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D.1 Wirtschaftliche Lage ausgewählter Beteiligungen

Haushalt 2022 · Band 3 · Seiten 236–243 · Seiten 236–243 im PDF ansehen · Original bei der Stadt ↗

Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.

D.1 Kurzzusammenfassung der wirtschaftlichen Lage ausgewählter Beteiligungen Die Stadt Nürnberg erfüllt ihre vielfältigen Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nicht nur durch ihre klassischen Dienststellen der Stadtverwaltung. Ei￾nen nicht unerheblichen Teil der Aufgaben hat die Stadt Nürnberg auf Unternehmen übertragen, an denen sie unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist. Die wirtschaftliche Situation der meisten ausgewählten Beteiligungen wurde im Geschäftsjahr 2020 fast aus￾schließlich negativ durch die Corona-Pandemie beein￾flusst. Das Jahresergebnis 2020 der Städtische Werke Nürn￾berg GmbH mit einem Jahresüberschuss von 10,46 Mio. € ist auf die Ergebnisabführungen der N-ER￾GIE zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Ergebnisabführung des N-ERGIE AG Teilkonzerns an die StWN GmbH um rund 2,6 Mio. € auf 72,3 Mio. € (Vor￾jahr: 69,7 Mio. €). Gleichzeitig erhöht sich der Zuschuss￾bedarf der VAG im Vergleich zum Vorjahr um knapp 13,1 Mio. € auf rund 89,5 Mio. €. Das Klinikum Nürnberg schließt 2020 erneut mit ei￾nem Jahresfehlbetrag (-4,98 Mio. €) ab, der um 1,36 Mio. € höher ausfällt als im Vorjahr (2019: Jahresfehl￾betrag -3,62 Mio. €). Der Wirtschaftsplan 2020 hatte noch einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -2,1 Mio. € ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund sind weiterhin Maßnahmen zur strukturellen Verbesserung der Kos￾tensituation erforderlich. Mit lediglich 917.000 Passagieren im Jahr 2020 war ein um ca. 77,7 % rückläufiges Passagiervolumen am Alb￾recht Dürer Airport Nürnberg zu verzeichnen. Dage￾gen lag im Vorjahr die Zahl der beförderten Fluggäste bei 4,1 Millionen. Der drastische Rückgang lässt sich fast ausschließlich auf die weiterhin anhaltende Corona-Pan￾demie zurückführen. Das geringere Verkehrsaufkom￾men hatte wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesellschaften und damit auf den Konzern. So ergibt sich für 2020 ein Konzernverlust nach Steuern in Höhe von 41,21 Mio. € (Vorjahr: +3,01 Mio. €). Der Konzernumsatz liegt in 2020 bei lediglich 39,84 Mio. €. Das EBITDA beträgt -26,45 Mio. € und liegt damit 44,1 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Der Jahresüberschuss der wbg Nürnberg GmbH lag 2020 bei 16,2 Mio. € (Vorjahr: 14,8 Mio. €). Die Ertrags￾situation war damit erneut positiv, auch wenn die Unter￾nehmensgruppe nicht auf Gewinnmaximierung ausge￾richtet ist. Die Durchschnittsmiete aller wbg-eigenen Wohnungen lag 2020 pro Quadratmeter Wohnfläche bei 6,63 €. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Nürnberger Mietenspiegels 2020 von monatlich 8,54 € je m² Wohnfläche. Gerade hier wird deutlich, dass die wbg dämpfend auf die Mietpreisent￾wicklung in Nürnberg einwirkt und eine sehr verantwor￾tungsvolle Mietpreispolitik umsetzt, die den satzungsmä￾ßigen Auftrag der wbg Nürnberg GmbH ernst nimmt. Gleichzeitig investiert die wbg in den Bestand und setzt ein ambitioniertes Neubauprogramm um. Für die NürnbergMesse Group ist wegen der Corona￾Pandemie und der daraus folgenden Absagen und Ver￾schiebungen zahlreicher Veranstaltungen das Ge￾schäftsjahr 2020 mit 12.385 Ausstellern das schwächste Jahr der NürnbergMesse Group seit 30 Jahren. Folglich konnte mit 110,3 Mio. € Umsatz (Vorjahr: 285,7 Mio.) nicht an die Erfolge der Vorjahre angeknüpft werden. Der Umsatz lag mit 175,4 Mio. € um 61,4% unter Vorjahres￾niveau. In Relation zum turnusgemäß vergleichbaren Geschäftsjahr 2018 entspricht dies einer Umsatzsen￾kung von 204,8 Mio. € oder 65,0%. Das operative Ergeb￾nis beträgt -67,6,4 Mio. € (2019: 8,4 Mio. €; 2018: 43,7 Mio. €) und das Ergebnis vor Steuern -68,9 Mio. € (2019: 7,6 Mio. €; 2018: 39,4 Mio. €). Die NürnbergMesse GmbH zeigt für 2020 im Einzelabschluss ein operatives Ergebnis von -54,0 Mio. € (Vorjahr: 6,9 Mio. €). Die Noris Arbeit gGmbH hat im Geschäftsjahr 2020 ei￾nen weit überwiegend pandemiebedingten Jahresfehlbe￾trag in Höhe von 751 T€ ausgewiesen. Er enthält zudem eine periodenfremde Belastung aufgrund Steuerrückzah￾lungsverpflichtungen in Höhe von 135 T€ aus einer steu￾erlichen Außenprüfung. Der Rückgang der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 13,18 % konnte trotz Kos￾teneinsparung und