D.1 Wirtschaftliche Lage ausgewählter Beteiligungen
Maschinell extrahierter Text. Tabellen verlieren dabei ihre Form, verbindlich ist das Original.
Die Stadt Nürnberg erfüllt ihre vielfältigen Aufgaben für
die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nicht nur durch
ihre klassischen Dienststellen der Stadtverwaltung. Einen nicht unerheblichen Teil der Aufgaben hat die Stadt
Nürnberg auf Unternehmen übertragen, an denen sie
unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist.
Die wirtschaftliche Situation der meisten ausgewählten
Beteiligungen wurde im Jahr 2021 fast ausschließlich
negativ durch die Corona-Pandemie beeinflusst.
Das Jahresergebnis 2021 der Städtische Werke Nürnberg GmbH mit einem Jahresüberschuss von knapp
85,1 Mio. € (Vorjahr: 10,5 Mio. €) ist auf die Ergebnisabführungen der N-ERGIE zurückzuführen. Gegenüber
dem Vorjahr sank die Ergebnisabführung des N-ERGIE
AG Teilkonzerns an die StWN um rund 8,7 Mio. € auf
63,6 Mio. € (Vorjahr: 72,3 Mio. €). Gleichzeitig verringert
sich der Zuschussbedarf der VAG im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Mio. € auf rund 81,3 Mio. €.
Das Klinikum Nürnberg schließt 2021 erneut mit einem
Jahresfehlbetrag (-0,97 Mio. €) ab, der mit 80,1 % aber
deutlich geringer ausfällt als 2020 (-4,98 Mio. €). Der
Wirtschaftsplan 2021 hatte noch einen Jahresfehlbetrag
in Höhe von -2,7 Mio. € ausgewiesen. Insgesamt sind
auch weiterhin Maßnahmen zur strukturellen Verbesserung der Kostensituation erforderlich.
Mit 1,1 Mio. Fluggästen in 2021 war ein um ca. 16 % höheres Passagiervolumen am Albrecht Dürer Airport
Nürnberg zu verzeichnen als 2020 – gleichzeitig aber
74 % weniger als vor Corona (2019). Für 2021 ergibt sich
ein Konzernverlust nach Steuern von -14,9 Mio. €, eine
Verbesserung gegenüber 2020 um 26,3 Mio. €. In 2021
wurde im Konzern Umsatzerlöse von 42,6 Mio. € erzielt
– gegenüber 2020 eine Zunahme von 7,0%. Dies ist v.a.
auf weggefallene Reisebeschränkungen und ein Passagierwachstum zurückzuführen. Das EBITDA beträgt -
303 T€ und liegt 26,15 Mio. € über Vorjahresniveau.
Der Jahresüberschuss der wbg Nürnberg GmbH lag
2021 bei 12,2 Mio. € (Vorjahr: ca. 16,2 Mio. €). Die Ertragssituation war damit erneut positiv, auch wenn die
Unternehmensgruppe nicht auf Gewinnmaximierung
ausgerichtet ist.
Die Durchschnittsmiete aller wbg-eigenen Wohnungen
stieg pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat von
6,63 € in 2020 auf 6,87 € in 2021. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt des Nürnberger
Mietenspiegels 2020 von derzeit monatlich 8,54 € je m²
Wohnfläche. Gerade hier wird deutlich, dass die wbg
dämpfend auf die Mietpreisentwicklung in Nürnberg einwirkt und eine sehr verantwortungsvolle Mietpreispolitik
umsetzt, die nicht auf Gewinnmaximierung zielt, sondern
den satzungsmäßigen Auftrag der wbg ernst nimmt.
In 2021 zählte die NürnbergMesse Group durch das
anhaltende Veranstaltungsverbot nochmals weniger
Ausstellende und Besucher/innen als im Vorjahr. Das
Jahr 2021 ist damit das ausstellerschwächste Jahr der
NürnbergMesse seit über 30 Jahren. Der Umsatz lag mit
68,3 Mio. € um 42,0 Mio. € unter Vorjahresniveau. In Relation zum turnusgemäß besser vergleichbaren Geschäftsjahr 2019 entspricht dies einer Umsatzreduzierung von 76,1 %. Das operative Ergebnis beträgt -38,5
Mio. € (2020: -67,6 Mio. €; 2019: 8,4 Mio. €) und das Ergebnis vor Steuern -40,5 Mio. € (2020: -68,9 Mio. €;
2019: 7,6 Mio. €). Im Einzelabschluss zeigt die Nürnberg
Messe GmbH für 2020 ein operatives Ergebnis von
-27,4 Mio. € (Vorjahr: -54,0 Mio. €).
Die Noris Arbeit gGmbH hat das Geschäftsjahr 2021
insgesamt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 0,219
Mio. € abgeschlossen, während im Vorjahr ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 0,751 Mio. € angefallen ist. Das
Ergebnis aus 2021 beinhaltet jedoch einen Einmaleffekt -
die Auflösung einer Verbindlichkeit gegenüber der Stadt
Nürnberg in Höhe von rd. 0,2 Mio. €.
Bei der noris inklusion gemeinnützige GmbH ist im
Jahresergebnis 2021 ein Verlust von -810 T€ zu verzeichnen (2019: -344 T€) liegt. Diese Verschlechterung beruht
unter anderem auf der Verlagerung von kostendeckenden Aufträgen auf die noris inklusion kommunal GmbH,
höheren Zinsbelastungen aus den Investitionskrediten
sowie Verlustübernahmen für die noris gastro GmbH. Außerdem war das Geschäftsjahr 2020 maßgeblich durch
außerplanmäßige Effekte, Pandemiehilfen sowie Verschiebungen von Aufwänden beeinflusst.
