Sitzungsunterlagen
Sitzung des
Gesundheitsausschusses
- direkt im Anschluss an die
gemeinsame Sitzung -
11.06.2026
Inhaltsverzeichnis
Sitzungsdokumente Tagesordnung -öffentlich- 3 Öffentliche Bekanntmachung 4 Vorlagendokumente * TOP Ö 1 Bericht Sachstand Organisationsuntersuchung Gh Berichtvorlage Gh/006/2026 6 Sachverhalt Gh/006/2026 9 Leitbild Gh/006/2026 13 Diversity-Check Gh/006/2026 16 TOP Ö 2 Projektantrag GROW HAPPY NBG SÜD- Psychisch gesund auch in unsicheren Zeiten Sitzungsvorlage Gh/005/2026 17 Sachstandsbericht_April_2026 Gh/005/2026 21 Diversity Check GROW HAPPY Gesundheitsausschuss Gh/005/2026 23 TOP Ö 3 Projektantrag „GeStark – „Gemeinsam Stark – Bewegung für starke Kinder“ (Arbeitstitel) Sitzungsvorlage Gh/004/2026 24 Diversity Check GeStark Gesundheitsausschuss Gh/004/2026 28 Sachverhaltsdarstellung_GeStark Gh/004/2026 29 TOP Ö 4 Herausforderungen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz - Mündlicher Bericht Berichtvorlage Gh/007/2026 32
TAGESORDNUNG
Sitzung
Sitzung des Gesundheitsausschusses
- direkt im Anschluss an die gemeinsame Sitzung -
Sitzungszeit
Donnerstag, 11.06.2026, 09:30 Uhr
Sitzungsort
Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal
TAGESORDNUNG
Öffentliche Sitzung
1. Bericht Sachstand Organisationsuntersuchung Gh Bericht
Walthelm, Britta, Referentin für Umwelt und Gesundheit
2. Projektantrag GROW HAPPY NBG SÜD- Psychisch gesund auch Beschluss
in unsicheren Zeiten Gh/005/2026
Walthelm, Britta, Referentin für Umwelt und Gesundheit
3. Projektantrag „GeStark – „Gemeinsam Stark – Bewegung für Beschluss
starke Kinder“ (Arbeitstitel) Gh/004/2026
Walthelm, Britta, Referentin für Umwelt und Gesundheit
4. Herausforderungen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz - Bericht
Mündlicher Bericht Gh/007/2026
Walthelm, Britta, Referentin für Umwelt und Gesundheit
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 11.12.2025,
öffentlicher Teil
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 19.03.2026,
öffentlicher Teil
BEKANNTMACHUNG DER TAGESORDNUNG
Am Donnerstag, 11.06.2026, um 09:30 Uhr findet im Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal eine
Sitzung des Gesundheitsausschusses
- direkt im Anschluss an die gemeinsame Sitzung -
mit folgender Tagesordnung statt:
1. Bericht Sachstand Organisationsuntersuchung Gh
2. Projektantrag GROW HAPPY NBG SÜD- Psychisch gesund auch
in unsicheren Zeiten
3. Projektantrag „GeStark – „Gemeinsam Stark – Bewegung für
starke Kinder“ (Arbeitstitel)
4. Herausforderungen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz -
Mündlicher Bericht
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 11.12.2025,
öffentlicher Teil
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 19.03.2026,
öffentlicher Teil
Stadt Nürnberg, 21.05.2026
Marcus König Oberbürgermeister
Berichtsvorlage
Beratung Datum Behandlung Ziel
Gesundheitsausschuss 11.06.2026 öffentlich Bericht
Betreff:
Bericht Sachstand Organisationsuntersuchung Gh
Sachverhalt (kurz):
Im September 2025 wurde durch das Referat für Umwelt und Gesundheit eine umfassende
Organisationsuntersuchung (OU) des Gesundheitsamtes bei dem Amt für Digitalisierung und
Prozessorganisation (DiP) in Auftrag gegeben. Die Untersuchung ist auf einen Zeitraum bis
Ende 2027 ausgelegt und mit einem Gesamtbudget von 105.000 EUR ausgestattet. Im
Ausschuss wird die Zielsetzung der OU und der aktuelle Sachstand vorgestellt. Die Unterlagen
werden nachgereicht.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
DiP ist als Co-Projektleitung an der Durchführung der Organisationsuntersuchung beteiligt.
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja siehe Checkliste Diversity
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Gesundheitsausschuss vom 11.06.2026
Bericht Sachstand Organisationsuntersuchung Gh
I. Sachverhalt
Das Gesundheitsamt der Stadt Nürnberg ist ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und nimmt zentrale Aufgaben im Rahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes wahr. Es trägt Verantwortung für den Schutz und die Förderung der Gesundheit der Bevölkerung und wirkt an der Gestaltung gesundheitsförderlicher Lebensverhältnisse im Stadtgebiet mit.
Es erfüllt ein breites Spektrum an gesetzlichen und fachlichen Aufgaben. Hierzu zählen insbesondere Beratungs- und Unterstützungsleistungen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, amtsärztliche Untersuchungen und Begutachtungen, Überwachungs- und Kontrollaufgaben im Bereich Hygiene und Infektionsschutz sowie die Mitwirkung an der Gesundheitsberichterstattung. Darüber hinaus berät das Gesundheitsamt Politik und Verwaltung in gesundheitlichen Fragestellungen.
Im Unterschied zur individualmedizinischen Versorgung liegt der Schwerpunkt des Handelns auf bevölkerungsbezogenen und präventiven Ansätzen. Insbesondere bei infektiologischen Lageentwicklungen kommt dem Gesundheitsamt eine zentrale Steuerungs- und Koordinationsfunktion zu.