Kurzarbeit auch durch staatliche Hil￾fen nicht im selben Umfang ausgeglichen werden. Bei der noris inklusion gemeinnützige GmbH ist im Jahresergebnis 2020 ein Verlust in Höhe von -344 T€ zu verzeichnen, der um 389 T€ unter dem Vorjahresniveau (2019: 734 T€) liegt. Diese Verbesserung wurde im We￾sentlichen durch erhebliche Einsparungen und das Ver￾schieben von Instandhaltungen sowie dem Erhalt von umfangreichen Versicherungsleistungen erreicht. Aus Konzernholding-Sicht ist in 2020 insgesamt bei den Beteiligungen ein weitestgehend coronabedingt nega￾tive Entwicklung zu konstatieren. Diese Entwicklung hat auch einen unmittelbaren Einfluss auf das Konzerner￾gebnis und auf den städtischen Kernhaushalt. In der Vor￾schau auf das Geschäftsjahr 2021 ist festzustellen, dass sich diese Entwicklung im Zuge der anhaltenden Corona-Pandemie fortführen wird, insbesondere beim Albrecht Dürer Airport Nürnberg, der VAG, der Nürn￾bergMesse Group sowie dem Klinikum Nürnberg. 233 Städtische Werke Nürnberg GmbH Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der StWN GmbH ist im Geschäftsjahr 2020, wie bereits im Vorjahr, geprägt durch Sondereffekte. Die StWN GmbH schließt das Geschäftsjahr 2020 mit ei￾nem Jahresüberschuss von rund 10,46 Mio. € ab. Damit verschlechtert sich das Jahresergebnis im Vergleich zu 2019 (Jahresüberschuss in Höhe von 64,31 Mio. €) um 53,8 Mio. € bzw. 83,7 %. Das positive Ergebnis der Geschäftstätigkeit von 13,7 Mio. € ist deutlich besser, als geplant. Gründe hier￾für sind insbesondere auf die außerordentlichen Erträge aus dem Verkauf der wbg-Anteile zurückzuführen. Das Jahresergebnis der StWN GmbH ist weitestgehend durch die Ergebnisabführungen bestimmt. Maßgeblich für das Jahresergebnis ist daher vor allem die Ergebnis￾entwicklung bei den Tochtergesellschaften N-ERGIE und der VAG. Die N-ERGIE führte einen Gewinn von 72,3 Mio. € (Vorjahr: 69,7 Mio. €) an die StWN ab, wäh￾rend die VAG einen Zuschussbedarf von 89,5 Mio. € (Vorjahr: 76,4 Mio. €) aufweist. Selbstverständlich war auch in 2020 die Energiewende im Allgemeinen und das Engagement der N-ERGIE AG im Bereich erneuerbare Energien weiterhin ein dominie￾rendes Thema. Für die Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH (GKI), Vohburg, an der die N-ERGIE mit 25,2 % beteiligt ist, wurde zum 1. Oktober 2020 von den Gesellschaftern entscheiden, das Kraftwerk nach sieben Jahren in der Netzreserve wieder in den Markt zu nehmen. Grund da￾für sind verbesserte Marktpreisentwicklungen mit einem verbesserten Erzeugungsspread. Die Märkte der Energiewirtschaft stehen vor großen Her￾ausforderungen und müssen sich im Sinne der Energie￾wende neu definieren. Dieser Strukturwandel wird nicht nur durch den Übergang von fossilen auf erneuerbare Energieträger bestimmt, sondern zunehmend auch von smarten Technologien zur Übertragung, Speicherung und Flexibilisierung sowie zum Ausbau der Elektromobi￾lität, da sich durch die Digitalisierung komplett neue Ge￾schäftsfelder eröffnen. Das beherrschende Thema im Bereich Vertrieb war in 2020 die Corona-Pandemie. Während die Auswirkungen im Privatkundenbereich überschaubar blieben, ergaben sich im Bereich Key-Account- und Geschäftskunden Ab￾satz-Rückgänge im Vergleich zu Vorjahr. Dadurch be￾dingt reduzierte sich der gesamte Stromabsatz der N￾ERGIE gegenüber dem Vorjahr um 4,6 %. Der Absatz von Fernwärme lag nahezu auf Vorjahresniveau und der Wasser-Absatz sank um 2,6 % gegenüber dem Vorjah￾reswert. Im Verlauf der Corona-Pandemie hat das Thema Digitalisierung in der Energiewirtschaft weiter an Bedeutung gewonnen. Dabei wurden die internen und externen Geschäftsprozesse vermehr digitalisiert und di￾gitale Lösungen zur Koppelung der verschiedenen Ener￾giesektoren eingesetzt. Insgesamt entwickelte sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der N-ERGIE AG in 2020 positiv. Das Ergeb￾nis der Geschäftstätigkeit des Jahres 2020 liegt mit 129,1 Mio. € um 5,99 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Aufgrund des Organschaftsverhältnisses erhält die Thüga Aktiengesellschaft, München, als außenstehende Aktionärin eine Ausgleichszahlung in Höhe von rund 31,6 Mio. €. Unter Berücksichtigung des Steuerauf￾wands und nach Dotierung der Gewinnrücklage konnten an den Organträger StWN GmbH rund 72,3 Mio. € (Vor￾jahr: 69,7 Mio. €) abgeführt werden. Der Geschäftsverlauf der zweiten wesentlichen Einheit des StWN-Konzerns, die VAG, spiegelt die zunehmende Bedeutung des Personennahverkehrs und die Auswir￾kungen der