Aus Konzernholding-Sicht ist in 2021 insgesamt bei den
Beteiligungen ein weitestgehend coronabedingt negative Entwicklung zu konstatieren. Diese Entwicklung hat
auch einen unmittelbaren Einfluss auf das Konzernergebnis und auf den städtischen Kernhaushalt. In der Vorschau auf das Geschäftsjahr 2022 ist festzustellen, dass
sich diese Entwicklung im Zuge der anhaltenden
Corona-Pandemie schrittweise verbessert. Abzuwarten
bleibt allerdings die Entwicklung des Pandemiegeschehens im Herbst 2022. Darüber hinaus beeinflussen die
Auswirkungen des Ukraine-Krieges und die damit einhergehenden Herausforderungen auf die Energieversorgung sowie das ansteigende Preisniveau die Ergebnisentwicklung der städtischen Tochterunternehmen.
D.1 Kurzzusammenfassung der wirtschaftlichen Lage ausgewählter
Beteiligungen
232
Städtische Werke Nürnberg GmbH
Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der StWN
GmbH ist im Geschäftsjahr 2021, wie bereits im Vorjahr,
geprägt durch Sondereffekte.
Die StWN GmbH schließt das Geschäftsjahr 2021 mit einem Jahresüberschuss von rund 85,1 Mio. € ab. Damit
verbessert sich das Jahresergebnis im Vergleich zu
2020 (Jahresüberschuss in Höhe von 10,5 Mio. €) um
76,6 Mio. €. Das positive Ergebnis der Geschäftstätigkeit von knapp 85,7 Mio. € ist deutlich besser als im Vorjahr (13,7 Mio. €) und insbesondere auf die außerordentlichen Erträge aus dem Verkauf der wbg-Anteile zurückzuführen.
Neben dem wbg-Anteilsrückkauf, ist das Jahresergebnis
der StWN GmbH im Jahr 2021 weitestgehend durch die
Ergebnisabführungen bestimmt. Maßgeblich für das
Jahresergebnis ist daher vor allem die Ergebnisentwicklung bei den Tochtergesellschaften N-ERGIE und der
VAG. Die N-ERGIE führte einen Gewinn von 63,6 Mio. €
(Vorjahr: 72,3 Mio. €) an die StWN ab, während die VAG
einen Zuschussbedarf von 81,3 Mio. € (Vorjahr:
89,5 Mio. €) aufweist.
Selbstverständlich war auch in 2021 die Energiewende
im Allgemeinen und das Engagement der N-ERGIE AG
im Bereich erneuerbare Energien weiterhin ein dominierendes Thema.
Für die Gemeinschaftskraftwerk Irsching GmbH (GKI),
Vohburg, an der die N-ERGIE mit 25,2 % beteiligt ist,
wurde zum 1. Oktober 2020 von den Gesellschaftern
entscheiden, das Kraftwerk nach sieben Jahren in der
Netzreserve wieder in den Markt zu nehmen. Grund dafür sind verbesserte Marktpreisentwicklungen mit einem
verbesserten Erzeugungsspread.
Die Märkte der Energiewirtschaft stehen vor großen Herausforderungen und müssen sich im Sinne der Energiewende neu definieren. Dieser Strukturwandel wird nicht
nur durch den Übergang von fossilen auf erneuerbare
Energieträger bestimmt, sondern zunehmend auch von
smarten Technologien zur Übertragung, Speicherung
und Flexibilisierung sowie zum Ausbau der Elektromobilität, da sich durch die Digitalisierung komplett neue Geschäftsfelder eröffnen.
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Vertriebsgeschäft haben sich in 2021 mittlerweile abgeschwächt. Stattdessen waren in der zweiten Jahreshälfte vor allem die Preisentwicklungen an den Energiemärkten und die damit verbundenen Marktrisiken wie
Verbrauchsabweichungen in Verbindung mit volatilen
Markpreisen oder potenzielle Forderungsausfälle beherrschende Themen. Die Marktrisiken stiegen durch die
extremen Preissteigerungen im Beschaffungsbereich
deutlich an und zogen Einschränkungen in der Energiebeschaffung und einen temporären Angebotsstopp im
Gas- und Stromvertriebsgeschäft nach sich. Dadurch
konnten für die Folgejahre insbesondere im Großkundengeschäft nur geringere Absatzmengen vertraglich
vereinbart werden als geplant. Weiterhin standen Kundenbindungsmaßnahmen und neue Produkte im Vordergrund.
Der gesamte Stromabsatz der N-ERGIE hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8,9 % erhöht. Im Erdgasgeschäft
nahm die Gesamtabgabe um 27,8 % zu. Die Umsatzerlöse im Bereich Fernwärme lagen mit einer Zunahme um
3,6 % leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Umsatzerlöse im Bereich Wasser reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,5 %.
Das Thema Digitalisierung hat in der Energiewirtschaft
weiterhin eine hohe Bedeutung, weshalb die N-ERIGE
zahlreiche Maßnahmen durchgeführt hat, um die externen Geschäftsprozesse digital zu gestalten.
Insgesamt entwickelte sich die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der N-ERGIE AG in 2021 positiv. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit des Jahres 2021 liegt mit
151,2 Mio. € um knapp 30 Mio. € über Vorjahreswert.
Aufgrund des Organschaftsverhältnisses erhält die
Thüga Aktiengesellschaft, München, als außenstehende
Aktionärin eine Ausgleichszahlung in Höhe von rund
30,6 Mio. €. Unter Berücksichtigung des Steueraufwands und nach Dotierung der Gewinnrücklage konnten
an den Organträger StWN GmbH rund 63,6 Mio. € (Vorjahr: 72,3 Mio. €) abgeführt werden.
Der Geschäftsverlauf 2021 der zweiten wesentlichen
Einheit des StWN-Konzerns, die VAG, spiegelt die zunehmende Bedeutung des Personennahverkehrs und
die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den ÖPNV
wieder.
Die VAG beförderte im Jahr 2020 in Nürnberg (Nürnberg
mit Nachbarorten und U-Bahn Fürth) rund 119,7 Mio.
Fahrgäste (pandemiebedingt 1,6 % weniger im Vergleich zum Vorjahr).
