K.1 Haushaltsrede des Stadtkämmerers
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
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Rede zur Einbringung
des Nürnberger
Stadthaushalts 2026
Referent für Finanzen, Personal und IT,
Stadtkämmerer Thorsten Brehm
Foto: Ludwig Olah
Hinweis: Die Haushaltsrede ist ausschließlich in
Kombination mit dem zugehörigen Foliensatz zu verwenden. Es gilt das gesprochene Wort.
Die Folien finden sich in einem kleinen Format an
den entsprechenden Stellen im Text und nochmals
im Großformat für das Detailstudium am Ende des
Texts der Haushaltrede.
Haushaltsplanentwurf 2026:
HANDLUNGSFÄHIGKEIT SICHERN –
VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats,
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
das Foto stammt von heute Mittag. Gemeinsam mit
den Stadtkämmererinnen und -kämmerer aus Erlangen, Fürth, Schwabach und Ansbach habe ich mich
zu Wort gemeldet, denn die kommunale Finanzlage
verschlechtert sich derzeit in der gesamten Republik
massiv, auch bei uns in Mittelfranken. Die Kommunen brauchen Hilfe.
Gut ging es den Kommunen in den letzten Jahren
ohnehin nie. Doch die nun absehbare Entwicklung
hat eine neue Qualität erreicht und übertrifft leider die
Befürchtungen der vergangenen Jahre – schlimmer
noch, sie beeinträchtigt die Kommunen bei der Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben nachhaltig. Und
das ist gerade gesellschaftlich höchst problematisch.
Die staatliche Handlungs- und Leistungsfähigkeit
zeigt sich vor allem bei uns Kommunen. Mit unseren
Entscheidungen und unserer Arbeit gestalten wir den
Alltag der Menschen täglich direkt und sichtbar. Sie
haben die Erwartungshaltung, dass die Dinge des
Alltags auch funktionieren. Diese Krise der Kommunalfinanzen darf sich aber nicht zu einer Krise der
Demokratie entwickeln.
Das Sondervermögen des Bundes ist richtig und wird
den Kommunen helfen, wichtige Investitionen zu
stemmen. Unsere strukturellen Probleme wird es
aber leider nicht lösen. Besonders schwierig ist die
Finanzierung der Stadtwerke, die der Kliniken ohnehin. Hinzu kommen steigende Ausgaben für Personal und Soziales. Einer ganzen Reihe von Städten
droht aktuell der Verlust der Genehmigungsfähigkeit
– und damit auch der vollen eigenständigen Handlungsfähigkeit. Wir brauchen deshalb eine bessere
strukturelle Grundfinanzierung – zum Beispiel in
Form von höheren Anteilen an der Einkommensteuer.
Nürnberg ist mit seiner Situation leider kein Einzelfall.
Das ist ein Problem der ganzen kommunalen Familie. Zu den einzelnen Punkten werde ich später noch
aus Nürnberger Perspektive näher eingehen. Sie
können sich jedoch schon denken: Die Gewitterwolken werden dunkler.
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Die nächsten Jahre werden für uns sehr herausfordernd. Auch der Bundesfinanzminister hat gestern
Rekordinvestitionen angekündigt und gleichzeitig die
Notwendigkeit eines Sparkurses begründet. So wird
es auch bei uns laufen. Das wird nur mit einem gemeinsamen und solidarischen Kraftakt gehen, für
den ich heute werben will.
VERMÖGENSAUFBAU
Ich möchte mit etwas Positivem beginnen. Auch
wenn wir später über die sehr hohe Verschuldung der
Stadt sprechen werden, will ich anfangs in Erinnerung rufen, welches Vermögen wir in den vergangenen Jahren aufbauen konnten. In unserer Bilanz sind
aktuell rund 6 Milliarden Euro für Anlagevermögen
ausgewiesen. Das sind zum Beispiel unsere Gebäude und Liegenschaften, die Werte unserer Tochterunternehmen und Softwarelizenzen. Aber auch
von Kunstgegenständen und Gemälden, die wir besitzen; und ich sage es sicherheitshalber gleich dazu:
nicht veräußern wollen.
ERGEBNISRÜCKLAGE
Die positiven Jahresergebnisse der letzten Jahre haben eine Ergebnisrücklage aufgebaut. Sie sehen
diese im Zeitverlauf. Auf den Wert kommt man, in
dem man die positiven Jahresergebnisse addiert und
die negativen subtrahiert.
Der hohe Wert bedeutet aber nicht, dass irgendwo
ein Geldspeicher oder ein Konto mit 487 Mio. Euro
existiert. Es ist also kein Geld, das wir zur Verfügung
haben, vielmehr handelt es sich um einen bilanziellen Wert, der zeigt, dass wir nachhaltig gewirtschaftet
haben und auch die nächsten Generationen von diesem Kurs profitieren können.
ENTWICKLUNG DER JAHRESERGEBNISSE
Der Jahresabschluss 2024 liegt Ihnen heute unter
TOP 2 zur Beschlussfassung vor. Eigentlich wollte
ich ihn bereits im Juli vorstellen, jedoch mussten wir
kurzfristig noch Anpassungen bei den Rückstellungen vornehmen. Die vorgenommenen Korrekturen
haben immerhin zu einer Verbesserung geführt.
Das Haushaltsjahr schließen wir mit einem Minus
von rund 22,4 Mio. Euro ab. Damit liegen wir etwas
besser als geplant, jedoch deutlich unter den Ergebnissen der Vorjahre. Der Abschluss war nun negativ.
Der Trend für die nächsten Jahre ist dabei eindeutig:
Mittlerweile gehen die prognostizierten Jahresergebnisse in einen hohen negativen Bereich. Ohne ein
gemeinsames Gegensteuern ist am Ende des Planungszeitraums auch die Ergebnisrücklage
aufgebraucht. Und das ist dann nicht mehr
nachhaltig.
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KERNPROBLEME DES HAUSHALTS
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das ist jedoch, zugegeben, nicht einmal das Hauptproblem. Wenn wir über Jahresergebnisse sprechen,
bewegen wir uns haushälterisch in der Ergebnisrechnung, in der auch nicht zahlungswirksame Posten
wie Abschreibungen und Rückstellungen berücksichtigt werden. Die deutlich größeren Schwierigkeiten
entstehen schon in der Finanzrechnung. Dort geht es
– vereinfacht gesagt – ausschließlich um die tatsächlichen Geldströme: Welche Einzahlungen fließen auf
unser Konto, und welche Auszahlungen werden getätigt? Im Grunde unterscheidet sich das kaum vom
Management Ihres privaten Girokontos: Ihr Gehalt
wird überwiesen, Sie müssen Miete oder Kredite
zahlen und Ihre laufenden Lebenshaltungskosten
decken. Ist kurzfristig zu wenig Geld verfügbar, können Sie den Dispokredit nutzen. Geschieht das allerdings dauerhaft, führt das zwangsläufig zu erheblichen finanziellen Problemen.
Ich habe Ihnen im zurückliegenden Jahr die ersten
beiden Kernprobleme beschrieben; ich kann das
quasi wörtlich wiederholen:
1. Die laufenden Auszahlungen sind im Verhältnis zu
den Einzahlungen zu hoch. Wir haben also schon im
konsumtiven Bereich ein Problem, weil unsere dauerhafte Leistungsfähigkeit nicht mehr gesichert ist.
Das gilt leider nicht nur für das nächste Jahr, sondern
vor allem auch für die folgenden. Sie sehen später in
der Grafik, dass wir mit den jetzigen Planansätzen
aus dem Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit rechnerisch nicht einmal mehr in der Lage sein
werden, unsere Tilgungen bei den Banken zu leisten.