1. Ausgangslage und Entwicklung des Gesundheitsamtes
Das Gesundheitsamt (Gh) hat in den vergangenen Jahren tiefgreifende strukturelle und inhaltliche Veränderungen erfahren. Bereits vor der Corona-Pandemie war erkennbar, dass unklare Prozessstrukturen und Schnittstellen sowie nicht eindeutig geregelte Aufgaben- und Verantwortungszuordnungen innerhalb der Organisation bestanden. Vor diesem Hintergrund war bereits im Jahr 2019 eine umfassende Organisationsuntersuchung vorgesehen, die infolge der pandemischen Lage jedoch nicht umgesetzt werden konnte.
Aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen und der Modernisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes haben sich sowohl das Aufgabenspektrum als auch die organisatorische Struktur des Amtes seitdem zwangsläufig verändert – die Aufgaben sind vielfältiger geworden und die Organisation komplexer. Zu den wesentlichen Entwicklungen zählen insbesondere:
- Einführung einer Doppelspitze (medizinisch-fachliche Leitung und betriebswirtschaftliche Leitung)
im Jahr 2021, zur Bewältigung der komplexen Steuerungsaufgaben während der Corona- Pandemie. Über die Rückführung zur Einzelspitze wurde in der Sitzung des Gesundheitsausschusses vom 19.03.2026 berichtet.
-
deutliche Ausweitung der Organisationsstruktur von vier auf sieben Bereiche,
-
Aufbau zahlreicher Stabsstellen,
-
Notwendigkeit der Integration von Personal aus der ehemaligen „Besonderen Aufbauorganisation
Corona“ in den regulären Betrieb der Dienststelle,
- signifikanter quantitativer Stellenzuwachs von 112,05 VK (2019) auf 171,92 VK (Stichtag
30.04.2026), insbesondere durch befristete, drittmittelfinanzierte Stellen im Rahmen des Paktes des Bundes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD-Pakt).
Diese und weitere Themen wurden in ihrer Auswirkung auf die Dienststelle bisher nicht vollständig aufgearbeitet. Zuständigkeiten sind teilweise weiterhin nicht eindeutig abgegrenzt, während gleichzeitig der Abstimmungs- und Steuerungsaufwand erheblich gestiegen ist. Parallel zeigen sich verstärkt Tendenzen zu Silo-Strukturen sowie ineffiziente Entscheidungs- und Kommunikationswege, die die Gesamtleistungsfähigkeit der Organisation beeinträchtigen. Diese Erkenntnisse bestätigen sich in den Ergebnissen der Mitarbeitendenbefragung von 2024.
Im Jahr 2023/2024 konnte bereits eine Organisationsuntersuchung (inkl. Personalbemessung) im Bereich KJ2 (Reformierte Schuleingangsuntersuchung) durchgeführt werden. Die Vorverlagerung dieses Untersuchungsteils war aufgrund der veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen erforderlich.
2. Organisationsuntersuchung 2025 – 2027 zur Neuausrichtung des Gesundheitsamtes
Vor diesem Hintergrund wurde im September 2025 durch das Referat für Umwelt und Gesundheit eine umfassende Organisationsuntersuchung (OU) des Gesundheitsamtes bei dem Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation (DiP) in Auftrag gegeben. Die Untersuchung ist auf einen Zeitraum bis Ende 2027 ausgelegt und mit einem Gesamtbudget von 105.000 EUR ausgestattet.
Die OU wird in einer Co-Projektleitung zwischen dem Gesundheitsamt und DiP durchgeführt. Der Einsatz externer Berater findet ausschließlich punktuell statt, z. B. zur Moderation ausgewählter Workshops. Die Steuerung der OU erfolgt über eine Steuerungsgruppe auf Dienststellen- und Referatsebene sowie über eine Lenkungsgruppe unter Beteiligung u.a. von Frau Ref. III, Herrn Ref. I/II und Herrn BDR sowie GPR und GSBV (vertreten durch PR Ref.III bzw. SBV Ref.III).
2.1 Zielsetzungen der Organisationuntersuchung
Die Ziele der Organisationsuntersuchung wurden in einer Projektvereinbarung festgelegt. Im Fokus steht die ganzheitliche Betrachtung der Dienststelle mit dem Zweck, sie strukturell, prozessual und strategisch zukunftsfähig auszurichten. Dabei ergeben sich insbesondere folgende Projektziele:
- Überprüfung und Anpassung der Leitungs- und Organisationsstruktur sowie der Steuerungsfähigkeit, 2. Reduktion von Stabsstellen, 3. Kategorisierung aller Aufgaben in Pflicht- und freiwillige Aufgaben und systematische Überprüfung im Rahmen einer Aufgabenkritik, systematische Überprüfung aller freiwilligen Leistungen auf Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und strategische Bedeutung, 4. Stärkung des Bereichs Verwaltung als interner Dienstleister durch Optimierung von Verwaltungsprozessen (Prüfung der Möglichkeiten zur Zentralisierung von Verwaltungsaufgaben), 5. Durchführung ausgewählter Prozessoptimierungen zur Verbesserung der Ablauforganisation, 6. Durchführung von Personalbemessungen in allen Bereichen des Amtes (mit Ausnahme von KJ2 (OU bereits erfolgt in 2023/2024)).
2.2 Sachstand der Organisationsuntersuchung (April 2026)
Seit September 2025 konnten bereits wesentliche Grundlagen in der OU erarbeitet werden, darunter:
- Entwicklung des strategischen Leitbilds „Gesundheitsamt 2035“ unter Beteiligung aller
Führungskräfte des Gh sowie Botschafterinnen und Botschafter auf Mitarbeitendenebene (s. Anlage),
-
Erhebung und Kategorisierung der Aufgaben in Pflicht- und freiwillige Aufgaben,
-
Durchführung strukturierter Gespräche auf Bereichs- und Sachgebietsebene zur fundierten
Erfassung der Aufgabenwahrnehmung.