233
Die VAG führt kontinuierliche Marktanalysen zum Mobilitätsverhalten der Nürnberger Bevölkerung inklusive einer Erhebung der Einschätzungen und Einstellungen
zum ÖPNV durch. Die pandemiebedingten, strukturellen
Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl haben sich
v.a. auf den Anteil der ÖPNV-Fahrten negativ ausgewirkt. Zwar erholten sich ÖPNV-Nachfrage und Anteile
am Modal Split in den Sommermonaten etwas, mit einem Rückgang von durchschnittlich 233 (vor Pandemie)
auf 130 ÖPNV-Fahrten pro Person war im September
2021 aber eine deutliche Reduzierung der ÖPNV-Nutzung festzustellen. Der ÖPNV-Anteil sank bis dahin von
rund 23,3 % (vor Pandemie) auf 15,7 %.
Der Zufriedenheitsindex (Saldo aus Anteil zufriedener
und unzufriedener Kunden) mit dem Nürnberger ÖPNV
stellt einen Mittelwert aus 34 spezifisch erhobenen Leistungsmerkmalen wie Sauberkeit, Pünktlichkeit oder
Fahrtzeit dar und lag vor Pandemiebeginn bei +56. Die
Messung während der Pandemie ergab zunächst einen
Anstieg des Index auf bis zu +70 im Sommer des Vorjahres. Seitdem war der Wert schrittweise ruckläufig und
lag im September 2021 bei +54. Die Kundenzufriedenheit bewegt sich damit im Ergebnis auf einem Niveau wie
vor Beginn der Pandemie.
Zum 1. Januar 2021 blieben die Fahrpreise im VGN unverändert und unterlagen nicht der jährlichen Tarifanpassung, die dadurch entstehenden rechnerischen Minderfahrgeldeinnahmen werden im Rahmen des sogenannten „VGN-Innovationspakets“ mindestens bis zum
Jahr 2024 vollständig durch den Freistaat Bayern und
die zugehörigen Gebietskörperschaften ausgeglichen,
welches noch weitere Maßnahmen umfasst. Damit
wurde die im zweiten Halbjahr 2020 wirksame Mehrwertsteuersenkung durch das Aussetzen der Preiserhöhung
zeitversetzt indirekt an die Fahrgäste weitergegeben.
Trotz stabiler Entwicklung in Teilsegmenten war die gesamte Verkaufsentwicklung pandemiebedingt weiter
rückläufig. Sondermaßnahmen zur Kundenbindung und
-rückgewinnung, wie z.B. ein Wiedereinstiegsrabatt von
zwei Monatszahlungen für Abokunden/-innen, konnten
den Verkauf nicht auf dem Vorjahresniveau konsolidieren. Zum Jahresende startete die VGN-Aktion „20+2.
Nach Kauf von 20 Einzelfahrscheinen erhalten Fahrgäste zwei zusätzliche Fahrten geschenkt.“ Damit werden kurzfristig u.a. ehemalige Vertragskunden/-innen mit
pandemiebedingt verändertem Mobilitätsverhalten
(Homeoffice) adressiert.
Insgesamt bewegten sich die Verkehrserlöse im Berichtsjahr 2021 mit 121,1 Mio. € weitgehend auf Vorjahresniveau (118,6 Mio. €). Die Corona-Pandemie hat
2021 bei den ÖPNV-Trägern zu erheblichen Mindereinnahmen geführt. Um diese abzufedern wurde von Bund
1 Aus der Endabrechnung der Corona-Beihilfen für 2020 ergab
sich eine Rückerstattungspflicht von 1,3 Mio. €, die im Dezember 2021 zurückbezahlt wurde.
und Bayerischer Staatsregierung ein Rettungsschirm initiiert. Der VAG wurden in 2021aus dem Rettungsschirm
für die Jahre 2020 und 2021 insgesamt 49,3 Mio. € Zuschüsse ausgezahlt.1 Die Umsatzerlöse der VAG insgesamt sanken im Geschäftsjahr 2021 um rund 2,6 % auf
138,2 Mio. €.
Auf der Aufwandseite fällt die Erhöhung des Personalaufwands um 6,6 % zum Vorjahr ins Gewicht. Maßgeblich hierfür waren insbesondere der im Vergleich zum
Vorjahr höhere durchschnittliche Personalstand, eine
Corona-Sonderzahlung und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen sowie zur Jubiläumsrückstellung.
Die planmäßigen Abschreibungen liegen um 4,5 Mio. €
(20,9 %) über dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzieren sich im Berichtsjahr
um 1,3 Mio. €. Dies war hauptsächlich auf eine geringere
Konzessionsabgabe zurückzuführen.
Das negative Jahresergebnis und somit der Zuschussbedarf reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund der höheren sonstigen betrieblichen Erträge um 8,1 Mio. € auf 81,3 Mio. €. Das negative Jahresergebnis wird auf Basis des bestehenden Organschaftsvertrags von der Muttergesellschaft StWN ausgeglichen.
Nach dem ersten Quartal 2022 liegt das Ergebnis der
Geschäftstätigkeit bei 51,4 Mio. €, ist damit um
16,8 Mio. € höher als geplant und um 20, 4 Mio. € höher
als im Vorjahr. Zum Stand Ende Quartal 1/2022 geht die
N-ERGIE davon aus, dass die Ergebnisabführung an die
Städtischen Werke und die Ausgleichszahlung an den
außenstehenden Aktionär (Thüga AG) in geplantem Umfang erfolgen kann. Zugleich zeigt sich bei der VAG eine
Verbesserung hinsichtlich des Zuschussbedarfs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Mio. €. Hier führen
die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden
Einschränkungen im öffentlichen Leben seit März 2020
zu einem deutlichen Einbruch der Verkehrserlöse. Im
ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 hat sich die
Zahl der ÖV-Fahrten im Vergleich zum Vorjahresquartal
wieder erhöht. So weist die Beförderungsleistung im
Stadtgebiet Nürnberg einschließlich U-Bahn Fürth für
den Zeitraum Januar bis März 2022 ein Plus von 14,1 %
zum Vorjahreszeitraum auf.
