TAGESORDNUNG
Sitzung
Sitzung des Kulturausschusses
Sitzungszeit
Freitag, 18.07.2025, 09:00 Uhr
Sitzungsort
Rathaus, Fünferplatz 2, Großer Sitzungssaal
TAGESORDNUNG
Öffentliche Sitzung
1. Erinnerungs- und Gedenkort zum 02. Januar 1945 in der Beschluss
Katharinenruine Av/002/2025
hier: Antrag der Freien Allianz vom 07.02.2025
Lehner, Julia, Prof. Dr.
2. Informationsstele am Z-Bau Beschluss
hier: Gem. Antrag der Stadtratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen Av/001/2025
und SPD vom12.03.2024
Lehner, Julia, Prof. Dr.
3. Dürerjubiläum 2028 - gegenwärtig konzipierte Vorhaben zum Beschluss
Jubiläumsjahr sowie über Vernetzungs- und KuM/002/2025/2
Abstimmungsakltivitäten mit weiteren nicht-städtischen Akteuren
hier: Gem. Antrag_Freie Allianz_ödp_FDP_Linke Liste_die Guten
vom 18.03.2025
Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
vom 02.04.2025
Lehner, Julia, Prof. Dr.
4. Staatstheater Nürnberg Bericht
Bericht aus der Sitzung des Stiftungsrates vom 12.05.2025 Th/002/2025
Lehner, Julia, Prof. Dr.
5. Nürnberger Kulturfestivals weiter voranbringen Bericht
hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 11.07.2024 2. BM/014/2025
Lehner, Julia, Prof. Dr.
6. Kultur in der Stadt - Zuschüsse Beschluss
Mittelvergabe 2025 2. BM/013/2025
Lehner, Julia, Prof. Dr.
- Genehmigung der Niederschrift der Sitzung vom 09.05.2025,
öffentlicher Teil
Av/002/2025
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 18.07.2025 öffentlich Beschluss
Betreff:
Erinnerungs- und Gedenkort zum 02. Januar 1945 in der Katharinenruine
hier: Antrag der Freien Allianz vom 07.02.2025
Anlagen: 01_Antrag Freie Allianz vom 20250207_AN_023_2025 02_Sachstandsbericht 03_KuM-Stellungnahme
Sachverhalt (kurz): Die Stadt Nürnberg hat sich fortlaufend der Erinnerung an die Zerstörung Nürnbergs im Zweiten Weltkrieg, dem Gedenken an die Opfer und der Geschichte des Wiederaufbaus gewidmet und betrachtet dies auch weiterhin als zentrale Aufgabe. Ein weiteres Museum stellt aufgrund der bereits vorhandenen musealen Präsentationen, insbesondere der Aufbereitung der Themen Zerstörung und Wiederaufbau im Stadtmuseum im Fembo-Haus, kein Desiderat in der Nürnberger Museumslandschaft dar. Dem offiziellen Gedenken an die Opfer des Luftkriegs ist als Ort der Glockentrum auf dem Südfriedhof gewidmet.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die Katharinenruine wird als Kulturort von unterschiedlichsten Gruppen und Personen genutzt und besucht; die Ruine ist als markantes Gebäude im öffentlichen Raum präsent.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
KuM
H
Beschlussvorschlag: Der Ausschuss stimmt dem Vorschlag zu, von der Einrichtung eines musealen Erinnerungsund Gedenkorts zum 2. Januar 1945 in der Katharinenruine abzusehen und stattdessen, wie bereits 2016 vorgesehen, bei der Katharinenruine eine Stele zur Geschichte des Gebäudes aufzustellen.
Freie Allianz Nürnberg
e.V.
Wählerverein im Stadtrat
Herrn OB Marcus König 07.02.2025
Rathaus
90403 Nürnberg
Erinnerungs- und Gedenkort zum 02. Januar 1945 in der Katharinenruine
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
der Luftangriff vom 02. Januar 1945 auf Nürnberg hat sich tief eingegraben in das kulturelle Gedächtnis der Stadtgesellschaft. Die verheerenden Zerstörungen des Luftangriffes bilden bis heute eine Zäsur in der Stadtgeschichte. Nicht nur waren nach dem Luftbombardement zahlreiche zivile Opfer zu beklagen, auch die über fast tausend Jahre gewachsene Architektur der Stadt wurde weitgehend dem Erdboden gleichgemacht. Das europaweit einmalige Ensemble der Altstadt mit seinen „krummen Gassen“ und „altväterlichen Häusern und Kirchen“ (Tieck/ Wackenroder) war unwiederbringlich verloren.
In diesem Januar jährte sich der Luftangriff zum achtzigsten Mal. Dabei hat sich gezeigt, dass das Interesse innerhalb der Bürgerschaft, das Ereignis selbst sowie seine Vorgeschichte und seine Folgen zu erinnern, ungebrochen ist. Gleichzeitig sind mittlerweile nur noch wenige Zeitzeugen vorhanden, die berichten können. Es ist deshalb ein Punkt erreicht, die Erinnerung durch eine Gedenkstätte bzw. einen Erinnerungs- und Informationsort zu verstetigen. Solch ein Ort wäre nicht nur in seiner identitätsstiftenden Funktion für die Stadtgesellschaft von Bedeutung. Er würde auch thematisch das Angebot ergänzen, dass die Stadt nationalen wie internationalen Besuchern mit „Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände“ und „Memorium Nürnberger Prozesse“ erfolgreich macht. Wir stellen aus diesem Grund zur Behandlung folgenden
Antrag:
Die Stadt richtet einen Erinnerungs- und Informationsort zum 02. Januar 1945 und zur Zerstörung der Stadt Nürnberg durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg ein und nutzt hierfür die ruinöse Katharienkirche. Diese wird gegenwärtig punktuell für kulturelle Veranstaltungen verwendet, ist aber insofern prädestiniert, als sie exemplarisch für die Fülle an städtischen Kulturdenkmälern steht, die während der Luftangriffe zerstört wurden. Als ,authentischerʻ Ort wäre die Katharinenruine dabei nicht nur Ort der Präsentation von geschichtlichem
Stadtrat/Vorsitzender Jürgen Horst Dörfler, Dipl. Betriebswirt FH Stadtrat Alexander Damm, Apotheker/Pharmazierat Büro der AG: Theresienstraße 5, 90403 Nbg., Mo-Fr. 10-14 Uhr E-Mail: juergen.doerfler@stadt.nuernberg.de
Freie Allianz Nürnberg
e.V.
Wählerverein im Stadtrat
Wissen, sie wäre selbst das größte Ausstellungsstück und Mahnmal für die Verheerungen des Luftkriegs.
Da die Haushaltslage der Stadt als schwierig gelten kann, soll sowohl für die Einrichtung des Erinnerungs- und Informationsortes als auch für dessen Betrieb das bürgerschaftliche Engagement aktiviert werden. In Nürnberg gibt es Geschichtsvereine, die im Hinblick auf die Einwerbung von Spenden zur Realisierung von Projekten genauso wie den Betrieb musealer Einrichtungen über entsprechende Expertise verfügen. Je nach Resonanz in der Bürgerschaft und Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel wäre auch an eine transportable Ausstellung zu denken, so dass die Ruine weiterhin für Veranstaltungen genutzt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Horst Dörfler Stadtrat
Stadtrat/Vorsitzender Jürgen Horst Dörfler, Dipl. Betriebswirt FH Stadtrat Alexander Damm, Apotheker/Pharmazierat Büro der AG: Theresienstraße 5, 90403 Nbg., Mo-Fr. 10-14 Uhr E-Mail: juergen.doerfler@stadt.nuernberg.de
Erinnerungs- und Gedenkort zum 2. Januar 1945 in der Katharinenruine
1. Sachstandsbericht
Bereits am 29.04.2015 hatten die Freien Wähler einen Antrag zu „Erhalt und Nutzung der Katharinenruine“ gestellt, der Antrag wurde im KA vom 01.07.2016 behandelt, der Beschlussvorschlag einstimmig angenommen: „Der Ausschuss stimmt der Vorlage über den Erhalt und die zukünftige Nutzung der Ruine der Katharinenkirche zu.“ Die Beschlussvorlage wurde von KuKuQ vorbereitet; um Stellungnahmen gebeten wurden außerdem KuM und H. Bezüglich des Erhalts sah die Vorlage vor, zunächst Maßnahmen zur Beseitigung baulicher Mängel sowie zur Gewährleistung der Standsicherheit zu ergreifen, dies wurde nach Auskunft von KuKuQ umgesetzt (Mail v. 03.04.2025). Wie KuKuQ 2016 ausgeführt hatte, gab es in der Vergangenheit schon mehrfach das Ansinnen, die Katharinenruine wiederaufzubauen, zu überdachen und/oder dort ein Museum einzurichten, das sich mit der Zerstörung und dem Wiederaufbau Nürnbergs befassen solle. KuKuQ hielt 2016 hierzu fest: „Die Verwaltung hält die derzeitige kulturelle Nutzung als Freilichtspielstätte für sinnvoll, dem Ort angemessen und in die Zukunft gerichtet. Der Charakter des Gebäudes als Ruine soll erhalten bleiben.“ Auch KuM hatte 2016 festgestellt, dass die „Einrichtung eines weiteren Museums in der Katharinenkirche […] nicht empfohlen“ werden kann. Für KuM war und ist der „adäquate stadtgeschichtliche Rahmen“, um sich der Geschichte der Zerstörung und des Wiederaufbaus zu widmen, das Stadtmuseum im Fembo-Haus. Bereits 2016 war angedacht, mittels einer Stele die Möglichkeit zu schaffen, sich vor Ort über die Geschichte der Ruine zu informieren und so die Katharinenkirche als „stadtgeschichtlich bedeutsamen Ort“ stärker ins Bewusstsein zu rücken. Eine bereits existierende Tafel erachtete man als nicht ausreichend. Eine neue Tafel wurde bislang nicht aufgestellt. Das Fundament für eine Stele wurde 2018 gegossen, es befindet sich unter dem Pflaster und kann verwendet werden (Auskunft von H/Kultur v. 05.06.2025).
