Amt für Internationale Beziehungen (IB)
der Stadt Nürnberg
Tätigkeitsbericht 2024
Stand: 15.04.2025
Vorwort
Städtepartnerschaften
Antalya (Türkei) S. 3 Atlanta (USA) S. 4 Braşov (Rumänien) S. 6 Charkiw (Ukraine) S. 7 Córdoba (Spanien) S. 9 Glasgow (Großbritannien) S. 10 Hadera (Israel) S. 11 Kavala (Griechenland) S. 12 Krakau (Polen) S. 14 Nizza (Frankreich) S. 15 Prag (Tschechische Republik) S. 17 San Carlos (Nicaragua) S. 19 Shenzhen (China) S. 20 Skopje (Nordmazedonien) S. 22 Venedig (Italien) S. 23
Kommunale Freundschaften
Bar (Montenegro) S. 24 Gera (Deutschland) S. 24 Klausen und Montan (Italien) S. 25 Nablus (Westjordanland/Palästinensische Gebiete) S. 25 Sokodé und Aného (Togo) S. 26
Partnerschaftsübergreifende Projekte
Markt der Partnerstädte S. 28 Grenzenlos S. 28 Bäume der Partnerschaft S. 28 Vorbereitungstreffen S. 29 Gremien und Netzwerkarbeit S. 29
Finanzen S. 30
Gute partnerschaftliche Beziehungen seit 70 Jahren
Das Jahr 2024 war geprägt von mehreren Partnerschaftsjubiläen, die mit einem abwechslungsreichen Programm gefeiert wurden.
Besonders herauszuheben ist die Verbrüderung zwischen den Städten Nürnberg, Nizza, Venedig, Brügge und Locarno, die im Jahr 1954 offiziell von den Bürgermeistern unterzeichnet wurde. Nur wenige Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges war dies ein herausragender Akt für Frieden und Völkerverständigung in Europa.
Während die Beziehungen mit Brügge und Locarno nicht weiter vertieft wurden, haben sich die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Nizza und Nürnberg und in gewissem Umfang auch zwischen Venedig und Nürnberg mit vielen Auf und Abs erhalten bzw. wurden intensiviert.
Gerade die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sind von besonderer historischer und politischer Bedeutung. Nach den verheerenden Kriegen des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelten sich Städtepartnerschaften als wichtiges Instrument der Aussöhnung.
Heute gibt es zahlreiche deutsch-französische Städtepartnerschaften, die dazu beitragen, das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Ländern zu festigen. Sie sind gelebte Beispiele für die deutsch-französische Freundschaft, die eine tragende Säule der Europäischen Union darstellt. Die enge Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene stärkt nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern fördert auch gemeinsame europäische Werte wie Demokratie und Freiheit. Die weiteren Jubiläums-Partnerschaften mit Krakau in Polen (seit 1979) und Kavala in Griechenland (seit 1999) sind weitere Säulen für diese europäischen Werte.
Die Wirkung von Städtepartnerschaften in Krisenzeiten
Gerade in Zeiten globaler Krisen, unsicherer internationaler Beziehungen und geopolitischer Spannungen kommt Städtepartnerschaften eine besondere Rolle zu. Sie schaffen eine stabile Grundlage für den Dialog und den Zusammenhalt zwischen den Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Nationen, auch wenn politische Differenzen auf staatlicher Ebene bestehen.
Durch Städtepartnerschaften können Kommunen aktiv zur internationalen Solidarität beitragen, sei es durch humanitäre Hilfe, den Austausch von Wissen und Ressourcen oder die Unterstützung von geflüchteten Menschen. Zudem bieten sie einen Raum für den offenen Dialog und fördern den interkulturellen Zusammenhalt, der angesichts populistischer und nationalistischer Strömungen wichtiger denn je ist.
Fazit
Städtepartnerschaften sind weit mehr als symbolische Freundschaftsbekundungen. Sie sind konkrete, gelebte Beziehungen zwischen den Menschen und Städten unterschiedlicher Länder. In der heutigen Zeit der Unsicherheiten sind sie ein bedeutendes Mittel, um Frieden, Zusammenhalt und internationale Kooperation auf lokaler Ebene zu stärken.
Städtepartnerschaften
Antalya (Türkei)
seit 1997 Politische und wirtschaftliche Situation Im Jahr 2024 war die Türkei politisch von Spannungen geprägt. Präsident Erdogan konsolidierte seine Macht weiter, während oppositionelle Parteien vor großen Herausforderungen standen. Die Wirtschaft litt unter einer hohen Inflation und wiederkehrenden Währungskrisen, was die Lebenshaltungskosten für viele Bürgerinnen und Bürger stark erhöhte. In Antalya, einem wichtigen Touristenzentrum, machte sich der wirtschaftliche Druck deutlich bemerkbar: Die Preise für Immobilien stiegen, und die Arbeitslosigkeit – insbesondere unter jungen Menschen – blieb hoch. Der Tourismussektor blieb zwar eine zentrale Einnahmequelle, doch die geopolitische Unsicherheit und die hohen Lebenshaltungskosten warfen einen Schatten auf die regionale Wirtschaft. Im Frühjahr 2024 fanden Kommunalwahlen in der Türkei statt, bei denen der bisherige Bürgermeister der CHP in Antalya wiedergewählt wurde. Aktivitäten Die Städtepartnerschaft zwischen Antalya und Nürnberg wird im Jahr 2024 durch eine Vielzahl von bedeutenden Aktivitäten und Projekten geprägt. Ein herausragendes Beispiel ist das NAKOPA-Umweltprojekt, das mit 248.400 € von Engagement Global finanziert wird. Im Rahmen dieses Projekts wurde der Vertrag für das Projekt „Digitale Anwendungen für eine effektivere Bekämpfung des Klimawandels“ unterzeichnet. Im Juni 2024 reiste eine Nürnberger Delegation nach Antalya, um die Weiterentwicklung des NAKOPA-Projekts zu besprechen und den Partnerschaftsvertrag zu unterzeichnen. Ziel dieses Projekts ist es, innovative digitale Technologien zu entwickeln, um insbesondere Kinder und Jugendliche für das Thema Klimawandel zu sensibilisieren. Ein wichtiger Baustein der Zusammenarbeit innerhalb des Projekts ist der Austausch zwischen den Umweltzentren von Antalya und Nürnberg. Vom 18. bis 22. November 2024 besuchte eine Delegation des Umweltzentrums Antalya Nürnberg, um sich über verschiedene Methoden der Umweltpädagogik und den Einsatz neuer Technologien in der Umweltbildung auszutauschen. Dieser Austausch war von großer Bedeutung, um neue Ansätze und Perspektiven im Umweltschutz zu entwickeln und beide Städte im Bereich der nachhaltigen Bildung weiter zu stärken. Im Sommer 2024 besuchte eine 10-köpfige Gruppe aus Antalya Nürnberg im Rahmen des Jugendaustauschs „Youth Bridge Exchange“. Das Thema des Projekts war „Social Start Up“, bei dem junge Menschen aus beiden Städten ihre Ideen zur Gründung sozialer Unternehmen entwickelten. Die Abschlusspräsentation fand am 6. September 2024 im „Schönen Saal“ des Nürnberger Rathauses statt. Doch auch abseits dieser Schlüsselmomente gab es zahlreiche weitere Aktivitäten, die die Partnerschaft zwischen Antalya und Nürnberg stärkten. So fand vom 16. bis 19. Januar 2024 die Ortak-Konferenz in Istanbul statt, bei der wichtige politische und wirtschaftliche Themen besprochen wurden. Ein weiteres Highlight war der Thevo-Theaterauftritt beim Internationalen Theaterfestival in Antalya am 4. Februar 2024. Die Beziehungen zwischen den beiden Städten wurden auch durch den Besuch einer Delegation türkischer Journalistinnen und Journalisten vertieft, die im Rahmen einer
Presseclubveranstaltung am 29. April 2024 ihre Eindrücke und Perspektiven austauschte. Im Sommer absolvierte Tugce Zeynep, die Leiterin des IBs Antalya, ein Praktikum in Nürnberg. Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Der Partnerschaftsverein in:san war 2024 sehr aktiv in die städtepartnerschaftlichen Beziehungen involviert. So kümmerte sich der Vereinsvorsitzende beim Besuch in Nürnberg intensiv um die türkischen Gäste. Im Dezember betrieb der Verein wieder die Antalya-Bude am Markt der Partnerstädte. Ausblick Außer der Fortsetzung des Umweltprojekts NAKOPA zwischen beiden Städten finden weiterhin Austauschprogramme zwischen den beiden Städten statt, vor allem Jugendaustausche. Die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und der türkischen Stadt Antalya wurde mit dem Kybele-Preis, dem Deutsch-Türkischen Freundschaftspreis Kultur 2024, ausgezeichnet. Den Preis für die engagierte Unterstützung der deutsch-türkischen Beziehungen nahmen Oberbürgermeister Marcus König und Antalyas Bürgermeister Muhittin Böcek am 13. März 2025, im Nürnberger Rathaus entgegen
Atlanta (USA)
Partnerschaft seit 1998 Politische Situation:
Das Jahr 2024 wurde in den USA politisch und gesellschaftlich sehr stark durch die US- Präsidentschaftswahl am 05. November und den vorherigen Wahlkampf dominiert. Die tiefe Spaltung zwischen Anhängern des republikanischen Kandidaten Donald Trump und den Wählerinnen und Wählern der Demokraten wurde im Wahljahr deutlich. Kaum ein Politikfeld war nicht von Kontroversen und polarisierten Debatten betroffen. Für die politischen Akteure und die Verwaltung in den meisten großen Städten in den USA, die demokratisch politisch orientiert sind, bedeutet die neue Regierung in Washington eine Herausforderung. In Atlanta wird der Regierungswechsel vor allem für die in den letzten Jahren verfolgte Migrations- und Integrationspolitik Veränderungen bedeuten. Die Stadtverwaltung hat sich darauf vorbereitet genauso wie auf die angekündigten Kürzungen in den Bereichen Bildung und Kultur. Georgia gehört zu den sogenannten swing-states. Die Bundesstaaten, in denen ein besonders knappes Ergebnis bei den Präsidentschaftswahlen erwartet wird und die Mehrheit mal für den republikanischen und mal für den demokratischen Kandidaten stimmt. Im November 2025 lag Trump auch in Georgia vorne.
Aktivitäten
Nach dem Besuch der Delegation mit OB Marcus König im Herbst 2023 in Atlanta wurden verschiedene Projektideen zu Beginn des Jahres 2024 weiterverfolgt, die Schwerpunkte 2025 lagen auf dem Ausbau des Jugendaustausches und der Vorbereitung einer Delegation aus dem Kunstbereich.
Die Berufsschule 1 hatte parallel zum Besuch der Nürnberger Delegation einen ersten Austausch mit einer technischen Highschool in Atlanta durchführen können. Für 2024 wurden die Partner nach Nürnberg eingeladen. Aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten gelang es 2024 nicht, Schülerinnen und Schüler aus Atlanta nach Nürnberg zu holen. Dafür reiste im Herbst 2024 eine Gruppe mit einer Vertreterin der Schulleitung und mehreren Lehrkräften an. Es war der erste Besuch der Highschool in der B1. Die Kolleginnen und Kollegen machten sich vor Ort ein Bild der Lernsituation an der Schule und den Abläufen des dualen Systems.
Das Schuckert-Gymnasium setzte auch 2024 seine langjährige Kooperation mit der Partner- Highschool in Atlanta fort. Im Juni besuchte eine Gruppe aus Atlanta Nürnberg. Die rund 15 Teilnehmenden wurden in Gastfamilien untergebracht. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit dem Wert von Menschenrechten und mit Beispielen für deren Verletzung in beiden Gesellschaften. Im Oktober 2024 trafen sich die Jugendlichen zur Rückbegegnung in Atlanta und setzen sich dort mit der Bürgerrechtsbewegung seit den 1960er Jahren und aktuellen Fragen von Teilhabe auseinander.
Ein neues Projekt wurde vom Amt für Internationale Beziehungen in Kooperation mit Schulen in Nürnberg und Atlanta sowie dem Department for International Relations entwickelt und realisiert. Unter dem Titel „Deep Dive Nürnberg Atlanta“ trafen sich in der Woche der Präsidentschaftswahlen jeweils 10 Jugendliche aus beiden Städten zu einem Wahlbeobachtungsseminar. Sie setzen sich mit den Themen und den Kandidaten des Wahlkampfes auseinander, besuchten ein mobiles Wahlbüro und diskutierten u.a. über das kontroverse Thema der Wählerregistrierung vor allem von People of Color. In Atlanta stellen Schwarze die Mehrheit der Bevölkerung. In der Nürnberger Gruppe stammte der überwiegende Teil aus Familien, die einen migrantischen Hintergrund haben. Erfahrungen mit Rassismus und der Umgang mit Ungleichbehandlung waren zentrale Themen im Seminar.