2. Der Investitionshaushalt ist zudem viel zu groß. Ich
zweifle überhaupt nicht an der inhaltlichen Berechtigung unserer Projekte. Aber uns droht als Stadt eine
massive Überforderung. Wenn im konsumtiven Bereich – wie beschrieben - zu wenig oder gar keine
Mittel für Investitionen übrigbleiben, führt das perspektivisch zu einer Nettoneuverschuldung auf Rekordhöhe. In den nächsten vier Jahren wären das
nach aktueller Hochrechnung zusammen über 710
Mio. Euro, ergänzend zu den rund zwei Milliarden
Euro, die wir aktuell an Schulden haben. Wir müssen
mittlerweile über 100 Mio. Euro pro Jahr zum Tilgen
früherer Schulden aufbringen. Mehr als 40 Mio. Euro
an Zinsen fallen an. Der Betrag wird dann noch einmal deutlich steigen.
Es kommt mittlerweile ein drittes Problem hinzu:
3. Unsere Liquidität und die Finanzmittelbestände
der zurückliegenden guten Jahre sind fast vollständig
aufgebraucht. Wir haben also mehr und mehr Probleme mit unserem Kontostand und müssen immer
häufiger Kassenkredite zur Überbrückung aufnehmen.
Und das vierte Problem kennen Sie auch aus dem
Vorjahr:
4. Die finanzielle Situation der beiden Tochterunternehmen Städtische Werke (StWN) und Klinikum
bleibt ebenfalls herausfordernd. Bei der StWN mit ihren beiden Töchtern N-ERGIE und VAG sind es die
großen Investitionsbedarfe für Strom-, Wärme und
Mobilitätswende, bei den Verkehrsbetrieben aber
auch die Betriebskosten. Beim Klinikum ist es die unzureichende Krankenhausfinanzierung durch Bund
und Land.
Wir kommen auf alle vier Punkte noch einmal zu
sprechen.
ERTRÄGE
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Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Eckdaten des Haushalts für 2026. Zunächst zur Ertragsseite: Die Gesamterträge belaufen sich voraussichtlich auf 2,7 Milliarden Euro – das entspricht einem
Plus von 167 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Die
Steuereinnahmen sind mit 1,37 Milliarden Euro der
größte Block.
• Die Gewerbesteuer bleibt die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. Ich werde dazu gleich noch
ein paar Sätze sagen.
• Die Grundsteuer veranschlagen wir für nächstes
Jahr mit 127,5 Mio. Euro. Der Stadtrat hat beschlossen, dass wir die Reform aufkommensneutral gestalten sollen. Dass diese in Anbetracht der hohen Unwägbarkeiten und Risiken nicht im Erstanlauf funktioniert, war erwartbar. Ich schlage deshalb dem
Stadtrat für die Oktober-Sitzung vor, auf Basis der
aktuellen Hochrechnung den Hebesatz von 780%
auf 750% zu reduzieren. Wir hätten die Mehreinnahmen zugegeben gut gebrauchen können. Aber ich
verstehe, dass man vor dem Hintergrund steigender
Wohn- und Mietkosten politisch auch auf die zu entrichtenden Nebenkosten schaut und dieses politische Versprechen auch eingelöst wird. Das Stadtwachstum wird in den nächsten Jahren das Aufkommen sicher weiter erhöhen.
• Zuwendungen und Kostenerstattungen: Auch diese
stellen wie gewohnt eine spürbare Einnahmequelle
dar. Zusammen sind das auch fast 1,1 Milliarden
Euro.
ERTRÄGE: GEWERBESTEUER
Werfen wir nun gemeinsam einen genaueren Blick
auf die Gewerbesteuer. Ihre Entwicklung ist beeindruckend – ja, ausgesprochen stark. Auch in diesem
Jahr befinden wir uns erneut auf Rekordkurs: Bereits
im August liegen die Einnahmen deutlich über dem
Vorjahresniveau. Im Haushalt haben wir für das laufende Jahr einen Planwert von 690 Mio. Euro unterstellt. Und auch für die kommenden Jahre rechne ich
mit weiteren Höchstständen. Ich bin hoffnungsfroh,
dass die Nürnberger Wirtschaft dies leisten kann –
selbst in einer Zeit, in der vielerorts in Bayern die Einnahmen stagnieren oder gar zurückgehen. Nürnberg
profitiert von einer starken, breit aufgestellten und zukunftsorientierten Wirtschaftsstruktur. An dieser
Stelle möchte ich allen Unternehmen ausdrücklich
für ihre Innovationskraft und ihre Treue zum Standort
danken.
Ich will das absehbare Steuerplus im laufenden Jahr
dazu nutzen, um im Oktober einen Nachtragshaushalt auf den Weg zu bringen, um einige ohnehin anstehende Herausforderungen bei städtischen Töchtern noch dieses Jahr zu klären und so die nächsten
Haushaltsjahre etwas zu entlasten. Ich werde Ihnen
später meine Idee kurz skizzieren.
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Gleichzeitig will ich aber an einen wichtigen Punkt erinnern: Unsere überproportionalen Steuerzuwächse
führen dazu, dass unsere Steuerkraft im Vergleich zu
Nachbarstädten und -landkreisen deutlich steigt. Das
hat Konsequenzen: Wir werden voraussichtlich geringere Schlüsselzuweisungen erhalten und gleichzeitig höhere Umlagen abführen müssen. Insbesondere bei der Bezirksumlage wird dieses Thema erneut auf uns zukommen. Die sogenannte Gewerbesteuerumlage müssen wir ohnehin abführen. Kurz
gesagt: Ein Teil der zusätzlichen Einnahmen fließt
also zeitversetzt wieder aus unserem Haushalt ab.
AUFWENDUNGEN
Schauen wir uns nun gemeinsam die absehbaren ordentlichen Aufwendungen im Haushaltsjahr 2026 an:
2,8 Milliarden und knapp 195 Mio. Euro mehr als im
Vorjahr. Hier ist nun klar ersichtlich: Unsere Aufwendungen steigen stärker als unsere Erträge. Den
größten Posten der Aufwendungen machen wie immer die Transferaufwendungen aus. Für die Sozialtransfers werden wir über eine Milliarde aufbringen,
darin ist auch die Bezirksumlage berücksichtigt.
BEZIRKSUMLAGE
Sie erinnern sich: Der Bezirk Mittelfranken hat im vergangenen Jahr den Hebesatz für die Bezirksumlage
um 2,37 Prozentpunkte auf 25,92 Prozent erhöht.
Das ist der Hauptgrund, warum wir heuer rund 50
Mio. Euro mehr nach Ansbach überweisen müssen
als im Vorjahr. Ausschlaggebend für den steigenden
Finanzbedarf sind vor allem die Hilfen zur Pflege sowie die Eingliederungshilfe. Der Bezirk hat bereits
angekündigt, den Hebesatz auch in diesem Jahr erneut zu erhöhen. In diesem Haushaltsplanentwurf
habe ich das bislang nicht berücksichtigt, weil eine
seriöse Schätzung ohne konkrete Angaben des Bezirks nicht möglich ist. Ende Oktober werden wir
mehr wissen – und dann den Ansatz nach oben korrigieren müssen. Zur Orientierung: Jeder zusätzliche
Prozentpunkt beim Hebesatz bedeutet für uns etwa
10 Mio. Euro Mehrbelastung.
Der Bezirk hat sich vorgenommen, ein Konsolidierungsprogramm aufzulegen und damit auch selbst
dazu beizutragen, dass der Hebesatz in seiner Höhe
nicht aus dem Ruder läuft. Doch entscheidend ist an
vielen Stellen die Rolle des Gesetzgebers: Entweder
man reduziert bestimmte Rechtsansprüche oder
man stellt deren Finanzierung auf kommunaler
Ebene verlässlich und ausreichend sicher. Setzt man
das derzeitige System unverändert fort, wird es zahlreiche Städte und Landkreise an die Grenze des finanziell Tragbaren bringen.