Corona-Pandemie wider. Die VAG beförderte im Jahr 2020 in Nürnberg (Nürnberg mit Nachbarorten und U-Bahn Fürth) rund 121,6 Mio. Fahrgäste (20,2 % weniger im Vergleich zum Vorjahr). Wie auch im Bundesdurchschnitt, gingen die Fahrgast￾zahlen in den Lockdown-Phasen drastisch zurück. Die VAG führt kontinuierliche Marktanalysen zum Mobi￾litätsverhalten der Nürnberger Bevölkerung inklusive ei￾ner Erhebung der Einschätzungen und Einstellungen zum ÖPNV durch. Bis zum Ausbruch der Corona-Pan￾demie war erneut ein Anstieg der ÖPNV-Nutzung fest￾zustellen. So beliefen sich die ÖPNV-Fahrten auf durch￾schnittlich 233 Fahrten pro Person und damit drei Fahr￾ten mehr als 2019. Der ÖPNV-Anteil erreichte bis zum Pandemie-Beginn mit 23,3 % den bislang höchsten ge￾messenen Wert (Vorjahr: 23,1 %). Gleichzeitig lag der Pkw-Anteil mit 28,6 % auf dem bislang niedrigsten Ni￾veau. Mit dem Ausbruch der Pandemie traten struktu￾relle Veränderungen ein. So sank der ÖPNV-Anteil von März bis Mai 2020 auf 12,0 % und erhöhte sich anschlie￾ßend für das restliche Jahr 2020 auf 17,0 %. 234 Der Zufriedenheitsindex (Saldo aus Anteil zufriedener und unzufriedener Kunden) mit dem Nürnberger ÖPNV stellt einen Mittelwert aus 34 spezifisch erhobenen Leis￾tungsmerkmalen wie Sauberkeit, Pünktlichkeit oder Fahrtzeit dar und lag mit +56 auf dem Vorjahresniveau. Die Messung während der Pandemie ergab in den Som￾mermonaten einen Anstieg des Index auf +70. Zum 1. Januar 2020 blieben die Preise im VGN unver￾ändert und unterlagen nicht der jährlichen Tarifanpas￾sung, die dadurch entstehenden rechnerischen Minder￾fahrgeldeinnahmen werden im Rahmen des sogenann￾ten „VGN-Innovationspakets“ mindestens bis zum Jahr 2024 vollständig durch den Freistaat Bayern und die zu￾gehörigen Gebietskörperschaften ausgeglichen, wel￾ches noch weitere Maßnahmen umfasst. Die Verkaufsentwicklung war trotz dieser tariflichen so￾wie vertrieblichen Maßnahmen pandemiebedingt insge￾samt stark rückläufig. Die Zahl der Vertragskunden und damit der in diesem Segment generierte Umsatz konnte u.a. durch vorübergehende, zusätzliche Kundenbin￾dungsmaßnahmen zunächst vergleichsweise stabil ge￾halten werden. Kommunikations- und Werbemaßnah￾men wurden kurzfristig an die Anforderungen der Pan￾demie angepasst. Im Bartarif, bei KombiTickets zu Ver￾anstaltungen sowie im Segment der unpersönlichen Mo￾natszeitkarten waren allerdings erhebliche Verkaufs￾rückgänge zu verzeichnen. Insgesamt verringerten sich die Verkehrserlöse im Be￾richtsjahr 2020 im Vorjahresvergleich coronabedingt um knapp 25 % auf rund 118,6 Mio. €. Die öffentlichen Aus￾gleichsleistungen für die Schwerbehindertenbeförde￾rung sowie für den Schülerverkehr nehmen dabei um 26,1 % bzw. um 27,9 % ab. Der Rettungsschirm von Bund und Ländern (insgesamt 27,23 Mio. € in 2020) konnte größere wirtschaftliche Schäden abmildern. Die Umsatzerlöse der VAG insgesamt sanken im Geschäfts￾jahr 2020 um rund 41,8 Mio. € auf 134,7 Mio. €. Auf der Aufwandseite fällt die Erhöhung des Materialauf￾wands um 6,8 % und des Personalaufwands um 3,4 % zum Vorjahr ins Gewicht. Darin enthalten ist die Tarifer￾höhung vom 01.07.2019 um 3,3 %. Weiterhin sind im Jahresverlauf durchschnittlich 104 Arbeitnehmer/innen mehr beschäftigt. Die sozialen Abgaben und Aufwen￾dungen für Altersversorgung und für Unterstützung be￾wegen sich auf Vorjahresniveau. Die planmäßigen Abschreibungen liegen um 631 T€ (3,0 %) über dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieb￾lichen Aufwendungen reduzieren sich im Berichtsjahr um 891 T€. Dies ist hauptsächlich auf eine geringere Zu￾führung zur Rückstellung für Verbundeinnahmen sowie eine geringere Konzessionsabgabe zurückzuführen. Das negative Jahresergebnis und somit der Zuschuss￾bedarf erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund der höheren bezogenen Leistungen und der Personalaufwendungen um 13,1 Mio. € auf 89, 5 Mio. €. Das negative Jahresergebnis wird auf Basis des beste￾henden Ergebnisabführungsvertrags von der Mutterge￾sellschaft StWN ausgeglichen. Zum Stand Ende Quartal 1/2021 geht die N-ERGIE da￾von aus, dass die Ergebnisabführung an die Städtischen Werke in geplantem Umfang erfolgen kann. Zugleich zeigt sich bei der VAG eine Verschlechterung hinsicht￾lich des Zuschussbedarfs im Vergleich zum Vorjahres￾zeitraum um 12,3 Mio. €. Hier führen die Corona-Pande￾mie und die daraus resultierenden Einschränkungen im öffentlichen Leben seit März 2020 zu einem deutlichen Einbruch der Verkehrserlöse. Im ersten Quartal