2. Die Auseinandersetzung mit den Themen Zerstörung – insbesondere mit dem
2. Januar 1945 – und Wiederaufbau in Nürnberg
Der Jahrestag ist Anlass, sich mit der Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau zu befassen und der Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Zum 10. Jahrestag des Luftangriffs richtete die Stadt erstmalig am 2. Januar 1955 eine Gedenkveranstaltung aus. 1958 beschloss der Ältestenrat des Stadtrats, dass künftig jährlich am 2. Januar eine Gedenkstunde auf dem Südfriedhof stattfinden solle. Am 2. Januar 1959 wurde der Glockenturm auf dem Südfriedhof als „Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Bombenkrieges und der Kämpfe in der Heimat“ im Rahmen einer Feierstunde des Stadtrats seiner Bestimmung übergeben. Eine Kranzniederlegung am Glockenturm findet seither jährlich am 2. Januar statt, die Glocken läuten zur Mittagszeit. Zum 25. Jahrestag 1970 zeigte Av in seinen Amtsräumen am Egidienplatz eine Gedächtnisausstellung unter dem Titel „Inferno. 2. Januar 1945. Die Zerstörung Nürnbergs im Zweiten Weltkrieg“. Am 2. Januar 1985 wurde mit einem Gottesdienst in der Sebalduskirche an den 40. Jahrestag des Luftangriffs vom 2. Januar 1945 und an die Opfer gedacht, die Stadt erinnerte in diesem Jahr insbesondere auch an das 40-jährige Kriegsende. Das Jahr 1995 wurde unter dem Titel „Nürnberg. Eine Stadt erinnert sich. 1935 – 1945 – 1995“ zum Gedenkjahr für die Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen. Zum 60. Jahrestag des Luftangriffs fand 2005 in der Lorenzkirche ein ökumenischer Gottesdienst statt. Ende 2004 veröffentlichte Av außerdem die Dokumentation „Der Luftkrieg gegen Nürnberg. Der Angriff am 2. Januar 1945 und die zerstörte Stadt“, die durch eine Fotoausstellung begleitet wurde. Im Anhang der Publikation wird der Opfer des Luftangriffs vom 2. Januar 1945 gedacht, indem ihre Namen genannt werden. In einem Forschungsprojekt hatte sich Av der Sicherung der privaten schriftlichen und mündlichen Überlieferung zum Luftkrieg in den Jahren 1942 bis 1945 gewidmet, woraus der Archivbestand F 19 „Dokumentationsgut zum Luftkrieg in Nürnberg“ entstand. Zum 60-jährigen Jubiläum der Bauausstellung von 1949 nahmen sich 2009 das Stadtmuseum im Fembo-Haus und Av mit Ausstellungen des Wiederaufbaus an, es erschien ein gemeinsamer Katalog „Wiederaufbau in Nürnberg“, der das Thema umfassend beleuchtet und illustriert. 2015, zum 70. Jahrestag des Luftangriffs vom 2. Januar, wurde mit einer Reihe von Veranstaltungen der Opfer gedacht, Zeitzeugen kamen zu Wort. In der Katharinenruine waren Bilder des zerstörten Nürnberg zu sehen, im Heimatministerium wurde eine Ausstellung präsentiert, die Nürnberg vor und nach der Zerstörung zeigte. Zum 80. Jahrestag in diesem Jahr rief die Stadt Nürnberg gemeinsam mit den großen Stadtkirchen am 2. Januar zur Teilnahme an einem Weg des Friedens auf. Man gedachte aller Opfer des Kriegs, Menschen mit aktuellen Kriegserfahrungen kamen zu Wort. Überdies veranstalten aktuell die Museen der Stadt Nürnberg zum 80. Jahrestag des Kriegsendes gemeinsam eine Reihe unter dem Titel „1945 in Nürnberg – das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren“ mit Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Führungen, wissenschaftlichen Vorträgen und einem Zeitzeugengespräch. Weiterhin sind innerhalb der Stadt etliche Gedenktafeln angebracht, die ebenfalls auf die Zerstörung und auch den Wiederaufbau verweisen, beispielsweise an der Kirche St. Klara oder beim Wehrturm Maxtormauer 9. Zusätzlich dokumentieren abgeschlossene und laufende Projekte die Geschichte der Zerstörungen und des Wiederaufbaus (Haus der Bayerischen Geschichte: Atlas zum Wiederaufbau; Av: Projekt Topo N; DFG-Projekt: Kriegsschadensaufnahme). Im Stadtmuseum im Fembo-Haus sind seit 2024 die Aspekte Zerstörung und Wiederaufbau „integraler Bestandteil des erneuerten ersten Teils der Dauerausstellung“, im vierten Stock werden sie anhand eines Altstadtmodells und einer Medienstation aufgezeigt. Der Ausstellungsraum im Erdgeschoss, der unter dem Titel „Krone – Macht – Geschichte“ einen Überblick zur Geschichte Nürnbergs bietet, visualisiert ebenfalls die Zerstörung und den Wiederaufbau. KuM hält hierzu fest: „Damit wird das Thema an zwei zentralen Stellen im Museum aufgegriffen – für ein breites Publikum leicht zugänglich und verständlich gemacht.“ (s. Anlage: Stellungnahme KuM v. 04.06.2024). Weiterhin steht die Ausstellung im Historischen Kunstbunker unter der Überschrift „Kunstluftschutz, Zerstörung und Wiederaufbau in Nürnberg“ und zeigt die genannten Aspekte eindrücklich auf.
Selbstverständlich greifen auch das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und das Memorium Nürnberger Prozesse Aspekte zur Geschichte und den Folgen des Zweiten Weltkriegs in ihren Dauer- und Sonderausstellungen sowie Veranstaltungen immer wieder auf. Die Stadt Nürnberg bietet also bereits eingehende museale Präsentationen, die sich mit der Zerstörung und dem Wiederaufbau auseinandersetzen, wobei die Ausstellungseinheiten im Stadtmuseum im Fembo-Haus als die zentralen Informationspunkte zu sehen sind. Diese sollen bis 2028 um weitere Aspekte zur Nachkriegsgeschichte ergänzt werden.
3. Zur Informationsstele und zum Textentwurf
Die Katharinenruine sollte als etablierter und beliebter Veranstaltungsort erhalten bleiben. Gerade die sogenannte profane Nutzung kann dazu beitragen, sich niederschwellig mit der Geschichte des Ortes und dadurch angeregt, auch mit der Zerstörung und dem Wiederaufbau Nürnbergs zu beschäftigen. Eine entsprechende Tafel vor der Ruine könnte hier Auskunft geben. Es ist klar ersichtlich, dass sich die Stadt Nürnberg fortlaufend der Erinnerung an die Zerstörung Nürnbergs im Zweiten Weltkrieg, dem Gedenken an die Opfer und der Geschichte des Wiederaufbaus gewidmet hat und dies auch weiterhin als zentrale Aufgabe betrachtet. Das Thema stellt somit kein Desiderat in der Nürnberger Kultur- und Bildungslandschaft dar. KuM stellt fest: „Vor dem Hintergrund dieser bereits bestehenden und geplanten Präsentationen im Stadtmuseum erscheint eine zusätzliche museale Nutzung der Katharinenruine unter dem gleichen thematischen Schwerpunkt als redundant. Zudem wäre eine vertiefende museale Erschließung der Ruine mit erheblichem personellem, logistischem und finanziellem Aufwand verbunden – ohne einen substanziellen Mehrwert gegenüber den Präsentationen im Stadtmuseum zu schaffen.“ (s. Anlage: Stellungnahme KuM v. 04.06.2024). Auch eine transportable Ausstellung, wie von der Freien Allianz e. V. angeregt, ist aufgrund der fortlaufenden Kosten für Pflege, Auf- und Abbau sowie Lagerung nicht praktikabel und nachhaltig; weiterhin ist zu berücksichtigen, dass auch eine ehrenamtliche Beteiligung aus der Bürgerschaft am Betrieb einer mobilen Ausstellung der Betreuung durch die Stadt bedürfte. Die Freie Allianz e. V. hat in ihrem Antrag außerdem vorgeschlagen, bürgerschaftliches Engagement zu aktivieren, verwiesen wurde hier allgemein auf „Geschichtsvereine“. Denkbar sind an dieser Stelle durch Vereine oder Privatpersonen organisierte Stadt- oder Themenführungen, die die Katharinenruine einbeziehen. KuM beabsichtigt, künftig in der Ausstellung im Stadtmuseum auf die Katharinenruine und die Möglichkeit, sich dort zu informieren, zu verweisen. Es bietet sich hier an, dies für eine Tafel aufzugreifen. Av schlägt daher vor, auf der Tafel einen Verweis auf einen Museumsbesuch im Stadtmuseum im Fembo-Haus einzufügen, um sich dort weitergehend über die Zerstörung und den Wiederaufbau Nürnbergs zu informieren. So wären diese beiden Orte ohne zusätzlichen finanziellen oder personellen Aufwand verknüpft und die Katharinenruine könnte gleichzeitig als etablierter Spielort erhalten werden. Das offizielle Gedenken an die Opfer des Luftkriegs hat seinen Ort weiterhin beim Glockenturm auf dem Südfriedhof.
Textentwurf (Abbildungen können ergänzt werden):
Katharinenkloster und Katharinenkirche
Das Katharinenkloster wurde 1295 als Dominikanerinnenkloster bestätigt. Das Kloster besaß eine umfangreiche Bibliothek, auch aufgrund der im Konvent hoch entwickelten Schriftkultur. Nach der Einführung der Reformation in Nürnberg endete die Zeit des Klosters mit dem Tod der letzten Priorin 1596. Die zum Kloster gehörende Katharinenkirche wurde 1297 geweiht, ein Sakristeianbau erfolgte 1359. Von 1620 bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Katharinenkirche Versammlungs- und Singraum der Nürnberger Meistersinger. Nach einer
Zeitspanne profaner Nutzung beider Gebäude folgte 1921/23 eine grundlegende Erneuerung der Katharinenkirche mit dem Ausbau zu einem Konzertsaal, im einstigen Kloster fand die städtische Volkshochschule Platz. Durch den Deutschen Sängerbund wurde im ehemaligen Refektorium und den Nebenräumen das 1925 eingeweihte Deutsche Sängermuseum eingerichtet. Während des Nationalsozialismus diente die Kirche als Aufbewahrungsort für die 1938 aus Wien zurückgeführten Reichskleinodien. Beim Luftangriff am 2. Januar 1945 – dem schwersten aller Luftangriffe auf die Stadt – wurden Kirche und ehemaliges Kloster bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Die Katharinenruine wurde 1969 als Freilichttheater eröffnet und dient bis heute als Open-Air-Bühne. Der ehemalige Klosterkomplex wurde 1978/80 für die Zwecke der Stadtbibliothek wieder aufgebaut.
[Abgesetzt bzw. in einem Kasten:]
Die Geschichte Nürnbergs wird im Stadtmuseum im Fembo-Haus in der Burgstraße 15 aufgezeigt, informiert wird hier auch über die Luftangriffe auf die Stadt, die Zerstörungen sowie den Wiederaufbau.
Stellungnahme der Dienststelle „Museen der Stadt Nürnberg“ zum Antrag „Erinnerungs- und
Gedenkort zum 02. Januar 1945"´
1.Bereits bestehende Vermittlung im Stadtmuseum
Das Thema „Zerstörung und Wiederaufbau“ ist seit 2024 integraler Bestandteil des erneuerten ersten Teils der Dauerausstellung im Stadtmuseum im Fembo-Haus. Im vierten Obergeschoss steht ein Altstadtmodell aus den 1930er Jahren im Zentrum, das den Stand der nationalsozialistischen Altstadtsanierung zeigt und somit einen Blick auf Nürnberg vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bietet. Ergänzt wird dies durch Medienstationen mit eindrucksvollen Bildvergleichen: Historische Fotografien zeigen bedeutende Bauwerke im Zustand nach der Zerstörung und im heutigen Erscheinungsbild. Das Thema ist damit bereits im Auftaktraum des Museumsrundgangs prominent verankert und wird in den historischen Kontext der Stadtentwicklung eingebettet.
Darüber hinaus thematisiert der Überblicksraum „Krone – Macht – Geschichte“ im Erdgeschoss des Stadtmuseums die Höhen und Tiefen der Stadtgeschichte, darunter die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und den Wiederaufbau nach 1945. Ein großformatiger, wandfüllender Leuchtkasten mit einer Aufnahme der zerstörten Altstadt visualisiert die Dimension der Kriegsfolgen besonders deutlich. Damit wird das Thema an zwei zentralen Stellen im Museum aufgegriffen – für ein breites Publikum leicht zugänglich und verständlich gemacht.
2.Geplante inhaltliche Vertiefung im zukünftigen Stadtmuseum
In der gegenwärtig startenden zweiten Ausbauphase der Dauerausstellung ist eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Nachkriegszeit vorgesehen. Im ersten Obergeschoss soll ein eigener Themenraum entstehen, in dem das große Gipsmodell der zerstörten Altstadt mit historischen Fotografien und Informationen zur Entwicklung Nürnbergs nach 1945 kombiniert wird. Die Konzeption dieses Raumes ist derzeit in Arbeit, die bauliche Umsetzung ist für Ende 2027, die inhaltliche Fertigstellung für 2028 geplant – vorbehaltlich verfügbarer Mittel. Dieses Vorhaben schafft Raum für eine noch intensivere Auseinandersetzung mit der Zeit nach dem Krieg und ergänzt das bestehende Angebot sinnvoll.
