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← Sitzung des Gesundheitsausschusses (09.10.2024)

Sachverhaltsdarstellung

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Gostenhof Langwasser Gibitzenhof Schweinau Großreuth bei Schweinau Muggenhof St. Leonhard Gesundheitsausschuss Soziales & Gesundheit Stadtentwicklung & Planung Wohnen & Bauen

Maschinell extrahierter Text. Verbindlich ist das Originaldokument.

Gesundheitskioske in Nürnberg

Sachverhaltsdarstellung

1. Aktuelle gesetzliche Grundlage (Stand Juli 2024)

Der erste Gesundheitskiosk wurde bereits im Jahr 2017 in Deutschland, im Rahmen eines Modellprojekts in Hamburg eingeführt. Ziel war und ist es, in benachteiligten Regionen einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratungs-, Informations- und Präventionsangeboten anzubieten, aber auch die Behandlung kleinerer medizinischer Beschwerden leisten zu können. Vorbilder dafür sind die „Walk-in-Kliniken“ in Finnland oder die „Retail-Kliniken“ in den USA. Anfang 2022 folgten weitere Einrichtungen in Aachen und Essen sowie Ende 2022 weitere in Thüringen (Deutscher Bundestag, 2023).

Im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung sind die Errichtung von Gesundheitskiosken in benachteiligten Stadtteilen vorgesehen. Als Richtwert wurde dabei ein Gesundheitskiosk pro ca. 80.000 Einwohner festgelegt, was somit bundesweit ca. 1.000 Kioske bedeuten würde (SPD, Die Grünen, FDP, 2021).

Im Referenten-Entwurf zum Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) vom 15.06.2023 war angedacht, dass das Initiativrecht zur Eröffnung eines Gesundheitskiosks bei den Kommunen liegen soll. Als Leitung war eine Pflegefachkraft vorgesehen (zukünftig durch eine neue Ausbildung von „Community Health Nurses“). Die Besonderheit des vor Ort eingesetzten Personals sollte außerdem darin liegen, dass diese über Kenntnisse in verschiedenen Sprachen verfügen (Bundesministerium für Gesundheit, 2023).

Ein erstes Eckpunktepapier zum Ausbau von Gesundheitskiosken wurde bereits Ende August 2022 veröffentlicht. Im Juni 2023 folgte dann der erste Referentenentwurf zum GVSG, der anschließend mehrmals überarbeitet wurde. Im April 2024 wurden, in einem vierten Entwurf, u.a. die Gesundheitskioske aus dem Entwurf gestrichen. Das hatte zur Folge, dass in dieser Regierungsperiode nicht mehr damit zu rechnen war, dass es für die Gesundheitskioske eine Gesetzesgrundlage geben wird.

In der 1046. Sitzung des Bundesrates wurde das GVSG nun doch wieder als Tagesordnungspunkt aufgenommen. Der Gesundheitsausschuss fordert erneut die Einführung der Gesundheitskioske (Ärzteblatt, Bundesrat, Drucksache 234/1/24). Dabei sollen die Kioske an schon vorhandene Beratungsstellen „oder Einrichtungen, an denen schon Gesundheitsleistungen erbracht werden, angebunden werden und stellen auch ein digitales und telefonisches Angebot zur Verfügung“.

Die Situation und insbesondere mögliche Finanzierung von Gesundheitskiosken bleibt jedoch nach wie vor ungeklärt.

Die Stadtratsfraktionen von SPD und CSU haben bereits im Jahr 2023 Anträge zur Prüfung eines möglichen Gesundheitskiosks in Nürnberg gestellt. Im Zuge dessen wurden verschiedene Schritte eingeleitet, die im Folgenden - angesichts der ungeklärten Situation als Zwischenbericht - dargestellt werden.

2. Gesundheitskioske in anderen Städten (Best-Practice-Beispiele)

a. Gesundheitskiosk Billstedt-Horn, Hamburg

Die erste Modellphase (2017 – 2019) wurde durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) und verschiedenen Krankenkassen gefördert. Der Stadtteil Billstedt-Horn (Hamburg), in welchem der Gesundheitskiosk verortet ist, ist gekennzeichnet von einer überdurchschnittlich hohen Anzahl sozioökonomisch benachteiligter Bewohnerinnen (Arbeitslose, ALG II-Empfängerinnen, Migrantinnen, kinderreiche Familien, Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen).