Das Ergebnis des StWN-Konzerns war in den vergangenen Jahren wesentlich von den Sondereffekten aus den
Verkäufen der wbg-Anteile beeinflusst. Auch die Ergebnisse der N-ERGIE und der VAG waren deutlich besser
als geplant. Insbesondere aufgrund der noch nicht absehbaren Folgen der Corona-Pandemie und der Ukraine-Krise ist von einer Belastung der Ergebnisse der N234
ERGIE und VAG zusätzlich zu den allgemeinen wirtschaftlichen sowie strukturellen Rahmenbedingungen
und Entwicklungen auszugehen. Die Finanzierung steht
durch die coronabedingten Mindereinnahmen bei VAG
und N-ERGIE im gesamten StWN-Konzern zukünftig vor
Herausforderungen. Es ist davon auszugehen, dass der
ertragsmäßige Ergebnisausgleich zwischen N-ERGIE
und VAG nicht mehr vollständig gelingen wird, sodass
die Nettofehlbeträge der kommenden Jahre zusätzlich
kompensiert werden müssen.
Klinikum Nürnberg
Das Klinikum Nürnberg (Kommunalunternehmen)
schließt 2021 insbesondere aufgrund einer Bildung von
Rückstellungen für Erlösrisiken sowie erklärter Forderungsverzichte innerhalb des Konzernverbundes mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von -0,97 Mio. € ab. Gegenüber dem Vorjahr (-4,98 Mio. €) fällt der Jahresfehlbetrag um 80,6 % deutlich geringer aus. Auch gegenüber dem Wirtschaftsplan liegt das Jahresergebnis besser. Der Wirtschaftsplan 2021 hatte noch einen Jahresfehlbetrag in Höhe von -2,7 Mio. € ausgewiesen.
Die Corona-Pandemie stellt auch für das Klinikum eine
bisher noch nie dagewesene medizinische, organisatorische und auch finanzielle Herausforderung dar. Bislang
konnte die Situation jedoch gut beherrscht und die Versorgung im Katastrophenfall stets gewährleistet werden.
Die in den zwei zurückliegenden Jahren existierenden
Versorgungsprobleme bei Schutzmaterialien und medizinischem Verbrauchsmaterial konnten durch eine erhöhte Lagerhaltung und veränderte Lieferantenstrategie
weitgehend behoben werden, jedoch sind die Preise aufgrund der Rohstoffknappheit und hohen Energiekosten
in vielen Produktbereichen noch deutlich über dem Vorkrisenniveau. Auch die Lieferketten sind durch den Ukrainekrieg und partielle Covid-bedingte Hafenschließungen nach wie vor gestört. Wann sich diese Situation wieder normalisieren wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht
absehbar, jedoch gehen immer mehr Ökonomen davon
aus, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis sich die
deutsche Volkswirtschaft von den mit der Covid-Pandemie und dem Ukrainekrieg verknüpften negativen wirtschaftlichen Effekten erholen wird.
Mit dem 18.04.2022 sind die Freihaltepauschalen für unbelegte Betten endgültig ausgelaufen. Analog dem Vorjahr ist auch für das Jahr 2022 erneut ein Ganzjahreserlösausgleich vorgesehen. Ohne diesen Ganzjahreserlösausgleich würde der Erlösrückgang mit rund
11,4 Mio. € das Jahresergebnis 2022 belasten.
Nach wie vor schwierig ist die Gewinnung von Personal
insbesondere in der Pflege und dem OP-Bereich, so
dass die vorhandene Nachfrage nach stationären Krankenhausleistungen nicht immer zeitnah bedient werden
kann.
Ein weiterer sich abzeichnender Trend ist die zunehmende Verlagerung bisheriger stationärer Leistungen in
den ambulanten Bereich. Das für Anfang 2022 erwartete
Gutachten zu potenziell ambulanten Leistungen liegt
mittlerweile vor und enthält für die gesamte deutsche
Krankenhauslandschaft ein Ambulantisierungspotenzial
von rund 20 % der bisher stationär erbrachten Leistungen. In welchem Umfang und ab wann das Klinikum
Nürnberg als Maximalversorger davon betroffen sein
wird, ist noch nicht ganz klar, jedoch sind nach internen
Schätzungen rund 5 % der aktuell erbrachten Leistungen potenziell betroffen. Diese Entwicklung muss sehr
aufmerksam beobachtet werden, um hier frühzeitig gegenzusteuern.
Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr
um 4,6,0 % auf 648,7 Mio. €. Die Erlöse aus Krankenhausleistungen erhöhten sich maßgeblich getragen
durch die Ausgleichszahlungen gegenüber dem Vorjahr
um 3,7 %, wohingegen die Erlöse aus Wahlleistungen
mit -9,6 % rückläufig waren. Die ambulanten Erlöse erhöhten sich erneut überdurchschnittlich um 5,1 %. Die
sonstigen betrieblichen Erträge sind angestiegen
(+21,0 %), was im Wesentlichen auf erhöhte Erlöse aus
Apothekenverkäufen, gestiegene Dienstleistungen an
verbundene Unternehmen und mehr erhaltene Boni zurückzuführen ist.
Die Kostenstruktur des Klinikums wird im Wesentlichen
durch die Personalaufwendungen geprägt. Wesentliche
Aufwandsposition bei den Betriebsaufwendungen stellt
dabei mit insgesamt 428,9 Mio. € der Personalaufwand
dar. Gegenüber dem Vorjahr sind diese um 23,14 Mio. €
oder 5,7 % angestiegen. Der Aufwand für Lohn und Gehalt – ohne die Kosten für Sozialversicherung und Altersversorgung – hat sich um 16,7 Mio. € bzw. 5,1 % erhöht.
Die Zahl der Vollkräfte inklusive Auszubildende betrug in
2021 durchschnittlich 5.876 (Vorjahr: 5760).
Insgesamt erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Investitionen, Zinsen und Steuern (EBITDA) im Jahr
2020 auf 18,5 Mio. €, gegenüber 13,1 Mio. € im Vorjahr
und 8,3 Mio. € in der Planung.