Folgende Arbeitspakete befinden sich zurzeit in der Umsetzung:
- Operationalisierung des Leitbildes in eine Prüfsystematik zur gezielten Identifikation von Aufgaben,
die nicht dem Leitbild entsprechen,
- Analyse aller Aufgaben vor dem Hintergrund der Bürgerfreundlichkeit. Hierzu werden sogenannte
User Journey erstellt, die dazu beitragen, die Ablauforganisation im Amt zu optimieren,
- Im Hinblick auf die Stärkung des Bereichs Verwaltung als interner Dienstleister werden
insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt: o Erarbeitung einer Qualifikationsmatrix zur operativen Personalsteuerung, o Entwicklung eines Dashboards zur strategischen Personalplanung, o Prüfung der Möglichkeit zur Reduktion der fünf Anmeldungen in der Burgstraße auf eine zentrale Anmeldung (auch unter Berücksichtigung eines späteren Umzugs in die Marienstraße), o Neuaufstellung der Gh-IT: Erarbeitung eines Servicekatalogs und eines klaren Serviceversprechens, Definition von Zuständigkeiten sowie Festlegung künftiger IT-Leistungen in zentraler bzw. dezentraler Verantwortung einschließlich verbindlicher Regelungen zur Erreichbarkeit und zu Kommunikationskanälen.
- Mitwirkung an der Erstellung eines tragfähigen Standortkonzepts im Hinblick auf die Optimierung
von Prozessen,
- Abstimmung im Rahmen der Lenkungsgruppe (s. Punkt 2) zum Umgang mit bis Ende 2026
befristeten Stellen im Umfang von 34,75 VK. Davon entfallen 25,5 VK auf die zum Haushalt 2022 geschaffenen ÖGD-Pakt-Stellen. Die Finanzierung dieser Stellen erfolgt zu zwei Dritteln durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP). Nach aktuellem Stand ist eine Anschlussfinanzierung für diese Stellen nicht vorgesehen. Für die weitere Planung der Organisationsuntersuchung ist eine frühzeitige Klarheit über die personelle Lage dringend erforderlich.
Bis Ende des Jahres 2027 stehen insbesondere folgende Arbeitspakete im Fokus:
-
Durchführung der Aufgabenkritik auf Basis des entwickelten Leitbildes,
-
Neuzuschnitt von Organisationseinheiten zur besseren Nutzung von Synergien,
-
Prüfung der Einführung von Personalpools für zentrale Berufsgruppen (z. B.
Verwaltungsfachkräfte und Medizinische Fachangestellte),
-
Erstellung eines Leistungskataloges,
-
Gestaltung zukünftiger Soll-Prozesse,
-
bereichsübergreifende Abstimmung der Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention im
Sinne des § 7 GDG zur Vermeidung von Doppelstrukturen, auch im Hinblick auf die Förderkulisse,
- Konsolidierung und systematische Bündelung der psychiatrischen Angebote des Amtes zur
Herstellung klarer Zuständigkeiten, Vermeidung von Doppelstrukturen und Verbesserung der Versorgungssteuerung.
Die OU wird mit der Durchführung der Personalbemessung in allen Bereichen (mit Ausnahme von KJ2, siehe Punkt 1) abgeschlossen.
Das Leitbild des Gesundheitsamtes der Stadt Nürnberg
Stand 08.04.2026
Unser Leitbild beschreibt unser gemeinsames Streben nach Orientierung, Klarheit und Wirksamkeit in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Es gibt Richtung, ohne starre Vorgaben zu machen, und schafft einen verbindlichen Rahmen für Entscheidungen unter Unsicherheit, steigenden Anforderungen und begrenzten Ressourcen. Es zeigt unseren Anspruch und die Richtung, in die wir uns entwickeln wollen. Es wird im Alltag immer wieder überprüft und weiterentwickelt. Es ist nur so gut, wie wir alle es mit Leben füllen.
Unsere Prämissen
Dieses Leitbild basiert auf der gemeinsamen Annahme, dass unser gesetzlicher Auftrag und unsere Rolle im Gesundheitswesen auch in Zeiten des Wandels grundsätzlich Bestand haben und Orientierung geben. Wir gehen davon aus, dass fachliche Expertise, institutionelle Unterstützung und kommunale Verankerung tragende Säulen unseres Handelns bleiben. Zugleich setzen wir darauf, dass Führungskräfte und Mitarbeitende dieses Leitbild aktiv tragen, interpretieren und weiterentwickeln. Es ist der verbindliche Rahmen, den uns die zuständigen Gremien zugewiesen haben und an dem sich strategische Entscheidungen ausrichten.