Alle drei Jugendprojekte waren nur möglich durch die Akquise von Drittmitteln. Für den Austausch mit Atlanta ist die Halle-Foundation mit Sitz ebenfalls in Atlanta eine große Unterstützung. Sie fördert ganz gezielt deutsch-amerikanischen Jugendaustausch. Im Juni 2024 besuchte Nathan Howrey, Geschäftsführer der Stiftung, Nürnberg und war zu Gast im IB. Es gab verschiedene Gespräche mit den Schulen und dem Menschenrechtsbüro. Dabei wurden für 2024 und die folgenden Jahre mehrere Projektideen verabredet. Eine weitere gute Förderstelle ist die Stiftung Jugendaustausch Bayern.
Seit Sommer 2024 hängt ein Bild des Künstlers Steffen Thomas im Bürgermeisteramt der Stadt Nürnberg. Steffen Thomas ist in Fürth und Nürnberg Anfang des 20. Jahrhunderts aufgewachsen, bevor er nach einer Station an der Akademie der Künste in München Ende der 1920er Jahre in die USA ausgewandert ist. Heute erinnert ein Museum in Atlanta an den Künstler und zeigt seine Werke. Im Herbst 2024 begannen die Vorbereitungen für einen Besuch der Leitung des Museums in Nürnberg, der im April 2025 stattfinden soll.
Im Sommersemester und im Wintersemester machten jeweils eine Austauschstudentin aus den USA ein mehrwöchiges Praktikum im IB. Parallel zum Studium an der FAU arbeiteten sie an zwei Tagen in der Woche im Heilig-Geist-Haus. Sie waren eine Verstärkung für die Vorbereitung und Betreuung der Projekte.
Partnerschaftsvereine:
Die Städtepartnerschaft wird auf beiden Seiten von den zugehörigen Komitees, den Partnerschaftsvereinen NACO und ANKO, und vielen engagierten Ehrenamtlichen getragen. Die besondere Unterstützung durch die Komitees wurde beispielsweise beim beschriebenen Wahlbeobachtungsseminar im November deutlich. NACO lud an einem Nachmittag die gesamte Gruppe in die Räumlichkeiten der Anwaltskanzlei Arnold Gregory ein. Am Wahlabend war ein Teil der Gruppe bei der langjährigen Vorsitzenden, Teri Simons, zur privaten Wahlparty eingeladen. In Nürnberg gab es regelmäßigen Austausch mit den Akteuren des ANKO-Vereins. Der Vorsitzende war Ende November auch für mehrere Tage in Atlanta, um die Kontakte zu Verwaltung, Kultur und auch Wirtschaft zu pflegen.
Ausblick:
Mit dem Amtsantritt von Donald Trump werden sich die Beziehungen zu den USA im Jahr 2025 verändern. Mit den Partnern in Atlanta und den Partnervereinen möchte das IB den engen Austausch weiterführen. Wir stimmen uns zudem eng mit dem DAI in Nürnberg und
dem Generalkonsulat in München ab, um sicherzustellen, dass Austauschprojekte bzw. Reisen in die USA gut vorbereitet sind. Der Schwerpunkt wird auch 2025 auf Jugendprojekten liegen. Unklar ist noch, ob aus Atlanta eine Gruppe zum Jugendcamp im Juli anreisen kann. Die Schüleraustauschprojekte und das Programm „DeepDive“ sollen fortgesetzt werden. Im April erwarten wir den Besuch einer Delegation rund um das Team des Steffen-Thmas Museums in Atlanta. Geplant ist, den Dokumentarfilm über sein Leben an mehreren Orten in Bayern öffentlich zu zeigen. Zur Verleihung des Menschenrechtspreises im September 2025 sind Mitarbeiterinnen des National Centers for Human and Civil Rights in Atlanta eingeladen. Der Kontakt kam durch das Projekt DeepDive neu zustande, nachdem durch die Corona-Pandemie der Kontakt abgerissen war. Der Partnerverein ANKO möchte einen neuen Anlauf unternehmen, um mit einer Atlanta-Bude beim Markt der Partnerschaften dabei zu sein.
Braşov/Kronstadt (Rumänien)
Befreundet seit 2006, Partnerstadt seit 2024 Politische und wirtschaftliche Situation
Das Jahr 2024 war für die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Braşov/Kronstadt ein bedeutendes und ereignisreiches Jahr. Rumänien stand wirtschaftlich weiterhin vor Herausforderungen, konnte jedoch ein stabiles Wachstum verzeichnen. Insbesondere Braşov entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Zentrum mit wachsender Industrie und Investitionen in Infrastrukturprojekte, wobei die Stadtregierung von Brașov verstärkt auf Digitalisierung und nachhaltige Stadtentwicklung setzte.
Die politische Lage war von der Kommunalwahl geprägt, die zusammen mit der Europawahl stattfand. Der frühere Bürgermeister George Scripcaru hat das Rennen gemacht und löste den amtierenden Bürgermeister Allen Coliban nach nur einer Amtsperiode ab, unter dem die Städtepartnerschaft offiziell unterzeichnet wurde.
Aktivitäten
Ein Meilenstein der Partnerschaft war die offizielle Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsvereinbarung. Braşov ist Nürnbergs 15. Partnerstadt. Es ist die erste Städtepartnerschaft, die seit 2010 geschlossen wurde.
Eine Nürnberger Delegation mit dem Oberbürgermeister, Stadtratsmitgliedern, der Sozialreferentin Elisabeth Ries sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung reiste im Mai nach Braşov/Kronstadt und erlebten eine ganz besondere Gastfreundschaft. Im Rahmen der Reise wurden Gespräche über Stadtplanung, Jugend- und Bildungsarbeit sowie Smart City-Konzepte geführt. Die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaft fand am Sonntag im Rathaus statt, begleitet von der traditionellen „Parada Junilor“, und markierte den Beginn einer engen Zusammenarbeit in den Bereichen Jugend, Soziales, Bildung, Kultur, Umwelt und Wirtschaft.
Der Gegenbesuch des Amtskollegen mit Delegation fand bewusst gleichzeitig mit dem 18. Deutsch-Rumänische Sommerfest auf dem Kornmarkt in Nürnberg statt. Politische Prominenz, darunter Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder, unterstrich bei der feierlichen Eröffnung die Bedeutung der deutsch-rumänischen Beziehungen und dass Nürnberg und Braşov/Kronstadt mit der Städtepartnerschaft im Sinne der europäischen Zusammenarbeit zu Verständigung, Frieden und Austausch beitragen.
Kulturell würdigte und dokumentierte eine Gruppenausstellung im Internationalen Haus die intensiven kulturellen Beziehungen der beiden Städte. Die Bilderschau „Nürnberg-Kronstadt, Zwischen zwei Städten“ zeigte eine Auswahl von Werken rumänischer und deutscher
Künstlerinnen und Künstler aus Braşov/Kronstadt und Nürnberg, die im letzten Jahrzehnt am künstlerischen Austausch zwischen den beiden Städten teilgenommen haben. Den Gästen der Vernissage wurde ein „Märzchen“ Glücksbringer vom Vorstand des deutschrumänischen Kulturvereins Romanima überreicht.
Neue Austauschprojekte im Bereich Bildung und Jugendarbeit wurden initiiert, insbesondere mit einem Besuch von benachteiligten Jugendlichen aus Sinti- und Roma-Familien bei dem Jugendhaus Nordlicht in Nürnberg. Der Austausch im Bereich Bildung wird mit dem neuen Schüleraustausch des Sigmund-Schuckert Gymnasiums mit dem Honterus Gymnasium Kronstadt ausgebaut. Aktivitäten des deutsch-rumänischen Vereins Romanima e.V.:
Der Partnerschaftsverein war durch die Vorsitzende bei der Vertragsunterzeichnung in Braşov/Kronstadt und Nürnberg vertreten. Damit wurde der maßgebliche Beitrag des Vereins an der Entstehung und Belebung der Beziehungen beider Städte gewürdigt. Mit vielfältigen Aktivitäten und dem jährlichen großen deutsch-rumänischen Sommerfest trägt der Verein intensiv zur Belebung der Beziehungen bei und kofinanziert Ausstellungen und weitere Aktivitäten.
Ausblick
Für das Jahr 2025 fokusieren wir uns auf den inhaltichen Ausbau der städtepartnerschaftlichen Beziehungen und die Kontinuität der begonnen Austauschprojekte mit der neuen Stadtverwaltung. Bürgermeister Scripcaru ist nach Nürnberg eingeladen und soll vorab in einem digitalen Austausch mit seinem Amtskollegen für die Intensivierung der Beziehungen besonders im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich gewonnen werden. Eine Vertreterin des Jugendamtes der Stadt Braşov/Kronstadt wird mit einer Gruppe von Jugendlichen am Internationalen Jugendcamp „Youth United in Peace“ in Nürnberg teilnehmen. Ein Videobeitrag „Shared Memories“ zu 80 Jahren Kriegsende wird für den Gedenktag von Braşov/Kronstadt erstellt.
Neben der geplanten Bürgerreise nach Rumänien mit 2 Tagen Programm in Braşov/Kronstadt soll auch der kulturelle Austausch durch gemeinsame Projekte von Künstlerinnen und Künstlern weiter gestärkt werden. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, die in Zusammenarbeit beider Städte entwickelt werden sollen.
Charkiw (Ukraine)
Partnerstadt seit 1990 Politische und wirtschaftliche Situation Der Krieg ist leider nach wie vor das dominierende Thema der Partnerschaftsarbeit. Charkiw steht weiterhin unter Beschuss, Angriffe auf Infrastruktur, aber auch zivile Ziele sind Alltag. Die Stadt, nur knapp 40 km von der russischen Grenze entfernt, steht bei den andauernden Kriegshandlungen im besonderen Fokus. IB hält regelmäßigen Kontakt mit dem Charkiwer Rathaus, besondere Hilfsleistungen humanitärer und technischer Art, werden mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort direkt abgesprochen. Auch der Partnerschaftsverein ist in permanentem Dialog mit dem Nürnberger Haus und liefert beinahe im Wochentakt Hilfsgüter, unterstützt die Renovierung von zerstörten Schulen, Jugendzentren etc.