3.Inhaltliche Redundanzen
Vor dem Hintergrund dieser bereits bestehenden und geplanten Präsentationen im Stadtmuseum erscheint eine zusätzliche museale Nutzung der Katharinenruine unter dem gleichen thematischen Schwerpunkt als redundant. Zudem wäre eine vertiefende museale Erschließung der Ruine mit erheblichem personellem, logistischem und finanziellem Aufwand verbunden – ohne einen
substanziellen Mehrwert gegenüber den Präsentationen im Stadtmuseum zu schaffen. In aktuellen Zeiten knapper öffentlicher Mittel insbesondere für die kulturelle und historische Vermittlungsarbeit ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen. Ins Auge zu fassen wäre gleichwohl, den Museumsbesuchenden einen Verweis auf die zukünftige Besuchsmöglichkeit des Standorts Katharinenruine und einer dort zu erstellenden Informationsstele anzubieten.
Nürnberg, 4.06.2025 gez. KuM/D (7310)
Av/001/2025
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 18.07.2025 öffentlich Beschluss
Betreff:
Informationsstele am Z-Bau
hier: Gem. Antrag der Stadtratsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen und SPD vom12.03.2024
Anlagen: 01_Antrag_Grüne_SPD vom 20240312_AN_042_2024 02_Sachstandsbericht
Sachverhalt (kurz): Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände das Informationssystem Reichsparteitagsgelände installiert. Die derzeit letzte Station ist unter der Überschrift „Ehemalige SS-Kaserne“ vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Frankenstraße 210 zu finden. Zu den Zweckbauten der ehemaligen Kaserne gehört der sogenannte Z-Bau an der Frankenstraße 200, der als einziges Nebengebäude erhalten geblieben ist und heute kulturell genutzt wird. Die Geschichte des Z-Baus wird auf den Stelen vor dem Bundesamt nicht erläutert, weshalb hier, ergänzend zum Informationssystem, eine weitere Stele aufgestellt werden soll.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Der Z-Bau bezeichnet sich selbst als "offenes und freies Kulturhaus" und wird von unterschiedlichsten Personen und Gruppen der Stadtgesellschaft frequentiert.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
H
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss stimmt der Aufstellung einer Informationsstele am Z-Bau zu. Die Stele wird gestalterisch den Stelen am Reichsparteitagsgelände entsprechen.
Informationsstele am Z-Bau
1. Sachstandsbericht
Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände das Informationssystem Reichsparteitagsgelände installiert. An 23 Stationen informieren durch das Architekturbüro LIPOPP gestaltete Stelen in deutscher und englischer Sprache über das Areal, die Informationen sind jeweils durch Abbildungen ergänzt. Jede Station kann einzeln besucht werden, es besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Orte zu verknüpfen, ein Übersichtsplan gibt jeweils Auskunft über die Lage der weiteren Schautafeln auf dem Gelände. Station 1 befindet sich am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Die derzeit letzte Station, Nr. 23, ist unter der Überschrift „Ehemalige SS-Kaserne“ vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in der Frankenstraße 210 zu finden.
2. Die Stelen vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Die beiden Stelen (Station Nr. 23) informieren über die Geschichte des zwischen 1937 und 1939 – die Planungen hatten 1936 begonnen, die Bautätigkeit setzte 1937 ein – nach Plänen des Architekten Franz Ruff errichteten Kasernenbaus. Die Tafeln nehmen Bezug auf das markante Hauptgebäude, an dessen Mittelportal sich zwei Seitenflügel anschließen, die jeweils einen Innenhof umfangen. Die Kaserne sollte Einheiten der SS als Unterkunft dienen, während des Zweiten Weltkriegs wurde sie als Ausbildungsstätte für Funker genutzt. Außerdem wurden rund 150 Häftlinge aus den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg in die Kaserne verbracht, sie mussten in der Kaserne sowie bei Firmen und Behörden Zwangsarbeit leisten. Die Kaserne wurde am 18. April 1945 durch die US-Armee besetzt. Zunächst fungierte sie bis Ende 1946 als Lager für ehemalige ausländische Zwangsarbeiter, danach wurde sie unter dem Namen Merrell Barracks durch die US-Armee als Truppenunterkunft genutzt. Die Amerikaner gaben den nach 1945 auch Südkaserne genannten Gebäudekomplex 1992 auf. Ab 1993 wurde das Gebäude saniert. Da die Bundesrepublik Deutschland Eigentümerin des Geländes ist, bezog 1996 mit dem damaligen Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge – heute Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – eine Bundesbehörde das Gebäude. In den westlichen Flügel zog 2000 das Hauptzollamt Nürnberg ein; außerdem sind an der Frankenstraße ein Büro des United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) als Zweigstelle der Vertretung des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen in Berlin und eine Außenstelle des InformationsTechnikZentrums Bund untergebracht.
3. Die Geschichte des Z-Baus
Zu den Nebengebäuden der Kaserne, die sich um einen großen Exerzierplatz gruppierten, gehörten ein Küchenbau, ein Mannschaftskasino, ein Pferdestall, Garagenanlagen und eine Fahrzeugwerkstatt. Ein weiteres Nebengebäude, das sich nicht am Exerzierplatz, sondern neben dem Hauptgebäude an der Frankenstraße 200 befindet, ist der sogenannte Z-Bau, der Name leitet sich von der Form des zweigeschossigen Backsteinbaus ab. Der Bau fungierte als „Führerheim“ (Speise- und Aufenthaltsräume) für höhere Dienstgrade der SS. Bis zur Aufgabe der Kaserne durch die US-Armee war der Z-Bau Teil der Merrell Barracks. Die Nebengebäude um den früheren Exerzierplatz wurden im Zuge der Sanierung des Hauptgebäudes abgerissen, der freigewordene Platz wurde zur Gewerbefläche. Erhalten blieb der Z-Bau, der nach dem Abzug der Amerikaner zunächst leer stand. Ende der 1990er- Jahre erwarb die Stadt das Gebäude. Zunächst war vorgesehen, auch den Z-Bau bis 2008 abzureißen, das damalige Kulturreferat schlug dann vor, das Gebäude bis dahin kulturell zu nutzen. Ende 1999 startete die AG Zwischennutz den Kulturbetrieb, im Jahr 2000 gründeten vier Gesellschafter um Stadtrat Stephan Grosse-Grollmann (Die Guten) die Z-Bau GmbH. Unter anderem die Schadstoffbelastung im Gebäude machte erste Renovierungs- und Umbauarbeiten notwendig. Der Nutzungsvertrag mit der Stadt hätte 2007 enden sollen, der Stadtrat beschloss jedoch 2005 vom Abriss abzusehen, sodass der Betrieb zunächst
weiterlief. Aufgrund von Sicherheitsmängeln sollte der Bau 2010 geschlossen werden, was zu Protesten führte, weshalb sich die Stadt schließlich für die Sanierung des Gebäudes entschied. 2014 wurde durch den Kunstverein Hintere Cramergasse e. V., die Musikzentrale Nürnberg e. V. und die Stadt Nürnberg die Gesellschaft für kulturelle Freiräume mbh zur Verwaltung des Hauses gegründet. Nach einer zweijährigen Umbauphase konnte am 2. Oktober 2015 der Z-Bau als Haus für Gegenwartskultur eröffnet werden. Die Einrichtung versteht sich als „offenes und freies Kulturhaus“.
4. Zur Informationsstele und zum Textentwurf
Av schlägt vor, am Z-Bau eine Informationsstele zu errichten, die den Tafeln am Reichsparteitagsgelände entspricht. Ein Textvorschlag findet sich nachfolgend, Abbildungen können ergänzt werden. Laut H kann die Standortfrage noch nicht abschließend geklärt werden, „da die Planung der neuen Straßenbahngleise noch nicht final vorliegt.“ (Auskunft von H/Kultur v. 05.06.2025). Gelb markiert sind mögliche Standorte (unter Vorbehalt der geplanten Straßenbahngleise).
Textentwurf:
Der Z-Bau
Das benachbarte Kasernengebäude wurde zwischen 1937 und 1939 für die SS errichtet. Der Z-Bau – der Name des zweigeschossigen Backsteinbaus leitet sich von seiner Form ab – war als „Führerheim“ mit Speise- und Aufenthaltsräumen für höhere Dienstgrade der SS geplant worden. Nachdem im April 1945 die US-Armee die Kaserne besetzt hatte, wurde auch der Z-Bau durch die Amerikaner genutzt. 1992 gab die US-Armee die Gebäude auf, der Z-Bau stand zunächst leer und wurde Ende der 1990er-Jahre durch die Stadt Nürnberg erworben. Bis zum ursprünglich geplanten Abriss 2008 sollte das Gebäude kulturell genutzt werden, Ende 1999 startete die AG Zwischennutz den Kulturbetrieb. Im Jahr 2000 gründete sich die Z-Bau GmbH. Unter anderem die Schadstoffbelastung im Gebäude machte erste Renovierungs- und Umbauarbeiten notwendig. 2005 beschloss der Stadtrat vom Abriss abzusehen, sodass der Betrieb zunächst weiterlief. Aufgrund von Sicherheitsmängeln sollte der Bau 2010 geschlossen werden, was zu Protesten führte, weshalb sich die Stadt schließlich für die Sanierung des Gebäudes entschied. 2014 wurde durch den Kunstverein Hintere Cramergasse e. V., die Musikzentrale Nürnberg e. V. und die Stadt Nürnberg die Gesellschaft für kulturelle Freiräume mbh zur Verwaltung des Hauses gegründet. Nach einer
zweijährigen Umbauphase konnte am 2. Oktober 2015 der Z-Bau als Haus für Gegenwartskultur eröffnet werden. Die Einrichtung versteht sich als „offenes und freies Kulturhaus“.
KuM/002/2025/2
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 18.07.2025 öffentlich Beschluss
Betreff: Dürerjubiläum 2028 - gegenwärtig konzipierte Vorhaben zum Jubiläumsjahr sowie über
Vernetzungs- und Abstimmungsakltivitäten mit weiteren nicht-städtischen Akteuren
hier: Gem. Antrag_Freie Allianz_ödp_FDP_Linke Liste_die Guten vom 18.03.2025
Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 02.04.2025
Anlagen: 01_Gem. Antrag Freie Allianz_ödp_FDP_Linke Liste_Die Guten vom 20250318_AN/059/2025 02_Antrag Bündnis 90/Die Grünen vom 20250402_AN/078/2025 03_Sachverhalt 04_Kostenschätzung 05_Stk_Stellungnahme vom 20250703
Sachverhalt (kurz): Albrecht Dürer (1471–1528) ist der bekannteste Nürnberger aller Zeiten. Sein Ruhm strahlt weltweit und bis in die Gegenwart auf Nürnberg zurück. 500 Jahre nach Dürers Tod sind 2028 national wie international bedeutende Ausstellungen und Feierlichkeiten zu erwarten. Nürnberg soll hier eine führende Rolle einnehmen. Die Planungen der städtischen Museen wurden bereits vorgestellt und sollen im Folgenden, auch hinsichtlich der Bedarfe, konkretisiert werden.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Erste Schätzungen gehen von einem zusätzlichen Sachmittelbedarf i.H. von 455.000 Euro aufgeteilt auf die Jahre 2026, 2027 und 2028 aus (900.000 Euro abzüglich 340.000 Euro an erwarteten Erträgen sowie 105.000 Euro Mittelumschichtungen). F´r 1,5 VK (siehe unten) wären zusätzlich 348.000 Euro anzusetzen. (→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Stk in Kenntnis gesetzt, weitere Abstimmungen erfolgen nach dem Ausschuss.