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SOZIALAUSGABEN
Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die Ausgaben für Soziales und Jugendhilfe richten. Mich beunruhigt und bewegt es, wenn ich sehe, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt – insbesondere die Situation vieler Kinder und Jugendlicher. Und ich habe
großen Respekt vor den Kolleginnen und Kollegen,
die im Jugend- und Sozialamt, im Jobcenter, in der
Pflege, in den Kitas und bei den zahlreichen Trägern
und Einrichtungen der freien Wohlfahrt arbeiten und
täglich erhebliche Verantwortung tragen.
Diese gesellschaftlichen Herausforderungen spiegeln sich auch deutlich in den Zahlen wider. So werden wir in diesem Jahr rund 25 Millionen Euro mehr
als ursprünglich geplant für die Hilfen zur Erziehung,
die Inobhutnahmen und die Eingliederungshilfe im
Jugendamt bereitstellen müssen. Diese Zahlen setzen sich selbstverständlich auch in der mittelfristigen
Finanzplanung fort. Deshalb stehen wir referatsübergreifend in engem Austausch. Der Blick auf die Vergleiche mit anderen Städten zeigt, dass wir noch gut
abschneiden. Das kann aber kein Trost sein, sondern nur der Einordnung dienen. Die Methoden der
Planung und Steuerung sind referatsübergreifend
weiterzuentwickeln, um den Anstieg zu dämpfen. Die
Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarstädten
haben bei unserer heutigen Pressekonferenz ebenfalls berichtet, dass das für sie ein großes Thema ist.
Ich möchte an dieser Stelle nachdrücklich betonen,
wie wichtig es dabei ist, präventive Ansätze zu stärken. Das gelingt jedoch nur, wenn wir klare politische
Schwerpunkte setzen und Prioritäten konsequent
verfolgen. Insgesamt steigen die geplanten Aufwendungen für Soziales und Jugendhilfe auf über 1 Milliarde Euro. Wie sich die einzelnen Positionen entwickeln, können Sie der Grafik entnehmen. Die Bezirksumlage haben wir hier berücksichtigt.
PERSONALAUFWENDUNGEN
Die Personal- und Versorgungsaufwendungen werden weiter steigen – auf 912 Mio. Euro. Der diesjährige Tarifabschluss schlägt hier deutlich zu Buche. In
der Oktober-Sitzung des Ältestenrats und Finanzausschuss werden wir über das alte Personaleinsparpaket der „FlexiKonsolidierung“ entscheiden, mit
dem insgesamt 300 Planstellen abgebaut werden.
Die daraus resultierenden Einspareffekte sind in dieser Hochrechnung bereits berücksichtigt. Unser Sozialkodex gilt heute und auch morgen: Wir werden
niemanden wegen Sparprogrammen entlassen.
Mein persönlicher Eindruck ist jedoch: Viele unserer
Dienststellen arbeiten schon jetzt am Limit. Die Anforderungen des Gesetzgebers nehmen stetig zu –
oft verbunden mit zusätzlicher Bürokratie und wachsender Komplexität. Die einst von meinem Vorgänger geforderte „Beschlussdiät“ hat mittlerweile einen
Jo-Jo-Effekt entwickelt: Die Entlastung war nur kurzzeitig, inzwischen wächst die Projektfülle wieder
spürbar an. Stringent ist das nicht.
Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, allen Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung für ihren
Einsatz und ihr großes Engagement herzlich zu danken. Aus meinen zahlreichen bundesweiten Einblicken kann ich mit Überzeugung und auch mit ein wenig Stolz sagen: Wir verfügen über eine der leistungsstärksten und innovativsten Verwaltungen in
Deutschland. Vielen Dank dafür!
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ZUSCHÜSSE
Ein zentraler Ausgabenblock bleibt die Zuschüsse,
die wir an Träger, Vereine und Initiativen vergeben.
Ihre Arbeit ist von großer Bedeutung – für das gesellschaftliche Miteinander ebenso wie für den Fortschritt in vielen Handlungsfeldern unserer Stadt.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen haben
wir die Zuschüsse deshalb um die Personalkostensteigerungen fortgeschrieben. Das Gesamtvolumen
beläuft sich nun auf 351 Mio. Euro, davon entfallen
33 Mio. Euro auf sogenannte Art 5-Zuschüsse, also
klassische freiwillige Leistungen.
Zu den Zuschüssen habe ich mich eng mit den zuständigen Fachreferentinnen und Fachreferenten
abgestimmt. Selbstverständlich gibt es viele berechtigte Wünsche seitens der Organisationen, die Zuschüsse noch weiter anzuheben. Aber in diesem
Jahr ist es einfach ganz besonders eng.
PROBLEM I:
DAUERHAFTE LEISTUNGSFÄHIGKEIT
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich will noch einmal auf die eingangs erwähnten vier
Problemfelder Nürnbergs eingehen. Ich habe Ihnen
einen kurzen Einblick in den konsumtiven Teil des
Haushalts gegeben. Hinzu kommt die Tilgung von etwas mehr als 100 Mio. Euro an Krediten – die Lasten
vergangener Jahre. Derzeit sind wir rechnerisch
nicht in der Lage, bei den laufenden Einnahmen und
Ausgaben ausreichend Überschüsse zu erwirtschaften, um das leisten zu können. Das verdeutlicht die
folgende Grafik.
Wir sprechen hier von der sogenannten „dauerhaften
Leistungsfähigkeit“ – einem der zentralen Kennwerte
für die Genehmigungsfähigkeit eines Haushalts.
Diese Lücke müssen wir zeitnah schließen, sei es
durch höhere Einnahmen oder durch reduzierte Ausgaben. Um unsere Handlungsfähigkeit langfristig zu
sichern, werden wir daher ein weiteres Sparpaket auf
den Weg bringen müssen, so wie es die Regierung
von Mittelfranken von uns auch in ihrer Haushaltsgenehmigung für das laufende Jahr eingefordert hat.
PROBLEM II:
INVESTIONSNIVEAU
Kommen wir nun zu den Investitionen. Unstrittig ist:
Wir müssen mehr für den Klimaschutz tun, unsere
Schulen sanieren und modernisieren sowie entschlossen in die Zukunft investieren. Besonders die
Bauwerke aus den 1970er-Jahren bereiten zunehmend Sorgen, und auch das Wachstum unserer
Stadt erfordert ein entsprechendes Mitwachsen der
Infrastruktur. Doch das Investitionsvolumen bringt
uns an unsere Grenzen – in den kommenden vier
Jahren wird es mindestens 2,28 Milliarden Euro betragen.
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Gleichzeitig zeigt die Haushaltslage deutlich: Wenn
wir aus dem laufenden Verwaltungsgeschäft nicht
einmal die Tilgungen der aufgenommenen Kredite
stemmen können, bringen wir keinen einzigen eigenen Euro für Investitionen auf. Die Konsequenz dieses hohen Investitionsvolumens ist daher zwangsläufig ein spürbarer Anstieg der Nettoneuverschuldung.
ENTWICKLUNG DER VERSCHULDUNG
Ohne Gegensteuern steigt bis 2029 damit der Verschuldungsstand in der Kernstadt auf 2,6 Milliarden
Euro. Die Eigenbetriebe sind hier noch nicht berücksichtig. Die Zinslast steigt entsprechend mit. Es ist
somit klar ersichtlich, dass wir uns unter diesen Rahmenbedingungen unser Investitionsprogramm nicht
mehr leisten können.
MITTELABFLUSS BAUINVESTITIONEN
In den vergangenen Jahren kam uns bei den Jahresabschlüssen zugute, dass unsere Bauprojekte langsamer vorangingen als ursprünglich geplant. Die
Bauinvestitionsmittel wurden dadurch deutlich später
abgerufen – viele Millionen blieben vorerst ungenutzt
und wurden erst in den Folgejahren abgerufen. Das
Schaubild zeigt, wie sich das prozentual entwickelt
hat. Bis Mitte August flossen nicht einmal 40% ab.