Auch mit einem möglichen Ende des Krieges, wird die Unterstützung bei Wiederaufbau noch viele Jahre das wichtigste Thema dieser seit 35 Jahren bestehenden Partnerschaft sein. Aktivitäten Im Februar besuchte der Charkiwer OBM Ihor Terechow Nürnberg. Während des dreitägigen Aufenthalts gab es einen ausführlichen Austausch mit OB König, der IHK und WBG, dabei wurden weitere Hilfsprojekte und mögliche Kooperationen für den Wiederaufbau besprochen. Auch ein Besuch der Bayerischen Staatskanzlei und ein Treffen mit Staatsminister Eric Beißwenger stand auf dem Programm. Nach einem massiven Angriff auf die Charkiwer Infrastruktur im März, waren große Teile der Stadt ohne Heizung und Wasser. Somit wurde die Gewährleistung der Wärme- und Wasserversorgung zu Beginn der neuen Heizperiode gen Ende des Jahres zu einer der Hauptprioritäten der Zusammenarbeit. Nachdem eine finanzielle Unterstützung dabei von mehreren Institutionen abgelehnt wurde (die Budgets für 2025 waren teils schon verplant), konnte nach beharrlicher Überzeugungsarbeit durch IB, OB König und Verein beim BMZ ein großzügiger Betrag von 900 000 € kurzfristig bereitgestellt werden. Die Stadt Nürnberg beteiligte sich mit 60.000 € am Projekt, ebenso der Verein mit einem Beitrag von 30.000 €. Die kurzfristige Erhöhung des Charkiwbudgets zu diesem Zweck (100.000 €), wurde im Stadtrat einstimmig beschlossen. Ende Dezember konnte das mobile Heizkraftwerk nach Charkiw ausgeliefert werden, ging im neuen Jahr erfolgreich an den Start und versorgt seitdem Tausende Menschen mit Heizung und warmem Wasser. Im August gastierte das Ukrainian Youth Orchestra im Heilig Geist Saal am Hans-Sachs- Platz. Das Jugendsinfonieorchester der Ukraine unter der Leitung von Oksana Lyniv, mit Solist am Violoncello Uladzimir Sinkevich, spielte vor vollem Haus. Im Juli fand zum wiederholtem Male ein Fotoworkshop mit ukrainischen Studentinnen der Fotografie in Nürnberg statt. In knapp zwei Wochen gab es für die sechs Gäste, unter Leitung von Helmut Schwengler Exkursionen, technische und Workshops und Fotosessions. Das Projekt findet zwei mal im Jahr statt, und wurde auch in den Kriegsjahren ununterbrochen mit Gästen aus der Ukraine durchgeführt. Wie auch in den Jahren zuvor wurden mehrere ausrangierte VAG Busse von Fahrern aus Charkiw abgeholt und in die Partnerstadt transportiert. Im März wurden zwei Multifunktionsfahrzeuge per Tieflader nach Charkiw geschickt. Im November 2023 wurden sie in Nürnberg abgeliefert und fanden bis zur Abholung eine Standfläche auf dem Betriebshof von SÖR. IB finanzierte den Transport und koordinierte gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung Charkiw und dem Partnerschaftsverein Nürnberg Charkiw e.V. die Abholung durch eine ukrainische Spedition. Das Projekt (inkl. Finanzierung und Beschaffung der Fahrzeuge) wurde durchgeführt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Durchführungsorganisation: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Im Juni nahmen OB König, IB und Partnerschaftsverein an der „Ukraine Recovery Conference“ teil. Am Vorabend gab es eine separate „Kharkiv Recovery Conference“ unter Teilnahme von OB Ihor Terechow. Eines der Hauptthemen war dabei die Beschaffung von mobilen Heizkraftwerken (s.o.) Ausblick: Der Wiederaufbau der Ukraine bzw. der Partnerstadt wird noch viele Jahre das dominante Thema der Arbeit sein. Allerdings gab es in den vergangenen drei Jahren auch konstant
kulturellen Austausch, in Form von Lesungen, Konzerten und Ausstellungen. Diese Darstellung der reichen ukrainischen Kunst – und Kulturszene soll auch weiterhin ein wichtiges Element der Partnerschaft sein. Die intensive Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen IB und Partnerschaftsverein ist hier unabdingbar für den Erfolg der o.g. Projekte
Córdoba (Spanien)
Partnerstadt seit 2010 Politische und wirtschaftliche Situation Im Jahr 2024 befindet sich Spanien politisch in einer Phase der Stabilität, nachdem die Regierung unter Premierminister Pedro Sánchez ihre Position weiter gefestigt hat. Die politische Landschaft ist jedoch weiterhin von Spannungen zwischen den verschiedenen Parteien geprägt, insbesondere durch die Herausforderungen im Umgang mit regionalen Unabhängigkeitsbestrebungen, vor allem in Katalonien. Wirtschaftlich zeigt Spanien eine moderate Erholung nach den Folgen der Pandemie, jedoch bleiben Themen wie hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen, und die Inflation problematisch. In Córdoba ist die wirtschaftliche Lage eng mit dem Tourismussektor verbunden, der weiterhin eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Aufgrund der historisch und kulturell reichen Vergangenheit zieht die Stadt jährlich zahlreiche Touristinnen und Touristen an, was zu einer Erhöhung der Lebenshaltungskosten führt. Gleichzeitig zeigt sich in Córdoba eine positive Entwicklung im Bereich erneuerbare Energien und digitale Technologien, was zu neuen Arbeitsplätzen führt. Dennoch kämpfen viele kleinere Unternehmen mit den wirtschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahre. Aktivitäten Im Februar fand ein Workshop von Johannes Volkmann in Córdoba mit den Schülerinnen und Schülern des IES Grupo Cántico statt, bei dem sie kreative T-Shirt-Designs entwickelten, inspiriert von den „Verkehrsschildern der Gerechtigkeit“. Der Schüleraustausch zwischen dem IES Maimonides in Córdoba und dem Hans-Sachs- Gymnasium in Nürnberg wurde fortgesetzt. Im März reisten die Nürnberger Schülerinnen und Schüler nach Córdoba, während der Gegenbesuch in Nürnberg im Juni stattfand. Am 6. März 2024 fand in Nürnberg die Infoveranstaltung „Spanien heute“ mit Prof. Bernecker statt, die einen aktuellen Überblick über die politische und gesellschaftliche Lage Spaniens gab. Im März gab es auch einen Austausch in Córdoba zwischen der Leiterinnen der Kulturwerkstatt AUF AEG in Nürnberg und dem Centro Cívico Zona Norte in Córdoba, um gemeinsame Projekte zu besprechen und die kulturelle Zusammenarbeit weiter auszubauen. Im Bereich der Jugendarbeit fand vom 24. bis 28. September 2024 in Nürnberg der trilaterale Austausch „Building Bridges in Youth Work“ statt. Hier trafen sich Experten aus der Jugendarbeit aus Nürnberg, Córdoba und Nizza, um über Themen wie Identitätsbildung, Jugendbeteiligung und neue Formen von Jugendprojekten zu diskutieren. Diese Veranstaltung legte den Grundstein für zukünftige gemeinsame Projekte im Bereich Jugendaustausch. Darüber hinaus gab es weitere interessante, von CECLAM organisierte Vorträge, darunter die Veranstaltung mit Roberto Rodríguez am 17. April 2024 sowie ein Vortrag von Andrés Martín am 18. Juli 2024 über die Zensur in Spanien während des Franco-Regimes. Zu den weiteren wichtigen Aktivitäten im Jahr 2024 gehörte die Bürgerreise nach Córdoba vom 28. Oktober bis 6. November 2024.
Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Neben der Organisation von Veranstaltungen war auch dieses Jahr wieder der Verkaufsstand am Markt der Partnerstädte ein wichtiges Element der Partnerschaftsarbeit. Ausblick Im Jahr 2025 feiert die Städtepartnerschaft ihr 15-jähriges Jubiläum. Geplant ist ein großes Jubiläumsfest am 21.06. auf AEG mit der Teilnahme einer cordobesischen Delegation, an deren Spitze der Bürgermeister von Córdoba steht. Im Jahr 2025 sind mehrere deutsch-spanische Schülerbegegnungen geplant. Im April 2025 wird der Austausch für Fachkräfte im Bereich Jugendarbeit mit Teilnehmenden aus Nürnberg, Nizza und Córdoba in Córdoba fortgesetzt. Im Mai und Oktober 2025 sollen erneut zwei Bürgerreisen nach Córdoba stattfinden.
Glasgow (Großbritannien)
Städtepartnerschaft seit 1985 Politische und wirtschaftliche Situation
In Glasgow ist die Labour Party traditionell stark in der Stadt verankert, dennoch bleibt die Scottish National Party (SNP) ein einflussreicher Akteur. Die Debatte um die schottische Unabhängigkeit setzt sich fort, auch wenn Umfragen keine klare Mehrheit für eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich erkennen lassen. Wirtschaftlich hat sich Glasgow weiter diversifiziert, mit Schwerpunkten in den Bereichen Finanz- und Servicedienstleistungen, Technologie, Tourismus und Bildung. Trotz bestehender sozialer Herausforderungen gibt es viele erfolgreiche Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner.
Aktivitäten
Das Jahr begann mit dem traditionellen „Glasgow Weekend“ in Nürnberg, das mit Delegationsbesuchen, schottischem Tanz, einem Burns Supper und einem Whisky-Talk große Resonanz fand. Im Frühjahr stand die Förderung junger Talente im Fokus: Das Projekt „Culinary Excellence“ ermöglichte Nürnberger Berufsschülerinnen und -schülern sowie Lehrkräften einen Austausch mit dem City of Glasgow College im Bereich Hotellerie und Gastronomie. Ebenso bedeutend war der Wettbewerb für den „Anniversary Tartan“ – dem Jubiläums Karostoff: An dem Design waren Schüler der Modeschulen Nürnberg und der Fashion Partnerschulen Kelvin College und Glasgow Kelvin College beteiligt. Die digitalen Entwürfe wurden von beiden Stadtoberhäuptern begutachtet und die Gewinnerin darf in dem einzigartigen Karo ein Kleid für Lord Provost und eine Weste für OB König für das nächste Burns Supper kreieren und Accessoires zum Verkauf produzieren.
Kulturell bereicherten verschiedene Tanzprojekte die Partnerschaft: Beim Everybody Festival in Nürnberg traten zwei inklusive Tanzensembles aus Glasgow auf, und das Nürnberger Jugendtanzensemble gastierte mit der Performance „See Me See Us“ in Glasgow, um sich künstlerisch mit den Menschenrechten und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auseinanderzusetzen. Der Austausch wurde im Sommer fortgesetzt, als die Y-Dance National Youth Dance Company aus Glasgow zu einem Gegenbesuch nach Nürnberg kam. Musikalisch waren Highlights das soziale Konzert mit der Caulbums Ceilidh Band sowie der Auftritt einer Dudelsackband auf dem Markt der Partnerstädte.
Ein weiterer wichtiger Austausch fand im Bildungsbereich statt: Die Vorbereitung Nürnbergs für die Teilnahme am Holocaust Memorial Day Konzert in Glasgow wurde durch einen Besuch von Dr. Lev Atlas des Royal Scottish Conservatoire bei der Hochschule für Musik und der Musikschule begleitet. Zudem nahm die Partnerschaftsbeauftragte zusammen mit dem Geschäftsführer der Noris Inklusion und der IB Jahrespraktikantin und den Kolleginnen aus Glasgow auf Einladung des Auswärtigen Amtes an der deutsch-britischen “Urban Diplomacy Exchange” Konferenz in Edinburgh teil, bei der nachhaltige und soziale Entwicklungsprojekte diskutiert wurden. Mit Nürnbergs beispielhaften internationalen Projekten zur sozialen Nachhaltigkeit, Inklusion und den vielfältigen Jugendaustauschprogrammen ist die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Glasgow eine tragende Säule der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Schottland.
Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Freundeskreis Nürnberg-Glasgow, des Highland Circles und der deutsch-britischen Gesellschaft
Der Freundeskreis Glasgow-Nürnberg engagierte sich auch 2024 intensiv für die Städtepartnerschaft und organisiert beim schottischen Tanzabend eine Tombola und die Whiskybar zum guten Zweck. Neben der Organisation des Annual Dinner und des Sommerfestes der deutsch-britischen Gesellschaft präsentierte sich dieser Verein mit der Unterstützung von IB bei der Blauen Nacht. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation des Highland Circle Nürnberg, die bei der Whisky-Messe „The Village“ in Nürnberg einen eigenen Stand organisierten, an dem auch Gäste aus der Glasgower Whiskyszene die Partnerschaft repräsentierten. Zudem wurden Verbindungen zur Glasgow Distillery für zukünftige Partnerschaftsprodukte weiter ausgebaut.
Ausblick auf 2025
Im Jahr 2025 feiert die Städtepartnerschaft ihr 40-jähriges Bestehen, gleichzeitig begeht Glasgow sein 850. Stadtjubiläum. Höhepunkt ist das Glasgow Weekend mit einer Delegation aus Glasgow, einer Modenschau mit einem speziell entworfenen Tartan sowie einem erweiterten Jugend- und Berufs-Schulaustauschprogramm sein. Eine städtische Delegation unter der Leitung von OB König wird zu den Feierlichkeiten „Friendship and Unity“ nach Glasgow reisen. Bürgerinnen und Bürger haben ebenfalls bei einer Bürgerreise die Möglichkeit, in die schottische Partnerstadt zu reisen und bei einem Themenabend Glasgow beim Frühlingsvolksfest und beim Bardentreffen auf dem Hauptmarkt bei schottischem Tanz feiern wir die deutsch-schottischen Beziehungen im großen Stil. Die Zusammenarbeit der Nürnberger Werkstätten für Behinderte Noris Inklusion mit den Partnern Enable Glasgow wird durch gegenseitige Besuche intensiviert und mit Fördermitteln des Verfügungsfonds UN-BRK über die Koordinierungsstelle Aktionsplan UN-Behindertenrechtskonvention kofinanziert. Außerdem sollen Kulturprojekte, insbesondere im Tanz- und Musikbereich mit neuen Kooperationen wie z.B. für die Musikschule weiter ausgebaut werden. Die Partnerschaft wird sich zudem aktiv an der Wiedereinführung der deutsch-britischen Kulturkommission beteiligen und Erfahrungen zur urbanen Diplomatie teilen.
Hadera (Israel)
Partnerstadt seit 1995 Politische und wirtschaftliche Situation Seit dem terroristischen Anschlag der palästinensischen Hamas im Oktober 2023 mit ca. 1300 Toten, ist die Lage im Land höchst angespannt. Angriffe aus dem Gaza Streifen und dem Libanon, machen ein normales Alltagsleben kaum möglich. Dadurch erschwert sich auch die partnerschaftliche Arbeit.
Aktivitäten Im Mai 2024 besuchte eine Gruppe von ehrenamtlich Tätigen aus ganz Israel im Rahmen des Projekts „Share perspectives“/“Stay connected“ Nürnberg. Die Gäste berichteten von ihren sehr emotionalen Erfahrungen als Ehrenamtliche in den dramatischen Monaten nach dem Anschlag. Im Rahmen des Austauschprogramms „Brücken der Verständigung“ des Familienclubs Mischpacha e.V. kamen jugendliche Tänzerinnen und Tänzer der „Karmiel Flowers“ zu Begegnungen und Tanzauftritten nach Nürnberg. Zeitgleich wurde von der Berufsschule 11 eine neue Sukkah (Laubhütte) für das Sukkotfest im Herbst fertiggestellt. Somit fand das klassische Richtfest in Anwesenheit der Gäste aus Israel statt. Die IKGN bewirtete alle Jugendlichen mit israelischem Essen, zum Abschluss gab es noch eine spontane Tanzperformance. Im Oktober fand dann, zum nunmehr fünften Mal, das Sukkotfest in der Nürnberger Altstadt statt. Nach Dokuzentrum, Sebalder Platz, Hans Sachs Platz und Kornmarkt, stand 2024 die neue Sukkah auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Akivitäten des Vereins: Der Partnerschaftsverein unterstützt alle Israelaktivitäten nach Möglichkeit mit. Das Sukkotfest des Vereins im Herbst, hat sich allmählich als fester Programmpunkt etabliert. Ausblick: Es ist davon auszugehen, daß die Lage in Israel bis auf weiteres angespannt bleiben wird. Somit bleibt die partnerschaftliche Arbeit schwierig. Allerdings ist sie das leider seit vielen Jahren, da der Ausnahmezustand schon eine Normalität im israelischen Alltag ist. Entgegen allen Komplikationen, gibt es auf beiden Seiten viele engagierte Akteurinnen und Akteure, die die Arbeit weiter vorantreiben. 2025 steht das 30 Jubiläum der Partnerschaft an. Ein Besuch des Oberbürgermeisters von Hadera ist geplant.
