D.1 Wirtschaftliche Lage ausgewählter Beteiligungen
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
D.1 Kurzzusammenfassung der wirtschaftlichen Lage ausgewählter
Beteiligungen
Die Stadt Nürnberg erfüllt ihre vielfältigen Aufgaben für
die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nicht nur durch
ihre klassischen Dienststellen der Stadtverwaltung. Einen nicht unerheblichen Teil der Aufgaben hat die Stadt
Nürnberg auf Unternehmen übertragen, an denen sie
unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist.
Die wirtschaftliche Situation der meisten ausgewählten
Beteiligungen wurde im Geschäftsjahr 2020 fast ausschließlich negativ durch die Corona-Pandemie beeinflusst.
Das Jahresergebnis 2020 der Städtische Werke Nürnberg GmbH mit einem Jahresüberschuss von
10,46 Mio. € ist auf die Ergebnisabführungen der N-ERGIE zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die
Ergebnisabführung des N-ERGIE AG Teilkonzerns an
die StWN GmbH um rund 2,6 Mio. € auf 72,3 Mio. € (Vorjahr: 69,7 Mio. €). Gleichzeitig erhöht sich der Zuschussbedarf der VAG im Vergleich zum Vorjahr um knapp
13,1 Mio. € auf rund 89,5 Mio. €.
Das Klinikum Nürnberg schließt 2020 erneut mit einem Jahresfehlbetrag (-4,98 Mio. €) ab, der um 1,36
Mio. € höher ausfällt als im Vorjahr (2019: Jahresfehlbetrag -3,62 Mio. €). Der Wirtschaftsplan 2020 hatte
noch einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -2,1 Mio. €
ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund sind weiterhin
Maßnahmen zur strukturellen Verbesserung der Kostensituation erforderlich.
Mit lediglich 917.000 Passagieren im Jahr 2020 war ein
um ca. 77,7 % rückläufiges Passagiervolumen am Albrecht Dürer Airport Nürnberg zu verzeichnen. Dagegen lag im Vorjahr die Zahl der beförderten Fluggäste
bei 4,1 Millionen. Der drastische Rückgang lässt sich fast
ausschließlich auf die weiterhin anhaltende Corona-Pandemie zurückführen. Das geringere Verkehrsaufkommen hatte wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche
Lage der einzelnen Gesellschaften und damit auf den
Konzern. So ergibt sich für 2020 ein Konzernverlust nach
Steuern in Höhe von 41,21 Mio. € (Vorjahr: +3,01
Mio. €). Der Konzernumsatz liegt in 2020 bei lediglich
39,84 Mio. €. Das EBITDA beträgt -26,45 Mio. € und liegt
damit 44,1 Mio. € unter dem Vorjahresniveau.
Der Jahresüberschuss der wbg Nürnberg GmbH lag
2020 bei 16,2 Mio. € (Vorjahr: 14,8 Mio. €). Die Ertragssituation war damit erneut positiv, auch wenn die Unternehmensgruppe nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Die Durchschnittsmiete aller wbg-eigenen
Wohnungen lag 2020 pro Quadratmeter Wohnfläche bei
6,63 €. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich unter dem
Durchschnitt des Nürnberger Mietenspiegels 2020 von
monatlich 8,54 € je m² Wohnfläche. Gerade hier wird
deutlich, dass die wbg dämpfend auf die Mietpreisentwicklung in Nürnberg einwirkt und eine sehr verantwortungsvolle Mietpreispolitik umsetzt, die den satzungsmäßigen Auftrag der wbg Nürnberg GmbH ernst nimmt.
Gleichzeitig investiert die wbg in den Bestand und setzt
ein ambitioniertes Neubauprogramm um.
Für die NürnbergMesse Group ist wegen der CoronaPandemie und der daraus folgenden Absagen und Verschiebungen zahlreicher Veranstaltungen das Geschäftsjahr 2020 mit 12.385 Ausstellern das schwächste
Jahr der NürnbergMesse Group seit 30 Jahren. Folglich
konnte mit 110,3 Mio. € Umsatz (Vorjahr: 285,7 Mio.)
nicht an die Erfolge der Vorjahre angeknüpft werden. Der
Umsatz lag mit 175,4 Mio. € um 61,4% unter Vorjahresniveau. In Relation zum turnusgemäß vergleichbaren
Geschäftsjahr 2018 entspricht dies einer Umsatzsenkung von 204,8 Mio. € oder 65,0%. Das operative Ergebnis beträgt -67,6,4 Mio. € (2019: 8,4 Mio. €; 2018: 43,7
Mio. €) und das Ergebnis vor Steuern -68,9 Mio. € (2019:
7,6 Mio. €; 2018: 39,4 Mio. €). Die NürnbergMesse
GmbH zeigt für 2020 im Einzelabschluss ein operatives
Ergebnis von -54,0 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €).
Die Noris Arbeit gGmbH hat im Geschäftsjahr 2020 einen weit überwiegend pandemiebedingten Jahresfehlbetrag in Höhe von 751 T€ ausgewiesen. Er enthält zudem
eine periodenfremde Belastung aufgrund Steuerrückzahlungsverpflichtungen in Höhe von 135 T€ aus einer steuerlichen Außenprüfung. Der Rückgang der Umsatzerlöse
im Vergleich zum Vorjahr um 13,18 % konnte trotz Kosteneinsparung und Kurzarbeit auch durch staatliche Hilfen nicht im selben Umfang ausgeglichen werden.