Aufgrund der Covid-19-Behandlungsbeschränkungen
von elektiven Fällen liegen auch im 1. Quartal 2022 die
Fallzahlen deutlich unter denen des Jahres 2019 (Fallzahl 1. Quartal 2019: 24.028) und somit auch die
235
Casemix-Punkte (Casemix 1. Quartal 2019: 21.304).
Allerdings konnte eine deutliche Steigerung zum Vorjahr 2021 erreicht werden. Die vollstationäre Fallzahl
lag in den ersten drei Monaten um 10,9 % über dem
Vorjahres-Niveau. Der abgerechnete Casemix, vor
Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen konnte allerdings nur um 5,8 % gesteigert werden, was auf eine Verringerung der durchschnittlichen
Fallschwere (-4,6 %) zum Vorjahreswert zurückzuführen ist.
Mittelfristig ist die finanzielle Entwicklung des Klinikums
erlösseitig stark davon abhängig, wie sich die Gesundheitspolitik der neuen Bundesregierung weiterentwickelt.
Auf der Ausgabenseite werden sich die Lohnnebenkosten voraussichtlich deutlich erhöhen, um die gestiegenen Kosten in den sozialen Sicherungssystemen zu refinanzieren. Auch ist nicht absehbar, wie sich die staatliche Haushaltslage auf die in Zukunft anstehenden Großbaumaßnahmen im Klinikum auswirkt. Hier bleibt nur abzuwarten, wie sich die Förderquoten entwickeln werden.
Zusätzlich zu diesen Risiken und Mehrausgaben belastet die Rückführung der Mitarbeitenden der Servicegesellschaft in den TVöD die finanzielle Stabilität des Klinikums massiv. Für die Jahre 2022 und 2023 ist mit Mehrbelastungen von 3,6 bzw.3,7 Mio. € pro Jahr zu rechnen,
die das Klinikum zu tragen hat. Erst ab 2024, nach vollständiger Überleitung in den TVöD, erfolgt eine Teilkompensation der Mehraufwendungen durch die Stadt Nürnberg. Für die Jahre ab 2024 ist von einer Mehrbelastung
des Klinikums von rund 1,5 Mio. € pro Jahr auszugehen,
die nicht ausgeglichen werden.
Flughafen Nürnberg GmbH
Die Geschäftsentwicklung des Albrecht Dürer Airports
wird bereits seit Mitte März 2020 nahezu ausschließlich
durch die Folgen der Corona-Pandemie bestimmt.
Der Konzern schloss das Jahr 2021 mit einem negativen
Ergebnis nach Steuern in Höhe von -14,9 Mio. € ab, was
einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um
26,3 Mio. € entspricht (Konzern-Jahresfehlbetrag 2020:
-41,2 Mio. €).
Im Jahr 2021 wurden insgesamt rund 1,1 Mio. Fluggäste
befördert und damit 16 % mehr als im Vorjahr und (Vorjahr: 917.000), gleichzeitig aber auch 74 % weniger als
vor Corona im Jahr 2019.
Im Jahr 2021 starteten und landeten am Flughafen
33.094 Flüge. Dies waren 10% mehr als im Vorjahr und
gut die Hälfte der Flugbewegungen aus 2019. Im gewerblichen Verkehr lag das Aufkommen auf Vorjahresniveau. Der darin enthaltene Linienverkehr nahm deutlich ab, was daran liegt, dass das Aufkommen in den ersten Monaten 2020 noch in normalem Umfang stattfand
und die Hub-Zubringer mit mehrmals täglichen Verbindungen eine hohe Zahl an Flugbewegungen generierten. Die Flugverbindungen im Touristikverkehr nahmen
2021 wieder stark zu. Mit Beginn der bayerischen
Pfingstferien startete die Belebung in diesem Segment,
zunächst vor allem geprägt durch Eurowings, SunExpress und leicht zeitversetzt auch durch die Base Carrier
Corendon Airlines bzw. SmartLynx (im Auftrag von TUI
Deutschland). Im Hochsommer wurde das Ferienflugangebot durch eine Reihe weiterer Airlines ergänzt. Insgesamt war das Touristiksegment der Mengentreiber im
Jahr 2021, hier ist bereits eine erste stabile Erholung in
Richtung „New Normal“ zu erkennen.
Im Berichtsjahr 2021 konnten auf Konzernebene Umsatzerlöse von 42,6 Mio. € erzielt werden. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einer Erhöhung von 7,0%
(Vorjahr: 39,8 Mio. €). Die Zunahme beruht im Wesentlichen auf teilweise weggefallenen Reisebeschränkungen
und des damit einhergehenden Passagierwachstums.
Das EBITDA beträgt -303 T€ und liegt erheblich über
dem Vorjahresniveau (Vorjahr: -26,45 Mio. €).
Zum Ende Quartal 2/2022 liegt das kumulierte Ergebnis
bei -10,1 Mio. € (2. Quartal Vorjahr: -20,5 Mio. €). Infolge
der guten Passagierentwicklung liegen die Umsätze sowohl deutlich über dem Vorjahresniveau (+12,7 Mio. €)
als auch über dem Planwert (+30,5 Mio. €). Für das Jahr
2022 wird mit einem Zuwachs von über 1,6 Mio. auf 2,7
Mio. Passagieren gerechnet. Dabei wird unterstellt, dass
v.a. im LCC- und im touristischen Verkehr ein deutlicher
Erholungseffekt eintreten wird. Im innerdeutschen Verkehr sowie Geschäftsreiseverkehr wird dieser Effekt nur
unterproportional eintreten. Die Drehkreuzanbindungen
leiden unter dem immer noch reduzierten Interkontinentalverkehr, maßgeblich bedingt durch die restriktiven internen Reiserichtlinien vieler Großunternehmen aus
dem Einzugsgebiet. Im Zuge des prognostizierten Anstiegs der Passagierzahlen werden die Erlöse im Jahr
2022 der FNG im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen.