Unsere Mission
„Wir schützen und fördern die Gesundheit der Nürnberger Stadtgesellschaft, schließen Versorgungslücken, wo notwendig, stärken Prävention und Gesundheitskompetenz und handeln dabei subsidiär, wissenschaftsbasiert und vorausschauend – heute und in Zukunft.“
Unser Selbstverständnis und unsere Leitlinien
-
Rolle im Gesundheitswesen Als öffentlicher Gesundheitsdienst stellt das Gesundheitsamt die dritte Säule des Gesundheitswesens dar. Wir übernehmen eine zentrale und koordinierende Funktion. 2. Stadtgesellschaft & Bürger*innen Wir schließen als Gesundheitsamt in Ergänzung zur ambulanten und stationären Versorgung Lücken in Gesundheitsversorgung und Prävention. Wir stärken die Gesundheitskompetenz aller Bürger*innen und haben die Vielfalt der Nürnberger Stadtgesellschaft mit ihren vulnerablen Gruppen und die Chancengleichheit im Gesundheitswesen besonders im Blick. Wir fördern damit Eigenverantwortung, Hilfe zur Selbsthilfe und Resilienz. 3. Rechtlicher Auftrag, Aufsicht & Krisenfestigkeit Wir erfüllen und gestalten unseren Auftrag vorgabenkonform und serviceorientiert im Sinne der Bürger*innen. Als Aufsichtsbehörde beobachten und überwachen wir verantwortungsvoll die gesundheitliche Lage im Stadtgebiet und schützen die Gesundheit der Bevölkerung – insbesondere in Krisen und Gefahrenlagen – nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik. 4. Netzwerk, Beratung & Koordination Wir arbeiten als Koordinator und Lotse eng mit Netzwerkpartnern aus dem Gesundheitswesen zusammen, vernetzen relevante Akteure, liefern verlässliche Informationen und stärken den fachlichen Austausch durch kompetente Beratung.
-
Mitarbeitende & Unternehmenskultur Wir arbeiten in sinnstiftenden Tätigkeiten und gestalten eine wertschätzende Arbeitsumgebung in flexiblen Arbeitsmodellen. Als stetig lernende Organisation bilden wir uns kontinuierlich weiter und setzen unsere Erkenntnisse in der Arbeitspraxis um. 6. Strukturen, Prozesse & Steuerung Unsere Entscheidungswege sind transparent, wir kommunizieren klar und gestalten unsere Prozesse ressourcenschonend. Wir steuern den sinnvollen Einsatz freiwilliger städtischer Zuschüsse durch kompetente Aufsicht.
6 Leitplanken für gute Entscheidungen
Unsere Leitsätze geben unseren Entscheidungen eine Richtung. Die Leitplanken stecken den Rahmen dafür ab. So bekommen unsere Entscheidungen Richtung und Konsequenz.
- Strategische Entscheidungen müssen auf das Leitbild einzahlen, sich am tatsächlichen Bedarf orientieren und mit den erforderlichen Ressourcen unterlegt sein. 2. Aufgaben und Maßnahmen erfolgen nach dem Grundsatz: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. 3. Wir verfolgen Aufgaben nur dann, wenn ein klares Mandat besteht und die Umsetzung realistisch mit Ressourcen hinterlegt ist. 4. Freiwillige Aufgaben müssen nachhaltig sein und einer definierten Zielgruppe in ihrer Breite zugutekommen. 5. Entscheidungen zu Priorisierung und Bearbeitungstiefe erfolgen auf Grundlage strategischer Nutzen-Risiko-Abwägungen. 6. Alle Maßnahmen werden betriebswirtschaftlich zu Ende gedacht.
So werden wir erfolgreich – unsere Werte
Unser tägliches Handeln orientiert sich an folgende Werten, die unser Streben nach Wirksamkeit und Vertrauen prägen.
Service- und Bürgerorientierung bedeutet für uns, eine verständliche Sprache zu sprechen, erreichbar zu sein und konsequent nach Lösungen zu suchen.
Professionalität zeigt sich in einem freundlichen, verbindlichen Auftreten sowie in fachlicher Kompetenz und souveränem Handeln nach innen und außen.
Rollen- und Strukturklarheit heißt, unserer Rolle spürbar gerecht zu werden, klare Zuständigkeiten zu schaffen und Verantwortung eindeutig zu übernehmen. Führung orientiert sich sichtbar am Leitbild.
Verbindlichkeit bedeutet, klare Auskünfte zu geben, abgestimmt zu handeln und Zusagen einzuhalten. Wir gehen verantwortungsvoll mit Informationen um und sorgen für Verlässlichkeit in Erreichbarkeit und Angeboten.
Fairness zeigt sich in transparenten, nachvollziehbaren, überparteilichen Entscheidungen, die reproduzierbar und personenunabhängig sind. Als Amt treten wir einheitlich auf.
Wertschätzung prägt unseren Umgang miteinander. Wir handeln respektvoll, setzen die Standards guter Führung konsequent um und nehmen uns Zeit für Mitarbeitende.
Diversity-Check Stadt Nürnberg
| Nr. | Prüffragen | Begründung / Bemerkungen | Bewertung | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | In welcher Weise wirkt sich das Vorhaben nach Einschätzung der Verwaltung auf unter- schiedliche Personen- gruppen aus? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 2. | Auf welchen nach den Diversity-Dimensionen differenzierten Daten, Informationen oder Schätzungen basiert das Vorhaben? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 3. | Kann das Vorhaben zur Gleichberechtigung / Gleichstellung und Chancengleichheit bei- tragen? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 4. | Welche Auswirkungen auf bestimmte Perso- nengruppen sind mit dem Einsatz öffentli- cher Mittel zu erwar- ten? | relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| Gesamt- relevanz | relevant teilweise relevant nicht relevant |
Beschlussvorlage
Beratung Datum Behandlung Ziel
Gesundheitsausschuss 11.06.2026 öffentlich Beschluss
Betreff:
Projektantrag GROW HAPPY NBG SÜD- Psychisch gesund auch in unsicheren Zeiten
Anlagen: Sachstandsbericht_April_2026 Diversity Check GROW HAPPY Gesundheitsausschuss
Sachverhalt (kurz):
Das Projekt „GROW HAPPY NBG – Seelisch gesund aufwachsen im Stadtteil“ ist ein
vierjähriges Kooperationsprojekt des Gesundheitsamts der Stadt Nürnberg und der AOK
Bayern im Rahmen des Bundespräventionsgesetzes (01.01.2023 - 31.12.2026). Ziel ist die
Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
(0–25 Jahre) in vier sozial angespannten Stadtteilen Nürnbergs. Die Umsetzung erfolgt
sozialraumbezogen, partizipativ und ressourcenorientiert. Gemeinsam mit kommunalen
Dienststellen, freien Trägern und der Zielgruppe selbst werden bedarfsorientierte,
niedrigschwellige Maßnahmen entwickelt. Diese zielen auf die Stärkung individueller
Gesundheitskompetenzen und -ressourcen. Zugleich wird der Aufbau gesundheitsförderlicher
Lebenswelten im Stadtteil gefördert, etwa durch die Etablierung lokaler Netzwerke. Das Projekt
gilt landesweit als Leuchtturmprojekt für kommunale Gesundheitsförderung.