Mittlerweile haben sich die Standorte des Gesundheitskiosks in Hamburg auf fünf erweitert. Beraten wird in sieben verschiedenen Sprachen: Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Russisch, Türkisch, Farsi und Dari – so wird eine gesundheitliche Betreuung in der Muttersprache gewährleistet. Neben der allgemeinen Gesundheitsberatung wird auch eine Hebammenund Pflegesprechstunde angeboten. Zusätzlich gibt es Gesundheitskurse wie z.B. Bewegungs- und Ernährungsangebote. Einmal monatlich werden Sprechstunden des Bezirksamtes (als externe Kooperation) angeboten, beteiligt sind der Pflegestützpunkt, der sozialpsychiatrische Dienst und der schulärztliche Dienst, jeweils mit Sprechstunden vor Ort. Bei Bedarf gibt es zusätzlich die Möglichkeit der Teilhabeberatung (durch die Hamburger Wegbereiter) oder eine Sprechstunde zur seelischen Gesundheit.

Der Gesundheitskiosk versteht sich als niedrigschwellige, unterstützende Stadtteilinstitution, in welchem eine multiprofessionelle, integrierte und präventive Versorgung angeboten wird. Neben individuellen Zielen und Versorgungsplänen, die mit den Besucherinnen gemeinsam festgelegt werden, gibt es zudem ein Netzwerk aus Ärztinnen und Krankenhäusern in der nahen Umgebung, welches eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit sicherstellt. 50% der Personen, die den Gesundheitskiosk besuchen, haben eine Überweisung von Ärztinnen (spezieller Überweisungsschein explizit für den Gesundheitskiosk), 30% kommen auf eigene Initiative, 20% durch die Vermittlung von soziale Einrichtungen.

Die externe Evaluation (18-monatiger Evaluationszeitraum) durch das Centre for Health Economics der Hamburger Universität zeigte, dass die gesundheitlichen Chancen und der Zugang zur Gesundheitsversorgung verbessert wurden. Die Patientenzufriedenheit sowie die Compliance wurden erhöht sowie auch die Vernetzung und Arbeitszufriedenheit der Akteurinnen der Gesundheitsversorgung.

Während zu Beginn die Angebote des Gesundheitskiosk für alle offen waren, sind diese mittlerweile nur noch für Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg und der MOBIL Krankenkasse zugänglich.

b. Gesundheitstreffs in München

Die Gesundheitstreffs in München gelten als Außenstelle des Münchener Gesundheitsreferats und sind in kommunaler Trägerschaft. Sie verstehen sich als niedrigschwellige, interdisziplinäre Anlaufstellen rund um das Thema Gesundheit in ausgewählten Stadtgebieten. Die Gesundheitstreffs verknüpfen den medizinischen Sektor mit dem sozialen Bereich und haben dementsprechend Angebote aus beiden Bereichen. Gemeinsam mit Stadtteilakteurinnen werden zudem konkrete Maßnahmen der Gesundheitsförderung und –vorsorge angeboten.

Angesiedelt sind sie in Stadtteilen mit hohen sozialen Herausforderungen oder neuen Stadtgebieten mit einem hohen Anteil an gefördertem Wohnungsbau. Zudem besteht dort ein (prognostizierter) Mangel an Haus- und/oder Fachärzten. Die Auswahl der Gebiete wurde anhand der Sozial- und Gesundheitsberichterstattung vorgenommen und dann mit regionalen Akteurinnen abgeglichen. In den Treffs arbeiten eine ärztliche Fachkraft, eine Sozialpädagogin, eine Medizinische Fachangestellte sowie Gesundheits- und Pflegefachkräfte und Gesundheitslotsinnen. Ergänzt wird diese Expertise durch weitere Fachkräfte der Kooperationspartnerinnen wie z.B. Hebammen und Physiotherapeutinnen.

Das Angebot ist offen für alle Ziel- und Altersgruppen. Schwerpunkte liegen bei psychosozial und gesundheitlich belasteten Personen sowie Fachkräften und Multiplikatorinnen. Neben den Angeboten des Kernteams zu ärztlichen Sprechstunden, Check-ups, Sozialberatungen, Vorträgen, Gruppenangeboten und aufsuchenden Angeboten sind auch weitere Dienste des Referats integriert. Dazu gehören unter anderem Zahngesundheit, Impfberatung und STI-Beratung. Durch die Kooperationspartnerschaften wird das Angebotsspektrum erweitert. Perspektivisch soll ein Netzwerk Gesundheit aufgebaut werden (z.B. um verbindliche Kooperationen mit niedergelassenen Ärztinnen aufzubauen) und zudem muttersprachliche Gesundheitslotsinnen integriert werden. Es wird außerdem überprüft, ob noch zwei weitere Standorte der Gesundheitstreffs gegründet werden können.