Bei der noris inklusion gemeinnützige GmbH ist im
Jahresergebnis 2020 ein Verlust in Höhe von -344 T€ zu
verzeichnen, der um 389 T€ unter dem Vorjahresniveau
(2019: 734 T€) liegt. Diese Verbesserung wurde im Wesentlichen durch erhebliche Einsparungen und das Verschieben von Instandhaltungen sowie dem Erhalt von
umfangreichen Versicherungsleistungen erreicht.
Aus Konzernholding-Sicht ist in 2020 insgesamt bei den
Beteiligungen ein weitestgehend coronabedingt negative Entwicklung zu konstatieren. Diese Entwicklung hat
auch einen unmittelbaren Einfluss auf das Konzernergebnis und auf den städtischen Kernhaushalt. In der Vorschau auf das Geschäftsjahr 2021 ist festzustellen, dass
sich diese Entwicklung im Zuge der anhaltenden
Corona-Pandemie fortführen wird, insbesondere beim
Albrecht Dürer Airport Nürnberg, der VAG, der NürnbergMesse Group sowie dem Klinikum Nürnberg.
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Städtische Werke Nürnberg GmbH
Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der StWN
GmbH ist im Geschäftsjahr 2020, wie bereits im Vorjahr,
geprägt durch Sondereffekte.
Die StWN GmbH schließt das Geschäftsjahr 2020 mit einem Jahresüberschuss von rund 10,46 Mio. € ab. Damit
verschlechtert sich das Jahresergebnis im Vergleich zu
2019 (Jahresüberschuss in Höhe von 64,31 Mio. €) um
53,8 Mio. € bzw. 83,7 %.
Das positive Ergebnis der Geschäftstätigkeit von
13,7 Mio. € ist deutlich besser, als geplant. Gründe hierfür sind insbesondere auf die außerordentlichen Erträge
aus dem Verkauf der wbg-Anteile zurückzuführen.
Das Jahresergebnis der StWN GmbH ist weitestgehend
durch die Ergebnisabführungen bestimmt. Maßgeblich
für das Jahresergebnis ist daher vor allem die Ergebnisentwicklung bei den Tochtergesellschaften N-ERGIE
und der VAG. Die N-ERGIE führte einen Gewinn von
72,3 Mio. € (Vorjahr: 69,7 Mio. €) an die StWN ab, während die VAG einen Zuschussbedarf von 89,5 Mio. €
(Vorjahr: 76,4 Mio. €) aufweist.
Selbstverständlich war auch in 2020 die Energiewende
im Allgemeinen und das Engagement der N-ERGIE AG
im Bereich erneuerbare Energien weiterhin ein dominierendes Thema.
Für die Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH (GKI),
Vohburg, an der die N-ERGIE mit 25,2 % beteiligt ist,
wurde zum 1. Oktober 2020 von den Gesellschaftern
entscheiden, das Kraftwerk nach sieben Jahren in der
Netzreserve wieder in den Markt zu nehmen. Grund dafür sind verbesserte Marktpreisentwicklungen mit einem
verbesserten Erzeugungsspread.
Die Märkte der Energiewirtschaft stehen vor großen Herausforderungen und müssen sich im Sinne der Energiewende neu definieren. Dieser Strukturwandel wird nicht
nur durch den Übergang von fossilen auf erneuerbare
Energieträger bestimmt, sondern zunehmend auch von
smarten Technologien zur Übertragung, Speicherung
und Flexibilisierung sowie zum Ausbau der Elektromobilität, da sich durch die Digitalisierung komplett neue Geschäftsfelder eröffnen.
Das beherrschende Thema im Bereich Vertrieb war in
2020 die Corona-Pandemie. Während die Auswirkungen
im Privatkundenbereich überschaubar blieben, ergaben
sich im Bereich Key-Account- und Geschäftskunden Absatz-Rückgänge im Vergleich zu Vorjahr. Dadurch bedingt reduzierte sich der gesamte Stromabsatz der NERGIE gegenüber dem Vorjahr um 4,6 %. Der Absatz
von Fernwärme lag nahezu auf Vorjahresniveau und der
Wasser-Absatz sank um 2,6 % gegenüber dem Vorjahreswert. Im Verlauf der Corona-Pandemie hat das
Thema Digitalisierung in der Energiewirtschaft weiter an
Bedeutung gewonnen. Dabei wurden die internen und
externen Geschäftsprozesse vermehr digitalisiert und digitale Lösungen zur Koppelung der verschiedenen Energiesektoren eingesetzt.
Insgesamt entwickelte sich die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der N-ERGIE AG in 2020 positiv. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit des Jahres 2020 liegt mit
129,1 Mio. € um 5,99 Mio. € unter dem Vorjahreswert.
Aufgrund des Organschaftsverhältnisses erhält die
Thüga Aktiengesellschaft, München, als außenstehende
Aktionärin eine Ausgleichszahlung in Höhe von rund
31,6 Mio. €. Unter Berücksichtigung des Steueraufwands und nach Dotierung der Gewinnrücklage konnten
an den Organträger StWN GmbH rund 72,3 Mio. € (Vorjahr: 69,7 Mio. €) abgeführt werden.
Der Geschäftsverlauf der zweiten wesentlichen Einheit
des StWN-Konzerns, die VAG, spiegelt die zunehmende
Bedeutung des Personennahverkehrs und die Auswirkungen der Corona-Pandemie wider.