Gemäß Planung werden die Umsatzerlöse des FNGKonzerns in 2022 auf rund 72,4 Mio. € ansteigen (Vorjahr: 42,6 Mio. €). Dieser Umsatz reicht aber nicht aus,
um den Flughafen in die Gewinnzone zu bringen. Daher
wird der Fokus in 2022 weiter auf der Optimierung der
Kosten und der Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit
liegen.
236
wbg Nürnberg GmbH
Die wbg Gruppe weist für 2021 eine positive wirtschaftliche Entwicklung auf. So erzielte die Unternehmensgruppe 2021 einen Jahresüberschuss von rund
12,3 Mio. € (Vorjahr 17,1 Mio. €), womit das Planergebnis erreicht werden konnte (Abweichung: +0,1 Mio. €).
Der Jahresüberschuss der wbg Nürnberg GmbH lag bei
12,2 Mio. € (Vorjahr: 16,2 Mio. €). Die Bilanzsumme der
wbg Nürnberg GmbH hat sich von rund 760,78 Mio. € im
Vorjahr auf knapp 805,1 Mio. € erhöht. Das Eigenkapital
ist auf 306,1 Mio. € (Vorjahr: 293,9) angestiegen und hat
damit erneut den Unternehmenswert gesteigert.
Die Ertragssituation entwickelt sich damit weiterhin positiv, auch wenn die Unternehmensgruppe nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist.
Die Durchschnittsmiete aller wbg-eigenen Wohnungen
stieg pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat von 6,63
€ in 2020 auf 6,87 € in 2021. Dieser Wert liegt weiterhin
deutlich unter dem Durchschnitt des Nürnberger Mietenspiegels 2020 von derzeit monatlich 8,54 € je m² Wohnfläche. Gerade hier wird deutlich, dass die wbg dämpfend auf die Mietpreisentwicklung in Nürnberg einwirkt
und eine sehr verantwortungsvolle Mietpreispolitik umsetzt, die nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist,
sondern den satzungsmäßigen Auftrag der wbg Nürnberg GmbH ernst nimmt.
Eine zentrale Aufgabe in den nächsten Jahren ist weiterhin die Entlastung des Wohnungsmarktes durch die verstärkte Neubautätigkeit. Hierzu sollen durch die WBG
Nürnberg Gruppe (wbg, WBG Bet, ISG, WBG St. Jobst)
rund 3.000 Wohneinheiten bis zum Jahr 2030 neu errichtet werden. Dabei soll ein Anteil von etwa 2.100 Wohnungen im Bestand verbleiben und den Mietwohnungsmarkt entlasten. In den Jahren 2014 bis 2021 wurden
bereits rund 1.000 Wohnungen im Bestand neu errichtet
(u.a. Elbinger Straße, IQ, Ostendstraße, Ingolstädter
Straße, Parkwohnanlage, Coburger Straße, NOW, Bertha-von-Suttner-Str. Johannis, Oskar-von-Miller-Straße,
Europan, Eduardstr., Bernhardstr., Neuburger Straße,
Colmberger Str.).
Der geförderte Anteil an Wohnungsneubauten im Bestand liegt bei rd. 50%, wobei er insbesondere in der
WBG Bet. rd. 70% beträgt. Neben dem ambitionierten
Neubauprogramm soll die WBG bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein. Hierfür sind in den folgenden Jahren
ebenfalls große Investitionen in den Bestand vonnöten
(energetische Ertüchtigung, Umstellung auf Fernwärme). Die Rahmenbedingungen für die Wachstumspolitik und den Klimapfad haben sich jedoch in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt. Baukostensteigerungen, Inflation und stark gestiegene Zinsen zwingen
die WBG die zukünftigen Bauvorhaben zu prüfen und
ggf. auf einen längeren Zeitraum auszuweiten.
Im ersten Quartal 2022 steigen die Umsatzerlöse im
Vergleich zum 1. Quartal 2021 um knapp 0,7 Mio. €
(+3 %) geringfügig höher aus. In der Vorschau auf das
Gesamtjahr werden planmäßige Umsatzerlöse erwartet (-2 %), wobei gleichzeitig um 23 % höhere Umsatzerlöse aus Betreuungstätigkeit erwartet werden. Dies
ist auf eine verstärkte Betreuungstätigkeit in der wbg
Urbanes Wohnen St. Jobst GmbH (WBG St. Jobst), zurückzuführen. In der Vorschau wird die wbg das Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich mit einem deutlich unterplanmäßigen Jahresergebnis in Höhe von 13.382 T€
abschließen (-2.705 T€ bzw. -17 % im Vergleich zum
Planwert). Dies resultiert vorrangig aus der Aufholung
von Instandhaltungsmaßnahmen aus den Vorjahren
(Vorschau: +6 %) und den steigenden Baupreisen und
Zinskonditionen.
NürnbergMesse GmbH
Im zweiten Corona-Jahr 2021 zählte die NürnbergMesse
Group durch das anhaltende Veranstaltungsverbot
nochmals weniger Aussteller/innen und Besucher/innen
als im Vorjahr. Das Messejahr 2021 ist damit – gefolgt
von 2020 – das ausstellerschwächste Jahr der NürnbergMesse seit über 30 Jahren (1990: 12.227 Aussteller/innen). Ebenso war die Besucherzahl der NürnbergMesse Group nur in den Anfangsjahren des Unternehmens geringer als in den Corona-Jahren 2021 und 2020.
Folglich konnte mit 68,3 Mio. € Umsatz (Vorjahr:
110,3 Mio. €) coronabedingt nicht an die Erfolge der Vorjahre angeknüpft werden. Der Umsatz liegt um 42,0
237
Mio. € bzw. 38,0 % unter dem Vorjahresniveau. In Relation zum turnusgemäß besser vergleichbaren Geschäftsjahr 2019 entspricht dies einer Umsatzreduzierung von 217,4 Mio. € bzw. 76,1 %.