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von 1,5 befristeten Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: DiP in Kenntnis gesetzt, weitere Abstimmungen erfolgen nach dem Ausschuss.
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Die überarbeitete Dauerausstellung sowie das Programm des Jubiläumsjahresw sollen inklusiv und partizipativ sein. Es sollen Personen aller gesellschaftlichen Gruppen angesprochen und einbezogen werden
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Ref. I/II/Stk
DiP
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss nimmt die Planungen zum Dürerjahr 2028 der Nürnberger Museen zur Kenntnis. Die Verwaltung wird beauftragt die Planungen zu präzisieren und die benötigten Ressourcen sowie die zu erwartenden Erträge zum Haushalt und Stellenplan 2026 anzumelden.
Die Ausschussgemeinschaft 2020-2026 im Stadtrat der Stadt Nürnberg
An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Herrn Marcus König Rathausplatz 2
90403 Nürnberg Nürnberg, den 18.03.2025
Dürer forever – Weichen für das Jahr 2028 stellen
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
viele Nürnbergerinnen und Nürnberger denken noch heute mit Freude an das Dürer-Jahr 1971 zurück. Mit einer Vielfalt an Veranstaltungen und Aktionen erinnerte damals die Stadt an ihren berühmtesten Sohn. Im GNM wurden Dürerexponate aus aller Welt gezeigt und ein „Dürerstudio“ lud zum Mitmachen ein. Am Hauptmarkt gestaltete Karl Prantl seine „Kraterlanschaft“ im Rahmen des Symposiums Urbanum. Die Multimediaausstellung Noricama wurde kontrovers diskutiert und der Tiergärtnertorplatz aufwendig saniert. Das Dürerhaus erhielt seinen Ausstellungsanbau. Und schließlich geht auch der Handwerkerhof mit seiner Butzenscheibenromantik auf das Dürer-Jahr 1971 zurück. Nürnberg wurde zudem bleibend bereichert durch den ersten Trempelmarkt und die Eröffnung des Spielzeugmuseums. Das nationale wie internationale Interesse war groß. Ansprechend für Laien, Fachpublikum sowie Einheimische und Gäste sollte das Jubiläumsjahr gestaltet sein – ein damals ganz moderner Ansatz. Kunst und Kultur von allen für alle.
Im Jahr 2028 wird sich der Todestag Albrecht Dürers zum 500sten Mal jähren. Dürer starb, kaum 57-jährig, am 06. April 1528, wahrscheinlich an den Folgen einer Lungen- oder Rippenfellentzündung. Den Faden von 1971 gilt es vor diesem Hintergrund wiederaufzunehmen und anzuknüpfen an das erfolgreiche Jubiläumsjahr, das das Bild Nürnbergs als moderne, lebenswerte und lebhafte Stadt für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in nicht zu unterschätzender Weise geprägt hat.
Der Tourismus ist in Nürnberg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Er weist eine große Dynamik auf und besitzt Wachstumspotential. Nürnberg wird 2028 in Konkurrenz zu anderen Städten wie Wien oder München stehen und sollte seine Chancen konsequent nutzen.
Zur Behandlung stellen wir deshalb folgenden Antrag
Die Stadt begibt sich, insofern die Haushaltsrahmenbedingungen neue Stellenschaffungen und zusätzliche Sachmittelaufwendungen für das Dürer-Jahr 2028 tatsächlich nicht zulassen, frühzeitig auf die Suche nach alternativen Finanzierungen. Um vorliegende und weitergehende Konzepte und Maßnahmen zum Dürer-Jahr 2028 umsetzen zu können, konzentriert sie sich
-
auf die Ausweitung der Drittmittelakquise und die mögliche Unterstützung durch das Land Bayern,
-
auf die Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt,
-
auf die Verschiebung von personellen Ressourcen und Sachmitteln innerhalb der Dienststelle und, in Anbetracht der überregionalen Bedeutung des Ereignisses, über Dienststellen hinweg.
Mit freundlichen Grüßen
FRAKTION B’ 90/DIE GRÜNEN, RATHAUSPLATZ 2, 90403 NÜRNBERG BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Stadtratsfraktion Nürnberg
An den Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Rathausplatz 2 Marcus König 90403 Nürnberg Rathaus Tel: (0911) 231-5091 90403 Nürnberg gruene@stadt.nuernberg.de
Bus: Linie 36, 46, 47 (Rathaus) U-Bahn: Linie 1 (Lorenzkirche)
Nürnberg, 2. April 2025
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
das Jahr 2028 markiert das Albrecht-Dürer-Jubiläum in Nürnberg und damit eine einmalige Gelegenheit für die Stadt, weltweit die kulturelle Bedeutung des berühmten Künstlers hervorzuheben.
Bereits in der Kulturausschusssitzung am 14.03.2025 stellten Dr. Thomas Eser, Leitung der Museen der Stadt Nürnberg, und Dr. Christine Demele, Leitung des Albrecht-Dürer-Hauses, ihr aktuell konzipiertes Vorhaben sowie die damit verbundenen Ressourcenbedarfe vor.
Zur Umsetzung dieses geplanten Konzepts benötigt das Albrecht-Dürer-Haus aber finanzielle und personelle Ressourcen – unter anderem um die Dauerausstellung neu zu gestalten und begleitende Veranstaltungen organisieren zu können.
Angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt Nürnberg schlagen wir eine Umstrukturierung des Projektbüro Kultur vor, um die Kapazitäten für das Jubiläumsjahr zu ermöglichen und zu sichern.
Wir stellen deshalb zur Behandlung für die Sitzung des Kulturausschusses am 9. Mai 2025 folgenden Antrag:
Die Verwaltung
prüft die Umstrukturierung des Projektbüros Kultur für das Jahr 2028. Der Fokus soll dabei auf folgenden Themen liegen:
Die Identifikation von Projekten, die ausgesetzt oder verschoben werden können. Die Freisetzung personeller und finanzieller Kapazitäten zur Unterstützung der Planung und Durchführung des Jubiläums. Die gezielte Einbindung des Albrecht-Dürer-Hauses in die strategischen Prioritäten für 2028.
Mit freundlichen Grüßen
Natalie Keller Andrea Friedel Stadträtin stv. Fraktionsvorsitzende
Aktualisierter Sachverhalt zu den gegenwärtig konzipierten Vorhaben des
Albrecht-Dürer-Hauses zum Dürerjubiläum 2028 sowie über Vernetzungs- und
Abstimmungsaktivitäten mit weiteren nicht-städtischen Akteuren
Albrecht Dürer (1471–1528) ist auch in aktuellen Umfragen der bekannteste und beliebteste Nürnberger aller Zeiten. Die überragende Bedeutung des Dürer-Jubiläums 2028 wurde in der Vorlage vom 14.03.2025 ausführlich dargelegt. Das Leitbild für das große Dürer-Jubiläum 2028 soll daher sein: Dürer ist unsterblich!
Übergeordnetes Motto:
Dürer unsterblich / Dürer forever
Das nachfolgende Konzept und die damit verbundenen Bedarfe bestehen aus drei Bestandteilen:
- dauerhafte und nachhaltige Ertüchtigung des Dürer-Hauses 2) temporäre Sonderformate im Jahr 2028 (z.B. Ausstellungen) 3) temporäre Stellenbedarfe
Sämtliche Kostenveranschlagungen und Laufzeiten sind angesichts des frühen Planungsstadiums unverbindliche Schätzungen. Aktuell werden bereits drittmittelfinanzierte Vorbereitungsmaßnahmen durchgeführt. Für die nächsten Jahre stehen weitere Förderungen in Aussicht und es wird aktiv weiter nach externen Finanzierungsmöglichkeiten für einzelne Vorhaben gesucht. Eine strukturelle Drittmittelakquise erfordert allerdings auch Personalkapazitäten, die bislang nicht im notwendigen Maße zur Verfügung stehen. In Anlage findet sich eine entsprechende Kalkulation, aufgeteilt auf die Jahre 2026, 2027 und 2028.
Enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit anderen städtischen Einrichtungen und Dienststellen erfolgt, so z. B. mit dem KPZ im Bereich Bildung und Vermittlung, mit KoM im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und mit der CTZ im Bereich Vermarktung. Zudem fand unter Federführung des Geschäftsbereichs Kultur am 08.05.2025 ein erstes Austauschtreffen mit Akteuren und Institutionen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Vermittlung statt, um frühzeitig die Möglichkeit der Synergiebildung, Kooperation und Abstimmung auszuloten. Teilnehmende waren unter anderem Prof. Dr. Daniel Hess (GNM), Yvonne Coulin (CTZ), Karl- Heinz Enderle (Altstadtfreunde e.V.), Pfr. Dr. Martin Brons (St. Sebald), Markus Lötzsch (Geschäftsführer IHK), Prof. Dr. Manuel Teget-Welz (FAU), Vertretungen des Kunstvereins Nürnberg ADG, des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, der Tucher-Stiftung, Vertretungen städtischer Stäbe, Dienststellen und Abteilungen (Projektbüro, Bildungscampus Nürnberg, Museen der Stadt Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit, Stadtarchiv). Weitere am Austausch Interessierte sind inzwischen dazugekommen. Allgemeiner Konsens besteht in der Annahme, dass Nürnberg insbesondere als Stadt und mit dem Alleinstellungsmerkmal der authentischen Dürer-Orte während des Jubiläumsjahres Strahl- und Anziehungskraft entfalten kann. Vereinbart wurde für eine gemeinsame Kommunikation die Formulierung einer Themenklammer, innerhalb dieser alle Beiträge zum
Jubiläum aufscheinen können. Diesbezüglich sind CTZ und der Geschäftsbereich miteinander im Benehmen. Die Austauschplattform wird fortgesetzt.
