F.3 Rückblick
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
F.3 Rückblick auf das Jahr 2020 und aktueller Stand 2021
Rückblick auf das Jahr 2020
Hinweis: Der SAP-Logik folgend, haben Erträge ein negatives, Aufwendungen ein positives Vorzeichen. Daher sind auch Defizite mit Pluszeichen und Überschüsse mit
einem Minuszeichen versehen.
Der Jahresabschluss der Stadt Nürnberg für das Haushaltsjahr 2020 wurde gemäß Art. 102 GO im Anschluss
an die Aufstellung dem Stadtrat in der Sitzung am
21.07.2021 zur Kenntnis vorgelegt.
Zusammengefasst lässt sich das Jahresergebnis 2020
wie folgt beschreiben:
Während im Jahr 2019 noch ein Überschuss in Höhe von
61,83 Mio. € erzielt werden konnte, schloss das Jahr
2020 mit einem Fehlbetrag in Höhe von 12,86 Mio. € ab,
Ursprünglich wurde das Jahr 2020 mit einem leichten
Jahresüberschuss in Höhe von 92 T€ geplant. Aufgrund
der massiven Veränderungen durch die Corona-Krise
Ergebnisrechnung im Rückblick Ist Plan Ist Δ Ist
(in T€) 2020 2020 2019 2020 zu 2019
1 Steuern und ähnliche Abgaben -948.758 -984.830 -1.010.789 62.032
2 + Zuwendungen und allgemeine Umlagen -603.119 -536.004 -524.234 -78.886
3 + Sonstige Transfererträge -6.994 -5.886 -6.163 -831
4 + Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte -71.777 -69.387 -86.726 14.949
5 + Auflösung von Sonderposten -55.861 -52.533 -47.208 -8.654
6 + Privatrechtliche Leistungsentgelte -34.264 -40.668 -44.731 10.466
7 + Kostenerstattungen und Kostenumlagen -308.581 -309.836 -305.436 -3.145
8 + Sonstige ordentliche Erträge -83.206 -46.977 -104.147 20.942
9 + Aktivierte Eigenleistungen -7.445 -4.353 -5.002 -2.442
10 +/- Bestandsveränderungen -93 0 -4.712 4.619
S1 = Ordentliche Erträge (= Zeilen 1 bis 10) -2.120.098 -2.050.474 -2.139.148 19.050
11 - Personalaufwendungen 574.787 585.670 583.979 -9.192
12 - Versorgungsaufwendungen 116.629 105.997 115.617 1.012
13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen 283.400 282.690 279.574 3.826
14 - Planmäßige Abschreibungen 106.502 110.978 104.289 2.214
15 - Transferaufwendungen 815.406 827.418 831.834 -16.428
16 - Sonstige ordentliche Aufwendungen 212.083 126.493 156.348 55.735
S2 = Ordentliche Aufwendungen (= Zeilen 11 bis 16) 2.108.808 2.039.245 2.071.641 37.167
S3 = Ergebnis der laufenden Verwaltungstätigkeit
(=Saldo S1 und S2) -11.291 -11.229 -67.507 56.217
17 + Finanzerträge -9.148 -15.869 -26.702 17.554
18 - Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen 32.647 32.694 34.754 -2.107
S4 = Finanzergebnis (= Saldo Zeilen 17 und 18) 23.499 16.825 8.051 15.448
S5 = Ordentliches Ergebnis (= S3 und S4) 12.208 5.597 -59.456 71.664
19 + Außerordentliche Erträge -624 -164 -4.101 3.478
20 - Außerordentliche Aufwendungen 1.275 227 1.731 -456
S6 = Außerordentliches Ergebnis
(=Saldo Zeilen 19 und 20) 651 63 -2.370 3.022
S7 = Jahresergebnis (= S5 und S6) 12.860 5.660 -61.826 74.686
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wurde am 21.10.2020 vom Stadtrat eine Nachtragshaushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2020 erlassen, die zu
einer Verschlechterung im Jahresergebnis mit einem geplanten Jahresverlust von 5,66 Mio. € geführt hat.
In 2020 sind die ordentlichen Erträge gegenüber dem
Vorjahr um 0,9 % oder 19,1 Mio. € gesunken. Die ordentlichen Aufwendungen weisen eine Steigerung von
37,2 Mio. € (entsprechend 1,8 %) auf. Es ergibt sich
dadurch ein rechnerischer Aufwandsdeckungsgrad (ordentliche Erträge / ordentliche Aufwendungen) in Höhe
von 100,5 %. Da diese Kennzahl über 100 % liegt, konnten die ordentlichen Aufwendungen vollständig durch ordentliche Erträge gedeckt werden. Im Vorjahr lag diese
Kennzahl bei 103,3 %.
Die folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu den
wesentlichen Einflussfaktoren auf das Jahresergebnis
2020:
Die höchsten Planabweichungen ergaben sich bei der
Gewerbesteuer (46,0 Mio. € unter Plan), dem Einkommensteueranteil (9,1 Mio. € über Plan) sowie bei den Zuweisungen (78,9 Mio. € über Plan).
Aufgrund der Corona-Pandemie wurde 2020 der positive
Trend der letzten Jahre bei den Erträgen aus der Gewerbesteuer durchbrochen; sie gingen um 55,6 Mio. € zurück. Dasselbe gilt für die Erträge aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, die seit 2010 kontinuierlich angestiegen waren, hier betrug der Rückgang
16,0 Mio. €.
Die erhebliche Abweichung bei den Zuweisungen ist auf
die coronabezogene Gewerbesteuerkompensation
durch den Bund und das Land zurückzuführen
(61,7 Mio. €). Rechnet man diese auf die Gewerbesteuer an, errechnet sich sogar eine Überschreitung des
Planansatzes von 15,7 Mio. €.
Die Erträge aus Schlüsselzuweisungen können starken
Schwankungen unterliegen, stiegen aber in den letzten
Jahren kontinuierlich an und 2020 wurde mit
249,5 Mio. € wieder ein Spitzenwert erzielt.
Weitere Abweichungen vom Plan waren bei den Personalaufwendungen (Bezüge und Vergütungen:
- 10,6 Mio. €), bei den Transferaufwendungen
(- 12,0 Mio. €, insbesondere KdU) und den Zinserträgen
aus der Verzinsung Gewerbesteuer (- 6,0 Mio. €) zu
konstatieren. Aufgrund der mangelnden Planbarkeit bestimmter Sachverhalte, insbesondere beim Abgang von
Anlagevermögen und der Bildung von Rückstellungen
ergaben sich hohe Ist-Planabweichungen bei den sonstigen ordentlichen Erträgen und Aufwendungen.
Die Bezirksumlage stieg in 2020 weiter auf 203,4 Mio. €,
hier geht der Trend seit Jahren spürbar nach oben.
(in Mio. €) Ist Plan Ist Δ Ist
2020 2020 2019 2020 zu 2019
Gewerbesteuer -421 -467 -477 56
Zuweisungen für Ausgleich Gewerbesteuer-Mindereinnahmen -62 0 0
Einkommensteueranteil -308 -299 -324 16
Schlüsselzuweisungen -250 -250 -229 -20
Zuweisungen Land Sozialtransfer -72 -64 -63
Zuweisungen vom Land (Lehr-/Kinderbetreuungspersonal.) -81 -88 -88 6
Bezüge und Vergütungen 439 449 422 16
Pensions-/Beihilferückstellungen (Saldo Zuführung/Auflösung) 165 150 197 -31
Zuschuss an soziale/ähnliche Einrichtungen - Art 1 152 143 138 14
Laufende Leistungen für Unterkunft/Heizung (KdU, § 22 I SGB II) 103 109 102 2
Verlustausgleiche an städtische Töchter (inklusive Zuführung zu
Rückstellungen, abzüglich Neutralisationen) 17 11 7 10
Bezirksumlage 203 203 197 7
Gewerbesteuerumlage 31 35 65 -34
Zuführung zu Sonstigen Rückstellungen 77 0 48 29
Verzinsung Gewerbesteuer nach § 233 a AO -4 -10 -19 15
Finanzergebnis 24 17 8 16
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Aktueller Stand 2021
Über den aktuellen Stand des Haushaltsjahres wurde im
Jahr 2021 im Ältestenrat und Finanzausschuss in zwei
unterjährigen Finanzberichterstattungen (am
21.07.2021 und 27.10.2021) berichtet. In der letzten Berichterstattung am 27.10.2021 wurden zur Ertragslage
die folgenden Aussagen getroffen:
Die wichtigsten Ertrags- und Aufwandsposten haben
sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
Im Berichtszeitraum liegen die gebuchten Steuererträge
mit 842,10 Mio. € um 92,72 Mio. € über dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung ist insbesondere auf positive
Veränderungen/Sondereffekte bei der Gewerbesteuer
zurückzuführen, mit denen während der Corona-Pandemie bei der Planung des Jahres 2021 niemand rechnen
konnte. Die Gewerbesteuer ist die wichtigste Steuerertragsquelle für die Stadt. Ein wichtiger Vergleich ist der
mit dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
liegt das aktuelle Anordnungssoll um 91,79 Mio. € über
dem Vorjahreswert Aufgrund der Corona-Pandemie kam
es im März 2020 zu einem Stillstand bei den Gewerbesteuereinnahmen, die im April 2020 erwartungsgemäß
stark eingebrochen sind. Mittlerweile hat das laufende
Gewerbesteuer-Soll den Stand vor Ausbruch der
Corona-Pandemie überschritten und sogar aktuell einen
Höchststand erreicht. Dieser Effekt ist jedoch weitgehendst auf von im Vergleich zu den Vorjahren stark gestiegene Gewerbesteuereingänge aus Jahresveranlagungen und Betriebsprüfungen für zurückliegende Jahre
zurückzuführen. Insofern ist damit zu rechnen, dass die
Auswirkungen der Corona-Pandemie zeitverzögert erst
in den Folgejahren spürbar werden.
Es wird erwartet, dass die Gemeindeanteile an der Einkommensteuer und Umsatzsteuer aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie mit rund 8 bis 11 Mio. €
beziehungsweise 1 bis 6 Mio. € unter dem Planansatz
2021 bleiben werden.
Bei den Schlüsselzuweisungen vom Land kommt es für
2021 gegenüber dem Planwert zu Mehrerträgen von
rund 6,30 Mio. €, gegenüber dem Istansatz von 2020 jedoch zu Mindererträgen in Höhe von 15,16 Mio. €.
In den „Zuweisungen vom Land“ sind 24,1 Mio. € Erstattungsleistungen für die Corona-Testzentren enthalten,
so dass der Betrag gegenüber dem Vorjahreszeitraum
und im Vergleich zum Planansatz doppelt so hoch ausfällt.
Die öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Erträge
erholten sich insgesamt im Berichtszeitraum um
2,91 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In
2019 lagen die Erträge in den ersten neun Monaten jedoch noch um 15,9 Mio. € beziehungsweise 16,2 % höher.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Personalund Versorgungsaufwendungen im Berichtszeitraum Januar bis September um 18,76 Mio. € (+ 5,1 %) gestiegen.
Der Saldo setzt sich zusammen aus einer Steigerung der
Personalaufwendungen für noch aktiv tätiges Personal
um 18,82 Mio. € (+ 5,1 %) und einem Rückgang bei den
Versorgungsaufwendungen für Versorgungsempfänger/innen um 0,06 Mio. €. Unter anderem im Zusammenhang mit der coronabedingten Aufstockung (zum Beispiel für die Kontaktnachverfolgung) des Personals im
Gesundheitsamt, dem weiteren Ausbau der Kindertagesstätten, Stellenschaffungen im IT-Bereich und Stellenschaffungen in den Bürgerdienststellen wurde verstärkt Personal eingestellt, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu einer entsprechenden Steigerung der
Personalaufwendungen geführt hat. Neben der mengenmäßigen Veränderung der Anzahl der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken sich die in 2019 und
2020 beschlossenen Tarif- und Besoldungserhöhungen
auf die Höhe der Personal- und Versorgungsaufwendungen aus.
Die Transferaufwendungen liegen im Berichtszeitraum
mit 661,99 Mio. € um 50,97 Mio. € über dem Vorjahresvergleichswert. Ursächlich hierfür sind neben Aufwandssteigerungen in der Grundsicherung (+ 4,1 Mio. €), in der
Familien- und Jugendhilfe (+ 3,1 Mio. €) und bei der Bezirksumlage (+ 9,6 Mio. €) insbesondere coronabedingte
außerplanmäßige Hilfeleistungen an den AlbrechtDürer-Flughafen (28,5 Mio. €).
Die sonstigen ordentlichen Aufwendungen sind im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insbesondere aufgrund der Aufwendungen für Test- und
Impfzentren sowie mobile Impfteams um 48,13 Mio. €
beziehungsweise 57,9 % gestiegen.
Fazit:
Nach dem jetzigen Kenntnisstand können zur Vermögens- Finanz- und Ertragslage die folgenden Aussagen
getroffen werden:
Die Vermögens- und Finanzlage stellt sich trotz der anhaltenden Corona-Pandemie relativ geordnet dar. Insbesondere die zahlreichen Unterstützungshilfen durch und
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Bund und Land im Jahr 2020 haben für eine Stabilität
des städtischen Haushaltes gesorgt. Der große erwartete Einbruch bei den Finanzen konnte erst einmal abgewendet werden.
Die Finanzsituation und Schuldentragfähigkeit kann aktuell als uneingeschränkt gesichert angesehen werden.
Die Stadt Nürnberg verfügt über eine hinreichend hohe
Ergebnisrücklage sowie Liquiditätsbestände und unausgeschöpfte Kreditermächtigungen.
Da Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang
mit der Corona-Pandemie angefallen sind beziehungsweise noch anfallen werden, zum Teil zeitlich jahresübergreifend erheblich auseinanderfallen, lassen sich
zur Entwicklung der Ertragslage zum jetzigen Zeitpunkt
für das gesamte Jahr 2021 noch keine aussagefähigen
und belastungsfähigen Prognosen treffen. Über die Analyse der einzelnen Bestandteile des ordentlichen Ergebnisses kann für den Berichtszeitraum jedoch festgestellt
werden, dass:
• sich die Gewerbesteuer aufgrund von nicht planbaren positiven Entwicklungen/ Sondereffekten im
Jahr 2021 unerwartet gut entwickelt hat,
• die Stadt Nürnberg weiterhin Ertragsausfälle unterem anderem bei den Teilnehmerentgelten (zum
Beispiel beim Bildungscampus Nürnberg (BCN))
und den öffentlich-rechtlichen Eintrittsgelder (insbesondere beim Tiergarten (Tg) und den Museen
(KuM)) zu verzeichnen hatte und
• coronabedingte Mehraufwendungen vor allem für
Material, höhere Sozialtransfer-leistungen und Hilfeleistungen an den Albrecht-Dürer-Flughafen angefallen sind beziehungsweise noch anfallen werden, die nur zum Teil erstattet werden.
In Anbetracht dessen, dass immer noch unklar ist, ob
wieder Hilfeleistungen von Bund und Land ausgereicht
werden, ist davon auszugehen, dass auch ohne diese
Hilfen das Jahr 2021 aufgrund der aktuellen Gewerbesteuerentwicklung erst einmal relativ unbeschadet überstanden werden kann.
Jedoch ist dies kurzfristig nur die “Ruhe vor dem Sturm”.
Die Zahlen des Haushaltplanentwurfs für das Jahr 2022
(inklusive der mittelfristigen Planung bis 2025) machen
deutlich, dass die finanziellen Auswirkungen der
Corona-Pandemie die kommenden Jahre weiterhin stark
belasten und den finanziellen Handlungsspielraum der
Stadt Nürnberg stark einschränken wird. In der Rede des
Kämmerers am 29.09.2021 zur Einbringung des Haushalts 2022 wurde die sehr angespannte Haushaltssituation ausführlich dargestellt.
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