Kavala (Griechenland)
Partnerstadt seit 1999 Politische und wirtschaftliche Situation Griechenland: Das Land verzeichnete 2024 ein Wachstum von 2,2%, ein starker Motor war dabei der boomende Tourismus. Die Inflation legte mit rund 2,7 % stark zu, die stärkste Teuerung schlug insbesondere bei Lebensmitteln und Wohnraum zu Buche. Die Beteiligung bei der EU Wahl lag landesweit bei 41,24 %. Kavala: Eigene kleinere Entwicklungsmaßnahmen, wie die Instandsetzung der Wasserrohre im Stadtgebiet wurden begonnen. Große nachhaltige Infrastruktur- und Wasserschutzmaßnahmen sowie der Erhalt von Transportwegen zu Land und zu Wasser liegen brach, bzw. werden sogar durch Pläne der Staatsministerien torpediert. Aktivitäten Das Jahr 2024 stand ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft.
Der Internationale Tag am Frühjahrs-Volksfest stellte Kavala mit einem griechischen Abend in den Mittelpunkt. Sechs Vereine präsentierten ihre traditionellen Tänze und das „Theaterprojekt“ zeigte „Es ist nicht leicht ein Gott zu sein“.
Im Juni fuhr eine OBM Delegation zur offiziellen Jubiläumsfeier und -konzert nach Kavala. Treffen mit dem dortigen Jugendrat, Fachgespräche, ein Besuch beim Streetfood Festival sowie beim Auftritt griechischer Tanzgruppen gehörte ebenfalls zum Programm. Als Zeichen der Verbundenheit pflanzten die beiden Oberbürgermeister einen Olivenbaum in Kavala. Auch in Nürnberg wurde auf der Wöhrder Wiese ein Partnerschaftsbaum Kavala gewidmet.
Der Photoclub Kavala tauschte sich mit dem Unposed Collective Nürnberg aus. Die gemeinsame Ausstellung „NUE:KVA“ im Archäologischen Museum in Kavala zeigte Aufnahmen aus beiden Städten.
Am 27. Juli wurde der Hauptmarkt zum ultimativen Tanzplatz. Gemeinsam griechisch tanzten Hunderte Nürnbergerinnen und Nürnberger und brachten Mittelmeerfeeling nach Nürnberg.
Cineastische Premiere hatte der Spielfilm „Die Kofferkinder – Szenen einer Migration“ des Griechischen Kunstclubs in Kavala, Xanthi und Thessaloniki. Der Regisseur Grigorios Nikiforidis und der Darsteller der 1. Generation, Dr. Evthimios Papachristos, führten zum Film thematische Publikumsgespräche. Die Präsentationen wurden unterstützt vom Deutschen Generalkonsulat in Thessaloniki.
Der diesjährige Schulaustausch führte Lernende des Johannes-Scharrer-Gymnasiums im November nach Kavala, wo sie sich mit Lernenden des Gymnasiums 1 trafen.
Auf Einladung der griechischen NürnbergMesse Tochter Forum S.A. eröffnete OB König die Fachausstellung Xenia (Hotel- und Gaststättengewerbe) in Athen und traf sich mit BM Mouriadis und Vize-BM Angelidis aus Kavala.
Es fand ein Treffen von IB mit der deutschen Generalkonsulin und der Referentin für Politik und Kultur in Thessaloniki statt, wobei weitere Kooperationen besprochen wurden und ein großer gegenseitiger Unterstützungswille zu Tage trat.
Die Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini brachten das Cosmopolis Festival Kavala und die Hochschule für Musik Nürnberg Anfang Dezember 2024 in Kavala auf die Bühne. Zweimal ausverkauft und das Publikum, rund 1500 Besucher, war begeistert. Die Proben fanden in Nürnberg und in Kavala statt.
Familie Papandreou betrieb für den Partnerschaftsverein Philos die Kavala Bude am Markt der Partnerstädte. Der Kinderchor des griechischen Makedoniervereins sang die Kalanta.
Erstmals lud in Kavala ein Weihnachtsstand ein, u.a. Glühwein und Nürnberger Lebkuchen zu genießen (eine Benefizaktion des 1. Gymnasiums Kavala). Vereinsaktivitäten
"Philos" e.V. unterstützte das Multiethnikfestival Kavalas "Cosmopolis" mit 1.000 €.
Das Altenpflegeheim "Poulideion" in Kavala erhielt vom Verein die Spende von 3 PCs, 3 TFT
Monitore und 1 Laptop für ihre Verwaltung. Dazu kamen weitere 37 PCs, 31 Laptops, 30
Monitore, 1 Beamer, 1 Drucker und Equipment. Insgesamt spendete Philos bisher mehr als
1150 Geräte.
Die Jubiläumsfeier und die Filmpräsentation in Kavala wurden von Philos begleitet.
In Nürnberg kooperierte der Verein beim Frühjahrs-Volksfest.
Ausblick In 2025 soll der Gegenbesuch des Photoclubs Kavala in Nürnberg nachgeholt werden sowie die gemeinsamen Ausstellung mit dem Unposed Collective in Nürnberg „KVA:NUE“ gezeigt werden. Lernende des Gymnasiums 1 werden im April vom Johannnes-Scharrer- Gymnasium in Nürnberg erwartet. Die Nürnberger Musikschule wird am Musikschulen-Festival in Kavala teilnehmen. Der Gegenbesuch und Auftritt des griechischen Chores in Nürnberg ist für Herbst angedacht. Die Präsentation von Produktion aus der griechischen Partnerstadt in Nürnberg ist vorgesehen.
Krakau (Polen)
Partnerschaft seit 1979 Politische Situation
Die Politische Situation in Polen und in Krakau bleibt unverändert. Seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 hat Krakau über 250 000 Menschen aus der Ukraine aufgenommen. Einige von ihnen sind wieder zurück- oder weitergereist. Über 100 000 Menschen haben in unserer Partnerstadt eine längerfristige Zuflucht gefunden. 2024 haben in Krakau Kommunalwahlen stattgefunden. Der neue Präsident heißt Aleksander Miszalski und gehört der Bürgerkoalition (Tusk-Partei) an. Aktivitäten
Die Aktivitäten zwischen Nürnberg und Krakau umfassen alle Lebensbereiche und bleiben auf einem hohen Niveau. Die beiden Partnerschaftshäuser in Nürnberg und in Krakau präsentieren Kunst und Kultur aus beiden Städten, wobei sie stets versuchen einerseits den Partnerschaftsgedanken hochzuhalten, indem sie Künstlertandems bilden, andererseits ihre Veranstaltungen an städtische Projekte anzubinden. So ist das Krakauer Haus stets in der „Blauen Nacht“ oder am „ArtWeekend“ mit Ausstellungen im Haus oder im öffentlichen Raum präsent. Ein gewisses Problem beim Krakauer Haus ergibt sich daraus, dass die Räumlichkeiten den Brandschutzvorschriften nicht mehr entsprechen, weshalb nur 20 Personen in dem Veranstaltungsraum Platz haben. Das Nürnberger Haus ist ebenfalls gut aufgestellt, zahlreiche Künstler aus Nürnberg und Krakau stellen dort aus, auch im Rahmen von Großprojekten, die von der Stadt Krakau durchgeführt werden. Die langjährige Leisterin des Nürnberger Hauses geht 2025 in den Ruhestand, die neue Leiterin heißt Paulina Narecka und ist bereits dabei, sich einzuarbeiten. Seit rund 20 Jahren finden die Deutschen Filmtage in Krakau und Polnische Filmtage in Nürnberg statt. Dabei werden Regieführende und Schauspielende zu Publikumsgesprächen eingeladen. Da die Filme auf eine besondere Art die Realität abbilden, werden in den Publikumsgesprächen die aktuellen Probleme des jeweiligen Landes angesprochen, z. B. die Situation der LGBT-Communities oder die Rolle der Kirche in Polen, oder aber soziale Probleme in Deutschland.
Die Nürnberger Straßenbahnfreunde haben ihre Zusammenarbeit mit den Krakauer Verkehrsbetrieben fortgesetzt. Der Zeppelinwagen 144 ist ein wahres Symbol der langjährigen Städtepartnerschaft. Am 14. Februar war die offizielle Einweihungsfeier in Krakau mit Teilnahme von BM Vogel und das brüderliche Mammutprojekt „Aus Eins mach Zwei“ erlebte seinen polnischen Höhepunkt. Dieses Jahr fand neben einer Bürgerreise die erste queere Reise nach Krakau statt. Die Gruppe wurde sehr herzlich von der Community aufgenommen und nahm unter anderem an der Demo anlässlich des Krakauer queeren Mai teil, bei der ca. 10.000 Menschen inkl. dem Präsidenten von Krakau teilnahmen. Im August fand dann ein Gegenbesuch zum CSD statt.
Im Juni und Juli wurde das 45. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Krakau gefeiert. Es gab traditionell Straßenfeste vor den Partnerschaftshäusern mit Bands aus beiden Städten, Workshops für Kinder und Kunstinstallationen. Auch offizielle Delegationen reisten aus diesem Anlass nach Krakau/Nürnberg mit dem OB König und Vertretern des Stadtrats. Auch die Jugendarbeit wurde 2024 fortgesetzt. Besondere Erwähnung verdienen die Austauschmaßnahmen der Jakob-Muth-Schule und der Peter-Vischer-Schule mit ihren Partnerschulen in Krakau. Ausblick Nach den Partnerschaftsjubiläen werden wir uns 2025 auf die regelmäßig stattfindenden Projekte konzentrieren. Essentiell wäre auch eine Lösung des Brandschutzproblems im Krakauer Haus. Hier liegt eine dringende Bitte der Stadt Krakau vor. Die Unterhaltskosten für den Turm sind sehr hoch und die Möglichkeiten, diesen zu bespielen sind sehr eingeschränkt. Die Partnerschaftshäuser werden ihre Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur fortsetzen. Es sind sieben Ausstellungen und zahlreiche Begegnungen in Nürnberg und Krakau geplant. Auch die Filmwochen werden wieder stattfinden, genauso wie einige Konzerte und Literaturabende. Krakau schlägt vor, den Expertenaustausch wieder zu beleben und hat eine Reihe von Themen vorgeschlagen. Hier muss geprüft werden, was in Nürnberg interessant und machbar ist. Neben den klassischen Schüleraustauschmaßnahmen, wurde auch eine Teilnahme von Jugendlichen am Jugendcamp 2025 zugesagt.
Nizza (Frankreich)
Partnerstadt seit 1954 Politische Situation
Auch in Frankreich nahm 2024 die Debatte um den Rechtspopulismus und eine erstarkte extreme politische Rechte weiter an Bedeutung zu. Nach den Europawahlen im Juni, bei denen das Regierungslager von Präsident Macron eine Wahlniederlage erlitt und der rechte Rassemble National als stärkste Kraft abschnitt, hat sich die politische Situation verändert. Noch am Wahlabend löste der Präsident überraschend die Nationalversammlung auf und setzte Parlamentswahlen im Sommer an. Das Ergebnis dieser Wahlen ist eine gespaltene Nationalversammlung, in der kein politisches Lager über eine Mehrheit verfügt. Mehrmals kam es daraufhin zum Sturz der Regierung im Parlament. Besondere Momente der Einigkeit stellten dagegen die Olympischen Spiele in Paris und die Wiedereröffnung von Notre Dame dar. In der Partnerstadt Nizza sind die Bemühungen um die Klimaanpassung auch 2024 intensiv vorangetrieben worden. Die Auswirkungen von Starkregen im Frühjahr haben den Handlungsbedarf unterstrichen. Aktivitäten
2024 feierten beide Städte das 70-jährige Jubiläum Ihrer Partnerschaft. Die Planungen für eine Vielzahl von Projekten hatten 2022 begonnen. Durch personelle Wechsel der Ansprechpartner in der Verwaltung in Nizza konnten nicht alle Ideen umgesetzt werden. Trotzdem konnte viele und einige große Veranstaltungen realisiert werden.