Die VAG beförderte im Jahr 2020 in Nürnberg (Nürnberg
mit Nachbarorten und U-Bahn Fürth) rund 121,6 Mio.
Fahrgäste (20,2 % weniger im Vergleich zum Vorjahr).
Wie auch im Bundesdurchschnitt, gingen die Fahrgastzahlen in den Lockdown-Phasen drastisch zurück.
Die VAG führt kontinuierliche Marktanalysen zum Mobilitätsverhalten der Nürnberger Bevölkerung inklusive einer Erhebung der Einschätzungen und Einstellungen
zum ÖPNV durch. Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie war erneut ein Anstieg der ÖPNV-Nutzung festzustellen. So beliefen sich die ÖPNV-Fahrten auf durchschnittlich 233 Fahrten pro Person und damit drei Fahrten mehr als 2019. Der ÖPNV-Anteil erreichte bis zum
Pandemie-Beginn mit 23,3 % den bislang höchsten gemessenen Wert (Vorjahr: 23,1 %). Gleichzeitig lag der
Pkw-Anteil mit 28,6 % auf dem bislang niedrigsten Niveau. Mit dem Ausbruch der Pandemie traten strukturelle Veränderungen ein. So sank der ÖPNV-Anteil von
März bis Mai 2020 auf 12,0 % und erhöhte sich anschließend für das restliche Jahr 2020 auf 17,0 %.
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Der Zufriedenheitsindex (Saldo aus Anteil zufriedener
und unzufriedener Kunden) mit dem Nürnberger ÖPNV
stellt einen Mittelwert aus 34 spezifisch erhobenen Leistungsmerkmalen wie Sauberkeit, Pünktlichkeit oder
Fahrtzeit dar und lag mit +56 auf dem Vorjahresniveau.
Die Messung während der Pandemie ergab in den Sommermonaten einen Anstieg des Index auf +70.
Zum 1. Januar 2020 blieben die Preise im VGN unverändert und unterlagen nicht der jährlichen Tarifanpassung, die dadurch entstehenden rechnerischen Minderfahrgeldeinnahmen werden im Rahmen des sogenannten „VGN-Innovationspakets“ mindestens bis zum Jahr
2024 vollständig durch den Freistaat Bayern und die zugehörigen Gebietskörperschaften ausgeglichen, welches noch weitere Maßnahmen umfasst.
Die Verkaufsentwicklung war trotz dieser tariflichen sowie vertrieblichen Maßnahmen pandemiebedingt insgesamt stark rückläufig. Die Zahl der Vertragskunden und
damit der in diesem Segment generierte Umsatz konnte
u.a. durch vorübergehende, zusätzliche Kundenbindungsmaßnahmen zunächst vergleichsweise stabil gehalten werden. Kommunikations- und Werbemaßnahmen wurden kurzfristig an die Anforderungen der Pandemie angepasst. Im Bartarif, bei KombiTickets zu Veranstaltungen sowie im Segment der unpersönlichen Monatszeitkarten waren allerdings erhebliche Verkaufsrückgänge zu verzeichnen.
Insgesamt verringerten sich die Verkehrserlöse im Berichtsjahr 2020 im Vorjahresvergleich coronabedingt um
knapp 25 % auf rund 118,6 Mio. €. Die öffentlichen Ausgleichsleistungen für die Schwerbehindertenbeförderung sowie für den Schülerverkehr nehmen dabei um
26,1 % bzw. um 27,9 % ab. Der Rettungsschirm von
Bund und Ländern (insgesamt 27,23 Mio. € in 2020)
konnte größere wirtschaftliche Schäden abmildern. Die
Umsatzerlöse der VAG insgesamt sanken im Geschäftsjahr 2020 um rund 41,8 Mio. € auf 134,7 Mio. €.
Auf der Aufwandseite fällt die Erhöhung des Materialaufwands um 6,8 % und des Personalaufwands um 3,4 %
zum Vorjahr ins Gewicht. Darin enthalten ist die Tariferhöhung vom 01.07.2019 um 3,3 %. Weiterhin sind im
Jahresverlauf durchschnittlich 104 Arbeitnehmer/innen
mehr beschäftigt. Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung bewegen sich auf Vorjahresniveau.
Die planmäßigen Abschreibungen liegen um 631 T€
(3,0 %) über dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzieren sich im Berichtsjahr
um 891 T€. Dies ist hauptsächlich auf eine geringere Zuführung zur Rückstellung für Verbundeinnahmen sowie
eine geringere Konzessionsabgabe zurückzuführen.
Das negative Jahresergebnis und somit der Zuschussbedarf erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem
aufgrund der höheren bezogenen Leistungen und der
Personalaufwendungen um 13,1 Mio. € auf 89, 5 Mio. €.
Das negative Jahresergebnis wird auf Basis des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags von der Muttergesellschaft StWN ausgeglichen.
Zum Stand Ende Quartal 1/2021 geht die N-ERGIE davon aus, dass die Ergebnisabführung an die Städtischen
Werke in geplantem Umfang erfolgen kann. Zugleich
zeigt sich bei der VAG eine Verschlechterung hinsichtlich des Zuschussbedarfs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,3 Mio. €. Hier führen die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen im
öffentlichen Leben seit März 2020 zu einem deutlichen
Einbruch der Verkehrserlöse. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021 hat sich die Zahl der ÖV-Fahrten im
Vergleich zum Vorjahresquartal und zum Plan jeweils erheblich verringert. Die Beförderungsleistung im Stadtgebiet Nürnberg einschließlich U-Bahn Fürth liegt im 1.
