IHK Nürnberg für Mittelfranken | 90331 Nürnberg
Frau Beatrice Dernbach Ihre Ansprechpartnerin Frau Elisabeth Most Sabine Edenhofer Herrn Hauke Wulfmeyer Tel.: 0911 1335-1444 E-Mail: sabine.edenhofer@nuernberg.ihk.de
- Juli 2025
Stellungnahme des IHK-Gremiums Stadt Nürnberg zur Entwurfsfassung der Stellungnahme
des Klimabeirats zum Integrierten Klimaschutzkonzept (IKSK)
Sehr geehrte Frau Dernbach, sehr geehrte Frau Most, sehr geehrter Herr Wulfmeyer,
das IHK-Gremium Stadt Nürnberg dankt Ihnen – stellvertretend für den gesamten Klimabeirat – für die Offenlegung Ihrer Position zum Integrierten Klimaschutzkonzept (IKSK). Ihr Entwurf bringt in vielen Punkten die nötige Dringlichkeit und Überzeugungskraft zum Ausdruck, die der Klimaschutz in einer wachsenden und wirtschaftsstarken Stadt wie Nürnberg erfordert.
Wir teilen Ihre Einschätzung, dass das IKSK eine solide Grundlage für die künftige Klimapolitik der Stadt bildet und dass bei der Umsetzung Mut, Kooperation und Handlungsbereitschaft erforderlich sind. Auch wir erkennen die Leistung des Umweltreferats, der Stabsstelle Klimaschutz sowie des Hamburg Instituts an, ein so umfangreiches Maßnahmenbündel in kurzer Zeit auf den Weg gebracht zu haben. Die darin enthaltenen Ansätze zur CO₂-Reduktion sind vielfach geeignet und verdienen ernsthafte Prüfung und Umsetzung.
Zugleich vertreten wir als IHK die Interessen der gewerblichen Wirtschaft. Unsere Mitgliedsunternehmen tragen Klimaschutz bereits heute durch Innovation, Energieeffizienz und ressourcenschonende Prozesse mit. Der Weg zur Klimaneutralität ist jedoch komplex – er bindet erhebliche personelle, organisatorische und finanzielle Ressourcen. Deshalb plädieren wir für Maßnahmen, die technologieoffen, wirtschaftlich tragfähig und in der Praxis umsetzbar sind.
Gemeinsame Anliegen sehen wir insbesondere in folgenden Punkten:
- Die Notwendigkeit rascher Emissionsminderungen ist unstrittig. Auch wir sehen den Weg
zur Klimaneutralität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im Zusammenspiel aller Akteure gelingen kann.
Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken
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- Die Forderung nach ressortübergreifender Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung
und zwischen öffentlichen und privaten Akteuren unterstützen wir ausdrücklich.
- Ebenso teilen wir den Wunsch nach integrierter Kommunikation und motivierenden
Narrativen, um die Bevölkerung und insbesondere die Betriebe als Mitgestalter zu gewinnen.
- Auch wir sehen Potenzial in sektorübergreifenden Maßnahmen, z. B. im Bereich
nachhaltiger Flächennutzung, Gebäudesanierung oder Energieberatung – allerdings unter Berücksichtigung betrieblicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die auch zum Ergebnis kommen können, dass ein Abriss sinnvoller ist.
Unterschiede in Haltung und Verantwortung ergeben sich naturgemäß an anderen Stellen:
- Während der Klimabeirat die Rolle hat, Klimaschutzstrategien aus übergeordneter
Perspektive zu bewerten, sind wir als IHK-Gremium Stadt Nürnberg in erster Linie dem gesetzlichen Auftrag verpflichtet, das Gesamtinteresse der gewerblichen Wirtschaft zu vertreten – also die Perspektive der Umsetzung, der Investitionen, der unternehmerischen Machbarkeit einzubringen.
- Wir sind davon überzeugt, dass technologische Offenheit ein wesentlicher Erfolgsfaktor für
Klimaschutz ist. Einseitige Festlegungen oder zusätzliche kommunale Regulierungen lehnen wir ab, sofern sie über bestehende Landes- oder Bundesvorgaben hinausgehen.
- Grundsätzlich ist uns wichtig, dass die Finanzierung der Projekte gesichert ist und nicht
durch Verlagerung von finanziellen Mitteln aus anderen für die Wirtschaft relevanten Themenbereichen erfolgt.
- Zusätzlich bitten wir darum, das „gegebenenfalls“ im letzten Aufzählungszeichen zu
streichen.
- Auch der Blick auf wirtschaftliche Tragfähigkeit, den Erhalt der nationalen wie
internationalen Wettbewerbsfähigkeit sowie Belastbarkeit kleiner und mittlerer Betriebe ist für uns handlungsleitend – ebenso wie der Vorrang freiwilliger Maßnahmen. Wir bevorzugen Anreize statt Verbote!
Im Sinne einer konstruktiven Weiterentwicklung des IKSK möchten wir folgende Anregungen mitgeben:
- Maßnahmen sollten künftig mit klaren Zuständigkeiten, Zwischenzielen und
Realisierungsschritte hinterlegt werden. Das macht den Prozess zielgerichteter, erhöht die Verbindlichkeit und schafft Transparenz.
- Bestehende Netzwerke – wie sie bei der IHK in Form von Fachkreisen, Energieclubs oder
Förderberatungsangeboten bestehen – können und sollten in die Umsetzung gezielt eingebunden werden. Know-how dafür ist vor Ort bereits reichlich vorhanden. Dieses sollte genutzt werden, statt weitere Strukturen zu schaffen, die letztlich nur dringend benötigte Kapazitäten abschöpfen.
- Wir sprechen uns für ein verbindliches Austauschformat zwischen Stadt und Wirtschaft
aus, um die Umsetzbarkeit einzelner Maßnahmen frühzeitig zu diskutieren und Feedback aus der Praxis kontinuierlich einzubinden.
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Uns ist es zudem wichtig, noch einmal zu betonen: Die Wirtschaft ist Teil der Lösung. Viele unserer Mitgliedsunternehmen engagieren sich längst für mehr Nachhaltigkeit – aus Überzeugung und im Interesse ihrer Zukunftsfähigkeit. Als IHK-Gremium stehen wir dafür, dass Klimaschutz gemeinsam mit und nicht gegen wirtschaftliche Entwicklung gedacht wird.
Wir danken dem Klimabeirat für die geleistete Arbeit und freuen uns auf den weiteren Austausch.
Freundliche Grüße
Thomas Förster Vorsitzender IHK-Gremium Stadt Nürnberg