Vor dem Hintergrund des anhaltend hohen Bedarfs an Förderung der psychischen Gesundheit
junger Menschen wurde das Folgeprojekt „GROW HAPPY NBG SÜD – Psychisch gesund
auch in unsicheren Zeiten“ konzipiert. Es knüpft an die Erfahrungen und Erkenntnisse des
laufenden Projekts an und verfolgt das Ziel, die psychische Gesundheit von Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 0 bis 25 Jahren in sozial belasteten
Stadtteilen Nürnbergers zu stärken. Das neue Projektgebiet umfasst große Teile der
Nürnberger Südstadt und südlichen Außenstadt, darunter Ludwigsfeld, Glockenhof,
Guntherstraße, Hummelstein, Gugelstraße, Marienvorstadt, Tafelhof, Dutzendteich,
Hasenbuck, Rangierbahnhof, Rangierbahnhof-Siedlung, Katzwanger Straße, den neuen
Stadtteil Lichtenreuth sowie Langwasser Nordwest, Nordost, Südwest, Südost und
Beuthener Straße.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten 1.941.730 € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv 1.941.730 € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Der städtische Eigenanteil zur Einwerbung der Fördermittel kann durch bereits im Stellen- und Haushaltsplan veranschlagte Kapazitäten bzw. Mittel gedeckt werden.
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von 3,5 Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Die Stellenschaffungen werden zum Haushalt 2027 entsprechend beantragt.
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja siehe Checkliste Diversity
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
StK
Beschlussvorschlag:
Der Gesundheitsausschuss befürwortet den Projektvorschlag und beauftragt die Verwaltung,
die Fördermittel für das seitens der AOK Bayern geförderte Projekt „GROW HAPPY NBG SÜD
– Psychisch gesund auch in unsicheren Zeiten“ zu beantragen und den entsprechenden
Stellenschaffungsantrag (3,0 VK Gesundheitskoordination sowie 0,5 VK Projektleitung) zum
Haushalt 2027 zu stellen.
Projektantrag GROW HAPPY NBG SÜD- Psychisch gesund auch in
unsicheren Zeiten
Stand: 04. Mai 2026
In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die psychische Gesundheit junger Menschen in Nürnberg vor vielfältigen Herausforderungen steht. Um diesen Entwicklungen frühzeitig und wirksam zu begegnen, wurde das Projekt „GROW HAPPY NBG - Seelisch gesund Aufwachsen im Stadtteil“ entwickelt, das seit 2023 durch eine Förderung der AOK Bayern umgesetzt wird. Das Projekt verfolgt einen verhaltens- und verhältnispräventiven Ansatz und richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 0 bis 25 Jahren in sozial belasteten Stadtteilen. Als Projektgebiete wurden der Nürnberger Westen (Muggenhof, Eberhardshof, Bärenschanze, Gostenhof), St. Leonhard/ Schweinau/ Sündersbühl sowie Galgenhof/ Steinbühl und Gibitzenhof/ Rabus/ Sandreuth gewählt.
Wie bereits in den Ausschüssen am 09.10.2024 und 16.10.2025 berichtet, konnte GROW HAPPY NBG seit Projektbeginn wichtige Erfolge erzielen. Besonders hervorzuheben sind die hohe Erreichbarkeit und Beteiligung der Zielgruppe, die Vielfalt der entwickelten Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen sowie der erfolgreiche Aufbau sozialraumbezogener Kooperationen. So entstanden tragfähige Netzwerke mit Schulen, Jugendhilfe, Vereinen und weiteren Akteuren, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit ermöglichen. Die im Projekt durchgeführten Befragungen durch ein externes Evaluationsinstitut (Nexus) zeigen eine hohe Zufriedenheit und Wirksamkeit: 93,6 % der Teilnehmenden fühlten sich in den Angeboten wohl, über 90 % berichteten von neu erworbenen alltagsrelevanten Kompetenzen (z. B. im Bereich Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Stressbewältigung, Kommunikation).
Unabhängig von den bisherigen Erfolgen bleibt der Bedarf an Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen weiterhin hoch (Kaman et al., 2025). Studien belegen, dass sich das psychische Wohlbefinden nach der Pandemie nicht vollständig stabilisiert hat und junge Menschen stark unter multiplen Krisen leiden. 46 % der 14- bis 29-Jährigen berichten von Stress, 35 % von Erschöpfung und 33 % von Selbstzweifeln. Klimakrise, Krieg in Europa und Inflation verstärken diese Belastungen zusätzlich (Schnetzer et al., 2023). Hinzu können weitere Belastungsfaktoren, wie schulischer Druck, Zukunftsängste und familiäre Konflikte kommen. Besonders betroffen sind junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen, die häufiger unter Einsamkeit, Schlafproblemen und geringerer Lebenszufriedenheit leiden (Karman et al., 2024). Mehr als die Hälfte aller psychischen Erkrankungen entsteht bereits im Kindes- und Jugendalter, und viele Jugendliche wissen trotz wachsendem Problembewusstsein nicht, wo sie Unterstützung finden können oder scheuen davor zurück, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Ergebnisse der Fokusgruppeninterviews im Rahmen von GROW HAPPY NBG bestätigen diese Befunde und verdeutlichen den Bedarf an verlässlichen Beziehungen, psychosozialer Unterstützung, Partizipation und besser verzahnten Angeboten.
