ergebnisse in einzelnen
Geschäftsfeldern (z.B. Druckerei) spiegeln diese Diskrepanz wieder. Im Bereich öffentlicher
Auftragsvergabe erweist sich die Umstellung bei Behörden auf eine E-Vergabe als immer größere
Herausforderung.
Die im Jahr 2020 gegründete Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH, soll diesen
Herausforderungen entgegenwirken. Durch diese Ausgründung soll das Risiko bei Vergaben von
Aufträgen der Stadt Nürnberg minimiert und die Attraktivität der Vergabe an die noris inklusion erhöht
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werden. Die noris inklusion hat in 2021 bereits die Arbeitsfelder Druck und Scanning aus dem bisherigen
Werk West, sowie die Arbeitsfelder der Parkanlagenreinigung aus dem Gartenbau integriert und
rechtssicher als Auftragnehmer bedienen können. In 2022 steht nun eine Verstetigung dieser
Dienstleistungen für die städtische Mutter an. Allen voran für die Druck-Dienstleistungen wird in 2022
ein Online-Portal für eine vereinfachte Vergabe von Aufträgen genutzt werden können.
Eine Absicherung der Geschäftsprozesse erfolgt durch geeignete Managementmaßnahmen, wie ein
zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, Gewährleistung von Arbeitssicherheit, Datenschutz sowie
Controlling Maßnahmen. Als Instrumente zur Umsetzung werden hierbei Zielplanung,
Investitionsplanung, Risikomanagementsystem und Evaluation zu einem schlüssigen und
transparenten Prozess zur Unternehmensführung weiterentwickelt. In 2021 wurde die TENE in das QM
aufgenommen. Die Rezertifizierung aller anderen Bereich gelang ohne Abweichungen.
In Bezug auf unsere liquiden Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten sind wir den branchenüblichen
Risiken aus Preisänderungen, Forderungsausfällen, fehlender Liquidität oder
Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt. Forderungen zu externen Kunden werden durch ein
auskunftsgestütztes Debitorenmanagement überwacht, um Ausfälle in diesem Bereich zu minimieren.
Konkrete Risiken mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage oder die voraussichtliche Entwicklung
sind im Moment nicht erkennbar.
Im Wirtschaftsplan für das Jahr 2022 geht die noris inklusion von einem Jahresergebnis in Höhe von T€
-1.419 aus.
In Abwägung aller Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller bestehenden Herausforderungen,
wird die noris inklusion gGmbH die Zukunft positiv bewältigen können.
Nürnberg, 09.05.2022
Christian Schadinger
Geschäftsführer