1) Ertüchtigung des Albrecht-Dürer-Hauses (ADH) 2025–2027
Bis 2028 muss das ADH weiter modernisiert werden, um der internationalen Aufmerksamkeit und dem zu erwartenden Besucherandrang gerecht werden zu können. Die geplanten Maßnahmen werden dabei zur nachhaltigen Attraktivitätssteigerung des Hauses führen. Zu erwarten sind weiterhin steigende Besucherzahlen und damit steigende Einkünfte. Vorausgesetzt es gelingt, Infrastruktur und Ausstellungsprogramm in angemessenem Umfang aufzuwerten, ist für 2028 mit weit über 100.000 Gästen zu rechnen (zumal auch der Christkindlesmarkt sein 400. Jubiläum feiert). Damit einher gingen dann auch entsprechende Mehreinnahmen im sechsstelligen Bereich und sich daraus ergebende Folgewirkungen. Logistisch wird das Jubiläumsjahr eine Herausforderung für das relativ kleine Museum darstellen, an dessen Kasse sich bereits heute zu Stoßzeiten längere Schlangen bilden. Benötig werden (ohne Stellenbedarfe):
- ein Online Ticketing-System (an einer Lösung für die Dienststelle wird derzeit
gearbeitet; IT-Maßnahme)
-
ein überarbeitetes, deutsch-englisches Leitsystem im Haus (Museums-App)
-
die Umstrukturierung des Kassenbereichs (Platz für dann zwei Kassen; erfolgt im
Rahmen der Baupauschale)
- die temporäre Aufstockung der Kassen- und Aufsichtskräfte in 2028 (ca. 200.000, -
EUR)
-
erweiterte Öffentlichkeitsarbeit / Marketing (ca. 70.000, - EUR)
-
befristete Stundenaufstockungen im Bereich des Buchungsdienstes des KPZ
-
neues, an die Bedingungen des Hauses angepasstes Beleuchtungskonzept für das
gesamte Museum, das flexibel und regulierbar ist (im Rahmen der Baupauschale) Spätestens bis Ende 2027 soll die aktuelle Dauerausstellung überarbeitet und zum Teil erneuert worden sein. Dafür wurden bereits 2023 Drittmittel im fünfstelligen Bereich zugesagt, die Umsetzung geht mangels personeller Kapazitäten jedoch nur schleppend voran. Während das Erdgeschoss sich inzwischen neu präsentiert, warten die oberen Stockwerke noch auf ihre dringend notwendige Überarbeitung. Insbesondere fehlt es an Stationen auf Augenhöhe für Kinder, die in Kooperation mit dem KPZ realisiert werden sollen. Spätestens bis Ende 2027 wird zudem ein neuer Museumsführer benötigt, der den überarbeiteten Museumszustand widerspiegelt. Der aktuelle Kunstführer ist vergriffen und lag zudem nur in deutscher Sprache vor, obwohl ca. ein Drittel der Gäste aus dem Ausland kommt. Schließlich müssen die veralteten und inzwischen sehr fehleranfälligen Audio-Guides durch ein neues Vermittlungssystem (Museums-App) ersetzt werden, für das die eigenen digitalen Endgeräte benutzen werden können. Optional sind darüber hinaus eine dauerhafte künstlerische Intervention zu Dürers Wappen sowie Tastmodelle für Sehbehinderte angedacht. Vor dem Haus auf dem Tiergärtnertorplatz sollen Sitzmöbel zum Verweilen
einladen, auf denen wartende Gäste über QR-Codes bereits Informationen zum Museum und den Führungsangeboten bekommen können sowie auch zur Museums-App. Diese Außenmöbel dienen gleichzeitig der Werbung für das Museum.
Grob geschätzte Bedarfe für die Ertüchtigung des Dürer-Hauses (inkl. Außenmobiliar, ohne Personalbedarfe): ca. 190.000,- EUR insgesamt; aufgeteilt auf die Jahre 2026 und 2027.
2) In Planung: Programm für das Albrecht-Dürer-Haus 2028
Das temporäre Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm für 2028 soll der zu erwartenden internationalen Aufmerksamkeit, steigenden Besucherzahlen sowie der Öffnung des Museums für neue Zielgruppen gerecht werden. Im Dürer-Jahr soll das Museum täglich geöffnet sein. Zudem soll das Gebäude, das sich aktuell eher bescheiden in den Tiergärtnertorplatz einfügt, in seinem Außenbild akzentuiert werden und auch zu den Schließzeiten und im Dunkeln als lebendiger Blickfang erscheinen. Insbesondere soll Wert auf partizipatorische Ansätze und eine niederschwellige Vermittlung gelegt werden.
Auftakt Ende 2027: das Dürer-Haus von außen: Lichtkunst und ggf. auch Audio-Installation
Vorgesehen ist eine denkmal- und emissionsschutzgerechte Lichtinstallation, die das Haus im Dunkeln von innen nach außen sichtbar belebt. Auch eine Audio-Installation kann das Haus am insbesondere im Sommer immer sehr belebten Tiergärtnertorplatz attraktivieren. Des Weiteren sollen die vor dem Haus befindlichen Menschen zur Interaktion über Social Media eingeladen werden. Um bereits Ende 2027 Neugier auf das Dürer-Jubiläum zu wecken, sollten diese Maßnahmen bereits in der besucherstärksten Zeit während des Christkindlesmarktes 2027 starten.
Geschätzte Kosten ca. 50.000,- EUR
Das Ausstellungsprogramm für 2028 im Dürer-Haus gliedert sich in vier Teile.
1.Dürer unsterblich. Haus und Kult
Jubiläums-Ausstellung im ADH (ganzes Haus). Laufzeit vsl. Ende Januar – Ende April 2028
Die Ausstellung wird der Frage nachgehen „Was bleibt von Dürer?“. 500 Jahre nach Dürers Ableben soll sein gesamtes Haus bespielt werden. Dafür wird die Dauerausstellung auf das Wesentlichste reduziert, um in jedem Raum des Dürer-Hauses Platz für EIN besonderes Objekt zu schaffen, das unmittelbar mit Dürer, seinem Haus oder seinem Grab in Verbindung steht und von dem ausgehend jeweils eine Geschichte erzählt wird. Dafür müssen spezielle Klimavitrinen angeschafft werden, da nur zwei Räume des Museums klimatisiert sind. Die meisten Exponate stammen aus Sammlungen und Archiven in der Metropolregion, wie zum Beispiel die Kaufurkunde des Hauses von 1509 oder die sogenannte „Reißfeder Albrecht Dürers“, die 1826 im Haus gefunden wurde. Neben solchen „Dürer-Haus-Reliquien“ ist die einzige erhaltene Körper-Reliquie Dürers das bedeutendste Exponat: Dürers Haarlocke im Besitz der Universitätsbibliothek der Akademie der Bildenden Künste in Wien ist bereits für sechs Monate zugesagt und wird das Highlight im Dürer-Haus 2028 sein: Das Dürer-Haus
wird zur Pilgerstätte für Dürer-Fans weltweit. Begleitet werden soll die Ausstellung durch eine partizipative, thematisch an „Dürers Haarlocke“ angelehnte Kunstaktion, deren Ergebnisse in Teil 2 des Jahresprogramms in einer eigenen Präsentation im ADH ausgestellt werden sollen. Jede/r wird aufgerufen sein, eine eigene Haarlocke beizusteuern: „Call for curls“. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort im Dürer-Haus als auch postalisch aus der ganzen Welt möglich. Es wird angestrebt, prominente Teilnehmende zu gewinnen.
In der Vermittlung kann ausgehend von Dürers Haarlocke und seiner bekannten Haarpracht auf dem Selbstbildnis von 1500 niederschwellig das Thema Frisuren gespielt werden, was zu partizipativen Aktionen einlädt, die ausgehend von den Sozialen Medien bis ins Museum hineinreichen werden. Friseurstudios könnten als Multiplikatoren gewonnen werden.
Zur Ausstellung soll ein Katalog erscheinen.
Geschätzte Kosten ca. 200.000,- EUR
2.Dürers Locke und andere partizipative Aktionen
Ausstellung im Dürer-Saal Ende April – Mitte Juli 2028
Als einziges Exponat der ersten Ausstellung verbleibt Dürers Haarlocke vor Ort, flankiert von einer Sonderpräsentation mit den Ergebnissen der o. g. Kunstaktion. Künstler: Andreas Bressmer.
Mit Hilfe von KI soll ein Selbstbildnis Dürers zum Sprechen gebracht werden, sodass sich die Gäste im Dürer-Haus mit dem Künstler unterhalten können.
Anlässlich Dürers Todestag am 06. April 2028 soll eine breit angelegte und niederschwellige Spurensuche stattfinden. Die Frage wird lauten: „Wo ist Dürer heute?“ In einer partizipativen Aktion wird dazu über Ostern nach individuellen Antworten gesucht und bis zu Dürers Geburtstag (21.5.) mindestens ein Raum im Museum unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung neu bespielt. Besucherinnen und Besucher dürfen persönliche Gegenstände in das Haus bringen, die sie mit Dürer verbinden oder die sie seinem Andenken widmen wollen.
Da die Einrichtungsgegenstände sämtlich aus späterer Zeit sind, soll das Dürer-Haus zum Jubiläum partiell von ihnen befreit werden, um sich auf das Gebäude selbst zu konzentrieren. So wird das Haus zum Museum seiner selbst, in dem Dürers kreativer Geist heute noch erlebbar ist. Eine Sonder-Tour in der Museums-App widmet sich der Architektur mit Fokus auf die bestehende originale Bausubstanz und beantwortet die Frage, welche Bereiche und Teile im Haus aus welcher Zeit sind.
Geschätzte Kosten ca. 100.000,- EUR
3.Richtig nackte Menschen. Akt bei Dürer und in der zeitgenössischen Fotografie
Sonderausstellung im ADH
Mitte Juli – Mitte Oktober 2028
Bis zu seinem Tod arbeitete Dürer an den Vier Büchern von menschlicher Proportion. Als erster Künstler und Kunsttheoretiker bezog er dabei systematisch den weiblichen Körper in seine Überlegungen und Studien mit ein. 2028 feiern wir das 500-jährige Bestehen der
Proportionslehre, die erst postum als Dürers Vermächtnis erschien. Die Ausstellung kombiniert Dürer-Original-Grafiken zum Thema Akt mit zeitgenössischen, künstlerischen Aktfotos.
Begleitend ist eine Kunstaktion wünschenswert, bei der vor Ort im Dürer-Haus Aktfotos entstehen. In der Vermittlung soll der Schwerpunkt auf der zeitlosen Frage „Was ist schön?“ und deren vielfältigen Implikationen liegen.
Zur Ausstellung soll ein Katalog erscheinen.
Geschätzte Kosten ca. 90.000,- EUR
4.Zeitgenössische Kunst im Albrecht-Dürer-Haus
November 2028 – Januar 2029 (ganzes Haus)
Um das Museum als Ort der Kunstproduktion und als lebendiges Künstlerhaus erlebbar zu machen, sollen das Dürer-Jahr abschließend relevante zeitgenössische Positionen in den Blick genommen werden. Zum Beispiel könnte eine renommierte Künstlerpersönlichkeit das Haus zum Zentrum für Aktionskunst machen. Wünschenswert ist hierbei eine Einbeziehung der Besucherinnen und Besucher sowie eine erhöhte Ausstrahlung in die Stadt hinein. Denkbar sind hier Anknüpfungspunkte zur Produktion und zum Vertrieb serieller Kunstproduktion, wie diese einst von Albrecht Dürer und seiner Ehefrau Agnes initiiert wurden.
Geschätzte Kosten mindestens 50.000,- EUR
Geschätzte Kosten für das Jubiläumsprogramm ca. 490.000,- Euro aufgeteilt auf die Haushalte 2027 und 2028 (ohne Personalbedarfe). Maßgebliche finanzielle Unterstützung wurde von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern zugesagt. Die Einwerbung weiterer Drittmittel wird angestrebt.
Ein bis zwei Programmpunkte in den Jahren 2027/28 könnten aus dem regulären KuM-
Ausstellungsbudget finanziert werden. Je nach Größenordnung hätte das jedoch zur Folge, dass Ausstellungen, Veranstaltungen und Vortragsreihen in den anderen Häusern deutlich reduziert oder ersatzlos entfallen müssen.
3) Temporäre Stellenbedarfe
(spätestens ab 01.01.2026 bis 31.12.2028)
Die Leitung des ADH stellt sich gegenwärtig der Mammutaufgabe, das reguläre Ausstellungsund Veranstaltungsprogramm im Dürer-Haus zu stemmen, gleichzeitig die nötigen dauerhaften Ertüchtigungsmaßnahmen im Museum durchzuführen und zusätzlich das geschilderte Ausstellungsprogramm für 2028 umzusetzen. Die gegenwärtigen personellen Kapazitäten zur Bewältigung dieser allseits erwarteten Zusatzaufgaben reichen nicht aus: die Leitung ist gleichzeitig die einzige Vollzeit- und Fachkraft im ADH. Eine temporäre
Aufstockung ist mit Blick auf 2028 zwingend nötig. Ohne Ressourcenaufwuchs können Projekte wie die Erneuerung der Dauerausstellung und die geplanten Projekte zum Dürer- Jubiläum nur eingeschränkt oder gar nicht umgesetzt werden. Hier wurde im Vergleich zur ursprünglichen Vorlage vom März 2025 der Bedarf deutlich und aus Sicht der Kulturverwaltung auf das absolute Mindestmaß reduziert, um entsprechend die Kosten zu senken.