Ob man das nun als Vorteil oder Nachteil betrachtet,
ist letztlich eine Frage der fachlichen Perspektive. Ich
habe dieser Entwicklung jedoch Rechnung getragen,
indem ich für 2025 erstmals eine pauschale Mittelabflusskorrektur von 90 Mio. Euro unterstellt und im
MIP berücksichtigt habe. Trotzdem bleibt so viel liegen. Für 2026 werde ich erneut eine solche Korrektur
vorsehen – in Höhe von rund 50 Mio. Euro. Der Mittelabfluss wird auf spätere Jahre verschoben, was
die dafür notwendige Nettoneuverschuldung ebenfalls nach hinten schiebt. Unser Ziel muss jedoch
sein, die Planung realistischer zu gestalten und diese
„Luft“ aus dem MIP zu nehmen.
PROBLEM III:
FINANZMITTELBESTAND UND LIQUIDITÄT
Werfen wir einen Blick auf die Liquidität, also vereinfacht gesagt auf unseren Kontostand zum Jahreswechsel. Sie sehen, dass dieser im Zeitverlauf deutlich sinkt. Das war eine bewusste Entscheidung: Im
zurückliegenden Jahr habe ich begonnen, die Mittel
gezielt abzuschmelzen, da uns eine Gesetzesänderung bei den Kreditermächtigungen mehr Flexibilität
verschafft hat. Ich möchte hier nicht in technische
Details gehen. Kurz gesagt: Bevor wir neue Kredite
aufnehmen, wollte ich zunächst diese Mittel nutzen –
um uns unnötige Zinszahlungen zu ersparen. Aber
jetzt findet dieses Manöver sein Ende. Zur Orientierung: Rund 250 Mio. Euro bräuchten wir zum Jahreswechsel, um sicher und ohne neue Kredite durch den
Januar zu kommen. Diese haben wir nicht mehr.
Wenn wir die kommenden Jahre hochrechnen, landen wir trotz Rekordschulden für unsere Investitionen bei einem negativen Finanzmittelbestand. Das
ist eine rein kalkulatorische Größe – rechtlich würde
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die Aufsicht in Bayern so etwas niemals genehmigen. Und praktisch wäre es ohnehin nicht darstellbar,
wenn wir uns strukturell mit einem dreistelligen Millionenbetrag über Kassenkredite verschulden würden. Dieses Problem müssen wir also zwingend bis
November lösen.
PROBLEM IV:
FINANZIELLE SITUATION VON KLINIKUM UND
STÄDTISCHEN WERKEN
KLINIKUM NÜRNBERG
Wenden wir uns der Situation von Klinikum und Städtischen Werken zu. Ich will für beide noch einmal vorausschicken, dass die Zusammenarbeit mit Vorstand bzw. Geschäftsführung ausgesprochen
eng und gut ist. Problem sind die rechtlichen und
politischen Rahmenbedingungen bei der
Finanzierung und Herausforderungen bei deren
Investitionen.
Unser Klinikum ist eines der größten
kommunalen Häuser in der Republik und bietet
eine medizinische Versorgung auf höchstem
Niveau. Wir werden sicherstellen, dass das auch
so bleibt! Die Herausforderungen beim Klinikum
bleiben aber groß. Der Jahresverlust bewegt sich
inzwischen in einer Größenordnung von rund 18
Mio. Euro. Der Stadtrat hatte beschlossen, die
Beschäftigten der Service-Gesellschaft in den
TVöD zu überführen. Die daraus resultierenden
Mehrausgaben trägt der Stadthaushalt.
Nachdem nun die tariflichen Fragen der
Überführung und Zuordnung geklärt sind, hat uns
der Klinikumsvorstand informiert, dass die
bislang eingeplante Ausgleichszahlung für 2024
von rund 6,7 Mio. Euro nicht ausreicht und auf
rund 8,5 Mio. Euro erhöht werden muss. 2025
das gleiche Problem. Die Nachzahlungen für die
beiden Haushaltsjahre sollten wir über den
Nachtragshaushalt finanzieren; die Mittelaufstockung ab 2026 ist im Haushalt bereits berücksichtigt. Die Investitionsförderung bleibt zunächst bei
10 Mio. Euro. Zudem schlage ich vor, mit dem Nachtragshaushalt auf eine Altforderung gegen das Klinikum von knapp 7 Mio. Euro zu verzichten. Damit verschaffen wir dem Klinikum bilanziell Entlastung; dennoch werden wir angesichts des schrumpfenden Eigenkapitals in den kommenden Jahren zusätzliche
Mittel bereitstellen müssen.
Ich habe diese Woche außerdem Gespräche mit
Landrat Kroder geführt, damit sich der Landkreis
Nürnberger Land an der Finanzierung der Kliniken
Nürnberger Land beteiligt, einer Tochter unseres Klinikums. Die indirekte Finanzierung der medizinischen Versorgung im Landkreis können wir nicht aus
dem Nürnberger Stadthaushalt bestreiten. Ich bin zuversichtlich, dass die gute und faire Zusammenarbeit
in der Region auch bei diesem Thema trägt und wir
hier zu einer Einigung kommen.
Darüber hinaus befinden sich der Oberbürgermeister
und ich mit dem Klinikum Nürnberg in Gesprächen
mit Diakoneo über eine mögliche Übernahme der Klinik Hallerwiese-Cnopfsche Kinderklinik. Die medizinische Versorgung gehört zum Kernbereich der Daseinsvorsorge und sie können versichert sein, dass
wir das Thema mit oberster Priorität bearbeiten. Ich
will auf den Zungenschlag manch eines Zeitungsartikels aber noch erwidern: Dass wir nicht schneller
vorwärtskommen, liegt nicht an uns.
STÄDTISCHE WERKE
Zu den städtischen Werken: In den kommenden Jahren stehen erhebliche Investitionen an – wie ich eingangs bereits erwähnt habe, für die Mobilitäts-, Energie- und Wärmewende.
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Die VAG hat im Jahr 2024 einen neuen Fahrgastrekord aufgestellt: 161,3 Millionen Fahrgäste nutzten
ihre öffentlichen Verkehrsmittel – ein Plus von 7,3
Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Während bundesweit das Fahrgastaufkommen noch immer hinter
dem bisherigen Rekordjahr 2019 zurückblieb, haben
wir damit einen eindrucksvollen Schritt nach vorn gemacht. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich glaube,
wir haben gemeinsam vieles richtig gemacht.
Aber: Diese Leistung hat auch ihren finanziellen
Preis. Ich habe Ihnen die Jahresverluste der Verkehrsbetriebe mitgebracht, die schon länger nicht
mehr vollständig durch die Gewinne der N-ERGIE
ausgeglichen werden können. Wir müssen helfen,
die dadurch entstehende Finanzierungslücke bei den
Städtischen Werken zu schließen. Ich schlage Ihnen
daher vor:
• Den Zuschuss für 2026 bereits auf 2025 vorzuziehen und einmalig um 5 Mio. auf 25 Mio. Euro aufzustocken. Dies wäre ein Baustein des Nachtragshaushalts.
• Den Investitionszuschuss von derzeit 15 Millionen
Euro ab 2027 auf 20 Mio. Euro jährlich zu erhöhen.
Dies müssten wir, wie bei den anstehenden MIP-Beratungen, noch integrieren.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
damit würden wir die Mittel für den ÖPNV erneut
deutlich aufstocken und ein klares politisches Signal
setzen. Die Unterstützungsleistung würde damit ab
2027 auf 40 Mio. Euro pro Jahr anwachsen – die
Kosten des Sozialtickets noch nicht berücksichtig. Allerdings wird dieser Betrag nicht ausreichen, um das
gesamte StWN-Defizit auszugleichen. Es wären dennoch Rekordwerte, die unsere politische Schwerpunktsetzung unterstreichen.