c. Zusammenfassung und fachliche Empfehlung

Bereits bestehende Konzepte zeigen, dass Gesundheitskioske durch ihre dezentralen Standorte dafür sorgen können, vulnerable Gruppen besser zu erreichen und somit deren Gesundheit zu verbessern. Dabei gibt es nicht „das eine Konzept“, es wird empfohlen entsprechende Anpassungen in den jeweiligen Kommunen bzw. Stadtteilen zu unternehmen und diese partizipativ mit Bürgerinnen bzw. beteiligten Akteurinnen zu entwickeln (Köckler et al., 2023). Auf Basis der bisherigen Evaluationsergebnisse aus Hamburg wird ebenfalls nachdrücklich empfohlen, dass derartige neue Ansätze zur Verbesserung wohnortnaher Versorgungs-und

Beratungsangebote auch in anderen Kommunen auf deren Umsetzbarkeit und Finanzierung geprüft werden sollten1 (Fischer, A., 2022).

Die Gesundheitstreffs in München zeigen, dass sie eine niedrigschwellige Ergänzung im Gesundheitssystem sind, welche die Ärztinnen in den entsprechenden Stadtteilen entlasten und zum Teil die Menschen erreichen, die auf Grund prekärer Lebensverhältnisse einen erschwerten Zugang zu Gesundheitsversorgung und Angeboten der Prävention und Gesundheitsförderung haben (Graner, 2022; Graner, 2023).

Die Erfahrung der AOK Rheinland-Hamburg in der Umsetzung verschiedenster Gesundheitskioske zeigt, dass diese zu einer Entlastung der Ärztinnen führen und fremdsprachige Patientinnen unterstützt werden deren Diagnosen, Behandlungen und Möglichkeiten besser zu verstehen (AOK Rheinland/Hamburg, 2024).

Expertinnen empfehlen Gesundheitskioske als zukunftsweisende Maßnahme zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung und -aufklärung. Diese bieten Möglichkeiten ärztliche Ressourcen gezielter einzusetzen, Krankheiten frühzeitiger zu erkennen, eine gute Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen und -diensten zu gewährleisten und auf langfristige Sicht die Gesundheitskosten zu reduzieren (Köckler et al., 2023).

3. Aktueller Bearbeitungsstand in Nürnberg

Um eine mögliche Etablierung von Gesundheitskiosken in Nürnberg zu diskutieren, wurden als Auftakt im Rahmen einer Veranstaltung Stimmen aus Politik, sozialen Einrichtungen und Akteurinnen des Gesundheitssektors eingeholt. Anschließend fand eine Literaturrecherche über bereits bestehende Kioske statt. Zudem wurden Daten über die demografische und soziale Lage in Nürnberg, über die Wohnsituation und den Gesundheitszustand der Bürgerinnen gesammelt und aufbereitet. Eine Befragung von Bürgerinnen zur medizinischen Versorgung sowie Bedarfen im Stadtteil schloss sich daran an. Der Fokus liegt dabei auf Bürgerinnen, die in Stadtteilen leben, die zu den „sozial angespannten Quartieren“ gehören.

a. Veranstaltung Gesundheitskioske Nürnberg, 21.07.2023

Am 21.07.2023 wurde die Idee der Gesundheitskioske im Rahmen einer Veranstaltung durch den Bereich Gesundheitsförderung/Gesundheitsplanung, dem AK Gesunde Städte-Netzwerk und der Gesundheitsregionplus diskutiert. Knapp 70 verschiedene Akteurinnen aus Verwaltung, Politik, Versorgung und Krankenkassen beteiligten sich. Praxisbeispiele aus Hamburg und München wurden vorgestellt, diskutiert und im Anschluss in drei Workshop-Gruppen

1 Weitere Informationen zu Gesundheitskiosken zu finden unter: gesundheitliche-Chancengleichheit: Gesundheitskioske (gesundheitliche-chancengleichheit.de)

Ideen gesammelt wie ein Gesundheitskiosk für Nürnberg (Kriterien zur Auswahl eines Standorts, Funktionen sowie Professionen) ausgestaltet sein könnte. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum zusammengefasst (s. Anhang A).

Dass der Fokus darauf gelegt werden sollte, sich mit vorhandenen Strukturen zu vernetzen und daran anzudocken (ärztliche Versorgung, Stadtteilarbeit) und Doppelstrukturen zu vermeiden, darin waren sich alle Workshop-Gruppen einig. Als Verortung bieten sich Stadtteile an, die als „sozial angespannte Quartiere“ in Nürnberg gelten, dabei können u.a. auch Stadterneuerungsgebiete sowie auch Gebiete, die im Fokus der Sozialraumentwicklung stehen, als Anhaltspunkt dienen. Der Wunsch war außerdem, vorhandene und bereits bekannte Räumlichkeiten zu nutzen, um so einen niedrigschwelligen Zugang gewährleisten zu können. Als Ergänzung könnten mobile und/oder digitale Angebote einen Gesundheitskiosk unterstützen.