Zur Projektdurchführung ermittelt ist folgender temporärer Personalaufwuchs:
- 1,0 VK wissenschaftliche Mitarbeit in E13 (100.258 € p.a.):
Ertüchtigung ADH, Vermittlungskonzepte, Ausstellungen und Publikationen
- 0,5 VK Verwaltungskraft in E8 (33.772 € p.a.):
Veranstaltungsplanung, Buchungen, Koordination Führungen, Betreuung Kassen- und Aufsichtskräfte
Maßgebliche finanzielle Unterstützung wurde von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern zugesagt.
Fazit zu den benötigten Ressourcen auch im Hinblick der Unterstützung durch
das Projektbüro Kultur
Um der überragenden Bedeutung des Dürer-Jubiläums 2028 für die Stadt Nürnberg gerecht zu werden, werden aus Sicht der Kulturverwaltung in den Jahren 2026, 2027 und 2028 zusammen rund 1,25 Mio. EUR (inkl. Personalkosten) an zusätzlichen Mitteln benötigt (siehe Anlage). Ziel der überarbeiteten Planungen war es aber auch im gesamtstädtischen Interesse, Kosten zu reduzieren und eine Perspektive für entsprechende Erträge und Förderungen und Teilfinanzierungen aus dem Kulturbereich aufzuzeigen. Die Kostensenkung von rund 1,62 Mio. EUR auf rund 1,25 Mio. EUR kann aufgrund der Reduzierung von Personalbedarfen um die Hälfte der ursprünglichen Kalkulation erreicht werden. Dies wird dadurch erreicht, dass geplante Aktivitäten im Bereich Social Media und auf weiteren Kanälen deutlich reduziert werden. Im Bereich der wissenschaftlichen Arbeiten wird auf interne Ressourcen der Museen zurückgegriffen, was sich dann aber auf die anderen Häuser und deren Aktivitäten spürbar auswirken wird. Dortige Projekte müssen verschoben werden, Überstunden werden aufgebaut. Durch das zusätzliche Besucheraufkommen werden 160.000,- EUR Mehreinnahmen erwartet. Von Seiten der Landesstelle für nichtstaatliche Museen wurde bereits eine Förderung im sechsstelligen Rahmen in Aussicht gestellt. Derzeit wird mit rund 180.000,- EUR gerechnet. Die im Geschäftsbereich Kultur beim Produkt „Höhepunktveranstaltungen“ veranschlagten „Dürer Mittel“ von jährlich rund 35.000,- EUR sollen in den Jahren 2026 – 2028 den Nürnberger Museen zur Verfügung gestellt werden. Somit verbleibt für den städtischen Haushalt noch eine rechnerische Belastung i.H.v. rund 800.000,- EUR in Summe für drei Jahre zur Organisation des Dürer Jubiläums 2028. Dies stellt eine signifikante Reduzierung der im März genannten Belastung für den städtischen Haushalt dar (damals 1,62 Mio. EUR, u.a. da ohne Ertragserwartung). Darüber hinaus soll
sich auch das Projektbüro Kultur im Rahmen seiner Festival-Formate 2028 mit dem Thema Dürer befassen. 2028 sind beispielsweise spezifische Rundgänge und Einblicke anlässlich der Stadtverführungen denkbar.
Die vom Projektbüro entwickelten und realisierten Festivals gehen auf das Stadtjubiläum im Jahr 2000 zurück und sind heute ein fester Bestandteil der kulturellen Identität Nürnbergs. Diese vom Stadtrat initiierten, vielfach interdisziplinär angelegten Formate begeistern jährlich rund 650.000 Besucherinnen und Besucher und leisten einen bedeutenden Beitrag zur internationalen Sichtbarkeit der Stadt. Veranstaltungen wie das Bardentreffen oder das Klassik Open Air werden in enger Kooperation mit der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg (CTZ) professionell vermarktet. Sie besitzen nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich und touristisch eine herausragende Relevanz. Da die zur Verfügung stehenden städtischen Mittel nicht ausreichen, ist die Einwerbung von Drittmitteln unerlässlich. Dabei spielen das über Jahre gewachsene Vertrauen zu langjährigen Sponsoring-Partnern sowie die erfolgreiche Generierung von Spenden eine zentrale Rolle. Es ist zu beachten, dass Fördermittel grundsätzlich zweckgebunden sind und ein hohes Maß an partnerschaftlicher Identifikation mit den jeweiligen Förderzielen erfordern. Eine Änderung des Verwendungszwecks ist ausgeschlossen – eine Unterbrechung der Zusammenarbeit kann daher auch den Rückzug eines Sponsors zur Folge haben. Vor diesem Hintergrund ist aus Sicht der Kulturverwaltung eine Umwidmung der fachlichen und personellen Ressourcen über die oben dargestellten Formen der Zusammenarbeit bzw. die „Dürer-Mittel“ hinaus weder fachlich noch strategisch zu empfehlen.
Bedarfe und Kosten Dürerjubiläum 2028
| Jahr | Maßnahme | Art der Maßnahme | Sachkosten (Schätzwerte) | Personalkosten | evtl Drittmittel oder Kostenträger |
|---|---|---|---|---|---|
| 5202 | |||||
| KreativStation und Mitmachheft für Kinder | - € | Kosten trägt die Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung | |||
| Erneuerung Dauerausstellung EG | - € | Kosten trägt die Sparkasse Nürnberg | |||
| - € | - € | ||||
| Gesamt 2025 | - € | ||||
| 6202 | beantragtes Personal Dürerjubiläum | 67.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| Vermittlungskonzept und Stationen für Kinder | Ertüchtigung | 30.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| Inklusion: Tastobjekte für Sehbehinderte | Ertüchtigung | 50.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| künstlerische Intervention zu Dürers Wappen | Ertüchtigung | 10.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| Erneuerung Dauerausstellung 2. OG | Ertüchtigung | - € | Kosten trägt der Lions Club | ||
| Museums-App Basistouren | Ertüchtigung | 10.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| 100.000,00 € | 67.000,00 € | ||||
| Gesamt 2026 | 167.000,00 € | ||||
| 7202 | beantragtes Personal Dürerjubiläum | 138.000,00 € | Anschlussförderung durch Landesstelle eventuell möglich | ||
| Museums-App Sondertouren | Ertüchtigung | 10.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| Museumsführer | Ertüchtigung | 30.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| Dürer unsterblich. Ausstellung Jan-Apr 2028 | Programm für 2028 | 200.000,00 € | |||
| Außenmobiliar vor dem Dürer-Haus | Programm für 2028 | 50.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Aussicht | ||
| Dürer-Haus von außen: Lichtkunst und Audioinstallation | Programm für 2028 | 50.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen eventuell möglich | ||
| Neugestaltung Kassenbereich | Ertüchtigung | - € | im Rahmen der Baupauschale | ||
| Neue Beleuchtung im Dürerhaus | Ertüchtigung | - € | im Rahmen der Baupauschale | ||
| 340.000,00 € | 138.000,00 € | ||||
| Gesamt 2027 | 478.000,00 € | ||||
| 8202 | beantragtes Personal Dürerjubiläum | 143.000,00 € | Anschlussförderung durch Landesstelle eventuell möglich | ||
| Dürers Locke, KI-Dürer und Aktion. Apr-Juni 2028 | Programm 2028 | 50.000,00 € | weitere 50.000€ werden aus dem reg. Ausstellungsbudget von KuM beigetragen | ||
| Richtig nackte Menschen. Ausstellung Jul-Sep 2028 | Programm 2028 | 60.000,00 € | |||
| Foto-Akt-Kunstaktion | Programm 2028 | 30.000,00 € | |||
| Zeitgenössische Kunstaktion. Okt 2028 - Jan 2029 | Programm 2028 | 50.000,00 € | 50% Förderung durch Landesstelle für nichtstaatliche Museen eventuell möglich | ||
| Öffentlichkeitsarbeit + Marketing | zusätzlicher Bedarf | 70.000,00 € | |||
| zusätzliche Kassenkraft + zusätzliche Aufsichten | Infrastruktur | 200.000,00 € | |||
| 460.000,00 € | 143.000,00 € | ||||
| Gesamt 2028 | 603.000,00 € | ||||
| Gesamtkosten Dürerjubiläum 1.248.000,00 € |
| 50% Förderung durch Landesstelle | 128.500,00 € | (257.000€ förderfähige Gesamtkosten) | |
|---|---|---|---|
| Bisher in Aussicht gestelle Förderungen | Mögliche weitere Förderung der Landesstelle | 50.000,00 € | (100.000€ förderfähige Gesamtkosten) |
| Gesamtkosten nach Förderung | 1.069.500,00 € |
| bei zusätzlichen 40.000 Besuchern | 160.000,00 € | hauptsächlich in 2028 | |
|---|---|---|---|
| Zu erwartende Mehreinnahmen | Gesamtkosten nach Förderung und Mehreinnahmen | 909.500,00 € |
| jährlich 35.000 Euro | 105.000,00 € | ||
|---|---|---|---|
| Ermächtigung "Dürer Mittel Pb" des GB Kultur | Gesamtkosten nach Förderung, Mehreinnahmen und Mittelumschichtung | 804.500,00 € | in Summe für drei Jahre (2026,2027,2028) |
Berichtsvorlage Th/002/2025
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 18.07.2025 öffentlich Bericht
Betreff:
Staatstheater Nürnberg
Bericht aus der Sitzung des Stiftungsrates vom 12.05.2025
Anlagen: 01_Komprimierter Wirtschaftsplan_Finanzplan_2025-2026
Bericht:
Der Bericht erfolgt mündlich.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
Stadt Nürnberg Berichtsvorlage Th/002/2025
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Berichtsvorlage Th/002/2025
Kulturausschuss Juli 2025
Stiftung Staatstheater Nürnberg
Finanzplan für die
Spielzeit 01.09.2025 bis 31.08.2026
| Ergebniskonten | 25/26 | SPZ 24/25 | SPZ 23/24 | SPZ 22/23 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Plan | Plan | Ist Stand: 03.04.25 | Plan | Ist vorbehaltlich Rechnungs- prüfung | Plan | Ist | |
| -4.373.897 -15.681 -79.442 -4.469.020 -27.373 0 -2.992 -2.517 -32.882 -174.622 -435.609 -134.113 -744.344 -15.816.836 -15.450.003 0 -31.266.839 | -7.793.141 -106.414 -84.766 -7.984.322 -32.660 -40.000 -37.546 -3.362 -113.568 -347.176 -637.796 -256.196 -1.241.168 -22.624.710 -22.624.710 -65.677 -45.315.097 | -6.543.003 -121.167 -93.662 -6.757.832 -43.310 -32.416 -7.685 -1.112 -84.522 -207.640 -615.945 -228.196 -1.051.780 -21.128.281 -21.128.281 -73.202 -42.329.764 | |||||
| 0 | 0 | 0 | |||||
| 0 | 0 | 0 | |||||
| -36.513.085 | -54.654.155 | -50.223.898 |
2.342.717
633.579
2.802.640
5.778.935
21.119.579
5.042.973
122.343
26.284.895
69.834
39.507
1
923.303
371.174
1.403.818
33.038
0
33.500.687
3.215.833
1.418.565
7.378.691
12.013.089
34.162.175
7.901.443
300.180
42.363.797
73.765