Vor dem Hintergrund dieses anhaltend hohen Bedarfs wurde das Folgeprojekt „GROW HAPPY NBG SÜD – Psychisch gesund auch in unsicheren Zeiten“ konzipiert. Es knüpft an die Erfahrungen und Erkenntnisse des laufenden Projekts an und verfolgt das Ziel, die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 0 bis 25 Jahren
Seite 1
in sozial belasteten Stadtteilen Nürnbergers zu stärken. Die im bisherigen Projekt erhobenen Bedarfe – etwa der Wunsch nach sicheren Treffpunkten, Anerkennung, Freizeitangeboten, Partizipation und sozialer Unterstützung – bilden eine zentrale Grundlage für die inhaltliche Ausrichtung des neuen Projekts. Zudem greift das Projekt Ziele aus dem Masterplan Prävention der Bayerischen Staatsregierung auf. Darin wird u.a. gefordert (Gesundheitliches Ziel 2) Maßnahmen im Rahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu ergreifen, welche die psychische Gesundheit stärken, in Krisen unterstützen, Einsamkeit verringern insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene (StmGP, 2025). Das Folgeprojekt verfolgt einen verhaltens- und verhältnispräventiven sowie partizipativen Ansatz. Unter Mitwirkung der jungen Menschen sollen Angebote entstehen, die Resilienz, Gesundheitskompetenz, Selbstwirksamkeit und weitere Schutzfaktoren der psychischen Gesundheit stärken. Gleichzeitig sollen gesundheitsförderliche Strukturen aufgebaut und durch kooperative Planung langfristig verankert werden. Dafür ist eine dienststellenübergreifende Zusammenarbeit im Sinne von „Health in all policies“ angestrebt. Das neue Projektgebiet umfasst große Teile der Nürnberger Südstadt und südlichen Außenstadt, darunter Ludwigsfeld, Glockenhof, Guntherstraße, Hummelstein, Gugelstraße, Marienvorstadt, Tafelhof, Dutzendteich, Hasenbuck, Rangierbahnhof, Rangierbahnhof- Siedlung, Katzwanger Straße, den neuen Stadtteil Lichtenreuth sowie Langwasser Nordwest, Nordost, Südwest, Südost und Beuthener Straße. In vielen dieser Gebiete bestehen bislang nur wenige gesundheitsförderliche Strukturen für junge Menschen, sodass ein erheblicher Bedarf besteht.
Ein zentraler Vorteil des neuen Projekts liegt darin, dass es auf den im ersten Projekt aufgebauten Ressourcen aufbaut. Dazu gehören etablierte Kooperationen, erprobte Formate, vorhandene Materialien, gewachsene Netzwerke und das im Team entwickelte Fachwissen und Kompetenz. Diese Grundlage ermöglicht einen besonders effizienten Ressourceneinsatz und eine Maximierung der Wirkung.
Die Umsetzung des Projekts ist auf einen Zeitraum von drei Jahren ausgelegt. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 1.941.730 EUR, davon werden 1.683.500 EUR durch die AOK Bayern gefördert. Das Budget beinhaltet drei Vollzeitstellen für Gesundheitskoordinatorinnen und -koordinatoren in den Stadtteilen, eine 0,5-Stelle für die Projektleitung sowie Sachmittel für Maßnahmen und Partizipation, Mittel für Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit. Der erforderliche Eigenanteil von mindestens 10% wird erreicht und ermittelt sich aus bereits bestehenden Betriebs- und Personalkosten, darunter Aufwendungen innerhalb des Gesundheitsamtes für Personalverwaltung, Finanzwesen und Controlling sowie Unterstützung aus dem Fachbereich und aus laufenden Kosten für Miete und Infrastruktur.
Quellen:
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (Hrsg.) (2025). Masterplan Prävention Bayern: Für mehr Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsförderung, Vorsorge und Früherkennung. München.
Kaman, A., Erhart, M., Devine, J., Napp, A. K., Reiß, F., Behn, S., & Ravens-Sieberer, U. (2025). Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zeiten globaler Krisen: Ergebnisse der COPSY-Längsschnittstudie von 2020 bis 2024. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz, 1–11. https://doi.org/10.1007/s00103-025-04045-1
Kaman, A., Ravens-Sieberer, U., et al. (2024). Youth mental health in times of global crises: Evidence from the longitudinal COPSY study [Preprint]. https://doi.org/10.1016/j.jadohealth.2025.05.010
Schnetzer, S., Hampel, K., & Hurrelmann, K. (2024). Trendstudie Jugend in Deutschland: Verantwortung für die Zukunft? Ja, aber. University of Muenster, Institutional Repository MI-AMI. https://doi.org/10.17879/86948700064
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Beschlussvorlage
Beratung Datum Behandlung Ziel
Gesundheitsausschuss 11.06.2026 öffentlich Beschluss
Betreff: Projektantrag „GeStark – „Gemeinsam Stark – Bewegung für starke Kinder„ (Arbeitstitel)
Anlagen: Diversity Check GeStark Gesundheitsausschuss Sachverhaltsdarstellung_GeStark
Sachverhalt (kurz):
Aufbauend auf Kooperationen und Projektförderungen über die Techniker Krankenkasse soll
ein Projekt zur Förderung von Bewegung bei Kindern beantragt werden. Der Projektansatz
„Gemeinsam stark – Bewegung für starke Kinder“ (GeStark) verfolgt den Aufbau nachhaltiger
Strukturen zur Bewegungsförderung im Kindesalter. Im Mittelpunkt stehen die Koordination
sowie die Entwicklung einer gesamtstädtischen Bewegungsstrategie für Kinder in Nürnberg.