Quartal 2021 um 24,2 % unter dem Vorjahrsniveau. Die
Ertragslage steht aufgrund der coronabedingten Mindereinnahmen im gesamtem StWN-Konzern vor Herausforderungen. Es ist davon auszugehen, dass der ertragsmäßige Ergebnisausgleich auf Ebene der Holdinggesellschaft StWN und den jeweiligen Tochterunternehmen N
-ERGIE und VAG nicht mehr vollständig gelingen wird,
sodass die Nettofehlbeträge der VAG in den kommenden Jahren zusätzlich kompensiert werden müssen.
Klinikum Nürnberg
Das Klinikum Nürnberg (Kommunalunternehmen)
schließt 2020 insbesondere aufgrund erklärter Forderungsverzichte innerhalb des Konzernverbundes mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von -4,98 Mio. € ab. Gegenüber dem Vorjahr (-3,62 Mio. €) fällt der Jahresfehlbetrag um 37,6 % deutlich höher aus. Auch gegenüber
dem Wirtschaftsplan liegt das Jahresergebnis schlechter. Der Wirtschaftsplan 2020 hatte noch einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -2,1 Mio. € ausgewiesen.
Die Corona-Pandemie stellt auch für das Klinikum eine
bisher noch nie dagewesene medizinische, organisatorische und auch finanzielle Herausforderung dar. Bislang
konnte die Situation jedoch gut beherrscht und die Versorgung im Katastrophenfall stets gewährleistet werden.
Aufgrund der Allgemeinverfügung vom 11.05.2020 hatten Krankenhäuser grundsätzlich, soweit medizinisch
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vertretbar, planbare stationäre Aufnahmen, stationäre
Operationen und Eingriffe sowie stationäre Rehabilitations-und Vorsorgeleistungen zu verschieben oder auszusetzen (Vorhaltepflicht), um möglichst umfangreiche Kapazitäten für die Versorgung von COVID-19 Patienten
und die Entlastung anderer Krankenhäuser freizumachen. Im Laufe des Jahres 2020 wurde die Vorhalteverpflichtung mit diversen weiteren Allgemeinverfügungen
entsprechend des Infektionsgeschehens angepasst, ein
Regelbetrieb war in 2020 nicht mehr möglich. Daher sind
die Leistungszahlen in allen Leistungsbereichen des Klinikums in 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger und somit nicht vergleichbar.
Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr
um 6,0 % auf 620,3 Mio. €. Die Erlöse aus Krankenhausleistungen erhöhten sich maßgeblich getragen durch die
Ausgleichszahlungen gegenüber dem Vorjahr um 7,0 %,
wohingegen die Erlöse aus Wahlleistungen mit -6,1 %
rückläufig waren. Die ambulanten Erlöse erhöhten sich
erneut überdurchschnittlich um 4,0 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind zurückgegangen (-13,9 %), was
im Wesentlichen auf geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (-7,3 Mio. €) zurückzuführen
ist.
Die Kostenstruktur des Klinikums wird im Wesentlichen
durch die Personalaufwendungen geprägt. Wesentliche
Aufwandsposition bei den Betriebsaufwendungen stellt
dabei mit insgesamt 405,8 Mio. € der Personalaufwand
dar. Gegenüber dem Vorjahr sind diese um 15,16 Mio. €
oder 3,9 % angestiegen. Der Aufwand für Lohn und Gehalt – ohne die Kosten für Sozialversicherung und Altersversorgung – hat sich um 14,7 Mio. € bzw. 4,7 % erhöht.
Der Anstieg der Lohn- und Gehaltssumme ohne Sozialabgaben und Altersversorgung ist im Wesentlichen auf
Tariferhöhungen zurückzuführen. Die Zahl der Vollkräfte
betrug in 2020 durchschnittlich 5.128 (Vorjahr: 4.952).
Für das Geschäftsjahr 2020 liegen die Veränderungsraten aus der Summe der Personal- und Sachaufwendungen sowie Abschreibungen mit 5,0 % deutlich unterhalb
der Veränderungsraten aus Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 5,5 %.
Insgesamt belief sich das Betriebsergebnis vor Investitionen, Zinsen und Steuern (EBITDA) im Jahr 2020 auf
13,1 Mio. € gegenüber 10,1 Mio. € im Vorjahr und 10,2
Mio. € in der Planung.
Aufgrund der Covid-19-Behandlungsbeschränkungen
von elektiven Fällen verringerte sich die vollstationäre
Fallzahl im 1. Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erheblich (-23,2 %). Der abgerechnete
Casemix 3, vor Prüfung durch den Medizinischen Dienst
der Krankenkassen, lag um 15,2 % unter Vorjahr, was
auf eine Erhöhung der durchschnittlichen Fallschwere
(+10,4 %) aufgrund von Covid-19-Fällen gegenüber Vorjahr zurückzuführen ist. Der Landesbasisfallwert 2021,
als wichtigste Berechnungsgrundlage der abgerechneten Leistungen, wurde gegenüber dem Vorjahr um rund
2,14 % erhöht und kann somit die Effekte aus den Tarifabschlüssen des TVöD nur anteilig kompensieren.