NACHTRAGSHAUSHALT
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich will noch ein paar Ausführungen zu dem angesprochenen Nachtragshaushalt machen: Die erwähnten städtischen Töchter sowie ausgewählte Eigenbetriebe stehen aktuell vor erheblichen Herausforderungen. Eine zentrale Aufgabe besteht darin,
ihre Ausstattung mit ausreichender Liquidität sicherzustellen. Dabei liegt es in unserer Verantwortung,
die Unternehmen gezielt zu unterstützen. Die Frage
ist deshalb nicht ob, sondern wann wir diese Unterstützung leisten:
• Entweder wir berücksichtigen diese Maßnahmen
noch in der mittelfristigen Finanz- und Ergebnisplanung. Das bläht den Haushalt ab 2026 aber leider
weiter auf.
• Oder wir nutzen noch in diesem Jahr das unerwartete Steuerplus zur Gegenfinanzierung und nehmen
uns den Themen jetzt an.
Wie ich Ihnen bereits anhand der Gewerbesteuereinnahmen gezeigt habe, verfügen wir aktuell über einen finanziellen Spielraum dafür. Deshalb empfehle
ich, die Unterstützung bereits jetzt bereitzustellen.
Auf diese Weise geben wir den Unternehmen frühzeitig Planungssicherheit und entlasten zugleich den
Haushalt der kommenden Jahre. Mehr wird das Geld
dadurch aber natürlich nicht.
Mein Vorschlag lautet daher, im Oktober-Stadtrat einen Nachtragshaushaltsplan zu beschließen und die
erforderlichen Mittel noch in diesem Jahr zur Auszahlung freizugeben. Nach Abschluss des Steuermonats
September und damit des dritten Quartals werde ich
auf Basis einer aktualisierten Hochrechnung einen
konkreten Vorschlag unterbreiten. Die betroffenen
Unternehmen habe ich Ihnen auf dieser Folie zusammengestellt.
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Das Vorziehen der für 2026 geplanten Zuschüsse an
die StWN habe ich bereits im vorliegenden Haushaltsplanentwurf antizipiert, sonst wären die Kennzahlen für 2026 noch einmal 20 Mio. Euro schlechter.
MITTELFRISTIGER INVESTITIONSPLAN (MIP)
Kommen wir zum mittelfristigen Investitionsplan
(MIP). Sie kennen diese Darstellungsform und sehen, dass der Schulbereich auch weiterhin Platz 1
einnimmt. Kultur und Freizeit folgen, danach die Brücken.
Wir haben innerhalb der Verwaltung bereits Maßnahmen ergriffen, um den Zufluss in den MIP zu begrenzen und die Zahl neuer Projekte zu reduzieren. Ich
habe bereits ausgeführt, dass das Niveau auf Dauer
zu hoch ist und unsere Planungen auf der Zeitachse
zu ambitioniert sind. Die darin enthaltene Mittelabflusskorrektur habe ich Ihnen ebenfalls bereits erläutert.
Für zwei besonders wichtige und drängende Projekte
haben Sie bereits im Juli den sogenannten Project
Freeze beschlossen:
1. Für die Reutersbrunnenstraße 34: Ein Neubau des
Kinder- und Jugendnotdienstes (KJND) sowie des
Kinder- und Jugendhilfezentrums (KJHZ) mit Generalsanierung von Teilen des Bestandsgebäudes. Ziel
ist es, zeitgemäße Wohn- und Inobhutnahmemöglichkeiten zu schaffen, die Schutz, Privatsphäre und
pädagogische Qualität gewährleisten. Die Kosten
belaufen sich auf rund 50,2 Mio. Euro.
2. Zudem für den Neubau der Integrierten Leitstelle
(ILS) sowie eines zusätzlichen Gebäudes für das
Sachgebiet Elektro- und Kommunikationstechnik: Mit
diesem Projekt werden die Kapazitätsengpässe am
bisherigen Standort behoben und zugleich eine vollwertige Redundanzleitstelle für Nordbayern geschaffen. Ergänzend entstehen Flächen für das städtische
Kabelnetz, das für Brandmeldeanlagen sowie das
Telefon- und Datennetz verantwortlich ist. Die Kosten betragen rund 134,2 Mio. Euro, wovon ca. 65,8
Mio. Euro durch den entsprechenden Zweckverband
und 8 Mio. Euro durch den Freistaat gefördert werden sollen. Letzteres ist allerdings ein sehr dürftiger
Zuschuss für die Software. Die Integrierte Leitstelle
dient nicht nur Nürnberg, sondern dem gesamten
Rettungszweckverband – also auch unseren Nachbarstädten und -landkreisen. Betrieben wird sie aber
von der Stadt Nürnberg.
Wir sind uns in der Stadtspitze einig: Eine vollumfängliche Vorfinanzierung durch die Stadt Nürnberg
kann und wird es nicht geben. Die skizzierte Beteiligung an den Investitionskosten muss von Beginn an
durch die Partner und den Zweckverband erfolgen.
Eine Einigung in dieser Finanzierungsfrage war bereits zum Greifen nah, wird nun jedoch von einigen
wieder infrage gestellt. Hier werden wir konsequent
bleiben: Die enge regionale Zusammenarbeit darf
nicht dazu führen, dass die finanziellen Lasten einseitig auf die Stadt Nürnberg abgewälzt werden.
MIP-WARTESCHLANGE
Der MIP hat auf dieser Grundlage für den Zeitraum
2026 bis 2029 ein Volumen von fast 2,3 Milliarden
Euro. Einige Projekte stehen noch vor dem Project
Freeze, der in der Oktober-Sitzung des Ältestenrats
und Finanzausschusses beschlossen werden soll.
Dazu zählt auch die Umgestaltung des Plärrers. Eine
Aufnahme dieses Projekts, ohne dass es an anderer
Stelle zu Mittelverschiebungen kommt, halte ich
Stand der Dinge für unrealistisch. Eine Auswahl der
bisher nicht aufgenommenen Projekte sehen sie
hier. Sie finden diese dann auf der sog. gelbgrünen
Liste.
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STADIONPROJEKT
Lassen Sie mich noch zu einem weiteren wichtigen
Projekt ein paar Worte verlieren: Unser Stadionprojekt gewinnt weiter an Dynamik. Das ist von zentraler
Bedeutung, denn nur so vermeiden wir künftig kostspielige Sanierungen der alten Bausubstanz und
können unsere Ressourcen vollständig auf den Neubau mit seinen funktionalen Verbesserungen konzentrieren. Besonders erfreulich ist, dass die Bayerische Staatsregierung eine Förderung zugesagt hat
und bereit ist, den städtischen Eigenanteil zu verdoppeln. Ohne diesen Zuschuss wäre das Projekt in seiner jetzigen Form nicht realisierbar. Derzeit arbeiten
wir daran, auf fachlicher Ebene den Austausch mit
der Staatsregierung zu intensivieren, um die genauen Rahmenbedingungen dieser Zusage zu klären – insbesondere, ob sie an eine Obergrenze gebunden ist.
Mit dem vorliegenden Haushaltsplanentwurf schlage
ich Ihnen vor, die Investitionsmittel zunächst auf die
zugesagten 30 Mio. Euro anzuheben. Die Aussicht
auf eine Verdopplung durch den Freistaat sollte uns
jedoch ermutigen, auch eine weitere Aufstockung zu
prüfen. Gelingt es uns, zusätzlich 20 Mio. Euro zu
mobilisieren, wäre dies für die Gesamtfinanzierung
außerordentlich vorteilhaft – auch wenn dieses Ziel
ambitioniert ist. Zusammen mit dem aktuellen Stadionwert von rund 20 Mio. Euro ergäbe sich so ein Gesamtvolumen von 70 Mio. Euro, das der Freistaat
verdoppeln könnte.