169.652
1
1.210.607
369.758
1.823.783
40.841
13.563
56.255.074
3.094.023
1.245.302
5.761.564
10.100.889
31.827.772
7.586.494
230.889
39.645.154
77.564
143.838
1
1.168.743
342.936
1.733.082
31.626
-499
51.510.252
** Produktion,Vorstellung,Vertrieb 4.947.613 4.168.151 4.054.264 4.221.176
** Energie, Wasser, Grundabgaben, Entsorgung 1.301.425 1.289.946 1.531.446 1.252.946
** Liegenschaften, Unterhalt, Mieten 5.322.140 5.462.338 5.241.271 4.960.208
*** Sach- und Dienstleistungsaufwand 11.571.178 10.920.435 10.826.981 10.434.330
** Gehälter, Löhne 39.312.312 36.238.050 35.247.707 33.190.896
** Beiträge Sozialversicherung Fest+Gäste 9.456.244 8.622.145 8.197.452 7.431.665
** sonstige Lohn- und Gehaltsaufwendungen 353.366 396.614 354.343 305.852
*** Personalaufwand 49.121.922 45.256.809 43.799.502 40.928.413
** Zinsen und ähnliche Aufwendungen 65.925 69.835 73.745 77.560
** Transferaufwendungen 179.610 157.834 150.014 141.177
** Andere sonstige ordentliche Aufwendung 0 0 0 0
** Aufwendungen für Rechte und Dienste 1.110.400 1.219.250 1.149.250 1.119.750
** Aufw. Beiträge, Sonstiges, Wertkorrekt 410.250 356.250 343.750 337.250
*** Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.766.185 1.803.169 1.716.759 1.675.737
*** Ausserordentl/periodenfremde Aufwendun 0 0 0 0
*** Steuern 12.000 10.000 10.000 15.000
**** Ausgaben 62.471.285 57.990.413 56.353.242 53.053.480
***** Summe 1 0 0 -3.012.399 0 1.600.919 0 1.286.354
____________________________
1Deckung von Ausgabenüberschüssen erfolgt planmäßig durch Ergebnisvorträge
Stand: 05.05.2025 Seite 1 von 1
Berichtsvorlage 2. BM/014/2025
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 18.07.2025 öffentlich Bericht
Betreff:
Nürnberger Kulturfestivals weiter voranbringen
hier: Antrag der SPD-Stadtratsfraktion vom 11.07.2024
Anlagen: 01_SPD-Antrag vom 20240711_AN_127_2024 02_Sachverhaltsbericht
Bericht: Als traditionsreiche Festivalstadt hat sich Nürnberg in den vergangenen Jahren nicht nur kulturell, sondern auch in Bezug auf die städtischen Zuschüsse und Publikumszahlen weiterentwickelt. Im beigelgten Bericht wird ein Überblick über Finanzkennzahlen, die Publikumsentwicklung, die Fördersystematik, die finanziellen Herausforderungen sowie die Marketingaktivitäten gegeben werden.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Berichtsvorlage 2. BM/014/2025
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Der Zugang zu den versch. Festivals sowie die zugehörigen Programme sollen inklusiv und partizipativ sein. Es sollen Personen aller demografischen Gruppen angesprochen und einbezogen werden.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Berichtsvorlage 2. BM/014/2025
„Nürnberger Kulturfestivals“ weiter voranbringen
- Überblick über die finanzielle Entwicklung der städtischen Zuschüsse und Publi-
kumszahlen
Als traditionsreiche Festivalstadt hat sich Nürnberg in den vergangenen Jahren nicht nur kulturell, sondern auch in Bezug auf die städtischen Zuschüsse und Publikumszahlen weiterentwickelt.
Der folgenden Tabelle ist sowohl die absolute als auch die prozentuale Entwicklung (Basiswert jeweils 2018) der ausgegebenen Zuschüsse der Stadt Nürnberg an die aufgeführten Festivals der Jahre 2018-2025 zu entnehmen. Die signifikanten Erhöhungen von 2023-2024 bei Nürnberg Pop, NUEJazz und ION waren maßgeblich von politischen Entscheidungen geprägt.
Unter der Annahme, dass alle städtischen Festivals des Projektbüros (Bardentreffen, Klassik Open Air, Blaue Nacht, Stadtverführungen) jährlich und nicht wie bspw. die Blaue Nacht im 2-Jahres-Turnus, stattfinden stehen für dessen Durchführung jährlich rund 650.000 € (Stand 2025) zur Verfügung. Bei den im Folgenden dargestellten Besucherzahlen ist zu beachten, dass diese bei Open- Air-Veranstaltungen sehr stark mit der jeweiligen Wetterlage an den Veranstaltungstagen korrelieren.
2. Fördersystematik
Hinsichtlich einer einheitlichen Fördersystematik anhand eines Kriterienkatalogs muss auf die bereits vom Stadtrat beschlossene Zuwendungsgeschäftsanweisung (ZuwGA) der Stadt Nürnberg verwiesen werden. Es handelt sich dabei bereits um einen städtischen „Kriterienkatalog“, nach dem jede Förderung ausgelegt werden muss.
Das Ansinnen, darüber hinaus, ein einheitliches Punktesystem für die Vergabe von Fördermitteln in der freien Kulturszene einzuführen, erscheint auf den ersten Blick nach
Transparenz und Fairness zu streben. Aus Sicht des Geschäftsbereichs der 2. Bürgermeisterin – insbesondere im Sinne einer vielfältigen, offenen und lebendigen Kulturlandschaft – gibt es jedoch gewichtige Gründe, die gegen ein solch weitergehendes System sprechen.
- Heterogenität der Kulturszene lässt sich nicht standardisiert abbilden
Die freie Kulturlandschaft ist durch extreme Vielfalt gekennzeichnet: Sparten (Theater, Musik, Bildende Kunst, Tanz, Literatur, Soziokultur, interdisziplinäre Formate etc.), Zielgruppen, Arbeitsweisen und gesellschaftliche Zielsetzungen unterscheiden sich erheblich voneinander. Ein starres Punktesystem kann dieser Vielfalt nicht gerecht werden, weil es zwangsläufig mit standardisierten Kriterien arbeiten muss. Dies würde bestimmte Ausdrucksformen, Arbeitsweisen oder innovative Ansätze benachteiligen oder sogar ausschließen, was sich auch auf den Zuschauerzuspruch auswirkt.
- Gefahr der Scheingenauigkeit und Bürokratisierung
Ein Punktesystem suggeriert Objektivität und Vergleichbarkeit, wo es faktisch keine gibt. Künstlerische Qualität, Relevanz oder Innovationskraft sind nicht wie beim Sport oder in der Wirtschaft messbar. Ein formalisiertes Bewertungsraster erweckt den Anschein von Genauigkeit und schränkt sinnvolle Handlungsspielräume ein, anstatt wirklich nachvollziehbare Entscheidungen zu ermöglichen. Ein hohes Risiko besteht insbesondere darin, dass ein zu stark formalisiertes Kriterienraster „Ungerechtigkeiten“ fördert und damit ineffiziente Prozesse evoziert. Somit würde es dem als unerlässlich erkannten Streben nach Bürokratieabbau entgegenstehen.
- Verlust der Niedrigschwelligkeit und Einengung kreativer Prozesse und Diskri-
minierung von Randbereichen
Ziel des Geschäftsbereichs Kultur ist es, durch niederschwellige Fördervoraussetzungen eine möglichst große Teilhabe zu erreichen. Diese Bemühungen würden durch ein Punktesystem konterkariert. Wenn Förderkriterien zu stark formalisiert werden, entsteht gleichzeitig ein Anreiz zur Anpassung an das System. Künstlerinnen und Künstler könnten beginnen, Projekte so zu konzipieren, dass sie "punkteträchtig" sind, statt radikale, experimentelle oder ungewöhnliche Ideen zu verfolgen. Gerade die offene Kultur lebt aber von Experiment und Grenzüberschreitung.
- Erfahrung, Kontext und Intuition sind zentrale Bewertungsdimensionen
Förderentscheidungen basieren oft auf einer komplexen Mischung aus Fachwissen, Erfahrung, Kenntnis der Szene, kulturellem Kontext und gesellschaftlicher Relevanz. Diese Einschätzungen können nicht vollständig durch Zahlen ersetzt werden, sondern erfordern eine offene, qualitative Diskussion – etwa in interdisziplinär besetzten Jurys oder Fachgremien. Der Geschäftsbereich Kultur enthält sich deshalb der Beurteilung der künstlerischen Qualität von geplanten Maßnahmen und müsste diesem Credo durch die Einführung eines Punktesystems aber zuwiderhandeln.
- Einheitslogik widerspricht Diversitätszielen
Kulturpolitik soll möglichst unterschiedliche Perspektiven, Milieus und Ausdrucksformen fördern. Ein einheitliches Punktesystem setzt eine „One-size-fits-all“-Logik voraus, die marginalisierte, queere, migrantische, intersektionale oder communitybasierte Kunstformen strukturell benachteiligen kann. Auch kleinere Unternehmungen und Initiativen wären aufgrund der Qualitätsanforderungen des Punktesystems von vorneherein benachteiligt.
- Transparenz kann auch anders hergestellt werden
Der Wunsch nach Nachvollziehbarkeit und Fairness ist berechtigt – aber das Ziel lässt sich auch durch transparente Verfahren, offene Jurys, Urteilsvermögen mit nachvollziehbaren Begründungen und einem fairen Auswahlprozesse erreichen. Qualitative Auswahlverfahren mit protokollierten Begründungen sind oft gerechter und sensibler als vermeintlich neutrale Punkteraster. An dieser Stelle sei auch noch mal auf die zu Beginn angeführte Zuwendungsgeschäftsanweisung hinzuweisen, die bereits zu einem transparenten und fairen Prozess beiträgt.
Zusammenfassend wird die Entwicklung einer einheitlichen Fördersystematik anhand eines Kriterienkatalogs seitens des Geschäftsbereichs Kultur weder für nicht-städtische noch für städtische Formate als zweckmäßig erachtet.
- Finanzielle Herausforderungen und neue Möglichkeiten z.B. im Bereich der Bundes-
und Landesmittel
Festivalorganisatorinnen und -organisatoren sehen sich derzeit – spartenübergreifend – mit einer Vielzahl gravierender Herausforderungen konfrontiert, die nicht nur ihre tägliche Arbeit erschweren, sondern mitunter die gesamte Durchführung gefährden.
- Zunehmende Förderkomplexität und hoher Antragsaufwand
Förderprogramme sind oft bürokratisch aufwendig, mit hohen Anforderungen an Nachweispflichten, Verwendungsnachweisen und administrativen Kapazitäten. Viele freie Festivalmacherinnen und -veranstalter haben keine professionelle Verwaltungsstruktur, um die Anträge korrekt und fristgerecht zu bearbeiten. Auch für die Kulturverwaltung ergeben sich aufgrund des im Zuge der Haushaltskonsolidierung vorgesehenen Personalabbaus Ressourcenengpässe, die im Zielkonflikt mit bürokratischen Antrags-, Nachweis-, Dokumentations- und Rechnungsprüfungspflichten bei Förderprogrammen stehen.