Nach Veranstaltungs- und Personalaufwendungen, Abschreibungen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen,
Bestandsveränderungen und zuzüglich den sonstigen
betrieblichen Erträgen sowie des Beteiligungsergebnisses erzielte die NürnbergMesse Group in 2021 ein operatives Ergebnis von -38,5 Mio. € (2020: -67,6 Mio. €;
2019: 8,4 Mio. €) und ein Ergebnis vor Steuern von
-40,5 Mio. € (2020: -68,9 Mio. €; 2019: 7,6 Mio. €). Die
Nürnberg Messe GmbH zeigt für 2020 im Einzelabschluss ein operatives Ergebnis von -27,4 Mio. € (Vorjahr: -54,0 Mio. €). Zur Sicherung der Liquidität wurden
aus der im Jahr 2017 durch die beiden Hauptgesellschafter (Stadt Nürnberg und Freistaat Bayern) beschlossene Eigenkapitalerhöhung von 100 Mio. € pro
Gesellschafter in zehn Jahrestranchen von je 10 Mio. €
im Zeitraum von 2018 bis 2027 bereits die Eigenkapitaltranchen der Jahre 2026 und 2027 in das Jahr 2021 vorgezogen. Für die Jahre 2022 bis voraussichtlich 2025
sind weitere Eigenkapitalerhöhungen durch die beiden
Hauptgesellschafter i. H. v. insgesamt 100 Mio. € vorgesehen. Um auf die entwicklungsbeeinträchtigenden Auswirkungen durch die Corona-Pandemie besser reagieren zu können, hat die NürnbergMesse eine regelmäßige Liquiditätsprognose implementiert. Die erteilte Genehmigung der Anträge „November-/Dezemberhilfe“ hat
sich positiv auf die Finanzlage ausgewirkt.
In der Konzernbetrachtung beläuft sich der Jahresfehlbetrag im Jahr 2021 auf insgesamt 42,4 Mio. € (NürnbergMesse GmbH: 46,0 Mio. €). Zu Beginn des zweiten
Quartals 2022 geht die Gesellschaft von einem gegenüber 2020 und 2021 nochmals deutlich sinkenden Jahresfehlbetrag aus.
Noris Arbeit gGmbH
Das Geschäftsjahr 2021 stand von Anfang an im Zeichen der Corona-Pandemie. Mit den unterschiedlichsten
Auftraggebern konnte zum Teil ausgehandelt werden,
dass Maßnahmen nicht mehr in der bisherigen Art und
Weise, sondern alternativ durchgeführt werden konnten.
Die Maßgaben der Gesetz- und Verordnungsgebern
führten aber dazu, dass auch Präsenzmaßnahmen zumindest zeitweilig eingestellt werden mussten. Die kurzfristigen Öffnungsmöglichkeiten in der wärmeren Jahreshälfte wurden durch die unterschiedlichen Zugangsregelungen ab Herbst wieder beendet. Die NOA hat ihren Antrag auf Leistungen nach dem Sozialdienstleisterendsendegesetz SodEG zwischenzeitlich beendet und abgerechnet. Das für bestimmte Bereiche beantragte Kurzarbeitergeld bedeutet leider nur eine geringe Kostensenkung.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Umsatzerlöse in Höhe
von 9,661 Mio. € (im Vorjahr: 9,800 Mio. €) erzielt. Dies
entspricht einer Verringerung um 0,139 Mio. € bzw.
1,41 %. Die erhaltenen Zuschüsse sind von 6,782 Mio. €
im Jahr 2020 auf 6,824 Mio. € gestiegen. Dies entspricht
einer Steigerung um 0,042 Mio. € bzw. 0,6 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 0,253 Mio. € sind
ausnahmsweise wesentlich höher als gewöhnlich (Vorjahr: 0,010 Mio. €). Grund ist ein Forderungsverzicht der
Stadt Nürnberg in Höhe 0,198 Mio. € und Erträge aus
der Auflösung von Rückstellung von 0,045 Mio. € infolge
der Zinssenkung von Steuerschulden.
Der Materialaufwand (0,997 Mio. €; Vorjahr:
0,893 Mio. €) hat sich gegenüber dem Vorjahr um
0,104 Mio. € bzw. 11,6 % erhöht. Die Personalaufwendungen haben 2021 insgesamt 7,126 Mio. € (im Vorjahr:
7,556 Mio. €) betragen. Kurzarbeitergeld wurde in Höhe
von 0,219 Mio. € bezogen.
Insgesamt schließt das Geschäftsjahr 2021 mit einem
Jahresfehlbetrag von 0,219 Mio. € ab, während im Vorjahr ein Jahresfehlbetrag von 0,751 Mio. € angefallen ist.
Das Ergebnis aus 2021 beinhaltet jedoch einen Einmaleffekt – die Auflösung einer Verbindlichkeit gegenüber
der Stadt Nürnberg in Höhe von rd. 0,2 Mio. €.
noris inklusion gemeinnützige GmbH
(vormals: Werkstatt für Behinderte der Stadt NürnberggGmbH)
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die noris
inklusion zeigten sich in 2021 gegenüber dem Vorjahr
238
zum Teil reduziert. Das „Annehmen“ der pandemischen Lage ermöglichte in 2021 einen einigermaßen
regulären Produktionsbetrieb. Die regelmäßigen Ausfälle aufgrund von Covid-Infektionen bei Personal und
Beschäftigten ließen jedoch auch im zweiten Jahr
keine kontinuierliche Teilhabe am Arbeitsleben zu.
Der Arbeitsbereich stand 2021 – wie auch im Vorjahr
2020 – zwar immer noch unter dem Eindruck der
Corona-Pandemie, doch konnten sich die Arbeitsbereiche der noris inklusion wieder stabilisieren. Beim Vergleich der Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung mit
dem Vorjahr ist insbesondere die Ausgründung der noris
inklusion kommunal Grund für erhebliche Unterschiede
zu den Vorjahreswerten. Die Umsätze im Arbeitsbereich
der noris inklusion reduzierten sich im Jahr 2021 um 724
T€ auf 1.705 T€ (Vorjahr: 2.429 T€). Zieht man die noris
inklusion kommunal mit in die Betrachtung ein, steht eine
konsolidierte Erhöhung der Arbeitserlöse um 386 T€ auf
2.865 T€ zu Buche. Das bedeutet eine Erhöhung der Arbeitserlöse um 148 T€ gegenüber dem Ergebnis des
letzten Jahres vor der Corona-Pandemie aus 2019.
Im Werk Nord und Süd machten sich die Anpassungen
bei den Aufträgen in den Arbeitsfeldern bemerkbar. Die
Aufträge der Standorte wurden insbesondere bezüglich
ihrer Wirtschaftlichkeit überprüft. Im Ergebnis wurden Arbeitsfelder mit einem negativen Deckungsbeitrag, bei
gleichzeitiger negativer Entwicklungsprognose aus dem
Portfolio genommen, so dass eine Konsolidierung im Arbeitsbereich der noris inklusion voranschreitet.
Nur bedingt stabilisieren konnten sich die Arbeitsfelder
Grünpflege und Töpferei in der Natur-Erlebnis-Gärtnerei.
Zwar konnte der Gartenbau (inkl. Dienstleistungen wie
Parkanlagenreinigung) seine Arbeitserlöse wieder um
23.000 € steigern. Die Töpferei wies im Vergleich zum
Vorjahr jedoch erneut reduzierte Arbeitserlöse aus. Auch
in 2021 schlug der Ausfall von mehreren Verkaufsschwerpunkten der Töpferei an Ostern und Weihnachten, wie z.B. die Werkstättenmesse und den Nürnberger
Christkindelsmarkt, erneut zu Buche.
Das Ergebnis im gesamten Arbeitsbereich (inkl. noris inklusion kommunal) lag mit einem Rohertrag von 1.187
T€ um 357 T€ über dem des Vorjahres (830 T€). Es
bleibt zu konstatieren, dass im Jahr 2021 in den Arbeitsbereichen eine Erholung der Umsatzerlöse stattfand. Im
Arbeitsbereich sind die Entgelteinnahmen in 2021 verglichen mit 2020 um 338 T€ angestiegen. Dies bedeutet
nicht nur eine Erhöhung gegenüber dem ersten Jahr der
Coronapandemie, sondern auch eine Erhöhung um
224 T€ gegenüber 2019. Das Geschäftsfeld Wohnen ist
mit drei Wohnheimen mit 100 Plätzen voll belegt, sowie
mit 117 Plätzen zum Bilanzstichtag im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) sehr gut ausgelastet. Durch die Eröffnung der zweiten Tagesbetreuung für Erwachsene
nach dem Erwerbsleben (TENE) in der Kilianstraße,
konnte die Anzahl an Betreuten im Seniorenbereich bereits im Vorjahr auf 35 erhöht werden. In 2021 ergab sich
nochmals eine Steigerung um 12 % auf 38 Teilnehmer/innen.
In der Tochterfirma noris gastro gGmbH waren die Pandemie-Auswirkungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe besonders spürbar. Keiner der vier Standorte der
noris gastro hatte in 2021 durchgehend geöffnet, zudem
musste durch Restriktionen bei der Gästeanzahl in Zeiten in denen eine Öffnung möglich war, ein deutlicher
verringerter Umsatz hingenommen werden. Allein, um
den Menschen mit Behinderung auch im Arbeitsfeld der
Gastronomie so gut es ging ein gewisses Maß an Kontinuität in der Arbeit und Lohn zu ermöglichen - es bestand
kein Anrecht auf Kurzarbeitergeld bei Mitarbeitern mit
Behinderung – wurden die Standorte im Minimalbetrieb
aufrechterhalten.
Die Tochterfirma noris inklusion kommunal gGmbH lief
nach Gründung im Jahr 2020 in 2021 erstmals vollständig über ein gesamtes Geschäftsjahr und konnte neben
dem Geschäftsfeld Bürodienstleistung auch die Grünpflege in der kommunalen Tochterfirma ausführen. Die
noris inklusion kommunal gGmbH konnte zum
31.12.2021 ein positives Jahresergebnis von 226 T€ erzielen.
Das Gesamtergebnis der noris inklusion nach Steuern
lag zum 31.12.2021 bei -810 T€ (Vorjahr: -325 T€), der
Jahresfehlbetrag lag bei 830 T€ (Vorjahr: 344 T€).
Für das Geschäftsjahr 2022 zeichnet sich zwar insbesondere für die noris gastro gGmH eine deutliche Entspannung an. Gleichzeitig dämpfen die Auswirkungen
des Krieges in der Ukraine die erwartete Erholung der
Umsätze von der Corona-Pandemie und belasten die
steigenden Energie und Rohstoffkosten die Konsolidierungsbemühungen. Für das Geschäftsjahr 2022 wird
deshalb ein erheblicher Anstieg des Jahresfehlbetrages
auf -1.419 T€ erwartet.
Projektentwicklungsgesellschaft der St.
Leonhard-Nord mbH Siedlungsmodell
Nürnberg (PEG)
Die PEG war im Geschäftsjahr 2021 ohne Geschäftstätigkeit. Das Wirtschaftsjahr schloss mit einem Jahresfehlbetrag von 16 TEUR aus sonstigen betrieblichen
Aufwänden und Zinsen für Rückstellungen.
wbg Immohold Verwaltungs-GmbH
Die die Geschäftsätigkeit der wbg Immohold Verwaltungs-GmbH beschränkt sich auf die Haftungsübernahme und Geschäftsführung für die wbg Immohold
GmbH & Co KG. Das Geschäftsjahr 2021 schließt bei
einem Umsatz von 3,3 TEUR mit einem Jahresüberschuss von 1 TEUR.
Stadion Nürnberg Betriebs GmbH
Das Geschäftsjahr 2021 konnte mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden. Die Prognose für das
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Geschäftsjahr 2022 vorbehaltlich der Endabrechnung
der Corona-Hilfen ebenfalls positiv.
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