Ich kann mir diesen Schritt vorstellen, da er die notwendige Kreditaufnahme im Projekt deutlich reduziert. Damit sinkt nicht nur die Zinslast, sondern auch
das Risiko eines zusätzlichen Zuschussbedarfs im
laufenden Betrieb – ein wichtiger Beitrag angesichts
der aktuellen Herausforderungen im konsumtiven
Bereich.
SONDERVERMÖGEN
Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten: Aus dem
Sondervermögen des Bundes sollen insgesamt 100
Milliarden Euro an Länder und Kommunen fließen.
Über den Bayerischen Städtetag setzen wir uns derzeit intensiv dafür ein, dass ein möglichst großer Anteil dieser Mittel tatsächlich bei den Kommunen ankommt – und zwar unbürokratisch sowie schnell abrufbar. Denn wir vor Ort wissen am besten, wofür das
Geld benötigt wird. Dafür braucht es keine meterlangen Antragsunterlagen.
Ende Oktober finden die finalen Gespräche zwischen
dem Freistaat Bayern und den kommunalen Spitzenverbänden statt. Dabei geht es dieses Mal nicht nur
um die Schlüsselzuweisungen, sondern auch um
dieses Sondervermögen. Ich gehe davon aus, dass
wir bereits bei den Etatberatungen im November einen pauschalen Ansatz für den Investitionszuschuss
unterstellen und im Haushalt veranschlagen können.
Zur Veranschaulichung habe ich Ihnen eine Modellrechnung mitgebracht: Bayern soll insgesamt 15,7
Milliarden Euro erhalten, verteilt über zwölf Jahre.
Sollten 70 Prozent dieser Summe an die Kommunen
fließen und Nürnberg anteilig nach seiner Bevölkerungsgröße berücksichtigt werden, ergäbe das für
uns rund 37,6 Mio. Euro jährlich. Das ist allerdings
nur eine überschlägige Rechnung mit vielen Unwägbarkeiten. Ich hoffe, dass wir bald mehr Klarheit haben.
Von der beschlossenen Altschuldenhilfe werden wir
allerdings nicht profitieren, weil wir uns in Nürnberg
bisher strukturell nie über Kassenkredite, sondern
mit Investitionskrediten verschuldet haben. Das geht
vielen Kommunen in Bayern so. Als Kompensation
für Bayern wird es eine Entlastung beim Länderfinanzausgleich geben. Ich wäre dafür, dass der Freistaat diese Mittel an die Kommunen weiterreicht, was
in Anbetracht der schweren kommunalen Haushaltslage dringend geboten wäre.
485
13
KENNZAHLEN
Auf der nächsten Übersichtsfolie sehen sie noch einmal alle derzeitigen Eckwerte zusammengetragen.
Das sind keine guten Aussichten. Trotz der unterstellten Rekordeinnahmen senken sich die relevanten Kennzahlen, die für eine Haushaltsgenehmigung
notwendig sind, in den roten Bereich.
HAUSHALTSKONSOLIDIERUNG
Wir müssen also miteinander noch nachsteuern. Die
Kämmerei musste bei den verwaltungsinternen Budgetverhandlungen eher hart bleiben, zudem haben
wir die Kürzung des K1-Sachmittelbudgets für dieses
Jahr auch für die nächsten Jahre unterstellt. Wir werden die konkrete Umsetzung des Personaleinsparpakets beschließen und sofern der Vorschlag Ihre
Unterstützung findet, einen Nachtragshaushalt auf
den Weg bringen. Wir erarbeiten derzeit verwaltungsintern noch ein weiteres Sparprogramm, das
wir im Oktober beschließen lassen wollen. Wir reden
zum Beispiel über Standards, also dort, wo wir über
das gesetzliche Maß hinausgehen. Aber auch über
die Veräußerung von Immobilien, die wir nicht mehr
brauchen und Unterhaltsmittel binden, dazu gehört
zum Beispiel auch das alte denkmalgeschützte August-Meier-Haus.
Dafür haben wir uns eine Größenordnung von rund
30 Mio. struktureller Einsparungen, also pro Jahr,
vorgenommen. Mittelfristig wird das nicht reichen. In
Anbetracht dieser Größenordnung muss deshalb allen Beteiligten klar sein: Wir werden in den nächsten
Jahren um tiefergehende strukturelle Änderungen
nicht herumkommen. Hier braucht es den erwähnten
solidarischen Kraftakt aller.
NÄCHSTE MEILENSTEINE
Bis zu den Etatberatungen stehen noch mehrere entscheidende Meilensteine an, die ich Ihnen auf einer
Folie zusammengestellt habe. Der Ältestenrat und
Finanzausschuss befasst sich mit weiteren Project
Freezes für den Mittelfristigen Investitionsplan, mit
den angesprochenen Konsolidierungsmaßnahmen
und mit der Festlegung des Hebesatzes für die
Grundsteuer. Im Personal- und Organisationsausschuss werden die Themen rund um den Stellenplan
beraten.
Mit dem Abschluss des dritten Quartals im September liegen uns aktuelle Daten vor, auf deren Basis wir
– zusammen mit der neuen Steuerschätzung auf
Bundesebene – die Steuerplanansätze erneut hochrechnen werden. Einen wichtigen Hinweis zur Entwicklung der Bezirksumlage erhalten wir zudem
durch den Haushaltsplanentwurf des Bezirkskämmerers.
Ende Oktober kommen schließlich die kommunalen
Spitzenverbände mit dem Freistaat zusammen, um
über die Schlüsselzuweisungen und den Bayerischen Finanzausgleich zu verhandeln. Ich gehe davon aus, dass in diesem Rahmen auch über die Verteilung der Mittel aus dem Sondervermögen entschieden wird.
486
14
DANKE
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich generell
für die stets gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu bedanken, beim Oberbürgermeister, den Kolleginnen und Kollegen der Referentenrunde und den
Stadtratsmitgliedern aber ausdrücklich auch bei unserer Personalvertretung, stellvertretend dem Gesamtpersonalrat.
Mein besonderer Dank gilt außerdem erneut meinem
Team im Referat und in der Kämmerei, das hervorragend eingespielt ist und fachlich auf höchstem Niveau arbeitet.
UNSERE ZUKUNFTSTHEMEN
Auf den letzten Folien sehen Sie, dass wir trotz der
engen Rahmenbedingungen weiterhin vielen wichtigen Bereiche der städtischen Bedarfe Rechnung tragen.
Der Haushaltsplanentwurf 2026 sieht weiterhin hohe
Millionenbeträge vor für Kinder, Jugend und Familie,
für unsere Schulen, für Gebäudesanierung, für Kultur, Digitalisierung, Wirtschafts- und Sportförderung,
für Grünflächen, für die Mobilitätswende, für Pflege
und Gesundheit und für Maßnahmen zur Steigerung
der Sicherheit in unserer Stadt.
EINLADUNG ZUR DISKUSSION
In den kommenden Tagen erhalten Sie von uns den
detaillierten Entwurf des Haushaltsplans, der anschließend in die Beratungen geht. Für Rückfragen
und Gespräche stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Damit wir im November zu einem guten Ergebnis kommen, ist – wie schon im vergangenen Jahr – Ihr konstruktives Mitwirken entscheidend, um einen möglichst breiten Konsens zu
erreichen. Das liegt mir sehr am Herzen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir alle wissen: Die kommenden Monate werden
nicht einfach. Ein genehmigungsfähiger Haushalt
geht mit schwierigen Entscheidungen her, auch mit
Verzicht. Aber er bedeutet vor allem eines: Handlungsfähigkeit für unsere Stadt.