Mittelfristig ist die finanzielle Entwicklung erlösseitig
stark davon abhängig, wie sich das Infektionsgeschehen
weiterentwickelt und mit welchen Maßnahmen Gesetzgeber und Regierung darauf reagieren. Ebenso könnten
sich auf der Ausgabenseite bspw. die Lohnnebenkosten
deutlich erhöhen, um die gestiegenen Kosten in den sozialen Sicherungssystemen zu refinanzieren. Die ab
2024 vereinbarte vollständige Rückführung der Beschäftigten in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst
(TVöD) wird zu erhebliche Zusatzbelastung für den städtischen Haushalt führen. Schließlich ist nicht absehbar,
wie sich die staatliche Haushaltslage auf die in Zukunft
anstehenden Großbaumaßnahmen im Klinikum auswirkt. Hier bleibt nur abzuwarten, wie sich u.a. das Krankenhauszukunftsgesetz und weitere Initiativen des Freistaats auf die Förderquoten auswirken.
Flughafen Nürnberg GmbH
Die Geschäftsentwicklung des Albrecht Dürer Airports ist
bereits seit Mitte März 2020 nahezu ausschließlich durch
die Folgen der Corona-Pandemie bestimmt.
Der Konzern schloss das Jahr 2020 mit einem negativen
Ergebnis nach Steuern in Höhe von -41,21 Mio. € ab,
was einer Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr um
-44,22 Mio. € entspricht (Konzern-Jahresüberschuss
2019: 3,01 Mio. €).
Im Jahr 2020 wurden insgesamt rund 917.000 Fluggäste
befördert und damit 77,7 % weniger als im Vorjahr.
So verzeichnete beispielsweise Corendon Airlines
90.357 Passagiere (Rückgang um -48,2 % gegenüber
dem Vorjahr) und TUIfly beförderte mit lediglich 65.126
Passagieren insgesamt 49,6 % weniger Passagiere als
im Jahr 2019. Die Schließung der Ryanair-Basis zum
Sommerflugplan 2020 war eine weitere Veränderung,
die sich negativ auf die Entwicklung des Unternehmens
ausgewirkt hat.
Dieser erhebliche Rückgang im Flugverkehr führte zu
deutlich sinkenden Landeentgelten, Passagierentgelten
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sowie Abfertigungserlösen und hatte wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesellschaften und damit auf den Konzern. Die Umsatzerlöse
sind gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 63,4 Mio. €
auf 39,8 Mio. € zurückgegangen. Das EBITDA beträgt
-26,45 Mio. € und liegt damit 44,1 Mio. € unter dem Vorjahresniveau.
Der Fokus im Finanzbereich liegt während der CoronaPandemie auf dem Erhalt der Liquidität. Daher werden
alle Ausgaben und Investitionen auf Dringlichkeit hin
überprüft. Durch die Einführung von Kurzarbeit kann
Entlastung im Personalbereich geschaffen werden. Zusätzlich werden geplante bzw. neue Positionen nicht besetzt. Zum Ende des 2. Quartals 2021 liegt das kumulierte Ergebnis bei -20,5 Mio. € (2. Quartal Vorjahr: 16,1
Mio. €). Aufgrund anhaltender Reiseeinschränkungen infolge der Pandemie liegen die Umsatzerlöse in allen Geschäftsbereichen mit kumuliert +12,7 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (+22,9 Mio. €) und unter
Plan (+27,2 Mio. €).
Für das Geschäftsjahr 2021 ist coronabedingt mit einem
negativen Konzern-Jahresergebnis i.H.v. ca.-15,8 Mio. €
zu rechnen. Hierbei ist berücksichtigt, dass der aufgrund
der Bundesrahmenregelung beantragte Schadensausgleich, welcher ursprünglich in die letzte Hochrechnung
für das Geschäftsjahr 2020 eingeflossen ist, ergebniswirksam in 2021 vereinnahmt wird. Als Folge des langwierigen Abstimmungsprozesses zwischen Bund und
Länder in Bezug auf die Ausgestaltung und Abwicklung
des Schadensausgleiches für die Betriebsbereitschaft
während des ersten Lockdowns hat sich dessen Auszahlung in das Jahr 2021 verschoben. Dadurch ergibt
sich eine Verbesserung des erwarteten Jahresfehlbetrags gegenüber dem Wirtschaftsplan 2021 von 14,145
Mio. €.
wbg Nürnberg GmbH
In 2020 erzielte die Unternehmensgruppe einen Jahresüberschuss von rund 17,1 Mio. € (Vorjahr 14,8 Mio. €),
womit das Planergebnis um 5,2 Mio. € überschritten
wurde. Der Jahresüberschuss der wbg Nürnberg GmbH
lag bei 16,2Mio. € (Vorjahr 14,8 Mio. €).
Die Bilanzsumme der wbg Nürnberg GmbH hat sich von
722,94 Mio. € im Vorjahr auf rund 760,78 Mio. € erhöht.
Das Eigenkapital ist auf 293,9 Mio. € (Vorjahr: 277,7
Mio. €) angestiegen und hat damit erneut den Wert des
Unternehmens gesteigert.
Die Ertragssituation entwickelt sich damit weiterhin positiv, auch wenn die Unternehmensgruppe nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist.
Die Durchschnittsmiete aller wbg-eigenen Wohnungen
stieg pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat von 6,53
€ in 2019 auf 6,63 € in 2020. Dieser Wert liegt weiterhin
deutlich unter dem Durchschnitt des Nürnberger Mietenspiegels 2020 von derzeit monatlich 8,54 € je m² Wohnfläche. Gerade hier wird deutlich, dass die wbg dämpfend auf die Mietpreisentwicklung in Nürnberg einwirkt
und eine sehr verantwortungsvolle Mietpreispolitik umsetzt, die nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist,
sondern den satzungsmäßigen Auftrag der wbg Nürnberg GmbH ernst nimmt.