Inhaltlich stehen neben der Vernetzungsfunktion vor allem die Lotsen-, Vermittlungs- und Beratungsfunktion im Vordergrund. Vorgehalten werden sollen zudem kleinere medizinische Behandlungen sowie Angebote zur Vorsorge und Prävention. Wichtig ist, dass diese Angebote zielgruppenspezifisch gestaltet sowie in verschiedenen Sprachen angeboten werden.

Als Hauptprofessionen, die in einem Gesundheitskiosk als Fachkräfte arbeiten sollen, wurden Fachkräfte aus den Bereichen Soziale Arbeit, Pflege, medizinische Fachkräfte und Gesundheitslotsinnen genannt. Zusätzlich sind Expertinnen von externen sozialen und Gesundheitseinrichtungen einzubeziehen (z.B. Apotheken, Pflegestützpunkte, NOA etc.) und mit ihren Angeboten zu berücksichtigen. Das Angebot kann laufend, je nach Bedarfen ergänzt werden, z.B. mit Angeboten durch Hebammen, Ökotrophologinnen und weiteren.

b. Austausch und Datensammlung

Im Zuge der Diskussion zur bundesweiten Umsetzung fanden zusätzlich zu Gesprächen auf lokaler Ebene auch eine Vernetzung auf Landesebene sowie auf Bundesebene statt. Über das bundesweite Netzwerk des Gesunde Städte-Netzwerk und der Tätigkeit der Bereichsleitung der Gesundheitsförderung im Sprecherinnen-Rat wurde eine gemeinsame Stellungnahme zum Referentenentwurf im November 2023 verfasst2. Darüber hinaus fanden Austauschgespräche mit verschiedenen Vertreterinnen bereits bestehender Kioske oder ähnlicher Strukturen statt (Kümmerei Köln, Poliklinik Veddel, Optimedis3 als Anbieter, …).

2 https://gesunde-staedte-netzwerk.de/wp-content/uploads/Stellungnahme-Gesunde-Staedte-Netzwerk-Gesundheitskiosk.pdf 3 Die Optimedis AG ist ein in Hamburg ansässiges Unternehmen für Management, Forschung und Analytik im Gesundheitswesen. Das Unternehmen war 2017 an der Erarbeitung des Konzepts für den ersten Gesundheitskiosk in Hamburg beteiligt.

Auch an einer Veranstaltung zur Umsetzung des GVSGs in Loccum beteiligte sich der Fachbereich Gesundheitsförderung4. Zudem wurde auf Landesebene das Thema der Regionalgruppe Gesunde Städte-Netzwerk Bayern aufgegriffen.

Zusätzlich fanden in Nürnberg vertiefende Austauschgespräche mit dem Praxisnetz Nord, der Stadtmission, Sozialraumentwicklung und dem Seniorenamt des Referates V statt. In den Gesprächen war man sich einig darüber, dass mit einem Kiosk keine Doppelstrukturen geschaffen werden sollten und bereits bestehende Strukturen, Angebote und Netzwerke (Pflegestützpunkt, Angebote der Wohlfahrtsverbände, Sozialamt etc.) dringend einbezogen werden müssen. Zudem sollte der Gesundheitskiosk an einem zentralen Ort sein, welcher möglichst barrierefrei und niedrigschwellig zugänglich ist (z.B. in Fußgängerzone oder zentralem Einkaufszentrum).

Als wichtiges Argument für einen Gesundheitskiosk ist aus Sicht der Ärzteschaft, dass die Kliniken dadurch entlastet werden könnten. Das betrifft vorwiegend die Notaufnahmen, da ein Gesundheitskiosk eine erste, schnell erreichbare Anlaufstelle für Menschen mit gesundheitlichen Problemen/Anliegen darstellen soll. Des Weiteren kann mit einem Gesundheitskiosk der Zugang zu Personen geschaffen werden, die schwer zu erreichen sind. Eine gegenseitige Weiterverweisung (Arzt – Gesundheitskiosk) ist von beiden Seiten wünschenswert.