Besondere Bedeutung kamen vor allem zwei Terminen zu: Im August wurden beim Grenzenlos Festival im Tucherschloss 70 Jahre Städtepartnerschaft mit einem zweitägigen Bürgerfest gefeiert. Verschiedene Musikgruppen, darunter auch Künstler aus Nizza, unterhielten mit ihren Konzerten das mit knapp 3.000 Personen gut besuchte Fest. Es gab französische Gerichte, Boule-Spiel, deutsch-französische Sprachanimation und verschiedene Vorträge in der Orangerie im Garten. Das sonnige Wetter rundete das französische Flair gut ab. Am 20. Oktober lud OB König zum Festakt zum Jubiläum. Genau 70 Jahre nach der Unterzeichnung des Partnerschaftseides gab es im vollen historischen Rathaussaal ein kurzweiliges Programm mit Musik durch das Nürnberg-Nizza-Jugendorchester und den Kinderchor der Grundschule Insel Schütt, mit Vortrag und Grußworten, mit einer Podiumsrunde und mit kurzen Berichten über Austauschprojekte, bei denen sich junge Meschen aus beiden Städten kennen gelernt hatten. Aus Nizza war zu diesem Termin eine insgesamt 10-köpfige Delegation um die stellvertretende Bürgermeister Dr. Christiane Amiel angereist. In den Tagen davor und danach gab es Gespräche mit verschiedenen Einrichtungen der Stadt und aus der Zivilgesellschaft, um die Partnerschaft in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln. Zum Jahresprogramm gehörten zudem sowohl viele langjährige Projekte als auch neue und innovative Ideen. Großer Beliebtheit erfreuen sich seit Jahren die Bürgerreisen nach Nizza. Auch 2024 reiste eine Gruppe bereits im Frühjahr nach Nizza, besuchte Museen und Küstenorte und wurde im Rathaus und im Deutsch-Französischen Kulturzentrum empfangen. Es gab Konzerte und Lesungen von Nürnberger Künstlerinnen im Kulturzentrum in Nizza. Neue Ansätze konnten 2024 im Bereich des Jugendaustausch gesetzt werden, die nachhaltig die Städtepartnerschaft mitprägen sollen. Nach einer Bedarfsabfrage bei Französisch-Lehrkräften in Nürnberg wurde im April 2024 ein Austauschformat zwischen Lehrkräften, den Vereinen und dem IB neu angesetzt. Bei vielen Schulen besteht großes Interesse neue Kontakte nach Frankreich zu knüpfen, um den Schüleraustausch neu zu beleben. Für 2025 sind aus dieser Vernetzung heraus neue Vorhaben geplant: ein neu gestalteter Deutsch-Französischer Tag und eine deutsch-französische Lehrerfortbildung. Einen neuen Schüleraustausch mit Nizza konnte die Peter-Vischer.Schule Ende 2024 beginnen. Neu war auch der Schüler/innenwettbewerb zum Städtepartnerschaftsjubiläum. Jugendliche konnten sich mit kurzen Videos über die Städtepartnerschaft und im Stil der Sendung Karambolage im Programm ARTE am Wettbewerb beteiligen. Vier Schulen beteiligten sich zwischen Mai und Juli am Wettbewerb. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten beim Festakt am 20.10. von OB König und Frau Dr. Amiel ihre Preise. Im September luden das Jugendamt der Stadt Nürnberg und das IB zusammen zu einem Fachkräfteaustausch im Bereich Jugendarbeit ein. Es war das zweite mehrjährige Projekt dieser Art, das diesmal bis 2026 Fachkräfte der Jugendarbeit aus Nizza, Nürnberg und Cordoba zusammenbringt und Kompetenzen für Austauschprojekte vermittelt. Im August zog die erste Nürnberg-Nizza-WG ins Heilig-Geist Spital ein. Vier junge Erwachsene aus Nürnberg und drei junge Französinnen wohnten zunächst zwei Wochen in Nürnberg und zogen dann weiter für 12 Tage nach Nizza. In der Zeit wurde nicht nur gemeinsam gekocht, musiziert, gespielt, diskutiert, sondern sie waren als Freiwillige beim Grenzenlosfest dabei und trafen in beiden Städten auf Akteure aus der Partnerschaftsarbeit und hielten diese Begegnungen in einem Film fest. Den Abschluss der 70-Jahr-Feierlichkeiten bildete im November eine Delegationsfahrt mit OB König sowie Stadträten und Vereinsmitgliedern zum Marathon nach Nizza.
Aktivitäten der Vereine: Die enge Vernetzung in Nürnberg wurde durch die regelmäßigen Treffen des Koordinierungsnetzwerkes unterstützt. Darin sind neben dem Freundeskreis auch die Vereine UFF und CFA. Die Union der Französinnen und Franzosen in Franken feierte im Sommer 2024 ihr 45jähriges Bestehen mit einem großen Fest zum Nationalfeiertag im Heilig-Geist-Saal. Der Deutsch-Französische Club organsierte zum wiederholten Mal díe Fete de la musique am 21.06. und motivierte Jugendliche durch den Vorlesewettbewerb, sich mit französischer Literatur zu beschäftigen. Der Partnerschaftsverein Freundeskreis Nürnberg-Nizza war nicht nur Grenzenlos-Festival intensiv beteiligt, sondern engagierte sich auch wieder mit einem Stand auf dem Markt der Partnerstädte im Dezember und unterstützte junge Menschen dabei, einen Praktikumsplatz in der Partnerstadt zu finden. Dank dem Freundeskreis gab es 2024 auch wieder einen Handball-Jugendaustausch zwischen beiden Städten, der bis zur Corona-Pandemie regelmäßig stattgefunden hatte. Ausblick Für 2025 stehen viele Projektideen auf dem Programm: Der Deutsch-Französische Tag wurde mit einem neu gestalteten Programm durchgeführt. Die Bürgerreise, die bislang nur in eine Richtung (von Nürnberg nach Nizza) funktioniert, soll 2025 endlich auch in die andere Richtung angeboten werden. Der 80. Jahrestag des Kriegsendes bietet die Chance, das Thema Erinnerung gemeinsam zu betrachten und sich zusammen den aktuellen Herausforderungen für Frieden und Verständigung in Europa zu stellen. Besonderes Gewicht wird 2025 auch wieder dem Jugendaustausch zufallen: bei Barden-Treffen sollen Nachwuchsbands aus beiden Städten gemeinsam auftreten; das Kinder- und Jugendhaus Wiese 69 plant eine neue Jugendbegegnung unter dem Titel #ShapeFutureTogether zusammen mit dem Kulturzentrum in Nizza. Ein Begegnungsprojekt ist zudem zum Menschenrechtspreis in Planung sowie die schon erwähnte Lehrerfortbildung. Und im Mai begleiten wir unsere Preisträger/innen vom Schülerwettbewerb auf ihrer Reise nach Nizza, bei der sie am Europafest mit einem Nürnberg-Infostand teilnehmen. Erfreulich ist, dass sich IB mit den Partnern in Nizza auf regelmäßige Gespräche verständigt hat, die eine kontinuierliche Zusammenarbeit erleichtern. In der Partnerschaft mit Nizza sind viele Akteure in Nürnberg engagiert, die alle mit eingebunden werden sollen. In Nizza ist die Gruppe der Aktiven kleiner. Hier möchten wir mehr Akteure einbinden.
Prag (Tschechische Republik)
Partnerstadt seit 1990 Politische und wirtschaftliche Situation Die politische Lage in Prag und Tschechien ist unverändert. Weiterhin ist Bohuslav Svoboda Primator/OBM der tschechischen Hauptstadt. Seit Februar 2022 sind Zigtausende Ukrainerinnen und Ukrainer in Tschechien und auch dort sind Hilfsleistungen ein dominierendes Thema. Aktivitäten Die partnerschaftliche Arbeit mit Prag besteht zum Großteil aus seit Jahren etablierten Austauschaktivitäten. Besonders aktiv ist hier die Modeschule B5, die seit vielen Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit dem Prager Pendant VSON a SPSO hat. Gemeinsame Workshops und Modeschauen finden jedes Jahr alternierend in Nürnberg und Prag statt. 2024 kam eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern nach Nürnberg und präsentierte ihre Kollektion auf den Schulgängen.
Auch zwischen der Nürnberger Jugendmusikschule hat sich in den letzen Jahren ein Austausch mit dem Prager Jugendchor „Rolnicka Praha“ etabliert. Im April reisten die Nürnberger zu einem Besuch nach Prag, im Mai kam der Prager Chor zu einem gemeinsamen Auftritt im Heilig-Geist-Saal nach Nürnberg. Bei den Kirchweihen in den Stadtteilen Zerzableshof und Gostenhof gehören tschechische Bands seit Jahren zum Programm fest dazu. Dieses Jahr spielten die Kapellen „Ladybirds“ und “Loretta“ in Zabo, die Prager Combo „Wosa“ stand in Gostenhof auf der Bühne. Im Juni kam eine Delegation der Prager Verkehrsbetriebe, unter Leitung des ehemaligen Primators Zdeněk Hřib (mittlerweile zuständig für den öffentlichen Nahverkehr) zu einem intensiven Fachaustausch zu den Kollegen der VAG. Hier ging es hauptsächlich um die Themen nachhaltiger Ausbau der S- und U-Bahnlinien. Die im Jahr 2023 in Nürnberg gegründete Plattform unabhängiger tschechischer und deutscher Theater traf sich letztes Jahr zu einem ausgiebigen Workshop und Performances in Budweis. Die Prager und Nürnberger Theater präsentierten dort ihre bisherige Zusammenarbeit. Das bayerisch-tschechische Literaturstipendium „grenzenlos“ ging 2024 in die vierte Runde. Dabei konnte die Nürnberger Autorin Anna Hofmann im Oktober einen Monat in Prag verbringen. Im November kam der Prager Kinderbuchautor und Illustrator Jan Laštovička für einen Monat nach Nürnberg. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen IB, dem Prager Literaturhaus Deutschsprachiger Autoren und dem Bildungscampus der Stadtbibliothek, dem Bayerischen Schriftstellerverband und der Akademie Faber-Castell. Zum elften Mal fand 2024 das Praktikum für zwei Schülerinnen und Schüler der Prager Tierpflegeschule im Nürnberger Tiergarten statt. Den ganzen Oktober sammelten die beiden Gäste praktische Erfahrungen im Zoo. Unterkunft, Mobicards und Betreuung erfolgte, wie jedes Jahr, durch IB. Finanziert wird das Projekt außerdem von Tandem, dem deutschtschechischen Jugendaustauschprogramm. Die Nürnberger Galerie „Bernsteinzimmer“, die seit Jahren regelmäßige Veranstaltungen mit Gästen aus Tschechien veranstaltet, lud im November zu einem Lese- und Diaabend rund um den Prager Autor Bohumil Hrabal (1914 – 1997) ein. Iwona Lompart und Elmar Tannert lasen Texte und zeigten Aufnahmen vom Stadtviertel Praha/Liben, dem Wohnort Hrabals. Der Eybacher Sonntagschor fuhr im Juni zu einer Ausfahrt in die Partnerstadt und wurde dort im Magistrat/Rathaus empfangen. Nach einer spontanen Darbietung ging es die folgenden Tage mit Kulturprogramm und Stadtbesichtigungen weiter. Ein besonderes Highlight war im November ein Gastspiel des Prager Puppentheaters „Dinopera“ in der Nürnberger „Blackbox“. Dinosaurier führten das Publikum singend durch die Evolutionsgeschichte. Das Puppenspiel hat in Tschechien eine lange Tradition und ein manchmal etwas „schräger“ Humor ist eine Eigenschaft des Partnerlandes. Aktivitäten des Vereins: Der Freundeskreis Nürnberg Prag e.V. ist seit Jahrzehnten sehr aktiv und organisiert jedes Jahre ein Programm mit monatlichen Aktivitäten von Stammtischen, Vorträgen und Exkursionen. Ein Highlight des Jahres war ein Vortrag über Robert Desnos. Robert Desnos, Vertreter des Surrealismus und Sprachspieler, war in der Zwischenkriegszeit auch als Rundfunkkommentator in Frankreich sehr bekannt, ging nach der deutschen Besetzung Frankreichs in die Résistance, wurde denunziert und letztlich ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Dort verstarb er kurz nach der Befreiung im Juni 1945.
Ausblick: Die Partnerschaft mit Prag bleibt mit den zahlreichen, seit vielen Jahren etablierten Projekte und der hohen Frequenz der Aktivitäten sehr aktiv. Hierbei steht Jugendaustausch und Begegnung im Mittelpunkt. 2025 steht das 35 Jubiläum der Städtepartnerschaft an. Das 30. konnte pandemiebedingt leider nicht sattfinden. Höhepunkt wird ein Festkonzert mit der Prager Kinderoper im Staatstheater im Dezember sein.
San Carlos (Nicaragua)
Partnerstadt seit 1985 Politische und wirtschaftliche Situation
Im Jahr 2024 bleibt die politische Lage in Nicaragua angespannt. Präsident Daniel Ortega regiert weiterhin autoritär, gestützt durch ein enges Machtbündnis mit seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. Oppositionelle Stimmen, unabhängige Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen werden nach wie vor stark unterdrückt. Viele politische Gegner befinden sich im Exil oder wurden inhaftiert, was die demokratischen Strukturen des Landes erheblich schwächt.
Auch wirtschaftlich steht das Land vor großen Herausforderungen. Zwar verzeichnet Nicaragua ein moderates Wirtschaftswachstum, vor allem gestützt durch Geldsendungen von im Ausland lebenden Nicaraguaner und den Export von Kaffee, Rindfleisch und Gold. Doch die strukturellen Probleme bleiben: hohe Armut, Korruption und ein schwaches Bildungssystem belasten die Bevölkerung. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, viele Menschen arbeiten im informellen Sektor ohne soziale Absicherung.
Internationale Sanktionen und der Rückzug ausländischer Investoren beeinträchtigen zudem die wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig bemüht sich die Regierung um neue wirtschaftliche Partnerschaften, vor allem mit Russland, China und Venezuela. Trotz aller Schwierigkeiten zeigt die Bevölkerung eine bemerkenswerte Widerstandskraft und Engagement, besonders im sozialen und ökologischen Bereich.
Aktivitäten
Die Städtepartnerschaft zwischen San Carlos in Nicaragua und Nürnberg in Deutschland lebt durch zahlreiche gemeinsame Projekte, die den interkulturellen Austausch fördern und konkrete Unterstützung leisten. Im Mittelpunkt stehen dabei besonders drei Initiativen, die 2024 erneut eindrucksvoll zeigen, wie tief und engagiert diese Verbindung ist.
Ein herausragendes Beispiel ist die Zusammenarbeit und Unterstützung der Fundación San Lucas und des Frauenhauses ARETE. Mit Finanzierung von der Stadt Nürnberg, gemeinsam mit der Stadt Erlangen und den Partnerschaftsvereinen aus Nürnberg und Erlangen wird hier gezielt Hilfe für Frauen geleistet, die Opfer innerfamiliärer und sexueller Gewalt wurden. Die Unterstützung umfasst unter anderem Kunsttherapien, die betroffenen Frauen ermöglichen, ihre Erfahrungen kreativ zu verarbeiten, sowie regelmäßige Gruppentreffen zur Förderung der mentalen Gesundheit. Diese Arbeit ist nicht nur ein Zeichen solidarischer Verbundenheit, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Frauenrechte in Nicaragua.
Ein weiterer zentraler Pfeiler der Partnerschaft ist die Zusammenarbeit mit ASODELCO. Im Jahr 2024 konnten dank finanzieller Mittel der Städte Nürnberg und Erlangen gleich drei Schulen in der Region Rio San Juan in Zusammenarbeit mit ASODELCO renoviert werden – ein weiterer Schritt für den Zugang zu Bildung in der Region. Besonders eindrucksvoll war die Einweihung der neu erbauten Schule La Cusuca Nr. 2. Durch diese neue Einrichtung stieg die Schülerzahl in La Cusuca Nr. 2 von 12 auf 30. Auch in der Schule San Agustín
zeigen sich Fortschritte: Ein langer Sicherheitszaun und ein neuer Gehweg sorgen für bessere Infrastruktur, und ein liebevoll angelegter Schulgarten mit Tropfbewässerung lässt Papayas, Tomaten, Kürbisse und Bananen gedeihen.
Ein ebenso wichtiges Folgeprojekt läuft parallel mit ASODELCO: In der vierten Phase des Projekts zur Energieeffizienz und zum Umweltschutz in der Region Rio San Juan werden erneut 20 verbesserte Kochstellen in mehreren Gemeinden und Vierteln von San Carlos gebaut. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die Lebensbedingungen der Familien, sondern trägt auch zum Schutz der Wälder und zur Reduktion von Rauchbelastung bei.
Highlight war wieder der jährliche Jugendaustausch. Eine Gruppe von zwölf jungen Erwachsenen aus Nürnberg, begleitet von zwei Betreuerinnen, reiste im August nach Nicaragua und sammelte dort unvergessliche Eindrücke. Naturerlebnisse, kulturelle Workshops und der persönliche Kontakt zu lokalen Partnern boten einen tiefen Einblick in das Leben vor Ort und stärkten das gegenseitige Verständnis. Solche Begegnungen legen den Grundstein für langfristige Freundschaft und internationale Solidarität.
Ein künstlerischer Brückenschlag fand im Sommer 2024 statt: Im August reisten die Künstler Thomas May und Pirko Schröder nach San Carlos, um u.a. im vom Nürnberger Partnerschaftsverein unterstützten Kulturhaus Workshops anzubieten und mit Künstlerinnen und Künstlern vor Ort kreative Impulse auszutauschen. Im Gegenzug kamen im Herbst der nicaraguanische Künstler Noel Saavadra und seine Frau Anna Handick nach Nürnberg, wo sie gemeinsam mit Kunstschaffenden der Kreisgalerie arbeiteten und ausstellten.
Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Der Städtepartnerschaftsverein Nürnberg/San Carlos unterstützt durch seine Spenden- und Verkaufseinnahmen sowie Mitgliedsbeiträge kontinuierlich das Kulturhauses La Tertulia und das Frauenhaus ARETE. Weiterhin ist der Verein aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit, u.a. beteiligt er sich an den jährlich stattfindenden Lateinamerikatagen. Außerdem organisiert und betreibt der Verein ehrenamtlich den Verkaufsstand am Markt der Partnerstädte. Ausblick Im Jahr 2025 fördern wir weiterhin das Projekt „Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, Waldschutz und Wiederaufforstung in der Region Rio San Juan mit Schwerpunkt auf verbesserten Kochstellen“ und die Fundación San Lucas. Ein Jugendaustausch mit Jugendlichen aus San Carlos in Nürnberg ist für Juli 2025 geplant. Auch der Künstleraustausch soll mit Unterstützung des Goethe-Instituts ausgebaut werden.
Shenzhen (China)
Regionalpartnerschaft seit 1997 Politische und wirtschaftliche Situation der Partnerstadt:
Shenzhen ist weiterhin ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum Chinas, das von Innovation und Technologie geprägt ist, insbesondere in den Bereichen Elektronik, Künstliche Intelligenz und Fintech. Politisch steht die Stadt weiterhin unter der Kontrolle der zentralen Regierung in Peking, die strenge Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der sozialen Stabilität und zur Kontrolle von Dissens umsetzt. Trotz dieser politischen Rahmenbedingungen fördert
Shenzhen aktiv internationale Zusammenarbeit und Investitionen, um seine Rolle als globales Innovationshub auszubauen. Nach wie vor belastet die Vergabe des Menschenrechtspreises 2021 durch die Stadt Nürnberg an die Uiguren-Aktivistin Sayragul Sauytbay die partnerschaftlichen Beziehungen. Die Ende 2023 eingeführte Visumfreiheit für deutschen Staatsangehörigen für Aufenthalte in China wurde inzwischen von 15 auf 30 Tage ausgeweitet.
Aktivitäten: Nach wie vor ist der Partnerschaftsverein SNPV e.V. sehr aktiv an den kulturellen Events in Nürnberg beteiligt. Er unterstützte bei der Organisation eines gemeinsamen Konzerts des Nürnberger Hans-Sachs-Chor mit einem Jugend-Blasorchester aus Shenzhen Ende Januar in der St. Martha-Kirche in Nürnberg. Ebenso war er Mitorganisator beim Shenzhen-Tag im Bildungszentrum im April und veranstaltete im Juli wieder eine Kinderkunstausstellung im Foyer des Internationalen Hauses. Die Highlights unter Beteiligung des Partnerschaftsvereins waren das erstmalig im Februar an zwei Abenden im Grand Hotel stattfindende Chinesische Gourmet-Dinner mit Kulturprogramm und die im Mai angebotene Bürgerreise nach Shenzhen, Xi’An und Beijing, an die eine kleine offizielle Fachdelegation angeschlossen war. Diese wurde von der Stadt Shenzhen im Rahmen der Partnerschaft empfangen. Zu den weiteren Höhepunkten im Jahr 2024 zählen das Deutsch-Chinesische Neujahrskonzert in der kleinen Meistersingerhalle und das Konzert zum Mondfest in Erlangen, beides in Kooperation mit dem Partnerschaftsverein und dem Konfuzius-Institut. Weitere Aktivitäten mit Beteiligung des Konfuzius Instituts wie die Ausstellung eines chinesisch-polnischen Künstlerpaars im Krakauer Haus und die Gruppenausstellung „Isomorphism“ bei der Maxikunst Nürnberg mit Künstlern und Künstlerinnen aus Shenzhen und der Metropolregion wurden ebenfalls unterstützt. Die Stadt Erlangen lud den Comic- Künstler Liu Wei zum Comicsalon nach Erlangen ein. Von Oktober bis Januar machte die Nürnberger Künstlerin Heike Hahn mit der Vortragsreihe „Chinas Puls: Nah dran an Land und Leuten“ bei fünf Regionalpartnern Station. Vorbereitend dazu wurde eine Chinareise der Künstlerin unterstützt, die auch Gespräche mit dem Fine Arts Institute in Shenzhen umfasste. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken beteiligte sich am Bayern-Stand auf der China- Hi-Tech-Fair in Shenzhen. Zur Koordination der Regionalpartnerschaft gab es mehrere Netzwerktreffen. So wurde Anfang des Jahres ein Koordinierungstreffen der Regionalpartner und weiterer Beteiligter an der Partnerschaft abgehalten. Ende des Jahres trafen sich nur die Vertreter der acht beteiligten Landkreise und Kommunen mit Unterstützung der IHK Nürnberg, um über Struktur und mögliche Projekte v.a. im Bereich Wirtschaft in der weiteren Zusammenarbeit zu diskutieren. Ausblick: Es wird weiter versucht, die partnerschaftliche Beziehung mit der Stadt Shenzhen wieder zu normalisieren. Unter Einbeziehung aller Regionalpartner soll die Projektarbeit mit Shenzhen neu strukturiert werden mit der Einrichtung von Arbeitskreisen zu den Themen Wirtschaft/Wissenschaft und Kultur/Bildung. Das deutschlandweite kommunale Netzwerktreffen der Kommunen „Runder Tisch China“ wird im Juni in Erlangen stattfinden. In Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein wird wieder ein Neujahrskonzert, eine Kinderkunstausstellung und eventuell eine Aktivität zum Mondfest organisiert. Zum internationalen Jugendcamp im Juli hat sich eine Gruppe von Jugendlichen aus Shenzhen angemeldet.
Skopje (Nordmazedonien)
Partnerstadt seit 1982 Politische und wirtschaftliche Situation Die politische und wirtschaftliche Situation in Skopje bleibt weiterhin angespannt. Der Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien wird nach wie vor durch das bulgarische Veto blockiert, solange die bulgarische Minderheit nicht als staatsbildendes Volk in der Verfassung anerkannt wird. Die Stadtverwaltung agiert langsam, es kommt regelmäßig zu personellen Veränderungen, was auch die Umsetzung gemeinsamer Projekte erschwert. Aktivitäten Trotz dieser Herausforderungen war das Jahr 2024 reich an Aktivitäten, die die Partnerschaft zwischen Nürnberg und Skopje weiter gefestigt haben. Besonders hervorzuheben ist der Fachbesuch einer Delegation des Roten Kreuzes Nürnberg beim Roten Kreuz Skopje. Neben Einblicken in soziale und gesundheitliche Einrichtungen standen auch Themen wie Hausnotrufsysteme sowie die Unterstützung von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen im Fokus. Im künstlerischen Bereich war das Graffiti-Projekt „Skopje Sprej Grad“ ein lebendiger Beitrag zur Street Art und Jugendkultur: Nürnberger Künstler reisten nach Skopje, um gemeinsam mit lokalen Künstlern ein Graffiti Kunstwerk zu gestalten. Umgekehrt wurde in Nürnberg unter der Schirmherrschaft von OB König das Streetart-Projekt mit Skopje durch eine künstlerische Begegnung in Langwasser fortgeführt und erfolgreich Workshops, Performances und Hip-Hop-Events durchgeführt. Ergänzt wurde der kreative Austausch durch die Beteiligung der nordmazedonischen Fotografin Maja Argakijeva an der Gruppenausstellung „Momente“ in Nürnberg. Die Nürnberger Tanzschule Lawrays Dance feierte in Skopje einen großen Erfolg: Sie gewann bei der IDO-Weltmeisterschaft im HipHop Crew Battle den Weltmeistertitel. Darüber hinaus reisten Vertreter des „Safe House Skopje“ zum LGBT Pride Monat nach Nürnberg und tauschten sich mit städtischen Fachkräften über Antidiskriminierungsstrategien aus. Im Bereich Entwicklungszusammenarbeit wurde der Abschlussbericht des Projekts „Schornsteinfeger für saubere Öfen und saubere Luft“ ohne größere Beanstandungen durch die Förderinstitutionen angenommen. Zwar stieg die Stadt Skopje aus dem Folgeprojekt zur Gesetzesänderung aus, die Zusammenarbeit wird jedoch mit dem nordmazedonischen Kommunalverband ZELS weitergeführt. Aktivitäten des Partnerschaftsvereins Auch der Partnerschaftsverein war 2024 wieder aktiv. Beim traditionellen Markt der Partnerstädte war der Skopje-Stand mit mazedonischer Kulinarik und einer Folkloreaufführung vertreten. Ausblick Der Ausblick auf das Jahr 2025 ist trotz der schwierigen Verwaltungslage in Skopje vielversprechend: Bayerische Lehrkräfte verschiedener Schularten und Fachrichtungen reisen zu einer Lehrerfortbildung nach Skopje und beschäftigen sich mit dem Thema Wiederaufbau und Transformation im Bereich Stadtentwicklung mit dem Ziel des Kompetenzaufbaus im Bereich baukulturelle Bildung. Jugendliche aus Skopje werden am Internationalen Jugendcamp teilnehmen. Auch der Jugendaustausch zwischen dem Waisenhaus „11. Oktober“ in Skopje und dem Kinder- und Jugendhilfezentrum Reutersbrunnenstraße in Nürnberg soll wieder zum Leben erweckt werden. Der Austausch zwischen den Tiergärten beider Städte sowie ein erneuter Besuch des Roten Kreuzes und des Safe House Skopje werden fortgeführt. Es soll weitere kulturelle Kooperationen mit Künstlern aus Skopje geben. Ein sportliches Highlight wird die Reise der Basketballmannschaft des Post SV zu den Mädchen des Klubs Badel nach Skopje unter dem Motto „Mädels go Skopje“.
Venedig (Italien)
Partnerstadt seit 1954 Politische und wirtschaftliche Situation Im Jahr 2024 ist Italien politisch stabil, wird jedoch weiterhin von Debatten über Migration, Klimapolitik und wirtschaftliche Reformen geprägt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihre Regierung setzen auf konservative Innenpolitik und eine wirtschaftsfreundliche Ausrichtung. Venedig kämpft weiterhin mit den Folgen des Klimawandels: Der steigende Meeresspiegel, häufigere Hochwasserereignisse und der Massentourismus belasten die Stadt stark. Das MOSE-Flutschutzsystem ist zwar in Betrieb, stößt jedoch an technische und ökologische Grenzen. Die lokale Politik bemüht sich um nachhaltige Lösungen, unter anderem durch strengere Regulierungen für Kreuzfahrtschiffe und den Versuch, den Tourismus stärker zu lenken. Wirtschaftlich leidet Venedig unter einem starken Rückgang der Wohnbevölkerung, hoher Lebenshaltungskosten und einer Abhängigkeit vom Tourismussektor. Zugleich entstehen neue Initiativen zur Förderung von Handwerk, lokaler Produktion und nachhaltiger Stadtentwicklung. Venedig bleibt eine Stadt voller kultureller Kraft – doch der Balanceakt zwischen Erhalt, Wandel und Alltag ist eine stetige Herausforderung. Aktivitäten Die Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Venedig blickt im Jahr 2024 auf ein besonders aktives Jahr zurück. Mehrere Begegnungen auf unterschiedlichen Ebenen zeigen, dass diese Verbindung auch nach Jahrzehnten noch nicht abgerissen ist. Den Auftakt bildete im Januar ein intensiver Austausch zwischen dem Nürnberger Photoklub und seinem Partnerklub La Tangenziale aus Mestre-Venedig. Im Foyer des Internationalen Hauses wurde die gemeinsame Fotoausstellung „Minimalismus“ gezeigt, eine Delegation aus Venedig war ebenfalls vor Ort. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch einer Nürnberger Delegation in Venedig vom 27. bis 29. September 2024 anlässlich des 70. Jubiläums des Freundschaftspakts zwischen Nürnberg, Venedig, Nizza, Locarno und Brügge. Unter Leitung von Schul- und Sportreferentin Cornelia Trinkl, die Oberbürgermeister Marcus König vertrat, wurde die Gruppe im venezianischen Rathaus Ca’ Farsetti herzlich empfangen. Bei bilateralen Gesprächen mit Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Stadtentwicklung und Finanzen wurde nicht nur die historische Verbindung der beiden Städte gewürdigt, sondern auch der Wille zur weiteren Zusammenarbeit bekräftigt. Im Rahmen dieses Besuchs präsentierte sich Nürnberg auf dem „Festa della Birra“ im Stadtteil Malamocco mit kulinarischen Spezialitäten wie „Drei im Weggla“, Bier und Nürnberger Lebkuchen. Die Delegation, der Vertreter aus Handel, Messe, Hafen und Gastronomie angehörten, stellte Nürnberg als attraktiven Wirtschafts- und Messestandort vor und knüpfte dabei neue wirtschaftliche Kontakte. Auch die International Police Association (IPA) Nürnberg trug zur Partnerschaftspflege bei: Vom 19. bis 23. September reisten 48 aktive und pensionierte Polizeibeschäftigte mit Angehörigen zu einer Bildungsreise nach Venedig. Seit über 20 Jahren besteht eine enge Freundschaft zwischen den IPA-Gruppen beider Städte. Ausblick Im Jahr 2025 werden die Beziehungen zwischen Nürnberg und Venedig neue Höhepunkte erreichen. Besonders im Fokus steht die Teilnahme des Chors und Orchesters des Neuen
Gymnasiums Nürnberg am Venezia Music Festival vom 15. bis 19. Mai. Rund 130 Schülerinnen und Schüler werden Nürnberg musikalisch vertreten. Im September soll zudem das erfolgreiche „Festa della Birra“ wiederholt werden. Im Herbst werden die Klangerzählung „Casanova – der Mann hinter der Maske“, eine literarischmusikalische Hommage an den berühmten Venezianer von einem Barockensemble und der Erzählerin Christine Hausen aufgeführt. Aktuell werden auch Gespräche über eine Schulpartnerschaft der B13 mit einer venezianischen Schule geführt.
Kommunale Freundschaften
Bar (Montenegro)
Befreundet seit 2006 Vereinsaktivitäten Der Großteil der Aktivitäten findet in der Fränkisch-Montenegrinischen Gesellschaft e.V. („FRAMOG“) statt. Neben den Vereinssitzungen ist die wichtigste Veranstaltung im Jahr der montenegrinische Nationalfeiertag am 13. Juli, zu der die FRAMOG in Kooperation mit dem Bürgermeisteramt im Rathausinnenhof jedes Jahr ein großes Fest veranstaltet. Wie jedes Jahr beteiligte sich der Verein mit einer Bude am Markt der Partnerstädte. Außerdem unterstützt der Verein regelmäßig soziale Projekte in Bar. Im Jahr 2024 fand im Mai eine Freundschafts- und Projektreise nach Bar und weiteren Orten in Montenegro statt. Ausblick Auch der Nationalfeiertag wird wieder im Rathaus gefeiert.
Gera (Deutschland)
Städtefreundschaft seit 1990 Allgemeine Situation: Im Juni 2024 fanden in Gera Kommunalwahlen statt. Der neue OBM heißt Kurt Dannenberg/CDU. Die AfD-Fraktion ist weiterhin die stärkste Kraft und belegt 15 von 42 Sitzen. Diese Konstellation ist für die Stadtregierung nicht einfach und erfordert viele Kompromisse. Schwerpunkt der Zusammenarbeit: Der kulturelle Austausch stand auch in diesem Jahr im Mittelpunkt. Die Schriftstellerinnen Ulla Spörl und Katja Wisotzki stellten ihre Bücher im Rahmen der GEDOK-Ausstellung im Handwerkerhof vor. Im Oktober wurde die trinationale Ausstellung Silent Moments Gera – Nürnberg – Skopje präsentiert. Der neue OBM aus Gera hat dem Nürnberger OBM einen Besuch abgestattet, bei dem ein Ausbau der Beziehungen besprochen wurde. Ausblick: Für das nächste Jahr sind Austauschaktivitäten im Bereich Kultur geplant. Heike Hahn und Frank Rüdiger planen eine weitere Fotoausstellung.
Klausen und Montan (Italien)
Befreundet seit 1970 und 2012 Politische und wirtschaftliche Situation
Das Phänomen „Overtourismus“ beschäftigt auch Südtirol vermehrt. Rund 535 000 Einwohner zählt die Region, bei rund 34,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Die Übernachtungszahl in Klausen liegt p.a. bei 140.000, in der Gemeinde leben 5 200 Einwohner. So ist es nicht verwunderlich, dass über 55 % der Erwerbstätigen dort im Dienstleistungssektor arbeiten.
Am 4. Mai 2025 finden Kommunalwahlen in Südtirol statt. Nach drei Amtsperioden steht Bürgermeisterin Monika Delvai Hilber in Montan nicht mehr zur Wahl. In Klausen trifft der gegenwärtige Bürgermeister Peter Gasser auf einen Gegenkandidaten.
Aktivitäten
Aus personellen Gründen konnte der Jugenddienst Unteres Eisacktal den geplanten Austausch „Die Burg ruft“ in Nürnberg nicht umsetzen.
Klausens Bürgermeister Peter Gasser nahm im November am Vorbereitungstreffen zum Internationalen Jugendcamp 2025 in Nürnberg teil.
Michael Oberpertinger und sein Team betrieben die Klausen/Montan Bude am Markt der Partnerstädte. In diesem Jahr spielten Musiker der Musikkapelle Montan auf dem Markt der Partnerstädte und der Bühne des Christkindlesmarkts. Schmankerl dabei waren die beiden Damen der Musikkapelle, die „a Schnapserl“ aus Montan anboten.
Montans Bürgermeisterin Monika Delvai Hilber führte die Delegation im Dezember an, der sich auch Mitglieder des Salurner Vereins Albrecht-Dürer-Weg angeschlossen hatten. Eine spezielle Führung durch das Albrecht-Dürer-Haus und St. Sebald beeindruckte die Teilnehmenden sichtlich.
Ausblick
Oberbürgermeister König plant mit einer kleinen Delegation nach Südtirol zu reisen, um sich in Montan mit Frau Bürgermeisterin Monika Delvai Hilber und in Klausen mit Bürgermeister Peter Gasser zu treffen. Für Frau Delvai Hilber wird es das letzte Treffen als Bürgermeisterin sein, da sie sich (nach 15 Jahren) nicht mehr zur Gemeindewahl im Mai stellen wird.
Dank des Engagements von BM Gasser werden Jugendliche aus Klausen an Stelle des klassischen Jugendaustauschs am Internationalen Jugendcamp im Juli 2025 teilnehmen.
Nablus (Westjordanland/Palästinensische Gebiete)
Befreundet seit 2015 Politische und wirtschaftliche Situation Seit dem terroristischen Anschlag der palästinensischen Hamas im Oktober 2023 mit ca. 1300 Toten, ist die Lage in den palästinensischen Gebieten höchst angespannt. Die Stadt ist weitgehen abgeriegelt, es finden regelmäßige Kontrollen, Razzien und militärische Einsätze der israelischen Armee statt. Das öffentliche Leben ist stark eingeschränkt. Die partnerschaftliche Arbeit liegt weitgehend auf Eis, eine Realisierung von Projekten ist kaum möglich.
Aktivitäten Der Partnerschaftsverein INNA e.V. nahm an einer Deutsch- Palästinensischen Partnerschaftskonferenz der SKEW in Bonn statt. Dort stand die schwierige politische und gesellschaftliche Lage im Mittelpunkt. Teilnehmer aus den palästinensischen Gebieten berichteten über die Situation und es wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit besprochen. Ein gemeinsamer Antrag von IB und Partnerschaftsverein zur Verbesserung der Müllentsorgung in Nablus wurde erarbeitet. Bislang ist eine Antragstellung nicht möglich, da die aktuellen Finanzierungsmöglichkeiten seitens der SKEW noch nicht geklärt sind. Ende November nahmen IB und Partnerschaftsverein am Netzwerk Kommunale Partnerschaften Nahost in Traunstein teil. Die Veranstaltung wurde von der SKEW organisiert. Teilnehmende aus Jordanien, Libanon und Westjordanland sowie den deutschen Partnerschaftskommunen besprachen die Zusammenarbeit in den Themen Wasserwirtschaft, Müllentsorgung und Energieversorgung. Aktivitäten des Vereins: Der Partnerschaftsverein hält regelmäßigen Kontakt zu den Partnerinnen und Partnern im Land. Für die Stadtbibliothek in Nablus wurden Bücher deutschsprachiger Autorinnen und Autoren in deutscher und arabischer Sprache gespendet. Somit soll den Nutzer ein besserer Zugang zu deutschsprachiger Literatur ermöglicht werden. Der Verein betreibt mit großem Erfolg seine Bude auf dem Markt der Partnerstädte. Ausblick: Es ist davon auszugehen, daß die Lage weiterhin angespannt bleiben wird. Somit bleibt die partnerschaftliche Arbeit schwierig. Sollte sich die Finanzierungssituation im Laufe des Jahres klären, soll der o.g. Antrag von IB und Verein eingereicht werden. Weiterhin soll die partnerschaftliche Arbeit im Rahmen der eng gesteckten Möglichkeiten aufrecht erhalten werden.
Sokodé und Aného (Togo)
Projektpartnerschaften mit Tchaoudjo 1 (ehem. Sokodé) und Lacs 1 (ehem. Aného), Togo, seit 2018 Politische und wirtschaftliche Situation:
Politisch ist Togo nach wie vor stabil, auch wenn die Regierung unter Präsident Faure Gnassingbé mit Forderungen nach mehr Demokratie und politischen Reformen konfrontiert ist. Wirtschaftlich zeigt das Land Anzeichen von Wachstum, unterstützt durch Investitionen in Infrastruktur und Landwirtschaft, jedoch bleibt die Arbeitslosigkeit hoch und die Armut weit verbreitet. Die Regierung bemüht sich durch Reformen, die wirtschaftliche Diversifizierung voranzutreiben und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Die politische Instabilität in den nördlich gelegenen Sahelstaaten hat keinen Einfluss auf die Kooperation mit den beiden Kommunen.
Aktivitäten: Mit Unterstützung durch IB fand im Februar eine Benefizveranstaltung des Vereins FI Bassar für den Bau eine Kinderklinik in Bassar (Togo) im Internationalen Haus statt. Im März kamen vier Vertreterinnen von Frauenvereinen aus Sokodé, Aného und Bassar zu einem Austausch mit frauenspezifischen Themen für eine Woche nach Nürnberg. Drei der Vereine wurden
zudem mit Zuschüssen für ihre Projektarbeit unterstützt. Ebenfalls wieder einen Zuschuss erhielt das Afro Sommer Festival. Aufgrund der 2023 eingereichten Interessensbekundungen führten die GIZ Prüfprozesse zur Beantragung von lokalen Fachkräften zu den Themen Abfall in Aného und Solarenergie in Sokodé durch, für Aného ausschließlich online, für Sokodé im September vor Ort. Mit Finanzierung der SKEW konnte außerdem eine Fachdelegation zum Thema Abfall und Abwasser aus Nürnberg ebenfalls im September nach Aného reisen. In Kooperation mit dem Filmhaus Nürnberg wurde im November die Doku „Togolandprojektionen“ in Anwesenheit des Regisseurs J. Ellinghaus gezeigt. Bei einer Diskussionsveranstaltung zur Perspektive der Afrika-Arbeit der Stadt Nürnberg ebenfalls im November wurde besprochen, die Projektkooperation mit den zwei togolesischen Kommunen zu verstetigen und keinen wiederkehrenden Wechsel der afrikanischen Partner mehr anzustreben. Zum Ende des Jahres war der Verein Action Developpement Togo e.V. wieder mit einer Aného-Bude auf dem Markt der Partnerstädte vertreten, um mit den Einnahmen den Bau eines Waisenhauses in der Nähe von Aného zu finanzieren. Ein Nürnberger Bürger spendete zum wiederholten Mal eine kleine Summe zur Kofinanzierung eines Projekts zur Verhütung von Frühschwangerschaften in Sokodé. Der von IB mitinitiierte Initiativkreis zu Afrika in der Metropolregion hat sich 2024 in „Nachhaltige Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit Afrika“ umbenannt und will noch stärker als bisher wirtschaftliche Themen bearbeiten. Die Verstetigung und Finanzierung der koordinierenden Personalstelle dafür scheint derzeit nur über ein Umlagemodell engagierter Kommunen möglich und ist daher langfristig schwer tragbar. Kooperation mit Vereinen: Wie gewohnt, arbeitete IB eng mit den Nürnberger Vereinen Aktion für die Entwicklung von Tchaoudjo/Togo (ADT) e.V. und Action Développement Togo e.V. zusammen und ist stets mit weiteren Afrika-Vereinen vernetzt. Besonders der Verein Fi Bassar, der die Klinikpartnerschaft des Klinikums Nürnberg Nord mit dem Krankenhaus in Bassar (Togo) unterstützt, wird, wo dies möglich ist, in die Togo-Arbeit miteinbezogen. Ausblick: Die beantragten lokalen Fachkräfte werden im März 2025 ihre Arbeit in den zwei Kommunen aufnehmen. Die Medienwerkstatt Franken wird einen Beitrag über die Projektpartnerschaft mit Sokode und Aného produzieren. Eine kleine Gruppe Jugendlicher aus Sokodé soll am internationalen Jugendcamp im Juli in Nürnberg teilnehmen und danach einen Schulaustausch mit der Wilhelm-Löhe-Schule durchführen. Die Entfristung der Projektpartnerschaft mit den zwei togolesischen Kommunen soll durch einen Stadtratsbeschluss bestätigt werden. Im September werden Vertreter aus den beiden togolesischen Kommunen im Rahmen der 6. Partnerschaftskonferenz zwischen Kommunen aus Deutschland und Subsahara-Afrika nach Deutschland kommen, zunächst zur Konferenz nach Gießen und anschließend nach Nürnberg. In diesem Rahmen ist auch ein Fachaustausch zwischen den beiden lokalen Fachkräften mit ASN, SUN und der Solarinitiative Nürnberg geplant.
Partnerschaftsübergreifende Projekte
Markt der Partnerstädte
Seit über 40 Jahren gibt es hinter dem großen Nürnberger Christkindlesmarkt die Buden des Marktes der Partnerstädte. Die Händlerinnen und Händler aus den Partnerstädten oder befreundeten Städten Nürnbergs und die Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, die Städtepartnerschaften unterstützen, verkauften wieder landestypische (Weihnachts-)artikel aus ihren Heimatstädten und -ländern. Nicht alle Buden waren wieder vertreten: Es fehlte wie im Vorjahr Atlanta (USA), hier konnte noch kein neuer Betreiber gefunden werden und Kalkudah (Sri Lanka) wird nicht mehr am Markt teilnehmen.
In den 22 Buden waren vertreten: Aného (Togo), Antalya (Türkei), Bar (Montenegro), Braşov/Kronstadt (Rumänien), Charkiw (Ukraine), Córdoba (Spanien), Gera (Thüringen), Glasgow (Großbritannien), Hadera (Israel), Kavala (Griechenland), Venedig, Verona, Klausen (Italien), Krakau (Polen), Nablus (Palästinensische Gebiete), Prag (Tschechien), Nizza und Corrèze (Frankreich), San Carlos (Nicaragua), Santiago de Cuba (Kuba), Shenzhen (China) und Skopje (Nordmazedonien).
Am letzten Markttag besuchte wieder das Nürnberger Christkind die internationale Budenstadt.
Die Marktbuden werden den Städten und Vereinen grundsätzlich durch IB zur Verfügung gestellt. Weitere Kosten wie z.B. Standgebühren und Strom müssen von den Betreibern selbst bezahlt werden. Viele Buden sind inzwischen abgearbeitet, so dass Ersatz erforderlich wird. IB hat es durch interne Umschichtungen geschafft, im Jahr 2024 erneut zwei neue Buden anzuschaffen. Es wird angestrebt, nach und nach die vorhanden Buden qualitativ zu verbessern.
Grenzenlos
Partnerschaftsfest seit 2003 Ein Höhepunkt im Rahmen der Feiern zum 70-jährigen Jubiläum der Verbindung zwischen Nizza und Nürnberg war das Grenzenlos-Fest im Tucherschloss am 10. und 11. August 24. Neben Musik mit Bands aus Nizza, Frankreich, Schweiz und Deutschland gab es wieder ein vielfältiges Programm mit Sprachanimations-Workshops, Vorträgen über Nizza, eine Lesung, Boulespielen und Kindermitmachprogramm. Der Freundeskreis Nürnberg-Nizza beteiligte sich mit einem Infostand ebenso wie das Museum mit Kurzführungen der historischen Hausherrin Katharina Tucher. Für typische französische Speisen und Getränke war ebenso gesorgt wie für das gute Wetter. Finanziell unterstützt wurde das Fest vom deutsch-französichen Bürgerfonds. Französische Giveaways des Flughafens verwiesen auf die Direktverbindung Nürnberg - Nizza.
Bäume der Partnerschaft
In Zusammenarbeit mit SÖR und durch die finanzielle Unterstützung der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg konnten an der Wöhrder Wiese 15 Partnerschaftsbäume gepflanzt und am 3. Juli feierlich eingeweiht werden. Entlang des Johann-Soergel-Wegs befinden sich die zehn ersten Partnerschaftsbäume, stadtauswärts beginnend mit Venedig, Nizza, Krakau, Skopje, Glasgow, San Carlos, Charkiw, Prag, Hadera bis hin zu Antalya. Vor dem Biergarten quert der „Weg der
Partnerstädte“ die Wöhrder Wiese. Die Namensgebung des Verbindungswegs wurde bereits im Frühjahr im Verkehrsausschuss beschlossen. Am zweiten Standort der Partnerschaftsbäume finden sich Shenzhen, Atlanta, Kavala, Córdoba und Nürnbergs jüngste Partnerstadt Braşov. Die Reihenfolge richtete sich nach der Dauer der offiziellen partnerschaftlichen Verbindung. Auch botanisch spiegeln die Bäume die Vielfalt der Partnerstädte wider. Insgesamt neun verschiedene Gattungen finden sich unter den Bäumen. Am häufigsten sind Eiche, Ahorn und Linde. Darunter ist auch die in Deutschland seltener vorkommende Art der Wasser- Eiche oder der exotisch klingende Japanische Schnurbaum.
Internationales Jugendcamp 2025 - Vorbereitungstreffen
Im Juli 2025 wird das große Internationale Jugendcamp, organisiert von KJR, Jugendamt und IB, mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den Partnerstädten und befreundeten Städten stattfinden. Zur Vorbereitung trafen sich im November 2024 Fachleute aus Nürnberg und den beteiligten Städten
Gremien und Netzwerkarbeit
IB ist aktiv in verschiedenen überregionalen Gremien und Netzwerken vertreten. Beispielhaft seien der Initiativkreis Afrika in der EMN, der AK Entwicklungspolitik des bayerischen Städtetages, dem AK IKON des Deutschen Städtetages sowie Eurocities genannt. Intensiv ist auch die Mitarbeit im joiN-Netzwerk. Dieses Netzwerk hat das Ziel ein Forum für Austausch, Qualifizierung und stärkere Sichtbarkeit von Internationaler Jugendarbeit in Nürnberg zu sein. Damit soll auch zur Umsetzung der Ziele sowohl der bayerischen Staatsregierung als auch der Bundesregierung zur Stärkung des internationalen Jugendaustausches beigetragen werden. Mit der Stiftung Jugendaustausch Bayern konnte jetzt der Anschub für die Einrichtung einer befristeten Stelle beim Jugendamt umgesetzt werden. Der jährliche Jahresumtrunk fand dieses Jahr auf der Wöhrderwiese zusammen mit der Einweihung der Partnerschaftsbäume statt und bot den Kooperationspartnern von IB wieder eine Gelegenheit für Gespräche und weitere Vernetzung.
Finanzen 2024
Antalya 2.990 € Atlanta 12.530 € Brasov 8.383 € Charkiv 36.680 € Cordoba 5.700 € Glasgow 17.000 € Grenzenlosfest 13.490 € Hadera 2.720 € Jugendcamp 2025 3.970 € Kavala 7.420 € Krakau 34.530 € Nizza 28.740 € Prag 8.230 € San Carlos 27.200 € Skopje 7.180 € Sonstige Internat.Kooperationen 13.210 € Euro-Cities 17.570 € (davon Mitgliedsbeitrag: 16.870 €) Jüd.Mitb.ehem.Nbg. 300 € Übergreifende Projekte 1.810 € Öffentlichkeitsarbeit 3.070 € Togo 16.140 € (Kost: L111120001 und Z111120001)
Enthalten in obigen Ausgaben sind Zuschussausgaben an Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereine, Gruppen, Privatpersonen usw. für städtepartnerschaftliche Aktivitäten:
Antalya (2)* 810 € Atlanta (1)* 500 € Charkiv (4)* 3.300 € Cordoba (3)* 1.100 € Glasgow (3)* 4.400 € Hadera (2)* 2.300 € Jugendcamp 2025 (1)* 1.800 € Kavala (3)* 3.220 € Krakau (2)* 3.000 € Nizza (3)* 2.400 € Prag (5)* 6.000 € San Carlos (5)* 15.840 € Skopje (3)* 4.000 € Sonst.Internat.Kooperationen (1)* 6.000 € Togo (6)* 9.250 € ()* Anzahl der Massnahmen
Shenzhen (Regionalpartnerschafts-Fonds) Ausgaben: 32.070 € Einnahmen: (Beitragsz. der Regionalpartner) 27.500 €
Markt der Partnerstädte: Ausgaben: 15.070 € (incl. Reparaturen) 2 neue Marktbuden 34.500 €