Eine zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren ist weiterhin die Entlastung des Wohnungsmarktes durch die verstärkte Neubautätigkeit. Hierzu sollen rund
1.000 Wohneinheiten bis zum Jahr 2020 neu errichtet
werden (sog. 1000-Wohnungen-Programm). Dabei soll
ein Anteil von etwa 780 Wohnungen im Bestand verbleiben und den Mietwohnungsmarkt entlasten. Bis zum
Jahr 2020 wurden dafür bislang rund 680 Wohnungen
im Bestand neu errichtet Elbinger Straße, IQ, Ostendstraße, Ingolstädter Straße, Parkwohnanlage, Coburger
Straße, NOW, Bertha-von-Suttner-Str. Johannis, Oskarvon-Miller-Straße, €pan). Anfang 2021 konnten der Vermietung zudem in der Neusalzer Straße weitere 36 Wohnungen (davon 18 EOF) neu zugeführt werden. Aufgrund des hohen Bedarfs an preisgünstigem Wohnraum
hat die Stadt Nürnberg daneben ein Sonderprogramm
Wohnen initiiert. Ziel dieses Sonderprogramms ist es,
städtische Flächen zur Beschleunigung der Bautätigkeit
zu aktivieren und diese unter anderem an die wbg zu
übertragen und durch diese entwickeln zu lassen. Die
betreffenden städtischen Grundstücke wurden in 2017
als Sacheinlage von der Stadt Nürnberg in die WBG
Nürnberg Beteiligungs GmbH (WBG Bet) eingebracht.
Auf den eingebrachten Grundstücken werden im Anlagevermögen ca. 315 Wohnungen mit einem hohen Anteil an gefördertem Wohnraum errichtet. Bis Ende des
Jahres 2020 wurden davon bereits 122 Wohnungen (davon 79 EOF, 43 mittelbare Belegung) in der Eduard-,
Bernhard- und Neuburger Straße (ehemals Gundelfinger
Straße), sowie Hinterm Bahnhof realisiert. Weitere 193
Wohnungen (davon 97 EOF) werden im Rahmen des
Projektes Colmberger Straße realisiert. Von diesen
Wohnungen sind 40 EOF-Wohnungen bereits im ersten
Halbjahr 2021 dem Markt zugegangen, die weiteren 153
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WE folgen sukzessive bis Jahresende. Insgesamt entspricht somit ein Anteil von ca. 70% dieser Wohnungen
den Kriterien der einkommensorientierten Förderung.
Im ersten Quartal 2021 fallen die Umsatzerlöse im Vergleich zum 1. Quartal 2020 um 6,8 Mio. € (-23,6 %) deutlich geringer aus. In der Vorschau auf das Gesamtjahr
werden planmäßige Umsatzerlöse erwartet (+1 %), wobei gleichzeitig um 26 % höhere Umsatzerlöse aus Betreuungstätigkeit erwartet werden. Dies ist auf eine verstärkte Betreuungstätigkeit in der wbg Urbanes Wohnen
St. Jobst GmbH (WBG St. Jobst), WBG Nürnberg Beteiligungs-GmbH (WBG Bet) und IS ImmoSolution GmbH
(ISG) zurückzuführen. Instandhaltungsleistungen, die im
Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht erfolgen
konnten, werden in 2021 nachgeholt werden. Aus diesem Grund steigt in der Vorschau auf das Gesamtjahr
der Instandhaltungs- und Modernisierungsaufwand um 7
% an. In der Vorschau wird die wbg das Geschäftsjahr
2021 voraussichtlich mit einem deutlich unterplanmäßigen Jahresergebnis in Höhe von 11,67 Mio. € abschließen (+1.4 Mio. € bzw. +12 % im Vergleich zum Planwert)
NürnbergMesse GmbH
Aufgrund der Corona-Pandemie und der daraus folgenden Absagen und Verschiebungen zahlreicher Veranstaltungen stellt das Geschäftsjahr 2020 mit 12.385 Ausstellern das schwächste Jahr der NürnbergMesse Group
seit 30 Jahren dar (1990: 12.227 Aussteller). Auch die
Besucherzahlen waren nur in den Anfangsjahren des
Unternehmens (1974, 1975, 1977) geringer als im
Corona-Jahr 2020. Folglich konnte mit 110,3 Mio. € Umsatz (Vorjahr: 285,7 Mio. €) nicht an die Erfolge der Vorjahre angeknüpft werden. Der Umsatz lag mit 175,4
Mio. € um 61,4 % unter dem des Vorjahres. In Relation
zum turnusgemäß vergleichbaren Geschäftsjahr 2018
entspricht dies einer Umsatzreduzierung von 204,8
Mio. € oder 65,0 %. Nach Veranstaltungsaufwendungen,
Personalaufwendungen, Abschreibungen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Bestandsveränderungen und
zuzüglich den sonstigen betrieblichen Erträgen sowie
dem Beteiligungsergebnis erzielte die NürnbergMesse
Group ein operatives Ergebnis von -67,6,4 Mio. € (2019:
8,4 Mio. €; 2018: 43,7 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern von - 68,9 Mio. € (2019: 7,6 Mio. €; 2018: 39,4
Mio. €). Die Nürnberg Messe GmbH zeigt für 2020 im
Einzelabschluss ein operatives Ergebnis von -54,0 Mio.