des Ge￾schäftsjahres 2021 hat sich die Zahl der ÖV-Fahrten im Vergleich zum Vorjahresquartal und zum Plan jeweils er￾heblich verringert. Die Beförderungsleistung im Stadtge￾biet Nürnberg einschließlich U-Bahn Fürth liegt im 1. Quartal 2021 um 24,2 % unter dem Vorjahrsniveau. Die Ertragslage steht aufgrund der coronabedingten Minder￾einnahmen im gesamtem StWN-Konzern vor Herausfor￾derungen. Es ist davon auszugehen, dass der ertrags￾mäßige Ergebnisausgleich auf Ebene der Holdinggesell￾schaft StWN und den jeweiligen Tochterunternehmen N -ERGIE und VAG nicht mehr vollständig gelingen wird, sodass die Nettofehlbeträge der VAG in den kommen￾den Jahren zusätzlich kompensiert werden müssen. Klinikum Nürnberg Das Klinikum Nürnberg (Kommunalunternehmen) schließt 2020 insbesondere aufgrund erklärter Forde￾rungsverzichte innerhalb des Konzernverbundes mit ei￾nem Jahresfehlbetrag in Höhe von -4,98 Mio. € ab. Ge￾genüber dem Vorjahr (-3,62 Mio. €) fällt der Jahresfehl￾betrag um 37,6 % deutlich höher aus. Auch gegenüber dem Wirtschaftsplan liegt das Jahresergebnis schlech￾ter. Der Wirtschaftsplan 2020 hatte noch einen Jahres￾fehlbetrag in Höhe von -2,1 Mio. € ausgewiesen. Die Corona-Pandemie stellt auch für das Klinikum eine bisher noch nie dagewesene medizinische, organisatori￾sche und auch finanzielle Herausforderung dar. Bislang konnte die Situation jedoch gut beherrscht und die Ver￾sorgung im Katastrophenfall stets gewährleistet werden. Aufgrund der Allgemeinverfügung vom 11.05.2020 hat￾ten Krankenhäuser grundsätzlich, soweit medizinisch 235 vertretbar, planbare stationäre Aufnahmen, stationäre Operationen und Eingriffe sowie stationäre Rehabilitati￾ons-und Vorsorgeleistungen zu verschieben oder auszu￾setzen (Vorhaltepflicht), um möglichst umfangreiche Ka￾pazitäten für die Versorgung von COVID-19 Patienten und die Entlastung anderer Krankenhäuser freizuma￾chen. Im Laufe des Jahres 2020 wurde die Vorhaltever￾pflichtung mit diversen weiteren Allgemeinverfügungen entsprechend des Infektionsgeschehens angepasst, ein Regelbetrieb war in 2020 nicht mehr möglich. Daher sind die Leistungszahlen in allen Leistungsbereichen des Kli￾nikums in 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich nied￾riger und somit nicht vergleichbar. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 6,0 % auf 620,3 Mio. €. Die Erlöse aus Krankenhaus￾leistungen erhöhten sich maßgeblich getragen durch die Ausgleichszahlungen gegenüber dem Vorjahr um 7,0 %, wohingegen die Erlöse aus Wahlleistungen mit -6,1 % rückläufig waren. Die ambulanten Erlöse erhöhten sich erneut überdurchschnittlich um 4,0 %. Die sonstigen be￾trieblichen Erträge sind zurückgegangen (-13,9 %), was im Wesentlichen auf geringere Erträge aus der Auflö￾sung von Rückstellungen (-7,3 Mio. €) zurückzuführen ist. Die Kostenstruktur des Klinikums wird im Wesentlichen durch die Personalaufwendungen geprägt. Wesentliche Aufwandsposition bei den Betriebsaufwendungen stellt dabei mit insgesamt 405,8 Mio. € der Personalaufwand dar. Gegenüber dem Vorjahr sind diese um 15,16 Mio. € oder 3,9 % angestiegen. Der Aufwand für Lohn und Ge￾halt – ohne die Kosten für Sozialversicherung und Alters￾versorgung – hat sich um 14,7 Mio. € bzw. 4,7 % erhöht. Der Anstieg der Lohn- und Gehaltssumme ohne Sozial￾abgaben und Altersversorgung ist im Wesentlichen auf Tariferhöhungen zurückzuführen. Die Zahl der Vollkräfte betrug in 2020 durchschnittlich 5.128 (Vorjahr: 4.952). Für das Geschäftsjahr 2020 liegen die Veränderungsra￾ten aus der Summe der Personal- und Sachaufwendun￾gen sowie Abschreibungen mit 5,0 % deutlich unterhalb der Veränderungsraten aus Umsatzerlösen und sonsti￾gen betrieblichen Erträgen in Höhe von 5,5 %. Insgesamt belief sich das Betriebsergebnis vor Investi￾tionen, Zinsen und Steuern (EBITDA) im Jahr 2020 auf 13,1 Mio. € gegenüber 10,1 Mio. € im Vorjahr und 10,2 Mio. € in der Planung. Aufgrund der Covid-19-Behandlungsbeschränkungen von elektiven Fällen verringerte sich die vollstationäre Fallzahl im 1. Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahres￾zeitraum erheblich (-23,2 %). Der abgerechnete Casemix 3, vor Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, lag um 15,2 % unter Vorjahr, was auf eine Erhöhung der durchschnittlichen Fallschwere (+10,4 %) aufgrund von Covid-19-Fällen gegenüber Vor￾jahr zurückzuführen ist. Der Landesbasisfallwert 2021, als wichtigste Berechnungsgrundlage der abgerechne￾ten Leistungen, wurde gegenüber dem Vorjahr um rund 2,14 % erhöht und kann somit die Effekte aus den Tarif￾abschlüssen des TVöD nur anteilig kompensieren. Mittelfristig ist die finanzielle Entwicklung erlösseitig stark davon abhängig, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt und mit welchen Maßnahmen Gesetz￾geber und Regierung darauf reagieren. Ebenso könnten sich auf der Ausgabenseite bspw. die Lohnnebenkosten deutlich erhöhen, um die gestiegenen Kosten in den so￾zialen Sicherungssystemen zu refinanzieren. Die ab 2024 vereinbarte vollständige Rückführung der Beschäf￾tigten in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) wird zu erhebliche Zusatzbelastung für den städ￾tischen Haushalt führen. Schließlich ist nicht absehbar, wie sich die staatliche Haushaltslage auf die in Zukunft anstehenden Großbaumaßnahmen im Klinikum aus￾wirkt. Hier bleibt nur abzuwarten, wie sich u.a. das Kran￾kenhauszukunftsgesetz und weitere Initiativen des Frei￾staats auf die Förderquoten auswirken. Flughafen Nürnberg GmbH Die Geschäftsentwicklung des Albrecht Dürer Airports ist bereits seit Mitte März 2020 nahezu ausschließlich durch die Folgen der Corona-Pandemie bestimmt. Der Konzern schloss das Jahr 2020 mit einem negativen Ergebnis nach Steuern in Höhe von -41,21 Mio. € ab, was einer Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr um -44,22 Mio. € entspricht (Konzern-Jahresüberschuss 2019: 3,01 Mio. €). Im Jahr 2020 wurden insgesamt rund 917.000 Fluggäste befördert und damit 77,7 % weniger als im Vorjahr. So verzeichnete beispielsweise Corendon Airlines 90.357 Passagiere (Rückgang um -48,2 % gegenüber dem Vorjahr) und TUIfly beförderte mit lediglich 65.126 Passagieren insgesamt 49,6 % weniger Passagiere als im Jahr 2019. Die Schließung der Ryanair-Basis zum Sommerflugplan 2020 war eine weitere Veränderung, die sich negativ auf die Entwicklung des Unternehmens ausgewirkt hat. Dieser erhebliche Rückgang im Flugverkehr führte zu deutlich sinkenden Landeentgelten, Passagierentgelten 236 sowie Abfertigungserlösen und hatte wesentlichen Ein￾fluss auf die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesell￾schaften und damit auf den Konzern. Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 63,4 Mio. € auf 39,8 Mio. € zurückgegangen. Das EBITDA beträgt -26,45 Mio. € und liegt damit 44,1 Mio. € unter dem Vor￾jahresniveau. Der Fokus im Finanzbereich liegt während der Corona￾Pandemie auf dem Erhalt der Liquidität. Daher werden alle Ausgaben und Investitionen auf Dringlichkeit hin überprüft. Durch die Einführung von Kurzarbeit kann Entlastung im Personalbereich geschaffen werden. Zu￾sätzlich werden geplante bzw. neue Positionen nicht be￾setzt. Zum Ende des 2. Quartals 2021 liegt das kumu￾lierte Ergebnis bei -20,5 Mio. € (2. Quartal Vorjahr: 16,1 Mio. €). Aufgrund anhaltender Reiseeinschränkungen in￾folge der Pandemie liegen die Umsatzerlöse in allen Ge￾schäftsbereichen mit kumuliert +12,7 Mio. € deutlich un￾ter dem Niveau des Vorjahres (+22,9 Mio. €) und unter Plan (+27,2 Mio. €). Für das Geschäftsjahr 2021 ist coronabedingt mit einem negativen Konzern-Jahresergebnis i.H.v. ca.-15,8 Mio. € zu rechnen. Hierbei ist berücksichtigt, dass der aufgrund der Bundesrahmenregelung beantragte Schadensaus￾gleich, welcher ursprünglich in die letzte Hochrechnung für das Geschäftsjahr 2020 eingeflossen ist, ergebnis￾wirksam in 2021 vereinnahmt wird. Als Folge des lang￾wierigen Abstimmungsprozesses zwischen Bund und Länder in Bezug auf die Ausgestaltung und Abwicklung des Schadensausgleiches für die Betriebsbereitschaft während des ersten Lockdowns hat sich dessen Aus￾zahlung in das Jahr 2021 verschoben. Dadurch ergibt sich eine Verbesserung des erwarteten Jahresfehlbe￾trags gegenüber dem Wirtschaftsplan 2021 von 14,145 Mio. €. wbg Nürnberg GmbH In 2020 erzielte die Unternehmensgruppe einen Jahres￾überschuss von rund 17,1 Mio. € (Vorjahr 14,8 Mio. €), womit das Planergebnis um 5,2 Mio. € überschritten wurde. Der Jahresüberschuss der wbg Nürnberg GmbH lag bei 16,2Mio. € (Vorjahr 14,8 Mio. €). Die Bilanzsumme der wbg Nürnberg GmbH hat sich von 722,94 Mio. € im Vorjahr auf rund 760,78 Mio. € erhöht. Das Eigenkapital ist auf 293,9 Mio. € (Vorjahr: 277,7 Mio. €) angestiegen und hat damit erneut den Wert des Unternehmens gesteigert. Die Ertragssituation entwickelt sich damit weiterhin posi￾tiv, auch wenn die Unternehmensgruppe nicht auf Ge￾winnmaximierung ausgerichtet ist. Die Durchschnittsmiete aller wbg-eigenen Wohnungen stieg pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat von 6,53 € in 2019 auf 6,63 € in 2020. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Nürnberger Mieten￾spiegels 2020 von derzeit monatlich 8,54 € je m² Wohn￾fläche. Gerade hier wird deutlich, dass die wbg dämp￾fend auf die Mietpreisentwicklung in Nürnberg einwirkt und eine sehr verantwortungsvolle Mietpreispolitik um￾setzt, die nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sondern den satzungsmäßigen Auftrag der wbg Nürn￾berg GmbH ernst nimmt. Eine zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren ist weiter￾hin die Entlastung des Wohnungsmarktes durch die ver￾stärkte Neubautätigkeit. Hierzu sollen rund 1.000 Wohneinheiten bis zum Jahr 2020 neu errichtet werden (sog. 1000-Wohnungen-Programm). Dabei soll ein Anteil von etwa 780 Wohnungen im Bestand verblei￾ben und den Mietwohnungsmarkt entlasten. Bis zum Jahr 2020 wurden dafür bislang rund 680 Wohnungen im Bestand neu errichtet Elbinger Straße, IQ, Ostend￾straße, Ingolstädter Straße, Parkwohnanlage, Coburger Straße, NOW, Bertha-von-Suttner-Str. Johannis, Oskar￾von-Miller-Straße, €pan). Anfang 2021 konnten der Ver￾mietung zudem in der Neusalzer Straße weitere 36 Woh￾nungen (davon 18 EOF) neu zugeführt werden. Auf￾grund des hohen Bedarfs an preisgünstigem Wohnraum hat die Stadt Nürnberg daneben ein Sonderprogramm Wohnen initiiert. Ziel dieses Sonderprogramms ist es, städtische Flächen zur Beschleunigung der Bautätigkeit zu aktivieren und diese unter anderem an die wbg zu übertragen und durch diese entwickeln zu lassen. Die betreffenden städtischen Grundstücke wurden in 2017 als Sacheinlage von der Stadt Nürnberg in die WBG Nürnberg Beteiligungs GmbH (WBG Bet) eingebracht. Auf den eingebrachten Grundstücken werden im Anla￾gevermögen ca. 315 Wohnungen mit einem hohen An￾teil an gefördertem Wohnraum errichtet. Bis Ende des Jahres 2020 wurden davon bereits 122 Wohnungen (da￾von 79 EOF, 43 mittelbare Belegung) in der Eduard-, Bernhard- und Neuburger Straße (ehemals Gundelfinger Straße), sowie Hinterm Bahnhof realisiert. Weitere 193 Wohnungen (davon 97 EOF) werden im Rahmen des Projektes Colmberger Straße realisiert. Von diesen Wohnungen sind 40 EOF-Wohnungen bereits im ersten Halbjahr 2021 dem Markt zugegangen, die weiteren 153 237 WE folgen sukzessive bis Jahresende. Insgesamt ent￾spricht somit ein Anteil von ca. 70% dieser Wohnungen den Kriterien der einkommensorientierten Förderung. Im ersten Quartal 2021 fallen die Umsatzerlöse im Ver￾gleich zum 1. Quartal 2020 um 6,8 Mio. € (-23,6 %) deut￾lich geringer aus. In der Vorschau auf das Gesamtjahr werden planmäßige Umsatzerlöse erwartet (+1 %), wo￾bei gleichzeitig um 26 % höhere Umsatzerlöse aus Be￾treuungstätigkeit erwartet werden. Dies ist auf eine ver￾stärkte Betreuungstätigkeit in der wbg Urbanes Wohnen St. Jobst GmbH (WBG St. Jobst), WBG Nürnberg Betei￾ligungs-GmbH (WBG Bet) und IS ImmoSolution GmbH (ISG) zurückzuführen. Instandhaltungsleistungen, die im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht erfolgen konnten, werden in 2021 nachgeholt werden. Aus die￾sem Grund steigt in der Vorschau auf das Gesamtjahr der Instandhaltungs- und Modernisierungsaufwand um 7 % an. In der Vorschau wird die wbg das Geschäftsjahr 2021 voraussichtlich mit einem deutlich unterplanmäßi￾gen Jahresergebnis in Höhe von 11,67 Mio. € abschlie￾ßen (+1.4 Mio. € bzw. +12 % im Vergleich zum Planwert) NürnbergMesse GmbH Aufgrund der Corona-Pandemie und der daraus folgen￾den Absagen und Verschiebungen zahlreicher Veran￾staltungen stellt das Geschäftsjahr 2020 mit 12.385 Aus￾stellern das schwächste Jahr der NürnbergMesse Group seit 30 Jahren dar (1990: 12.227 Aussteller). Auch die Besucherzahlen waren nur in den Anfangsjahren des Unternehmens (1974, 1975, 1977) geringer als im Corona-Jahr 2020. Folglich konnte mit 110,3 Mio. € Um￾satz (Vorjahr: 285,7 Mio. €) nicht an die Erfolge der Vor￾jahre angeknüpft werden. Der Umsatz lag mit 175,4 Mio. € um 61,4 % unter dem des Vorjahres. In Relation zum turnusgemäß vergleichbaren Geschäftsjahr 2018 entspricht dies einer Umsatzreduzierung von 204,8 Mio. € oder 65,0 %. Nach Veranstaltungsaufwendungen, Personalaufwendungen, Abschreibungen, sonstigen be￾trieblichen Aufwendungen, Bestandsveränderungen und zuzüglich den sonstigen betrieblichen Erträgen sowie dem Beteiligungsergebnis erzielte die NürnbergMesse Group ein operatives Ergebnis von -67,6,4 Mio. € (2019: 8,4 Mio. €; 2018: 43,7 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steu￾ern von - 68,9 Mio. € (2019: 7,6 Mio. €; 2018: 39,4 Mio. €). Die Nürnberg Messe GmbH zeigt für 2020 im Einzelabschluss ein operatives Ergebnis von -54,0 Mio. € (Vorjahr: 6,9Mio. €). Zur Sicherung der Liquidität wur￾den aus der im Jahr 2017 durch die beiden Hauptgesell￾schafter (Stadt Nürnberg und Freistaat Bayern) be￾schlossene Eigenkapitalerhöhung von 100 Mio. € pro Gesellschafter in zehn Jahrestranchen von je 10 Mio. € im Zeitraum von 2018 bis 2027 bereits die Eigenkapital￾tranchen der Jahre 2026 und 2027 in das Jahr 2021 vor￾gezogen. Aufgrund eines strikten Sparkurses konnten 2020 ca. 52 % und sollen 2021 ca. 49 % der im jeweili￾gen Wirtschaftsplan vorgesehenen Ausgaben für be￾triebliche Ausgaben und Großreparaturen, Personal und Investitionen eingespart werden. Im laufenden Ge￾schäftsjahr konnten im Bereich Eigen- und Partnerver￾anstaltungen digitale Umsatzerlöse aus der BIOFACH / VIVANESS sowie der embedded world erzielt werden. Im Bereich Gastveranstaltungen und NCC konnten als Veranstaltung am Gelände die Prüfungen der FAU Nürn￾berg durchgeführt werden. Als größter Umsatzträger fungierte das Impfzentrum der Stadt Nürnberg. Darüber hinaus konnten zwei Veranstaltungen im Ausland sowie die Beviale Moscow – diese erstmals wieder in Präsenz￾durchgeführt werden. Der Umsatz lag im 1. Quartal 2021 mit rund 9 Mio. € um 6,5 Mio. € über Plan. Aufgrund hö￾herer Umsatzerlöse und der zusätzlichen Einsparmaß￾nahmen werden sich jedoch das operative Ergebnis und auch das Jahresergebnis gegenüber den Planwerten des Wirtschaftsplanes 2021 verbessern. Gleichwohl geht die NürnbergMesse für das Jahr 2021 aktuell von einem negativen operativen Ergebnis sowie einem zwei￾stelligen Millionenverlust zum Jahresende aus. Noris Arbeit gGmbH Das Geschäftsjahr 2020 stand von März an im Zeichen der Corona-Pandemie. Aufgrund der Maßgaben der Ge￾setz- und Verordnungsgeber mussten viele Präsenz￾maßnahmen zumindest zeitweilig eingestellt werden. Die NOA hat deswegen einen entsprechenden Antrag auf Leistungen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzge￾setz (SodEG) gestellt, Kurzarbeitergeld für bestimmte 238 Bereiche beantragt und andere wirtschaftliche Hilfen in Anspruch genommen. Auf der Grundlage des beschriebenen Geschäftsver￾laufs wurde ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 0,751 Mio. € (im Vorjahr: Jahresüberschuss von 0,363 Mio. €) erwirtschaftet. Der Jahresfehlbetrag ist hauptsächlich auf die erheblich gesunkenen Umsatzerlöse zurückzu￾führen. Im Geschäftsjahr 2020 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 9,800 Mio. € (im Vorjahr: 11,288 Mio. €) erzielt. Dies entspricht einer Verringerung um 1,488 Mio. € bzw. 13,18 %. Die erhaltenen Zuschüsse sind von 7,692 Mio. € im Jahr 2019 auf 6,782 Mio. € gesunken. Dies ent￾spricht einer Minderung um 0,910 Mio. € bzw. 11,83 %. Die Umsätze sanken hauptsächlich wegen der pande￾miebedingt schlechteren Belegungsquoten bzw. durch die Unterbrechungen in den AGH-Maßnahmen. Auch konnten aufgrund der Ladenschließungen weniger Um￾satzerlöse im Bereich "Alles rund um`s Wohnen" und "Al￾les rund um`s Kind" erwirtschaftet werden. Der Materialaufwand (0,893 Mio. €; im Vorjahr: 1,115 Mio. €) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,222 Mio. € bzw. 19,91 % vermindert, da u. a. weniger Waren auf￾grund der Ladenschließungen nachgeordert werden mussten. Die Personalaufwendungen sanken im Jahr 2020 bedingt durch Abbau von Stammpersonal, die Ein￾führung von Kurzarbeit ab Mai 2020 und die damit ver￾bundenen Zuschüsse der Arbeitsagentur auf insgesamt 7,556 Mio. € (im Vorjahr: 8,013 Mio. €). Damit ergab sich gegenüber dem Vorjahr eine Verringerung um 0,457 Mio. € bzw. 5,71 %. Der Rückgang der Umsatzerlöse konnte somit durch die Einsparungen im Betriebsaufwand nicht kompensiert werden. Das Jahresergebnis beinhaltet außerdem die periodenfremde Belastung aus der steuerliche Außen￾prüfung für die Jahre 2012 bis 2015 und deren Wirkung auf die Jahre 2016 bis 2019 mit insgesamt 0,137 Mio. €. noris inklusion gemeinnützige GmbH (vormals: Werkstatt für Behinderte der Stadt Nürnberg gGmbH) Die direkten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf noris inklusion zeigten sich aus wirtschaftlicher Per￾spektive in unterschiedlicher Form. Umsatzeinbußen in der Produktion, ein deutliches Mehr an medizini￾schem Sachaufwand, zusätzlich anfallende Raum￾mieten, oder auch die zusätzlichen Personalkosten auf der belastenden Seite, stehen ein deutlich redu￾zierter Materialaufwand, verringerte Reise-, Werbe￾und Fortbildungskosten, sowie eine geringe Reduzie￾rung bei den Beschäftigtenlöhnen und Erlöse aus Ver￾sicherungsleistungen und Wirtschaftshilfen als „stabi￾lisierende Effekte“ gegenüber. Der Arbeitsbereich stand 2020 stark unter dem Ein￾druck der Corona-Pandemie, der sich deutlich in den Arbeitserlösen widerspiegelte. Die Umsätze im Ar￾beitsbereich reduzierten sich im Jahr 2020 um 289 T€ auf 2.429 T€ (Vorjahr: 2.718 T€). Pandemiebedingt konnte in allen Betriebsstätten der noris inklusion nur reduziert produziert werden. Im Werk Süd kam es im Jahr 2020 zu einem Umsatz￾rückgang von rund 36.000 €, der sich auf die reduzier￾ten Produktionskapazitäten zurückführen lässt. Die re￾duzierte Anzahl an Beschäftigten verringert die Pro￾duktionskapazität im Werk Süd um rund ein Drittel. Insbesondere die Arbeiten für einen A-Kunden konn￾ten durch die verringerte Anzahl an Menschen mit Be￾hinderung nicht im Ausmaß des Vorjahres geleistet werden. Bei einem weiteren A-Kunden lag im zweiten Quartal der Umsatzrückgang aufgrund des Material￾flusses annähernd komplett still. Aufgrund dieser Um￾stände ist der geringe Rückgang sogar positiv zu wer￾ten. Der geringe Rückgang ist aber v. a. massiven Aufwandsreduzierungen geschuldet. Das Werk Nord konnte als einziger Standort seine Umsatzerlöse auf dem Vorjahresniveau halten. Auf￾grund der Corona-Pandemie gelang es jedoch leider nicht, wie geplant Neukunden mit lukrativen Zusatz￾aufträgen zu akquirieren, um die Umsatzentwicklung wieder zu steigern. Im Werk West ist ein Rückgang von 205.000 € zu ver￾zeichnen. Das geringere Druckaufkommen durch städtische Dienststellen war bereits im Jahr 2019 deutlich spürbar. Eine weitere starke Reduzierung an städtischen Aufträgen um rund 120.000 € ist nun auch eine Folge der Corona-Pandemie, wodurch beispiels￾weise Angebote wie Flyerdruck für Veranstaltungen komplett entfielen. Die im Werk Süd erwähnte Redu￾zierung an Erlösen bei einem A-Kunden ist im Werk West ebenfalls merklich, da auch an diesem Standort Montageaufträge für diesen Kunden bearbeitet wur￾den. Auch die Arbeitsfelder Grünpflege und Töpferei in der Natur-Erlebnis-Gärtnerei mussten Rückgänge verzeichnen. 239 Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich lag mit ei￾nem Rohertrag von 830 T€ um 22 T€ über dem des Vorjahres (808 T€, jedoch ohne 20 T€ Rohertrag Waldcafe – ab 2020 bei noris gastro). Das Werk Süd und das Werk Nord konnten trotz Pan￾demie durch hohe Kosteneinsparungen den Roher￾trag steigern. Im Verkauf Marktplatz Marienberg konn￾ten trotz zeitweiliger Schließungen der Verkaufsräume Umsatzsteigerungen gegenüber dem Startjahr 2019 erzielt werden, was sich ebenfalls positiv auf den Roh￾ertrag auswirkte. In der Tochterfirma noris gastro gGmbH waren die Lockdown-Auswirkungen für das Hotel- und Gaststät￾tengewerbe besonders spürbar. Nur einer der vier Cafe-Standorte konnte zumindest im „To-Go-Betrieb“ im reduzierten Umfang geöffnet bleiben. Dies bedeu￾tete einen Umsatzeinbruch gegenüber den geplanten Einnahmen von ca. 220.000 €. Durch diese Einbußen war die für 2020 geplante Konsolidierung nicht ansatz￾weise umsetzbar. Allein aufgrund von staatlichen Wirt￾schaftshilfen und dem Einsatz von Kurzarbeit war es der noris gastro gGmbH möglich, das Defizit im Jahr 2020 auf einem überschaubaren Niveau zu halten, was zu einer Verlustübernahme durch die noris inklu￾sion von 23 T€ führt. Das Gesamtergebnis nach Steuern lag zum 31.12. bei -325 T€ (Vorjahr: -713 T€), der Jahresfehlbetrag lag bei 344 T€ (Vorjahr: 734 T€). Die Verbesserung des Ergebnisses in dieser Höhe wurde nicht erwartet und spiegelt die schwer kalkulier￾baren Auswirkungen der Corona-Pandemie wieder. Bei der deutlichen Verbesserung des Gesamtergeb￾nisses ist zu beachten, dass coronabedingte Themen und der Ausbau an Angeboten bzw. Teilnehmerzahlen hierfür ursächlich sind. In Erwartung rücklaufender Umsätze in den Werkstätten wurden viele Aufwands￾positionen auf den Prüfstand gestellt. Insbesondere wurden eingeplante Instandsetzungsaufwendungen, Ersatz von Ausstattung und auch Materialbezug von weit über 300 T€ nicht getätigt. Zusätzliche höhere Entgelteinnahmen aufgrund Angebotsausbau TENE und mehr Teilnehmern im Berufsbildungsbereich so￾wie Versicherungsleistungen aus Schadensfällen tru￾gen in der Gesamtschau dazu bei, dass die Umsatz￾Rückgänge in den Werkstätten bezogen auf das Ge￾samtergebnis mehr als ausgeglichen werden konnten. 240

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