Ein zentraler Bestandteil ist die Vernetzung aller relevanten Akteur/innen u. a. aus den
Bereichen Gesundheit, Bildung, Sport und Soziales, um Zusammenarbeit zu stärken,
Ressourcen zu bündeln und Synergien zu schaffen. Zudem werden Kooperationen mit
Sportvereinen und weiteren lokalen Bewegungsanbietern gezielt erprobt, um tragfähige
Umsetzungsmodelle zu entwickeln, in denen die Stadt eine steuernde und koordinierende Rolle
einnimmt.
Maßnahmen werden insbesondere in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in
Stadtgebieten mit erhöhtem Entwicklungsbedarf und hohem Anteil an Familien in belasteten
Lebenslagen umgesetzt. Der partizipative Ansatz in Planung und Umsetzung fördert
Nachhaltigkeit und Wirksamkeit. Bestehende Strukturen und Angebote (z. B. „Bewegte Kita“)
werden gezielt eingebunden und weiterentwickelt, so dass Synergien genutzt und
Doppelstrukturen vermieden werden.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten 542.772 € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv 542.772 € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Der städtische Eigenanteil zur Einwerbung der Fördermittel kann durch bereits im Stellen- und Haushaltsplan veranschlagte Kapazitäten bzw. Mittel gedeckt werden.
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von 0,62 Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Die Stellenschaffung wird zum Haushalt 2027 entsprechend beantragt.
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja siehe Checkliste Diversity
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
StK
SportService
Jugendamt
Beschlussvorschlag:
Der Gesundheitsausschuss befürwortet den Projektvorschlag und beauftragt die Verwaltung,
die Fördermittel für das seitens der Techniker Krankenkasse geförderte Projekt „GeStark –
Gemeinsam Stark – Bewegung für starke Kinder“ (Arbeitstitel) zu beantragen und den
entsprechenden Stellenschaffungsantrag (0,62 VK Projektleitung) zum Haushalt 2027 zu
stellen.
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Projektantrag „GeStark – „Gemeinsam Stark – Bewegung für starke Kinder“
(Arbeitstitel)
Stand 06. Mai 2026
1. Ausgangslage und Begründung
Aktuelle Studien zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf in der Bewegungsförderung von Kindern: Ein Großteil erreicht die Bewegungsempfehlungen nicht, während motorische Leistungsfähigkeit sinkt und Übergewicht sowie psychosoziale Belastungen zunehmen (Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT et al., 2024). Verstärkt wird dies durch veränderte Lebensbedingungen wie eingeschränkte Bewegungsräume und steigende Mediennutzung, die durch die COVID-19-Pandemie zusätzlich beeinflusst wurden (Madeira Firmino, 2022; copsystudie.de). Besonders betroffen sind Kinder aus sozial benachteiligten Familien (Institut für Sport und Sportwissenschaft des KIT et al., 2024). Auch der Masterplan Prävention Bayern betont die Bedeutung frühkindlicher Bewegungsförderung und fordert lebensweltorientierte, strukturell verankerte Maßnahmen, insbesondere in Kitas und Schulen (Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, 2025). Vor diesem Hintergrund kommt der Kommune eine zentrale Rolle zu. Die Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung heben die Wirksamkeit gemeindebezogener Mehrkomponentenansätze hervor, die Angebote, Strukturen und Rahmenbedingungen miteinander verbinden und zur gesundheitlichen Chancengleichheit beitragen (Kommunale Bewegungsförderung - Kommunen in Bewegung, Rütten & Pfeifer, 2016). Mit dem Projekt „GemeinsamStark Bewegung für starke Kinder“ wird dieser Handlungsbedarf aufgegriffen und eine koordinierte sowie strategische Weiterentwicklung der Bewegungsförderung angestrebt. Ziel ist es, bestehende Maßnahmen besser zu verzahnen, Ressourcen effizient zu nutzen und strukturelle Ansätze auszubauen. Das Präventionsgesetz bietet hierfür zusätzliche Möglichkeiten, insbesondere durch den Einsatz von Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen. Aufbauend auf bisherigen Kooperationen wird eine weitere Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse angestrebt.
2. Zielsetzung des Projekts
Vor dem Hintergrund des beschriebenen Handlungsbedarfs zielt das Projekt „GeStark“ darauf ab, die Bewegungsförderung im Kindesalter strukturell zu stärken und strategisch weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen der Aufbau tragfähiger Kooperationsstrukturen sowie die nachhaltige Verankerung von Maßnahmen in den Lebenswelten von Kindern.