Es geht nicht nur um Zahlen in Tabellen, sondern um
die Lebensqualität der Menschen in Nürnberg – um
sichere Arbeitsplätze, gute Schulen, funktionierende
Kliniken, um Mobilität, Kultur und sozialen Zusammenhalt. All das hängt an der Verantwortung, die wir
gemeinsam übernehmen.
Ich weiß: Wenige Monate vor einer Kommunalwahl
ist es verlockend, neue Projekte zu versprechen oder
Wünsche zu erfüllen. Aber Verantwortung heißt
auch, jetzt ehrlich zu sein – und die Grundlage dafür
zu legen, dass Nürnberg auch nach dem Wahltag
handlungsfähig bleibt. Wir brauchen einen solidarischen Kraftakt, aber zur Wahrheit gehört auch: Fast
keine Kommune wird es perspektivisch mehr ohne
größere Unterstützung von Bund und Land schaffen.
Wir dürfen nicht zulassen, dass die Finanzkrise der
Kommunen zu einer Krise der Demokratie wird. Deshalb müssen wir – trotz aller Unterschiede – hier im
Stadtrat einen breiten Konsens finden. Denn die Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger muss lauten:
Wir handeln, wir übernehmen Verantwortung, wir sichern die Zukunft Nürnbergs.
487
15
Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen –
klar, entschlossen und solidarisch. Für eine Stadt,
die auch morgen stark, lebendig und handlungsfähig
bleibt.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Nürnberg, 24. September 2025
gez. Thorsten Brehm
Referent für Finanzen, Personal und IT
Stadtkämmerer der Stadt Nürnberg
488
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
HAUSHALTSPLANENTWURF
2026
489
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
2
Die Kommunen brauchen Hilfe.
Pressekonferenz der mittelfränkischen Kämmererinnen
und Kämmerer der kreisfreien Städte.
Foto: Erich Malter
490
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
3
Wir haben in den letzten Jahren
Vermögen aufgebaut.
4.832
5.052 5.211
5.599 5.709
6.038
2019 2020 2021 2022 2023 2024
in Mio. Euro
Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen
Finanzanlagen Anlagevermögen (Gesamt)
491
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
4
Entwicklung der Ergebnisrücklage
91 99 103
135
168
231 222
243
383
506
487
2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
in Mio. Euro
492
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplanungszeitraum
inkl. Mittelfristiger Planung
5
Entwicklung der Jahresergebnisse
-130,1
-104,0
-85,4
-109,2
-73,1
-22,4
123,0
142,8
18,0
-12,9
ͲϭϱϬ͕Ϭ
ͲϭϬϬ͕Ϭ
ͲϱϬ͕Ϭ
Ϭ͕Ϭ
ϱϬ͕Ϭ
ϭϬϬ͕Ϭ
ϭϱϬ͕Ϭ
ϮϬϬ͕Ϭ
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
in Mio. Euro
493
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
6
Die Kernprobleme aus dem Vorjahr
bleiben bestehen…
I: Unsere dauerhafte Leistungsfähigkeit
II: Unser zu hohes Investitionsvolumen
III: Unsere Liquidität und der
Finanzmittelbestand
IV: Die finanzielle Situation unserer
Tochterunternehmen
494
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Ordentliche Erträge
2,7 Mrd. Euro
Haushaltsplanentwurf 2026
Zunahme um 6,5 % zum Vorjahresplan.
+ 166,9 Mio. Euro
7
495
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Ordentliche Erträge 2026
590.000.000 €
Prognose
für Steuern und Planwert
ähnliche Abgaben
Zuwendungen und
allgemeine Umlagen
Kostenerstattungen
und Kostenumlagen
Öffentlichrechtliche
Leistungsentgelte
Auflösung
von
Sonderposten
Sonstige
ordentliche
Erträge
Privatrechtliche
Leistungsentgelte
1,18 Mrd. €
594,9 Mio. €
337,8 Mio. €
8
Steuern und ähnliche Abgaben
1.370,8
Zuweisungen und
Zuschüsse
646,8
Kostenerstattungen
und Kostenumlagen
438,2
Öffentlich-rechtliche
Leistungsentgelte
101,8
Auflösung
von
Sonderposten
59,4
Privatrechtl.
Leistungsentgelte
49,6
Sonstige
ordentl.
Erträge
53,4
in Mio. Euro
496
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
9
Gewerbesteuerverlauf 2024 und 2025
511
529 526
533
551
558
576
601
513
536 539
532
566
610
660
697
Januar Februar März April Mai Juni Juli August
Werte:
„laufendes Soll
“ in Mio. Euro
2024 2025
497
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplanungszeitraum
inkl. Mittelfristiger Planung
Entwicklung der Gewerbesteuer
10
476
448
515
558
672 690
748
773 796 817
421
552 557
670 676 697
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
brutto, in Mio. Euro
Gewerbesteuererträge (Plan) Gewerbesteuererträge (Ist)
„Laufende
s Soll
“ Gewerbesteue
r Stan
d 08/2025
498
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Ordentliche Aufwendungen
2,8 Mrd. Euro
Haushaltsplanentwurf 2026
Zunahme um 7,4 % zum Vorjahresplan.
+ 194,9 Mio. Euro
11
499
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Ordentliche Aufwendungen 2026
590.000.000 €
Prognose
für Steuern und Planwert
ähnliche Abgaben
Zuwendungen und
allgemeine Umlagen
Kostenerstattungen
und Kostenumlagen
Öffentlichrechtliche
Leistungsentgelte
Auflösung
von
Sonderposten
Sonstige
ordentliche
Erträge
Privatrechtliche
Leistungsentgelte
1,18 Mrd. €
594,9 Mio. €
337,8 Mio. €
12
Personalaufwendungen
766,5
Aufwendungen
für Sach- u.
Dienstleistungen
407,5
Planmäßige
Abschreibungen
127,7
Sonstige Transferaufwendungen
184,3
Aufwendungen für Soziales und
Jugendhilfe (inkl. Bezirksumlage)
1.002,7
Versorgungsaufwendungen
145,8
Sonstige ordentliche Aufwendungen
177,3
in Mio. Euro
500
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplan
ungszeitraum
Haushaltsbelastungen durch deutliche
Erhöhung der Bezirksumlage
13
145 140 152 152 159 167
183
197 203
213 218
235 234
284 289
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Aufwendungen in Mio. Euro
501
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplanungszeitraum
Entwicklungder Aufwendungen
für Soziales und Jugendhilfe
14
707,0 716,7 753,2
810,5 862,8
942,5
1.002,7
2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
in Mio. Euro
Heimunterbringung in Einrichtungen
Lfd. Leistungen (Hilfe z. Lebensunterhalt/Grundsicherung) außerhalb v. Einrichtungen
lfd.Leistungen für Unterkunft u.Heizung (§22 I SGB II)
Zuschuss an soz/ähnl.Einrichtungen-Art 1
Bezirksumlage
Aufwendungen für Soziales und Jugendhilfe (Gesamt, inkl. Bezirksumlage)
502
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplanungszeitraum
Entwicklung der Personal- und
Versorgungsaufwendungen
15
zeitraum
123,1 107,5 179,1 145,8
644,6 718,5
705,2 766,5
767,7
826,0
884,3 912,3
2023 2024 2025 2026
in Mio. Euro
Versorgungsaufwendungen Personalaufwendungen Gesamt
503
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
351,4 33,0
Zuschüsse und Zuweisungen Zuschüsse und Zuweisungen Art 5: Sonstige bzw. freiwillige Leistungen
Zuschüsse und Zuweisungen 2026
16
Aufwendungen, in Mio. Euro
504
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplanungszeitraum
inkl. Mittelfristiger Planung
Problem I: Unsere dauerhafte
Leistungsfähigkeit
17
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
in Mio. Euro
Cashflow aus lfd. Verwaltungstätigkeit Ordentliche Tilgung von Krediten (inkl. ÖPP/ÖÖP)
-56,1
-89,8 -115,2
-151,2
505
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
18
Problem II: Unserzu hohes
Investitionsvolumen
750,0 815,4 797,1
935,3
1.045,6
1.262,4
1.449,3
1.811,7
2.091,1
2.231,8 2.149,6
2.438,5
2.279,1
2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026
Brutto-Gesamtausgaben im Mittelfristigen Investitionsplan
(4-Jahreszeitraum, investiv), in Mio. Euro
506
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Haushaltsplanungszeitraum
inkl. Mittelfristiger Planung
Die städtische Verschuldung
steigt weiter.