€ (Vorjahr: 6,9Mio. €). Zur Sicherung der Liquidität wurden aus der im Jahr 2017 durch die beiden Hauptgesellschafter (Stadt Nürnberg und Freistaat Bayern) beschlossene Eigenkapitalerhöhung von 100 Mio. € pro
Gesellschafter in zehn Jahrestranchen von je 10 Mio. €
im Zeitraum von 2018 bis 2027 bereits die Eigenkapitaltranchen der Jahre 2026 und 2027 in das Jahr 2021 vorgezogen. Aufgrund eines strikten Sparkurses konnten
2020 ca. 52 % und sollen 2021 ca. 49 % der im jeweiligen Wirtschaftsplan vorgesehenen Ausgaben für betriebliche Ausgaben und Großreparaturen, Personal und
Investitionen eingespart werden. Im laufenden Geschäftsjahr konnten im Bereich Eigen- und Partnerveranstaltungen digitale Umsatzerlöse aus der BIOFACH /
VIVANESS sowie der embedded world erzielt werden.
Im Bereich Gastveranstaltungen und NCC konnten als
Veranstaltung am Gelände die Prüfungen der FAU Nürnberg durchgeführt werden. Als größter Umsatzträger
fungierte das Impfzentrum der Stadt Nürnberg. Darüber
hinaus konnten zwei Veranstaltungen im Ausland sowie
die Beviale Moscow – diese erstmals wieder in Präsenzdurchgeführt werden. Der Umsatz lag im 1. Quartal 2021
mit rund 9 Mio. € um 6,5 Mio. € über Plan. Aufgrund höherer Umsatzerlöse und der zusätzlichen Einsparmaßnahmen werden sich jedoch das operative Ergebnis und
auch das Jahresergebnis gegenüber den Planwerten
des Wirtschaftsplanes 2021 verbessern. Gleichwohl
geht die NürnbergMesse für das Jahr 2021 aktuell von
einem negativen operativen Ergebnis sowie einem zweistelligen Millionenverlust zum Jahresende aus.
Noris Arbeit gGmbH
Das Geschäftsjahr 2020 stand von März an im Zeichen
der Corona-Pandemie. Aufgrund der Maßgaben der Gesetz- und Verordnungsgeber mussten viele Präsenzmaßnahmen zumindest zeitweilig eingestellt werden.
Die NOA hat deswegen einen entsprechenden Antrag
auf Leistungen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) gestellt, Kurzarbeitergeld für bestimmte
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Bereiche beantragt und andere wirtschaftliche Hilfen in
Anspruch genommen.
Auf der Grundlage des beschriebenen Geschäftsverlaufs wurde ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 0,751
Mio. € (im Vorjahr: Jahresüberschuss von 0,363 Mio. €)
erwirtschaftet. Der Jahresfehlbetrag ist hauptsächlich
auf die erheblich gesunkenen Umsatzerlöse zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden Umsatzerlöse in
Höhe von 9,800 Mio. € (im Vorjahr: 11,288 Mio. €) erzielt.
Dies entspricht einer Verringerung um 1,488 Mio. € bzw.
13,18 %. Die erhaltenen Zuschüsse sind von 7,692 Mio.
€ im Jahr 2019 auf 6,782 Mio. € gesunken. Dies entspricht einer Minderung um 0,910 Mio. € bzw. 11,83 %.
Die Umsätze sanken hauptsächlich wegen der pandemiebedingt schlechteren Belegungsquoten bzw. durch
die Unterbrechungen in den AGH-Maßnahmen. Auch
konnten aufgrund der Ladenschließungen weniger Umsatzerlöse im Bereich "Alles rund um`s Wohnen" und "Alles rund um`s Kind" erwirtschaftet werden.
Der Materialaufwand (0,893 Mio. €; im Vorjahr: 1,115
Mio. €) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,222 Mio. €
bzw. 19,91 % vermindert, da u. a. weniger Waren aufgrund der Ladenschließungen nachgeordert werden
mussten. Die Personalaufwendungen sanken im Jahr
2020 bedingt durch Abbau von Stammpersonal, die Einführung von Kurzarbeit ab Mai 2020 und die damit verbundenen Zuschüsse der Arbeitsagentur auf insgesamt
7,556 Mio. € (im Vorjahr: 8,013 Mio. €). Damit ergab sich
gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung um 0,457
Mio. € bzw. 5,71 %.
Der Rückgang der Umsatzerlöse konnte somit durch die
Einsparungen im Betriebsaufwand nicht kompensiert
werden. Das Jahresergebnis beinhaltet außerdem die
periodenfremde Belastung aus der steuerliche Außenprüfung für die Jahre 2012 bis 2015 und deren Wirkung
auf die Jahre 2016 bis 2019 mit insgesamt 0,137 Mio. €.
noris inklusion gemeinnützige GmbH
(vormals: Werkstatt für Behinderte der Stadt Nürnberg
gGmbH)
Die direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf
noris inklusion zeigten sich aus wirtschaftlicher Perspektive in unterschiedlicher Form. Umsatzeinbußen
in der Produktion, ein deutliches Mehr an medizinischem Sachaufwand, zusätzlich anfallende Raummieten, oder auch die zusätzlichen Personalkosten
auf der belastenden Seite, stehen ein deutlich reduzierter Materialaufwand, verringerte Reise-, Werbeund Fortbildungskosten, sowie eine geringe Reduzierung bei den Beschäftigtenlöhnen und Erlöse aus Versicherungsleistungen und Wirtschaftshilfen als „stabilisierende Effekte“ gegenüber.
Der Arbeitsbereich stand 2020 stark unter dem Eindruck der Corona-Pandemie, der sich deutlich in den
Arbeitserlösen widerspiegelte. Die Umsätze im Arbeitsbereich reduzierten sich im Jahr 2020 um 289 T€
auf 2.429 T€ (Vorjahr: 2.718 T€). Pandemiebedingt
konnte in allen Betriebsstätten der noris inklusion nur
reduziert produziert werden.
Im Werk Süd kam es im Jahr 2020 zu einem Umsatzrückgang von rund 36.000 €, der sich auf die reduzierten Produktionskapazitäten zurückführen lässt. Die reduzierte Anzahl an Beschäftigten verringert die Produktionskapazität im Werk Süd um rund ein Drittel.
Insbesondere die Arbeiten für einen A-Kunden konnten durch die verringerte Anzahl an Menschen mit Behinderung nicht im Ausmaß des Vorjahres geleistet
werden. Bei einem weiteren A-Kunden lag im zweiten
Quartal der Umsatzrückgang aufgrund des Materialflusses annähernd komplett still. Aufgrund dieser Umstände ist der geringe Rückgang sogar positiv zu werten. Der geringe Rückgang ist aber v. a. massiven
Aufwandsreduzierungen geschuldet.
Das Werk Nord konnte als einziger Standort seine
Umsatzerlöse auf dem Vorjahresniveau halten. Aufgrund der Corona-Pandemie gelang es jedoch leider
nicht, wie geplant Neukunden mit lukrativen Zusatzaufträgen zu akquirieren, um die Umsatzentwicklung
wieder zu steigern.
Im Werk West ist ein Rückgang von 205.000 € zu verzeichnen. Das geringere Druckaufkommen durch
städtische Dienststellen war bereits im Jahr 2019
deutlich spürbar. Eine weitere starke Reduzierung an
städtischen Aufträgen um rund 120.000 € ist nun auch
eine Folge der Corona-Pandemie, wodurch beispielsweise Angebote wie Flyerdruck für Veranstaltungen
komplett entfielen. Die im Werk Süd erwähnte Reduzierung an Erlösen bei einem A-Kunden ist im Werk
West ebenfalls merklich, da auch an diesem Standort
Montageaufträge für diesen Kunden bearbeitet wurden. Auch die Arbeitsfelder Grünpflege und Töpferei
in der Natur-Erlebnis-Gärtnerei mussten Rückgänge
verzeichnen.
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Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich lag mit einem Rohertrag von 830 T€ um 22 T€ über dem des
Vorjahres (808 T€, jedoch ohne 20 T€ Rohertrag
Waldcafe – ab 2020 bei noris gastro).
Das Werk Süd und das Werk Nord konnten trotz Pandemie durch hohe Kosteneinsparungen den Rohertrag steigern. Im Verkauf Marktplatz Marienberg konnten trotz zeitweiliger Schließungen der Verkaufsräume
Umsatzsteigerungen gegenüber dem Startjahr 2019
erzielt werden, was sich ebenfalls positiv auf den Rohertrag auswirkte.
In der Tochterfirma noris gastro gGmbH waren die
Lockdown-Auswirkungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe besonders spürbar. Nur einer der vier
Cafe-Standorte konnte zumindest im „To-Go-Betrieb“
im reduzierten Umfang geöffnet bleiben. Dies bedeutete einen Umsatzeinbruch gegenüber den geplanten
Einnahmen von ca. 220.000 €. Durch diese Einbußen
war die für 2020 geplante Konsolidierung nicht ansatzweise umsetzbar. Allein aufgrund von staatlichen Wirtschaftshilfen und dem Einsatz von Kurzarbeit war es
der noris gastro gGmbH möglich, das Defizit im Jahr
2020 auf einem überschaubaren Niveau zu halten,
was zu einer Verlustübernahme durch die noris inklusion von 23 T€ führt.
Das Gesamtergebnis nach Steuern lag zum 31.12. bei
-325 T€ (Vorjahr: -713 T€), der Jahresfehlbetrag lag
bei 344 T€ (Vorjahr: 734 T€).
Die Verbesserung des Ergebnisses in dieser Höhe
wurde nicht erwartet und spiegelt die schwer kalkulierbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie wieder.
Bei der deutlichen Verbesserung des Gesamtergebnisses ist zu beachten, dass coronabedingte Themen
und der Ausbau an Angeboten bzw. Teilnehmerzahlen
hierfür ursächlich sind. In Erwartung rücklaufender
Umsätze in den Werkstätten wurden viele Aufwandspositionen auf den Prüfstand gestellt. Insbesondere
wurden eingeplante Instandsetzungsaufwendungen,
Ersatz von Ausstattung und auch Materialbezug von
weit über 300 T€ nicht getätigt. Zusätzliche höhere
Entgelteinnahmen aufgrund Angebotsausbau TENE
und mehr Teilnehmern im Berufsbildungsbereich sowie Versicherungsleistungen aus Schadensfällen trugen in der Gesamtschau dazu bei, dass die UmsatzRückgänge in den Werkstätten bezogen auf das Gesamtergebnis mehr als ausgeglichen werden konnten.
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