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← Sitzung des Sozialausschusses (23.07.2026)

Antrag Die Linke 2025-12-04-Tagesaufenthalt für obdachlose Menschen

Anlage · 23.07.2026 · PDF ansehen · Originaldokument im RIS ↗

Sozialausschuss Marcus König Kathrin Flach Gomez Stadtratsfraktion Die Linke

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Abbildung 1

An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Herrn Marcus König Rathausplatz 2 90403 Nürnberg

Nürnberg, 04.12.2025 Die Stadtratsfraktion Die Linke stellt folgenden Antrag:

Verbesserung der Tagesaufenthaltsangebote für obdachlose Menschen –

insbesondere Frauen und queere Personen – an Wochenenden und Feiertagen

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den freien Trägern der Wohnungslosenhilfe ein Konzept zu erarbeiten, wie die Tagesaufenthaltsangebote für obdachlose Menschen in Nürnberg an Wochenenden und Feiertagen ausgeweitet und verlässlich sichergestellt werden können. 2. Dabei ist insbesondere sicherzustellen,

niedrigschwelliges, ganztägiges Tagesaufenthaltsangebot für Frauen gibt,

(insbesondere LSBTIQ*-Personen) geschaffen bzw. bestehende

Angebote in diesem Sinne erweitert werden,

queer-sensibler Atmosphäre eingerichtet werden, in denen sich Betroffene sicher fühlen können. 3. Die Verwaltung prüft in diesem Zusammenhang insbesondere:

FrauenZimmer, Ökumenische Wärmestube),

Gemeinwesenzentren, ggf. Jugend- oder Quartierseinrichtungen) als zusätzliche „Warme Stuben“ an Wochenenden in der Kälteperiode,

Kooperation mit Trägern, die über entsprechende fachliche Kompetenz verfügen,

bekannten Aufenthaltsorten obdachloser Menschen.

Rathausplatz 2 | Zi. 113 90403 Nürnberg stadtrat@die-linke-nuernberg.de www.die-linke-nuernberg.de 0911 231 74441

  1. Über das Ergebnis der Prüfung, die Gespräche mit den freien Trägern sowie den voraussichtlichen finanziellen Mehrbedarf wird dem zuständigen Fachund dem Sozialausschuss zeitnah berichtet. 5. Für die laufende und kommende Kältesaison sind kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen, um bestehende Lücken bereits jetzt – soweit möglich – zu schließen und obdachlosen Menschen tagsüber sichere Aufenthaltsmöglichkeiten zu bieten.

Begründung:

Durch Nachtfröste und feuchtkalte Witterung verschärft sich die Situation für obdachlose und wohnungslose Menschen in Nürnberg massiv. Die Stadt verweist zu Recht auf ein breites Hilfs- und Schutzangebot mit Notschlafstellen und verschiedenen Tagestreffs. Bei genauer Betrachtung der Öffnungszeiten und Zielgruppen zeigen sich jedoch insbesondere am Wochenende spürbare Lücken – vor allem für Frauen und queere obdachlose Menschen. Aktuell stehen u. a. folgende Tagesangebote zur Verfügung:

Öffnungszeiten an Wochenenden und Feiertagen: 9:30–12:30 Uhr und 13:30–16:30 Uhr. Das Angebot ist wichtig, aber kapazitätsmäßig begrenzt und nicht speziell auf die Bedürfnisse von Frauen oder queeren Personen ausgerichtet.

Dienstag bis Sonntag 9–12:30 Uhr, ausschließlich für Männer. Für obdachlose Frauen und viele queere Personen (z. B. trans oder nicht-binäre Menschen) entsteht hier keine Entlastung, im Gegenteil: Es kann eine zusätzliche Hürde sein.

Montag, Dienstag, Donnerstag 10–16 Uhr, Freitag 10–14 Uhr – am Wochenende geschlossen. Damit fehlt für wohnungslose Frauen und viele queere Personen, die hier einen vergleichsweise geschützten Rahmen finden, ein sicherer Tagesaufenthaltsort an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen.

Tagestreff und medizinische Versorgung ausschließlich werktags. In der Summe bedeutet das:

Aufenthaltsorte.

Wochenenden und Feiertagen.

Angebote, obwohl diese Gruppe einem erhöhten Risiko von Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung ausgesetzt ist.

denen es kaum niedrigschwellige Aufenthaltsmöglichkeiten gibt. Gerade Frauen und queere Menschen, die Obdachlosigkeit erleben, sind in besonderem Maße von Gewalt, Übergriffen, queerfeindlicher Anfeindung und Ausbeutung bedroht

und meiden häufig gemischtgeschlechtliche oder als unsicher empfundene Einrichtungen. Schutzräume nur für Frauen und queer-sensible Schutzräume sind daher unverzichtbar. Stadträtin Kathrin Flach Gomez bietet regelmäßig eine Sozialsprechstunde an. Dort berichten insbesondere Frauen, aber auch queere Menschen, dass sie sich tagsüber oft unsicher fühlen, nicht wissen, wo sie Schutz und Wärme finden können und sich explizit

frauen- und queerfreundliche, sichere Orte wünschen. Die Klagen über fehlende

Rückzugsräume und Angst vor Übergriffen häufen sich. Vor diesem Hintergrund ist es nicht ausreichend, nur auf vorhandene Strukturen zu verweisen. Die Stadt Nürnberg steht in der Verantwortung, gemeinsam mit den freien Trägern gezielt nach Lösungen zu suchen, um:

sicherzustellen,

möglich zu reduzieren. Angesichts der sich zuspitzenden Kältesituation ist Eile geboten. Kurzfristige Übergangslösungen (z. B. erweiterte Öffnungszeiten, Nutzung städtischer Räumlichkeiten als zusätzliche Wärmestuben) können und sollen mit einer mittelfristigen, konzeptionellen Sicherung der Angebote verbunden werden. Nürnberg versteht sich als soziale und weltoffene Stadt. Dazu gehört, dass niemand – und schon gar nicht die besonders schutzbedürftigen obdachlosen Frauen und queeren Menschen – an Wochenenden ohne sicheren, warmen Aufenthaltsort bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Kathrin Flach Gomez Stellv. Fraktionsvorsitzende

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