2.1. Projektziele
- Entwicklung und Koordinierung einer integrierten Bewegungsstrategie für Kinder in
Nürnberg unter Einbezug relevanter Akteure u. a. aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Sport, Soziales
-
Systematischer Ausbau von Kooperationen mit Sportvereinen und lokalen Anbietern
-
Umsetzung zielgerichteter Maßnahmen in Kitas und Grundschulen, insbesondere in
sozial belasteten Quartieren
- Partizipative Entwicklung zur Sicherung von Wirksamkeit und Nachhaltigkeit
•
3. Zielgruppen
-
Kinder von 3 bis 10 Jahren, insbesondere aus Familien in prekären Lebenslagen
-
Eltern und Familien
-
Lebenswelten von Kindern, wie Kindertageseinrichtungen und Grundschulen
-
Fachkräfte und Entscheidungstragende u. a. aus Bildung, Gesundheit, Sport, Soziales
und Stadtentwicklung mit Bezug zur ressortübergreifenden Bewegungsförderung
4. Projektstruktur und Organisation
„GeStark“ verbindet zentrale Koordination, Strategieentwicklung und gezielte Umsetzung:
4.1 Strategische Ebene – „Steuern & Vernetzen / Strategie entwickeln“:
-
Entwicklung einer integrierten kommunalen Bewegungsstrategie für Kinder
-
Bündelung bestehender Angebote und Konzepte
-
Vernetzung relevanter Akteure und Ressorts
-
Abbau von Parallelstrukturen und gezielte Adressierung von Bedarfen
-
Weiterentwicklung und Integration bestehender Programme (z. B. „Bewegte Kita“)
4.2. Umsetzungsebene – „Umsetzung koordinieren“:
- Bedarfsgerechte, partizipative Maßnahmenentwicklung und -umsetzung (z. B. Einbe-
zug der Eltern, Multiplikatorenschulungen)
- Förderung von Bewegungseinheiten in Kitas und Grundschulen bei besonderem Be-
darf
-
Kooperation mit lokalen Bewegungsanbietern (z. B. Sportvereine)
-
Nutzung der Maßnahmen als Erprobungsraum für neue Kooperations- und Umset-
zungsmodelle Die Umsetzung dient dazu, die Gesamtstrategie weiterzuentwickeln, zu überprüfen und erprobte Modelle auszuweiten sowie nachhaltig aufzubauen. Im Rahmen von „GeStark“ übernimmt die Stadt eine koordinierende und steuernde Rolle. Sie sorgt für die strategische und operative Abstimmung, indem sie relevante Akteure zusammenführt und deren Zusammenarbeit strukturiert begleitet. Gleichzeitig unterstützt sie den Aufbau und die Weiterentwicklung von Kooperationen, schafft geeignete Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Umsetzung von Maßnahmen und trägt dazu bei, erfolgreiche Ansätze systematisch in die Breite zu tragen.
5. Zentrale Merkmale
Ein zentrales Merkmal von „GeStark“ ist der partizipative und kooperative Ansatz in der Entwicklung von Maßnahmen und der Gesamtstrategie. Dabei werden Fachkräfte, Einrichtungen, Eltern sowie weitere relevante Akteure aktiv eingebunden, um gemeinsam bedarfsgerechte Maßnahmen zur Bewegungsförderung zu entwickeln, die über einzelne Bewegungseinheiten hinausgehen. Die gesamtstädtische Strategie wird ressortübergreifend und in enger Abstimmung zwischen den beteiligten Bereichen erarbeitet, wodurch tragfähige und breit akzeptierte Strukturen entstehen. Darüber hinaus zielt „GeStark“ darauf ab, vorhandene Ressourcen systematisch zu nutzen und bestehende Lücken zu schließen. Bestehende Angebote und Strukturen werden miteinander verknüpft, Synergien geschaffen und Bedarfe gezielt adressiert. Gleichzeitig werden
vorhandene fachliche Expertise und Fördermöglichkeiten genutzt, um bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und sinnvoll zu ergänzen. Ein weiterer zentraler Baustein ist das Setzen von Impulsen zur nachhaltigen Strukturentwicklung. Durch die gezielte Erprobung von Kooperationen mit lokalen Bewegungsanbietern, beispielsweise Sportvereinen, werden neue Ansätze getestet und weiterentwickelt. Daraus entstehen tragfähige Partnerschaftsmodelle, die langfristig angelegt sind und durch Wissenstransfer gestärkt werden.
6. Laufzeit und Finanzierung
Die Umsetzung des Projekts ist für einen Zeitraum von drei Jahren ab dem 01.01.2027 geplant. Die Projektkoordination soll über eine Stelle im Umfang von 0,62 VZÄ (E13) erfolgen. Zur Finanzierung ist vorgesehen, einen Antrag auf Förderung bei der Techniker Krankenkasse zu stellen, mit einer beantragten Gesamtsumme von 542.772 € für Personal- und Sachkosten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewilligung ist ein positiver Beschluss der Kommune. Der erforderliche Eigenanteil von mindestens 10 % wird durch bereits vorhandene Betriebs- und Personalkosten des Gesundheitsamtes (insbes. Personalverwaltung, Finanzwesen und Controlling) eingebracht.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Quellen: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (Hrsg.). (2025). Masterplan Prävention Bayern: Für mehr Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsförderung, Vorsorge und Früherkennung. München. (ISBN 978-3-9821040-6-5). Gesellschaft für Sportwissenschaft (Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), Institut für Bewegungserziehung und Sport der PH Karlsruhe, Robert Koch-Institut). (2024). Ergebnisse der Motorik-Modul-Studie (MoMo) Welle 3: Motorische Leistungsfähigkeit und körperliche Aktivität bei Kindern und Jugendlichen. https://www.ifss.kit.edu/MoMo/fuer_Medien_und_Experten_Ergebnisse.php Madeira Firmino, N. (2022). Bewegungserziehung und Psychomotorik in der frühkindlichen Bildung. In: Fachartikel auf kindergartenpaedagogik.de. Rütten, A., & Pfeifer, K. (Hrsg.). (2016). Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung. Erlangen: FAU University Press.
Berichtsvorlage
Beratung Datum Behandlung Ziel
Gesundheitsausschuss 11.06.2026 öffentlich Bericht
Betreff:
Herausforderungen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz - Mündlicher Bericht
Bericht:
Die Dienststellenleitung berichtet zu den aktuellen Herausforderungen für Einrichtungen des
Gesundheitswesens im Kontext des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stehen Haushaltsmittel/Verpflichtungsermächtigungen ausreichend zur Verfügung?
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen: