Entscheidungsvorlage
Annemarie Brouer (geb. Külb) wurde am 1. Juli 1933 in Nürnberg geboren. Sie studierte Physik in Würzburg, Göttingen und München. Von 1960 bis 1962 arbeitete die Diplom- Physikerin als Entwicklungsingenieurin im Siemens-Bauelementewerk München. Von 1968 bis 1994 unterrichtete sie Physik am Sigena-Gymnasium. Annemarie Brouer hatte von 1982 bis 2004 den Vorsitz des Vereins zum Schutz des Rednitztals e.V. inne. Von Anfang an setzte sich besonders gegen den Bau der Bundesstraße 2a/Autobahn 77 durch das Rednitztal ein. Sie schaffte es, dass sich 28 konkurrierende Bürgerinitiativen mit dem Bund Naturschutz in dieser Sache zusammenschlossen. Der Bau der Straße konnte schließlich nach mehr als 30 Jahren der Auseinandersetzung verhindert werden. Durch Annemarie Brouer wurde oft der Kontakt zu den Medien gesucht und öffentlichkeitswirksame Aktionen durchgeführt, so zum Beispiel die Anbringung von „Phantomgerüsten“, um das Ausmaß des Baus einer Bundesstraße durch das Rednitztal zu verdeutlichen. Außerdem beteiligten sich Annemarie und Enno Brouer an der lokalen Agenda 21 Nürnberg, wo sie in der Arbeitsgruppe für ökologische Stadterneuerung, Energie und Klima sowie in der Arbeitsgruppe „Mobilität, gesund und umweltverträglich“ zum Bau einer Stadtbahn nach Erlangen aktiv waren. Mit dem Verein zum Schutz des Rednitztals nahm Annemarie Brouer im Jahr 2000 an dem Wettbewerb „Lokale Agenda 21 – Ideen und Projekte für nachhaltige Entwicklung“ des damaligen Bayerischen Landesamts für Umweltschutz teil.
Für ihr langjähriges Engagement im Umwelt- und Naturschutz wurde Annemarie Brouer vielfach geehrt. 1990 erhielt sie infolge der Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für die B 2a durch das Verwaltungsgericht Ansbach vom Bund Naturschutz in Bayern die „Verdienstmedaille um die Rettung des Reichswaldes“. Als Vorsitzende des Vereins zum Schutz des Rednitztals verlieh man ihr zudem 1986 den Umweltpreis (2. Platz) des FDP- Bezirksverbands Mittelfranken, 1994 den Umweltpreis der Stadt Nürnberg sowie 1999 den Umwelt- und Naturschutzpreis der Stadt Schwabach. Weitere Ehrungen durch den Bund Naturschutz in Bayern waren unter anderem die Verleihungen der Goldenen Ehrennadel in den Jahren 2001 und 2005.
Annemarie Brouer verstarb nach schwerer Krankheit am 4. Januar 2014. In einem Nachruf des Nürnberger Stadtanzeigers wurde sie als „engagierte Naturschützerin“ sowie als Frau, „die mit viel Sachverstand und noch mehr Nachdruck und Beharrlichkeit für die Sache der Natur und gegen unsinnigen Straßenbau stritt“ gewürdigt. Hubert Weiger, früherer Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie des Bund Naturschutz in Bayern, bezeichnete sie als „eine der eindrucksvollsten Persönlichkeiten im Natur- und Umweltschutz“.
Es wird vorgeschlagen, den Weg vom Steinhauserweg Richtung Süden bis zur Stadtgrenze als
Annemarie-Brouer-Weg
(nach der Natur- und Umweltschützerin Annemarie Brouer, 1933-2014)
zu benennen.
Die Stadt Schwabach wird nach Absprache mit dem Amt für Geoinformation und Bodenordnung Nürnberg die auf Schwabacher Stadtgebiet liegende Fortführung des Annemarie-Brouer-Wegs bis zur Zufahrt des TSV Wolkersdorf 1956 e.V. in der Kellerstraße 30, 91126 Schwabach, ebenfalls im Juli 2026 als Annemarie-Brouer-Weg benennen.
Anmerkung zur Diversity-Relevanz
In der Sitzung des Verkehrsausschusses vom 15.11.2018 haben Stadtverwaltung und Stadtratsmitglieder einmütig bekundet, dass mehr Straßen nach Frauen benannt werden müssen. Dies wurde auch in dem vom Stadtrat verabschiedeten Gleichstellungsaktionsplan festgelegt.
Von den im Zeitraum 01/2018 - 03/2026 beschlossenen 75 Straßenbenennungen erfolgten 56 nach Personen, davon 32 nach Frauen.