- Hoher Konkurrenzdruck
Die postpandemische Situation für Festivalorganisation ist von einem stark gestiegenen finanziellen Druck gekennzeichnet. Die Kosten in der Veranstaltungsbranche sind im Vergleich zu vor der Pandemie um teilweise mehr als 30 % gestiegen (z. B. im Bühnenbau, bei Beschallung und Beleuchtung). Dies ist insbesondere wohl auf den Personalmangel in der Branche zurückzuführen, viele Fachkräfte haben sich in der Pandemie umorientiert und sind nicht wieder zurückgekehrt. Daher – und auch infolge der Inflation – ist die Zahl der Bewerbungen bei Förderprogrammen stark gestiegen, während die Mittel oft stagnieren oder temporär (z. B. über Neustart Kultur) aufgelegt wurden. Viele Festivals konkurrieren um dieselben Mittel – es entsteht ein Ungleichgewicht, das nicht selten zu Neiddebatten führt.
- Kurzfristigkeit und fehlende Planungssicherheit
Da viele Förderprogramme jährlich neu beantragt werden müssen, ist eine nachhaltige Strukturförderung und Planungssicherheit kaum möglich. Festivals benötigen mehrjährige Förderzusagen, um personelle und künstlerische Entwicklung langfristig zu sichern.
- Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land
Festivals im ländlichen Raum haben oft schlechtere Zugänge zu Beratung, Netzwerken und Sichtbarkeit – und damit auch geringere Chancen auf Fördermittel. Förderkriterien sind nicht immer raum- oder kontextsensibel, sondern setzen urbane
Standards voraus. Es wurden z. B. von der Initiative Musik Förderprogramme aufgesetzt, die gezielt den ländlichen Raum fördern, um dieser Situation entgegenzuwirken.
- Erhöhte Anforderungen an Diversität, Inklusion, Nachhaltigkeit
Diese politischen Querschnittsthemen sind heutzutage essenzieller Bestandteil von Veranstaltungen, bringen aber für kleinere Initiativen zusätzliche Anforderungen. Es fehlt häufig an konkreten Unterstützungsstrukturen, um diese Anforderungen praktisch umsetzen zu können.
Nachfolgend finden sich Quellen, die Impulse bei der Suche nach Fördermitteln geben.
| Bundesmittel | ||
|---|---|---|
| 1. | BKM: Festivalförderfonds (Initiative Musik) | |
| 2. | APPLAUS-Award (in vielen Fällen mehr Förderung als Preis) | |
| 3. | Kulturelle Filmförderung/Festivals (eher theoretischer Natur) |
- Kulturstiftung des Bundes (KSB): Innovative Festivals, Interdisziplinarität, künstleri-
sche Relevanz
-
Kulturstiftung der Länder (KSL): Kultur in gesamtstaatlicher Bedeutung
-
BKM – Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
-
Fonds Soziokultur: für partizipative, gesellschaftlich relevante Projekte (auch Festi-
valanteile)
- Initiative Musik: Förderung für Musikfestivals, v. a. Pop, Jazz, Clubkultur
| Landesmittel* | ||
|---|---|---|
| 1. | StmWK: Förderung von Festivals im Bereich d. klassischen Musik | |
| 2. | Verband für Popkultur in Bayern e. V. (Pop, Rock) | |
| 3. | Referat Jazz beim Bayerischen Musikrat |
* Kulturfonds Bayern scheidet in Nürnberg üblicherweise aus ** Zwar keines von beiden, aber: Bezirk Mittelfranken oft ebenfalls als Fördergeber involviert
- Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst: Landesförderung für Fes-
tivals der freien Szene
-
BLZT (Bayerischer Landesverband für zeitgenössischen Tanz)
-
Verband für Popkultur Bayern e. V.: für nicht-kommerzielle Musikveranstaltungen
-
Bezirkliche oder kommunale Kulturfonds: z. B. über die Bezirke, Städte oder Stiftun-
gen wie Kulturstiftung der Länder oder private Akteure
Zusätzlich empfiehlt es sich nach Stiftungen im Deutschen Musikinformationszentrum zu suchen www.miz.org/de/musikleben/institutionen/stiftungen.
4. Kostenentwicklung
Die Veranstaltungsbranche durchlief in den vergangenen Jahren viele Veränderungen (Inflation, Mindestlohn, Energiekosten, Pandemie, fehlendes Personal), sodass die Kosten, nicht
nur in Nürnberg, enorm gestiegen sind. Hauptkostentreiber sind dabei die Bereiche Bühne, Licht & Ton, Technik und das Thema Sicherheit.
Veranstaltungstechniker, Anbieter im Bühnenbau und bei Licht und Ton sind stark nachgefragt, die Konkurrenz von Festivals im Sommer ist hoch. Eine hohe Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot von Dienstleistern. Dieser Ressourcen-Engpass wirkt sich nach wie vor auf die Branche aus.
Konkret für die städtischen Festivals des Projektbüros haben sich die Kosten im Bereich dieser sogenannten Kostentreiber in den Jahren 2019-2024 trotz höchster Anstrengungen der Kostenkontrolle und bereits umgesetzten Einsparmaßnahmen nahezu verdoppelt. Die Entwicklungen gehen dabei mit der Veranstaltungsbranche, auch über die städtischen Veranstaltungen hinaus, einher. Auch in den Jahren 2025 und 2026 wird auf Basis der bereits erfolgten Verhandlungsgespräche und Vergaben jeweils eine durchschnittliche Erhöhung von 3,4% erwartet. Dies stellt den Geschäftsbereich Kultur sowie auch die freien Veranstalterinnen und Veranstalter, auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Haushaltslage, nach wie vor und trotz kostenbewusstem und wirtschaftlichem Handeln, vor große Herausforderungen.
5. Entwicklung einer gemeinsamen überregionalen Kampagne für die Vermarktung der
Nürnberger Festivals
Die Verwaltung begrüßt eine Kampagne zur überregionalen Vermarktung von Nürnberger Festivals wie die im Jahr 2024 (Umsetzung 2025) von der Congress- und Tourismuszentrale neu initiierte Festivalstadt-Nürnberg-Kampagne unter dem Motto „Klingt nach Nürnberg!“. Neben den Festivals NUEJAZZ, Nürnberg Pop, Musikfest ION sind die Festivals Bardentreffen, Klassik Open Air und St. Katharina Open Air Teil dieser ersten Kampagne, die auch auf Wunsch der Congress- und Tourismuszentrale künftig weitergeführt und weiterentwickelt werden soll. Eine hybride Pressekonferenz dazu fand im Mai 2025 im Deutschen Museum in Nürnberg statt, anwesend waren neben der CTZ die Festivalorganisatorinnen und -organisatoren, Medienvertreterinnen und -vertreter sowie der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg. Die Kampagne spricht gezielt sowohl Endkunden als auch Medienvertreterinnen bzw. -vertreter und Influencer auf den Social-Media-Kanälen an. Weitere Infos finden sich unter: https://tourismus.nuernberg.de/erleben/musik-theater-film/musik/musikfestivals/.
- BM/013/2025
Beratung Datum Behandlung Ziel
Kulturausschuss 18.07.2025 öffentlich Beschluss
Betreff:
Kultur in der Stadt - Zuschüsse
Mittelvergabe 2025
Anlagen: 01_Diversity-Check 02_Empfehlungsliste
Sachverhalt (kurz): Für das Jahr 2025 stehen bei der Kostenstelle Z281001001 "Kultur in der Stadt" insgesamt 295.900,00 Euro zur Vergabe zur Verfügung. Das Beratergremium für kulturelle Fragen hat sich am 24.06.2025 zu seiner zweiten Sitzung in diesem Jahr getroffen. Da es sich um eine Zuschussempfehlung handelt, die 5.000 Euro übersteigt, wird der Kulturausschuss um Zustimmung gebeten.
- Finanzielle Auswirkungen:
Noch offen, ob finanzielle Auswirkungen Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
(→ weiter bei 2.)
Nein (→ weiter bei 2.)
Ja
Kosten noch nicht bekannt
Kosten bekannt
Gesamtkosten 13.000 € Folgekosten € pro Jahr
dauerhaft nur für einen begrenzten Zeitraum
davon investiv € davon Sachkosten € pro Jahr
davon konsumtiv 13.000 € davon Personalkosten € pro Jahr
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage 2. BM/013/2025
(mit Ref. I/II / Stk - entsprechend der vereinbarten Haushaltsregelungen - abgestimmt, ansonsten Ref. I/II / Stk in Kenntnis gesetzt) Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
2a. Auswirkungen auf den Stellenplan:
Nein (→ weiter bei 3.)
Ja
Deckung im Rahmen des bestehenden Stellenplans
Auswirkungen auf den Stellenplan im Umfang von Vollkraftstellen (Einbringung und Prüfung im Rahmen des Stellenschaffungsverfahrens)
Siehe gesonderte Darstellung im Sachverhalt
2b. Abstimmung mit DIP ist erfolgt (Nur bei Auswirkungen auf den Stellenplan auszufüllen)
Ja Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich:
- Diversity-Relevanz:
Nein Kurze Begründung durch den anmeldenden Geschäftsbereich: Ja Siehe Anlage.
- Abstimmung mit weiteren Geschäftsbereichen / Dienststellen:
RA und DiP (verpflichtend bei Satzungen und Verordnungen)
Stadt Nürnberg Beschlussvorlage 2. BM/013/2025
Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss schließt sich der Vergabeempfehlung der Verwaltung an und vergibt eine Zuwendung in Höhe von 13.000,00 Euro für folgendes Projekt:
- Filmbüro Franken e.V. / Filmförderung und Anschaffungen 13.000,00 Euro
Diversity-Check Stadt Nürnberg
| Nr. | Prüffragen | Begründung / Bemerkungen | Bewertung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | In welcher Weise wirkt sich das Vorhaben nach Einschätzung der Verwaltung auf unter- schiedliche Personen- gruppen aus? | Die Vorlage betrifft Künstlerinnen und Künstler s partenübergreifend aus Nürnberg. Andere I nteressensgruppen werden hier nicht a ngesprochen. Innerhalb dieser Einschränkungen werden grundsätzlich gleichermaßen Frauen und Männer aller A ltersgruppen mit oder ohne Behinderung s owie unabhängig ethnischer Herkunft, s exueller Identität oder Religion und Weltanschauung berücksichtigt. | 4 relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 2. | Auf welchen nach den Diversity-Dimensionen differenzierten Daten, Informationen oder Schätzungen basiert das Vorhaben? | Der Vergabevorschlag für den Kulturausschuss e rfolgt durch ein Beratergremium, das aus 13 P ersönlichkeiten des öffentlichen Lebens b esteht, die ein breites Interessenspektrums abdecken und vielfältigen kulturellen Sachverstand einbringen. G rundlage sind die Regularien die im K ulturausschuss vom April1998 beschlossen w urden. | relevant 4 teilweise relevant nicht relevant | ||||
| 3. | Kann das Vorhaben zur Gleichberechtigung / Gleichstellung und Chancengleichheit bei- tragen? | Die Umsetzung der Vorlage trägt nicht zur "klassis chen" Chancengleichheit bestimmter Person engruppen bei. Dies ist auch nicht das Ziel. | relevant teilweise relevant 4 nicht relevant | ||||
| 4. | Welche Auswirkungen auf bestimmte Perso- nengruppen sind mit dem Einsatz öffentli- cher Mittel zu erwar- ten? | Förderung der freien Szene in Nürnberg | 4 relevant teilweise relevant nicht relevant | ||||
| Gesamt- relevanz | 4 relevant teilweise relevant nicht relevant |
Empfehlungsliste
Kultur in der Stadt – Zuschüsse Vergabeempfehlung 2025
| Antragsteller Maßnahme | Empfehlung Beirat | |
|---|---|---|
| 1 | Filmbüro Franken e. V. - Filmförderung (2025/2026) = 12.000,00 Euro - Anschaffungen/Allgemeine Kosten = 1.000,00 Euro | 13.000,00 Euro |