19
g g steigt weiter
1,3 1,3
1,36 1,4 1,44
1,5 1,51 1,51
1,66
1,76 1,79
1,91
2,01
2,31
2,54
2,62
1,37 1,37
1,43 1,47 1,5
1,55 1,56 1,56
1,71
1,85 1,88
2,00
2,16
1,8 1,77 1,79 1,81 1,78 1,83 1,83 1,83
1,99
2,15 2,19
2,34
2,56
2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
Schuldenstand (inkl. ÖPP/ÖÖP) in Mrd. Euro
Kernstadt (ohne Eigenbetriebe) Stadt mit steuerfinanzierten Eigenbetrieben Stadt mit allen Eigenbetrieben
507
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Viele Baumittel fließen deutlich
verspätet ab.
20
288,3 278,1 267,8
401,0
66,3 % 73,6%
89,3%
2022 2023 2024 2025
Baumittelabfluss (Plan) in Mio. Euro Baumittelabfluss (Ist) in %
39,1%
Stand
20.08.2025
Korrekturwert:
- 90 Mio. Euro
508
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
21
Proble
m III: Unsere Liquiditä
t un
d de
r
Fin
a
n
z
mit
t
elb
e
s
t
a
n
d
314,0
407,3 397,6
359,5
289,8
392,6
155,3 155,2
72,5
39,9
-55,1
-185,7
2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029
Finanzmittelbestand zum Jahresende in Mio. Euro
Haushaltsplanungszeitraum
inkl. Mittelfristiger Planung
509
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Problem IV: FinanzielleSituation
des Klinikums
22
es Klinikums
10 Mio. Euro
Investitionszuschuss pro
Jahr
~ 9 Mio. Euro pro Jahr
KNSG-Ausgleich
~ 3,8 Mio. Euro
Nachzahlungen für KNSG
wg. Tarifsteigerung
2024/2025 im lfd. Jahr
~ 7 Mio. Euro Verzicht auf
Darlehensrückzahlung
510
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Problem IV: Die finanzielle Situation
der Städtischen Werke, hier: VAG
23
-89,3
-81,2
-102,2 -97,6
-109,6
-116,2
-127,2
2020 2021 2022 2023 2024 2025 FC 2026 Plan
ŝŶDŝŽ͘ƵƌŽ
Ergebnis der Geschäftstätigkeit der VAG-Verkehrsaktiengesellschaft
511
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
24
Eckpunkte Nachtragshaushalt 2025
• Das Steuerplus in 2025 soll zur
(vorgezogenen) Stärkung der städtischen
Töchter verwendet werden.
• Der Fokus liegt auf StWN, Klinikum, SUN
und NüSt.
• Das verfügbare Finanzvolumen wird Anfang
Oktober auf Basis neuer Quartalszahlen
berechnet.
512
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Der mittelfristige
Investitionsplan 2026-2029
Nur investiv mit Zuschüssen in Mio. € ohne Zuschüssein Mio. €
Schulen (inkl. IT) 510,78 304,95
Kultur und Freizeit 293,21 62,66
Brücken 230,38 99,54
Straßenbau, Plätze 219,66 113,56
Sonstige 199,19 73,84
Kinderbetreuung 163,97 85,09
Feuerwehr (u.a. ILS) 163,83 91,72
ÖPNV 158,29 96,58
Beteiligungen 94,06 84,36
Grün- und Spielplätze 83,31 75,71
Sport 70,65 70,65
Radwege 37,22 34,91
Allgemeiner Hochbau 25,72 25,72
IT-Verwaltung 13,89 13,89
Verwaltungsgebäude 8,76 8,76
Wohnbau Bezuschussung 6,20 6,20
2.279,11 1.248,13
25
V
Wo
513
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
26
Beispiele für Projekte in der
MIP-Warteschlange
Maßnahme
Umgestaltung Plärrer
B1 Sanierung Werkhallen und Werkstätten
Brücke und Straße Thumenberger Weg
Sanierungen Leerstätter Straße 3
Fembohaus Teilsanierung Rückgebäude und Foyer
Tiefes Feld (Erschließung BP 4445a)
Ambergerstraße, Umbau zur Fahrradstraße
Landgrabenstraße
(…)
514
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
27
Sondervermögen des Bundes
100 Milliarden für Länder und Kommunen,
verteilt auf 12 Jahre
15,7 Milliarden für Bayern
Angemessen wären mindestens 70% für die
Kommunen
Sofern Verteilung nach Bevölkerungszahl:
~ 37,6 Mio. Euro pro Jahr
515
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Mittelfristige Planung
*Finanzhaushalt **Differenz Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit und Tilgung von Krediten
und kreditähnlicher Rechtsgeschäfte 28
in Mio. Euro 2026 2027 2028 2029
Jahresfehlbetrag - 109,2 - 85,4 -104,0 - 130,3
Saldo lfd.
Verwaltungstätigkeit* 47,0 21,4 7,2 - 16,3
Tilgung von
Krediten und
kreditähnlicher
Rechtsgeschäfte
103,1 111,2 122,4 134,9
Dauerhafte
Leistungsfähigkeit** - 56,1 - 89,8 - 115,2 - 151,2
Nettoneuverschuldung 96,9 296,9 228,6 88,1
516
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
29
Haushaltskonsolidierung
1.Fortschreibung der Budgetkürzung (1% des
K1-Budgets von 4,16 Mio. Euro; bereits
integriert).
2.Umsetzung der Personaleinsparungen aus
der FlexiKonsolidierung.
3.Einbringung eines Nachtragshaushalts 2025
mit einmaligen Entlastungswirkungen für
2026ff.
4.Erarbeitung eines weiteren
Einsparprogramms.
517
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Wichtige Meilensteine für den Haushalt
30
Haushaltskonsolidierung im ltestenrat und
Finanzausschuss
Vorschlag Hebesatz Bezirksumlage 2026
Neue Steuerschätzung des Bundes
Spitzengespräch zum bayer.
Finanzausgleich und Sondervermögen
Etatberatungen im Stadtrat
22. Oktober
22. Oktober
23. Oktober
30. Oktober
20. November
Stellenangelegenheiten im Personal- und
Organisationsausschuss
21. Oktober
518
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Unsere Zukunftsthemen
im Haushalt 2026
31
111,7
150,4
273,8
357,2
Kultur
Gebäudesanierung
Schule
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Ausgewählte Werte lt. Finanzhaushalt in Mio. Euro
519
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
32
51,2
43,8
60,1
55,2
12,8
13,0
67,2
Sichere Stadt
Pflege, Gesundheit und medizinische Versorgung
Mobilitätswende
Grünflächen
Sportförderung
Innovation, Wirtschaftsförderung und Tourismus
Digitalisierung
Ausgewählte Werte lt. Finanzhaushalt in Mio. Euro
Unsere Zukunftsthemen
im Haushalt 2026
520
REFERAT FÜR FINANZEN, PERSONAL UND IT
HAUSHALTSPLANENTWURF 2026
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Referat für Finanzen,
Personal und IT
Theresienstr. 7
90403 Nürnberg
Thorsten Brehm
ref.i-ii@stadt.nuernberg.de
www.theresienstrasse7.de
521