Ein weiterer Aspekt, der in den Austauschgesprächen als wichtiges Argument für einen Gesundheitskiosk angeführt wurde, ist, dass ambulante Strukturen und Dienste entlastet werden könnten. Wichtig sind dabei folgende Funktionen: Übernahme von medizinischen Routineaufgaben wie z.B. Ernährungsberatung, Verband wechseln etc., psychosoziale Beratung, Gesundheitsberatung, Gesundheitsförderung/Prävention, Art Clearing/Screening, um den Bedarf der Person zu ermitteln, Lotsenfunktion (Gesundheitskiosk bildet Dach zu Gesundheitsangeboten, aber auch zum Gesundheitssystem.) Die Beratung sollte unbedingt auch in mehreren Sprachen mit entsprechend kulturellem Hintergrund angeboten oder übersetzt werden. Ergänzt werden kann das Angebot mit einer digitalen Übersicht oder Wegweiser. In den Austauschgesprächen wurde eine Offenheit signalisiert, mögliche Gesundheitskioske mitzugestalten.

Um einen Überblick der sozialen, gesundheitlichen, demographischen und baulichen Lage in Nürnberg zu erhalten wurden einige, vorhandene Quellen und Bedarfsanalysen gesichtet:  Sozialraumtypisierung 2024 - Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth  Statistikmonitor 2022 – Amt für Statistik

4 https://www.loccum.de/publikationen/9783817275236/

 Gesundheitsbericht für die kreisfreie Stadt Nürnberg 2019 – AOK Bayern  Anfrage an die KVB bzgl. Hausarzt/Facharztversorgung in den Stadtteilen  Gesundheitsamt Nürnberg, Bereich Gesundheitsförderung: o Bedarfserhebung Kultursensible Prävention 2023 o Bedarfserhebung Jungen- und Männergesundheit 2023 o Bedarfserhebung im Rahmen des Projekts „Gesundheit für alle im Stadtteil“ 2018

Die Ergebnisse der Sozialraumtypisierung 2024 betrachten 242 Stadtteile in Nürnberg bezüglich ihrer Demographie, der sozialen Lage und ihrer bebauten Umgebung. Anhand dieser Ergebnisse wurden die Stadtteile einem von sechs Sozialraumtypen zugeordnet. Der Sozialraumtyp „Sozial angespanntes Quartier“ stellt sich als derjenige heraus, in welchem davon ausgegangen wird, dass dort ein großes Potential herrscht die Gesundheit sowie den Zugang zu entsprechenden Angeboten der dort lebenden Bürgerinnen zu verbessern. Merkmale der „Sozial angespannten Quartiere“ sind unter anderem:

 Ein hoher Anteil an Menschen in Arbeitslosigkeit (> 35%)  Ein hoher Anteil an Grundsicherungsempfängern (> 35%)  Ein hoher Anteil an Kinder in Bedarfsgemeinschaften (> 35%)  Ein hoher Anteil an Ausländerinnen (> 35%)  Suboptimale Wohnbedingungen (hohe Bebauungsdichte, viele Mehrfamilienhäuser, viele Altbauwohnungen, kurze Wohndauer)

Diese Ergebnisse wurden mit weiteren Zahlen des Statistikmonitors zusammengeführt und die Stadtteile herausgefiltert, in welchem von einer hohen Belastungsquote ausgegangen wird. Dazu zählen beispielsweise die Stadtteile Gostenhof, Muggenhof und Tafelhof.

Ergebnisse der Experteninterviews, die im Rahmen des Projekts „Gesundheit für alle im Stadtteil“ geführt wurden, zeigten zudem, dass es gerade für die Stadtteile St. Leonhard/Schweinau und den Nürnberger Westen (Gostenhof/ Bärenschanze/ Muggenhof/ Eberhardshof) einen großen Bedarf an niedrigschwelliger Beratung rund um das Thema Gesundheit gibt. Vor allem der Zugang zum Gesundheitssystem sowie Beratung in unterschiedlichen Sprachen wird als wichtige Funktion einer möglichen dezentralen Anlaufstelle genannt5.

c. Ergebnisse einer ersten Befragung

Um einen Trend dahingehend zu erhalten, wie zufrieden die Nürnberger Bürgerinnen mit der medizinischen Versorgung in ihrer Umgebung sind und welche Gesundheitsthemen für diese von Bedeutung sind, wurde eine kleinräumige (nicht repräsentative) Befragung durchgeführt.

5 Abschlussbericht und Gesundheitsprofile der Stadtteile sind zu finden unter: https://www.nuernberg.de/internet/gesundheit_nbg/gesundheitfueralleimstadtteil.html

Dafür wurde ein Fragebogen entwickelt, welcher sich in vier Themenblöcke unterteilt: Gesundheitsinformationen, ärztliche Versorgung, persönliche Gesundheit sowie soziodemografische Angaben (Geschlecht, Alter, Stadtteil). Bei Stadtteilfesten in Gibitzenhof, Muggenhof und St. Leonhard wurden Personen befragt. Sie konnten den Fragebogen selbstständig händisch oder digital ausfüllen.

An drei Terminen konnten Rückmeldungen von 50 Personen gesammelt werden. Ein Großteil der befragten Personen waren 55 Jahre alt oder älter, 12% waren zwischen 26 und 35. 70% davon waren weiblich, 30% männlich. Der größte Anteil der Befragten lebt in den Stadtteilen Gibitzenhof, Muggenhof und St. Leonhard, welche zu den sozial angespannten Quartieren gehören.

Der Fragebogen wurden zusätzlich an 39 angehende Gesundheitslotsinnen verteilt, welche im Rahmen einer Schulung zusammenkamen. Auch unter diesen waren ca. ein Drittel der befragten Personen weiblich, das durchschnittlich Alter war jedoch niedriger. 60% waren zwischen 36 und 55 Jahren. Es lag eine große Streuung unter den Wohnorten der Befragten, gehäufte Angaben gab es in den Gebieten Großreuth bei Schweinau, Gibitzenhof, Beuthener Straße und Langwasser.

Gesundheitsinformationen 86% der Befragten gaben an sich Informationen rund um das Thema Gesundheit bei deren Hausärztin zu holen, 60% nutzen das Internet und ca. 40% informieren sich im Freundeskreis. Das Gesundheitsamt in Nürnberg wurde von 38% der Befragten als bekannte Quelle für Gesundheitsinformationen genannt.

Ein Großteil der Befragten (63% bei den Stadtteilfesten, 88% bei der Gesundheitsschulung) kennen keine Beratungsstelle in Nürnberg, die angehenden Gesundheitslotsinnen wünschen sich zudem noch Beratungsmöglichkeiten in ihrer (Mutter-)Sprache.

Ärztliche Versorgung Etwa 60% der Befragten sind mit der ärztlichen Versorgung in ihrem Stadtteil zufrieden. 18% gaben an diese als schlecht bzw. sehr schlecht zu empfinden, 40% sind „mittelmäßig“ zufrieden. Vor allem lange Wartezeiten bei den Fachärztinnen (87%) und Hausärztinnen (47%) sind ein Problem. Rund 25% gaben den Wunsche nach einer zentralen Anlaufstelle an, die bei medizinischen Fragen und Anliegen berät. Die befragten Personen bei der Gesundheitsschulung waren deutlich weniger zufrieden, lediglich 32% bewerteten die Versorgung mit gut bzw. sehr gut.

Persönliche Gesundheit

Zu den Themen, die für die Befragten am interessantesten und relevantesten aus dem Bereich Gesundheit sind, zählen Sport/Bewegung, Vorsorge und Arztbesuche, Gesunde Ernährung sowie Entspannung/Meditation. In ihrer Nähe wünschen sie sich kompetente (Fach-) Ärzte, mit verfügbaren Kapazitäten und Bewegungsangeboten, die günstig oder kostenfrei sind. Einige Stimmen gaben auch an, dass sie mit den Angeboten in ihrem Stadtteil zufrieden seien und keine weiteren Angebote benötigen würden.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten wünschen sich eine gut erreichbare, zentrale Anlaufstelle zum Thema Gesundheit, welche zu Gesundheitsthemen berät und informiert, durch das System lotst und medizinische Hilfen bereitstellt. Als mögliche Orte dafür wurden Stadtteile, das Zentrum oder bereits vorhandene Gebäude genannt (z.B. Apotheken, Mehrgenerationenhäuser,..).

Die Rückmeldung der Gesundheitslotsinnen fielen eindeutiger aus. Hier waren sich alle Beteiligten einig, dass ihnen eine zentrale Anlaufstelle für gesundheitliche Anliegen helfen würde. Neben den oben genannten Inhalten, wurden Angebote in anderen Sprachen, psychologische Betreuung und Angebote der Gesundheitsförderung aufgezählt.

5. Zusammenfassung und weiteres Vorgehen

Die Ergebnisse der Befragungen zeigen, dass ein Gesundheitskiosk die Strukturen vor Ort entlasten und den Zugang zum Gesundheitssystem erleichtern und ebnen kann. Als oberster Grundsatz, insbesondere unter dem Blickwinkel einer angespannten Haushaltssituation, gilt es Doppelstrukturen zu vermeiden.

Wenngleich die Wartezeiten für Termine bei Haus-, aber v.a. Fachärzten, subjektiv lange erscheinen, so ist doch die ambulante Versorgungsstruktur im Stadtkreis Nürnberg stabil. Im Stadtgebiet Nürnberg sind 413 Ärzte/Ärztinnen mit einem Versorgungsgrad von 111,12% (KVB, Stand 31.Dezemeber 2023) tätig. Im Bereich der Chirurgie und Orthopädie ist ein Versorgungsgrad von 131,91 % und selbst in der psychiatrischen Versorgung 144,39% erreicht.

Ergänzt wird die ambulante Versorgung durch Notdienste, Praxisnetzwerke und Bereitschaftspraxen, z.B. am Klinikum Nürnberg, Campus Nord (Praxisnetzwerk Nürnberg-Süd), KVB-Bereitschaftspraxis Nürnberg Süd und im Adcom-Center. Darüber hinaus stehen fachspezifische Notdienste im Stadtgebiet zur Verfügung (Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinderheilkunde / Kinder- und Jugendmedizin, Orthopädie und Unfallchirurgie, HNO und Augenheilkunde, ...).

Wenngleich es nicht die Hauptaufgabe der Krankenhäuser ist, so stehen doch die Notaufnahmen Klinikum Nürnberg Campus Nord, Campus Süd, Krankenhausverbund St. Theresien

und Martha Maria, Diakoneo Hallerwiese/Cnopfsche Kinderklinik auch für eine ambulante Versorgung zur Verfügung.

Für sozial schwache, wohnungs- oder obdachlose Menschen, insbesondere ohne Krankenversicherung steht in Nürnberg die Straßenambulanz „Franz-von-Assisi“ werktätig bereit, für medizinische Bedürfnisse. Insbesondere für traumatisierte Flüchtlinge und Asylbewerber steht neben weiteren Einrichtungen das Gesundheitsamt zur Verfügung.

Die Versorgung wird durch den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefonnummer: 116 117) und den Rettungs- und Notarztdienst (2 Hubschrauber, 4 bodengebundene Notärzte) komplettiert.

Die Situation hinsichtlich Lotsenfunktion, Weitervermittlung, Präventions- und Impfberatung in verschiedenen Sprachen, perinatale Versorgung und Kenntnisse über das Leistungsangebot in medizinischen und sozialen Fragen und einer allgemeinen Gesundheitskompetenz erscheint defizitär.

Aus den Planungsunterlagen ergeben sich Kosten von 150.000 bis 400.000 Euro pro Gesundheitskiosk.

Die weiteren Schritte zur Einrichtung eines Gesundheitskiosks sind im Wesentlichen durch die kommunale Haushaltssituation und dem Fehlen einer Rechtsgrundlage geprägt. Eine Umsetzung in Nürnberg kommt daher grundsätzlich erst nach dem Vorliegen einer gesetzlichen Grundlage mit Förderkulisse in Betracht.

Folgende Maßnahmen sind derzeit als nächste Schritte geplant:  Beobachtung der Gesetzesentwicklung auf Bundesebene  Finalisierung der Befragung der Bürgerinnen und Bürger bis Herbst 2024  weitere Situationserhebung der medizinischen Versorgung (ambulant/stationär) im Stadtkreis Nürnberg in Zusammenarbeit mit KVB, GKV und der Bayerischen Krankenhausgesellschaft  Definition eines möglichen Leistungsangebotes (unter anderem mit Impfberatung, Hebammensprechstunde, Beratung zu verschiedenen Gesundheitsthemen)  Weiterentwicklung einer Kostenanalyse und eines Finanzplans nach Vorliegen einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage/Förderkulisse

Anhang:

A) Ergebnisse der gesundheitspolitischen Veranstaltung am 23.07.2023

Keine Doppelstrukturen
Stadtteile  Stadterneuerungsgebiete und Sozialraumtypen mitden- ken  sozial benachteiligte Stadt- teile berücksichtigen  Migrationsanteil berücksich- tigen Vernetzung mit vorhandenen Strukturen (ärztliche Versor- gung, Stadtteilarbeit, ...) Externe Gesundheits- und sozi- ale Einrichtungen mit einbezie- hen und berücksichtigen (Apo- theken, Pflegestützpunkte, NOA, ...)
Dort ansetzen, wo keine aus- reichende ärztliche Versorgung gegeben ist Lotsen- und Vermittlungsfunk- tion • Sozialarbeiter*innen • Pflegeberufe • Gesundheitslotsen • Medizinische Fachkräfte
Vorhandene Einrichtungen nut- zen (z.B. Mercado) Beratung
Barrierefreier Zugang Vorsorge und Prävention
Digitale Angebote
zielgruppenspezifische Anspra- che und entsprechende Ange- bote
Zusätzliche Ergänzungen in den einzelnen Workshop-Gruppen
Kioske auf der Grenze zw. zwei Quartieren mobile Variante Digitaler Gesund- heitskiosk Rückzugs-, Gruppen-, Beratungsräume Einladende, offene Gestaltung Prävention und Ge- sundheitsförderung Angebote für Nicht-ver- sicherte Menschen Gastronomisches Ange- bot (kostenlos/auf Spen- denbasis) Ärztl. Versorgung (SEU, pri- märmed. Versorgung) „Kümmerer“ Hausbesuche Möglichst immer erreich- bar Jurist*innen ÖGD-Fachlichkeit Geriatrie Hebammen Ökotropholog*innen

Abbildung 1

Quellen: AOK Rheinland/Hamburg (22.02.2024). Fragen und Antworten zum Gesundheitskiosk. Verfügbar unter: https://www.aok.de/pp/rh/nachricht/fragen-und-antworten-zum-gesundheitskiosk/#c30686 Ärzteblatt (08.07.2024). Bundesrat setzt Kioske, Primärversorgungszentren und Gesundheitsregionen wieder auf die Agenda. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/152697/Bundesrat-setzt-Kioske-Primaerversorgungszentren-und-Gesundheitsregionen-wieder-auf-die-Agenda BMG (2022). Regierung plant Gesundheitskioske deutschlandweit - Lauterbach präsentiert Eckpunkte für Gesetzesinitiative (online). 31.08.2022. verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/regierung-plant-gesundheitskioske-deutschlandweit-lauterbach-praesentiert-eckpunkte-fuer-gesetzesinitiative. abgerufen am 23.07.24 Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2023). Referentenentwurf - Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsversorgung in der Kommune (Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz – GVSG). Verfügbar unter: https://arge-medizinrecht.de/wp-content/uploads/2023/06/Referentenentwurf_GVSG_1687415774.pdf, Bearbeitungsstand: 15.06.2023, 13:57. Bundesrat (2024). Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsversorgung in der Kommune (Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz - GVSG), Erläuterung 1046. BR, 05.07.2024. Verfügbar unter: https://www.bundesrat.de/Shared- Docs/TO/1046/erl/24.pdf?__blob=publicationFile&v=1, Deutscher Bundestag 5319 FB Gesundheit und Familie, WD 9 - 3000 - 084/22 (2023): Sachstand – Gesundheitskioske in Deutschland, in den USA und in Finnland. Verfügbar unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/934938/7e17ad7459961e5d24c3f839a5923cfc/WD-9-084-22-pdf.pdf Fischer, A. (2022). Ergebnisbericht - Hamburg Billstedt/Horn als Prototyp für eine Integrierte gesundheitliche Vollversorgung in deprivierten großstädtischen Regionen. verfügbar unter https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/beschluss-dokumente/139/2022-02-16_IN- VEST_Billstedt.Horn_Ergebnisbericht.pdf Gesundheit für Billstedt/Horn UG (2017). Gesundheitskiosk (online), verfügbar unter: https://experten.gesundheit-bh.de/gesundheitskiosk/, abgerufen am 23.07.24 Graner, N. (19.12.2022). Medizinische. Hilfe in benachteiligten Vierteln. Süddeutsche Zeitung. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-arztpraxen-stadtrand-beratung- 1.5718537 Graner, N. (06.02.2023). „Viele Menschen, die hierher kommen, waren noch nie beim Arzt“. Süddeutsche Zeitung. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-gesundheitsvorsorge-hebamme-medizin-1.5745346 Hoebel, J., Nowossadeck, E., Michalski, N. et al. Sozioökonomische Deprivation und vorzei-

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Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit (Hrsg.). (2024). Soziale Lage und Gesundheit in Deutschland. Verfügbar unter: https://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/fileadmin/user_upload/pdf/Kooperationsverbund/24-02_Soziale_Lage_und_Gesundheit.pdf. muenchen.de – Das offizielle Stadtportal (2024). Gesundheitstreffs (online), verfügbar unter: https://stadt.muenchen.de/infos/gesundheitstreffs.html, abgerufen am 23.07.24 Schaeffer, D., Hurrelmann, K., Bauer, U. und Kolpatzik, K. (2018). Kurzfassung Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. KomPart, Berlin. SPD, Die Grünen, FDP (Hrsg.) (2021). Mehr Fortschritt wagen – Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Koalitionsvertrag 2021 – 2025. Verfügbar unter: https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021- 2025.pdf

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